Mark ist ein Depp

Mit einem ziemlichen Erstaunen musste ich als erklärter Trendbanause zur Kenntnis nehmen, dass das Popup wieder in Mode ist. Das Popup! Genau das Ding, was uns vor zehn, fünfzehn Jahren das Surfen verleidet hat.

Damals war es eine aufdringliche Form der Werbung, die mit der amerikanischen Redewendung in your face recht gut beschrieben ist: Man bekommt etwas vor den Latz geballert, um das man nicht gebeten hat. Man könnte das auch als Form des Aufmerksamkeitsdiebstahls bezeichnen.

Immerhin: Die Belästigung ist weitgehend gebannt. Einerseits dank Technik: Die modernen Browser unterdrücken Fenster, die sich automatisch öffnen. Was zur Folge hat, dass legitime Popup-Fenster verhindert werden. Aber gut, diese Art von Kollateralschaden ist man sich im Internet gewohnt.

Noch wirksamer als die Blockade im Browser dürfte aber die offizielle Ächtung gewesen sein.  „Mark ist ein Depp“ weiterlesen

Microsoft hat es komplett versemmelt

Microsoft hat es beim letzten Update für Windows 10 komplett versemmelt. (Manchen wären an dieser Stelle sicher auch noch drastischere Vokabeln eingefallen.) Ein Update fürs Betriebssystem hat Datenverlust verursacht und bei manchen Benutzern die Ordner Dokumente und Bilder zum Verschwinden gebracht. Von wegen «Ihre Dateien befinden sich dort, wo Sie sie zuletzt abgelegt haben»! Microsoft war gezwungen, die Auslieferung zu stoppen, nachzubessern und das Update erneut zu veröffentlichen. Wie Heise schreibt, war es kein völliges Desaster, weil die Verteilung noch nicht ans breite Publikum erfolgte, sondern erst an Leute, die explizit danach gesucht haben.

Es gab noch andere Probleme mit der Build 1809, nämlich Bluescreens und Probleme mit den Audio-Treibern, die zum Beispiel hier aufgedröselt werden – plus weitere, siehe Kommentar. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Microsoft den eigenen Ansprüchen mit zwei grossen Funktionsupdates im Jahr noch gewachsen ist.

Denn schon früher war Kritik laut geworden. Im Beitrag Apples Behauptungen zum Trotz: Der PC hat noch viele Fans wird Susan Bradley erwähnt, die zusammen mit anderen Windows-Experten den Microsoft-Chef Satya Nadella aufgefordert hatte, mehr für die Zuverlässigkeit der Updates zu tun. Eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit hatte erschütternde Resultate ergeben.  „Microsoft hat es komplett versemmelt“ weiterlesen

Retro, Prüderie, George Soros

Die neue und letzte Publisher-Ausgabe von 2018 ist da, mit folgender Beteiligung  meinerseits:

Automatische Inhalte zeigt eine spannende Möglichkeit auf, in InDesign dynamische Inhalte aus dem Netz einzubetten. Die weiteren Tricks in InDesign erklären ein nützliches Tastaturkürzel bei der Suche bzw. bei Suchen-Ersetzen-Operationen. Es gibt die Möglichkeit, Text per Drag&Drop zu verschieben und Farbeffekte ohne Photoshop zu erzielen. Und wir erklären, wie man ohne viel Einarbeitungsaufwand mit den alternativen Layouts (Liquid Layouts) operiert.

In Photoshop zeigen wir auf, wie man die Werkzeugleiste aufräumt und den eigenen Wünschen anpasst, wie man mittels der Zeichenflächen-Funktion mit Varianten eines Designs umgeht, überflüssige Masken weglässt, über alle Ebenen hinweg kopiert und grosse Dateien schneller öffnet. Für alle CC-Anwendungen gilt die Möglichkeit, alle Dokumente zu schliessen, wenn man beim Klick auf das x bei einem Reiter die Umschalttaste gedrückt hält.

Hier haben Sie eins auf die Mütze! umfasst eine Reihe spannender Downloads, namentlich das Cineware-Plugin für Illustrator von Cinema 4D-Hersteller Maxon.  „Retro, Prüderie, George Soros“ weiterlesen

Tastenakrobatik fürs Web

Es ist mir etwas peinlich, aber diese Erkenntnis hier habe ich Facebook zu verdanken. Das soziale Netzwerk, das in vielen Leute unsoziale Neigungen fördert, hat mich auf eine nützliche Funktion aufmerksam gemacht. Ich wusste, dass die bei vielen Websites da ist – aber ich habe die Nutzung noch nicht so richtig verinnerlicht. Dabei spart man mit ihr Zeit und kommt als echter Power-User rüber. (Auch wenn echte Power-User ihre Zeit wahrscheinlich nicht auf Facebook verplempern.)

