Ein Google-Docs-Tipp für Geheimniskrämer

Eine Methode, um in freigegebenen Google-Docs private Abschnitte einzurichten.

Ich bin kein besonders leidenschaftlicher Anwender von Google Docs. Aber für gemeinsam bewirtschaftete Dokumente ist Googles Wolkenbüro ohne Zweifel praktisch: Die allermeisten Leute kennen es und kommen damit klar. Und es gibt alle Funktionen, die man braucht. (Abgesehen von einer vernünftigen Organisation der Dokumente – bei einer grösseren Dokumentenablage ist Google Docs eine bare Katastrophe. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Etwas gibt es allerdings, was mir fehlt. Ich würde gerne in freigegebenen Google Docs private Informationen unterbringen können.

Warum? Hier ein reales Beispiel aus meiner Praxis: Beim Nerdfunk verwenden wir für die Sendemanuskripte Google Docs. Da dürfen in den meisten Fällen alle alles sehen. Aber es gibt Situationen, in denen man einige Dinge für sich behalten möchte: „Ein Google-Docs-Tipp für Geheimniskrämer“ weiterlesen

Wie man von einem Streamingdienst zu einem anderen wechselt

Datenaustausch zwischen Spotify, Apple Music, Tidal und Co: Zwei Apps, mit denen man seine Daten von einem Musikstreamingdienst zu einem anderen überträgt.

Ist man seinem Musikstreamingdienst ausgeliefert – oder hat man die Chance, Wiedergabelisten, -Historie und Lieblingsmusik abzuziehen und selbst lokal zu verwenden oder bei einem anderen Dienst einzuspeisen?

Das ist eine entscheidende Frage, die man sich stellen sollte, bevor man sich dazu entschliesst, die eigene Plattensammlung – egal ob auf Vinyl, CD, Kassette oder Festplatte – zu Gunsten von Spotify, Apple Music, Google Music oder Tidal aufzugeben. Und da wären auch noch Amazon Music Unlimited, Pandora und Soundcloud.

Ich habe neulich die Möglichkeiten des Daten-Exports durchgespielt und analysiert. Im Beitrag Spotify, gib mal meine Daten her finden sich meine Erkenntnisse. Am Ende des Beitrags findet sich ausserdem eine Kurzfassung in Videoform. Fazit des Experiments: Der Datenexport funktioniert und ist, mit einigen Einschränkungen, nützlich. Aber sonderlich viel lässt sich direkt mit den exportierten Daten nicht anstellen.

Aber es gibt Apps, die Daten ohne Umweg über eine Exportdatei direkt von einem Dienst zum anderen transferieren. Das ist zum einen Stamp für Android, das iPhone und den Desktop. Zum anderen Song Shift, nur fürs für iPhone.

Ich habe beide Apps getestet, und das Fazit ist eindeutig: „Wie man von einem Streamingdienst zu einem anderen wechselt“ weiterlesen

Spotify, gib mal meine Daten her

Die Datenschutz-Grundverordnung gibt uns Nutzern¹ ein interessantes Recht: Nämlich das Recht auf Datenportabilität. Wir sollten die Möglichkeit bekommen, unsere Daten aus Webdiensten abzuziehen und selbst weiterzunutzen oder bei einem anderen Dienstleister zu deponieren.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Denn wieso würden wir Nutzer überhaupt auf die Idee kommen, einem Dienst unsere Daten anzuvertrauen, wenn wir nicht sicher sein können, dass wir sie zurückbekommen, wenn wir das wünschen?

Aber offensichtlich machen sich nur wenige Leute diese Gedanken. Wir sind von proprietären Dateiformaten und anderen Lock-In-Mechanismen schon derartig darauf konditioniert, dass Datenportabilität nicht existiert, dass wir eine beträchtliche Akzeptanz und Leidensfähigkeit entwickelt haben.

Das soll aber nicht heissen, dass das so bleiben muss. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Exportfunktionen bei diversen Diensten zu testen und sie zu besprechen: „Spotify, gib mal meine Daten her“ weiterlesen

Foodporn für die Krankenkasse

Meine Krankenkasse hat eine App namens Sanitas Active (iPhone/Android), die Bewegung mit Münzen belohnt, die sich in Gutscheine, zum Beispiel von Digitec umwandeln lassen. Dazu wird meine tägliche Schrittzahl erfasst. Auch Schwimmen und Velofahren wird berücksichtigt.

