Die schnelle Notiz-App ohne Schnickschnack

Simplenote dient als digitale Gedächtnisstütze. Der über­schau­bare Funktions­umfang passt: Forma­tierung mit Mark­down, verfügbar auf allen Platt­formen, solide Versionierung und flottes Arbeits­tempo.

Da ich neulich (mehr aus Versehen) die Notiz-App Bear vorgestellt habe, spricht eigentlich nichts dagegen, nachzudoppeln. Und zwar mit einem offensichtlichen Kandidaten in dieser Kategorie: nämlich Simplenote.

Man kann seine Notizen im reinen Text erfassen – oder wie hier in Markdown.

Der Funktions­umfang ist zwar auf den ersten Blick sehr bescheiden. Doch es gibt Möglich­keiten, die man bei anderen, teils umfang­reicheren Apps nicht zur Verfü­gung hat: Man kann Notizen für andere freigeben und unter­einander verlinken und mittels Markdown forma­tieren.

Und es gibt eine auto­matische Versionie­rung, die man zügig schätzen lernt, gerade bei den Notizen, die man ständig benutzt und verändert – und manchmal auch verschlimmbessert.

Und die App hat einen weiteren, meines Erachtens ausschlaggebenden Vorteil: „Die schnelle Notiz-App ohne Schnickschnack“ weiterlesen

Die Firewall für die ganze Familie

NextDNS hat mich auf Anhieb überzeugt: Das ist ein DNS-Dienst, der auch Schutz vor Schadsoftware, betrügerischen Websites und vor Tracking bietet und aufschlussreiche Statistiken bereithält.

Im Beitrag Netzsperren für Werbung habe ich eine interessante Möglichkeit beschrieben, um Werbung und Tracking zu beseitigen. Sie basiert auf einem DNS-Server, der Aufrufe zu bestimmten Tracking- und Werbeadressen ins Leere laufen lässt.

Das funktioniert bestens, hat im Fall des beschriebenen Servers aber einen Nachteil: Man kann nicht selbst bestimmen, welche Adressen blockiert und welche zugelassen werden. Und man erhält keinerlei Rückmeldungen, was die Massnahme eigentlich bewirkt.

Beide Mankos sind bei NextDNS beseitigt. Dieser unter nextdns.io zu findende Dienst nennt sich «Die neue Firewall für das moderne Internet». Er kümmert sich nicht nur um Tracker und um Werbung, sondern auch um Sicherheitsbedrohungen. Obendrein nutzt man ihn ohne Anmeldung und Registrierung – einfach, indem man die DNS-Einstellungen anpasst.

Das ist so grossartig, dass man sich fragt, was der Pferdefuss sein könnte – und wie sich NextDNS finanziert. Die Antwort ist einfach: „Die Firewall für die ganze Familie“ weiterlesen

Die Luca-App ist wirklich so schlimm, wie alle sagen

In Deutschland muss man sich beim Besuch von Restaurants und Kulturbetrieben oft mit der Luca-App einchecken. Die App steht aus Datenschutzgründen in der Kritik. Doch wie ich bei einem Selbstversuch herausgefunden habe, hat sie noch andere Probleme.

Einen grossen Teil meiner Sommerferien habe ich in Deutschland verbracht. Dabei bin ich nicht umhingekommen, die famose Luca-App zu verwenden. Also was bleibt mir anderes übrig, als eine Rezension über sie zu schreiben?

Die Luca-App (Android und iPhone) dient dem Contact-Tracing. Sie erfüllt einen ähnlichen Zweck wie die Swisscovid-App – mit einigen wesentlichen Unterschieden.

1) Check-in statt kontinuierliches Tracing

Eingecheckt. (Und zwar hier).

Der erste Unterschied besteht darin, dass die App kein konti­nuier­liches Contact-Tracing ermöglicht, sondern ein Check-in-System bei Lokalen, Bars und Clubs, aber auch in Museen und im Zoo.

