Das Internet der verlorenen Dinge

Nie wieder den Hausschlüssel suchen? So hoffe ich doch! Zu diesem Zweck habe mich mir einen Airtag von Apple angeschafft. Die sind technisch beeindruckend, aber auch ein wenig gruselig.

Wenn ich an dieser Stelle Apples neueste Errungenschaft bespreche, dann gehöre ich nicht gerade zu der digitalen Avantgarde. Sie ist seit dem 21. April 2021 bekannt und seit Ende April erhältlich.

Ich spreche bzw. schreibe von den fabulösen Ortungs-Medaillons, die man sich an den Schlüsselring, an den Koffer oder die Aktentasche hängen oder meinetwegen auch ans Velo (🇩🇪🇦🇹: Fahrrad) oder den Regenschirm hängen kann. Sie heissen AirTag und es gibt kein Techblog oder Youtube-Kanal, der nicht eine Besprechung über diese neue Wunder-Erfindung veröffentlicht hätte. Ausser meines – aber wie erwähnt bin ich dabei, dieses Versäumnis nachzuholen.

Teuer – aber Valium ist auch nicht gerade günstig

Der Anlass dafür ergab sich neulich, als ich zum dritten Mal innert kurzer Zeit meinen Schlüsselbund verlegt hatte und während der Suche fast einem Nervenzusammenbruch erlegen wäre. „Das Internet der verlorenen Dinge“ weiterlesen

Eigentlich passt sie nicht zu mir – ausser vom Gefühl her

Sind klassischen Modellen nachempfundene Kameras nur der Versuch, auf der Retro-Welle zu reiten – oder steckt mehr dahinter? Ich hatte die Nikon Z fc in den Fingern und verstehe die Faszination.

Ich habe derzeit das Vergnügen, eine Nikon Z fc zu testen. Das ist eine Systemkamera mit APS-C-Sensor, die das Z-Bajonett benutzt, 20,9 Megapixel aufweist, in 4k filmt, im Serienmodus elf Bilder pro Sekunde aufnimmt, ein ausklapp- und drehbares Display hat und mit WLAN und Bluetooth ausgestattet ist. Sie kostet derzeit reduzierte 949 Euro bei Amazon, inklusive Kit-Objektiv.

So weit, so normal. Was diese Kamera speziell macht, ist ihr Design. Sie hat keinen Griffwulst an der rechten Seite und kein rotes Dreieck unterhalb des Auslösers – beides übrigens Attribute, die von Designer Giorgetto Giugiaro stammen, 198o mit der F3 eingeführt wurden und sich seitdem zwar verändert, aber trotzdem zu den ikonischen Erkennungsmerkmalen von Nikons Spiegelreflex- und Systemkameras gehören.

Die Z fc macht Anleihen bei einem Kameramodell, dass ebenfalls in den 1980er-Jahre auf den Markt kam, aber sich optisch von der F3 unterschied: „Eigentlich passt sie nicht zu mir – ausser vom Gefühl her“ weiterlesen

Leichte Ohrmuschel-Inkompatibilitäten, die verkraftbar sind

Die CX True Wireless von Sennheiser kommen nicht an meine geliebten Bose Sport Earbuds heran, auch wenn sie beim Preis, bei der Bedienung und der Batterielaufzeit überzeugen.

Neulich stand für die Tamedia-Sites und -Zeitungen unser traditioneller sommerlicher Gerätetest an. Er ist unter dem Titel 10 Gadgets für Ihre Ferien erschienen, und er wäre natürlich nicht komplett ohne mindestens einen Kopfhörer- oder Ohrstöpseltest.

Ich habe mir für diesen Zweck die CX True Wireless von Sennheiser angesehen und angehört. Es gibt sie für 137 Franken bei Thomann bzw. für 117 Euro bei Amazon.

Die Transportbox ist nicht nur kompakt, sondern auch Akku-stark.

Damit sind wir auch schon beim Hauptargument für dieses Modell: Das ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dieses vergleichsweise günstige True-Wireless-Modell klingt gut und hat einen ausdauernden Akku, der neun Stunden Betriebszeit ermöglicht. Mit der Transport- und Ladebox kommt man sogar auf 27 Stunden. Das ist ganz ordentlich.

