So viel Bytes auf einem Haufen!

Das Internet ist ein faszinierendes Gebilde. Auf der untersten Ebene ist es nichts anderes als ein riesiger Umschlagplatz für Datenpakete. Und wenn wir mal auf dieser Ebene bleiben, dann sollten wir einen Moment darauf verwenden, von der schieren Grösse der Datentransfers beeindruckt zu sein.

Ich habe seinerzeit die Infografik «What happens in an Internet Minute?» vorgestellt: Was passiert während einer Minute im Internet? Die stammt von 2013 und ist massiv überholt. Ich habe darum nach einer Neuauflage gesucht und bin fündig geworden.

Die Aufdatierung stammt von @LoriLewis und @OfficiallyChadd. Sie ist leider nur bedingt mit der sechs Jahre alten Variante vergleichbar, da nicht die identischen Kategorien berücksichtigt wurden.

Ein paar Kategorien sind zum Glück erhalten geblieben. „So viel Bytes auf einem Haufen!“ weiterlesen

Hier gibt es Youtube so, wie Youtube sein müsste

Heute ein Webtipp – bei dem ich aber nicht ganz sicher bin, ob er überhaupt noch funktioniert, wenn der Blogpost hier online geht. Denn die Website gehört zu der Sorte, bei der man jederzeit damit rechnen muss, dass sie aus dem Internet weggeklagt wird.

Im Fall der heute hier vorgestellten Website könnte man sich auch vorstellen, dass sie mit technischen Mitteln sabotiert wird. Denn diese Website bezieht Inhalte von Youtube – was Google wahrscheinlich nicht gefällt. Und es gäbe ziemlich sicher Mittel und Wege, den Datenfluss mit Youtube zu unterbinden. Immerhin: Falls das passieren sollte, kann man den Dienst auch selbst betreiben. Wie uns Reddit verrät, ist er nämlich Open-Source.

Die Website, um die es hier heute geht, ist invidio.us. Sie bietet eine alternative Sicht auf das Youtube-Angebot. „Hier gibt es Youtube so, wie Youtube sein müsste“ weiterlesen

Der Adler ist in der Podcast-App gelandet

Der 50. Jahrestag der Apollo 11 Mission ist ein Grund für Freude. Nicht  nur, weil es noch immer beeindruckend ist, dass dieses waghalsige Unterfangen vor einem halben Jahrhundert tatsächlich geklappt hat. Sondern auch, weil es viele Möglichkeiten gibt, dieses grandiose Ereignis noch einmal zu erleben – oder überhaupt erst zu entdecken.

Eine schöne Website zum Thema habe ich vor Kurzem vorgestellt. Heute geht es nun um einen sehr hörenswerten Podcast. Er heisst 13 Minutes to the Moon (RSS) und stammt von BBC World Service, respektive von Kevin Fong. Er ist von Berufes wegen Anästhesist, gehört aber zu jener Gattung Mensch, die aus ihrer Begeisterung für die Raumfahrt keinen Hehl machen will. Und darum hat er sich auf eine Reise zu den Schauplätzen und Personen gemacht, die vor fünfzig Jahren Teil dieses Menschheitsabenteuers waren.

Im Zentrum stehen die letzten 13 Minuten vor der Landung, die besonders dramatisch verliefen. Der Computer funktionierte nicht, wie er sollte, sondern gab einen Fehlercode von sich – ein Code, der erst einmal gedeutet werden musste. „Der Adler ist in der Podcast-App gelandet“ weiterlesen

CGI für deine und meine Videos

Manche Apps haben keinen sofort ersichtlichen Einsatzzweck – sind aber faszinierend genug, dass man sich gleich einen ausdenken möchte. In diese Kategorie gehört Leo AR Camera. Es gibt die App für Android und fürs iPhone, und sie tut etwas so Naheliegendes wie Zwingendes: Sie fügt nämlich virtuelle Objekte ins Kamerabild ein. Man erweitert seinen Clip mit künstlichen Elementen, die ihm einen überraschenden und surrealen Drall geben.