Ich habe die App vor bald drei Jahren im Beitrag Wie gross wird die Reue sein? vorgestellt. Und um die Frage im Titel zu beantworten: Bis jetzt habe ich es nicht bereut. Ich denke, sie übt einen gewissen Ansporn auf mich aus, das Ziel zu erreichen, das mir die App setzt. (Es sind 10’000 Schritte, wobei man die Zahl mit Schwimmen oder Velofahren entsprechend reduzieren kann.)

Die Datenschutzbedenken sind in der Zeit nicht komplett gewichen – aber wie auch im Beitrag Die Schweissmasche ausgeführt, ist meine Schrittzahl keine sonderlich intime Information. Es gibt kein wirkliches Missbrauchspotenzial. „Foodporn für die Krankenkasse“ weiterlesen

Konkurrenz belebt das Suchmaschinen-Geschäft

Im Beitrag Suchmaschinen? Miese Versager sind sie alle! habe ich einen kleinen Vergleich zwischen Google, Bing, Duck Duck Go, Qwant und Swisscows angestellt. Allerdings vor allem aus meiner Perspektive als Egogoogler. Für das grössere Publikum ist das mutmasslich nicht sonderlich interessant.

Darum bin ich auf die Idee verfallen, ein Remake anzufertigen, aber mit Fällen von allgemeinem Interesse. Ich wollte herausfinden, in welchen Fällen die Konkurrenten besser sind als Google. Ich habe dazu selbst Tests angestellt und auch gegoogelt im Web recherchiert, ob andere das schon gemacht haben. Die Erkenntnis war: Nein, offenbar nicht.

Das wundert nicht, denn es ist tatsächlich so, dass Google sehr oft das beste Resultat liefert – oder zumindest ähnlich gut ist wie die Konkurrenz. Und die alte Erkenntnis gilt weiterhin, dass es nicht reicht, ähnlich gut zu sein wie der Spitzenreiter. Um Leute zum Umstieg zu bewegen, muss man mindestens doppelt so gut sein, sonst machen sich die Anwender diese Mühe nicht.

Trotzdem habe ich das Video gemacht – mit vier Beispielen, bei denen die Konkurrenz besser ist. Beziehungsweise Google einfach nicht sonderlich gut performt: „Konkurrenz belebt das Suchmaschinen-Geschäft“ weiterlesen

Ein VPN direkt in Firefox

Die Mozilla-Stiftung ist seit längerem dabei, den Firefox-Browser auf Sicherheit und Datenschutz zu trimmen. Absolut naheliegend: Das sind die Bereiche, in denen die Konkurrenz zwangsläufig weniger zu bieten hat.

Oder kann sich jemand vorstellen, dass Google alles tut, um mit Chrome den Datensammlern das Leben zu erschweren? Eben. Und auch Microsoft ist nicht als der Vorzeige-Datenschützer bekannt. Am ehesten würde ich in dieser Rolle Apple trauen. Aber Safari gibt es nicht für Windows. Und er hat mir auch bezüglich Erweiterungen zu wenig zu bieten.

Die neueste Errungenschaft der Mozilla-Stiftung ist das Firefox Private Network: Ein VPN, das künftig vielleicht direkt im Browser eingebaut ist. Zur Erinnerung: Ein VPN ist ein Mechanismus, um die Identität im Netz zu verschleiern. „Ein VPN direkt in Firefox“ weiterlesen

Fusspilz statt Grippe

Ohne mein explizites Zutun hat es sich ergeben, dass ich mit den digitalen Patentrezept-Videos jeweils mit einem Sicherheitsthema ins neue Jahr starte. 2019 ging es um den Schutz vor Datendieben. 2018 waren die Massnahmen gegen Sicherheitslücken bei Mobil- und Desktopgeräten das Thema. 2017 stellte sich die Frage: Wurden Sie gehackt?

So schien es mir nicht verkehrt, 2020 mit Tipps zur Sicherheit bei Smartphones zu starten.

Wie üblich ist das ein weites Feld – und es gibt sehr viel, was man tun könnte und tun sollte. Da die meisten Nutzer (ich übrigens eingeschlossen) nur eine beschränkte Geduld mit solchen Empfehlungen haben und auch nicht endlos Zeit in die Absicherung der Geräte investieren wollen, habe ich versucht, mich auf die absolut wesentlichen Dinge zu beschränken und sie zu priorisieren. So kann jeder zumindest das Nötige tun und entscheiden, wie viel er von den weniger dringlichen Tipps beherzigen will.

