Statt ein guter hätte das ein hervorragender Podcast werden können

Teil zwei meiner grossen SRF-Podcast-Kritik: Die verpassten Chancen bei «Es geschah am – Postraub des Jahrhunderts».

Im Beitrag Was SRF von Old Shatterhand hätte lernen sollen ging es darum, dass sich SRF redlich bemüht, uns Podcast-Fans authentisches Hörfutter zu liefern – Produktionen, die nicht bloss abgefüllte Radiosendungen sind, sondern auch formal Neuland betreten.

Man nennt das auf Neudeutsch gerne Storytelling. Und weil ich mich jedes Mal schmutzig und unwürdig fühle, wenn ich diesen Begriff in den Mund nehme oder in meine Tastatur tippe, ist an dieser Stelle keine kleine Tirade unumgänglich. Also, bringen wir die schnell hinter uns:

Storytelling ist ein absoluter Bullshit-Begriff. Er zeigt vor allem, wie sehr wir uns nach wie vor von englischen Wörtern beeindrucken lassen. Wikipedia begründet das Phänomen mit der «Vorherrschaft der englischen Sprache in Wirtschaft, Wissenschaft, Popmusik und Informatik». „Statt ein guter hätte das ein hervorragender Podcast werden können“ weiterlesen

Was SRF von Old Shatterhand hätte lernen sollen

Der «Hotspot»-Podcast ist interessant, relevant und unterhaltsam – aber kein Storytelling-Meilenstein und vor allem nicht der Beweis, dass SRF dieses neue Format beherrscht.

Für den Hotspot-Podcast hat sich einer beim SRF eine geradezu poetische Beschreibung aus den Rippen geleiert: «Willkommen am virtuellen Lagerfeuer. Wo die Nächte lang und die Podcasts spannend sind.»

Das ist ein Rückgriff, der für meinen Geschmack etwas gar weit in eine Zeit, die ebenso lange vergangen wie anfällig für Verklärung ist. Und überhaupt: Wurden hierzulande überhaupt jemals Geschichten am Lagerfeuer erzählt? Oder ist das nicht eher eine romantische Vorstellung, die von den Cowboys in der neuen Welt gepflegt wurde – zwischen langen Tagen, an denen Bisons und Indianer abgeschlachtet wurden?

Aber gut, wahrscheinlich sollte ich mich nicht allzu sehr an dieser Beschreibung abarbeiten. Sie wurde vermutlich vom Praktikanten geschrieben, weil der Art Director auf der SRF-Website für jeden Podcast eine Beschreibung von mindestens vier Zeilen vorgesehen hat, obwohl sich das Wesentliche in einem Satzfragment hätte sagen lassen: «Wirtschaft und Politik trifft auf Storytelling im Podcastformat».

Dieses Podcast-Storytelling war hier im Blog schon häufiger Thema – zum letzten Mal ausführlich bei meiner Besprechung von Malcolm Gladwells Hörbuch «Talking to Strangers». „Was SRF von Old Shatterhand hätte lernen sollen“ weiterlesen

Hätten wir damals schon geahnt, was daraus werden würde

Vor gut zehn Jahren haben wir es zum ersten Mal mit der Gesichtserkennung zu tun bekommen. Heute gibt es Suchmaschinen, jedes beliebige Gesicht innert Sekunden in den Weiten des Web aufstöbern.

Ich bin ein Fan von Archiven – auch und gerade von meinem eigenen. Das schafft es immer wieder, mich aus dem Alltagsgeschäft herauszukatapultieren. Es bringt mich dazu, für einen Moment die Lupe beiseite zu legen und die Sache in einem grösseren Massstab zu betrachten. Ich finde Themen, die sich selbst überlebt haben – und solche, die es noch gibt, aber die einen anderen Stellenwert einnehmen.

Heute geht es um so einen Fall. Ich habe in meinem Archiv Screenshots von iPhoto 09 entdeckt. Das ist im Januar 2009 an der MacWorld in San Francisco vorgestellt worden. Die grosse Neuerung damals war die Gesichtserkennung. Ich habe die Software am 16. Februar 2009 im Beitrag «Bildprogramme entdecken das menschliche Gesicht» vorgestellt, zusammen mit Picasa und Magix Foto Manager, die beide nun ebenfalls Gesichter erkennen und die Fotos nach Personen sortieren konnten.

Ich habe die Gesichtserkennung von damals als mühsamen Prozess in Erinnerung. „Hätten wir damals schon geahnt, was daraus werden würde“ weiterlesen

Eine App für Leute, die auch mal mit zittrigen Händen filmen

Die Emulsio-App stabilisiert Videoaufnahmen; zum Beispiel solche, die man mit der Spiegelreflexkamera und dem Tele aus der Hand gefilmt hat.

