Damit der Gärtner nicht immer der Pflanzenmörder ist

Leute, die keinen grünen, sondern einen braunen Daumen haben, können sich vom Smart­phone helfen lassen. Die Picture This-App erkennt nicht nur jedes exo­tische Pflänz­lein, sie hat auch Pflege­tipps parat.

Ich hatte vor einiger Zeit eine botanische Phase, in der ich drei Apps zur Bestimmung von Pflanzen vorgestellt habe: Plant Snap, Seek und iNaturalist.

Damals hat mich keine von beiden überzeugt, sodass ich zum Schluss gekommen bin, man könne genauso gut Google Lens verwenden. Also jene Funktion, die eine Suche anhand eines abfotografierten Objekts durchführt. Für Android gibt eine separate App, am iPhone ist diese visuelle Suche in die Google-App eingebaut.

Nun, es gibt in diesem Bereich Neuigkeiten, die ich schon längstens hätte besprechen wollen. Ich habe es bislang nicht getan – und zwar nicht aus Faulheit: „Damit der Gärtner nicht immer der Pflanzenmörder ist“ weiterlesen

Wer hat den schönsten virtuellen Gipfel?

Die Schweizer Gipfel-Iden­ti­fi­zie­rungs-App Peakfinder hat in letzter Zeit Kon­kur­renz bekommen. Der gewich­tigste Heraus­for­derer is Peakvisor. Kann er bestehen?

Die ultimative «Was ist das für ein Berg?»-App ist natürlich Peakfinder (fürs iPhone und Android). Auf die sind wir hierzulande besonders stolz, weil sie von einem Schweizer Entwickler stammt und von internationalen Medien wie «National Geographic» gelobt wurde. Das haben wir selten.

Peakfinder, daran ist nicht zu rütteln, erfüllt den Zweck nach wie vor. Die Augmented-Reality-Erweiterung hat sie noch einmal aufgewertet. Sie erlaubt es, die Berge nicht nur als Konturlinien zu sehen, sondern als Überlagerung des Live-Kamerabilds. Das lässt dann keinen Zweifel mehr daran, welches Spitzchen welchen Namen trägt. Und wie auch «National Geographic» herausstreicht, funktioniert die App auch in der Wildnis, wo kein Mobilfunksignal hinreicht.

Trotz voller Zufriedenheit mit der App kam ich nicht umhin, ein Konkurrenzprodukt anzusehen: „Wer hat den schönsten virtuellen Gipfel?“ weiterlesen

Nein, es ist nicht egal, wenn Apps Daten sammeln

Ich stelle mich ungeniert in die Reihe der «New York Times»-Kolumnisten, die neulich öffentlich einen eigenen Fehler eingestanden haben. Und ich erkläre: Ich lag falsch, als ich 2010 behauptet habe: «Apps sammeln Daten – na und?».

Die Kolumnisten der «New York Times» haben sich neulich öffentlich selbst gegeisselt. Sie haben alte Kolumnen aufgegriffen, in denen sie Meinungen vertreten haben, die sie heute nicht mehr vertreten. Paul Krugman gab zu, sich bezüglich der Inflation geirrt zu haben. Bret Stephens revidierte seine Meinung über die Trump-Wähler. Und, für mich besonders interessant, Farhad Manjoos Mea-Culpa unter dem Titel I Was Wrong About Facebook.

Nun machen wir uns nichts vor: Öffentlich Fehler einzugestehen, ist kein Akt der reinen Demut. Im Gegenteil: Es ist ein klares Signal, dass man lernfähig ist – und eine Abgrenzung gegenüber Leuten, die stur an ihren Positionen festhalten, selbst wenn die Welt sich weiterdreht und die Menschheit neues Wissen gewinnt. Es ist Virtue signalling in die Richtung der Republikaner, die sich leider tatsächlich als völlig resistent gegen jeglichen Erkenntnisgewinn erweisen.

Ich habe mich gefragt, ob ich selbst öffentlich wirksam einen Irrtum eingestehen könnte – <ironie>zumal ich, wie ihr alle wisst, ein wahnsinnig lernfähiges Wesen bin</ironie>. „Nein, es ist nicht egal, wenn Apps Daten sammeln“ weiterlesen

Fotos, Videos und Bildcollagen – alles aus einer App

Inshot ist ein Editor, der alle multimedialen Bedürfnisse mit einer Klappe erschlagen will. Kann das gutgehen? Nach einem ausführlichen Test ist mein Verdikt ein unter Vorbehalten geäussertes Ja.

