Der Screenshot-Alleskönner

Ich habe im Beitrag Pseudo-Fortschritt bei Windows neulich über die Screenshot-Möglichkeiten von Windows 10 geschrieben. Wie der Titel schon verrät, bin ich nicht begeistert von den Neuerungen. Auf Twitter hat mir Remo daraufhin das Windows-Programm ShareX empfohlen. Das sei dank vielen Automatisierungsmöglichkeiten ausgezeichnet auf die Bedürfnisse von Leuten zugeschnitten, die ständig Screenshots machen.

Versteht sich von selbst, dass ich dieses Programm sofort testen muss. Und in der Tat: Schon der erste Blick erstens eine schnörkellose Oberfläche. Und zweitens alle Funktionen, die man sich als professioneller Screenshotter wünschen könnte.

Im Aufnahmemenü stehen alle nur denkbaren Modi zur Auswahl. Von Vollbild über Fenster und Monitor bis hin zu exotischen Modi wie Autoaufnahme, Texterkennung und Scrollaufnahme – zu denen ich gleich noch kommen werde. Bei Fenster sind alle offenen Programmfenster aufgelistet, sodass man das gewünschte nur auszuwählen braucht. „Der Screenshot-Alleskönner“ weiterlesen

Typografische Selbsthilfe auf Grünschnabel-Niveau

Aus unerfindlichen Gründen liegt seit einiger Zeit wöchentlich die «Handelszeitung» in meinem Briefkasten – ohne dass ich darum gebeten hätte. Ich nehme an, dass irgend ein Adresshändler meine Adresse zum Kauf angeboten hat – und zwar mit dem Vermerk, ich hätte ein gesteigertes Interesse an Wirtschaftsberichterstattung.

Leider entspricht das nicht den Tatsachen. Ich interessiere mich zwar auch für Wirtschaft – aber vor allem als Nebenaspekt. Wie wirtschaftliche Überlegungen die Verhaltensweise der Tech-Konzerne beeinflussen, finde ich spannend; abgesehen davon, dass es mich auch beruflich interessieren sollte. Die Auswirkungen des Wirtschaftsstrebens (um das Wort «Kapitalismus» an dieser Stelle grosszügig zu umschiffen) auf die Gesellschaft ist auch etwas, das mich nicht so richtig kaltlässt.

Doch ich berichte aus der Sicht der Betroffenen – die man in meinem Umfeld auch gerne die «User» nennt. Klammer auf: „Typografische Selbsthilfe auf Grünschnabel-Niveau“ weiterlesen

Die Zukunft des Internets. Und der Welt

Neulich habe ich mich über den Medienwandel bei der Fotografie ausgelassen: So geht die Fotografie den Bach hinunter, war meine Erkenntnis. Kurz zusammengefasst: Fotos sind heute Massenware. Das führt zu einem Preiszerfall. Und eine Folge ist auch, dass die Wertschätzung verloren gegangen ist.

Ein bisschen wie im Journalismus. Allerdings noch drastischer, weil den Fotografen nicht nur das Internet zu schaffen macht, sondern auch der technische Fortschritt bei der Hardware. Denn um als Blogger einem gestandenen Medium die Leser abzujagen, muss man einigermassen geradeaus schreiben können.

Pressefotograf, oder «Leserreporter», wie man sie auch gerne nennt, kann jeder werden, der ein Smartphone im Sack hat. Also wirklich jeder. Er muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und sein Gerät einigermassen in die richtige Richtung halten – und er sollte nicht vergessen, auf den Aufnahmeknopf zu drücken. Das Resultat sieht man dann in der «Tagesschau». Bei spektakulären Ereignissen auch gerne mal als hochkant gefilmtes Video.

So weit die kulturpessimistische Tirade. Marc hat bei Facebook einen interessanten Kommentar dazu gemacht. Nämlich folgenden: „Die Zukunft des Internets. Und der Welt“ weiterlesen

Das E-Book-Lesegerät für News zweckentfremden

Neulich ist mir der Tolino in die Finger geraten, den ich als Testgerät erhalten und besprochen habe. Anscheinend habe ich damals eine Dauerleihgabe ausgehandelt. «Dauerleihgabe» ist übrigens ein Euphemismus für Testgeräte, die wir Gadget-Journis im Einsatz haben, bis sie auseinanderfallen. Üblicherweise ist es so, dass solche Geräte nach ein, zwei Wochen (Monaten) zurückgeschickt werden. Das unterscheidet uns, wie hier ausgeführt, von den sog. Influencern. Aber manche Dinge möchte man gerne länger ausprobieren, damit man sieht, wie sie sich über die Zeit bewähren.

