So werden unsere Daten die nächsten 500 Jahre überdauern

Ich habe die Frage zu beantworten, auf welche Weise eine digitale Audioaufnahme so gelagert werden kann, dass sie auch unseren Nachfahren und späteren Generationen noch Freude bereiten wird – keine ganz einfache Aufgabe!

Es ist endlich an der Zeit, eine alte Schuld einzulösen. Franziska hat mich nämlich anfangs Jahr gefragt, wie man Audio-Aufnahmen möglichst dauerhaft speichert. So, dass sie auf unabsehbare Zeit noch verwend- und anhörbar sind. Ich habe ihr eine Antwort darauf versprochen, bin ihr die bis jetzt aber schuldig geblieben. Zumindest in ausführlicher Form Ein paar summarische Hinweise habe ich mir bereits entlocken lassen.

Es geht um das Projekt Hörschatz von Franziska von Grünigen und Gabriela Meissner, das ich grossartig finde. Es wird auf der Website hoerschatz.ch wie folgt beschrieben:

Wenn Kinder ihre Eltern verlieren, verblassen die Erinnerungen je nach Alter der Kinder schnell: «Wer war meine Mutter? Wer war mein Vater?»

Mit einer sehr persönlichen Audiobiografie hinterlassen früh verstorbene Eltern ihren minderjährigen Kindern eine Erinnerung für die Ewigkeit. In eigenen Worten und individueller Auswahl der Episoden erzählen Palliativ-PatientInnen ihren Familien, was ihnen wichtig ist, was von ihnen bleiben soll. Eine Audiobiografie ist eine Ode ans Leben und die Liebsten vor dem Abschied für immer.

Diese Autobiografien sind kostbar und dürfen auf keinen Fall einem jener banalen Ereignisse zum Opfer fallen, die gemeinhin Datenverlust auslösten: Benutzerfehler, Hardwareversagen oder ein Ausfall bei der Cloud. Darum ein paar Überlegungen, wie man das verhindert – wobei ich die Aufgabe grosszügig ausgelegt und mir Gedanken mache, wie eine solche Autobiografie nicht für eine Generation, sondern für mehrere Generationen erhalten bleiben könnte. Denn wer von uns würde nicht gern die Stimme der Urgrossmutter oder des Ururgrossvaters hören? Ich fände das grossartig!

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Weniger Kunst, mehr Spass

Bei Apple Arcade sind diverse neue Titel dazugekommen. Ich habe die Neuerungen handverlesen und die spannendsten herausgesucht.

Vor knapp einem Jahr habe ich dargelegt, was mir an Apple Arcade gefällt und was noch besser werden kann. Mein Hauptkritikpunkt lautete damals, dass mir das Angebot zu elitär sei: Apple kaprizierte sich auf die Spiele mit hohem künstlerischem Anspruch, vernachlässigte aber die simplen Titel für zwischendurch. Doch so toll die Vorzeigetitel auch sind: Es gibt auch ein Bedürfnis nach dem etwas weniger anspruchsvollen Zeitvertreib. Denn wir gehen auch nicht immer ins Fünfsternelokal zum Dinieren, sondern drücken und gelegentlich auch einfach mal ein Sandwich rein.

Apple ist offensichtlich zur selben Erkenntnis gelangt: Anfang April gab der Konzern die bislang grösste Erweiterung bekannt. 30 Titel kamen dazu, plus die zwei neuen Kategorien, die «zeitlose Klassiker» und «legendäre Spiele» heissen.

Keine Werbung, kein In-App-Nepp

Man kann sich natürlich fragen, wie sich die genau unterscheiden sollen, bzw. ob das nicht zweimal das Gleiche ist. Aber ich verstehe es so, dass unter den legendären Spielen Titel auftauchen, die im App-Store für Furore gesorgt haben und nun zum Abopreis, ohne Werbung und In-App-Käufe noch einmal neu aufgelegt werden. Das ist in der Tat ein starkes Argument für den Arcade-Dienst, für den man bekanntlich 6 Franken im Monat berappt.

Zu den legendären Spielen gehören folgende: „Weniger Kunst, mehr Spass“ weiterlesen

Die nachfolgenden Sendungen verzögern sich wegen einer technischen Panne

Mit der Open-Source-Software OBS Studio produziert man fernsehreife Streaming-Shows und Videokonferenzen. Wenn man sie denn zum Laufen bekommt.

