Cineastische Feinkost im Breitbildformat

Zweieinhalb heisse Tipps in einem einzigen Blogpost: Ihr erfahrt von zwei Filmpodcasts, die beide «70mm» heissen. Und von einem spannenden netzkulturellen Phänomen für Filmnerds.

Podcasts für Cineasten sind nicht gerade ein seltenes Phänomen – eher im Gegenteil. Es gibt sie in allen Geschmacksrichtungen und für sämtliche Vorlieben. Und auch in exotischen bis absurden Ausprägungen.

In die letztere Kategorie würde ich Minutenweise Matrix einsortieren. Bei diesem Projekt sind eine Handvoll Verrückter – und es tut mir leid, dass mir keine andere Bezeichnung für diese Leute einfällt – auf die Idee verfallen, den Film Matrix von 1999 und den Wachowskis, in Schnipsel von je einer Minute aufzuteilen und in einer einzelnen Podcast-Folge zu würdigen: «Insgesamt sind wir auf knapp 70 Stunden gekommen, um diesen 137 Minuten dauernden Film zu besprechen.»

Sosehr ich das Engagement schätze, fehlt mir leider die Zeit für derlei Eskapaden. Aber ich verspreche: Nach meiner Pensionierung werde ich mir ein, zwei Folgen anhören.

Aber ich habe einen Film-Podcast entdeckt, der mir nach einigen Folgen noch immer recht gut gefällt: „Cineastische Feinkost im Breitbildformat“ weiterlesen

Da springt der E-Mail-Funke

Die Mailapp, die alles kann: Spark hat mich in eine grössere Begeisterung versetzt, als ich es für möglich gehalten hätte.

Nachdem ich mich noch im letzten Jahr darüber beklagt hatte, dass die Mail-App von Apple am iPhone und iPad zwar ihren Zweck erfüllt, aber ansonsten nicht gerade der Überflieger ist, mache ich nun mein Versprechen wahr und werfe einen Blick auf Spark.

Das ist eine Mail-App, die es fürs iPhone, iPad, den Mac und Android gibt und die von sich nicht gerade unbescheiden behauptet, sie sei die beste E-Mail-App – zumindest für jene Plattformen, auf denen sie verfügbar ist. Eine Windows-Variante steht seit längerem in Aussicht, hat sich aber noch nicht materialisiert. Ich habe mir die iPhone-Variante angeschaut.

Der erste Eindruck von Spark ist positiv: Die App macht einen modernen Eindruck und macht genau das, was ich von einem Mailclient am Smartphone erwarte: „Da springt der E-Mail-Funke“ weiterlesen

Der Berliner Frontalangriff auf Google

Bei der Websuche ist es fast unmöglich, gegen Google anzustinken. Doch jetzt habe ich Xayn entdeckt: Eine Such-App fürs Smartphone, die eine echte Alternative darstellt.

Ich habe in letzter Zeit immer mal wieder alternative Suchmaschinen vorgestellt: Hier Tiger.ch, hier privado.com, hier Bing und hier die grössten Google-Konkurrenten, namentlich Duck Duck Go, Qwant und Swisscows.

Man sollte meinen, der Nachschub neuen Internetrecherchewerkzeugen würde irgendwann einmal versiegen, zumal Google dieses Geschäft sosehr beherrscht, dass ich selbst Apple nur bescheidene Erfolgschancen zugebilligt habe, diese Dominanz zu brechen. Siehe: Wie wahrscheinlich ist eine Suchmaschine von Apple?

Ungeachtet dieser Tatsache habe ich schon wieder zwei Hinweise auf Ausweichmöglichkeiten erhalten:

Trooia: Anonyme Google-Suchresultate – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das ist erstens Trooia. Diese Suchmaschine lässt sich schnell abhandeln. Sie greift auf Google zu, aber in anonymisierter Form.

Die Darstellung der Suchresultate ist nicht gerade elaboriert, sodass ich dieses Werkzeug nur für genau den Zweck empfehlen würde, dass man besonders sensible Dinge googeln möchte, die auf keinen Fall ins Nutzerprofil einfliessen sollen.

Zweitens Xayn. Er ist zweifellos der interessantere Kandidat von beiden. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er keine Websuchmaschine ist, sondern eine Recherche-App, die es fürs iPhone und für Android gibt. Und ja: Eine Die konsequente Fokussierung auf die mobile Nutzung wäre tatsächlich ein spannendes Alleinstellungsmerkmal. „Der Berliner Frontalangriff auf Google“ weiterlesen

Bei Netflix die Untertitel abgreifen – und andere Webhacks

Wie man im Netz ein bisschen Schindluder treibt – mit den Entwicklertools von Firefox und Chrome oder aber mit raffinierten Benutzerscripts.

