Apple Music ist ein bisschen wie TKKG

Der zweite Teil meines grossen Vergleichs von Spotify und Apple Music: Was haben die Streamingdienste abseits der Musik, bei Hörspielen und Hörbüchern zu bieten?

Letzte Woche habe ich einen knallharten Vergleich von Spotify und Apple Music durchgeführt. Das Fazit ist eindeutig: Apple Music ist brauchbar; und vor allem dann überlegen, wenn man Songs aus der Mediathek mit dem Streaming-Angebot kombinieren möchte.

Nun gibt es bei beiden Streaming-Anbietern nebst der Musik auch ein Zusatzprogramm. Spotify hat eine regelrechte Podcast-Offensive lanciert. Es gibt bei Spotify auch Hörbücher, was ich sehr schätze, aber trotzdem wenig nutze – einfach, weil ich mit Audible trotz aller Kritik (hier, hier, hier oder hier) nach wie vor gut bedient bin.

Apple Music hat seinerseits Beats 1 an Bord. Das ist ein Radiosender, der rund um die Uhr sendet (wobei das Programm der ersten zwölf Stunden während den zweiten zwölf Stunden wiederholt wird). Mit dem kann ich gar nichts anfangen: Jedes Mal, wenn ich mich eingeschaltet habe, kam Hip Hop – worauf ich auch gleich wieder weg war. „Apple Music ist ein bisschen wie TKKG“ weiterlesen

Videoschnitt-App für den durchschnittlichen Youtuber

Adobe Rush ist eine Videoschnitt-App fürs Smartphone und Tablet. Auf den ersten Blick gefällt sie gut Auf den zweiten Blick offenbaren sich einige unverzeihliche Mängel.

Ich war der Meinung gewesen, ich hätte alle mobilen Apps vorgestellt, die Adobe für den Videoschnitt bereithält: Ich habe mich  schon mit Adobe Clips auseinandergesetzt und auch versucht herauszufinden, was es mit Adobe Spark Video auf sich hat.

Doch ich habe Adobe unterschätzt. Die haben noch mehr Apps im Ärmel. Die App Numero drei für die Videokreation heisst Premiere Rush. Es gibt sie für Android und fürs iPhone und iPad und ihr spezielles Merkmal sei, dass sie sich speziell um die Bedürfnisse von Youtubern kümmere, erklärt Adobe.  Gemäss «The Verge» kann man besonders einfach für die grossen Webplattformen, namentlich Snapchat, Instagram, Facebook, Twitter und Vimeo exportieren.

An der Stelle kann man sich natürlich fragen, ob es dafür eine eigene App braucht. Wieso nicht einfach die vorhandenen Apps, inklusive dem guten alten Premiere für den Desktop, mit solchen Exportmöglichkeiten ausstatten? (Abgesehen davon, dass es diese Exportmöglichkeiten längst irgendwogibt.)

Der Name Rush deutet indes an, dass es nicht nur um den Export geht, sondern auch um eine schnelle, beziehungsweise geradezu hektische Produktionsweise: „Videoschnitt-App für den durchschnittlichen Youtuber“ weiterlesen

Der zuverlässigste Lotse durch den Verkehrsdschungel

Ich habe einen neuen Liebling, was die multimodale Reiseplanung angeht. In dieser Disziplin macht Routerank so schnell keiner etwas vor.

Ich habe neulich zwei Apps fürs Reisen vorgestellt: Citymapper und, mit einigen kritischen Untertönen und drei Empfehlungen für die SBB, Smartway.

Daraufhin habe ich den Tipp bekommen, mir doch einmal routerank.com anzuschauen. Auch das ist ein Dienst, der sich der multimodalen Reiseplanung verschrieben hat: Er berücksichtigt «die gesamte Route von Tür zu Tür inklusive der Vielzahl aus allen relevanten Verkehrsmitteln wie Flugzeug, Bahn, öffentlicher Nahverkehr, P+Rail, P+Ride, Pkw, Mietwagen, Car-Sharing, Car-Pooling, e-Bike, Fahrrad und Fusswege», wie es auf der Über-uns-Seite heisst.

Und bevor ihr fragt: Ja, es gibt Routerank auch als App (iPhone/iPad und Android).

Natürlich sehe ich mir als Erstes jene Verbindung an, die ich für den Test solchen Apps immer ausprobiere: Das ist die Fahrt von meinem jetzigen Wohnort zu dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin.

Er ist öV-mässig eine Herausforderung: „Der zuverlässigste Lotse durch den Verkehrsdschungel“ weiterlesen

Die Maus zeigt den Kindern, was es geschlagen hat

Die Mousetimer-App visualisiert einen Countdown auf kindgerechte Art und Weise.

Kinder haben die beneidenswerte Gabe, im Hier und Jetzt zu leben und sich keinen Deut um die Pläne ihrer Eltern zu scheren. Ob sie nun schleunigst nach Hause zum Essen oder beim Elki-Turnen antreten sollten, ob Zeit fürs Bett wäre oder der Papa zum Einkaufen möchte – wenn noch nicht fertiggespielt ist, dann hat man als Erziehungsberechtigter einen schweren Stand.