Die wundersame Welt der IPX-Schutzklassen

Ausserdem sind die Stöpsel spritzwasserfest, und zwar nach der IPX4-Schutzklasse. „Leichte Ohrmuschel-Inkompatibilitäten, die verkraftbar sind“ weiterlesen

Der halbe Hausrat im Jogginggurt

Im Flipbelt findet beim Sport oder Reisen nicht nur das Smartphone Platz, auch Hausschlüssel und Wasserflasche lassen sich im schlauchartigen Gurt verstauen. Nach einem Test gefällt mir dieses Konzept gut.

Eigentlich müsste die Apple Watch es einem ersparen, beim Joggen das Handy mitzuschleppen. Schliesslich liefert sie Musik, trackt den Lauf und hält kommunikativ die Verbindung – zumindest, wenn man eine E-Sim mit entsprechendem Vertrag in der Uhr hat.

Das ist bei mir nicht der Fall, und es gibt zwei weitere Gründe, weswegen ich beim Sport nach wie vor das Handy mitschleppe. Erstens, weil mir beim Sport ab und zu Ideen kommen, die ich in schriftlicher Form festhalten möchte. Zweitens, weil mir die Offline-Funktion für Podcasts und Hörbücher zu wenig komfortabel ist. Darüber habe ich mich im Blogpost Was taugt die Apple Watch für die Offline-Nutzung? ausgelassen.

Zu erwähnen ist immerhin, dass sich die Situation graduell verbessert. Spotify kennt inzwischen die Möglichkeit, Musik fürs Offline-Hören auf der Uhr zu speichern. Man legt dafür die passende Wiedergabeliste an, sucht die auf der Uhr hervor, tippt auf das Menü mit den drei Punkten und wählt Auf Apple Watch herunterladen.

Da ich vorerst aufs Handy nicht verzichten will, stellt sich die Frage, auf welchem Weg ich es mit mir führe. „Der halbe Hausrat im Jogginggurt“ weiterlesen

Kind, mal doch nicht immer, sondern fotografiere auch mal!

Die Nikon Coolpix W150 ist eine Kompaktkamera, die nicht mit tollen technischen Merkmalen punktet, sie sich aber dank Wasserdichtheit und Stossfestigkeit für Kinder eignet.

Neulich hat meine Tochter eine meiner Schreibtischschubladen durchwühlt und die Kompaktkamera von Samsung entdeckt, die ich vor neun Jahren hier im Blog vorgestellt habe und die seitdem in Vergessenheit geraten ist.

Sie wollte sie sofort ausprobieren und weil die Kamera abgeschrieben war, sprach auch nichts dagegen. Nach dem Aufladen war sie wieder einsatzbereit, und die fast Fünfjährige hat mit viel Begeisterung alles abgelichtet, was ihr vor die Linse kam.

Leider war die Freude von kurzer Dauer. Der Akku hat nach Jahren in der Schublade schnell schlappgemacht und war nach drei-, viermaligem Wiederbeleben überhaupt nicht mehr aufzuladen. Keine Frage, dass das Tränen gegeben hat.

Darum habe ich meiner Tochter Ersatz versprochen. Denn das Fotografieren ist eine kreative Beschäftigung, die ich gerne fördern würde. Und noch etwas: „Kind, mal doch nicht immer, sondern fotografiere auch mal!“ weiterlesen

Grosse Freude an den kleinen Dingen

Ich habe wieder einmal einen Spotankauf getätigt und mir das ZeScope angeschafft. Das ist ein digitales Mikroskop für die Hosentasche, das die Lust am Entdecken befeuert.

Das Gute an diesem Blog ist, dass hier alle meine Impulskäufe protokolliert sind. Der letzte hat vor knapp einem Jahr stattgefunden und hat mir ein wirklich nützliches Smartphone-Stativ fürs Portemonnaie eingebracht. Und eine solche Spontananschaffung pro Jahr ist vertretbar – oder? (Geständnisse von Affekt-Shopaholics im Gadgetbereich sind in den Kommentaren jedenfalls herzlich willkommen, egal ob anonym oder mit Namen gezeichnet.)

