Mehr Sicherheit und Privatsphäre durch DNS over HTTPS

Die ver­schlüs­sel­te Ver­bindung hat sich fast überall im Netz durch­ge­setzt. Doch die Ab­frage der Do­mänen­namen passiert noch immer offen und an­greif­bar. Das muss nicht sein, denn auch die lässt sich ab­si­chern.

Eine kleine, aber sinnvolle Massnahme zum Schutz der Privatsphäre besteht in der Aktivierung von DNS over HTTPS (DoH). Wie die Bezeichnung verrät, werden mit dieser Option auch die DNS-Abfragen verschlüsselt durchgeführt. Das Domain Name System ist für die Abfrage von Internetadressen zuständig. Es liefert zu einem Domänennamen wie Clickomania.ch die passende IP-Adresse, über die die Kommunikation letztlich stattfindet.

Und klar: Wenn diese Abfragen unverschlüsselt stattfinden, wie das seit jeher der Fall ist, dann können sie mitgelesen oder verändert werden. Das finde im grossen Stil statt: „Mehr Sicherheit und Privatsphäre durch DNS over HTTPS“ weiterlesen

Was die Nachbarn zu sagen haben

Auf der Suche nach einem sozia­len Netz­werk, das aus Spass und nicht bloss aus Gewohn­heit zu nutzen wäre, bin ich bei der «hyper­loka­len Com­munity» Jodel gelandet. Gab es einen dort Freu­den­schrei?

Facebook geht mir zunehmend auf die Nerven, Instagram ist seit Jahren kaputt und Twitter ist seit Elon Musks Eskapaden auch nicht mehr das Wahre. Man könnte nun hoffen, dass das Anzeichen dafür sind, dass diese traditionellen sozialen Medien auf das Ende ihrer Lebenszyklen zusteuern und ein Generationenwechsel bevorsteht.

Ich teile die Hoffnung, gebe mich allerdings keinen Illusionen hin: So schnell werden wir Zuckerberg und Musk nicht los – dafür ist die Übernahme von Twitter ein beredtes Beispiel. Mit den 44 Milliarden, die er für den Deal hinblättern will, hätte man eine tolle, neue Plattform aus dem Boden stampfen können. Doch weil es schwierig bis unmöglich ist, eine kritische Masse von Nutzern zum Wechsel zu bewegen, hat der Aufkauf einer bestehenden Plattform mehr Aussicht auf Erfolg.

Mit anderen Worten: „Was die Nachbarn zu sagen haben“ weiterlesen

Ein heisser Tipp für Fotografen, die gerne mal am Hungertuch nagen

Eyeem.com ist eine sympa­thische Foto-Com­munity, die ähnlich viel Spass macht wie seiner­zeit Flickr. Die Begeis­terung verfliegt schnell, wenn man über­legt, seine Bilder über diese Platt­form zum Verkauf anzu­bie­ten.

Das Internet ist nicht für einfache und schnelle Verdienstmöglichkeiten bekannt, sondern eher für die Unmengen an Gratis-Inhalten. Die sind eine harte Konkurrenz für Leute, die ihre Arbeit verkaufen möchten – namentlich Fotografen. Im Geschäft mit den Bildern findet seit Jahren ein brutaler Preiszerfall statt. Der geht so weit, dass von Profis verlangt wird, sich in «Exposure» statt mit Geld bezahlen zu lassen (So geht die Fotografie den Bach hinunter).

An dieser Stelle muss ich ehrlicherweise zugeben, dass ich ein Profiteur dieser Situation bin: „Ein heisser Tipp für Fotografen, die gerne mal am Hungertuch nagen“ weiterlesen

Was es in Annas Telefon so alles zu entdecken gibt

Ihr würdet das Gleiche tun wie ich: bei einem fremden Handy, das euch in die Finger fällt, durch SMS, Chats und Mails schnüffeln – und vor der Dating-App nicht Halt machen. Falls ja, ist das Spiel «Simulacra» genau das Richtige für euch.

Eine Kino-Revolution, die ich als echten Fortschritt ansehe, ist das Genre des Found Footage. Das kennt ihr alle von Blair Witch Project, einem Film, der mir seinerzeit das Blut hat in den Adern gefrieren lassen – und das, obwohl ich ihn bei mir zu Hause und zeltend nicht im Wald angesehen habe.