Das wird auch in Deutschland in vielen Bundesländern für diverse Gelegenheiten wie den Besuch von Restaurants und Kulturstätten vorausgesetzt. Während die Swisscovid-App somit rein freiwillig ist, kommt man um Luca oft nicht herum.

2) Eine Privat-Initiative

Zweiter, entscheidender Unterschied: „Die Luca-App ist wirklich so schlimm, wie alle sagen“ weiterlesen

Tief Luftholen oder durch die zugekniffene Nase atmen?

Die Breezometer-App behauptet von sich, die Luftqualität auf fünf Meter genau ausweisen und mit verlässlichen Prognosen für die nächsten Stunden aufwarten zu können. Das klingt eindrücklich – aber kann die App dieses Versprechen auch halten?

Neulich ist mir aufgefallen, dass die Wetter-App des iPhones für Sylt eine Angabe macht, die für alle anderen Ortschaften, die ich ausgewählt habe, nicht ersichtlich ist. Bei der nordfriesischen Insel erfährt man Näheres zur Luftqualität. Es gibt eine Farbskala, die von Blau bis tiefrot reicht, wobei die Sylter sich glücklich wähnen können, da der Wert an der Grenze zwischen Grün und Blau noch im niedrigen Bereich angesiedelt ist – wie man es sich für eine Ferieninsel auch erhofft.

Gute Luft, aber das Emoticon schaut trotzdem traurig.

Da ich das für eine sinnvolle Information halte, aber ich mich näher damit beschäftigt und entdeckt, dass die Angabe von breezometer.com stammt.

Das ist eine private Organisation, deren Gründer Ran Korber wissen wollte, welches die israelische Stadt mit der geringsten Luftbelastung ist und herausgefunden hat, dass es diese Information nicht gibt. Daraufhin hat er das Unternehmen gegründet – und stellt die Information einerseits über die Air Quality Map, andererseits über eine App (iPhone/iPad und Android) zur Verfügung.

Die App macht einen aufgeräumten und durchdachten Eindruck: „Tief Luftholen oder durch die zugekniffene Nase atmen?“ weiterlesen

Spotify hasst alle DJs

Früher konnte man in DJ-Apps auch Musik von Spotify verwenden. Das geht nicht mehr. Taugt Tidal als Ersatz?

In letzter Zeit frage ich mich immer häufiger, ob Spotify noch ein sympathisches Unternehmen ist. Wir haben darüber im Nerdfunk gesprochen, als es um die Veränderungen ging, die das Streaming in den letzten gut zehn Jahren bei unseren Musikgewohnheiten herbeigeführt hat. Die Frage «noch gut oder schon evil» ist auch aufgetaucht, als ich aufgezeigt habe, mit welchen Mitteln Spotify das Podcast-Geschäft vereinnahmen will (siehe hier und hier mit Bezahlschranke).

Als ob das nicht genug wäre, hat Spotify eine überaus nützliche Funktion gekillt: Dritt-Apps dürfen seit letztem Jahr nicht mehr auf das Spotify-Katalog zugreifen. Es ist nicht mehr möglich, mit einer DJ-App Musikstücke via Streaming ins Programm einfliessen zu lassen. Ich habe das während meiner Karriere als Morgenmoderator bei Radio Stadtfilter oft und gern getan; und zwar mit der hier vorgestellten Pacemaker-App.

Djay, Edjing Mix, Traktor DJ und Tap DJ – nicht alle taugen fürs Streaming

Es stellt sich die Frage: Gibt es denn Ausweichmöglichkeiten? Kann man statt Spotify zum Beispiel Apple Music, Tidal oder Deezer nutzen?

Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht: „Spotify hasst alle DJs“ weiterlesen

Wie Adobe uns Antikünstlern auf die Sprünge hilft

Mit der Spark Post-App bastelt man prägnante grafische Posts für die sozialen Medien. Adobe beweist, dass künstliche Intelligenz Leuten ohne jegliches Gestaltungstalent zu brauchbarer Gestaltungen verhilft.

