Ein scheinheiliger Robin Hood

Knatsch um Gratis-Foto­platt­formen: Nutzen Unsplash und Pexels die Foto­grafen aus? Ich bin mit einem Mann ins Gehege geraten, der vorgibt, der Rächer dieser Entrechteten zu sein.

Beitragsbild: Eine Strumpfhose und ein Pfeilbogen allein machen noch keinen Helden (Man dressed as Robin Hood von AndScene/Wikimedia, CC BY-SA 2.0).

Neulich ging es hier im Blog um Nippelklammern. Und um den Fall des Herrn Benjamin Jørgensen, der mir per Mail mitgeteilt hat, ein hier im Blog publiziertes Bild habe einen falschen Bildnachweis. Ich bin der Sache nachgegangen und habe herausgefunden, was dahintersteckt. Die Absicht von Jørgensen besteht darin, Leute wie mich dazu zu bringen, Links auf seine Website zu setzen. Auf diese Weise versucht er, diese Website in den Resultaten bei Google nach vorn zu bringen. Denn bekanntlich stuft Google häufig verlinkte Websites als wichtig ein.

Für seine Methode der Suchmaschinenoptimierung (SEO) setzt Benjamin Jørgensen bei Bildplattformen wie Pexels und Unsplash an. Dort gibt es Fotos, die man kostenlos und frei verwenden kann. Manche der Bilder sind extrem beliebt und hundertfach in Verwendung.

Solche Fotos kauft Jørgensen den Fotografen ab, löscht sie auf der Ursprungsplattform und platziert sie auf seiner eigenen Website. Und nun verschickt er seine Mails mit dem Hinweis auf den angeblich falschen Bildnachweis, der in korrekter Form einen Link auf seine Website enthalten müsse.

Ich komme auf diese Methode zurück, weil ich inzwischen zwei weitere Mails von Benjamin Jørgensen bekommen habe. (Die Dokumentation dieser Fälle findet sich als Ergänzung im Originalbeitrag). „Ein scheinheiliger Robin Hood“ weiterlesen

Wie die Petersilie noch schärfer wird

Unkompliziertes und qualitativ einwandfreies Focus Stacking mit Helicon Focus: Das Programm erweitert den Schärfebereich bei Makro-Aufnahmen.

Neulich habe ich mich mit Langzeitbelichtungen bei Tageslicht beschäftigt und mir die Frage gestellt, ob es nicht auch möglich wäre, ein Zeitraffer-Video zu einer einzigen Langzeit-belichteten Aufnahme zu verdichten. Zu diesem Zweck habe ich mit einigen Programmen experimentiert, mit denen sich Bildreihen verschmelzen lassen.

Wenn man mehrere Bilder zu einem zusammenbaut, nennt sich das Image Stacking. Diese Technik wird zu zwei unterschiedlichen Zwecken angewendet: „Wie die Petersilie noch schärfer wird“ weiterlesen

Schnelle Langzeitbelichtungen

Die Spectre Kamera-App macht Langzeit­belich­tungen mit dem iPhone: Ob bei Tag oder Nacht, man foto­gra­fiert einige Sekunden und erhält dank Bild­sta­bi­lisa­tion auch aus der Hand un­ver­wackel­te Fotos.

Seit dem iPhone 11 gibt es den Nachtmodus: Er macht auch bei schlechten Lichtverhältnissen eindrückliche Fotos. Ich nehme an, dass er das mit dem gleichen Trick tut, mit dem auch Astronomiefotografen operieren: Sie machen während ein paar Minuten oder ein paar Stunden eine Reihe von Bildern, die dann zu einer Aufnahme zusammengerechnet werden. Man nennt das auch Exposure-Stacking.

Da für eine solche Aufnahme länger als üblich belichtet wird, ist die Bildstabilisation entscheidend: Nur wenn sich alle Fotos deckungsgleich übereinanderlegen lassen, entsteht ein schönes Resultat. Der Nachtmodus lässt keinen Zweifel daran, wie toll die Bildstabilisation beim iPhone ist: Selbst wenn man aus der Hand fotografiert, ist das Bild – wenn man nicht schlimm zittert – so scharf, dass bei Aufnahmen mit Nachthimmel sogar Sternchen zu sehen sind.

So toll ich den Nachtmodus finde, sosehr habe ich etwas bedauert: „Schnelle Langzeitbelichtungen“ weiterlesen

Da spickt mir doch die Nippelklammer aus dem Fenster!

Eine Ge­schich­te, in der es um Früchte, Genitalien, Bild­lizen­zen und einen Mann geht, der seine Sexspielzeug-Reviews bei Google Lieb­kind machen will.