Wir hatten neulich Besuch von einem Igel im Garten. Mit meinem Telezoom habe ich einige Fotos gemacht und auch eine kurze Videosequenz gedreht.

Doch wie es nicht anders zu erwarten war: Wenn man mit einer Brennweite von 300 Millimentern (beim APS-C-Sensor) aus der Hand filmt, dann ist das Resultat eine sehr wackelige Angelegenheit. Vor allem, wenn man gerade kein Stativ griffbereit hat und keine Stabilisierung im Objektiv oder der Kamera zur Verfügung hat.

Ich wollte diese Aufnahme stabilisieren. Und zwar möglichst unkompliziert und am liebsten direkt am iPhone. Ich hätte die Aufnahme natürlich am Mac in Final Cut importieren und dort nachbearbeiten können: Apples Videoschnittprogramm kann verwackelte Aufnahmen hervorragend beruhigen. Doch weil ich schon auf dem Sofa lag, wollte ich mir den Weg ins Büro ersparen.

… und bevor ihr mich einen faulen Sack nennt: „Eine App für Leute, die auch mal mit zittrigen Händen filmen“ weiterlesen

Was taugt die Apple Watch für die Offline-Nutzung?

Ich habe ausprobiert, wie man Musik, Hörbücher und Podcasts auf die Apple Watch bekommt, um sie unterwegs offline zu hören – und bin mässig begeistert.

Eine der nützlichsten Eigenschaften von Wearables besteht darin, dass man seine Abhängigkeit vom Smartphone verringert. Und ja, mir ist klar, dass ein philosophisch angehauchter Kulturpessimist an dieser Stelle zu einer Tirade ausholen und uns erklären würde, dass wir lediglich den Teufel durch den Beelzebub austreiben, wenn wir ein Gerät durch ein anderes ersetzt. Und er würde uns erklären, dass wir von diesen Geräten kontrolliert werden und nicht umgekehrt, wie wir alle meinen.

Aber ehrlich gesagt, finde ich derlei Analysen langweilig – und letztlich auch ziemlich bemüht. Natürlich hat jedes Ding auch seine negativen Seiten. Aber mir scheint völlig unbestreitbar, dass die positiven Aspekte bei Smartphone und Co. überwiegen.

Also, zum eigentlichen Thema dieses Blogposts: Wie nutzt man die Apple Watch für Podcasts, Hörbücher und Musik, wenn man Sport betreiben möchte, ohne das Smartphone mitzuschleppen? „Was taugt die Apple Watch für die Offline-Nutzung?“ weiterlesen

Ein Zwischenziel ist erreicht!

Eines meiner hängigen Projekte besteht darin, meine Artikel-Datenbank webtauglich zu machen. Ein erster Schritt ist getan, doch jetzt wird es haarig! Und darum seid auch ihr mit guten Tipps gefragt!

Anfangs Jahr habe ich vollmundig einige Pläne für 2020 verkündet, die hier im Blog mit dem Eindruck-schindenden Tag Projekt 2020 versehen sind. Das eine Projekt ist lanciert und unter mrclicko.de zu finden. Das andere Projekt ist nach der Ankündigung in einen Tiefschlaf verfallen.

Dieses andere Projekt habe ich im Blogpost Access denied bei dieser Datenbank kurz umrissen: Es geht darum, meine seit ungefähr 1990 im Einsatz befindliche Artikel-Datenbank in eine moderne Form überzuführen. Zum Einsatz kommt bislang MS Access. Ich würde die Datenbank aber gerne via Web pflegen und suche daher einen Weg, den Datenbestand aus Access in ein offeneres Format zu überführen. Es drängt sich MySQL auf – denn dann könnte ich die Datenbank auf meinem Webserver bei Hostpoint deponieren und sie zum Beispiel über diese Domain hier nutzen.

Ich habe derzeit Ferien und einen unerwarteten Durchbruch erzielt: Die Datenbank aus Access nach MySQL und auf den Webserver zu bekommen, war total einfach und unkompliziert. Ich bin jetzt noch baff, dass es Dinge gibt, die so viel einfacher sind, als ich es erwartet hätte.

Und so hat es funktioniert: „Ein Zwischenziel ist erreicht!“ weiterlesen

Ein Rennspiel für Rennspiel-Ignoranten

Ich kann noch nicht einmal mit «Mario Kart» etwas anfangen. Aber «Super Impossible Road» gefällt mir. (Und ja, das sagt etwas über mich aus.)

Super Impossible Road – das ist jenes Spiel aus Apple Arcade, das mir bislang am besten gefällt. Obwohl es so frustrierend anspruchsvoll ist, dass ich mich immer mal wieder gegen den Impuls wehren muss, es für seinen unanständig hohen Schwierigkeitsgrad mit der Deinstallation zu bestrafen.

