Jederzeit ein frisches Windows

Mit dem Windows-Update vom Mai 2019 (Build 1903) hat Microsoft eine Sandbox in Windows eingebaut. Ich habe sie im Video (siehe Baby steps oder Riesenschritte?) erwähnt – aber nicht ausführlich vorgestellt. Sie hatte damals ein Problem, das ich nicht übersehen konnte: Sie hat nämlich nicht funktioniert. Bei deutschsprachigen Windows-Installationen hat sie eine Fehlermeldung angezeigt.

Neulich hielt ich die Zeit für gekommen, um nachzusehen, ob diese Sandbox inzwischen funktioniert. Und in der Tat: Sie startet brav auf.

Das ist eine gute Sache. Die Sandbox erhöht die Sicherheit beträchtlich – gerade für Leute, die ab und zu fragwürdige Dinge tun. In den Bereich fällt das Anklicken seltsamer Links, das Installieren fragwürdiger Programme oder das Öffnen von Dokumenten aus unbekannter Quelle.

Solcherlei Dinge tut man am besten nicht in seiner angestammten Arbeitsumgebung, sondern in einer Art Quarantäne. Ich empfehle für solche Zwecke auch gerne eine virtuelle Maschine (siehe Virtuell ist essenziell oder, für den Browser, Das Gegenteil vom Internet Explorer). Aber dieser Weg hat zwei Nachteile: Erstens ist die Installation anspruchsvoll. Und zweitens muss man auch die virtuelle Maschine pflegen und zum Beispiel Updates einspielen.

Die Sandbox ist pflegeleichter. „Jederzeit ein frisches Windows“ weiterlesen

Das iPhone als 3D-Scanner

Seit einiger Zeit habe ich ein iPhone 11 als Leihgerät zur Verfügung. Wie hier in einem ersten Augenschein beschrieben, hatte ich anfänglich gewisse Mühe mit Face ID. Doch die ist überwunden – inzwischen habe ich mich tatsächlich daran gewöhnt, dass man auch als Kurzsichtiger das Telefon problemlos verwenden kann. Man sollte es einfach nicht direkt vor die Nase halten, wenn man entsperren will, während man die Brille nicht auf der Nase hat.

Natürlich stellt sich irgendwann die Frage, ob man mit dem TrueDepth-Sensor für die Gesichtserkennung noch andere Dinge treiben kann als nur Gesichtserkennung. Es handelt sich schliesslich um einen Sensor, der ganz ähnlich wie die Kinect-Leiste der Xbox funktioniert. Nicht ganz zufällig: Das israelische Unternehmen Primesense, das Kinect für Microsoft entwickelt hat, wurde im November 2013 von Apple gekauft.

Das dürfte mit ein Grund gewesen sein, weswegen Microsoft Kinect im Oktober 2017 eingestellt hat. Darum: Kurze Schweigeminute für die Technologie, deretwegen ich am 30. August 2010 im «Tagesanzeiger» behauptet hatte, der «Gamecontroller gehöre demnächst zum Alteisen»:

Nun [nach der Wiimote] geht Microsoft noch einen Schritt weiter und schafft den Controller komplett ab. Der Spieler steuert die Konsole mit freien Händen, dafür mit umso mehr Körpereinsatz.

Da haben sowohl Microsoft als auch ich die Trägheit der Nutzerschaft unterschätzt, die lieber auf dem Sofa sitzt, statt sich vor dem Fernseher abzumühen. Immerhin – gewisse Vorbehalte waren damals zu erkennen: „Das iPhone als 3D-Scanner“ weiterlesen

Vermeintlich einfache Dinge, die in der Realität unglaublich kompliziert sind

Die allgemeine Einstellung beim Mac.

Bei Mac kann man bekanntlich einstellen, ob nach einem Neustart die zuvor geöffneten Apps wieder erscheinen sollen. Die Option findet sich in den Systemeinstellungen im Reiter Allgemein und heisst Fenster beim Beenden eines Programms schliessen.

Wieso nicht bei jedem Herunterfahren fragen, was der Nutzer möchte?

Und man kann bei jedem Herunterfahren im Dialog Möchtest du den Computer jetzt ausschalten? angeben, ob man seine Apps wieder öffnen will oder nicht (Beim nächsten Anmelden alle Fenster wieder öffnen).

So einfach und unkompliziert. Bei Windows ist die Sache wie nicht anders zu erwarten ein bisschen vertrackter.

Windows-Anwender sind sich eigentlich gewohnt, dass das Betriebssystem keine Anwendungen wiederherstellt. Beim Start werden nur die Programme automatisch ausgeführt, die als Selbststarter definiert sind (dazu übrigens mehr weiter unten).

