Mark ist ein Depp

Mit einem ziemlichen Erstaunen musste ich als erklärter Trendbanause zur Kenntnis nehmen, dass das Popup wieder in Mode ist. Das Popup! Genau das Ding, was uns vor zehn, fünfzehn Jahren das Surfen verleidet hat.

Damals war es eine aufdringliche Form der Werbung, die mit der amerikanischen Redewendung in your face recht gut beschrieben ist: Man bekommt etwas vor den Latz geballert, um das man nicht gebeten hat. Man könnte das auch als Form des Aufmerksamkeitsdiebstahls bezeichnen.

Immerhin: Die Belästigung ist weitgehend gebannt. Einerseits dank Technik: Die modernen Browser unterdrücken Fenster, die sich automatisch öffnen. Was zur Folge hat, dass legitime Popup-Fenster verhindert werden. Aber gut, diese Art von Kollateralschaden ist man sich im Internet gewohnt.

Noch wirksamer als die Blockade im Browser dürfte aber die offizielle Ächtung gewesen sein.  „Mark ist ein Depp“ weiterlesen

Die Welt durch die Augen des Google-Bots

Der User-Agent Switcher ist eine nützliche Erweiterung für Firefox, mit der man den User Agent umschalten kann. Je nach Einstellung gibt sich Firefox dann nicht mehr als Firefox unter Windows, sondern als Safari unter Mac OS, als Edge-Browser unter Windows oder als Android-Telefon oder sonst ein Gerät bzw. eine Software aus.

Das ist nützlich, wenn man Websites testen muss, die sich auf den einzelnen Geräten unterschiedlich verhalten sollen. Ich brauche diese Erweiterung aber aus einem trivialeren Grund: Ich betreue bei Publisher.ch bekanntlich den Downloadbereich. Da dort sowohl die Windows- als auch die Mac-Versionen der Programme angeboten werden, muss ich beides herunterladen. Viele Websites nehmen dem Nutzer die Arbeit ab, die passende Variante wählen zu müssen – mit dem unerfreulichen Nebeneffekt, dass ich die Mac-Version nicht herunterladen kann, wenn ich einen Windows-Computer benutze. Damit ich dazu keinen Mac bemühen muss, schalte ich einfach den User Agent um. Das klappt in den meisten Fällen hervorragend.

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Eine Schreckreaktion? So sieht Google aus, wenn man mit User Agent «Googlebot» surft.

Lustig ist nun, dass man die Einstellung bei User Agent nun auch auf exotische Dinge wie Google Bot einstellen kann. Und das, von Neugierde getrieben, auch sogleich tut. „Die Welt durch die Augen des Google-Bots“ weiterlesen

Googles gottlose Bösartigkeit

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Woher kommt sie bloss, diese Fixierung auf Strassenschilder bei Google? (Bild: Ed Gregory/stokpic.com, CC0)

Captchas sind eine anstrengende Angelegenheit. Sie kommen einem oft in die Quere, wenn man seine Arbeit erledigt bekommen sollte und keine Zeit zu vertrödeln hat. Noch nerviger als die Captchas sind jedoch die Recaptchas, die Google erfunden hat. Sie seien «tough on bots und easy on humans», behauptet der Suchmaschinenhersteller hier. Die Botschaft ist seltsamerweise weder mit einem Menschen, noch mit einem Bot, sondern mit einem spielenden Kätzchen illustriert.

Nun, im Idealfall muss man bei Googles Variante bloss ein Kästchen anklicken, in dem steht, man sei kein Roboter. Unter Umständen funktioniert die Überprüfung auf Bot oder Nichtbot sogar im Hintergrund, dass man überhaupt nicht belästigt wird. Doch manchmal kommt diese vermaledeite «Wählen Sie alle Bilder mit Strassenschildern aus»-Variante: Sie enthält ein in neun oder 16 Quadrate zerlegte Bilderseite, auf der man alle Teile anklicken sollte, die ein Strassenschild enthalten. Oder Fahnen. Oder Geschäfte. Oder sonst irgend etwas – hier ist ein Beispiel beschrieben, wo ich es mit so so einer Abfrage zu tun hatte, die nicht zufriedenzustellen war.

