Youtube Premium ist ganz okay – aber wie wird man die schlechten Videos los?

Youtube Premium verschont einen vor Werbung. Die fragwürdigen, doofen und irreführenden Videos wird man mit dem Bezahl-Abo jedoch nicht los. Dabei wäre genau das ein echter Mehrwert.

Aus beruflichen Gründen habe ich neulich einen Vorsatz über Bord geworfen. Ich hatte mir vorgenommen, das grosszügige Angebot von Google, Youtube Premium  einen Monat kostenlos auszuprobieren, nicht wahrzunehmen.

Der Grund für meine Verweigerungshaltung war die Penetranz, mit der Google dieses Abo unter die Leute bringen will. Sowas löst bei mir eine sture Gegenreaktion aus. Ich will dann beweisen, dass ich mich so leicht nicht kleinkriegen lasse. Und ja, das ist ein bisschen kindisch: Als ob ich damit Sundar Pichai himself oder sonst jemanden bei Google beeindrucken würde.

Aber wie angedeutet: Ich bin eingeknickt und habe mit dem Testmonat begonnen. Der Grund war mein Plan, Youtube Premium in einem Video zu besprechen. Und darüber hinaus bin ich auch wirklich daran interessiert, wie Google Youtube weiterentwickelt. Ein Abomodell finde ich nicht grundsätzlich verkehrt: Richtig gemacht, könnte einen dringend benötigten Qualitätsschub bringen.

Darüber gleich mehr, aber hier erst einmal das Video mit meinem Fazit zu Youtube Premium: „Youtube Premium ist ganz okay – aber wie wird man die schlechten Videos los?“ weiterlesen

Mit Google die letzten Fotogeheimnisse enträtseln

Google Lens ist erschreckend gut darin herauszufinden, was auf einem Foto zu sehen ist. Wichtig ist lediglich, richtig zu scannen und zu suchen.

Neulich habe ich eine neue Geschichte für ein altes Foto und beschrieben, wie man mithilfe des Internets Recherchen zu seinen Fotos anstellt: Wie findet man heraus, wo ein Foto aufgenommen worden ist, wenn man sich partout nicht mehr daran erinnern mag?

Andreas hat mit dem richtigen Ausschnitt gearbeitet und so einen Treffer gelandet (zweiter Vorschlag rechts).
Ich hatte Google Lens auch eine Chance gegeben – aber den Fehler gemacht, den Ausschnitt nicht einzugrenzen.

Einer meiner Facebook-Freunde hat einen Versuch mit Google Lens unternommen und ist dem Geheimnis jenes Fotos auch auf die Spur gekommen.

Ich hatte die App auch ausprobiert, aber ohne Erfolg. Aber offensichtlich habe ich zu früh aufgegeben. Der Clou scheint zu sein, genau den richtigen Bildausschnitt zu wählen.

Das ist Grund genug, diese App etwas genauer unter die Lupe zu nehmen: Was taugt Google Lens, um Motive auf alten Fotos zu identifizieren?

Es gibt die App für Android. Eine separate App fürs iPhone bietet Google nicht an. Die Lens-Funktion steckt bei iOS in der Such-App von Google. Man kann mit ihr einen Suchtext eintippen, diktieren – oder aber Bildinformationen zur Suche nutzen. Dazu greift man entweder auf die Kamera des Smartphones oder aber ein vorhandenes Bild zurück.

Ich nutze die Lens-Funktion inzwischen recht gerne: „Mit Google die letzten Fotogeheimnisse enträtseln“ weiterlesen

Eine neue Geschichte für ein altes Foto

Ein kleines Experiment: Wie gross ist der Rechercheaufwand, einem dreissig Jahre alten Foto seine Geheimnisse zu entlocken?

Wie digitalisiert man seine analogen Negative, Dias, Papierabzüge, Schallplatten, Kassetten, Schmalfilme und Videos? Das haben Kevin und ich neulich ausführlich und annähernd abschliessend behandelt. Wie man es sich erspart, 5000 Dias zu scannen, heisst diese schöne Sendung.

Ich erzähle in der Sendung, dass ich meine Dias und Negative seinerzeit erfolgreich digitalisiert habe (Dias scannen im Akkord) – und stelle die Frage, wie weit man es mit den Metadaten denn treiben sollte. Denn was bringt es, wenn man die Fotos hat, aber nicht mehr weiss, wann, wo und bei welcher Gelegenheit ein Bild aufgenommen worden ist?

Digitale Fotos bekommen von Haus aus einige hilfreiche Zusatzinformationen mit: Mindestens das Aufnahmedatum und die Uhrzeit (falls man denn die Uhr an der Kamera richtig gestellt hat). Wenn man mit dem Handy oder mit GPS-Kameras knipst, dann werden auch die geografischen Koordinaten erfasst. Damit ist zumindest das Wo und Wann geklärt. Und wenn man nicht total vergesslich ist, sollte sich daraus auch das Warum ableiten lassen. Sprich: Man hat zumindest eine vage Ahnung, bei welcher Gelegenheit eine Aufnahme entstanden ist.

