Hier verrate ich, welcher meiner Blogposts nur 19 Views hat

Lehrreich sind die Miss­erfol­ge: Darum habe ich he­raus­ge­fun­den, welche Beiträge hier von niemandem gelesen wurden und welche Themen mein Publi­kum ver­schmäht.

Neulich habe ich mir wieder einmal etwas in den Kopf gesetzt. Ich wollte nämlich herausfinden, welches hier im Blog die Posts mit der geringsten Resonanz sind. Sprich: Die blogmässigen Ladenhüter, die keine alte Sau interessieren – um es uncharmant zu formulieren.

Ihr werdet jetzt sicherlich vermuten, dass ich von der Absicht getrieben bin, meine Einschaltquote zu erhöhen. Denn zu diesem Zweck sollte man zwei Dinge wissen: Erstens, welche Themen immer zünden. Und zweitens, welche Themen nie zünden.

Natürlich: Im Idealfall würde ich nur die garantierten Knüller beackern. Aber leider gibt es auch für Blogger wie mich Phasen der Dürre und der sauren Gurken, wo sich kein Blockbuster aufdrängt. Wenn ich während denen nicht einfach meine Hände in den Schoss legen, sondern meinen publizistischen Auftrag den Widrigkeiten zum Trotz wahrnehmen möchte, dann habe ich keine Wahl, als auf zweit- und drittklassige Stoffe zurückzugreifen.

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Warum Google oft übers Ziel hinausschiesst

Google liefert häufig Tref­fer, in denen die gesuch­ten Be­griffe gar nicht ent­hal­ten sind. Das lässt sich mit An­füh­rungs­zeichen ent­schärfen, aber auch nur zu einem gewissen Grad: Woher dieses Pro­blem kommt und was man da­ge­gen tun kann.

Auch wenn ich immer mal wieder alternative Suchmaschinen teste und verwende, führe ich den Hauptharst meiner Webrecherchen mit Google durch. Einerseits aus Gewohnheit. Und andererseits, weil unter den Konkurrenten keiner wirklich heraussticht.

Doch obwohl Google den Zweck nach wie vor ausgezeichnet erfüllt, ist mein Eindruck, dass der Suchmaschinenkonzern sein Hauptgeschäft vernachlässigt. Ich mache regelmässig die Erfahrung, dass mir Google nicht die optimalen Resultate liefert.

Beispielsweise zeigt Google oft Resultate, die gar nicht alle eingegebenen Begriffe beinhalten. Bei manchen Suchläufen scheint die Suchmaschine der Ansicht zu sein, besser zu wissen, wonach der Nutzer sucht, als der Nutzer selbst: „Warum Google oft übers Ziel hinausschiesst“ weiterlesen

Einem Chihuahua (und einem Meme) auf der Spur

Jedes animierte GIF hat eine Her­kunfts­ge­schichte. Die heraus­zu­finden, ist oft­mals interes­sant. Und falls nicht, kann man wenig­stens seine Medien­kompe­tenz trai­nieren.

Stellen wir uns folgende Szene vor: Wir bewegen uns in einem sozialen Medium und haben dort einen Freund, der seine Wortäusserungen gern mit animierten GIFs untermauert. Es dürfte so sein, dass die Qualität dieser kurzen Sequenzen durchwachsen ist – vielleicht, weil unser Freund nicht immer Geschmacks-sicher bei der Auswahl ist. Womöglich aber auch deswegen, weil im Netz viele schräge, bizarre und fragwürdige GIFs zirkulieren.

Woher «Hide The Pain Harold» kommt, ist inzwischen Legende.

Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass uns ab und zu ein Exemplar begegnet, das auf unsere Zustimmung stösst und unter Umständen unsere Neugierde weckt:

Woher stammt es? Was war seine ursprüngliche Bedeutung, bevor es durch den unersättlichen Meme-Hunger der sozialen Medien eingesaugt und, auf eine eindimensionale Botschaft eingedampft, nun dazu herhalten muss, den sozialmedialen Beitrag unseres Freundes multimedial anzureichern?

Diese Frage erstreckt sich gleichermassen auch auf die Memes – statische Bilder mit Text. Denn wie wir wissen, hat auch diese Kunstgattung unsterbliche Helden hervorgebracht; allen voran András «Hide the Pain Harold» Arató, der König der Memes

Die Klärung derlei Rätsel ist gleichzeitig eine Fingerübung in Sachen Internet-Recherche. Und keine so banale Angelegenheit, wie man glauben könnte: „Einem Chihuahua (und einem Meme) auf der Spur“ weiterlesen

Den Fünfer und das Weggli beim Googeln

Die guten Google-Such­resultate, aber ohne das Google-Tracking? Zwei Such­maschinen, nämlich Startpage und Trooia verspre­chen genau das. Ich habe sie getestet und bin auf Un­gereimt­heiten gestos­sen.