Neulich hat jemand auf Twitter diese Anleitung durchgereicht, mit der man bei Netflix Untertitel abgreifen können sollte.

Und klar: Das musste ich sofort ausprobieren. Ich habe zwar keinen unmittelbaren Anwendungszweck für gerippte Untertitel. Aber es ist ein cooler Hack. Und es könnte durchaus die Situation auftauchen, wo man einen konkreten Nutzen aus ihm ziehen könnte: Zum Beispiel, wenn man in einem Blogpost auf einen längeren Dialog in einem Film oder einer Serie eingehen will. Und natürlich gibt es auch schulische oder wissenschaftliche Situationen, in denen man Dialoge aus Filmen studieren möchte.

Theoretisch sollte das Untertitel-Ripping wie folgt gehen: „Bei Netflix die Untertitel abgreifen – und andere Webhacks“ weiterlesen

Die praktischen neuen Wegwerf-Apps von Apple

Die App Clips verursachen kein Littering, sondern halten im Gegenteil das iPhone sauber. Doch so gut die Idee auch ist – ich musste etwas suchen, um überhaupt einen echten App-Clip aufzuspüren.

Eine der Neuerungen von iOS 14 sind die App Clips. Das ist eine Art Mini-App, die ohne explizite Installation auf dem Gerät landet und sich nach Gebrauch auch wieder in Luft auflöst. Etwas despektierlich würde man das Wegwerf-App nennen.

Es gibt diese Apps im Web. Interessanter ist jedoch die Möglichkeit, ihnen in der realen Welt zu begegnen: Man kann sie sich über einen QR-Code besorgen – oder, noch komfortabler, über einen NFC-Tag. Das sind diese kleinen, vielseitigen Etiketten, schon vor Einführung der App Clips eine Menge draufhatten. Einige der Möglichkeiten beschreibe ich im Beitrag Warum bei mir jetzt überall solche Kleber kleben.

In einem Dokument für die Entwickler beschreibt Apple noch einige Details und erklärt, für welche Anwendungsfälle diese Mini-Apps gedacht sind: „Die praktischen neuen Wegwerf-Apps von Apple“ weiterlesen

Gutenacht-Lektüre für eure Nerd-Kinder

Meine Tochter und ich haben ein gemeinsames Lieblingsbuch. Das grossartige «Goodnight Stories for Rebel Girls».

Auf den ersten Blick könnte man denken, dass ich mit dem heutigen Buchtipp meine Kategorie der Nerdliteratur überstrapaziere. Es geht nämlich um ein Buch, das ich meiner Tochter geschenkt habe. Sie ist 4½ und dementsprechend noch nicht in einem Alter, in dem sie Spass an schrägen Zeitreise- oder Multiversums-Abenteuern hätte. Die Helden dürfen gerne noch etwas einfacher gestrickt sein – wie die mutigen Hunde aus der (aus meiner Sicht etwas fragwürdigen) Fernsehserie «Paw Patrol».

Doch wenn man genauer hinschaut, dann ist der Nerdaspekt nicht zu übersehen. Weder bei den Fellfreunden alias Marshall, Chase, Rubble, Rocky und Zuma, noch bei dem Buch, um das es heute eigentlich gehen soll. Die Hunde in «Paw Patrol» sind offensichtliche Nerds, weil sie für alle ihre Aufgaben irgendwelche Gadgets benötigen – genauso, wie wir ausgewachsenen Nerds.

Wenn man bei Wikipedia nachliest, dann erfährt man, dass diese Serie vor allem ein Marketing-Vehikel für all die Spielzeuge, die zu ihr angeboten werden: „Gutenacht-Lektüre für eure Nerd-Kinder“ weiterlesen

God save the Bundesrat!

Ist das simpler Schabernack, was der Flags Mashup Bot betreibt – oder schon künstlich intelligente Satire? Jedenfalls handelt es sich um einen der amüsantesten Twitter-Bots überhaupt.

Man hat mich noch nie fahnenschwenkend durch die Strassen laufen sehen. Dafür fehlt mir die adäquate Grundhaltung. Die Fahnen hatten, wie man bei Wikipedia nachlesen darf, ursprünglich eine militärische Bedeutung. Sie halfen Soldaten dabei, ihre Einheit wiederzufinden und nicht versehentlich auf der Seite des Feindes das Kriegshandwerk zu verrichten.

Auch heute sind Fahnen vor allem Ausdruck der bedingungslosen Verehrung als einer kritischen Grundhaltung. Und ja, sie sind auch identitätsstiftend. In dieser Funktion kann ich mit ihnen leben – sodass ich auch schon an einer Erstaugustfeier sass, ohne das Gefühl zu haben, mich konstant von den überall drapierten Nationalsymbolen distanzieren zu müssen. (Das ist aber wirklich schon lange her.)