Unter uns gesagt: Den Tolino hätte natürlich zurückschicken müssen, weil er ausgetestet war. Das ist das nicht gemacht habe, rückt mich verdächtig in die Nähe eines Influencers, der seinen Instagram-Post nicht mit dem Hashtag #Werbung versieht. Aber noch ein Geständnis: Diese administrativen Aufgaben kommen im Redaktionsalltag prioritätsmässig ganz hinten. Und gelegentlich gehen sie auch vergessen.

Darum mache ich an dieser Stelle aus der Not eine Tugend, indem ich den Test einfach noch einmal verlängere und mich frage: Kann man einen älteren Tolino nicht nur für Bücher, sondern auch für gesammelte Artikel und eigene Dokumente nutzen? „Das E-Book-Lesegerät für News zweckentfremden“ weiterlesen

Der gute Ton bei Videoproduktionen

Für die meisten meiner Videoaufnahmen setze ich das im Beitrag Das Smartphone als Audio-Recorder vorgestellte Lavalier-Mikrofon SmartLav von Røde ein. Das funktioniert (mit dem SC3-Adapter) auch bestens an meiner Videokamera, wo ich es mit einer simplen Klinkenkabel-Verlängerung nutze.

Das ist in bei all den Fällen praktisch, wo ich allein vor der Kamera stehe. Wenn ich vor der Kamera ein Interview führen will, dann sieht es anders aus. Ich habe in solchen Fällen meinen Audiorekorder (Roland R05) mit dabei. Allerdings musste ich mit dieser etwas unprofessionell wirkenden Methode schon des öfteren Spott über mich ergehen lassen (zum Beispiel hier in den Kommentaren).

Was könnte man besser machen? Man könnte natürlich zwei Lavalier-Mikrofone einsetzen. Man bräuchte dann allerdings irgend eine Möglichkeit, die beiden Signale zusammenzumischen, bevor man sie in der Kamera aufzeichnet. Muss man also noch einen kleinen Audiomixer mit sich herumschleppen und während der des Interviews auf die richtige Auspegelung achten?

Nein, dank eines einfachen Tricks muss man das nicht: „Der gute Ton bei Videoproduktionen“ weiterlesen

So ordentlich war Windows noch nie

Seit sieben Jahren, also mit Erscheinen von Windows 8, ist Microsoft dabei, das Betriebssystem neu zu erfinden. Dabei haben sich viele Dinge verändert; vor allem der Look und das Startmenü mit seinen Kacheln. Mir scheint es Microsoft ein wirkliches Anliegen zu sein, das System moderner und benutzerfreundlicher zu machen.

Das zeigt sich daran, dass die schwer zu durchschauende und für viele Nutzer überfordernde Systemsteuerung durch die deutlich zugänglichere Einstellungen-App ersetzt wird. Es gibt die Systemsteuerung zwar noch, aber man braucht sie nur noch selten. Und irgendwann wird sie entweder entfernt werden oder aber einfach in Vergessenheit geraten.

Die Einstellungen-App nimmt nicht nur die Aufgaben der Systemsteuerung wahr, sondern kümmert sich auch um Dinge, für die man früher separate Programme benutzt hat. Ein gutes Beispiel dafür ist die Entsorgung von Datei-Altlasten. Dafür gab es früher (und gibt es noch) ein eher banales Progrämmchen namens Datenträgerbereinigung.

Das hat die Aufgabe mehr schlecht als recht erfüllt. „So ordentlich war Windows noch nie“ weiterlesen

Die Alternative fürs Mac-Land

Äh, der Titel weckt womöglich falsche Erwartungen oder bringt vielleicht sogar das ganze Posting zum Entgleisen. Jedenfalls zur Klärung vorneweg:  Es geht nicht um eine populistische Strömung, die zum Ziel hat, am Mac den Rechtsklick einzuführen – denn beim Mac gibt es bekanntlich nur den Linksklick mit gedrückter Control-Taste, was einfach nicht das Wahre ist. Und es geht auch nicht darum, Euro-Zeichen von der Tastatur zu verbannen oder um die Frage, ob die USB-C-Anschlüsse auf der rechten Seite des Geräts aufrechter ihren Dienst verrichten als die linksversifften Buchsen links. Das wäre schliesslich alles ziemlich lächerlich.

Nein, es geht um die Alt-Taste des Mac, die hochoffiziell Option key oder zu Deutsch Wahltaste heisst – aber mit der Bezeichnung wäre diesem Beitrag eine lahme Einstiegs-Pointe verwehrt geblieben. Jedenfalls ist die Alt– bzw. Option-Taste überaus nützlich, weil sie an vielen Ecken und Enden des Betriebssystems versteckte Befehle zum Vorschein bringt. Hier erst eine Übersicht zum Finder. Dort gibt es bei gedrückter Alt-Taste andere Befehle im Menü: „Die Alternative fürs Mac-Land“ weiterlesen

Memes im Eigenbau

Heute geht es um eine App, die mit dem Sätzchen «Man kann mit ihr Texte auf Bilder kleben» passend umschrieben ist. Man könnte wahrscheinlich auch von einem Meme-Generator sprechen. Da gibt es im Netz diverse, etwa den, den oder den. Oder den. Respektive den. Und noch gefühlt eine halbe Million weiterer solcher Websites.