Ich bin auch nicht auf die Behauptung eines damaligen Arbeitskollegen hereingefallen, der meinte, das sei tatsächlich alles echt – was man ihm damals aufgrund das geradezu genialen Marketings der Produktionsfirma nicht als Fakenews hat auslegen können. Doch auch wenn man wusste, dass dieser Film kein authentischer Dokumentarfilm ist, so hat er dennoch seine Wirkung nicht verfehlt.

Es gibt ein Äquivalent bei den Handy-Spielen: „Was es in Annas Telefon so alles zu entdecken gibt“ weiterlesen

Gestreamtes Arthouse-Kino statt Netflix?

Nach Jahren mit Netflix setzt eine gewisse Müdig­keit ein. Ist es Zeit, das Abo zu kündigen und sich nach einer neuen Strea­ming­platt­form umzusehen? Ein Kandidat, der die Lücke füllen könnte, ist Mubi.com.

Meine Themenliste ist eher ein Stack als eine Queue. Wenn ich eine Idee für einen Blogpost oder einen Artikel habe, füge ich den am oberen Ende ein. Entweder wird er zeitnah realisiert. Oder er rutscht nach unten, wo er irgendwann im Bodensatz landet. Dort bleibt er dann, mutmasslich für alle Ewigkeit.

Heute kommt eine Themenidee zum Zug, die seit ungefähr fünf Jahren im Bodensatz steckt. Warum sie dort gelandet ist, kann ich nicht mehr rekonstruieren. Dass sie es wert ist, hier diskutiert zu werden, steht ausser Frage.

Vielleicht hatte ich in der Zeit so viele andere Knaller-Themen auf der Liste, dass es sich so ergeben hat. Oder womöglich lags auch daran, dass ich damals noch öfters «richtig» ins Kino gegangen bin und darum weniger Sinn in einem Streamingdienst für Arthouse-Filme gesehen habe.

Ich halte aber einen anderen Grund für ausschlaggebend: „Gestreamtes Arthouse-Kino statt Netflix?“ weiterlesen

Tinder für Vampire

MeChat liefert das Prickeln eines verbindlichen Flirts, aber ohne die Gefahr abzublitzen: Die Rollenspiel-App könnte originell sein, wenn sie nicht krampfhaft versuchen würde, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Habe ich alle guten Apps durch? Ist alles besprochen, was besprochen gehört? Diese Befürchtung hat sich mir neulich aufgedrängt, als ich im Beitrag Software-Abos sind nur noch ein Ärgernis eine Rezension der grauenvollen BeSticky-App geschrieben habe.

Mit dem heutigen Blogpost könnte sich diese Angst noch verstärken. Denn die MeChat-App ist auf den ersten Blick sinnlos und nur darauf getrimmt, den Leuten via In-App-Käufe das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Allerdings finde ich, dass auch die App-Store-Auswüchse es wert sind, beleuchtet zu werden. Zumal diese App in der Hitparade der Rollenspiele auf Platz sieben steht. Und auch wenn ich nicht alles verstehen muss, was es unter Göttin weiter Sonne so alles gibt, so hat sie meine Neugierde geweckt.

Also: „Tinder für Vampire“ weiterlesen

Software-Abos sind nur noch ein Ärgernis

Die BeSticky-App ist dazu da, lustige digitale Sticker für Messenger und die sozialen Medien zu fabri­zieren. Diese Sticker sind nicht son­der­lich toll – was kleben bleibt, sind haupt­säch­lich die horren­den Abo­gebüh­ren.

Eine der fragwürdigsten Apps, die mir in letzter Zeit begegnet ist, heisst BeSticky. Wenn man sie sich würde besorgen wollen – wovon ich nachdrücklich abrate –, könnte man sie sich fürs iPhone und für Android besorgen.

Zwei Fragen drängen sich auf. Erstens: Warum ist die App schlecht? Und zweitens: Wieso sollte man sich mit einer schlechten App beschäftigen, wo es unter den Tausenden von Apps in den Stores viele brauchbare gibt. Da die BeSticky-App nicht nur schlecht, sondern unglaublich missraten ist, sind die Chancen intakt, dass man sich nach dem Zufallsprinzip einen Download tätigen und vermutlich ein besseres Softwareprodukt erwischen würde als dasjenige, um das es hier gehen soll.