Neulich habe ich die lustige ManyCam-App vorgestellt. Sie ist gewissermassen ein virtueller Bildmischer, mit dem man diverse Bild- und Audioquellen zu einem Videofeed zusammenführt, den man live streamt, aufzeichnet oder in eine Videoconferencing-Anwendung einspeist. Eine solche App ermöglicht es, nicht bloss ein statisches Signal, zum Beispiel von einer Webcam, auszugeben, sondern einen produktionstechnisch aufgewerteten Mix, in dem man zum Beispiel zwischen mehreren Kameras umschaltet.

Nun hat man mir auf Twitter zu verstehen gegeben, dass ich besser OBS Studio getestet hätte. Das ist eine Software, die ungefähr das gleiche tut, aber Open-Source und damit gratis ist.

Wie es der Zufall will, bin ich dieser Software – das Kürzel OBS steht für Open Broadcaster Software – vor kurzem begegnet. Ich habe nämlich eine Software zum Aufzeichnen des Bildschirminhalts bei Windows gesucht. Ich verwende zwar normalerweise Hypercam (Beim Fensterln mitfilmen), doch da bei dieser Software die Lizenz an die Hardware gebunden ist, wird es überaus mühsam, wenn man sie auf einem Testgerät einsetzen möchte.

In meinem Fall hat das nicht funktioniert: „Die nachfolgenden Sendungen verzögern sich wegen einer technischen Panne“ weiterlesen

Bei Windows und Mac die Bildschirmanzeige perfektionieren

Um das Maximum aus hochauflösenden Bildschirmen herauszuholen, muss man unbedingt die Skalierung seinen eigenen Vorlieben anpassen. Ich erkläre, wie das geht – und wie man Zwecks Maximierung der Ergonomie das nach Bedarf per Tastaturkürzel tut.

Ich hatte unlängst das Vergnügen, ein hübsches Notebook zu testen, nämlich das HP Spectre x360 15, das mit einem schönen Amoled-Touch-Display ausgestattet ist, das auch HDR beherrscht – hier habe ich es ausführlich besprochen. An dieser Stelle geht es mir um ein Detail, das mir beim Test aufgefallen ist. Nämlich um die Frage, wie man das Maximum aus einem Hi-DPI-Monitor herausholen könnte.

Um das kurz zu erklären: Der HP-Laptop verwendet eine Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln, also 4K UHD. Das ergibt eine bei einem Bildschirm von 15 Zoll Durchmesser Pixel, die deutlich viel kleiner sind als bei einem herkömmlichen Anzeigegerät. Das wiederum führt dazu, dass man das Betriebssystem nicht 1:1 darstellen möchte. Denn mit den winzigen Pixeln würden die Elemente der Benutzeroberfläche selbst so klein, dass nur Leute mit Adleraugen sie erkennen.

Grösser und schärfer

Stattdessen werden die Elemente vergrössert dargestellt. So passt zwar nur ungefähr gleich viel Inhalt auf den Bildschirm, wie das mit einem normalen Full-HD-Display der Fall wäre. Die Darstellung ist aber viel schärfer; im Fall des HP-Laptops viermal so scharf wie bei Full-HD.

Technisch gesprochen ist die Punktdichte (Punkte pro Zoll, bzw. Dots per Inch, DPI) höher als bei einem normalen Display, weswegen man von Hi-DPI spricht. In der Apple-Welt ist dafür auch die Bezeichnung Retina-Display gebräuchlich.

Der eigentliche Clou ist nun, dass nicht in Stein gemeisselt ist, wie stark diese Vergrösserung sein soll. Es gibt natürlich eine Voreinstellung. Aber die kann – und sollte man – anpassen. Ich erkläre, das Warum und auch das Wie, natürlich für Windows und Mac. „Bei Windows und Mac die Bildschirmanzeige perfektionieren“ weiterlesen

Tricks für die Zwischenablage

Fürs Copy-Paste hält Windows nützliche Tricks bereit. Und wo wir dabei sind, können wir auch herausfinden, wie man zwischen Geräten Informationen austauscht – mit einem Extra-Trick für Google Chrome.

Eine meiner Lieblingsfunktionen von Windows 10 ist die mit dem Oktober-2018-Update eingeführte, neue Zwischenablage. Sie behält nicht nur einen Verlauf der letzten 25 Einträge, sondern synchronisiert sich auch über das Microsoft-Konto auf andere Geräte. Das ist für leidenschaftlicher Cutter-und-Paster wie mich eine riesige Erleichterung.

