Diese Dinos sind nicht mehr ganz taufrisch

Heute geht es um einen alten Hut. Der heisst «Jurassic Park» und war 1993 ein Riesending im Kino. Man erinnert sich vielleicht noch. Steven Spielberg hat sich einen Stoff von Michael Crichton vorgenommen. Man hat damals geschwärmt, wie lebensecht die Dinosaurier doch zum Leben erweckt worden seien. Zwar nicht mittels modernster Genetik. Aber immerhin mit zeitgemässer Filmtechnik.

Ich fürchte, «Jurassic Park» hat den Test der Zeit nicht bestanden. Aus heutiger Sicht wirken die Hauptfiguren, die Velociraptoren, die Stegosauri und Dilophosauri, etwas mechanisch und ungelenk. Denn heute lassen sich mit dem Budget einer mittleren Fernsehserie mehr gruselige Kreaturen in die Handlung einbauen als vor 26 Jahren mit einem Hollywood-Budget (63 Millionen US-Dollar hat er gekostet).

Gut, es gibt auch andere Ansichten. Hier wird behauptet, der Film sei noch immer der grösste CGI-Streifen aller Zeiten. Scheint mir unplausibel, zumal der digitale Anteil mit 14 Minuten gering ist. Der grösste Teil der Effekte wurde animatronisch mittels Modellen erzeugt.

Ich habe den Film damals im Kino gesehen. Ich erinnere mich, dass ich mässig beeindruckt war. „Diese Dinos sind nicht mehr ganz taufrisch“ weiterlesen

So kommt Bewegung in die Sache

Es gibt dieses Mittelding zwischen stehendem Foto und Video. Es gibt dafür noch keinen guten Gattungsbegriff. Apple nennt es Live Photo (ja, wirklich, mit Ph, als ob der Apfel-Konzern in den 1990ern stecken geblieben wäre). Ich habe auch schon die Bezeichnung Bewegtfoto gelesen, in Englisch moving image. Und früher hat man Solcherlei auch mal kurz Vine genannt.

In Anlehung an Harry Potter und die hyperaktiv wirkenden Daily-Prophet-Fotos könnte man sie auch Potterpix nennen. Oder Lifeprint, wie dieser Drucker, der offenbar Fotos ausdruckt, die sich tatsächlich bewegen. Der ist, wen wundert es?, in einer Kooperation mit dem Filmstudio Warner Brothers entstanden, damit man ihn auch standesgemäss vermarkten kann.

Und auch wenn diese zuckenden Bilder noch keinen vernünftigen Namen haben, sind sie allemal faszinierend. „So kommt Bewegung in die Sache“ weiterlesen

Diese App sollte Adobe Angst einjagen

Kürzlich gab es im Apple-App-Store Affinity Designer von Serif Labs für fürs iPad für günstige 16 Franken zu kaufen. Das ist ein Vektorgrafikprogramm, das sich für Leute anbietet, die mit Adobe Illustrator nicht zurechtkommen oder der Adobe Creative Cloud müde sind.

Und es ist ideal für Leute wie mich, die zwar von Vektorgrafik keine Ahnung haben, aber vielleicht mal ein simples Logo oder Symbol basteln, ein Kärtchen oder einen einfachen Situationsplan zeichnen möchten – oder die schon in den 1990er-Jahren mit CorelDraw nichts anzufangen wussten. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass man sich auch mit dem Open-Source-Programm Inkscape über die Runden retten oder einen Versuch mit Krita wagen kann. Oder man wendet sich gleich dem Web und gravit.io oder vectr.com zu.

Aber hier soll es wie gesagt um Designer gehen. Nach dem Start lässt diese App keinen Zweifel daran, dass ich ein denkbar inadäquater Nutzer bin. „Diese App sollte Adobe Angst einjagen“ weiterlesen

Hansdampfinnen in der Podcastgasse

Ich habe unlängst einen Ausflug in die Gefilde der Sex-Podcasts unternommen und bin reichlich unbefriedigt zurückgekehrt. Daraufhin hat Kafi Freitag mir einen eindeutigen Vorschlag gemacht:

Hör besser unseren. Wir haben eine voll ehrliche, extrem aufregende Sexrubrik.