Doch seit einiger stellt Windows ebenfalls Programme wieder her – aber nicht konsequent, sondern nur manchmal. Diese Verhaltensweise scheint auf das Fall Creators Update zurückzuführen zu sein. Dort hat Microsoft dem Betriebssystem beigebracht, beim Warmstart Anwendungen wiederherzustellen. „Vermeintlich einfache Dinge, die in der Realität unglaublich kompliziert sind“ weiterlesen

Hier läuten Kuhglocken in jeder Grösse

Unter dem Schlagwort Multimedia-Ressourcen sammle ich hier im Blog Ressourcen für kreative Produktionen aller Art. Ob das Endresultat nun eine Drucksache, ein Blog, ein Video, ein Podcast oder Hörbuch, eine Radiosendung oder eine App, ein Spiel oder eine VR-«Experience» ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist lediglich der Bedarf für digitales Rohmaterial: Wer Bilder, Videos oder Soundeffekte, Geräusche, Musik oder Atmo braucht, der wird in diesem Links fündig.

Heute ergänze ich die Sammlung um das tolle Archiv der BBC Sound Effects. Bei dem gibt es 16’000 Aufnahmen im WAV-Format, die man sich anhören und herunterladen darf. Das Angebot ist beeindruckend. In der Category-Auswahl habe ich fast vierhundert Kategorien gezählt (393, um genau zu sein). Da gibt es Windmühlen, Werkstätte, Wrestling und Fenster, Flugzeuge und Flughäfen, Alarmsiganale und Barmänner, Busse, Kaffees und Kirchen – die Chancen jedenfalls stehen gut, dass man hier fündig wird.

Lustigerweise gibt es auch Kategorien wie Africa, Belgium und, bevor ihr fragt, ja, auch Switzerland. „Hier läuten Kuhglocken in jeder Grösse“ weiterlesen

Eine Handvoll nützlicher Tipps zu iOS 13

Es steckte ursprünglich kein Plan dahinter. Aber da die letzten Beiträge alle aus der Praxis-Ecke stammten, kann ich gleich so weitermachen – und so etwas wie eine weihnachtlichte Tipps-und-Tricks-Miniserie daraus machen. Also: Heute eine Handvoll Hinweise zu nützlichen Funktionen beim iPhone und iPad, bzw. zu iOS 13.

Unbekannte Anrufer stummschalten

In den Einstellungen bei Telefon gibt es neuerdings diese nützliche Option. Sie führt dazu, dass Leute, die nicht im Telefonbuch verzeichnet sind, mit ihren Anrufen auf der Mailbox landen.

In der Dateien-App die Sortierung ändern

Die Dateien-App zeigt Ordner und Dateien standardmässig nach Name sortiert an. Man kann die Sortierung aber auch ändern.

Das geht wie folgt: „Eine Handvoll nützlicher Tipps zu iOS 13“ weiterlesen

Die volle PDF-Dröhnung

Schon wieder hat mir jemand angetragen, ich solle doch einen Dienst für die Online-Bearbeitung von PDF-Dateien vorstellen. So langsam scheint dieses Blog hier zum Liebling der Leute zu avancieren, die solcherlei Produkte anzubieten haben.

Also, als Ergänzung zu pdfshrink.com, SmallPDF, pdfcandy.com und PDF Bob erfolgt hier die Besprechung von – ich weiss, ihr haltet die Spannung kaum mehr aus! – cleverpdf.com.

Clever PDF bietet 26 Module für PDF-Dateien (und eine, die nichts mit PDFs zu tun hat – nämlich die Umwandlung von Epub in Mobi)

Dieser Dienst wirbt mit geschlagenen 27 Modulen. Ein Grossteil davon kümmert sich um die Konvertierung. Diese Module machen entweder aus Drittformaten PDFs. Oder sie wandeln PDF-Dateien in andere Formate um.

Zu denen komme ich gleich. Aber erst soll es hier um die Werkzeuge gehen, die meines Erachtens die interessantesten sind – weil es sie bei der Konkurrenz nicht oder nur teilweise gibt. Das sind folgende Module: „Die volle PDF-Dröhnung“ weiterlesen

Spotify macht den Kasperli

Den Jahresrückblick 2019 von Spotify, sonst meistens interessant und aufschlussreich, war dieses Jahr eine einzige Enttäuschung. Die Musikstreamer aus dem hohen Norden haben nicht gemerkt, dass meine Tochter meinen Account in Beschlag genommen hat. Der Top-Künstler war Paul Bühlmann, gefolgt von Ines Torelli und Jörg Schneider. Das allein war schon absurd: Die haben nämlich zu dritt die Kasperli-Hörspiele zu verantworten, die meine Tochter angefangen hat zu hören, nachdem wir ihr im Sommer diesen Lautsprecher hier geschenkt hatten.

Jetzt gelte ich in Schweden offiziell als Chasperli-Junkie.