Ich hätte diese App sehr gut brauchen können, als ich neulich mein Video zu faszinierenden Augmented-Reality-Apps gedreht habe. Leider kannte ich damals die noch nicht. Also werde ich auf die nächstbeste Gelegenheit warten müssen. Aber so geht es.

Also, zur App: Die ist simpel in der Benutzung. „CGI für deine und meine Videos“ weiterlesen

In Echtzeit auf den Mond

Es gibt diese Webseiten im Netz, auf denen man Stunden oder Tage verbringen könnte (wenn man Zeit hätte). Zu dieser Sorte gehört ohne Zweifel Apollo 11 in real time. Es geht um die erste Landung auf dem Mond. Die Nasa hat diese Mission vom 16. Juli 1969 bis zum 20. Juli 1969 durchgeführt. Und auch wenn sie noch in einer Zeit stattgefunden hat, wo nicht jede Sekunde digital festgehalten wurde, so ist doch erstaunlich viel Material erhalten geblieben.

Zum Beispiel Tausende von Fotos, Fernsehübertragungen und Missions-Filmmaterial. Und jede Menge Funkübertragungen. Nicht nur die Kommunikation zwischen den Astronauten im All und der Bodenstation wurde aufgezeichnet, sondern auch die Gespräche des Mission Control, also des Missionskontrollzentrums. (Übrigens ganz schön viel dokumentarisches Material, das man alles hätte fälschen müssen – falls noch irgend einer die Verschwörungstheorie der erfundenen Mondlandung glaubt.)

Die Website bündelt diese Datenmenge und stellt sie chronologisch sortiert zur Verfügung. Raumfahrt- und Mondlandungsfans können die ganze Mission in Echtzeit miterleben. „In Echtzeit auf den Mond“ weiterlesen

Der Tag, an dem die Erde gleich fünfmal unterging

Recursion von Blake Crouch (Amazon Affiliate): Das ist ein Buch, das ich mit Spannung gelesen – und mit dem ich gehadert habe. Es untermauert meine Ansicht, dass Crouch der beste zeitgenössische Autor für literarisch anspruchsvolle und unterbewertete Themen wie Zeitreisen und Parallelwelten ist.

Selbst den Vergleich mit den wegweisenden Werken des Sciencefiction-Genres braucht er nicht zu scheuen. Er überzeugt bei den Figuren. Seine Handlungswendungen lassen einen nicht mehr los. Die Logik innerhalb des Buchs funktioniert, selbst wenn sie nicht mit den Naturgesetzen der richtigen Welt korreliert. Und er ist stilistisch sattelfest: „Der Tag, an dem die Erde gleich fünfmal unterging“ weiterlesen

So viel Zeit muss sein!

mapnificent.net ist ein wirklich hübscher Webdienst, der einmal mehr eindrücklich beweist, weswegen möglichst viele Daten offen sein sollten. Ich habe schon 2017 den Aufruf Werdet Fans von Open Data! gestartet. Bislang leider nicht mit dem durchschlagenden Erfolg, den ich mir erhofft habe. Aber womöglich liegt das auch an mir selbst: Ich reite nicht so oft auf open data herum, wie ich es tun sollte.

Darum hier ein kleiner Tipp, der diesem Begehren Nachdruck verleihen soll. Der Dienst operiert mit offenen Daten aus aller Welt. Im Fall der Schweiz kommen die Daten und offenen Schnittstellen der SBB zum Einsatz, über die ich beim Nerdfunk eine ganze Sendung gemacht habe. Die Idee von Mapnificent ist, uns aufzuzeigen, wie weit man in einer vorgegebenen Zeit reisen kann.

