Die Dumpfbacken in den sozialen Medien können es sich zwar nicht vorstellen. Dennoch kam das Online-Banking schon vor vierzig Jahren in Fahrt. In der Schweiz gab es untypisch viel Begeisterung – aber auch brutale Ablehnung.
Kategorie: Computer-Historie
Ein Blick in die Geschichte des Computers. Ursprünglich hiess diese Rubrik «Nostalgische Verklärung». Doch weil sie sich von der willkürlichen, an einem meiner Artikel oder Screenshots aufgehängten Retrospektive zu einer seriöseren Analyse gewandelt hat, trägt sie nun einen seriöseren Titel.
Vor dreissig Jahren kam Windows 95 auf den Markt. Statt aufs Internet hatte der Softwarekonzern voll auf die eigene Online-Plattform MSN gesetzt. Schon vor der Lancierung hatte sich das als Fehler entpuppt.
Verschenkte der Facebook-Chef vor 15 Jahren eine einmalige Chance, als er nicht wie erwartet eine Abogebühr einführte? Wären die sozialen Netze heute besser dran, wenn wir User nicht den Werbetreibenden zum Frass vorgeworfen worden wären? Die Antwort ist erstaunlicherweise ein Nein.
«Das Smartphone hat noch fünf Jahre» habe ich behauptet. Diese Prognose ist sechs Jahre alt. Und es stellt sich die Frage: Wie konnte es zu dieser grotesken Fehleinschätzung kommen?
Positionsmarke, Peilanzeiger, Fadenkreuz, Leuchtpunkt oder doch Lichtpunktzeiger? Wie dieses blinkende Ding auf dem Bildschirm heissen sollte, war in der Schweiz während Jahrzehnten ein Rätsel.
1995 prahlte ein Computerjournalist mit seinem Insiderwissen. 2003 entdeckten Zürcher in Feierlaune «Ctrl, Alt, Delete»: über die verblüffende Karriere einer drögen IBM-Erfindung.
Der «Escape»-Taste kommt eine entscheidende Bedeutung im Verhältnis Mensch-Maschine zu. Der erste Schweizer Journalist merkte das 1988. Der Mann liess sich auch über den «Shift»-Knopf aus, der exhibitionistische Regungen wecke.
PCjs Machines emuliert im Browser den Original-IBM-PC und erweckt alte Spiele, Betriebssysteme und Anwendungsprogramme ohne jeden Aufwand zum Leben. Die alte Software läuft, wenn es sein muss, sogar auf dem Smartphone oder Tablet.
Die Schweiz hätte eine führende Nation bei Software und Computertechnik werden können. Warum wurde sie es nicht? Die NZZ vom 16. April 1984 liefert eine Antwort, die an Klarheit nichts zu wünschen übriglässt.
Wie Dürrenmatt seinerzeit erkannte: «Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.» Die Geschichte des Blogs ist genau dort angekommen.
Die Deutschschweizer haben die Tech-Revolution im Silicon Valley lange verschlafen. In der Westschweiz hingegen haben die Medien früh berichtet und gefragt, ob die Uhrenindustrie sich ein Vorbild nehmen muss.
Die Telefon-App hat Internetgeschichte geschrieben. Doch heute wird sie abgeschaltet. Ein (nicht allzu) sentimentaler Abgesang.