Ich gebe zu: Ich kann weder mit der Softwarekategorie noch mit den Memes selbst wahnsinnig viel anfangen. Klar, manche sind lustig. Aber viele wahnsinnig überstrapaziert: One Does Not Simply. So youre telling me. Bad Luck Brian. Condescending Wonka. Facepalm. Overly Attached Girlfriend. Das Success Kid. Etc.

Wenn man nun mehr tun möchte, als die zum einmillionundersten Mal zu rezyklieren, dann kommt die App Textograph Pro ganz gelegen. Es gibt sie fürs iPhone, und zwar für 3 Franken. Das erscheint auf den ersten Blick reichlich viel. Aber sie ist den Preis wert – denn sie ist keine schnell hingerotzte App, die zum Spass ein-, zweimal benutzt werden möchte. Und wie Réda auf Facebook zu Recht kommentiert: Für reine Text-Memes tut es auch die kostenlose Lite-Version.

Nein, sie ist ein brauchbares Gestaltungsinstrument und ich gehe sogar so weit, sie mit dem Schlagwort Typografie zu versehen. „Memes im Eigenbau“ weiterlesen

Die Elefantenhirn-App

Heute eine App aus der Kategorie «Gut gemeint, aber vielleicht doch nicht der Weisheit letzter Schluss». Wahrscheinlich würde es sich lohnen, hier im Blog eigens dafür eine Kategorie einzurichten – allerdings müsste mir dann noch eine prägnantere und kürzere Bezeichnung dafür einfallen. Jedenfalls geht es darum, dass die Zahl der unausgereiften Apps, denen ich beim Streifzug nach besprechungswürdigen Titeln begegne, ist im Steigen begriffen ist.

Das ist natürlich kein Wunder. Inzwischen gilt There’s An App For That™ absolut wortwörtlich: Es gibt für fast alles, was ansatzweise technisch möglich ist, eine App. Das schränkt die Möglichkeiten für neue Entwickler ein: Man kann etwas Vorhandenes kopieren und hoffen, dass es niemand merkt. Man kann versuchen, eine bestehende App neu zu denken und zu revolutionieren – was meines Erachtens der beste Weg ist, für Furore zu sorgen. Es sind nämlich genau die Apps, die mich begeistern: Diejenigen, die etwas Banales auf überraschende Art und Weise neu lösen. Ein gutes Beispiel dafür ist Anchor Pointer.

Dritte Möglichkeit: Man begibt sich als Entwickler auf exotische Pfade. Man widmet sich einem Konzept, das nun nicht gerade danach schreit, als App realisiert zu werden. Und man hofft, dass man auf eine Marktlücke stösst. Die Wahrscheinlichkeit dazu dürfte nicht sehr hoch sein – aber man kann nie wissen.

Ein Beispiel dafür scheint mir die App Name Skillz zu sein. „Die Elefantenhirn-App“ weiterlesen

So geht die Fotografie den Bach hinunter

Bei (der übrigens sehr empfehlenswerten) Foto-Site Petapixel habe ich neulich einen Beitrag über ein Ding namens Exposure Calculator gefunden. Er setzt bei einem interessanten Phänomen an. Nämlich bei der Tatsache, dass immer mehr Fotografen mit «Exposure» bezahlt werden.

Die exposure hat in dem Fall nichts mit der fotografischen Belichtung zu tun (obwohl es dafür natürlich auch Webanwendungen gibt). Nein, in Deutsch würde man das wahrscheinlich «Publicity» nennen, obwohl das auch nicht wirklich ein deutsches Wort ist. Aber mit «Öffentlichkeit» kommt man der Sache auch einigermassen nahe.

Also, das funktioniert so: Ein Auftraggeber hätte gerne ein Foto, möchte dafür aber kein Geld bezahlen. Stattdessen bietet er «Öffentlichkeit» an: «Wir werden dein Foto einem grossen Publikum zugänglich machen.» Der Fotograf steigert seinen Bekanntheitsgrad, baut sich einen Ruf auf. Das hilft  dabei, Aufträge an Land zu ziehen, die dann auch wirklich bezahlt werden – in echtem Geld.

Das ist kein seltenes Phänomen. „So geht die Fotografie den Bach hinunter“ weiterlesen