So werden Ferienerinnerungen präsentabel

Es gibt Dinge, die ändern sich nicht. Früher hat man sich seine Fotos nicht angeschaut, weil sie in einer Schuhschachtel unzugänglich auf dem Estrich oder in einem Abstellraum lagen. Heute schaut man sich seine Fotos nicht an, weil es einfach zu viele davon gibt – und man sich einen Wolf scrollt, bis man nur bei den Bildern von vorletzter Woche angekommen ist.

Natürlich – ich übertreibe. Doch nur ein bisschen. Denn einfach von sich aus erfüllen Fotos ihren zugedachten Zweck – Erinnerungen lebendig zu halten und uns Feste, Ferien oder andere denkwürdige Ereignisse zu vergegenwärtigen – nicht. Man muss ein bisschen etwas tun. Die Erinnerungen sollten leicht und schnell zugänglich sein. Und sie müssen in eine präsentable Form gebracht werden.

Dazu gehört, eine erträgliche Auswahl zu treffen – weil niemand fünfhundert Fotos durchblättern will, nur um einen Wochenend-Trip Revue passieren zu lassen.

Und toll ist auch, wenn man ein bisschen Kontext schaffen kann. Allein Bilder für sich sprechen zu lassen, reicht vielleicht bei Leuten mit einem Elefantengedächtnis aus, damit auch die Gefühle und Stimmungen zurückkehren. Ich will jetzt nicht jenen abgegriffenen Begriff bemühen, der sich in diesem Blog hier schon einen leicht anrüchigen Ruf erworben hat. „So werden Ferienerinnerungen präsentabel“ weiterlesen

Wenn Bob über eure PDFs herfällt

Heute wieder einmal ein Lesertipp – wobei ich mich zu meiner Schande nicht mehr erinnern kann, welcher Leser mir den gegeben hat. Er sei aber trotzdem verdankt.

Es geht um pdfbob.com: Das ist ein Online-Editor für PDF-Dateien und ein echter Geheimtipp. Wer sich von euch mit PDFs herumschlägt, der weiss: Die Bearbeitung ist ein mühsames Geschäft. Das hat damit zu tun, dass Erfinderin Adobe noch immer auf dem Format hockt wie die Henne auf dem Ei. Details dazu gibt es übrigens im Beitrag Unterschriften auf digitale Dokumente krakeln, wo ich auch einige Tipps auf Lager habe, wie man PDF-Formulare ausfüllt und unterschreibt.

Man will PDF-Dateien aber nicht nur unterschreiben, sondern auch in anderer Hinsicht verändern können. Und das ist leider nach wie vor schwierig. „Wenn Bob über eure PDFs herfällt“ weiterlesen

War ers oder war ers nicht?

Es ist unverkennbar: Der Podcast hat es geschafft, zu einem eigenen, ernsthaften Medium zu werden – und er hat seine eigene Sprache gefunden. Er ist nicht mehr bloss Radio in Konservenform oder ein im Netz veröffentlichtes Stammtischgespräch. Er verwendet zwar bekannte Versatzstücke – doch auf eine eigenständige, glaubwürdige Weise.

Ich komme zu diesem Schluss, weil ich in letzter Zeit immer wieder Produktionen begegne, die das leisten, was nur ein Podcast zu leisten vermag. Sie sind kein  Radiofeature, keine Fernsehdokumentation ohne Bild und kein Hörspiel. Sondern eine Audio-Erzählung, bei der die Stimme des Erzähler im Zentrum eines dichten Geflechts aus Gesprächen, O-Tönen, Atmo und Musik steht. Die Geschichte beruht auf Tatsachen, doch die Präsentation erinnert an eine Abenteuergeschichte, die der Erzähler nun brühwarm am Lagerfeuer zum Besten gibt.

Der Podcast hat keine Angst, in die Tiefe zu gehen, Details auszuwalzen und auch Nebenaspekte in extenso zu beleuchten. „War ers oder war ers nicht?“ weiterlesen

Der Fluch der Datensilos

Ich benutze seit bald sechs Jahren Fitness-Tracker. Angefangen hat es mit dem Jawbone Up, dann hatte ich zwei Withings-Modelle (hier und hier), zwischendurch ein Fitbit Flex 2. Und schliesslich bin ich bei der Fēnix 5S von Garmin gelandet.

Das hat natürlich mit dem Fortschritt zu tun: Die GPS-Uhr von heute ist um Welten besser als der simple Schrittzähler von damals. Darum tut man gut daran, das Quantified Self mit modernen Mitteln zu betreiben.