Bei den analogen Fotos gibt es keine Metadaten. „Eine neue Geschichte für ein altes Foto“ weiterlesen

Ein Google-Docs-Tipp für Geheimniskrämer

Eine Methode, um in freigegebenen Google-Docs private Abschnitte einzurichten.

Ich bin kein besonders leidenschaftlicher Anwender von Google Docs. Aber für gemeinsam bewirtschaftete Dokumente ist Googles Wolkenbüro ohne Zweifel praktisch: Die allermeisten Leute kennen es und kommen damit klar. Und es gibt alle Funktionen, die man braucht. (Abgesehen von einer vernünftigen Organisation der Dokumente – bei einer grösseren Dokumentenablage ist Google Docs eine bare Katastrophe. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Etwas gibt es allerdings, was mir fehlt. Ich würde gerne in freigegebenen Google Docs private Informationen unterbringen können.

Warum? Hier ein reales Beispiel aus meiner Praxis: Beim Nerdfunk verwenden wir für die Sendemanuskripte Google Docs. Da dürfen in den meisten Fällen alle alles sehen. Aber es gibt Situationen, in denen man einige Dinge für sich behalten möchte: „Ein Google-Docs-Tipp für Geheimniskrämer“ weiterlesen

Eine erstaunlich schlechte Google-App

Ein Augenschein der Google-News-App zeigt: Die ist tatsächlich genau so undifferenziert, wie ich erwartet habe.

Ich gehöre zu den altmodischen Leuten, die sich aktuelle Informationen nicht ausschliesslich von Facebook und Twitter um die Ohren hauen lassen. Ich verwende nach wie vor und weiterhin aus Überzeugung einen Feedreader mit den selbst kuratierten Nachrichtenquellen. Es sind dies im Moment Inoreader (Hier wirst du gefüttert!) und Lire RSS (Das Nonplusultra für RSS-Fans).

Zusätzlich habe ich Blendle im Einsatz (Mit dem News-Fastfood aufhören) und würde auch Readly empfehlen (Zeitschriften zum Flatrate-Tarif), obwohl mein Abo dort Ende 2019 ausgelaufen ist.

Nie richtig warm geworden bin ich mit Google News. Ich verwende zwar ganz gerne die «News»-Option von Googles Suchmaschine. Aber mit news.google.com freunde ich mich nicht an – auch wenn ich mich bemühe. So richtig festmachen kann ich gar nicht, warum dem nicht so ist. Irgendwie ist mir die Seite zu unübersichtlich, die Auswahl der News zu wenig zwingend und zu durchsetzt von Zeugs, das mir egal ist. Aber zugegeben, ich bin auch wenig tolerant: Wenn man mir mit mehr als einer halben Sportmeldung pro Tag kommt, ist man bei mir unten durch.

Aber es könnte immerhin sein, dass die Google-News-App weniger schlecht ist als die Website. Es gibt sie für Android und für iPhone und iPad. Doch auch bei der App fällt mir auf, dass die Auswahl an Nachrichten nicht meinem Geschmack entspricht. „Eine erstaunlich schlechte Google-App“ weiterlesen

Die Illusion von Offenheit bei Android

Es gibt ein paar Dinge, denen man ab und zu begegnet – und bei denen man sich jedes Mal vornimmt, sich mal genauer damit zu beschäftigen. Irgendwann – wenn man mal Zeit hat. Ein solches Ding ist, in meinem beruflichen Leben, die Open Handset Alliance. Und heute habe ich Zeit, mich damit zu beschäftigen.

Der Ausgangspunkt: Ich weiss natürlich das, was bei Wikipedia steht: Es ist eine Organisation, die irgend etwas mit Googles Handy-Betriebssystem Android zu tun hat. Auf dem Papier ist es eine sehr eindrückliche Organisation: 84 Unternehmen aus der ganzen Tech-Branche haben sich zusammengeschlossen: Telkos, Gerätehersteller, Softwareunternehmen – sogar Noser Engineering findet man auf der Liste. Das ist das Unternehmen von Ruedi Noser, einem der beiden Zürcher Ständeräte.

Die Open Handset Alliance, oder kurz OHA, hat eine Website, die für ein Tech-Konsortium aber einen sehr angestaubten Eindruck hinterlässt – ebenso, wie die News-Sektion, wo der neueste Eintrag vom 18. Juli 2011 datiert. Auf dieser Website liest man ein flammendes Bekenntnis zur Offenheit: „Die Illusion von Offenheit bei Android“ weiterlesen

Konkurrenz belebt das Suchmaschinen-Geschäft

Im Beitrag Suchmaschinen? Miese Versager sind sie alle! habe ich einen kleinen Vergleich zwischen Google, Bing, Duck Duck Go, Qwant und Swisscows angestellt. Allerdings vor allem aus meiner Perspektive als Egogoogler. Für das grössere Publikum ist das mutmasslich nicht sonderlich interessant.