Ein Beispiel: Man hockt in den Ferien in einem gottverlassenen Kaff irgendwo in einem Land, das man vielleicht besser nicht bereist hätte. „So viel Zeit muss sein!“ weiterlesen

Das Tracking bei smarten Fernsehern stoppen

Ich habe mich neulich mit den Sicherheits-Problemen des Internet of Things (IoT) im Allgemeinen und den Lücken und fragwürdigen Hersteller-Machenschaften bei den smarten Fernsehern im Speziellen beschäftigt: Smart-TVs sind anfällig für Viren und Spionage heisst der (nur via Abo-Plus) zugängliche Beitrag.

Dabei habe ich mich an einen Tipp erinnert, der vor einiger Zeit hier im Blog erschienen ist. Im Beitrag Netzsperren für Werbung stelle ich die Möglichkeit vor, über einen speziellen DNS-Server jene Domänen zu blockieren, die für Werbe- und Tracking-Zwecke benutzt werden. Das ist geradezu ideal für IoT-Geräte, bei denen man keinen Werbeblocker installieren kann oder will.

Darum also die Frage: Kann man beim typischen smarten Fernseher die DNS-Adresse ändern, zum Beispiel auf 194.150.168.169? „Das Tracking bei smarten Fernsehern stoppen“ weiterlesen

Wenn Zaubernerds Kinder kriegen

Die Magic 2.0-Reihe von Scott Meyer ist um einen Teil reicher. Die sechste Folge heisst Vexed Generation und ist seit wenigen Wochen erhältlich. Und da ich bisher alle Folgen besprochen habe (1, 2, 3, 4 und 5), gibt es keinen Grund, damit nun aufzuhören. Zumal die neueste Folge zu den besseren gehört. (Ich würde sie an dritter Stelle, nach drei und eins ansiedeln.)

Da es nun wenig Sinn hat, mit der sechsten Folge einer solchen Reihe einzusteigen, hier die Empfehlung, doch bitte einen Blick auf Off to be the wizard zu werfen, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind.

A). Man muss mit einer schrägen Story-Idee etwas anfangen können, wenn man sich auf Scott Meyer einlassen will. Denn in Magic 2.0 werden Nerds zu Zauberern. Meyer hat sich offensichtlich von Arthur C. Clarke inspirieren lassen. Der grosse britische Sciencefiction-Autor hat bekanntlich Folgendes gesagt:

Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.

«Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden» ist das dritte der Clarkeschen Gesetze. Und darum sind diese Nerds hier der Magie mächtig. Sie haben nämlich alle herausgefunden, dass die Wirklichkeit von einer grossen Datenbank gesteuert wird. Diese Datei enthält quasi die Parameter der Wirklichkeit. Sie ist per Texteditor les- und veränderbar. Und wenn man das tut, verändert man die Realität: Sich selbst,die Gegenstände um einen herum, Raum und Zeit.

Das ist erstens eine gute Erklärung für übernatürliche Kräfte – auch wenn natürlich eine Frage unbeantwortet bleibt. „Wenn Zaubernerds Kinder kriegen“ weiterlesen

Ein heisser Tipp für Tastaturakrobaten

HotkeyP ist wieder einmal eine schöne Leserempfehlung. Ich habe sie als Reaktion auf meinen Beitrag Wie nutzlos ist die Windows-Taste? erhalten. Bei dem ging es, dem Titel zum Trotz, um die Menütaste. Und die Empfehlung ist natürlich nahe liegend. Wenn die Menütaste von Haus aus nichts Vernünftiges tut, dann sollte man sie mit einem Hilfsprogramm dazu bringen, etwas Vernünftiges zu tun.

HotkeyP gibt es kostenlos, und das Programm gefällt mir schon mal gut: Es kommt ohne Installationsprogramm, nur in einer Zip-Datei verpackt. Das bedeutet, dass man selbst dafür zuständig ist, es in einen Programmordner zu versorgen und mit einer Verknüpfung im Startmenü auszustatten. Dafür weiss man schon mal, dass es nicht irgendwelche nutzlosen Dateien irgendwohin ballert und das ganze System mit nutzlosem Kram vollseucht. Das ist mir den Mehraufwand wert. „Ein heisser Tipp für Tastaturakrobaten“ weiterlesen