Eine der unbestreitbaren Verdienste des Smartphones besteht darin, dass es den Software-Suiten¹ den Garaus gemacht hat. Statt riesiger Programmsammlungen, die für alle möglichen und unmöglichen Tätigkeitsfelder gerüstet sind, gibt es Apps, die sich nur einer bestimmten, überschaubaren Aufgabe widmen und dafür schlank und einfach sind.

Sollte man meinen. Doch es gibt auch Gegenbeispiele. Ein solches ist die InShot-App. Sie ist Video-Editor, Bildbearbeitungsprogramm und Collage-Gestalter in einem. InShot ist fürs iPhone und iPad und für Android erhältlich.

An dieser Stelle kann bereits einen Teil meines Fazits vorwegnehmen: „Fotos, Videos und Bildcollagen – alles aus einer App“ weiterlesen

Die praktische Bildschirmaufnahme von Android 11

In den Schnell­ein­stel­lungen gibt es praktische Verbes­serungen. Die Bildschirm­aufzeichnung ist eine davon – weitere sind die Info-Weiter­gabe direkt an ein anderes Gerät, der Daten­spar­modus, Voice over WLAN und die Schlafens­zeit.

Als ich längst nicht mehr daran glaubte, hat mich Android 11 doch noch ereilt. Nicht mich persönlich – ich laufe nach wie vor mit meinem eigenen Betriebssystem –, sondern das Nokia 7.2, das ich für meine Berichterstattung zu Google-Smartphones einsetze.

Leider ist Android 11 auf diesem Gerät keine Freude. Es ist zu langsam und strapaziert meine Nerven. Doch darüber habe ich mich schon anderswo beklagt. An dieser Stelle soll es um eine Neuerung gehen, die mir gut gefällt.

Android 11 macht es jetzt möglich, ohne Zusatz-Apps Screencasts aufzunehmen: „Die praktische Bildschirmaufnahme von Android 11“ weiterlesen

Kalorienzählen lohnt sich nicht, my darling

Die Yazio-App im Test: Mit ihr führt man ein Ernä­hrungs-Tage­buch, zählt Kalo­rien und erfasst Akti­vi­täten oder zieht eine Fasten­kur durch.

Ohne Verzicht? Tatsächlich?

«Erreiche dein Ziel auch ohne Verzicht». Dieses Versprechen gibt mir die Yazio-App beim allerersten Start. Und sie stellt unsere noch frische Beziehung gleich auf die Probe. Denn ich habe meine Zweifel, ob diese Zusage haltbar ist. Schliesslich will Yazio mir beim Fasten und Kalorienzählen helfen. Für viele Leute – mich inklusive – ist Fasten der Inbegriff des Verzichts.

Gut, man kann dagegenhalten, dass man keine Entsagung leistet, wenn man sich umgewöhnt – und statt des Schnitzels mit Pommes mit gleichem Genuss einen mit Hüttenkäse garnierten Gartensalat vertilgt. Man kann das so sehen, aber auch für Schönfärberei halten. Wie man urteilt – man gnadenlos oder auch einmal Fünf geradeseinlässt – ist eine Frage des Charakters.

Was mich angeht: Ich bin ein harter Hund zu mir selbst. „Kalorienzählen lohnt sich nicht, my darling“ weiterlesen

Wie man seine digitale Haut zum Markt trägt

«Bits about me» will uns ermöglichen, persönliche Daten zu Geld zu machen. Theo­retisch ist das ein logischer Ansatz. In der Praxis bleiben Zweifel, ob sich dieser «Fair­trade für Daten» für die Nutzer lohnt.

Beitragsbild: Bzw. wie man digital die Hosen herunterlässt (Pixabay, Pexels-Lizenz).

Als die Krankenkassen damit angefangen haben, uns im Gegenzug für den Zugang zum Schrittzähler im Handy mit Gutscheinen zu entschädigen, habe ich dafür plädiert, dass das erst der Anfang eines neuen Umgangs mit persönlichen Daten ist: Wir müssen zu klugen Daten-Investoren werden, lautete die Forderung.