Kafi Freitag ist ihres Zeichens Schweizer Erfolgsbloggerin und Hansdampfin in diversen Gassen  (oder heisst es «Hänsinnendampf in diversen Gassen»?). Sie war auch schon bei mir im Nerdfunk, und zwar als der noch Digital hiess. Anno dozumal ging es zwar nur um vergleichsweise unheikle Themen, aber interessant war es trotzdem.

Und es kommt noch etwas dazu: Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich hier Podcasts aus aller Welt bespreche, doch noch nie einheimisches Schaffen gewürdigt habe. Das hat auch damit zu tun, dass Podcasts aus der Schweiz ziemlichen Seltenheitswert haben. Warum das so ist, wäre ein anderes Thema – das wir dann vielleicht demnächst im Nerdfunk erörtern werden, wo wir einen Gast zu Besuch haben werden, der zu der raren Spezies der Schweizer Podcaster zählt.

Also, darum heute eine Empfehlung zu einem Schweizer Podcast, dem ihr eine Chance geben solltet. Kafi am Freitag heisst er und man kann ihn via Spotify hören. Oder (so, wie es Gott gewollt hat) als RSS-Feed in seinem Podcatcher abonnieren. „Hansdampfinnen in der Podcastgasse“ weiterlesen

Automatische Passwortabfüllung

Im Beitrag Erstklassiger Passwortmanager fürs iPhone und den Mac habe ich Kypass vorgestellt. Das ist eine App zur Verwaltung von Passwörtern, die es fürs iPhone und für den Mac gibt, und die Keepass für Windows hervorragend ergänzt.

Heute komme ich mit einem kurzen Tipp auf das Thema zurück – und zwar in einem eigenen Beitrag, weil es um eine kleine, aber wirklich nützliche Neuerung bei iOS geht. In den Einstellungen gibt es bei Passwörter & Accounts die Unterrubrik Automatisch ausfüllen. Dort kann man die Option, Passwörter in Apps und Websites automatisch einzutragen, ein- und ausschalten.

Und hier ist der eigentliche Trick: „Automatische Passwortabfüllung“ weiterlesen

Wie nutzlos ist die Windows-Taste? (Jetzt wirklich!)

Die Frage im Titel wurde gestern schon einmal aufgeworfen. Nur hat mich dann leider ein kleiner Exkurs davon abgehalten, die Frage zu beantworten. Doch heute ist es nun so weit: Es geht wirklich um die Windows-Taste und um die Frage, was man mit ihr anstellen kann.

Und anders als die Menü-Taste hat dieser Knopf einen Nutzen. Er wurde mit Windows 95 eingeführt und ist eine Erfindung der Marketingabteilung: Er hat die offensichtliche Funktion, das Betriebssystem auf der Tastatur sichtbar zu machen.

Nun kann man sich fragen, ob er nicht zu viel des Guten ist. „Wie nutzlos ist die Windows-Taste? (Jetzt wirklich!)“ weiterlesen

Wie nutzlos ist die Windows-Taste?

Um die Frage im Titel gleich zu beantworten: Nicht so nutzlos wie die Menütaste.

Diese Menütaste steckt rechts neben der Leertaste zwischen Alt Gr und Ctrl. Sie bringt das Menü zum Vorschein, das an der Cursorposition bei einem Rechtsklick angezeigt werden würde. Das ist theoretisch eine gute Idee. Diese Taste könnte ein Wegbereiter für eine konzentrierte Arbeitsweise sein. Zum Beispiel bei Microsoft Office. Da gibt es den Fokusmodus. Er reduziert die sichtbare Benutzerschnittstelle auf das absolute Minimum.

Ich halte das für die sinnvollste Neuerung der letzten Jahre. „Wie nutzlos ist die Windows-Taste?“ weiterlesen

Baby steps oder Riesenschritte?

