Transkribieren, wie eus d Schnurre gwachse isch

Töggl.ch verschriftlicht Audio- und Videoaufnahmen in Schweizer Mundart. Wenn das funktioniert, wäre das ein Segen für alle, die Interviews und Protokolle führen. Ob es funktioniert, zeigt mein Test.

Ich werde häufig um Tipps zu digitalen Themen angegangen. Neulich ist das wieder einmal passiert. Ein Herr hat mir folgendes Anliegen unterbreitet:

Ich werde absehbar beruflich einige Interviews mit unterschiedlichen Personen führen müssen und suche daher eine Transkriptionssoftware, die mir bei der weiteren textlichen Bearbeitung behilflich sein kann. Ich arbeite auf einem iMac, nehme Interviews in der Regel mit meinem iPhone auf. Idealerweise sollte das Programm auch (verständliche) Schweizer Dialekte ins Hochdeutsche übersetzen können.

Zu diesem Zweck sollte ich die passende Software empfehlen. Ich habe auf die diversen Möglichkeiten zur maschinellen Transkription hingewiesen, die im Lauf der Zeit hier im Blog zum Zug gekommen sind¹, aber auch meinem Zweifel Ausdruck verliehen, dass ich die zweite Vorgabe derzeit für unerfüllbar halte: „Transkribieren, wie eus d Schnurre gwachse isch“ weiterlesen

On air, noch bevor man sich aus dem Bett erhoben hat

Audio Hijack von Rogue Amoeba ist ein Hilfsprogramm, das einem ein kleines Tonstudio ersetzt und nicht nur dabei hilft, beliebige Audioquellen aufzuzeichnen, sondern auch ermöglicht, ein Webradio zu betreiben oder Podcasts aufzunehmen.

Bei einem Kopfhörertest neulich (Der Kopfhörer, mit dem man wahrscheinlich nicht erschossen wird) habe ich nebenbei die Software Audio Hijack erwähnt und eine ausführliche Besprechung versprochen. Und voilà, heute ist es so weit.

Und ja, wahrscheinlich trage ich Eulen nach Athen, weil jeder, der dieses Audio-Hilfsprogramm sinnvoll einsetzen kann, es vermutlich schon längst kennt, nutzt und liebt. Es existiert nämlich schon seit ewig – wie Wikipedia erklärt, hat es seinen Anfang als Plugin für MacAmp für Mac OS 9 genommen. Dieses Programm gibt es seit 1997 und es tat damals genau das, was man vermutet: Es hat, wie sein Geschwisterchen WinAmp, MP3-Musikdateien abgespielt.

Andererseits – und das ist nun ein hervorragender Grund, das Programm trotzdem zu besprechen –, sind in der letzten Zeit viele neue Audio-Anwendungsfälle dazugekommen: „On air, noch bevor man sich aus dem Bett erhoben hat“ weiterlesen

Der freundliche Helfer für Online- und Offline-Backups

Arq führt auf Windows oder Mac Datensicherungen entweder auf Cloud-Ablagen wie Onedrive, Google Drive oder Dropbox oder aber über eigene Laufwerke oder Server durch. Eine einfache Bedienung und praxisorientierte Optionen runden das positive Bild ab.

Die unerlässliche Aufgabe, wichtige Dateien und Dokumente zu sichern, kann man auf unterschiedlichen Wegen erledigen: Mit den Möglichkeiten des Betriebssystems, also mit der Time Machine des Mac bzw. dem Dateiversionsverlauf bei Windows. Man kann eine Software verwenden, die Dateien lokal sichert oder spiegelt, zum Beispiel Synchronizer.

Oder man nutzt die Cloud für die Datensicherung. Vor Urzeiten habe ich backupify.com vorgestellt, einen Dienst, den es heute noch gibt. Eine raffinierte Anwendung ist Odrive (Zwei Tipps für ein verregnetes Wochenende): Sie verteilt Datensicherungen auf mehrere Cloud-Ablagen, sodass man seinen Speicherplatz bei den diversen Anbietern bündelt.

Die Anwendung, um die es heute gehen soll, heisst Arq. Ich wollte sie schon länger mal testen und wurde neulich auf Twitter freundlich dazu aufgefordert, das nun endlich zu tun. Einem Appell, der ich nun gerne nachkomme:

Arq ist für Windows und Mac erhältlich. „Der freundliche Helfer für Online- und Offline-Backups“ weiterlesen

Drei fulminante Abenteuer für Junge und Junggebliebene

«Das ferne Leuchten», «Perfect Copy» und «Die seltene Gabe»: Drei Geschichten von Andreas Eschbach, die es neu als Hörbücher gibt und die zu entdecken sich allemal lohnt.