Wie der Name andeutet, handelt es sich um ein Rennspiel. Die besagte unmögliche Strasse führt nicht durch schöne Landschaften, Berge und Täler, sondern windet sich um den Orbit von exotischen extraterrestrischen Planeten. Dort herrscht nur noch geringe Schwerkraft, sodass man auch einmal neben die Strasse fahren kann, ohne gleich wie ein Stein nach unten zu krachen. Man sinkt relativ langsam dem Planeten entgegen.

Und das ist der eigentliche Clou: „Ein Rennspiel für Rennspiel-Ignoranten“ weiterlesen

Hass, ein Lotto-Sechser, Ueli Maurer

44 Links und elf ❤️: Was ich in letzter Zeit so getrieben habe.

Man merkt, dass ich mir seit der letzten Übersicht zu meinen Tamedia-Beiträgen viel Zeit gelassen habe – die Liste ist nämlich so lange, dass ich sie der Übersicht wegen nach Monaten gruppiere.

Hier erst einmal die Beiträge aus dem Juli, in denen es um Netzpolitik, um Datenschutz und um die verwirrlichen Einstellungsmöglichkeiten bei modernen Fernseher geht (und das, obwohl die Fussball-EM coronabedingt ins Wasser gefallen ist):

… ach ja, und bevor ich es vergesse: Die roten Herzen sind jene Beiträge, die ich besonders empfehlen würde – auch wenn das alles meine Kinder sind, von denen ich keines bevorzugen würde.

Im Juni ging es unter anderem um die neue SBB App Smartways, die ich auch hier im Blog behandelt habe. „Hass, ein Lotto-Sechser, Ueli Maurer“ weiterlesen

Jetzt haut sie mich doch aus den Socken!

Es kommt selten vor, dass ich nach so kurzer Zeit mein Urteil revidieren muss. Doch bei Photoshop Camera ist das der Fall: Ich habe die App bei meiner ersten Besprechung ein bisschen unterschätzt.

Vor Kurzem habe ich die App Photoshop Camera hier im Blog besprochen. Das Fazit damals war, dass sie mich noch nicht wirklich aus den Socken haut.

Doch das hat sich erstaunlich schnell geändert: Seit meinem Beitrag sind einige neue Linsen dazugekommen. Die Linsen sind, wie im Beitrag beschrieben, die Methoden zur Bildverfremdung. Sie wirken auf den ersten Blick wie ein Instagram-Filter. Doch sie gehen weit über einen simplen Effekt hinaus, der einfach nur übers Bild gelegt wird.

Die Linsen sind teils komplexe Algorithmen, die das Kamerabild live und in Echtzeit in Einzelteile wie Vorder-, Mittel- und Hintergrund zerlegen. Auf diese Weise können diese Elemente einzeln ausgetauscht, überlagert oder verändert werden.

Bei meinem ersten Augenschein habe ich eine Linse getestet, die den Himmel durch Varianten mit unterschiedlicher Bewölkung ersetzt. Das ist ohne Zweifel ein direkt aus dem Leben gegriffenes Einsatzgebiet. Aber es ist auch nicht extrem spektakulär: „Jetzt haut sie mich doch aus den Socken!“ weiterlesen

Ja, der neue Chromium-Edge hat auch ein paar Vorteile

Ich bin zwar nach wie vor kein Fan von Microsofts Entscheidung, den eigenen Browser mit Google-Technologie auszustatten. Aber ein paar positive Seiten kann ich dieser Sache abgewinnen.

Im Beitrag Microsoft hat den Edge-Browser über die Kante geschubst habe ich mich wenig begeistert von der jüngsten Wendung gezeigt, die Microsoft beim Edge-Browser eingeschlagen hat.

Denn auch wenn dieser bislang nicht die Strahlkraft des Internet Explorers erreicht hat (hüstel, hüstel), so war er doch eine Alternative zu Google Chrome und zu Firefox. Und es ist einfach so: Drei Auswahlmöglichkeiten sind besser als zwei. (Das erkennt man übrigens sofort, wenn man sich die Situation bei den Smartphone-Betriebssystemen anschaut.)

Doch Microsoft hat die Entwicklung der eigenen Browser-Engine aufgegeben. Edge basiert nun auf dem Chromium-Projekt: Das ist der Open-Source-Anteil des Chrome-Browsers von Google. Das hat zur Folge, dass sich Edge und Chrome nun sehr ähnlich sehen. Die Verwandtschaft ist unverkennbar, selbst wenn Microsoft Anpassungen vorgenommen hat.

Derzeit ist Microsoft dabei, den Browser via Windows Update zu verteilen. Das habe ich zum Anlass genommen, ein Video zum Chromium-Edge zu machen. „Ja, der neue Chromium-Edge hat auch ein paar Vorteile“ weiterlesen