Ja, irgendwie vermisse ich sie ein bisschen: Die grossen Meilensteine der Software-Entwicklung. Die Momente, wo die Versionsnummer vor dem Punkt hochgezählt wird. Da konnte man dem Veröffentlichungszeitpunkt mit Freude entgegensehen. Oder mit Bangen. Was, mein Windows wird nun nicht mehr aussehen wie eine plattgefahrene Plastikente (Windows XP), sondern wie ein Bahnhofs-WC hinter einer Milchglasscheibe (Windows Vista)?

Ui, meine Textverarbeitung macht sich ein Bändchen ins Haar (Der Ribbon bei Office 2007)? Etc., ihr erinnert euch vielleicht auch. Das gab Gesprächsstoff vorher und Erklärungsbedarf hinterher. Und mitten im Auge des Sturms vielleicht sogar eine Presseveranstaltung, bei der wir Journis kostenlos belegte Brötchen und Weisswein abstauben konnten.

Aber eben. Neuerdings werden uns seit Windows 10 und Office 365 kontinuierlich verabreicht und sind ständig ein Thema. Respektive fast gar nicht mehr. Das hat unweigerlich Vorteile, die die Verfechter dieser Methode mit der Vokabel Agilität subsummieren. Manche Nutzer schätzen es, weil es immer mal wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

Und Leute wie ich sind zwiegespalten. „Baby steps oder Riesenschritte?“ weiterlesen

Erst schwitzen, dann daten-minen

Im Artikel Das sind die besten Karten-Apps sind Erkenntnisse aus vielen hier im Blog veröffentlichen Beiträgen zusammengeflossen. Bei meinen Recherchen bin ich auch auf die Übersicht der Apps gestossen, die an Strava andocken.

Strava ist, für die Nicht-Sportler unter euch, eine App, bzw. ein soziales Netzwerk fürs Sport-Tracking: Velofahren, Rennen, Wandern, aber auch Skifahren oder Rudern kann man erfassen. Ich habe die App seinerzeit, nebst anderen, im Beitrag Wenn das Smartphone nach draussen lockt vorgestellt.

Nun ist Strava inzwischen mehr als nur ein Dienst fürs Tracking von sportlichen Aktivitäten. Es ist ein Tummelfeld für Datenanylisten, -Visualisierer und Selbstinszenierer. Ich bin beeindruckt, wie viele nachgelagerte Apps, Websites und Dienste es gibt. Und bevor ihr nun sagt: «Nett, aber interessiert mich nicht, weil ich Strava nicht nutze» noch folgender Hinweis: Man kann den Dienst mit vielen Trackern koppeln, zum Beispiel mit Garmin. „Erst schwitzen, dann daten-minen“ weiterlesen

Was man nicht an die grosse Glocke hängt

Wie haltet ihr es so mit euren mobilen Geräten in der Familie und im Freundeskreis? Dürfen zum Beispiel eure LebenspartnerInnen, Kinder und Enkel, Eltern euer Smartphone einsehen? Gebt Ihr den Passcode an Blutsverwandte, Angeheiratete und Leute, die euer Tisch und Bett teilen weiter – oder sind Smartphone und Tablets strikt persönlich, dass keiner darauf herumfuhrwerken darf, egal wie nah er euch auch ist?

Das ist eine schwierige Angelegenheit, finde ich. Der Standpunkt «Mein Gerät gehört mir» ist konsequent und trägt dem Umstand Rechnung, dass man das Recht hat, seine kleinen Geheimnisse zu wahren. Es geht nicht darum, dass man als anständiger Mensch nichts zu verstecken hat. Edward Snowden hat dazu ein schönes Gegenargument, das ich bei Wikipedia gefunden habe:

Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say.

Man ist auch nicht gegen die freie Meinungsäusserung, nur weil man nichts zu sagen hat. „Was man nicht an die grosse Glocke hängt“ weiterlesen