Mit Google schneller zu den Resultaten kommt

Google hat einen Hang zur Besserwisserei – und die Suche ist im Lauf der Zeit nicht besser, sondern deutlich schlechter geworden.

Google bastelt immer mal wieder am Layout, doch an der grundsätzlichen Funktionsweise hat sich in den letzten Jahren wenig verändert. Die grösste Neuerung der letzten Jahre war (falls mich meine Erinnerung nicht trügt) die Suchfilter-Leiste.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich kein grosser Fan dieser Leiste bin. Sie bleibt zwar dezent im Hintergrund, wenn man sie nicht braucht. Doch wenn man sie häufig verwendet, dann muss man sie immer erst einblenden. Es gibt keine (mir bekannte) Möglichkeit, sie dauerhaft anzeigen zu lassen.

Um die Leiste zum Vorschein zu bringen, braucht es einen Klick. Dann sieht man die Optionen, aber um eine auszuwählen, muss man noch zwei weitere Klicks leisten: Erst auf den Titel der Kategorie, dann auf den gewünschten Punkt. Und da die wie Menüs funktionieren, sieht man nicht alle Filter aufs Mal und muss sich daher nach jedem Klick erst neu orientieren. Ich bin kein Usability-Experte; aber ich halte das nicht für das Gelbe vom Ei.

Das ist nicht alles, was mich nervt. „Mit Google schneller zu den Resultaten kommt“ weiterlesen

App Tracking: Es ist noch viel, viel schlimmer

Mithilfe der Exodus-Datenbank erfährt man mehr über die Art und Weise, wie Apps uns tracken. Und die Erkenntnis ist: Google steckt einfach überall.

Das Tracking im Netz ist ein konstantes Übel: Es kann nicht angehen, dass jegliche Daten über uns Nutzer gesammelt werden, nur weil das möglich ist. Es braucht eine Abwägung zwischen dem Bedürfnis dieser Nutzer, nicht zum gläsernen Surfer zu werden und berechtigten Anspruch der Betreiber, zumindest grundlegende Kenntnisse der Nutzer-Interessen zu haben.

Um dieses Thema ging es gestern im Beitrag Zur Hölle mit dem User Journey Mapping. Heute gibt es einen Nachtrag in Form eines Hinweises auf eine Website, die uns Nutzern hilft, uns ein Bild darüber zu verschaffen, wie gross das Interesse einer App an uns Nutzern und unseren Verhaltensweisen ist.

Die Website heisst Exodus und ist nach eigenen Angaben eine privacy audit platform for Android applications, also eine Plattform, auf der Android-Apps dahingehend überprüft werden, wie sie mit der Privatsphäre der Nutzer verfahren. Und ja: „App Tracking: Es ist noch viel, viel schlimmer“ weiterlesen

Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt

Da Google Music demnächst aus dem Verkehr gezogen wird, habe ich in den sauren Apfel gebissen und meine Musik zu Youtube Music transferiert. Doch eine befriedigende Lösung ist das nicht.

Obwohl ich praktizierender Google-Skeptiker bin, gibt es ein paar Dienste, die ich gerne nutze. Zu denen gehört Google Music. Diesen Dienst fürs Musikstreaming habe ich seit 2013 im Einsatz.

Wie im Beitrag Wie die Musik am komfortabelsten strömt bin ich mich seinerzeit von  iTunes Match verabschiedet habe. Ich habe diesen Dienst zwar sehr geschätzt: Er ist dazu da, die lokale Musiksendung über diverse Geräte zu synchronisieren. Das funktioniert zwar ähnlich mit der iCloud-Mediathek. Aber iTunes Match hat den Vorteil, dass auch selbst gerippte Musik, die nicht aus dem Music Store stammt, berücksichtigt wird.

So praktisch das ist: Es kostete damals 35 Franken im Jahr, und das war mir zu teuer. Darum habe ich Google Music verwendet. Über ein Programm namens Music Manager hat man dort die lokal gespeicherten Musikstücke hochladen und via Browser oder App hören können.

Nun ist Google dabei, diesen Dienst einzustampfen. „Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt“ weiterlesen

Die Übersetzungs-App, auf die die Welt nicht gewartet hat

Wie gut schlägt sich die neue Übersetzungs-App von Apple im Vergleich zu Google? Ja, genauso, wie erwartet.

Das wird schon stimmen, nehme ich an.

Mit iOS 14 gibt es beim iPhone auch eine Übersetzungs-App. Das ist einerseits erfreulich. Andererseits kann man sich fragen: Braucht es die noch?

Ich werde wohl nicht der einzige sein, der seit Jahr und Tag Google Translate (iPhone/iPad und Android) benutzt. Und auch wenn sich Google immer mal wieder peinliche Missgriffe erlaubt, erfüllt die App ihren Zweck.

Aber da ist sie nun. Und es ist verblüffend, wie gross die Ähnlichkeit mit der Übersetzungs-App von Google ist. Da drängt sich die Frage geradezu auf, welche App denn nun besser ist.