Mir sind Autoren sympathisch, die ihren Lesestoff nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche anfertigen. Das zeugt von Selbstvertrauen und erzählerischem Talent. Denn während man Erwachsenen auch eine halbgare Geschichte schmackhaft machen kann, indem man sie mit intellektuellem Firlefanz garniert, muss man dem Nachwuchs eine glaubhafte Geschichte präsentieren – und Figuren, mit denen er sich identifizieren kann.

Zwei Schreibtischtäter, die das beide gut beherrschen, sind J.K. Rowling, aber auch für Andreas Eschbach. Heute geht es um Letzteren (denn das neue Buch Gliss – Tödliche Weite habe ich schon vor ein paar Tagen besprochen). Von ihm sind eine Reihe Bücher neu in Hörbuchform herausgekommen – auch ältere Werke, die erst in der letzten Zeit eingelesen wurden. „Drei fulminante Abenteuer für Junge und Junggebliebene“ weiterlesen

Ein Hingucker ist er allemal

Die Apple Airpods Max im Test: Mich überzeugen Verarbeitung, Klangqualität und Bedienung, doch in einigen Belangen sind die Kopfhörer etwas gar exzentrisch.

Derzeit habe ich die Gelegenheit, den Airpods Max zu testen. Das ist der High-End-Kopfhörer von Apple, der die AirPods Reihe um ein Over-Ear-Modell erweitert. Es gibt diesen Kopfhörer seit Dezember 2020, und er ist für 474 Franken bei Digitec erhältlich, bzw. für 407 Euro bei Amazon.

Ich möchte mir mit dem Kopfhörer anhören, wie der Raumklang bei Apple klingt. Im Beitrag Mitten drin statt nur dabei habe ich mich mit der Sony-Variante 360 Reality Audio beschäftigt und mich gefragt, wie im Vergleich Spatial Audio klingt. Apple treibt die Sache nämlich noch weiter, indem es die Head Tracking-Funktion gibt. Sie bezieht Kopfbewegungen ins Klangerlebnis mit ein: Bewegt man den Kopf, verändern sich die Positionen der Klangquellen im Raum. Auf diese Weise sollte man den Eindruck bekommen, zusammen mit Musikern im gleichen Raum zu sein.

Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen kann – und mein Fazit findet sich im Beitrag Ein Hurra für die Raumklang-Revolution – oder ist Stereo gut genug? Hier geht es vorerst einmal um den Kopfhörer: „Ein Hingucker ist er allemal“ weiterlesen

Video- und Audio-Inhalte aus dem Web auf dem Smartphone speichern

Drei Tipps, wie man flüchtige Informationen einfängt und am einzigen Ort speichert, wo sie wirklich sicher sind – nämlich auf dem eigenen Gerät.

Ich halte es für wichtig, dass wir wichtige Informationen aus dem Netz auch lokal speichern können. Die Gründe dafür führe ich im Beitrag Wie steht es eigentlich um die private Streaming-Kopie? im Detail aus.

Kurz zusammengefasst: Es kommt vor, dass man sich auf Informationen berufen möchte, die im Netz zu finden sind. Doch wie wir wissen, kommt es andauernd vor, dass Informationen aus den unterschiedlichsten Gründen aus dem Web verschwinden. Darum muss man unbedingt eine lokale Kopie anfertigen, wenn man sicher sein will, im entscheidenden Moment nicht mit leeren Händen dazustehen.

Hier im Blog gibt diverse Tipps, wie man Web-Informationen archiviert; eine Übersicht findet sich am Ende des Beitrags¹. An dieser Stelle habe ich drei Tricks fürs Smartphone für euch – weil leider viele der bewährten Methoden mobil nicht funktionieren: „Video- und Audio-Inhalte aus dem Web auf dem Smartphone speichern“ weiterlesen

Die selten benutzten Apps aufstöbern und löschen

Wie man beim iPhone/iPad über­flüssige Apps über Bord wirft, indem man in Erfahrung bringt, wann sie zum letzten Mal geöffnet worden sind.

Mein Job, ebenso wie mein privates Interesse an Software bringen es mit sich, dass sich auf meinen Geräten viele Apps ansammeln. So lange genügend freier Speicherplatz vorhanden ist, stören die nicht wirklich.

Trotzdem finde ich es sinnvoll, ab und an für Ordnung zu sorgen: Es ist nicht nötig, dass Apps auf dem neuesten Stand gehalten werden und mittels Updates immer mal wieder Datenverkehr verursachen, wenn ich sie nie verwende. Das gilt auch für den Fall, dass ich auf ein neues Gerät wechsle. Auch wenn man beim Umstieg aufs neue iPhone den Schnellstart zur Direktübertragung verwendet (siehe Die Tücken des Smartphone-Wechsels), werden die Apps frisch heruntergeladen. Das würde den Vorgang in die Länge ziehen – was unnötig ist.