Und das ist das Video mit den Tipps: „Fusspilz statt Grippe“ weiterlesen

Eine unterbewertete Datenschutz-App

Gestern ging es an dieser Stelle im Beitrag Den Datensammlern eine lange Nase! um den Schutz der privaten Daten im Netz und um den Brave-Browser. Bei meinen Recherchen zu diesem Beitrag bin ich auf einen einheimischen Kämpfer für die Privatsphäre gestossen. Er heisst Snow Haze und ist bislang fürs iPhone erhältlich.

In der Schweiz haben sich diverse Medien mit der App beschäftigt. SRF hat die App und die Macher 2018 vorgestellt. Laut «Blick» verhindert sie sogar «peinliche Porno-Pannen». Allerdings hat es die App nie über die Landesgrenzen hinaus geschafft. Ich habe auf keiner der grossen internationalen Tech-Websites einen Artikel zu Snow Haze gefunden, weder in Deutsch noch in Englisch.

Das kann zwei Dinge bedeuten: Entweder haben die internationalen Medien nur den eigenen Bauchnabel vor Augen – und nicht kapiert, dass auch die kleine Schweiz nennenswerte Beiträge zur digitalen Welt beiträgt.

Oder die App ist nicht so herausragend, dass sich eine Würdigung aufdrängen würde.

Wenn man die Berichte der Schweizer Medien liest, dann bekommt man leider den Eindruck, dass das zweite der Fall ist. „Eine unterbewertete Datenschutz-App“ weiterlesen

Den Datensammlern eine lange Nase!

Ich hatte letzthin eine Cookie-Erfahrung, die mich nachhaltig traumatisiert hat. Um mich zu therapieren, habe ich die Erkenntnisse zum Thema auf den neuesten Stand gebracht: Was den Trackingschutz angeht, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die gute Nachricht: Wer mit einem Desktop-Computer im Netz unterwegs ist, hat inzwischen sehr gute Instrumente zur Verfügung. Das gilt selbst für die Leute, die keine Lust haben, Browser-Erweiterungen (wie zum Beispiel Ghostery) zu installieren. Man muss allerdings gewillt sein, Firefox zu benutzen. Denn während sich die Browser in vielen Bereichen nicht gross unterscheiden, sind die Funktionen zum Datenschutz bei Firefox ein echtes Unterscheidungsmerkmal.

Das ist auch kein Wunder: Denn die Mozilla-Stiftung ist in der idealen Position, eine harte Linie zu fahren. Anders als zum Beispiel Google, wo das Datensammeln zum Kern der Geschäftstätigkeit gehört. Und auch Apple kann es sich leisten, Haltung zu zeigen.

Firefox jedenfalls hat die Schutzfunktionen in der letzten Zeit kontinuierlich ausgebaut. Die Version 70 von Safari Firefox bringt noch einmal einen wichtigen Schritt. „Den Datensammlern eine lange Nase!“ weiterlesen

Wie der Zauberwürfelmann zum Whistleblower wurde

Um dieses Buch kommt jemand wie ich nicht herum. Darum ist es auch überhaupt keine Frage, dass es hier im Blog besprochen wird. Wobei ich nun gar nicht allzu viel über den Inhalt verlieren will: Es ist eine Autobiografie und eine Erzählung der Ereignisse, die rund um den 6. Juni 2013 stattgefunden haben. Es erklärt schlüssig, wie es dazu kommen konnte, dass der grösste Datenschutzskandal aller Zeiten stattgefunden hat. Und wie ein Patriot zum «Landesverräter» wurde.

Der Whistleblower war ihm nicht in die Wiege gelegt.

Es geht um Permanent Record, das Buch von Edward Snowden (Amazon deutsch; Amazon Englisch), das Mitte September auf den Markt gekommen ist. Und auch wenn ich es als Pflichtlektüre apostrophiert habe, empfehle ich es unbedingt auch all den Leuten, die ihre Bücher auf rein freiwilliger Basis auswählen dürfen. Denn «Permanent Record» hat mich ab Seite eins überrascht und in den Bann geschlagen.

Ich war schon bei den ersten Kapiteln verblüfft, wie flüssig und leichtfüssig das Buch geschrieben ist. Ich gebe zu, dass das mit meiner vorgefassten Meinung zu tun hatte. Die wiederum fusst auf einer klischierten Vorstellung der Spezies des Nerds, die ich offenbar habe: Ich dachte, dass so einer wie der Snowden eine trockene Schreibe pflegen muss. Er würde sich in den technischen Details von XKeyscore, PRISM und Boundless Informant verlieren, so habe ich befürchtet.

Aber da lag ich doch ziemlich daneben. „Wie der Zauberwürfelmann zum Whistleblower wurde“ weiterlesen