Viele Webmaster wissen offensichtlich nicht, was sie tun

Ich lese Leuten die Leviten, die nicht wissen, wie man im Internet einen vernünftigen Link setzt.

Mir ist eine webmässige Unsitte aufgefallen, von der ich den Eindruck habe, dass sie in letzter Zeit um sich greift. Ich kann zwar nicht mit harten Daten belegen, dass sie früher weniger verbreitet war. Aber mein subjektiver Eindruck ist eindeutig: Immer mehr Leute verwenden noreferrer.

Und an dieser Stelle wird sich die Leserschaft dieses Blogposts in zwei Gruppen aufspalten: Die eine Gruppe wird wissend nicken. Und die andere sich fragend am Kopf kratzen.

Also, noreferrer ist eines jener Attribute, mit denen man Links im Internet näher spezifiziert. Leute, die mit den technischen Grundlagen und der Web-Ausszeichnungssprache HTML vertraut sind, kennen den <a>-Tag aus dem Effeff: Er definiert einen Hyperlink. Das Ziel zum Link steckt im href-Attribut.

Es ist nun möglich, einem Link noch weitere Informationen mitzugeben. Das Attribut rel definiert die Beziehung zwischen dem Dokument, das den Link enthält und dem verlinkten Ziel. Man kann beispielsweise darauf hinweisen, dass ein Link auf eine vorherige (prev) oder nachgelagerte (next) Seite verweist.

Ein beliebter Wert für das  rel-Attribut ist nofollow. „Viele Webmaster wissen offensichtlich nicht, was sie tun“ weiterlesen

Auf der Suche nach dem schwarzen Softwareschwan

Gibt es Software, die es nicht gibt? Sprich: Habt ihr ein Anliegen, für das ihr vergeblich nach einem Programm gesucht habt? Nebst dieser Frage geht es im Blogpost auch noch um ein exotisches Windows-Hilfsprogramm.

Man würde meinen, dass es Programme für alles gibt – gerade bei Windows. Zwar ist Windows nicht mehr das Betriebssystem mit der grössten Verbreitung: 2017 wurde der jahrelange Dominator von Android überholt. Trotzdem: Dieses Betriebssystem existiert seit 35 Jahren, und damit 23 Jahre länger als Android. Und Windows wird breiter eingesetzt, in Unternehmen, auf Servern, für professionelle Zwecke und zum Spass. Da würde man meinen, dass über die Jahre für jedes denkbare Problem eine Lösung in Form einer tollen Software entstanden ist.

Doch es passiert mir immer mal wieder, dass ich auf Probleme stosse, auf die es keine überzeugende Software-Antwort gibt – sondern allenfalls wilde Hacks oder ein dubioses Shareware-Programm, das seit zwanzig Jahren nicht mehr aktualisiert worden ist. Leider habe ich die Fälle nicht dokumentiert – dabei wäre das eine tolle Serie für dieses Blog hier geworden. Doch wenn ihr Beispiele habt, freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren.

Heute geht es um ein Anliegen, das so halb in diese Kategorie fällt. „Auf der Suche nach dem schwarzen Softwareschwan“ weiterlesen

Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker

Eine heisse Empfehlung für einen aufgeräumten Download-Ordner: File Juggler verschiebt heruntergeladenen Dateien automatisch in den Ordner, wo sie hingehören.

Kennt ihr das Problem mit dem Download-Ordner? Dieser Ordner kann gemäss meiner Beobachtung zwei Zustände aufweisen:

  1. Total zugemüllt. Es finden sich Hunderte oder Tausende Dateien darin, die ihr Besitzer heruntergeladen, aber nie vernünftig verräumt hat.
  2. Leer, beziehungsweise penibel aufgeräumt. Wenn das der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass der Besitzer des fraglichen Downloadordners ein Sauberkeitsfanatiker ist, der sogleich nach dem Herunterladen hingeht und jede einzelne Datei in den dafür vorgesehenen Ordner verschiebt. Das verhindert das Chaos – aber es braucht leider auch viel Zeit.

Ich gehöre zur zweiten Sorte: Ich räume alle die Dateien, die in meinen Downloadordner wandern, sogleich an die richtige Stelle: PDF-Dateien in mein Artikel-Archiv oder in den Ordner mit dem Recherchematerial. Sicherheitskopien der Nerdfunk-Manuskripte aus Google Docs werden in meinen Nerdfunk-Ordner gesteckt. Backups meiner WordPress-Blogs gehören ins Backup-Verzeichnis. Und so weiter.

So herrscht jene Ordnung, die mir als leicht neurotisch veranlagtem Dateien-Mikromanagers zusagt. Der Nachteil ist, dass ich viel Zeit darauf verwende, Dateien aus diesem Download-Ordner an die richtige Stelle zu verschieben. „Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker“ weiterlesen

Backstage bei Android

Die Entwickleroptionen und der Fehlerbericht: Zwei Möglichkeiten, als Android-Nutzer seine Nase in Dinge zu stecken, die einen nicht unbedingt etwas angehen.

