An Windows lässt sich vieles kritisieren, doch die Fensterverwaltung gehört nicht dazu. Microsofts Betriebssystem hält ausgeklügelte Methoden bereit, um Fenster anzuordnen und grosse Bildschirme optimal auszunutzen. Die Snap-Layouts unterstützen uns dabei, Anwendungen nebeneinander oder übereinander zu positionieren, und die wurden über die Jahre verbessert. Es existieren Hilfsprogramme für die Platzierung der Apps und Panels.
Zur Perfektion fehlt eine Sache: Die ausgeklügelten Fensterkombinationen sind nicht von Dauer. Nach einem Neustart müssen wir sie erneut hinzirkeln. Wäre es nicht schön, wenn das per Mausklick möglich wäre? Das heisst: Mit einer einzigen Aktion starten wir mehrere Anwendungen, die so angeordnet werden, wie wir es gern hätten.
Und siehe da: Das geht! Es sind die (hier schon oft besprochenen) Windows Powertoys, die diesen Zaubertrick ermöglichen.
Die Funktion nennt sich Arbeitsbereiche. Sie steckt in den Einstellungen unter Fenster & Layouts. Sie ist ferner über den Schnellzugriff aufzufinden. Das ist das Pop-up-Fenster, das beim Klick aufs Powertoys-Symbol im Infobereich erscheint.
Die Arbeitsbereiche operieren nach folgendem Prinzip:
Das Fensterpuzzle
Wir arrangieren wichtige Anwendungen, die wir häufig parallel nutzen, sinnvoll am Bildschirm. Dazu verwenden wir bei Bedarf die Snap-Layouts.
Das «Einfrieren» als Arbeitsbereich
Wir rufen den Arbeitsbereichs-Editor aus den Powertoys auf. Mit dem Klick auf die Schaltfläche Arbeitsbereich erstellen verschwindet das Fenster bis auf den Dialog Momentaufnahmeersteller (was für ein Wort!). Sobald das Arrangement stimmt, klicken wir auf Capture.
Wichtig zu wissen: Das klappt auch mit mehreren Monitoren!
Die Perfektionierung im Editor
Das Programm registriert die Fensteranordnung, die wir in einem Editor bearbeiten können. Es gibt die Möglichkeit, Apps, die zwar laufen, aber nicht zum Arrangement zählen, zu entfernen. Wir dürfen die Positionen der einzelnen Fenster von Hand korrigieren. Dazu klicken wir auf den nach unten zeigenden Winkel und passen die numerischen Werte an. Beim Feld CLI-Argumente übergeben wir dem entsprechenden Programm Startparameter (CLI steht für command-line interface oder auf Deutsch für Kommandozeile). Falls nötig, räumen wir der Anwendung über die Checkbox Als Administrator starten erhöhte Rechte ein. Und auch minimierte Apps werden ins Arrangemnt aufgenommen.

Die vorhandenen Arbeitsbereiche lassen sich jederzeit modifizieren. Dazu klicken wir im Arbeitsbereiche-Editor auf das Dreipunkte-Menü oberhalb des Starten-Knopfs und wählen Bearbeiten aus dem Kontextmenü.
Einen Arbeitsbereich starten
Haben wir auf diese Weise einen oder mehrere Arbeitsbereiche eingerichtet, können wir die verwenden: Dazu klicken wir im Powertoys-Schnellzugriff-Dialog auf Arbeitsbereich, oder wir betätigen das Tastaturkürzel, das wir in den Einstellungen für die Übersicht hinterlegt haben. Wir wählen den Arbeitsbereich und klicken auf die Schaltfläche Starten.
Es gibt die Möglichkeit, eine Verknüpfung zu einem Arbeitsbereich auf dem Desktop anzulegen. Dazu aktivieren wir im Bearbeitungsmodus des entsprechenden Bereichs die Checkbox Desktopverknüpfung erstellen. Diese Verknüpfung lässt sich an die Taskleiste anheften oder ins Startmenü verschieben. Auch ein Tastaturkürzel lässt sich zuordnen – auch wenn das gewisse Risiken birgt.

Fazit: Gut zu wissen!
Mit dieser Neuerung sind die Powertoys noch nützlicher geworden, als sie es ohnehin schon waren. Was mich angeht, arbeite ich so oft ausschliesslich im Browser, dass ich bislang nicht über zwei Arbeitsbereiche hinausgekommen bin, die ich nur sporadisch anwende. Aber mit der Möglichkeit, auch Anordnungen für mehrere Bildschirme einzurichten, kann ich diesem Feature etwas abgewinnen: Der Browser links, Slack und Windows Explorer rechts – das ist schon etwas!

Abgesehen davon betrachte ich mich nicht als das Mass aller Dinge. Ich bin überzeugt, dass es viele Leute gibt, die mehr Nutzen aus diesen Arbeitsbereichen ziehen können. Wer Software oder Websites entwickelt oder in Grafikprogrammen arbeitet, schätzt womöglich eine bestimmte Anordnung seiner digitalen Werkzeuge. Darum: Unbedingt ausprobieren!
Ein Detail stört mich an der Sache. Falls die zu einem Arbeitsbereich gehörenden Programme bereits gestartet sind, werden sie (falls sie sich mehrfach starten lassen) in einer weiteren Instanz geöffnet. Mir wäre es lieber, wenn stattdessen die bereits offenen Fenster entsprechend dem Arbeitsbereich neu angeordnet würden – so liesse es sich auch ein verrutschtes Arrangement leicht korrigieren.