Die in der Windows-Zwischenablage gespeicherten Einträge.

Also, es funktioniert wie folgt: Um das Menü mit dem Verlauf anzuzeigen, drückt man die Windows-Taste und v.

Damit das auch klappt, muss der Verlauf eingeschaltet werden. Das tut man über die Einstellungen. Bei System in der Rubrik Zwischenablage konfiguriert man sich diese Funktion zurecht.

Die Option Zwischenablageverlauf gibt an, ob ältere Einträge aufbewahrt werden oder eben nur das letzte kopierte bzw. ausgeschnittene Element, wie es früher der Fall war. „Tricks für die Zwischenablage“ weiterlesen

Ein toller Laptop, dem erst einige Marotten auszutreiben sind

Einer der Spitzen-Laptops von HP im ersten Augenschein. Plus zwei Tipps, wie Windows am Laptop gmögiger wird.

Ich habe das Vergnügen, von HP eines der Spitzengeräte aus dem Notebookbereich zu testen, das Spectre x360 15 eb0720nz. (Um Gaby Salvisberg vom «PC Tipp» nicht zu ärgern, werde ich es nicht «Flagship Model» nennen.) Es ist bald auf dem Weg zurück zum Absender. Ein paar Erkenntnisse will ich dazu festhalten. Es geht ein bisschen ums Gerät, aber vor allem um das, was mich an Windows-Laptops im Allgemeinen stört.

Gut versteckt: Der Einschaltknopf in der anderen Ecke.

Also, erstens der Laptop selbst: Er hat ein 15-Zoll-Display mit einem 4k-Display, HDR und Amoled, das mich in den Bann geschlagen hat. Keine Frage, für anspruchsvolle Grafikanwendungen ist das ein schönes Gerät, das für um die 2000 Franken seinen Preis hat, aber im Vergleich zu einem gut ausgestatteten Macbook trotzdem ein ansehnliches Preis-Leistungsverhältnis zu bieten hat.

Ein paar Stichworte dazu: Intel Core i7, Nvidia GeForce GTX 1650 mit Max-Q-Design und 4 GB GDDR5 dediziert, 16 GB DDR4-RAM, 1 TB-SSD von Intel, guter Sound dank Lautsprechern von Bang & Olufsen und Wifi 6.

Der USB-C-Anschluss in der abgewinkelten Ecke könnte übersehen werden…

Die Ausstattung gefällt mir auch: Es gibt einen MicroSD-Schlitz, HDMI 2.0, einen USB-A-Anschluss und zwei für USB-C, einer davon mit Thunderbolt 3 und den «Kill Switch» für die Webcam, den HP seit einiger Zeit verbaut.

Mir wären drei USB-C-Steckplätze lieber, aber natürlich ist es auch nicht verkehrt, für USB-A keinen Adapter zu brauchen. Die Webcam kann auch für die Anmeldung mit Gesichtserkennung benutzt werden und es gibt einen Fingerabdrucksensor für Windows Hello.

Zwei Dinge habe ich zu kritisieren: „Ein toller Laptop, dem erst einige Marotten auszutreiben sind“ weiterlesen

Siri erweitert ihren Horizont. Zumindest ein bisschen

Mit Siri lassen sich neuerdings auch Audio-Inhalte aus Dritt-Apps abspielen. So toll das theoretisch wäre, in der Praxis funktioniert es mehr schlecht als recht.

iOS 14.5 ist da, und bringt als grösste Neuerung natürlich die Möglichkeit, das iPhone beim Maskentragen mittels Apple Watch zu entsperren. Das ist praktisch und funktioniert einwandfrei.

Diese Komfortfunktion birgt allerdings auch ein gewisses Risiko: Meine Tochter hat es geschafft, mein Telefon hinter meinem Rücken zu entsperren. Wie sie die Face-ID dazu gebracht hat, sie für eine Maskenträgerin zu halten, ist mir allerdings ein Rätsel. Ich gehe davon aus, dass es sich um ein angeborene Hackertalent handelt.