Ich habe hier im Blog immer mal wieder alternative Suchmaschinen vorgestellt. Doch ob Bing, Duck Duck Go, Qwant oder Swisscows, die Quintessenz war immer die gleiche: Sie sind nicht verkehrt und erfüllen den Zweck. Doch auf Dauer überzeugt Google am meisten.

Darum die Frage, ob man nicht vielleicht beim Platzhirsch bleiben, aber dessen Schwächen eliminieren könnte. Die Schwächen sind, wir wissen es natürlich alle, Googles Hunger nach Daten. Er führt dazu, dass alles, was wir von der Suchmaschine wissen willen, protokolliert und irgendwann gegen uns verwendet wird.

Die Antwort auf die Frage, ob man den Fünfer und das Weggli haben kann (to have the cake and eat it, too), ist ein Ja: „Den Fünfer und das Weggli beim Googeln“ weiterlesen

Was auf der letzten Seite der Google-Suchresultate steht

Jeder versucht, bei Google auf der ersten Seite der Suchresultate zu landen. Doch was findet man dort, wo kein Mensch jemals hingeblättert hat – nämlich am Ende der Trefferliste?

Wer bei Google zuoberst steht, hat es geschafft: Er ist der König des Internets – zumindest in Bezug auf das eine Wort, das ihn in der Trefferliste auf die vorderste Seite gebracht hat.

Bekanntlich gibt es ganze Heerscharen von Menschen, die sich SEO-Experten nennen und von sich behaupten, das fast Unmögliche möglich zu machen. Sie versprechen, einen auf den Suchmaschinen-Thron zu hieven. Dazu verwenden sie immer oft häufig miese Tricks. Oder sie müssen ihren Kunden zerknirscht erklären, warum es doch nur auf Seite 15 gereicht hat.

Aber darum soll es nicht gehen. Sondern um die Frage, was eigentlich ganz am hinteren Ende bei Google zu finden ist. Die Antwort ist nicht so umsatzträchtig und vermutlich auch nicht von Bedeutung für die Menschheit und den Lauf der Welt.

Aber unzweifelhaft hat sie eine mystische Qualität: „Was auf der letzten Seite der Google-Suchresultate steht“ weiterlesen

Von wegen Recht am eigenen Bild

In den Medien sind häufig Fotos anzu­treffen, in denen die abge­bil­deten Personen un­kennt­lich gemacht wurden. Aber schützen Verpixelung und schwarze Balken über­haupt – oder findet man die Origi­nal-Auf­nah­men nicht trotz­dem?

Neulich habe ich in der Zeitung ein grosses Foto gesehen, das einen Mann und seine Freundin zeigte. Beide hatten verpixelte Gesichter und unter dem Titel Aussenseiter, Entführer, Todesschütze konnte man eine Recherche über B. V. lesen. Er hat Ende März 2022 Christoph Berger, den Chef der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) entführt. Als er von der Polizei verhaftet werden soll, erschiesst er seine Freundin. Auch er stirbt, wobei mir die Umstände nicht klar sind. Die NZZ lässt das ebenfalls offen und schreibt nur: «Auch er stirbt noch vor Ort.»

Aber darum geht es mir nicht, sondern um das Foto mit den beiden Personen. Sie sind unkenntlich gemacht, weil das zu den Pflichten der Journalistinnen und Journalisten gehört. Der Schweizer Presserat formuliert das zum Stichwort «Recht am eigenen Bild» wie folgt: „Von wegen Recht am eigenen Bild“ weiterlesen

Was ist dran am Gerücht, dass unsere Handys und PCs uns belauschen?

Immer wieder bin ich mit der Frage kon­fron­tiert, ob es so ist, dass Face­book – oder auch Google – mitlau­schen und heraus­fin­den, worüber wir mit unseren Freunden reden, um uns dann passende Werbung zu ser­vieren. Was ist dran an dieser Ver­mu­tung?

Es gibt eine Frage, mit der in schöner Regelmässigkeit konfrontiert werde. Sie lautet: Hören die Tech-Konzerne uns via Smartphone und Computer unsere Gespräche ab? Der Ausgangspunkt ist immer der Gleiche: Jemand hat sich offline mit jemand anderem über ein Thema unterhalten und hinterher Werbung zum besprochenen Thema angezeigt bekommen.