Es geht um die Tastaturkürzel. Sie sind bei «richtigen» Anwendungen nützlich, und es gibt sie immer öfters auch bei Webseiten. Facebook zeigt in einer (nicht immer sichtbaren) Fussleiste ein kleines Symbol an, über das man eine Übersicht der vorhandenen Kürzel abrufen kann. Es geht aber auch per Tastaturkürzel: Das ? bringt (meistens, aber jetzt, wo ich den Beitrag schreibe, gerade nicht) ein Overlay mit allen Kürzeln zum Vorschein. Die Kürzel funktionieren aber trotzdem: j springt zum nächsten Post, k zum vorherigen. Mit Enter öffnet man die Meldung. Mit p schreibt man einen neuen Erguss Beitrag. Mit l fügt man ein Like hinzu, mit c einen Kommentar. Und das s ist für Share.

„Tastenakrobatik fürs Web“ weiterlesen

Einen fotografischen Anfängerfehler korrigieren

Neulich habe ich die Nikon Z6 getestet. Dabei ist mir ein peinlicher Anfängerfehler unterlaufen. Ich habe bei der Inbetriebnahme nämlich die Datums- und Zeiteinstellung nicht überprüft. Allerdings hat mich die Kamera auch nicht dazu aufgefordert, wie wohlerzogene Kameras das tun sollten. Vielleicht war sie als Journi-Testgerät schon vorkonfiguriert (bzw. verkonfiguriert). Oder sie verzichtete darauf, weil sie per GPS oder über die App automatisch mit der richtigen Zeiteinstellung versorgt werden könnte.

Wie auch immer: Wegen meines Versäumnisses behaupteten nun einige meiner Testbilder in den Metadaten, sie seien schon im Februar dieses Jahres aufgenommen worden. Das bringt jegliche Sortierung in irgend einer App durcheinander und ist allein deswegen inakzeptabel. Aber natürlich fordert ein Metadaten-Pedant wie ich schon aus Prinzip, dass Fotos ein korrektes Aufnahmedatum aufweisen.

In Lightroom kann man das Aufnahmedatum bekanntlich einfach korrigieren. „Einen fotografischen Anfängerfehler korrigieren“ weiterlesen

Wie man Erinnerungen manipuliert

Vor einiger Zeit habe ich über die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine sinniert. Wir habe immer mehr Möglichkeiten, mit Computern zu interagieren. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Was wäre, wenn wir Hirn und Chip direkt verbinden könnten? Wir würden uns Maus, Tastatur und Touchscreen sparen und könnten direkt in künstliche Welten eintauchen. Perfekte Immersion zu Lebzeiten. Und nach dem Tod womöglich die Chance, in emulierter Form weiterzuleben.

Das ist der Stoff, aus dem Sciencefiction-Romane sind. Andreas Eschbach hat ihn in seiner Black out/Hide out/Time out-Trilogie behandelt. Im (bislang offenbar nicht in Deutsch  erhältlichen) Buch Game Changer von Douglas E. Richards geht es um dieses Thema – aber aus einer etwas anderen und durchaus interessanten Perspektive.

In der nahen Zukunft haben die Neurowissenschaften rasante Fortschritte gemacht. Es ist möglich, Nanobots ins Hirn zu verpflanzen. Die interagieren nicht direkt mit einem System. Entsprechend ist es nicht möglich, mittels Gedanken zu kommunizieren und einen Computer zu steuern, so wie das in Eschbachs Geschichte passiert. Die Nanobots bauen eine Einweg-Verbindung auf: Sie beeinflussen die neuronalen Verknüpfungen und legen (komplett erfundene) Erinnerungen im Kopf eines Menschen ab. Sie können Gefühle wecken und stimulieren und einen epileptischen Anfall auslösen. Doch der Träger dieser Nanobots merkt nicht, dass sie da sind – und er ist komplett ahnungslos, während er aufs Übelste manipuliert wird.

Douglas E. Richards setzt bei den aktuellen Erkenntnissen zum Gedächtnis an, die der «New Yorker» in einem grossen Stück ausbreitet: You have no idea what happened, ist die Erkenntnis. Malcom Gladwell ist ein ehemaliger Autor des «New Yorker», und er geht dem Phänomen in den letzten drei Folgen der dritten Staffel seines «Revisionist History»-Podcasts nach (hier, hier und hier). Er macht es sehr deutlich: Unsere Erinnerungen funktionieren eben nicht wie Aufzeichnungen auf einer Festplatte. Sie sind trügerisch.  „Wie man Erinnerungen manipuliert“ weiterlesen

Tricks fürs Jagen und Sammeln im Web

Die Browser wandeln sich. Wenn wir uns zurück erinnern, wie sie früher ausgesehen haben, dann packt uns das nackte Grauen. Naja, mich wenigstens. Andere werden vielleicht sentimental – denn es gibt Leute, die Anstrengungen unternehmen, damit «Windows 10 im XP-Look erstrahlt» (echt jetzt, «PC-Tippp»?!)

Allerdings bleiben gewisse Funktionen unangetastet. Zum Beispiel die Lesezeichen, neudeutsch Bookmarks. Die gibt es, seit es Browser gibt. Doch meine Theorie ist, dass sie selten genutzt werden – zugegeben, die Theorie basiert auf anekdotische Evidenz, wobei ich mich auf mich selbst berufe.