Eine oberflächliche Analyse bestätigt die Erwartungen: Google ist schon viel länger im Geschäft, und das merkt man natürlich auch. Zum Beispiel bei der Zahl der unterstützten Sprachen. „Die Übersetzungs-App, auf die die Welt nicht gewartet hat“ weiterlesen

Youtube Premium ist ganz okay – aber wie wird man die schlechten Videos los?

Youtube Premium verschont einen vor Werbung. Die fragwürdigen, doofen und irreführenden Videos wird man mit dem Bezahl-Abo jedoch nicht los. Dabei wäre genau das ein echter Mehrwert.

Aus beruflichen Gründen habe ich neulich einen Vorsatz über Bord geworfen. Ich hatte mir vorgenommen, das grosszügige Angebot von Google, Youtube Premium  einen Monat kostenlos auszuprobieren, nicht wahrzunehmen.

Der Grund für meine Verweigerungshaltung war die Penetranz, mit der Google dieses Abo unter die Leute bringen will. Sowas löst bei mir eine sture Gegenreaktion aus. Ich will dann beweisen, dass ich mich so leicht nicht kleinkriegen lasse. Und ja, das ist ein bisschen kindisch: Als ob ich damit Sundar Pichai himself oder sonst jemanden bei Google beeindrucken würde.

Aber wie angedeutet: Ich bin eingeknickt und habe mit dem Testmonat begonnen. Der Grund war mein Plan, Youtube Premium in einem Video zu besprechen. Und darüber hinaus bin ich auch wirklich daran interessiert, wie Google Youtube weiterentwickelt. Ein Abomodell finde ich nicht grundsätzlich verkehrt: Richtig gemacht, könnte einen dringend benötigten Qualitätsschub bringen.

Darüber gleich mehr, aber hier erst einmal das Video mit meinem Fazit zu Youtube Premium: „Youtube Premium ist ganz okay – aber wie wird man die schlechten Videos los?“ weiterlesen

Mit Google die letzten Fotogeheimnisse enträtseln

Google Lens ist erschreckend gut darin herauszufinden, was auf einem Foto zu sehen ist. Wichtig ist lediglich, richtig zu scannen und zu suchen.

Neulich habe ich eine neue Geschichte für ein altes Foto und beschrieben, wie man mithilfe des Internets Recherchen zu seinen Fotos anstellt: Wie findet man heraus, wo ein Foto aufgenommen worden ist, wenn man sich partout nicht mehr daran erinnern mag?

Andreas hat mit dem richtigen Ausschnitt gearbeitet und so einen Treffer gelandet (zweiter Vorschlag rechts).
Ich hatte Google Lens auch eine Chance gegeben – aber den Fehler gemacht, den Ausschnitt nicht einzugrenzen.

Einer meiner Facebook-Freunde hat einen Versuch mit Google Lens unternommen und ist dem Geheimnis jenes Fotos auch auf die Spur gekommen.

Ich hatte die App auch ausprobiert, aber ohne Erfolg. Aber offensichtlich habe ich zu früh aufgegeben. Der Clou scheint zu sein, genau den richtigen Bildausschnitt zu wählen.

Das ist Grund genug, diese App etwas genauer unter die Lupe zu nehmen: Was taugt Google Lens, um Motive auf alten Fotos zu identifizieren?

Es gibt die App für Android. Eine separate App fürs iPhone bietet Google nicht an. Die Lens-Funktion steckt bei iOS in der Such-App von Google. Man kann mit ihr einen Suchtext eintippen, diktieren – oder aber Bildinformationen zur Suche nutzen. Dazu greift man entweder auf die Kamera des Smartphones oder aber ein vorhandenes Bild zurück.

Ich nutze die Lens-Funktion inzwischen recht gerne: „Mit Google die letzten Fotogeheimnisse enträtseln“ weiterlesen

Eine neue Geschichte für ein altes Foto

Ein kleines Experiment: Wie gross ist der Rechercheaufwand, einem dreissig Jahre alten Foto seine Geheimnisse zu entlocken?

Wie digitalisiert man seine analogen Negative, Dias, Papierabzüge, Schallplatten, Kassetten, Schmalfilme und Videos? Das haben Kevin und ich neulich ausführlich und annähernd abschliessend behandelt. Wie man es sich erspart, 5000 Dias zu scannen, heisst diese schöne Sendung.

Ich erzähle in der Sendung, dass ich meine Dias und Negative seinerzeit erfolgreich digitalisiert habe (Dias scannen im Akkord) – und stelle die Frage, wie weit man es mit den Metadaten denn treiben sollte. Denn was bringt es, wenn man die Fotos hat, aber nicht mehr weiss, wann, wo und bei welcher Gelegenheit ein Bild aufgenommen worden ist?