Es gibt jede Menge Probleme mit dieser Captcha-Variante: „Googles gottlose Bösartigkeit“ weiterlesen

Abgesang auf eine Lieblings-App

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ProTube auf dem iPad.

ProTube gehört seit Jahren zu meinen Lieblings-Apps: Eine Alternative zu der Standard-Youtube-App mit vielen nützlichen Funktionen. Ich habe sie seinerzeit aufgrund hervorragender Funktionen für die bessere Youtube-App erklärt. Zu diesen geschätzten Funktionen zählen die Möglichkeit, die Wiedergabegeschwindigkeit zu ändern, die Videoauflösung einzustellen und die Option, nur den Ton bei gesperrtem Telefon abzuspielen. Bei Vorträgen oder Videopodcasts spielt das Bild oft keine wesentliche Rolle, sodass man darauf verzichten kann. Früher gab es bei ProTube auch eine Möglichkeit, Videos für den Offline-Konsum herunterzuladen. Diese Funktion musste der Entwickler auf Druck von Youtube jedoch entfernen.

Als ich neulich ein neues Telefon in Betrieb nahm, ist mir aufgefallen, dass die App gar nicht mehr zur Verfügung steht. Apple hat sie aus dem Store genommen, und in seinem Blog erklärt Entwickler Jonas Gessner, weswegen:
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Die Google-Bildersuche flicken

Googles Bildersuche sucht nach Bildern: Das war seinerzeit (2011) eine grandiose Erkenntnis. Knapp sieben Jahre später ist es eine Banalität. Leute wie ich nutzen die Bildersuche die ganze Zeit, denn wer Blogbeiträge und Zeitungsartikel zu illustrieren hat, der hat einen grossen Bilderbedarf. Natürlich gibt es auch Alternativen: Für die professionelle Arbeit Keystone und die Bilderdatenbank von Reuters. Und für die Bloggerei Bilder zum freien Gebrauch. Doch die Bildersuche von Google bietet eine schnelle Übersicht, in welche Richtung man suchen könnte, wenn man keinen Geistesblitz hat. Und man kann unter Nutzungsrechte auch nach Bildern mit einer passenden Creative-Commons-Lizenz suchen – auch wenn ich nicht verstehe, warum ich die Tools-Leiste jedes Mal wieder einblenden muss.

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So hat man früher Bilder gesucht. (Bild: gratisography.com, CC0)

Nun hat die Bildersuche vor Kurzem etwas an Nutzen verloren. Schuld war, wie man lesen konnte, ein Streit mit der Bildagentur Getty (von der man auch Bilder im Blog einbetten kann, siehe hier). Google hat im Resultat den Knopf entfernt, mit dem man ein Bild in der Bildersuche direkt öffnen konnte. Das hat, nach Ansicht von Getty, die Bildersucher abgehalten, die Fotos über die ursprüngliche Webseite aufzurufen. Ich kann dieser Argumentation nicht so ganz folgen, da Getty die Bilder zur Voransicht nur niedrig aufgelöst und mit Wasserzeichen anbietet. „Die Google-Bildersuche flicken“ weiterlesen

Ein Stinkefinger für Youtube

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Trifft meine Stimmung perfekt. (Bild: Anger, Isengardt/Flickr.com, CC BY 2.0)

Ich habe, wie viele andere auch, von Youtube letzte Woche ein Mail bekommen. In netten Worten wird hier gesagt, dass ich des Youtubens unwürdig bin. Nein, genauer: Dass ich zwar meine Videos weiterhin hochladen soll, aber kein Geld mehr verdienen darf:

Da dein YouTube-Kanal Matthias Schüssler die neuen Mindestanforderungen von 4000 Stunden Wiedergabezeit in den vergangenen 12 Monaten und 1000 Abonnenten nicht erreicht hat, ist er aufgrund der neuen Voraussetzungen leider nicht mehr für die Monetarisierung zugelassen.