Eine weitere Neuerung ist mir aufgefallen, als ich Siri neulich beim Sport dazu bewegen wollte, energetische, meinen Dauerlauf befeuernde Musik zu spielen. Statt gleich mit Apple Music loszulegen, wie das bisher der Fall war, hat mich Siri darauf aufmerksam gemacht, dass sie nun lernen würde, welche Audio-Apps ich verwenden würde und welche App ich denn für meinen Musikgenuss auserkoren hätte.

Ich war hocherfreut: „Siri erweitert ihren Horizont. Zumindest ein bisschen“ weiterlesen

So gelingt der Start mit dem neuen PC

Die Übernahme von Dokumenten, Einstellungen, Programmen und der Konfiguration von einer alten auf eine neue Windows-Maschine ist eine ziemlich vertrackte Angelegenheit. Hier die Tipps, wie man am besten verfährt und wo die Fallen liegen.

Wie steigt man von einem alten Windows-PC auf einen neuen um? Diese Frage höre ich gelegentlich, und sie ist keine Freude. Denn für die Antwort muss ich weit ausholen – sehr weit.

Dabei könnte es so einfach sein. Apple exerziert vor, dass man die Datensicherung auch dazu verwenden kann, den ganzen Inhalt von einem alten Gerät auf ein neues zu übertragen. Wie es geht, beschreibt Apple hier für iOS-Geräte und hier für den Mac. Und ja, so einfach wie das im Vergleich geht, wäre das auch ein guter Punkt für die Auflistung Wo der Mac über Windows triumphiert gewesen.

Aber nun ist es leider so, dass Microsoft die Sache in der letzten Zeit nicht vereinfacht, sondern erschwert hat: „So gelingt der Start mit dem neuen PC“ weiterlesen

Mal eben schnell das eigene Fernsehprogramm starten

Manycam ist ein kleines Fernsehstudio im Software-Format: Mit der App verwendet man in Videokonferenzen oder im Live-Streaming mehrere Kameras und blendet Videos, Bilder und Text ein.

Fürs Streaming und für Videokonferenzen kann man nicht nur die eingebaute Webcam, sondern auch eine Spiegelreflex-, Videokamera oder aber das Smartphone verwenden: Diese Möglichkeiten habe ich in den beiden Beiträgen Eine richtige Kamera für Videokonferenzen und fürs Streaming und Das Smartphone als Webcam behandelt.

Damit diese Sache nun richtig rund wird, braucht es noch ein Puzzleteilchen: Nämlich die Möglichkeit, zwischen all den Video-Inputs zu wechseln. Eine Bildregie wie beim Fernsehen, mit der Möglichkeit, dem Publikum unterschiedliche Perspektiven zu liefern. Diese machen den Vortrag per Videokonferenz oder die Übertragung im Live-Stream deutlich abwechslungsreicher. Es besteht die Chance, dass man sich einen Profi-Bonus einhandelt. Und je nach Situation ergibt sich auch ein echter Vorteil, indem man über eine zweite Kamera Gegenstände oder Notizen zeigen oder Bilder, Videos und Präsentationen zuspielen kann.

Stellt sich die Frage: Wie geht dieser Zaubertrick? „Mal eben schnell das eigene Fernsehprogramm starten“ weiterlesen

Das Smartphone als Webcam: Wie es funktioniert und was es bringt

Ein ausführlicher Test der App EpocCam, die das iPhone als Webcam für Windows und Mac nutzt. Sie gibt in Videokonferenzen mehr Gestaltungsfreiheit, hat aber auch ein paar Nachteile.

Neulich habe ich im Beitrag Eine richtige Kamera für Videokonferenzen und fürs Streaming beschrieben, wie man eine via HDMI angeschlossene Spiegelreflex- oder Videokamera als Webcam benutzt. Das funktioniert ziemlich unkompliziert und bringt uns zur Frage, ob man denn auch das iPhone oder iPad als externe Kamera für seinen Windows-PC oder Mac benutzen könnte.

Und ja, natürlich: Auch das geht. Es gibt mehrere Apps zu diesem Zweck; aber ich habe mich für EpocCam entschieden. Diese App fürs iPhone und iPad kostet 8 Franken. Der dazugehörende Treiber ist für Windows und Mac verfügbar und kostenlos.

Warum sollte man das Smartphone als Kamera nutzen, wenn man bereits eine Webcam besitzt; sei es nun eingebaut oder extern?

Ich sehe einen Hauptvorteil: „Das Smartphone als Webcam: Wie es funktioniert und was es bringt“ weiterlesen