Wer sich mit Gratis-Bildern für Websites, Drucksachen, Mails oder andere Publikationen eindecken will, wird im Internet fündig. Im Beitrag Bilder zum freien Gebrauch habe ich diverse Quellen für digitale Ressourcen vorgestellt und hier gibt es eine Sammlung weiterer Anlaufstellen für Videos, Musik und Audiodateien – plus handfeste Hinweise zur rechtlichen Situation, wenn man gedenkt, mit solchem Material zu arbeiten.

Ich verwende hier im Blog routinemässig Bilder von Pexels und Unsplash, manchmal auch Pixabay. Die haben sich bewährt, weil sie einerseits eine grosse Auswahl haben und andererseits unkompliziert in der Nutzung sind: Man darf die Bilder beliebig nutzen, auch für kommerzielle Zwecke und ohne dass eine Quellenangabe nötig ist. Ursprünglich verwendeten die Plattformen die CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication, mit der die Urheber jegliche Ansprüche an ihren Werken aufgeben.

Wie Rechtsanwalt Martin Steiger hier schreibt, hatte dieser Idealzustand ein Ende: „Da spickt mir doch die Nippelklammer aus dem Fenster!“ weiterlesen

Ein heisser Tipp für Fotografen, die gerne mal am Hungertuch nagen

Eyeem.com ist eine sympa­thische Foto-Com­munity, die ähnlich viel Spass macht wie seiner­zeit Flickr. Die Begeis­terung verfliegt schnell, wenn man über­legt, seine Bilder über diese Platt­form zum Verkauf anzu­bie­ten.

Das Internet ist nicht für einfache und schnelle Verdienstmöglichkeiten bekannt, sondern eher für die Unmengen an Gratis-Inhalten. Die sind eine harte Konkurrenz für Leute, die ihre Arbeit verkaufen möchten – namentlich Fotografen. Im Geschäft mit den Bildern findet seit Jahren ein brutaler Preiszerfall statt. Der geht so weit, dass von Profis verlangt wird, sich in «Exposure» statt mit Geld bezahlen zu lassen (So geht die Fotografie den Bach hinunter).

An dieser Stelle muss ich ehrlicherweise zugeben, dass ich ein Profiteur dieser Situation bin: „Ein heisser Tipp für Fotografen, die gerne mal am Hungertuch nagen“ weiterlesen

Damit an den Fotos alles stimmt

Gepflegte Metadaten sind eine Zierde für jede Fotosammlung. Die Fotos-App von iPhone und iPad ist diesbezüglich mit den letzten Updates immer besser geworden – nun lassen sich gewisse Daten korrigieren und das auch für mehrere Fotos aufs Mal.

Eine der unscheinbaren Neuerungen aus den letzten Betriebssystem-Updates fürs iPhone und iPad finden sich in der Foto-App. Die Möglichkeit, eine Beschreibung für ein Foto einzugeben, gibt es dort seit iOS 14. In iOS 15 ist die Möglichkeit dazugekommen, das Aufnahmedatum und den -Ort zu korrigieren. Man kann auch Koordinaten ergänzen, wenn sie fehlen. Das ist der Fall, wenn man eine Kamera ohne Fotos GPS benutzt. Für derlei Operationen hat man früher Apps von Drittherstellern benötigt.

Falsche Einstellungen korrigieren, fehlende Daten nachtragen

Um Ort, Datum und Uhrzeit einzusehen und zu korrigieren, geht man wie folgt vor: „Damit an den Fotos alles stimmt“ weiterlesen

Bilder-Optimierung auf die Schnelle

Das Radical Image Optimi­zation Tool (Riot) ist ein her­vor­ra­gen­des Hilfs­mittel, wenn es darum geht, Bilder fürs Web zu opti­mie­ren, dass sie bei mini­maler Datei­grös­se die ideale Qualität haben.

Neulich musste ich verschämt eingestehen, dass ich Photoshop CS 6 und die CS6 von Adobe im Einsatz habe – und das, obwohl die Version inzwischen fast zehn Jahre alt ist und ich sonst immer predige, man tue gut daran, veraltete Programme abzulösen. Aber ich kenne mich mit Photoshop gut aus. Und ich habe einige selbst programmierte Aktionen in Betrieb, die mir Zeit sparen.

Doch es hilft nichts: Mit dem Wechsel auf den neuen Computer ist Photoshop CS6 (fast¹) passé. Ich bin derzeit auf der Suche nach einem passenden Bildbearbeitungsprogramm, mit dem Abläufe automatisieren kann, ohne dass man sich ein Bein ausreissen müsste. Ich werde mir zu diesem Zweck ImageMagick ansehen und an dieser Stelle Bericht erstatten. Falls jemand eine andere Empfehlung hat, ab damit in die Kommentare. Ich gehe ihr gerne nach.