Darum bin ich auf die Idee verfallen, ein Remake anzufertigen, aber mit Fällen von allgemeinem Interesse. Ich wollte herausfinden, in welchen Fällen die Konkurrenten besser sind als Google. Ich habe dazu selbst Tests angestellt und auch gegoogelt im Web recherchiert, ob andere das schon gemacht haben. Die Erkenntnis war: Nein, offenbar nicht.

Das wundert nicht, denn es ist tatsächlich so, dass Google sehr oft das beste Resultat liefert – oder zumindest ähnlich gut ist wie die Konkurrenz. Und die alte Erkenntnis gilt weiterhin, dass es nicht reicht, ähnlich gut zu sein wie der Spitzenreiter. Um Leute zum Umstieg zu bewegen, muss man mindestens doppelt so gut sein, sonst machen sich die Anwender diese Mühe nicht.

Trotzdem habe ich das Video gemacht – mit vier Beispielen, bei denen die Konkurrenz besser ist. Beziehungsweise Google einfach nicht sonderlich gut performt: „Konkurrenz belebt das Suchmaschinen-Geschäft“ weiterlesen

Ein nützlicher Trick für Gmail und die G-Suite

Für heute habe ich ein kleines Geschenk für euch: Nämlich einen Gmail-Tipp, der euch wahrscheinlich das Leben leichter macht – so wie mir.

Folgende Ausgangslage: Ich habe zwei GMail-Konten. Ein privates, das mir für jene Dinge dient, die ich nicht in meinem richtigen Mailkonto haben will. Und ein geschäftliches, das zum G-Suite-Account meines Arbeitgebers gehört.

Wenn ich nun in meinem Browser «gmail.com» aufrufe, kommt garantiert erst das falsche Konto. Normalerweise will ich zu meinem Geschäftskonto, lande aber erst in meinem privaten. Woraufhin ich rechts oben auf mein Köpfchen klicken und aus der Liste das gesuchte auswählen muss. Sollte es zufälligerweise einmal so sein, dass ich tatsächlich etwas von meinem privaten Gmail-Konto will, dann läuft es garantiert umgekehrt. Dann lande ich – warum auch immer – für einmal zuerst in der Tamedia-Mailbox.

Das ist nervig. Es gibt nun mehrere Methoden, es zu verhindern. „Ein nützlicher Trick für Gmail und die G-Suite“ weiterlesen

Die erste Anlaufstelle für Google-Häretiker

Es scheint, dass ich etwas klarstellen muss: Nein, ich bin absolut kein Feind von Google. Im Gegenteil; ich bin fasziniert, was dieses Unternehmen ständig an neuen Ideen produziert. (Wobei die Innovationskraft meinem subjektiven Empfinden in letzter Zeit deutlich nachgelassen hat. Aber das ist sicher nur eine kleine Durststrecke.)

Ich bin aber der Ansicht, dass man Google kritisch auf die Finger schauen muss – wie das bei jedem Unternehmen mit einer solchen Marktmacht der Fall ist. Darum prangere ich Googles Arroganz an. Und wir Nutzer sollten uns unserer Abhängigkeit bewusst sein. Und darum angewandte Google-Skepsis pflegen.

Aus diesem Grund empfehle ich heute die Website No More Google. Hier gibt es «privatsphärenfreundliche Alternativen, bei denen man nicht getrackt wird», wie es in der Unterzeile heisst. Das impliziert, dass zumindest der Betreiber der Site Google nicht gerade wohlgesonnen ist. „Die erste Anlaufstelle für Google-Häretiker“ weiterlesen

Googles Arroganz

Vor ein paar Tagen habe ich ein Mail von Google bekommen. Darin stand, man habe einen neuen Google-Maps-Timeline-Rückblick für mich erstellt. Darin ein Link zu google.com/maps/timeline. Und dort wiederum eine ausführliche Historie, wo ich mich im Juli herumgetrieben hatte: 28 Fleckchen in drei Ländern, natürlich schön beschriftet, mit genauer Ortsangabe. Google sagt mir, ich sei in zehn Städten gewesen und 51 Stunden in einem Fahrzeug gehockt.

Das ist einerseits faszinierend, andererseits auch gruselig. Vor allem deswegen, weil ich mich nicht erinnere, den Google-Standortverlauf eingeschaltet zu haben. Ich hatte ihn vor Urzeiten einmal benutzt, um auszuprobieren, was das bringt. Meine Erkenntnis damals war, dass das Google mehr bringt als mir – und darum habe ich den Standortverlauf wieder deaktiviert. Denn es gibt andere Methoden, seine Aufenthaltsorte zu tracken – und zwar weniger verräterische.

Zum Beispiel Geofency. Diese App habe ich seinerzeit im Beitrag Die App fürs perfekte Alibi vorgestellt. Sie speichert die Daten lokal auf dem Gerät. Man kann sie exportieren und selbst auswerten. „Googles Arroganz“ weiterlesen