Darum stellt sich die Frage: Wie findet man beim iPhone bzw. iPad heraus, welche Apps man schon lange nicht mehr verwendet hat? Sinnvoll wäre, wenn man die Apps in der App-Mediathek nach der Zahl der Verwendungen in den letzten drei Monaten sortieren könnte; oder meinetwegen nach dem Datum des letzten Öffnens. Das geht aber leider nicht.

Es gibt aber eine andere Möglichkeit: „Die selten benutzten Apps aufstöbern und löschen“ weiterlesen

Wie geile Väter in den 1990ern die Telefonrechnung in die Höhe trieben

Der «Operator»-Podcasts schildert Aufstieg und Fall des Telefonsex-Geschäfts in den USA. Er tut das erfrischend vorurteilsfrei und mit viel Sympathie für die Frauen, die sich am anderen Ende der Leitung all den Kram anhören mussten.

Es gibt kulturelle Errungenschaften, die fast so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind. Um eine davon geht es heute – und ich muss mit einem gewissen Bedauern vermelden, dass ich seinerzeit nie die Gelegenheit wahrgenommen habe, sie auszuprobieren. Einerseits aus Gründen des Geizes, andererseits, weil es mir hochnotpeinlich gewesen wäre.

Die kulturelle Errungenschaft, von der die Rede ist, heisst Telefonsex. Sie wurde, natürlich, in den USA erfunden und auf ihrem Höhepunkt von der Pornografie im Internet verdrängt – wobei ich nicht ausschliessen will, dass es noch einige Nischenanbieter gibt.

Aus Sicht der Konsumenten ist diese Entwicklung ein Vorteil: „Wie geile Väter in den 1990ern die Telefonrechnung in die Höhe trieben“ weiterlesen

Die Tücken des Smartphone-Wechsels

Beim Umstieg von einem alten auf ein neues iPhone kann einiges schief­gehen. Darum die wichtigsten Tipps, wie die Daten­über­nah­me klappt und welche Apps eine Spe­zial­be­hand­lung be­nöti­gen, damit man sich nicht aus dem On­line­ban­king oder seiner Arbeit aus­sperrt.

Neulich hatte ich die Gelegenheit, ein neues iPhone in Betrieb zu nehmen. Eigentlich eine erfreuliche Sache, weil: neues iPhone.

Nach der Datenübernahme will das iPhone wissen, was nun mit ihm passiert.

Doch etwas trübt die Freude: Der Heckmeck, bis das neue Telefon voll betriebsbereit ist. Der Aufwand ist in den letzten Jahren grösser geworden – ebenso die Fallen, in die man hineinlaufen kann. Denn wenn man die Sache falsch angeht, könnte man Daten verlieren oder sich aus wichtigen Nutzerkonten ausschliessen.

Also, hier meine Erfahrungen, damit es bei euch möglichst rundläuft – und damit ich mich bei der nächsten ähnlichen Gelegenheit daran erinnere, welche Apps während eines Gerätewechsels besondere Aufmerksamkeit benötigen. Darum der Tipp vorneweg: Wir alle, ihr und ich, sollten unbedingt ein Lesezeichen zu diesem Beitrag hier anlegen.

Doch bevor es mit den harten Fakts losgeht, noch ein Hinweis: „Die Tücken des Smartphone-Wechsels“ weiterlesen

Der ultimative Zeitspar-Trick für den Mac

Keyboard Maestro ist eine Auto­mati­sie­rungs-App für den Mac, mit der sich Routine­auf­ga­ben von selbst erledigen. Eine Em­pfeh­lung auch für Fans von Apple­Script und Auto­ma­tor.

Neulich hat mir Patrick Seemann auf Twitter die App Keyboard Maestro nahegelegt. Mit der kann man, wie mit der im Beitrag So hilft man dem Mac in Sachen Fenstern auf die Sprünge vorgestellten Magnet-App seine Fenster organisieren. Sie macht aber noch mehr als das; sie ist nämlich eine Automatisierungshilfe für den Mac.

Natürlich stellt sich die Frage: Braucht man für den Mac überhaupt ein solches Programm? Schliesslich gibt es die Automator-App, die Apple in Mac OS X 10.4 eingeführt hat. Sie nutzt im Kern AppleScript: Das ist die Automatisierungssprache, die demnächst ihren dreissigsten Geburtstag feiert. Sie entstammt einem der klassischen Mac-Anwendungen, die am Anfang auch eines der Alleinstellungsmerkmale war und mit zum Erfolg des Macintoshs beigetragen hat, nämlich HyperCard.

Die Antwort auf die Frage? „Der ultimative Zeitspar-Trick für den Mac“ weiterlesen