Mit anderen Worten: Ich nutze kaum mehr Lesezeichen; und ich erkläre im Video hier auch, weshalb das so ist: „Tricks fürs Jagen und Sammeln im Web“ weiterlesen

Die Digitalisierung des Portemonnaies

Neulich bin ich doch tatsächlich über meinen Schatten gesprungen. Und ich habe etwas gemacht, von dem ich dachte, dass ich es nie jemals machen würde. Ich habe nämlich mit Twint bezahlt. Twint ist das bargeldlose Zahlungssystem der Post, das es seit 2014 gibt. Ich hatte die App (für Android und iPhone) schon länger auf meinem Telefon, aber ich habe sie nie benutzt. Man hätte nämlich ein Guthaben deponieren müssen, und das war mir zu umständlich.

Nun hat mich maege aufgeklärt (ich glaube in dieser Nerdfunk-Sendung vom kommenden Mittwoch), dass es das Prepaid-Guthaben nicht braucht, wenn man so schlau ist, nicht die normale Twint-App herunterzuladen, sondern die seines Finanzinstituts. In meinem Fall ist das die Twint-App der ZKB, die es ebenfalls fürs iPhone und für Android gibt. Inzwischen wird das in der Prepaid-Variante der App auch so erklärt – aber ursprünglich war das, falls ich mich richtig erinnere, nicht der Fall. Ich nehme an, das hat damit zu tun, dass inzwischen auch einige Banken an Bord sind. Inzwischen gibt UBS, die Raiffeisen, CS und weitere.

Ist das ein Grund für Begeisterung? Ich bin zwiegespalten. Einerseits halte ich Bargeld nach wie vor für eine gute Sache:  „Die Digitalisierung des Portemonnaies“ weiterlesen

Verhungere nicht. (Und zünde dich nicht an.)

«Don’t starve, bitte nicht verhungern», ist ein guter Ratschlag für viele Regionen dieser Erde. Bei uns müsste er mutmasslich eher «Überfriss dich nicht» heissen. Aber das ist eine moralische Betrachtungsweise, die für das Thema nicht angebracht ist. Denn wenn man mit Moral ans Werk gehen möchte, wäre die Empfehlung wahrscheinlich: «Willst du nicht lieber an die frische Luft gehen, statt schon wieder am Smartphone/Computer abzuhängen?»

Da ich ein Stubenhocker bin, wäre die Antwort auf diese Frage sowieso ein klares Nein. Es geht um ein Spiel, das man auf allen möglichen und unmöglichen Plattformen spielen kann. Windows, Mac und Windows bei Steam, iPhone und iPad und Android, um nur einige zu nennen. Der Preis variiert je nach Plattform und Darreichungsform (Bundles) und beläuft sich irgendwo zwischen 10.50 Franken und 99 Rappen. Ich glaube, ich habe 4.50 dafür bezahlt.

In «Don’t starve» regnet es häufig, und die Hauptfigur hat dementsprechend schlechte Laune. Sie irrt durch eine karge Welt und muss sehen, wie sie nicht vom Fleisch fällt. Dazu sammelt sie Beeren, Blütenblätter und andere Dinge. Manche lassen sich direkt vertilgen, doch wer mit der menschlichen Natur (oder Minecraft) vertraut ist, der weiss natürlich, dass es damit nicht getan ist. Man möchte die Welt um einen herum verändern, gemütlicher machen und seine Existenz vom nackten Überlebenskampf in ein angenehmes Dasein verlagern.

„Verhungere nicht. (Und zünde dich nicht an.)“ weiterlesen

Spass mit und ohne Schwerkraft

Impossible Orbit ist ein hübsches kleines Spiel von Lucas Klein, das für 1 Franken fürs iPhone und für Android zu haben ist. Die Ausgangslage ist die folgende: Man hat ein leeres Stück Universum, das mit Himmelskörper bereichert werden soll. Da es sich nicht um ein Sonnensystem handelt, sondern um ein Stück interplanetaren Raum, sind es keine Planeten, sondern allenfalls Asteroiden, die um ein imaginäres Zentrum kreisen.

Natürlich, Florian Freistetter würde nun sofort widersprechen und erklären, weswegen ein Asteroid das nicht tun würde. Klar, fehlende Gravitation. Ausserdem die Frage, ob es überhaupt Asteroiden ausserhalb der Sonnensysteme gibt. Wie es der Zufall will, hat er vor Kurzem zur Frage Gibt es interstellare Asteroiden im Sonnensystem? gebloggt. Fazit:

Ich gehe eigentlich fest davon aus, dass es im Sonnensystem interstellare Asteroiden gibt. Alles andere wäre höchst seltsam.

Aber auch die Herleitung dieser Vermutung ist lesenswert. Darum der Tipp vor dem eigentlichen Tipp:  „Spass mit und ohne Schwerkraft“ weiterlesen