Also, warum die App kein grosser Wurf ist, lässt sich am einfachsten mit ein paar Screenshots demonstrieren: „Software-Abos sind nur noch ein Ärgernis“ weiterlesen

Die Romantik-Story mit dem multimedialen Extra

In der Lese-App Galatea gibt es multi­me­dial an­ge­reicher­te Ge­schich­ten und bei Hooked bekommt man Chat-Fiction serviert: Storys, die nur per SMS und Chat-Nach­rich­ten er­zählt werden. Ist das inno­vativ oder Digital-Schnick­schnack?

Ursprünglich hatte ich die Absicht, an dieser Stelle die Galatea-App zu besprechen. Es gibt die fürs iPhone/iPad und Android, und sie hält zuhanden der Hörerinnenschaft Bücher und Hörbücher vorwiegend gefühlvoller und wohl paranornaler Prägung bereit.

Es wird schnell klar, dass hier Fantasien mit klarer Ausprägung bedient werden. Es geht um Romantik, wobei man sagen darf, dass die Romantik oft Hand in Hand mit dem Vollzug derselben in bildhafter und auf spezifische Bedürfnisse zugeschnittener Form geht.

Falls nicht klar ist, was ich meine, hilft womöglich ein Hinweis auf Genres und Subgenres, die in Galatea zu finden sind. Das sind Krimi, Thriller und Spannung, Romanze, Science Fiction und Fantasy, sowie Jugendroman wobei die weiter nach z.B. Feuerwehrleute, LGBTQ+, Medizinisch, Polyamorie, Sport oder Unschuldig aufgeschlüsselt werden.

Wenn man in Geschlechterklischees würde denken wollen, dann vermutet man, dass hier hauptsächlich ein weibliches Publikum angesprochen werden soll. Wobei: „Die Romantik-Story mit dem multimedialen Extra“ weiterlesen

Wie man Foto-Weltmeister wird

Die Idee von Gurushots klingt bestechend: In einer globalen Community bewertet man Fotos, nimmt mit seinen Bildern an einem globalen Wettbewerb teil und hat die Chance auf schöne Preise. Nur schade, dass diese Ausmarchungen mit Fairness nichts zu tun haben.

Fotos schiessen ist das eine – aber was tut man dann mit der Ausbeute? Klar, man kann sie ansehen, ausdrucken oder in Fotobücher packen; meine Tipps dazu finden sich hier.

Es gibt eine weitere Möglichkeit, zumindest für die ernsthaften Fotografen: Denn wenn einen der Ehrgeiz packt, dann will man mit seinen Bildern eine grössere Öffentlichkeit beglücken. Man lädt seine Bilder bei einer Fotoplattform hoch, gestaltet eine Portfolio-Website. Oder noch besser: Man macht eine Ausstellung oder gewinnt einen Fotowettbewerb.

Im digitalen Raum bietet GuruShots Fotografen mit Ambitionen und einer kompetitiven Ader eine Möglichkeit, sich auszutoben. Die Website bzw. App für Android und fürs iPhone/iPad ist nach eigenen Angeaben «the world’s greatest photography game»; also eine Art Foto-Weltmeisterschaft. „Wie man Foto-Weltmeister wird“ weiterlesen

Seelsorge auf Pfahlbauer-Niveau

Motivations-Apps wappnen uns für die Wid­rig­kei­ten des Lebens, indem sie uns mit der rich­ti­gen men­talen Grund­hal­tung aus­stat­ten. Oder sind sie doch nur Geld­ma­cherei? Ich habe über­prüft, welche Wir­kung die An­feue­rungs­sprü­che bei mir er­zie­len.

Eigentlich hätte das hier ein brutaler Verriss mit einem hämischen Unterton werden sollen. Stossrichtung: Was muss man für ein Verlierer sein, wenn man es nötig hat, sich seelisch und moralisch von einer App aufpäppeln zu lassen.

Aber wisst ihr was? Das wäre schlechter Stil gewesen. Es würde zwar sehr gut zu der Art und Weise passen, wie wir im Moment in den sozialen Medien miteinander umgehen: Wir machen lächerlich, was uns nicht entspricht. Wir putzen Leute mit anderen Ansichten herunter. Wir verabsolutieren unsere eigenen Wertvorstellungen und tun so, als sei alles Scheisse, was ihnen nicht entspricht.

Davon habe ich derzeit ziemlich die Nase voll. Sosehr ich Spott mag und Hohn als legitimes Stilmittel betrachte, ist mir eines klar geworden: „Seelsorge auf Pfahlbauer-Niveau“ weiterlesen