Android hat kein Musikgehör

Googles schönes Smartphone-Betriebssystem ist eine komplette Nullnummer, wenn es um anspruchsvollen Musikgenuss geht.

Neulich habe ich zum würdigen Gedenken an Lou Ottens einige Musik-Apps vorgestellt. Ottens gilt als Vater der Kompaktkassette und die Apps haben dementsprechend den Sinn und Zweck, diese Erfindung in post-analoger Form wiederaufleben zu lassen: Das Handy wird zum Walkman, in den man seine digitalen Audiodateien einlegt. Eine der Apps, nämlich Cassette Gold, habe ich vor einiger Zeit hier im Blog im Beitrag Der Walkman lebt vorgestellt.

Bei den Tests für meinen Artikel habe ich mir auch einige Apps für Android angeschaut und bin ich in die Verlegenheit gekommen, zu Demonstrationszwecken einige Musikdateien auf das Nokia 7.2 (Nokia ist zurück) befördern zu müssen.

Naiv wie ich bin, dachte ich, das ginge so einfach wie beim iPhone: „Android hat kein Musikgehör“ weiterlesen

Den Cookies geht es jetzt doppelt an den Kragen

Sowohl Google Chrome als auch Firefox legen beim Tracking eine härtere Gangart vor. Ich kläre die Frage, welcher Browser seine Datenschutzoffensive glaubwürdiger betreibt.

Google will das Tracking einschränken: Der Chrome-Browser geht zunehmend restriktiv mit den Cookies der Drittanbieter um und wird die in einer künftigen Version überhaupt nicht mehr annehmen. Über diese interessante Neuerung habe ich im Beitrag Das Ende der Cookies (Paywall) berichtet.

So weit sich das bis jetzt sagen lässt, hat Google den richtigen Weg eingeschlagen: Die wilde Datensammelei wird je länger je weniger toleriert, und wer sich wie Mark Zuckerberg gänzlich uneinsichtig zeigt, provoziert strengere gesetzliche Regeln.

Darum finde ich gut, was Google tut, auch wenn ich nicht verhehlen mag, dass mein Misstrauen bleibt: „Den Cookies geht es jetzt doppelt an den Kragen“ weiterlesen

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Forschungsbedarf besteht

An mir ist ein Linguist verloren gegangen. Und darum beschäftige ich mich heute mit der Frage, wie die digitale Kommunikation die Sprache verändert. Die Erkenntnisse sind durchwachsen – aber immerhin hat der Blogpost eine echte Pointe.

Aus mir wäre fast ein Linguist geworden. Und auch wenn das nicht passiert ist, faszinieren mich sprachwissenschaftliche Themen nach wie vor. Darum passiert es mir ab und zu, dass ich einem Thema aus dem Bereich hinterher recherchiere.

Das ist mir neulich wieder einmal passiert. Ich habe mich gefragt, ob untersucht worden ist, wie sich die Verbreitung der Computer und der digitalen Kommunikationstechnik auf die Sprache ausgewirkt hat. Die offensichtliche Konsequenz ist, dass Begriffe aus der Fachsprache in den allgemeinen Wortschatz übergehen: Auf diesen Punkt komme ich gleich zurück.

Doch natürlich gibt es auch viele weitere Auswirkungen: Dass manche Leute in einer normalen, nicht-digitalen Konversation ein LOL einwerfen, ist wahrscheinlich nicht nur mir aufgefallen.

Nicht wirklich überraschend ist, dass die Kulturpessimisten einen Sprachzerfall befürchten oder ihn diagnostizieren und anprangern. Es gibt die Bedenken, dass die Chats und Messenger-Apps eine Beschädigung unserer Ausdrucksformen verursachen. „Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Forschungsbedarf besteht“ weiterlesen

Tricks für die Webrecherche mit Smartphone und Tablet

Die besten Methoden für die Webrecherche am Smartphone und Tablet, mit denen vor allem das Sichten der Resultate angenehmer wird.

Die effiziente Informationssuche im Web ist mir eine Herzensangelegenheit. Darum beschäftige ich mich regelmässig mit den Fragen, wie man schnell an möglichst gute Informationen herankommt und sie am effizientesten sichtet und bewertet.

Die App von Xayn – im Beitrag Der Berliner Frontalangriff auf Google besprochen – hat  mich auf die Idee gebracht, die Sache einmal streng aus der Sicht des Smartphone- und Tablet-Nutzers zu betrachten. Denn die klassische Suchmaschine ist ein Kind der Desktop-Ära.

Das Hin und Her vermeiden

Vor allem das Sichten der Resultate ist am Handy mühsam: Während man interessante Links inspiziert und bewertet, wechselt man ständig zwischen dem Reiter mit der Suchansicht und den Sites mit den Treffern hin und her. Das ist zwar auch am Desktop etwas mühsam. Aber wie seinerzeit im Beitrag Ein alter Groll auf Google beschrieben, gibt es in den ausgewachsenen Browsern Tricks, die diesen Vorgang angenehmer machen. Am Smartphone und Tablet funktionieren diese Tricks aber leider nicht.