Bei Android gibt es die praktische Möglichkeit, einen Systembericht zusammenstellen zu lassen. Ich habe sie neulich nach meinem Test der SwissCovid-App verwendet. Auf dem schon etwas älteren Huawei gab es die Meldung, die Play-Services von Google hätten nicht die erforderliche Version. Dieser Meldung wollte ich mit einem befreundeten Googler auf den Grund gehen: Denn eigentlich hätte sie nicht erscheinen sollen, weil die erforderliche Version der Play Services bereits verfügbar war.

Das Menü mit den Entwickleroptionen: Ein gefundenes Fressen für Spielkinder.

Also, um so einen Systembericht anzufertigen, öffnet man die Einstellungen. Man blättert ans Ende der Liste, tippt auf den Punkt Über das Telefon und tippt dann siebenmal auf die Zeile, in der die Build-Nummer angegeben ist. Das klingt etwas schräg, führt aber dazu, dass der Entwicklermodus aktiviert wird.

Dieser Modus sogt dafür, dass in den Einstellungen der Punkt Entwickleroptinen hinzugefügt wird. Nicht alles, was man in dieser Rubrik zu sehen bekommt, ist für uns normale Anwender interessant. Aber ein paar Dinge gibt es schon, wo man als neugieriger Mensch seine Nase hineinstecken möchte. Zum Beispiel: „Backstage bei Android“ weiterlesen

Immer Ärger mit Soundaufnahmen bei Windows

Wieder einmal eines dieser Themen, das ausser mich niemanden interessiert: Die Wahl der Audio-Schnittstelle bei Windows.

Bei jeder meiner Voiceover-Aufnahmen für ein Patentrezept-Video habe ich mit einem lästigen Problem herumgeschlagen. Der Pegel aus meinem Mischpult kam leise oder viel zu leise in meinem Aufnahmeprogramm an. Der Grund war mir nicht klar – ebenso wenig, warum der Pegel so wenig konstant war.

Nun habe ich kürzlich die Ursache entdeckt. Ich nehme an, ich wäre schon früher draufgestossen, hätte ich nicht eine uralte Version von Audacity verwendet (ja, ich verwende tatsächlich dieses Programm, mit dem verwegene Kerle ihr Audio schneiden). Vielleicht hat auch ein Windows-Update weitergeholfen. Aber jedenfalls ist die Sache nun so viel einfacher, dass ich die Lösung hier für die Nachwelt festhalten will – und für mich selbst, weil mir solche Dinge gelegentlich auch wieder entfallen.

Also, es ist so: „Immer Ärger mit Soundaufnahmen bei Windows“ weiterlesen

Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?

Eigentlich eine Frage des Datenschutzes. Doch in Zeiten wie diesen fragt man sich eher: Ist das eine probate Methode, diese Ringe zu schliessen?

Wenn man eine Smartwatch oder irgend ein Fitness-Gadget trägt, dann fällt einem irgendwann einmal ein dicker, fetter Elefant auf, der plötzlich im Raum steht. Ich will nun nicht behaupten, dass dieser Elefant ein aphrodisierendes Parfüm aufgelegt hat und Strapse trägt. Aber er ein bisschen aufreizend ist er schon. Denn es geht an dieser Stelle um den guten alten Geschlechtsverkehr.

Dieser Elefant im Raum – oder für Leute, die mit der Metapher aus dem angelsächsischen Sprachraum nicht vertraut sind – die nie gestellte, aber offensichtliche Frage zu den Smartwatches lautet: «Merkt das Ding eigentlich, wenn ich Sex habe?»

Diese Frage stellt sich für Leute, die sie für sich bejahen können  – aber auch für die Asexuellen und Enthaltsamen.

Denn ob aktiv oder nicht, es gibt in beiden Fällen Gründe, dass man das Wann und Wann-nicht und das Wie-oft oder Wie-oft-nicht für sich behalten möchte. „Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?“ weiterlesen

Spotify, gib mal meine Daten her

Die Datenschutz-Grundverordnung gibt uns Nutzern¹ ein interessantes Recht: Nämlich das Recht auf Datenportabilität. Wir sollten die Möglichkeit bekommen, unsere Daten aus Webdiensten abzuziehen und selbst weiterzunutzen oder bei einem anderen Dienstleister zu deponieren.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Denn wieso würden wir Nutzer überhaupt auf die Idee kommen, einem Dienst unsere Daten anzuvertrauen, wenn wir nicht sicher sein können, dass wir sie zurückbekommen, wenn wir das wünschen?

Aber offensichtlich machen sich nur wenige Leute diese Gedanken. Wir sind von proprietären Dateiformaten und anderen Lock-In-Mechanismen schon derartig darauf konditioniert, dass Datenportabilität nicht existiert, dass wir eine beträchtliche Akzeptanz und Leidensfähigkeit entwickelt haben.