Dennoch hatte ich während gewisser Phasen meines Lebens intensiv mit Fahnen zu tun. Nämlich ungefähr 1996, wo ich bei meinem damaligen Arbeitgeber an einem Multimediaprojekt mitgearbeitet habe. Das hiess «Swiss Publishing CD» und wird im Beitrag Eine Ära geht zu Ende ausführlich gewürdigt:  Wir haben damals eine Schweizer Clipart-Sammlung zusammengetragen. Die Fahnen von Ländern, Kantonen und Gemeinden waren ein zentraler Bestandteil dieser Sammlung und ich habe selbst diverse Fahnen in Illustrator als Vektorgrafik digitalisiert. „God save the Bundesrat!“ weiterlesen

Unkompliziert Dateien verschwinden lassen und wieder zum Vorschein bringen

Eine einfache Methode, wie man beim Mac versteckte Dateien und Ordner anzeigt und selbst versteckte Datenablagen einrichtet.

Einmal mehr nehme ich mir vor, wieder kürzer zu bloggen. Und natürlich werde ich auch dieses Jahr scheitern – aber vielleicht klappt es ja beim wenigstens bei den ersten paar Versuchen.

Also, hier geht es um einen praktischen kleinen Tipp für den Mac, der in der geschilderten Weise meines Wissens erst seit einigen Versionen des Betriebssystems funktioniert – aber überaus praktisch ist.

Der Trick bezieht sich auf die unsichtbaren Dateien beim Mac. Die meisten Betriebssysteme verstecken gewisse Dinge vor dem Benutzer. Sie tun das, damit der Benutzer nicht abgelenkt wird durch Dateien und Ordner, die er nicht direkt bearbeiten muss.

Und ein gewisser Selbsterhaltungstrieb kann man den Betriebssystemen auch unterstellen: „Unkompliziert Dateien verschwinden lassen und wieder zum Vorschein bringen“ weiterlesen

Microsoft 365 raubt mir (einmal mehr) den letzten Nerv

Mit Microsofts Miet-Office habe ich abermals eine böse Überraschung erlebt: Aus unerfindlichen Gründen hat sich Access in Luft aufgelöst.

Ihr wisst alle, dass ich kein Fan von Mietsoftware bin. Ich habe in diesem Blog jedes einzelne Problem im Zusammenhang mit dem SaaS-Lizenzmodell haarklein berichtet. Und wisst ihr was? Ich werde das auch weiterhin tun. Allein aus dem Grund, um zu belegen, dass es eben nicht so ist, dass diese Probleme die Ausnahme sind. Im Gegenteil: Sie sind meiner Beobachtung nach die Regel – und ein Grund, der die Zuverlässigkeit der Software gegenüber von klassischer Kaufsoftware deutlich herabsetzt.

Also, das Problem, um das es heute geht, wäre keines gewesen, wenn ich es geschafft hätte, mein Projekt 2020 rechtzeitig in die Tat umzusetzen. „Microsoft 365 raubt mir (einmal mehr) den letzten Nerv“ weiterlesen

Der Nonstop-Hass in meiner Inbox

Als Journalist bekommt man immer mal wieder Mails, die man schulterzuckend zur Kenntnis nimmt. In diesem Blogpost geht es um einen Fall aus meiner Inbox, der mich erst schockiert und dann traurig gestimmt hat.

Als Journalist landet man immer mal wieder auf dem Mailverteiler eines besorgten oder erregten Bürgers. Man erhält Aussendungen, in denen es um Sachverhalte geht, die der Absender unbedingt in der Zeitung lesen oder über die elektronischen Medien verbreitet haben möchte. Meistens erhält man auch gleich eine Anleitung mitgeliefert, mit welchen Worten und Vorwürfen ein bestimmter Politiker, Wirtschaftsboss, Promi oder Behördenvertreter eingedeckt werden muss.

Typischerweise werden solche Mails an sehr viele Empfänger versandt: Dutzende oder sogar Hunderte Leute. Und meistens sind die Absender nicht sehr wählerisch, an wen sie die Mails verschicken: Adressiert wird jeder, der mehr als zwei Artikel für irgend ein Käseblatt geschrieben und seine Mailadresse im Internet hinterlassen hat.

Ich kann vorwegschicken, dass das Giesskannenprinzip keine zweckdienliche Methode ist, um Medienvertretern eine Information zukommen zu lassen. Um Erfolg zu haben, muss man als angehender Whistleblower zwei Bedingungen erfüllen: „Der Nonstop-Hass in meiner Inbox“ weiterlesen