Digitale Fotos bekommen von Haus aus einige hilfreiche Zusatzinformationen mit: Mindestens das Aufnahmedatum und die Uhrzeit (falls man denn die Uhr an der Kamera richtig gestellt hat). Wenn man mit dem Handy oder mit GPS-Kameras knipst, dann werden auch die geografischen Koordinaten erfasst. Damit ist zumindest das Wo und Wann geklärt. Und wenn man nicht total vergesslich ist, sollte sich daraus auch das Warum ableiten lassen. Sprich: Man hat zumindest eine vage Ahnung, bei welcher Gelegenheit eine Aufnahme entstanden ist.

Bei den analogen Fotos gibt es keine Metadaten. „Eine neue Geschichte für ein altes Foto“ weiterlesen

Ein Google-Docs-Tipp für Geheimniskrämer

Eine Methode, um in freigegebenen Google-Docs private Abschnitte einzurichten.

Ich bin kein besonders leidenschaftlicher Anwender von Google Docs. Aber für gemeinsam bewirtschaftete Dokumente ist Googles Wolkenbüro ohne Zweifel praktisch: Die allermeisten Leute kennen es und kommen damit klar. Und es gibt alle Funktionen, die man braucht. (Abgesehen von einer vernünftigen Organisation der Dokumente – bei einer grösseren Dokumentenablage ist Google Docs eine bare Katastrophe. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Etwas gibt es allerdings, was mir fehlt. Ich würde gerne in freigegebenen Google Docs private Informationen unterbringen können.

Warum? Hier ein reales Beispiel aus meiner Praxis: Beim Nerdfunk verwenden wir für die Sendemanuskripte Google Docs. Da dürfen in den meisten Fällen alle alles sehen. Aber es gibt Situationen, in denen man einige Dinge für sich behalten möchte: „Ein Google-Docs-Tipp für Geheimniskrämer“ weiterlesen

Eine erstaunlich schlechte Google-App

Ein Augenschein der Google-News-App zeigt: Die ist tatsächlich genau so undifferenziert, wie ich erwartet habe.

Ich gehöre zu den altmodischen Leuten, die sich aktuelle Informationen nicht ausschliesslich von Facebook und Twitter um die Ohren hauen lassen. Ich verwende nach wie vor und weiterhin aus Überzeugung einen Feedreader mit den selbst kuratierten Nachrichtenquellen. Es sind dies im Moment Inoreader (Hier wirst du gefüttert!) und Lire RSS (Das Nonplusultra für RSS-Fans).

Zusätzlich habe ich Blendle im Einsatz (Mit dem News-Fastfood aufhören) und würde auch Readly empfehlen (Zeitschriften zum Flatrate-Tarif), obwohl mein Abo dort Ende 2019 ausgelaufen ist.

Nie richtig warm geworden bin ich mit Google News. Ich verwende zwar ganz gerne die «News»-Option von Googles Suchmaschine. Aber mit news.google.com freunde ich mich nicht an – auch wenn ich mich bemühe. So richtig festmachen kann ich gar nicht, warum dem nicht so ist. Irgendwie ist mir die Seite zu unübersichtlich, die Auswahl der News zu wenig zwingend und zu durchsetzt von Zeugs, das mir egal ist. Aber zugegeben, ich bin auch wenig tolerant: Wenn man mir mit mehr als einer halben Sportmeldung pro Tag kommt, ist man bei mir unten durch.

Aber es könnte immerhin sein, dass die Google-News-App weniger schlecht ist als die Website. Es gibt sie für Android und für iPhone und iPad. Doch auch bei der App fällt mir auf, dass die Auswahl an Nachrichten nicht meinem Geschmack entspricht. „Eine erstaunlich schlechte Google-App“ weiterlesen

Die Illusion von Offenheit bei Android

Es gibt ein paar Dinge, denen man ab und zu begegnet – und bei denen man sich jedes Mal vornimmt, sich mal genauer damit zu beschäftigen. Irgendwann – wenn man mal Zeit hat. Ein solches Ding ist, in meinem beruflichen Leben, die Open Handset Alliance. Und heute habe ich Zeit, mich damit zu beschäftigen.

Der Ausgangspunkt: Ich weiss natürlich das, was bei Wikipedia steht: Es ist eine Organisation, die irgend etwas mit Googles Handy-Betriebssystem Android zu tun hat. Auf dem Papier ist es eine sehr eindrückliche Organisation: 84 Unternehmen aus der ganzen Tech-Branche haben sich zusammengeschlossen: Telkos, Gerätehersteller, Softwareunternehmen – sogar Noser Engineering findet man auf der Liste. Das ist das Unternehmen von Ruedi Noser, einem der beiden Zürcher Ständeräte.

Die Open Handset Alliance, oder kurz OHA, hat eine Website, die für ein Tech-Konsortium aber einen sehr angestaubten Eindruck hinterlässt – ebenso, wie die News-Sektion, wo der neueste Eintrag vom 18. Juli 2011 datiert. Auf dieser Website liest man ein flammendes Bekenntnis zur Offenheit: „Die Illusion von Offenheit bei Android“ weiterlesen