Boldomatic und Textograph Pro sind Apps, mit denen man Text-Memes herstellen kann. Ich habe sie bei früheren Gelegenheiten vorgestellt, nämlich hier und hier. Nun komme ich auf dieses Thema zurück, weil ich keine andere Wahl habe. Denn es gibt eine App, die sich der gleichen Aufgabe widmet – die aber in einer ganz anderen Liga spielt.

Es handelt sich um die App Spark Post von Adobe, die fürs iPhone, fürs iPad und für Android verfügbar ist und weit über die klassischen Textmemes hinausgeht – auch wenn es mir relativ schwerfällt, den Sinn und Zweck dieser App überhaupt verständlich zu beschreiben. Man könnte sagen, dass sie für die visuelle Kommunikation in den sozialen Medien zuständig ist.

Jedenfalls fabriziert man mit ihr Grafiken mit Bild und Text, die auf einen Blick eine kurze Botschaft transportieren. Sie ist daher im weitesten Sinn eine Layout-App, wobei das Resultat nicht eine Publikation von x Seiten, sondern ein Blickfang ist, der aus dem sozialmedialen Rauschen auf Facebook, Twitter oder vor allem Instagram heraussticht. Man kann die App natürlich auch benutzen, um ein Youtube-Video mit einem hübschen Thumbnail auszustatten oder um Banner oder andere grafische Elemente zu basteln, die sich durch eine gewisse Prägnanz auszeichnen sollten.

Und das macht die App auf ziemlich verblüffende Art. „Wie Adobe uns Antikünstlern auf die Sprünge hilft“ weiterlesen

Der Verrat der Lerchen an den Eulen

Zwei Apps für Sonnenanbeter: Solar Time zeigt die eigentliche Sonnenzeit an und Sundial Solar & Lunar Time ist eine Sonnen- und Mond-Uhr, bei der man Alarme abhängig vom Sonnenstand setzt.

Solar Time: Das wäre die Uhrzeit, wenn wir uns nur nach der Sonne richten würden.

Es gibt Apps, die absolut keinen Zweck erfüllen – ausser einen irrationalen Wissensdurst zu stillen.

Eine solche App ist Solar Time, die es für 1 Franken fürs iPhone und iPad und für Android gibt. Bei Android existiert auch eine kostenlose, werbefinanzierte Variante.

Diese App tut nichts anderes, als die Sonnenzeit anzuzeigen. Sie ist quasi eine digitale Sonnenuhr, jedoch mit zwei wesentlichen Unterschieden: Erstens ist für die Nutzung der App die Sonne unmittelbar nicht vonnöten. Und zweitens zeigt die App auch die Differenz zur offiziellen Zeit an und listet die Faktoren auf, die eine Rolle spielen.

Wieso stehe ich eigentlich Tag für Tag anderthalb Stunden zu früh auf?

Wie gesagt: Einen praktischen Nutzen hat das nicht – ausser, dass sie eine Steilvorlage bietet, sich mit einem Thema zu beschäftigen, über das wir in der Schule ein bisschen etwas gehört haben, das aber bei näherer Betrachtung einige Überraschungen parat hält.

Erstens finde ich folgendes verblüffend: „Der Verrat der Lerchen an den Eulen“ weiterlesen

So macht man sich selbst zur Karikatur

Die diesjährige Hype-App heisst Voilà und verwandelt Porträtbilder und Selfies in Karikaturen. Das ist auf den ersten Blick lustig, doch sonderlich lange hält der Spass nicht an.

Es gibt diese Hype-Apps, vor denen es zumindest in den sozialen Medien kein Entrinnen gibt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie schnell auftauchen und bald wieder in der Versenkung verschwinden. Vor fünf Jahren war das die Prisma-App, die alle so lang für ihre Fotos benutzt haben, bis auch der letzte Mensch der künstlich auf Kunst getrimmten Bilder überdrüssig war.