Hilfreich ist dafür etwas anderes: „Tricks für die Webrecherche mit Smartphone und Tablet“ weiterlesen

Alibiübungen und Fehleinschätzungen von Google

Wie gut kennt Google uns Nutzer – und wie gut ist demzufolge die personalisierte Werbung? Ich bin dieser Frage nachgegangen. Und habe erkannt, dass der Suchmaschinenkonzern längst nicht so viel weiss, wie er wissen könnte.

Auf verschlungenen Klickwegen bin ich neulich bei Google auf der Seite adssettings.google.com gelandet. Das ist die Seite des Suchmaschinenbetreibers, auf der man die Einstellungen vorfindet, anhand derer Google einem Werbung vorsetzt. Und diese Seite hat es in sich!

Zuoberst gibt es den Schalter Personalisierte Werbung ist aktiviert, den man auch in die Aus-Position schieben kann. Man erhält dann nur noch Werbung, die  von «allgemeinen Faktoren» basiert. Beispiele für solche allgemeinen Faktoren sind «das Thema, mit dem Sie sich gerade beschäftigen, der Tageszeit oder Ihr allgemeiner Standort».

Google geht mit keinem Wort darauf ein, welche Auswirkungen die das Abschalten der Personalisierung auf das Interesse des Konzerns an persönlichen Nutzerdaten hat. Ich denke, das hat einen guten Grund – denn es dürfte überhaupt keine Auswirkungen haben. Meine Vermutung wäre, dass Google alle greifbaren Informationen weiterhin sammelt und bereithält und sie lediglich beim Ausspielen der Werbung nicht mehr berücksichtigt.

Um es noch etwas härter zu sagen: „Alibiübungen und Fehleinschätzungen von Google“ weiterlesen

Der Berliner Frontalangriff auf Google

Bei der Websuche ist es fast unmöglich, gegen Google anzustinken. Doch jetzt habe ich Xayn entdeckt: Eine Such-App fürs Smartphone, die eine echte Alternative darstellt.

Ich habe in letzter Zeit immer mal wieder alternative Suchmaschinen vorgestellt: Hier Tiger.ch, hier privado.com, hier Bing und hier die grössten Google-Konkurrenten, namentlich Duck Duck Go, Qwant und Swisscows.

Man sollte meinen, der Nachschub neuen Internetrecherchewerkzeugen würde irgendwann einmal versiegen, zumal Google dieses Geschäft sosehr beherrscht, dass ich selbst Apple nur bescheidene Erfolgschancen zugebilligt habe, diese Dominanz zu brechen. Siehe: Wie wahrscheinlich ist eine Suchmaschine von Apple?

Ungeachtet dieser Tatsache habe ich schon wieder zwei Hinweise auf Ausweichmöglichkeiten erhalten:

Trooia: Anonyme Google-Suchresultate – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das ist erstens Trooia. Diese Suchmaschine lässt sich schnell abhandeln. Sie greift auf Google zu, aber in anonymisierter Form.

Die Darstellung der Suchresultate ist nicht gerade elaboriert, sodass ich dieses Werkzeug nur für genau den Zweck empfehlen würde, dass man besonders sensible Dinge googeln möchte, die auf keinen Fall ins Nutzerprofil einfliessen sollen.

Zweitens Xayn. Er ist zweifellos der interessantere Kandidat von beiden. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er keine Websuchmaschine ist, sondern eine Recherche-App, die es fürs iPhone und für Android gibt. Und ja: Eine Die konsequente Fokussierung auf die mobile Nutzung wäre tatsächlich ein spannendes Alleinstellungsmerkmal. „Der Berliner Frontalangriff auf Google“ weiterlesen

Jahresmusterung, Teil 1: Eine schlechte Note für Google

Eine neue Rubrik hier im Blog: Ich beurteile die Leistungen der grossen Tech-Konzerne von 2020. Als erster ist der sympathische Suchmaschinenkonzern aus Mountain View, Kalifornien, an der Reihe.

Sagt, liebe Leserinnen und Leser dieses schönen Blogs, was haltet ihr von dieser Idee? Es geht um eine kleine Reihe zum Jahresende, in der ich Rückblick halte.

Und ja, bevor ihr mir ins Wort fallt und darauf hinweist, dass ein Jahresrückblick keine originelle Idee ist und wir im Nerdfunk mit dem digitalen Realitätsabgleich (erste Folge 2020: Drucker sagt nein) dieses Format seit mehr als zehn Jahren pflegen, lasst mich noch auf ein besonderes Merkmal dieser neuen Reihe hinweisen:

Also, die eigentliche Idee ist, dass ich einem grossen Tech-Unternehmen eine Note austeile. Wie hat es sich geschlagen? Ist es den Erwartungen gerecht geworden? Läuft alles so, wie wir als Kunden und Nutzer es uns wünschen würden?