Die Begründung:

Unser Ziel ist, dass das YouTube-Partnerprogramm (YPP) von möglichst vielen Kanälen genutzt werden kann. Gleichzeitig müssen wir für mehr Sicherheit sorgen, um den Umsatz der YouTuber auf unserer Plattform zu schützen.

Das ist schon auf den ersten Blick blanker Unsinn – weil es den Umsatz der Youtuber mit kleinerem Umsatz eben nicht schützt. Spiegel.de hat eine konkrete Vermutung, worum es hier geht:
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Google ist nicht der Weisheit letzter Schluss


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Ich nutze Google gerne, auch wenn die Suche IMHO in der letzten Zeit abgebaut hat. Doch egal ob man nun ein Fan oder ein Nutzer ist, der mit Bing noch nicht warm geworden ist, sollte man die Grenzen seines Werkzeugs kennen.

Wobei: Es ist gar nicht so einfach, die Grenzen von Google in Worte zu fassen – zumindest dann nicht, wenn man keine Zeit für eine elaborierte Untersuchung hat. „Google ist nicht der Weisheit letzter Schluss“ weiterlesen

Gegen zu wenig Wechselwäsche

… und andere Reisepannen wie Sonnenbrand, verpasstes Checkin am Flughafen und fehlherhafte Lokalwahl vor Ort. Denn was gibt es schlimmeres, als das Menu touristico herunterwürgen zu müssen? Im Patentrezepte-Video vom letzten Sonntag gibt es acht hübsche App-Tipps:


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Ungewöhnlicher Datenverkehr

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Wie mich Google gelegentlich sieht. (Bild: Unitron Sentinel von Pascal/Flickr.com, CC0 1.0)

In unschöner Regelmässigkeit begegne ich beim Googeln unten abgebildeter Botschaft. Sie heisst:

Unsere Systeme haben ungewöhnlichen Datenverkehr aus Ihrem Computernetzwerk festgestellt. Diese Seite überprüft, ob die Anfragen wirklich von Ihnen und nicht von einem Robot gesendet werden. Warum?

Klickt man auf Warum, erscheint folgende Begründung:
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Google verstaatlichen


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Googles Suchmaschine hat eine Mission: Nämlich zu einem Stichwort die passenden Resultate zu liefern. Allerdings fehlt in manchen Fällen die Notwendigkeit, ein Suchresultat anzuklicken: Google beantwortet manche Fragen direkt. Zum Beispiel über den Knowledge Graph. Oder bei Büchern, Fragen nach der Uhrzeit, Umrechnungen oder sogar beim Wunsch nach Zerstreuung – das Video zeigt 15 solcher «Ostereier» (wenn man sie so nennen will).

Bleibt die Frage: Ist es eigentlich legitim, wenn Google in manchen Fällen Websites den Traffic vorenthält, weil die Neugierde des Nutzers bereits durch die Anreicherung der Resultateliste befriedigt werden konnte? Aus Nutzersicht ist das natürlich legitim: Es gibt kein Gesetz, das einen Suchmaschinenbetreiber dazu verpflichten würde, nur Suchresultate anzuzeigen. Und für den Nutzer ist es praktisch, sich bei simplen Fragen nicht durch einen Wust von Resultaten klicken zu müssen, auf der Suche nach der besten Weltzeituhr oder tollsten Umrechnungssite.

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Richtige Antwort: Google

Aus Sicht der Betreiber von Websites sieht es etwas anders aus: Da findet man es sehr störend, wenn die Suchmaschine – die eigentlich Vermittlerin sein sollte – in Konkurrenz zum eigenen Angebot tritt. Und es ist eine übermächtige Konkurrenz. Denn wer wird eine Weltzeituhr wie weltzeituhr.ch aufrufen (und dort die Werbebanner ansehen) wollen, wenn Google einem nach der Eingabe «Time in LA» schon gesagt hat, was man wissen wollte?
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