Das Mikroskop mit dem mitgelieferten Ständer.

Also, der Spon­tan­kauf, den ich neulich getä­tigt habe, lag an diesem däm­lichen Face­book. Dort habe ich eine Wer­bung für ein Ding gesehen, dem ich nicht wider­ste­hen konnte. Es heisst ZeScope und ist auf zemove.de zu finden. Man kriegt es auch via Amazon und zwar zu einem deutlich günstigeren Preis: Auf Amazon zahlt man um die 36 Euro, währendem ich 78.90 Franken hingeblättert habe. Das als Hinweis dafür, dass selbst Spontankäufe nicht so spontan sein sollten, dass man vorab nicht noch einen kurzen Preisvergleich macht.

Den Forschungsdrang befeuern

Aber egal; mein Vergnügen, dass ich mit diesem Ding bisher hatte, rechtfertigt die Ausgabe – und ich rede mir ein, dass ich auch meiner Tochter etwas Gutes tue und die Ausgabe unter «Förderung der Neugierde und des wissenschaftlichen Forschungsdrangs in der Erziehung» abbuchen kann. „Grosse Freude an den kleinen Dingen“ weiterlesen

Smartes Licht ohne allzu viel Heckmeck

Die Edison-Lampe von Philips ist nicht nur ein Hingucker, sie lässt sich per Bluetooth auch via Smartphone steuern, ohne dass man einen Hue-Hub benötigen würde. Die App hat allerdings noch Verbesserungspotenzial.

Ich bin der Vernetzung des trauten Heims nicht abgeneigt, aber auch nicht euphorisch. Denn in vielen Fällen erkauft man sich einen kleinen Fortschritt mit einem grossen Administrationsaufwand:

Per Startbildschirm kann man eine oder mehrere Lampen gemeinsam und mittels Vorgaben steuern.

Man muss seine smarten Stecker mit Firmware-Updates versorgen und sicherstellen, dass auch ja das WLAN nie ausfällt. Und auch wenn das gewährleistet ist, funktioniert der Kram in so und so vielen Fällen aus unerfindlichen Gründen dann doch nicht. Wir lernen: Auch der gute alte Lichtschalter hat seine Berechtigung.

Trotzdem wollten es die Umstände, dass sich neulich ein smartes Gadget in unser Heim verirrt hat. Es handelt sich um die Edison Lampe mit Glühdraht von Philips (LWV001), die für ungefähr 30 Euro bei Amazon zu haben ist.

Die Lampe stammt aus der Hue-Familie und ist nicht vollsmart, sondern nur halbsmart ist, wenn ich so sagen darf. Sie hat kein WLAN, sondern Bluetooth und lässt sich ohne den Hub verwenden, der bei Philips Hue-Bridge heisst¹. Das ist ein Nachteil, weil es die Möglichkeiten einschränkt. Wenn man einen Hub hat, dann arbeiten die Lampen mit dem zusammen – man verbaut sich daher nichts. „Smartes Licht ohne allzu viel Heckmeck“ weiterlesen

Ein toller Laptop, dem erst einige Marotten auszutreiben sind

Einer der Spitzen-Laptops von HP im ersten Augenschein. Plus zwei Tipps, wie Windows am Laptop gmögiger wird.

Ich habe das Vergnügen, von HP eines der Spitzengeräte aus dem Notebookbereich zu testen, das Spectre x360 15 eb0720nz. (Um Gaby Salvisberg vom «PC Tipp» nicht zu ärgern, werde ich es nicht «Flagship Model» nennen.) Es ist bald auf dem Weg zurück zum Absender. Ein paar Erkenntnisse will ich dazu festhalten. Es geht ein bisschen ums Gerät, aber vor allem um das, was mich an Windows-Laptops im Allgemeinen stört.

Gut versteckt: Der Einschaltknopf in der anderen Ecke.

Also, erstens der Laptop selbst: Er hat ein 15-Zoll-Display mit einem 4k-Display, HDR und Amoled, das mich in den Bann geschlagen hat. Keine Frage, für anspruchsvolle Grafikanwendungen ist das ein schönes Gerät, das für um die 2000 Franken seinen Preis hat, aber im Vergleich zu einem gut ausgestatteten Macbook trotzdem ein ansehnliches Preis-Leistungsverhältnis zu bieten hat.