Einen Trick gibt es allerdings, der die Durchsetzung solcher Pläne ein bisschen erleichtert: Man kündigt sie rechtzeitig an und gibt den Kindern die Gelegenheit, zu einem Ende zu kommen. Der Trick funktioniert nicht immer und verhindert Tränen oder den Tobsuchtsanfall nicht mit Sicherheit. Aber die Erfolgsquote ist gut genug, dass ich ihn hier nachdrücklich empfehle.

Und noch besser: Eine App macht die verbleibende Zeit für das Kind fassbar. „Die Maus zeigt den Kindern, was es geschlagen hat“ weiterlesen

Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker

Eine heisse Empfehlung für einen aufgeräumten Download-Ordner: File Juggler verschiebt heruntergeladenen Dateien automatisch in den Ordner, wo sie hingehören.

Kennt ihr das Problem mit dem Download-Ordner? Dieser Ordner kann gemäss meiner Beobachtung zwei Zustände aufweisen:

  1. Total zugemüllt. Es finden sich Hunderte oder Tausende Dateien darin, die ihr Besitzer heruntergeladen, aber nie vernünftig verräumt hat.
  2. Leer, beziehungsweise penibel aufgeräumt. Wenn das der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass der Besitzer des fraglichen Downloadordners ein Sauberkeitsfanatiker ist, der sogleich nach dem Herunterladen hingeht und jede einzelne Datei in den dafür vorgesehenen Ordner verschiebt. Das verhindert das Chaos – aber es braucht leider auch viel Zeit.

Ich gehöre zur zweiten Sorte: Ich räume alle die Dateien, die in meinen Downloadordner wandern, sogleich an die richtige Stelle: PDF-Dateien in mein Artikel-Archiv oder in den Ordner mit dem Recherchematerial. Sicherheitskopien der Nerdfunk-Manuskripte aus Google Docs werden in meinen Nerdfunk-Ordner gesteckt. Backups meiner WordPress-Blogs gehören ins Backup-Verzeichnis. Und so weiter.

So herrscht jene Ordnung, die mir als leicht neurotisch veranlagtem Dateien-Mikromanagers zusagt. Der Nachteil ist, dass ich viel Zeit darauf verwende, Dateien aus diesem Download-Ordner an die richtige Stelle zu verschieben. „Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker“ weiterlesen

Mit Google die letzten Fotogeheimnisse enträtseln

Google Lens ist erschreckend gut darin herauszufinden, was auf einem Foto zu sehen ist. Wichtig ist lediglich, richtig zu scannen und zu suchen.

Neulich habe ich eine neue Geschichte für ein altes Foto und beschrieben, wie man mithilfe des Internets Recherchen zu seinen Fotos anstellt: Wie findet man heraus, wo ein Foto aufgenommen worden ist, wenn man sich partout nicht mehr daran erinnern mag?

Andreas hat mit dem richtigen Ausschnitt gearbeitet und so einen Treffer gelandet (zweiter Vorschlag rechts).
Ich hatte Google Lens auch eine Chance gegeben – aber den Fehler gemacht, den Ausschnitt nicht einzugrenzen.

Einer meiner Facebook-Freunde hat einen Versuch mit Google Lens unternommen und ist dem Geheimnis jenes Fotos auch auf die Spur gekommen.

Ich hatte die App auch ausprobiert, aber ohne Erfolg. Aber offensichtlich habe ich zu früh aufgegeben. Der Clou scheint zu sein, genau den richtigen Bildausschnitt zu wählen.

Das ist Grund genug, diese App etwas genauer unter die Lupe zu nehmen: Was taugt Google Lens, um Motive auf alten Fotos zu identifizieren?

Es gibt die App für Android. Eine separate App fürs iPhone bietet Google nicht an. Die Lens-Funktion steckt bei iOS in der Such-App von Google. Man kann mit ihr einen Suchtext eintippen, diktieren – oder aber Bildinformationen zur Suche nutzen. Dazu greift man entweder auf die Kamera des Smartphones oder aber ein vorhandenes Bild zurück.

Ich nutze die Lens-Funktion inzwischen recht gerne: „Mit Google die letzten Fotogeheimnisse enträtseln“ weiterlesen

Backstage bei Android

Die Entwickleroptionen und der Fehlerbericht: Zwei Möglichkeiten, als Android-Nutzer seine Nase in Dinge zu stecken, die einen nicht unbedingt etwas angehen.

Bei Android gibt es die praktische Möglichkeit, einen Systembericht zusammenstellen zu lassen. Ich habe sie neulich nach meinem Test der SwissCovid-App verwendet. Auf dem schon etwas älteren Huawei gab es die Meldung, die Play-Services von Google hätten nicht die erforderliche Version. Dieser Meldung wollte ich mit einem befreundeten Googler auf den Grund gehen: Denn eigentlich hätte sie nicht erscheinen sollen, weil die erforderliche Version der Play Services bereits verfügbar war.