Damit ihr euch das vorstellen könnt, ein Beispiel: Meine Beurteilung eines nicht unwichtigen Suchmaschinenbetreibers aus Mountain View, Kalifornien, der nebenbei auch noch ein florierendes Cloudgeschäft betreibt. Wie hat uns Google dieses Jahr gefallen? „Jahresmusterung, Teil 1: Eine schlechte Note für Google“ weiterlesen

Mit Google schneller zu den Resultaten kommt

Google hat einen Hang zur Besserwisserei – und die Suche ist im Lauf der Zeit nicht besser, sondern deutlich schlechter geworden.

Google bastelt immer mal wieder am Layout, doch an der grundsätzlichen Funktionsweise hat sich in den letzten Jahren wenig verändert. Die grösste Neuerung der letzten Jahre war (falls mich meine Erinnerung nicht trügt) die Suchfilter-Leiste.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich kein grosser Fan dieser Leiste bin. Sie bleibt zwar dezent im Hintergrund, wenn man sie nicht braucht. Doch wenn man sie häufig verwendet, dann muss man sie immer erst einblenden. Es gibt keine (mir bekannte) Möglichkeit, sie dauerhaft anzeigen zu lassen.

Um die Leiste zum Vorschein zu bringen, braucht es einen Klick. Dann sieht man die Optionen, aber um eine auszuwählen, muss man noch zwei weitere Klicks leisten: Erst auf den Titel der Kategorie, dann auf den gewünschten Punkt. Und da die wie Menüs funktionieren, sieht man nicht alle Filter aufs Mal und muss sich daher nach jedem Klick erst neu orientieren. Ich bin kein Usability-Experte; aber ich halte das nicht für das Gelbe vom Ei.

Das ist nicht alles, was mich nervt. „Mit Google schneller zu den Resultaten kommt“ weiterlesen

App Tracking: Es ist noch viel, viel schlimmer

Mithilfe der Exodus-Datenbank erfährt man mehr über die Art und Weise, wie Apps uns tracken. Und die Erkenntnis ist: Google steckt einfach überall.

Das Tracking im Netz ist ein konstantes Übel: Es kann nicht angehen, dass jegliche Daten über uns Nutzer gesammelt werden, nur weil das möglich ist. Es braucht eine Abwägung zwischen dem Bedürfnis dieser Nutzer, nicht zum gläsernen Surfer zu werden und berechtigten Anspruch der Betreiber, zumindest grundlegende Kenntnisse der Nutzer-Interessen zu haben.

Um dieses Thema ging es gestern im Beitrag Zur Hölle mit dem User Journey Mapping. Heute gibt es einen Nachtrag in Form eines Hinweises auf eine Website, die uns Nutzern hilft, uns ein Bild darüber zu verschaffen, wie gross das Interesse einer App an uns Nutzern und unseren Verhaltensweisen ist.

Die Website heisst Exodus und ist nach eigenen Angaben eine privacy audit platform for Android applications, also eine Plattform, auf der Android-Apps dahingehend überprüft werden, wie sie mit der Privatsphäre der Nutzer verfahren. Und ja: „App Tracking: Es ist noch viel, viel schlimmer“ weiterlesen

Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt

Da Google Music demnächst aus dem Verkehr gezogen wird, habe ich in den sauren Apfel gebissen und meine Musik zu Youtube Music transferiert. Doch eine befriedigende Lösung ist das nicht.

Obwohl ich praktizierender Google-Skeptiker bin, gibt es ein paar Dienste, die ich gerne nutze. Zu denen gehört Google Music. Diesen Dienst fürs Musikstreaming habe ich seit 2013 im Einsatz.

Wie im Beitrag Wie die Musik am komfortabelsten strömt beschrieben, bin ich dazugestossen, nachdem ich mich seinerzeit von  iTunes Match verabschiedet hatte. Ich hatte Apples Sync-Dienst zwar sehr geschätzt: Er war bzw. ist¹ dazu da, die lokale Musiksendung über diverse Geräte zu synchronisieren. Das funktioniert ähnlich mit der iCloud-Mediathek. Aber iTunes Match hat den Vorteil, dass auch selbst gerippte Musik, die nicht aus dem Music Store stammt, berücksichtigt wird.

So praktisch das ist: Es kostete damals 35 Franken im Jahr (und heute vermuntlich immer noch), und das war mir zu teuer. Darum habe ich Google Music verwendet. Über ein Programm namens Music Manager hat man dort die lokal gespeicherten Musikstücke hochladen und via Browser oder App hören können.

Nun ist Google dabei, diesen Dienst einzustampfen. „Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt“ weiterlesen