Es gibt aber, natürlich, eine Kehrseite. Wenn man seinen Fitness-Tracker wechselt, dann ändert sich auch der Ort, wo die Daten hinwandern. Denn natürlich verwenden alle diese Gadgets die Cloud. Die Informationen werden im Netz aufbereitet, visualisiert und bereitgehalten.

Das ist praktisch, hat aber zur Folge, dass man keine durchgehende Datenbasis hat. Ich kann meine Aktivitäten mit dem Vorjahr vergleichen, weil ich damals die Garmin schon benutzt habe. Ein Vergleich mit meinen Leistungen von 2014 ist nicht möglich. Damals war die Withings in Benutzung. Und deren Daten stecken in einem anderen Silo als jene von Garmin.

Das ist für manche Leute komplett egal. Ich finde es hingegen schade. „Der Fluch der Datensilos“ weiterlesen

Alexander, der durch die Jahrhunderte surft

Was kommt öfters vor? Dass man sich mit viel Freude an ein Buch heranmacht, um es dann (gelesen oder nicht) mit einer gewissen Enttäuschung beiseite zu lesen – oder dass man nicht viel erwartet und dann positiv überrascht wird?

Ich fürchte, der erste Fall ist viel häufiger. Aber manchmal passiert auch letzteres. Und darum geht es heute. Und um die beiden Bücher von Edward Savio: Alexander X: Battle for Forever (Amazon Affiliate) und Ancient Among Us (Amazon Affiliate). Die es meines Wissens nicht auf Deutsch gibt.

Audible hat mir das erste Buch «Battle for Forever» vorgeschlagen, doch aufgrund des Klappentexts hatte ich es schon verworfen. Denn die Hauptfigur ist ein toller Hecht, ein Superheld, der einfach alles kann:

Alexander Grant is a little too good at a few too many things. Two dozen martial arts. Twice that many languages. Chess, the piano, sports, forging excused absences, you name it. He graduated high school top of his class…

Er kann zwei Dutzend Kampfsportarten, beherrscht 48 Sprachen, Schach, Klavier, Sport, egal was. Das klingt langweilig, denn spannende Geschichten entwickeln sich aus menschlichen Schwächen, Konflikten mit ungewissem Ausgang, Selbstzweifeln und Selbstüberwindung.

Es klang also nicht danach, dass dieser Alexander etwas anderes tun würde als sämtliche Widerstände in seinem Leben mit einem Lächeln zu beseitigen. Doch zwei Dinge haben mich umgestimmt. Erstens die vielen positiven Kritiken, die echt angetan von dem Buch zu sein schienen. Und zweitens der Umstand, dass Wil Wheaton das Hörbuch liest. Anders als Wesley Crusher muss man den nämlich mögen. Und er hat auch ein gutes Händchen, was die Bücher angeht, die er liest.

Darum habe ich einen Audible-Credit für das Buch aufgeworfen und es mit geringen Erwartungen in Angriff genommen. Und wie gesagt: „Alexander, der durch die Jahrhunderte surft“ weiterlesen

Saure Gurken für Firefox-Fans

Ich habe euch gestern im Beitrag Noch mehr Pfupf fürs Birchermüesli eine Übersicht aller Erweiterungen versprochen, die ich im Moment in meinen Browsern nutze. Das ist natürlich so eine Art Saure-Gurken-Meldung des Tech-Bloggings – darum auch die saure Gurke im Beitragsbild. Aber vielleicht auch nicht. Die Erweiterungen sind nämlich wirklich nützlich.

Also, in Firefox – wo ich diese tollen Erweiterungen nutze – klickt man auf das Menü mit den drei Strichen rechts oben, betätigt dann den Befehl Add-ons, und landet dann bei der Seite Erweiterungen verwalten (about:addons). Der Umgang mit Erweiterungen ist im Hilfebeitrag Add-ons finden und installieren und damit Firefox anpassen beschrieben. Und bevor ihr fragt: Ja, man wird Add-ons auch problemlos wieder los: Add-ons deaktivieren oder deinstallieren.

Und falls ihr keine Erweiterungen nutzt, dann solltet ihr das unbedingt tun. Ich halte das für eine der besten Erfindungen überhaupt: „Saure Gurken für Firefox-Fans“ weiterlesen

Noch mehr Pfupf fürs Birchermüesli

Ich plädiere in diesem Blog immer mal wieder für Firefox. Google ist im Web mächtig genug – dieser Konzern sollte nicht auch noch den dominanten Browser stellen.

Aber mir ist auch klar, dass dieses Argument kaum verfängt. Ich selbst wechsle meine Software selten wegen meiner Prinzipien – sonst würde ich wahrscheinlich irgend ein Linux-Derivat und nicht Windows und Mac verwenden und hätte ein Fairphone und kein iPhone.