Auf die Schnelle habe ich mir RIOT besorgt. Das Kürzel steht für Radical Image Optimization Tool, also ein radikaler Bildoptimierer, der seinem Namen gerecht wird: „Bilder-Optimierung auf die Schnelle“ weiterlesen

Mein Fotokamera und mein Smartphone haben sich auseinandergelebt

Ein Smartphone-Wechsel kann unerwartete Nebenwirkungen haben. Meiner hatte zur Folge, dass eine jahrelang erprobte Methode zur drahtlosen Übertragung von Bildern ab Spiegelreflex nicht mehr funktioniert. Drei Lösungsansätze für dieses Problem.

Meiner schon etwas in die Jahre gekommenen Spiegelreflexkamera, der D7000 von Nikon, fehlt ein Hardwaremerkmal, das man heute als absolute Selbstverständlichkeit betrachten darf: WLAN. Der normale Weg, um die Aufnahmen von der Kamera zu bekommen, ist eine Übertragung per Kabel oder Kartenleser.

Das ergibt zwei Probleme: Erstens hat man diese Ausrüstungsgegenstände nicht immer dabei. Und zweitens bekommt man die Fotos auf diesem Weg nicht direkt aufs Smartphone. Dafür bräuchte man wiederum einen passenden Kartenleser; die naheliegendste Wahl ist der Lightning-SD-Kartenleser von Apple – und natürlich hat man so einen Kartenleser nie im Gepäck, wenn man ihn dringend benötigt. Oder man findet ihn in der grossen Adapter-Schublade nicht

Deswegen nutze ich seit fünf Jahren eine Mobi-Speicherkarte von Eye-fi:  „Mein Fotokamera und mein Smartphone haben sich auseinandergelebt“ weiterlesen

Wie man kurze Aufmerksamkeitsspannen maximal ausreizt

Die Prequel-App motzt Fotos und Videos nach allen Regeln der Kunst auf: Mit Effek­ten, Anima­tio­nen, Texten, Vor­spännen und 3D-Schnick­schnack erhält man Kurz-Clips, die sich in den sozia­len Medien gut machen.

Hier im Blog wurde schon öfters das Instagram-Zeitalter für beendet erklärt. Das nicht deswegen, weil sich dieses Netzwerk von einer Foto-Plattform in einen Hort der Eitelkeit, der Schleichwerbung und der Selbstdarstellung verwandelt hat – diese Metamorphose habe ich zum zehnten Geburtstag ausführlich angeprangert und hier erläutert.

Nein, vor fünf Jahren habe ich Instagram aus technischer Sicht zu einem Ding der Vergangenheit erklärt: Die simplen Effekte, die ursprünglich das Markenzeichen waren, sind nicht mehr das Nonplusultra. Heute sind die Ansprüche höher: Wenn nicht mindestens KI mit im Spiel ist, lockt eine Foto-App niemand mehr hinter dem Ofen hervor.

Das gilt auch für die App Prequel, die fürs iPhone und iPad und für Android existiert. Sie sieht zwar aus wie eine aufgebohrte Variante von Instagram, hat jedoch mehr auf dem Kasten: „Wie man kurze Aufmerksamkeitsspannen maximal ausreizt“ weiterlesen

Mit Pixelmator den eigenen fotografischen Stil zelebrieren

Pixelmator Photo, eine der besten Light­room-Alter­nati­ven auf dem Desk­top, ist neu fürs iPhone er­hält­lich: Die Foto-App hat KI-Tricks auf Lager, aber gross­artig sind die indi­vi­duali­sier­baren Vor­ein­stel­lungen.

Seit Kurzem gibt es die App Pixelmator Photo auch fürs iPhone. Ende des letzten Jahres hat der Hersteller die Smartphone-Variante lanciert. Dass es so lange gedauert hat, deutet darauf hin, dass es nicht darum gehen sollte, bloss die (im Beitrag Lightroom auf den Fersen) beschriebene Variante irgendwie auf Smartphone-Dimensionen schrumpfen zu lassen, sondern darum, die Software klug anzupassen, dass man sie auch am kleinen Bildschirm gut verwenden kann.

Bevor ich mit der Besprechung der iPhone-Variante anfange, braucht es ein klärendes Wort. Das liegt daran, dass es Pixelmator in zwei Varianten gibt und die eine Variante schon seit Langem auch fürs iPhone erhältlich ist (für fünf Franken im App-Store).

Die neu lancierte Variante, die es für unschlagbar günstige vier Franken im App Store gibt, heisst Pixelmator Photo; und der Zusatz ist entscheidend:  „Mit Pixelmator den eigenen fotografischen Stil zelebrieren“ weiterlesen