Das soll aber nicht heissen, dass das so bleiben muss. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Exportfunktionen bei diversen Diensten zu testen und sie zu besprechen: „Spotify, gib mal meine Daten her“ weiterlesen

Jederzeit ein frisches Windows

Mit dem Windows-Update vom Mai 2019 (Build 1903) hat Microsoft eine Sandbox in Windows eingebaut. Ich habe sie im Video (siehe Baby steps oder Riesenschritte?) erwähnt – aber nicht ausführlich vorgestellt. Sie hatte damals ein Problem, das ich nicht übersehen konnte: Sie hat nämlich nicht funktioniert. Bei deutschsprachigen Windows-Installationen hat sie eine Fehlermeldung angezeigt.

Neulich hielt ich die Zeit für gekommen, um nachzusehen, ob diese Sandbox inzwischen funktioniert. Und in der Tat: Sie startet brav auf.

Das ist eine gute Sache. Die Sandbox erhöht die Sicherheit beträchtlich – gerade für Leute, die ab und zu fragwürdige Dinge tun. In den Bereich fällt das Anklicken seltsamer Links, das Installieren fragwürdiger Programme oder das Öffnen von Dokumenten aus unbekannter Quelle.

Solcherlei Dinge tut man am besten nicht in seiner angestammten Arbeitsumgebung, sondern in einer Art Quarantäne. Ich empfehle für solche Zwecke auch gerne eine virtuelle Maschine (siehe Virtuell ist essenziell oder, für den Browser, Das Gegenteil vom Internet Explorer). Aber dieser Weg hat zwei Nachteile: Erstens ist die Installation anspruchsvoll. Und zweitens muss man auch die virtuelle Maschine pflegen und zum Beispiel Updates einspielen.

Die Sandbox ist pflegeleichter. „Jederzeit ein frisches Windows“ weiterlesen

Das iPhone als 3D-Scanner

Seit einiger Zeit habe ich ein iPhone 11 als Leihgerät zur Verfügung. Wie hier in einem ersten Augenschein beschrieben, hatte ich anfänglich gewisse Mühe mit Face ID. Doch die ist überwunden – inzwischen habe ich mich tatsächlich daran gewöhnt, dass man auch als Kurzsichtiger das Telefon problemlos verwenden kann. Man sollte es einfach nicht direkt vor die Nase halten, wenn man entsperren will, während man die Brille nicht auf der Nase hat.

Natürlich stellt sich irgendwann die Frage, ob man mit dem TrueDepth-Sensor für die Gesichtserkennung noch andere Dinge treiben kann als nur Gesichtserkennung. Es handelt sich schliesslich um einen Sensor, der ganz ähnlich wie die Kinect-Leiste der Xbox funktioniert. Nicht ganz zufällig: Das israelische Unternehmen Primesense, das Kinect für Microsoft entwickelt hat, wurde im November 2013 von Apple gekauft.

Das dürfte mit ein Grund gewesen sein, weswegen Microsoft Kinect im Oktober 2017 eingestellt hat. Darum: Kurze Schweigeminute für die Technologie, deretwegen ich am 30. August 2010 im «Tagesanzeiger» behauptet hatte, der «Gamecontroller gehöre demnächst zum Alteisen»:

Nun [nach der Wiimote] geht Microsoft noch einen Schritt weiter und schafft den Controller komplett ab. Der Spieler steuert die Konsole mit freien Händen, dafür mit umso mehr Körpereinsatz.

Da haben sowohl Microsoft als auch ich die Trägheit der Nutzerschaft unterschätzt, die lieber auf dem Sofa sitzt, statt sich vor dem Fernseher abzumühen. Immerhin – gewisse Vorbehalte waren damals zu erkennen: „Das iPhone als 3D-Scanner“ weiterlesen

Vermeintlich einfache Dinge, die in der Realität unglaublich kompliziert sind

Die allgemeine Einstellung beim Mac.

Bei Mac kann man bekanntlich einstellen, ob nach einem Neustart die zuvor geöffneten Apps wieder erscheinen sollen. Die Option findet sich in den Systemeinstellungen im Reiter Allgemein und heisst Fenster beim Beenden eines Programms schliessen.

Wieso nicht bei jedem Herunterfahren fragen, was der Nutzer möchte?

Und man kann bei jedem Herunterfahren im Dialog Möchtest du den Computer jetzt ausschalten? angeben, ob man seine Apps wieder öffnen will oder nicht (Beim nächsten Anmelden alle Fenster wieder öffnen).

So einfach und unkompliziert. Bei Windows ist die Sache wie nicht anders zu erwarten ein bisschen vertrackter.

Windows-Anwender sind sich eigentlich gewohnt, dass das Betriebssystem keine Anwendungen wiederherstellt. Beim Start werden nur die Programme automatisch ausgeführt, die als Selbststarter definiert sind (dazu übrigens mehr weiter unten).

Doch seit einiger stellt Windows ebenfalls Programme wieder her – aber nicht konsequent, sondern nur manchmal. Diese Verhaltensweise scheint auf das Fall Creators Update zurückzuführen zu sein. Dort hat Microsoft dem Betriebssystem beigebracht, beim Warmstart Anwendungen wiederherzustellen. „Vermeintlich einfache Dinge, die in der Realität unglaublich kompliziert sind“ weiterlesen