Aber Firefox macht einem den Wechsel wirklich leicht – und hält Firefox-Fans wie mich mit nützlichen Neuerungen bei der Stange. Ich habe neulich bloss durch Zufall entdeckt, dass es nun die Möglichkeit gibt, Browser-Erweiterungen mit Tastaturkürzeln zu versehen. Auf diese Weise kann man nützliche Features auch per Shortcut aktivieren – und man konfiguriert sich das so zurecht, dass sich die Addons nicht ins Gehege kommen.

Das ist logischerweise nicht bei allen Erweiterungen gleich nützlich. Aber bei manchen ist es nicht nur nützlich, sondern brillant. „Noch mehr Pfupf fürs Birchermüesli“ weiterlesen

Liberté, Egalité, installé

Heute geht es um DokuWiki. Das ist eine Wiki-Software, die ich seit einiger Zeit für private Zwecke einsetze und wegen der OneNote fast überflüssig geworden ist.

Ich bin ein Fan von Wikis: Sowohl vom Lexikon als auch von der Software. Wobei man von einer Softwarekategorie sprechen müsste. Es gibt Wikis bekanntlich in allen Formen und Farben. Das Online-Lexikon läuft mit MediaWiki. Aber es gibt die Software auch für bescheidenere Einsatzzwecke.

Eine simple Variante ist Tiddlywiki. Die habe ich im Beitrag Das simple Wiki für den Hausgebrauch vorgestellt. Sie war bei mir seit ungefähr fünf Jahren in Betrieb. Ich nutzte sie für eine Art Intranet. Das brauche ich zum Beispiel deswegen, weil ich dazu neige, meine Arbeitsabläufe sosehr zu optimieren, dass ich mich, wenn ich sie nicht tagtäglich praktiziere, mich nicht mehr daran erinnern kann, wie genau es geht.

Doch Tiddlywiki ist nicht mehr das Nonplusultra. „Liberté, Egalité, installé“ weiterlesen

Eine Lautsprecherbox fürs Kinderzimmer

Kinder werden grösser und unabhängiger. Das zeigt sich daran, dass sie selbst bestimmen wollen, was im Kinderzimmer zu hören ist. Früher war das der Moment, wo man ihnen einen Kassettenrekorder oder einen CD-Player schenkt.

Und heute? Der klassische Kassettenrekorden ist allein deswegen nicht ausgestorben, weil Kinder wie vor hundert Jahren damit ihre Chasperlikassetten hören müssen. Manche Eltern setzen auch auf CD-Player. Doch das kann es nicht sein, oder? Will man heute Kassetten mit Spotify-Playlisten bespielen, damit das Kind seine Lieblingsmusik im Kinderzimmer hören kann? Oder zum gleichen Zweck CDs brennen? Nein, natürlich nicht. Ausserdem sind CD- und Kassetten-Player gigantische Batterievernichter.

Darum haben wir uns umgesehen und sind beim Jooki (Amazon Affiliate) gelandet. „Eine Lautsprecherbox fürs Kinderzimmer“ weiterlesen

Wie man im Netz gut dasteht

Das heutige Patentrezept-Video ist ein kleines Plädoyer fürs Egosurfing und eine grosse Aufforderung, sich mit seinem Ruf im Netz zu beschäftigen. Beim Beobachter habe ich gelesen, dass nur jeder zehnte Deutschschweizer sich mit seinem Online-Ruf beschäftigt. Als Quelle für diese Behauptung wird eine Studie von Xing von 2016 angegeben, die ich aber nicht finden konnte. Wenn jemand sie kennt, dann würde ich mich über den Link in den Kommentaren freuen.

Ich würde die Aussage jedenfalls in Frage stellen. Ich glaube, dass in den letzten Jahren eine gewisse Sensibilisierung stattgefunden hat. Das hat mit unzähligen Berichten zu tun, die allesamt behaupten, dass das «Internet niemals vergisst» und dass jegliche Online-Fehltritte für immer abrufbar bleiben – und nur darauf warten, von einem Human-Resources-Menschen gefunden zu werden und als Grund zu dienen, die schöne Bewerbung auf den «Abgelehnt»-Stapel zu legen.

Gegoogelt wird man bekanntlich auch vor dem ersten Treffen mit einem Love interest. (Diesen Fachbegriff habe ich erst neulich gelesen, und ich nicht ganz sicher, ob ich ihn korrekt anwende.) „Wie man im Netz gut dasteht“ weiterlesen