Alan Turing taucht in der Schweizer Presse spät und meist nur als Randnotiz auf. Die Medien brachten ihrem Publikum das Computerzeitalter als Angelegenheit von Militär, Ingenieuren und lebensfernen Wissenschaftlern näher – ein Schicksal, das Turing mit vielen stillen Helden der digitalen Revolution teilt.
Kategorie: Computer-Historie
Ein Blick in die Geschichte des Computers. Ursprünglich hiess diese Rubrik «Nostalgische Verklärung». Doch weil sie sich von der willkürlichen, an einem meiner Artikel oder Screenshots aufgehängten Retrospektive zu einer seriöseren Analyse gewandelt hat, trägt sie nun einen seriöseren Titel.
1950 war die Schweiz in der technologischen Poleposition: An der ETH Zürich stand der erste kommerzielle Computer weltweit zur Verfügung, die Z4 von Konrad Zuse. Der «Tagesanzeiger» nahm von diesem Umstand Kenntnis – aber er tat alles, um die Bedeutung herunterzuspielen.
Seit dreissig Jahren Tech-Journalist! Es fing 1996 mit der Lotus Smartsuite an und entwickelte sich zu einer rasanten Zeit mit grandiosen Meilensteinen, überzogenen Erwartungen und atemberaubenden Plottwist für die Staffel zwei.
Es lässt sich nicht schönreden: Microsoft hat mit der Surface-Sparte keinen Durchbruch erzielt, sondern vor allem bewiesen, das Windows kein Betriebssystem für Tablets ist. Eine Peinlichkeit auch für mich, weil ich 2013 behauptete, in der Hardware liege Microsofts Zukunft.
Die erstaunliche Wandlung des Avatars: Vom religiösen Begriff wurde er über mehrere Zwischenstationen bei den Multi-User-Dungeons in den 1970er-Jahren zu unserem digitalen Repräsentanten in den sozialen Plattformen und bei Roblox. Ein Pressebericht 1996 nahm viele dieser Entwicklungen treffsicher vorweg.
Vor zwölf Jahren behauptete ich, Apple sei das neue Microsoft. Ich hatte das in einem Ausbruch an Zorn über ein missratenes Softwareupdate so dahergesagt. Doch heute, bei näherer Betrachtung, zeigt sich, dass die Einschätzung gar nicht mal so absurd war.
Eine Revue von zehn digitalen Kulturtechniken, die teils nostalgische Gefühle wecken und manche von der guten™ alten™ Zeit™ schwärmen lassen – und die teils zu Recht auf der Müllhalde der digitalen Geschichte landeten: vom Defragmentieren übers Terminieren bis hin zur Mauspflege und der Modemzähmung.
Zwischen 1964 und 1978 schrieben Zeitungen hierzulande diverse Male über Computerspiele. Bloss ging es dabei nie um das, was wir heute unter einem Game verstehen. Stattdessen wurde der Begriff als Verlegenheitslösung für allerhand Dinge benutzt, für die den Journalisten die Worte fehlten.
2005 gehörte Kwerfeldein.de zur Speerspitze der deutschsprachigen Bloggerszene. Zwanzig Jahre später werden die Überreste von einem dieser Suchmaschinenoptimierer gefleddert. Ein Niedergang, symptomatisch für das ganze unabhängige Web.
Das Autotelefon führte über Jahrzehnte ein Nischendasein, das nur von Taxifahrern und Aussendienstmitarbeitern genutzt wurde. Es brauchte einen nerdigen Zürcher Privatdetektiv, damit die Öffentlichkeit überhaupt Notiz vom kommunikativen Fortschritt nahm.
Dank des digitalen Anno-Archivs der Österreichischen Nationalbibliothek klären wir eine drängende Frage: In welchem der beiden Alpenländer erkannten die Medien den Fortschritt früher? Spoiler: Die Unterschiede betragen teils Hunderte Jahre.
So computerskeptisch die hiesigen Medien auch waren – von einer Erfindung waren sie begeistert: von den tragbaren Rechnern, denen sie 1987 eine steile Karriere voraussagten.