Klar: Technisch wäre ein solcher Lauschangriff möglich: Siri, Google Assistant und Amazon Alexa zeigen auf, wie weit das Verständnis der Maschinen für gesprochene Sprache geht. Aber ist es auch wahrscheinlich, dass das passiert?

Ich erkläre gleich, was ich den Leuten jeweils auf diese Frage antworten. Aber erst eine Bitte an euch: „Was ist dran am Gerücht, dass unsere Handys und PCs uns belauschen?“ weiterlesen

Der Hipster hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel

Mit dem Google Ngram Viewer durchforstet man den Bestand von Google Books nach Begriffen und erforscht, wie sie über die Zeit in den digitalisierten Büchern auftreten.

In meiner losen Serie zu alten, seltsamen und wenig bekannten Google-Diensten ging es neulich um Google News, bzw. das zu Google-News gehörende digitale Zeitungsarchiv mit Suchmaschine für alte News. Das ist theoretisch eine tolle Sache, praktisch aber annähernd unbrauchbar – leider. Entsprechend war der Beitrag zu meinem Bedauern nur von bescheidener Nützlichkeit.

Das ist mit dem heutigen Tipp diametral anders: Zwar kennen diese spezielle Suchmaschine ebenfalls längst nicht alle Leute, die alles nutzen, was Google ansonsten zu bieten hat. Aber sie leistet hervorragende Dienste, zumindest für Recherchen, die sich mit den Trends der Vergangenheit beschäftigen. Es handelt sich um den Google Ngram Viewer, zu finden unter books.google.com/ngrams.

Die Suchmaschine verwendet die Daten von Google Books, der grossen Sammlung an digitalisierten Büchern, die der Konzern seit 2004 betreibt. Zum 15. Jubiläum 2019 konnte man im firmeneigenen Blog lesen, wie viele Bücher dort vorhanden sind: „Der Hipster hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel“ weiterlesen

Fertig gratis!

Wer Googles G-Suite bislang kostenlos genutzt hat, etwa für eine eigene Maildomain, der wird ab dem Juli zur Kasse gebeten. Der Suchmaschinenkonzern setzt seine Strategie fort, ehemals kostenlose Dienste in Bezahl-Angebote umzumünzen.

Die Zeit, in der man bei Google im Gegenzug für ein paar persönliche Daten fast alle Dienste kostenlos bekommen hat, ist definitiv vorbei. Ob Google Fotos oder Youtube, bei der Monetarisierungsmaschine werden die Schrauben angezogen – das war auch die Quintessenz meines Jahresrückblicks im Beitrag Google ist auf dem Weg zum evil empire.

Die jüngste Meldung passt ins Bild: „Fertig gratis!“ weiterlesen

Das sträflich vernachlässigte Zeitungsarchiv von Google

Bei Google News gibt es einen grossen Bestand mit digitalisierten alten Zeitungen. Wenn man sich mit Neugierde und Forschungsdrang auf den stürzt, erlebt man leider eine Enttäuschung: Das Archiv ist hundslausig erschlossen.

Google News ist seit 2002 am Start: Unter news.google.com werden die Schlagzeilen vieler Newssites aggregiert. Wer keine bevorzugte Nachrichtenquelle hat, kann sich dort durch die Nachrichtenlage klicken.

Wie es Googles Art ist, bekommen nicht alle das gleiche Angebot, sondern eine personalisierte Variante davon. Ich bin kein Fan Google News, sondern halte das für eine erstaunlich schlechte Google-App. Und ich halte an der Meinung fest, dass man sich seine News nicht von Google (oder sonst wem) auswählen lassen sollte, sondern sie selbst kuratieren muss. Der Tipp dazu ist RSS und eine vielversprechende Möglichkeit, den zu nutzen, ist die Feedbro-Erweiterung für Firefox.

Trotzdem ergibt sich hier die Gelegenheit, auf Google News zurückzukommen. Mir ist neulich per Zufall aufgefallen, dass es dort nicht nur neue, sondern auch alte News gibt. Unter news.google.com/newspapers findet sich ein Archiv von eingescannten Zeitungen, das an Google Books erinnert – das wiederum ein Google-Dienst, den ich sehr gern nutze.

Diese Seite sieht aus wie Yahoo 1996.

Soweit ich sagen kann, sind Zeitungen aus Nordamerika archiviert. Auf mich, der ich kein Experte für die US-amerikanische Zeitungslandschaft bin, macht die Auswahl einen willkürlichen bis chaotischen Eindruck: „Das sträflich vernachlässigte Zeitungsarchiv von Google“ weiterlesen