Das Menü mit den Entwickleroptionen: Ein gefundenes Fressen für Spielkinder.

Also, um so einen Systembericht anzufertigen, öffnet man die Einstellungen. Man blättert ans Ende der Liste, tippt auf den Punkt Über das Telefon und tippt dann siebenmal auf die Zeile, in der die Build-Nummer angegeben ist. Das klingt etwas schräg, führt aber dazu, dass der Entwicklermodus aktiviert wird.

Dieser Modus sogt dafür, dass in den Einstellungen der Punkt Entwickleroptinen hinzugefügt wird. Nicht alles, was man in dieser Rubrik zu sehen bekommt, ist für uns normale Anwender interessant. Aber ein paar Dinge gibt es schon, wo man als neugieriger Mensch seine Nase hineinstecken möchte. Zum Beispiel: „Backstage bei Android“ weiterlesen

Adobes neue Kamera-App haut mich (noch) nicht aus den Socken

Ist Photoshop Camera die ultimative Kamera-App? Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht.

Hier im Blog habe ich schon diverse Effekt-Kamera-Apps vorgestellt, Halide, ProCam, Camera+, Manual Camera oder neulich Hipstamatic X Analog. Doch jetzt kommt die Kamera-App, die alle anderen Kamera-Apps überflüssig macht. Oder?

Das ist Photoshop Camera, natürlich von Adobe, fürs iPhone/iPad und Android. Es sei «die Kamera-App, von der du immer geträumt hast», verspricht Adobe: «Die intelligente Kamera-App von Adobe weiss, mit welcher Linse und welchen Filtern deine Motive zur Geltung kommen – noch bevor du den Auslöser drückst.»

Das klingt einerseits spannend: Denn natürlich, wenn ein Effekt bereits beim Fotografieren angewendet wird, ist das Resultat in vielen Fällen besser, als wenn man ihn erst in der Postproduktion hinzufrickelt: So sind  Rückkoppelungen in den Entstehungsprozess möglich.

Ein Beispiel dafür ist die Schwarzweissfotografie: „Adobes neue Kamera-App haut mich (noch) nicht aus den Socken“ weiterlesen

Eine PDF-App, die nur wenige Wünsche offen lässt

I love PDF ist eine App, die als das Ei des Kolumbus in Sachen PDF gelten darf. Mit einer Einschränkung, allerdings.

Habe ich nun endlich die PDF-Anwendung gefunden, die mir alle Wünsche erfüllt? Diese Hoffnung ist neulich bei mir aufgekeimt, nachdem ich I love PDF entdeckt hatte. Das ist ein Webdienst, der ganz ähnlich funktioniert wie die diversen Dienste, die an dieser Stelle bereits vorgestellt wurden.

Das Alleinstellungsmerkmal besonderes Merkmal¹ besteht nun darin, dass I love PDF nicht nur online zur Verfügung steht, sondern für den Offline-Gebrauch auch für den Desktop, also Windows und Mac und für die mobilen Plattformen: Für Android und fürs iPhone und iPad.

Einem ersten, kritischen Blick hält die App stand: Es gibt vier Bereiche, die alles abzudecken scheinen, was man braucht: „Eine PDF-App, die nur wenige Wünsche offen lässt“ weiterlesen

Saubere Texte mit dem richtigen Format

Fünf Tipps, wie man seine Dokumente sauber formatiert und syntaktisch auf Vordermann bringt: Für alle, für die Word nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Seinerzeit habe ich wordtohtml.net vorgestellt: Das ist ein Webdienst, bei dem man formatierten Text, zum Beispiel aus Word, einkopiert. Er wird daraufhin in HTML umgewandelt. Und man hat die Möglichkeit, allen Ballast zu entfernen. Es ist nämlich wirklich verblüffend, wie viele Formattags an einem einzigen Absatz kleben. Dabei müsste das Konzept sein, Inhalt und Form möglichst weitgehend zu trennen. Aber das haben die bei Microsoft offensichtlich nicht verstanden.

Darum eben Word to HTML: Dort gibt es eine Bereinigungsfunktion, die alles Überflüssige entfernt und nur die grundlegenden Dinge belässt: Titel, Formatierungen wie fett und kursiv, Aufzählungen und solche Tags dieser Kategorie. Das ganze Div– und Span-Gerümpel, Style– und Class-Parameter dürfen auch gerne über die Klinge springen.

Das ist sehr praktisch. Nur bietet der Dienst auch die grundlegende Bereinigung inzwischen nicht mehr gratis an. Man müsste 5 US-Dollar pro Monat abdrücken, was mir deutlich zu teuer ist. Dafür könnte ich schliesslich fast schon Ulysses abonnieren.

Ich habe mich daher nach einer Alternative umgesehen. „Saubere Texte mit dem richtigen Format“ weiterlesen