Bisher ist es so, dass wir unsere Daten weitergeben, ohne über deren Wert zu verhandeln. Wir bekommen dafür im Gegenzug Dienstleistungen z.B. von Google und Facebook. Bei diesem Modell bleibt im Dunkeln, ob diese Entschädigung angemessen ist. Vermutlich ist sie es nicht; zumindest, wenn wir uns Hannes Grasseggers Buch Das Kapital bin ich vergegenwärtigen, das ich hier besprochen habe.

Eine App, die diese den Verkauf persönlicher Daten institutionalisieren will, heisst Bits about me. «Fairtrade für Daten» ist das Schlagwort auf bitsabout.me: „Wie man seine digitale Haut zum Markt trägt“ weiterlesen

Android One ist noch immer ein Rohrkrepierer

Nutzer eines Nokia-Smartphones mussten lange, sehr lange auf das versprochene Update auf Android 11 warten. Nun ist es da – und leider stellt sich eher Frust denn Freude ein.

Android One sei ein Rohrkrepierer, habe ich behauptet. Anlass für diese Unmutsäusserung war der Umstand, dass mein Nokia 7.2 im Januar noch immer mit Android 10 herumdümpelte, obwohl bereits Android 12 in den Startlöchern stand. Das war meines Erachtens ein Bruch des Versprechens hinter Android One. Das ist eine Initiative von Google, die dafür sorgen sollte, dass Smartphones mit dem entsprechenden Logo mindestens für zwei Jahre mit den neuesten Betriebssystemen versorgt würden.

Auch «Android Authority» hat diesen Vorwurf erhoben und HMD Global damit konfrontiert. Das ist das Unternehmen, das die Geräte mit dem Nokia-Label heute verantwortet, und der Marketing-Chefzeigte sich erstaunlich einsichtig. Stephan Taylor antwortete wie folgt: „Android One ist noch immer ein Rohrkrepierer“ weiterlesen

App-Tracker bei Android aufspüren und unschädlich machen

Warden untersucht auf Android-Telefonen die instal­lier­ten Apps, zeigt auf, welche Tracker und Logger sie ver­wen­den und bietet an, diese zu ent­fernen. Das ver­bes­sert den Daten­schutz, ist aber nicht un­gefähr­lich.

Im Web werden wir getrackt – das sind wir uns gewohnt. Weniger bekannt ist, dass auch Apps jede Regung von uns Nutzerinnen und Nutzern aufzeichnen, auswerten, speichern und – vermutlich – auch in personalisierter oder anonymisierter Form weiterverkaufen: App Tracking: Es ist noch viel, viel schlimmer, war mein Fazit, nachdem ich mir Exodus angeschaut hatte: Das ist eine Website, die aufzeigt, welche Tracker in welcher App enthalten sind. Die Erkenntnis damals: Es gibt kaum eine App, die nicht trackt. Und manche Apps haben Dutzende solcher Komponenten von verschiedenen Datensammlern eingebaut.

Nun hat mich @kiki auf Mastodon auf ein spannendes Projekt in diesem Zusammenhang hingewiesen: „App-Tracker bei Android aufspüren und unschädlich machen“ weiterlesen

Sieben Tipps für Garmin-Uhren

Garmin-Uhren haben eine Unmenge an Funk­tionen und Kon­fi­gu­rations­mög­lich­kei­ten für den Alltag, das Sport­tra­cking und für Nerds: Wie man Anzeige und Nutzung opti­miert und an seine Vor­lie­ben anpasst.

Am Anfang gleich eine Einschränkung: Die Tipps hier dürften nicht universell sein. Ich habe sie mit der hier ausführlich getesteten Fenix 7s ausprobiert. Aber natürlich haben nicht alle Sportuhren von Garmin den gleichen Funktionsumfang, weswegen die Tipps nicht universell funktionieren. Leider sprengt es meine Möglichkeiten, hier die unterstützten Modelle anzugeben.

1) Die Konfiguration anpassen

Das Ziffernblatt lässt sich nur an der Uhr selbst und nicht über die App anpassen.

Die Einstellungen lassen sich an der Uhr über das Menü vornehmen, wenn man etwas länger auf den mittigen Knopf links drückt und nach unten zu den entsprechenden Menüpunkten blättert. Schneller zum Ziel kommt man allerdings über die App, Garmin Connect (für Android und iPhone/iPad). Ich würde empfehlen, die App zu verwenden.

Allerdings sind über die App nicht alle Funktionen zugänglich: „Sieben Tipps für Garmin-Uhren“ weiterlesen