Nichtsdestotrotz habe ich seinerzeit mit Becasso eine ähnliche, aber noch etwas raffiniertere App vorgestellt (Kunst ist eine Frage der richtigen App) und im Beitrag Das Instagram-Zeitalter ist durch die vier Kunst-Apps Prisma, MLVCH, Dreamscope und Dreamify direkt verglichen.

Da ist es nichts wie folgerichtig, dass ich auch der aktuellen Hype-App etwas Aufmerksamkeit zukommen lasse: „So macht man sich selbst zur Karikatur“ weiterlesen

Projekt Männer-Apps: Zweiter und mutmasslich letzter Teil

Ein neuerlicher Anlauf, um tolle Apps für das selbsternannte starke Geschlecht zu finden: Ich stosse auf viele Klischees, noch mehr Testosteron und eine echte Marktlücke.

In diesem Beitrag bin ich der Frage nachgegangen, ob es schöne Männer-Apps gibt. Im Rahmen der Berichterstattung zu diesem Unterfangen habe ich einen bedauerlichen Fehler begangen, den ich an dieser Stelle ausbaden muss.

Ich habe nämlich im Titel «Projekt Männer-Apps, erster Teil» geschrieben. Das impliziert eine Serie zu vielen weiteren solchen Männer-Apps. Und ja, genau das war die Idee und Absicht gewesen. Ich hatte auf Tipps aus der Leserschaft gehofft, mit denen ich gerne weitere Folgen bestritten hätte.

Doch leider sind diese Tipps ausgeblieben. Wie ich vermute, liegt der Grund nicht darin, dass sich diese hochgeschätzte Leserschaft sich um meine Bitte um weitere Vorschläge foutiert hätte.

Sind wir Männer so genügsam?

Nein, meine Mutmassungen gehen eher dahin, dass das Thema mit den Krawatten- und Bart-Apps bereits ausgeschöpft ist. Es drängt sich die Erkenntnis auf, dass wir Männer genügsam sind und wir einfach nicht sonderlich viele spezifische Bedürfnisse haben, die man mit speziellen Apps befriedigen könnte. Uns fehlt beispielsweise eine biologische Besonderheit wie die Menstruation, die man mittels Smartphone tracken könnte.

Zweite Möglichkeit: „Projekt Männer-Apps: Zweiter und mutmasslich letzter Teil“ weiterlesen

Zahlenspiele mit Microsoft

Für die Freunde des gepflegten Zahlenknobbelns hat Microsoft etwas Neues in der Hinterhand: Eine Sudoku-App, die zwar nicht alles Dagewesene in den Schatten stellt, aber ihren Zweck solide erfüllt.

Microsoft verfolgt nicht nur das Ziel, den Markt der PC-Betriebssysteme zu beherrschen und auch während der Zwanzigerjahre der dominierende Lieferant von Office-Software zu bleiben.

Die Grafik ist nun keine programiertechnische Meisterleistung, aber sie erfüllt den Zweck.

Nein, Microsoft hat noch weitreichendere Pläne. Der Konzern will auch den Markt mit den klassi­schen Zer­streuungs­spielen unter seine Kontrolle bringen. So zumindest inter­pretiere ich die Tat­sache, dass es neben der Solitär-Variante (Yesss!) und der kürzlich vor­gestell­ten Mahjong-App (Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert) nun auch eine Umsetzung jenes beliebten Zahlenrätsels gibt, das auf der Spielseite von keiner Zeitung fehlen darf, die etwas auf sich hält.

Es geht natürlich um Sudoku, jenem Logikpuzzle, mit dem man sich auch problemlos offline und mit Bleistift auf Papier vergnügen kann. Man braucht gar keine App für dieses Vergnügen – aber es ist nicht verkehrt, eine zu haben: Man hat einen unbegrenzten Vorrat an Partien, und kann sich ggf. vom Computer helfen lassen. „Zahlenspiele mit Microsoft“ weiterlesen