Ein Hoch auf eine Errungenschaft des Internets, die den Kommerzgelüsten von Spotify trotzte und die sich in den letzten zwanzig Jahren vom Nerd-Experiment zum täglichen Begleiter entwickelte, der authentisch bleibt, selbst wenn er Massen verzückt: eine Liebeserklärung an den Podcast.
Kategorie: Nerdkultur
Hier gibt es Inhalte, die ein technikaffines, anspruchsvolles und weltoffenes Publikum ansprechen.
Die Schweizer Presse zeigte sich jahrzehntelang unfähig, Charles Babbage und Ada Lovelace als die Computerpioniere darzustellen, die sie sind. Stattdessen wurden Anekdoten, Klischees und ideologische Deutungen herumgeboten und selbst die grundlegendsten Fakten ignoriert.
Die vertrackten, wahnhaft-psychotischen Beziehungen, die Menschen zu ihren Chatbots pflegen: «Black Box» von «The Guardian» zeichnet Einzelschicksale auf, und auf der analytischen Ebene versucht der Podcast zu erklären, warum wir Menschen in der Maschine unbedingt ein Gegenüber sehen wollen.
«Infinite» von Brian Freeman lotet die Idee der unendlich vielen Erden aus der subjektiven Perspektive aus: Wie gut oder schlecht kann ein Mensch werden, wenn ihm das Leben unterschiedlich mitspielt?
Seit zwölf Jahren gibt es Netflix in der Schweiz. Zeit für eine umfassende Bestandsaufnahme: Waren die Hoffnungen und Ängste von damals berechtigt? Ein Blick ins Archiv zeigt, dass viele der Erwartungen eintrafen – aber die US-amerikanische Medienoffensive nicht so disruptiv war, wie man es im Silicon Valley wohl erwartet hatte.
Marc Elsbergs «Eden» ist ein fulminanter Ökothriller über Artensterben, Klimakrise und die Manipulation der öffentlichen Meinung. Doch ab der Hälfte des Buchs steht ob des atemlosen Tempos nicht nur die Biosphäre unter Stress, sondern auch die Leserin.
Trotz einer gewissen Befangenheit bespreche ich den Podcast «Tod einer Millionärin»: Das ist eine fünfteilige True-Crime-Miniserie über einen Mord im Luzerner Hinterland, bei dem meine Tamedia-Kolleginnen lokales Kolorit mit sauberer Recherche und einigen unnötigen Volten verbinden.
Alan Turing taucht in der Schweizer Presse spät und meist nur als Randnotiz auf. Die Medien brachten ihrem Publikum das Computerzeitalter als Angelegenheit von Militär, Ingenieuren und lebensfernen Wissenschaftlern näher – ein Schicksal, das Turing mit vielen stillen Helden der digitalen Revolution teilt.
1950 war die Schweiz in der technologischen Poleposition: An der ETH Zürich stand der erste kommerzielle Computer weltweit zur Verfügung, die Z4 von Konrad Zuse. Der «Tagesanzeiger» nahm von diesem Umstand Kenntnis – aber er tat alles, um die Bedeutung herunterzuspielen.
Seit dreissig Jahren Tech-Journalist! Es fing 1996 mit der Lotus Smartsuite an und entwickelte sich zu einer rasanten Zeit mit grandiosen Meilensteinen, überzogenen Erwartungen und atemberaubenden Plottwist für die Staffel zwei.
Es lässt sich nicht schönreden: Microsoft hat mit der Surface-Sparte keinen Durchbruch erzielt, sondern vor allem bewiesen, das Windows kein Betriebssystem für Tablets ist. Eine Peinlichkeit auch für mich, weil ich 2013 behauptete, in der Hardware liege Microsofts Zukunft.
Die erstaunliche Wandlung des Avatars: Vom religiösen Begriff wurde er über mehrere Zwischenstationen bei den Multi-User-Dungeons in den 1970er-Jahren zu unserem digitalen Repräsentanten in den sozialen Plattformen und bei Roblox. Ein Pressebericht 1996 nahm viele dieser Entwicklungen treffsicher vorweg.