Eine Revue von zehn digitalen Kulturtechniken, die teils nostalgische Gefühle wecken und manche von der guten™ alten™ Zeit™ schwärmen lassen – und die teils zu Recht auf der Müllhalde der digitalen Geschichte landeten: vom Defragmentieren übers Terminieren bis hin zur Mauspflege und der Modemzähmung.
Kategorie: Computer-Historie
Ein Blick in die Geschichte des Computers. Ursprünglich hiess diese Rubrik «Nostalgische Verklärung». Doch weil sie sich von der willkürlichen, an einem meiner Artikel oder Screenshots aufgehängten Retrospektive zu einer seriöseren Analyse gewandelt hat, trägt sie nun einen seriöseren Titel.
Zwischen 1964 und 1978 schrieben Zeitungen hierzulande diverse Male über Computerspiele. Bloss ging es dabei nie um das, was wir heute unter einem Game verstehen. Stattdessen wurde der Begriff als Verlegenheitslösung für allerhand Dinge benutzt, für die den Journalisten die Worte fehlten.
2005 gehörte Kwerfeldein.de zur Speerspitze der deutschsprachigen Bloggerszene. Zwanzig Jahre später werden die Überreste von einem dieser Suchmaschinenoptimierer gefleddert. Ein Niedergang, symptomatisch für das ganze unabhängige Web.
Das Autotelefon führte über Jahrzehnte ein Nischendasein, das nur von Taxifahrern und Aussendienstmitarbeitern genutzt wurde. Es brauchte einen nerdigen Zürcher Privatdetektiv, damit die Öffentlichkeit überhaupt Notiz vom kommunikativen Fortschritt nahm.
Dank des digitalen Anno-Archivs der Österreichischen Nationalbibliothek klären wir eine drängende Frage: In welchem der beiden Alpenländer erkannten die Medien den Fortschritt früher? Spoiler: Die Unterschiede betragen teils Hunderte Jahre.
So computerskeptisch die hiesigen Medien auch waren – von einer Erfindung waren sie begeistert: von den tragbaren Rechnern, denen sie 1987 eine steile Karriere voraussagten.
Er ist der Neandertaler unter den digitalen Rechenmaschinen und brachte den Gymnasiasten in den 1980er-Jahren die Basic-Programmierung bei. Die Schweizer Zeitungen nahmen keinerlei Notiz.
Die Dumpfbacken in den sozialen Medien können es sich zwar nicht vorstellen. Dennoch kam das Online-Banking schon vor vierzig Jahren in Fahrt. In der Schweiz gab es untypisch viel Begeisterung – aber auch brutale Ablehnung.
Vor dreissig Jahren kam Windows 95 auf den Markt. Statt aufs Internet hatte der Softwarekonzern voll auf die eigene Online-Plattform MSN gesetzt. Schon vor der Lancierung hatte sich das als Fehler entpuppt.
Verschenkte der Facebook-Chef vor 15 Jahren eine einmalige Chance, als er nicht wie erwartet eine Abogebühr einführte? Wären die sozialen Netze heute besser dran, wenn wir User nicht den Werbetreibenden zum Frass vorgeworfen worden wären? Die Antwort ist erstaunlicherweise ein Nein.
«Das Smartphone hat noch fünf Jahre» habe ich behauptet. Diese Prognose ist sechs Jahre alt. Und es stellt sich die Frage: Wie konnte es zu dieser grotesken Fehleinschätzung kommen?
Positionsmarke, Peilanzeiger, Fadenkreuz, Leuchtpunkt oder doch Lichtpunktzeiger? Wie dieses blinkende Ding auf dem Bildschirm heissen sollte, war in der Schweiz während Jahrzehnten ein Rätsel.