Ein paar Stichworte dazu: Intel Core i7, Nvidia GeForce GTX 1650 mit Max-Q-Design und 4 GB GDDR5 dediziert, 16 GB DDR4-RAM, 1 TB-SSD von Intel, guter Sound dank Lautsprechern von Bang & Olufsen und Wifi 6.

Der USB-C-Anschluss in der abgewinkelten Ecke könnte übersehen werden…

Die Ausstattung gefällt mir auch: Es gibt einen MicroSD-Schlitz, HDMI 2.0, einen USB-A-Anschluss und zwei für USB-C, einer davon mit Thunderbolt 3 und den «Kill Switch» für die Webcam, den HP seit einiger Zeit verbaut.

Mir wären drei USB-C-Steckplätze lieber, aber natürlich ist es auch nicht verkehrt, für USB-A keinen Adapter zu brauchen. Die Webcam kann auch für die Anmeldung mit Gesichtserkennung benutzt werden und es gibt einen Fingerabdrucksensor für Windows Hello.

Zwei Dinge habe ich zu kritisieren: „Ein toller Laptop, dem erst einige Marotten auszutreiben sind“ weiterlesen

Eine richtige Kamera für Videokonferenzen und fürs Streaming

Ich habe einen günstigen HDMI-Capture-Adapter mit meiner Sony-Videokamera und meiner Spiegelreflex von NIkon getestet und dabei eine kleine Überraschung erlebt.

Bei der Produktion für meine Videos experimentiere ich mit neuen Verfahrensweisen. Dabei soll meine Spiegelreflexkamera, die D7000 von Nikon, häufiger zu Einsatz kommen. Bis jetzt habe ich vor allem mit der Sony AX100e (Eine patente Kamera) gefilmt.

Da die D7000 keinen umklappbaren Monitor hat, wollte ich ausprobieren, was es bringt, den Laptop als Kameramonitor zu verwenden. Zu diesem Zweck habe ich mir einen HDMI-Capture-Adapter angeschafft.

Das ist ein Gerät, das das Live-Signal der Kamera via HDMI-Kabel abgreift und per USB in den Rechner einspeist. Auf diese Weise hat man das Live-Signal am Computer zur Verfügung und kann seine Video- und Spiegelreflexkameras fürs Live-Streaming und für Videokonferenzen nutzen.

…. und nein, man sollte nicht auf die Idee kommen zu diesem Zweck, die Kamera per HDMI mit dem bei vielen Computern vorhandenen HDMI-Anschluss zu verbinden: „Eine richtige Kamera für Videokonferenzen und fürs Streaming“ weiterlesen

Laufen in Zeiten der Pandemie

So peinlich dieses Geständnis an dieser Stelle auch ist. Aber: Wir haben uns ein Laufband angeschafft und sind obendrein ganz zufrieden damit.

Diese Pandemie macht uns nun schon seit bald einem Jahr das Leben schwer. Sie führt dazu, dass wir viel zu Hause hocken und uns mit Homeoffice und Kontakteinschränkungen manchmal wie Gefangene fühlen. Das nötigt uns eine stoische Duldungshaltung ab – und auch die Fähigkeit zur Improvisation.

Es gibt eine Errungenschaft in diesem Haushalt, die auf die Coronapandemie zurückzuführen ist. Ich bilde mir ein, dass sie mit ebendieser Fähigkeit zur Improvisation zusammenhängt. Böse Zungen würden nun ins Feld führen, dass es hochgegriffen und beschönigend sei, einen Frustkauf «Improvisation» zu nennen. Und ja, ich teile die Ansicht, dass es sich die Leute oft zu einfach machen, wenn sie sämtliche Probleme in ihrem Leben mittels Konsum zu lösen versuchen. Doch weil es im vorliegenden Fall um ein simples Problem und eine effektive Lösung geht, bin ich grosszügig.

Aber etwas konkreter: „Laufen in Zeiten der Pandemie“ weiterlesen