Die Hörspiele sind in einzelne, kurze Titel zerlegt. Es sind für ein gut zwanzigminütiges Stück etwa ein Dutzend Tracks. Wenn man nur ein paar Hörspiele laufen lässt, landen die Schauspieler unweigerlich sehr weit vorne in der Auswertung. Das führt zu einer Verzerrung, weil man Kapitel aus Hörspielen in keinster Weise mit Musiktiteln vergleichen kann, die man beim Streaming wie Singles, also als Einzeltitel anhört.

… und, nebenbei bemerkt, zeigt sich eine interessante Monetarisierungsstrategie auf: „Spotify macht den Kasperli“ weiterlesen

Ein nützlicher Trick für Gmail und die G-Suite

Für heute habe ich ein kleines Geschenk für euch: Nämlich einen Gmail-Tipp, der euch wahrscheinlich das Leben leichter macht – so wie mir.

Folgende Ausgangslage: Ich habe zwei GMail-Konten. Ein privates, das mir für jene Dinge dient, die ich nicht in meinem richtigen Mailkonto haben will. Und ein geschäftliches, das zum G-Suite-Account meines Arbeitgebers gehört.

Wenn ich nun in meinem Browser «gmail.com» aufrufe, kommt garantiert erst das falsche Konto. Normalerweise will ich zu meinem Geschäftskonto, lande aber erst in meinem privaten. Woraufhin ich rechts oben auf mein Köpfchen klicken und aus der Liste das gesuchte auswählen muss. Sollte es zufälligerweise einmal so sein, dass ich tatsächlich etwas von meinem privaten Gmail-Konto will, dann läuft es garantiert umgekehrt. Dann lande ich – warum auch immer – für einmal zuerst in der Tamedia-Mailbox.

Das ist nervig. Es gibt nun mehrere Methoden, es zu verhindern. „Ein nützlicher Trick für Gmail und die G-Suite“ weiterlesen

Zum Glück gibt es etwas Besseres als WinAmp

Im Beitrag Der Windows Media Player müffelt gewaltig ging es darum, dass Windows multimedia-mässig nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Ich habe mir daraufhin vorgenommen, ein paar Musik-Apps zu testen. Den Anfang machen wollte ich mit WinAmp. Die alten Säcke – also Leute, mit einem ähnlichen Jahrgang wie ich – werden sich erinnern: Das ist ein Musikplayer, der mit Windows 95 gross geworden ist. Er kam 1997 zum ersten Mal heraus und passt damit auch bestens in meine Die Oldtimer im Softwarebereich-Liste.

WinAmp? Danke, kann weg.

Nun ist aus diesem Unterfangen leider nichts geworden. Ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen, mich ausgiebig mit diesem Produkt abzugeben. Es sieht dafür einfach zu sehr nach 1990er-Jahre aus: Dieser Skeuomorphismus! Dieses mit unzähligen Funktionen vollgestopfte Programmfenster. Die winzige Schrift. Die heute nun wirklich nicht mehr so tollen Vizualisations.

Und obendrein diese hässlichen Anachronismen – wie zum Beispiel, dass der Internet Explorer als Reiter im Media Library-Fenster integriert ist. Ja, der Internet Explorer!

Es tut mir leid, aber WinAmp gehört leider auf den Müllhaufen der Software-Geschichte. Bleibt die Frage: Gibt es eine moderne Antwort auf die Frage, wie man Musik aus einer lokalen Musikbibliothek stilvoll an seinem PC abspielt?

Zum Glück gibt es die. „Zum Glück gibt es etwas Besseres als WinAmp“ weiterlesen

Hier scheint die Sonne (aus der Bildbearbeitung)

Seit dem letzten Beitrag in meiner grossen RAW-Entwickler-Reihe ist ein bisschen Zeit vergangen. Im April habe ich mich um Pixelmator Photo gekümmert. Heute ergibt sich eine gute Gelegenheit, die Reihe fortzusetzen.

Vor Kurzem ist nämlich die Version 4 von Luminar erschienen. Das ist eine Software, die es für Windows und Mac gibt – ab 79 Euro. Sie sei die «erste zweckbasierte und nicht werkzeugbasierte Fotobearbeitung», schreibt der Hersteller. Das klingt gut – aber auch ein bisschen nach einer Marketingphrase. Denn natürlich ist jede Bildbearbeitung zweckbasiert – es ist einfach so, dass man dem Nutzer die Entscheidung die Entscheidung nicht abnehmen sollte, welchen Zweck er verfolgt und welches Werkzeug er dazu benötigt.

Jedenfalls setzt Luminar auch auf künstliche Intelligenz – was auch andere tun, erfahrungsgemäss mit durchwachsenem Resultat.

Eine der wesentlicheren Fragen ist, ob Luminar auch als Ersatz für Lightroom dienen kann. Denn um die ging es in meiner Reihe zu den RAW-Entwicklern, die ich hier vorgestellt habe. Die Antwort darauf ist kein Ja oder Nein, sondern sie hängt von den Ansprüchen ab. „Hier scheint die Sonne (aus der Bildbearbeitung)“ weiterlesen