Homeoffice, Level 2

Tipps zur Arbeit zu Hause: Wie man sich absichert und organisiert – und wie man Firefox davon abhält, einem zu sehr auf den Wecker zu fallen.

Das Homeoffice – der Ort, wo man in Unterhosen mit seinem Chef videotelefoniert oder vom Sofa aus geschäftliche Gespräche führt. (Falls man in der unschönen Situation ist, überhaupt direkt mit Menschen reden zu müssen und nicht alles per Mail oder Instant-Messanger abwickeln zu können.

Dieses Homeoffice hat uns wieder. Und darum gibt es einige Tipps in Videoform, die sich mit dem Homeoffice auf Level zwei beschäftigen. (Etwas ärgerlich ist, dass wir nicht genau wissen, wie viele Level dieses MMOG eigentlich hat.) Es geht um Sicherheit und um Komfort – und darum, wie man Privates und Berufliches auf seinen eigenen Geräten getrennt hält.

Webseiten ins Job-Ghetto verbannen

Mein persönliches Highlight ist nach wie vor die im Beitrag Container für Webseiten vorgestellte Firefox-Erweiterung Multi-Account Containers: Sie hilft, Slack, Gmail mit meinem Job-Account und das berufliche CMS in eine separate Umgebung zu verbannen. Das sind jedenfalls die Tipps: „Homeoffice, Level 2“ weiterlesen

Windows, was für eine Sauordnung!

Microsoft kassiert eine Standpauke, weil offensichtliche Mängel des Betriebssystems auch 25 Jahre später noch nicht behoben sind. Und ich gebe Tipps, wie man das Beste aus dieser desolaten Situation macht.

Windows hat sich in der letzten Zeit gemacht: Die Einstellungen sind im Vergleich zur alten Systemsteuerung einfacher zu benutzen und einleuchtender. Die App-Zeitleiste, die mit April-2018-Update eingeführt wurde, machte eine annähernd nutzlose Funktion brauchbar. Und die Fotos-App ist ebenfalls ein grosser Fortschritt.

Es gibt auch eine Kehrseite: Manche Funktionen sind seit Jahren unbrauchbar. Und obwohl das jedem bewusst ist, der seinen Windows-PC mindestens einmal pro Woche einschaltet und mehr als drei Apps installiert hat, tut Microsoft nichts dagegen. Dieses komplette Desinteresse ist mir ein völliges Rätsel.

Ich beziehe mich mit dieser Kritik auf den Windows-Explorer, bzw. die Windows Shell. Das ist die sichtbare Benutzeroberfläche des Betriebssystems, mit der man sich herumschlägt, wenn man Programme startet und Dokumente verwaltet. Diese Shell muss sich (meiner bescheidenen Meinung nach) nicht hinter der anderer Systeme verstecken. Ich finde sie beispielsweise besser als den Finder des Mac.

Aber eben: Sie hat ein paar Mängel, die den Alltagsnutzen unnötig schmälern und Funktionen, die eigentlich sinnvoll wären, mehr oder weniger unbrauchbar machen.

Ich habe ein Paradebeispiel und einen Kronzeugen für diese Behauptung: „Windows, was für eine Sauordnung!“ weiterlesen

Ich weiss, wonach du vor drei Wochen gegoogelt hast

Eine Software behauptet, die Surfgewohnheiten einer Person schonungslos offenzulegen. Aber vollumfänglich einhalten kann sie dieses Versprechen nicht.

Aus nicht mehr rekonstruierbarem Anlass habe ich mir neulich ein Programm namens Browser History Examiner heruntergeladen. Das verspricht einerseits Aufschluss über die Aktivitäten im Netz, andererseits gezielte Suchmöglichkeiten nach bestimmten Informationen: Man kann sich den Suchverlauf ansehen, Mailadressen extrahieren, die URLs nach Kategorien filtern und sich die Bilder ansehen, die im Cache stecken.

Mit anderen Worten: Wenn dieses Werkzeug seine Versprechen einhält, steht der examinierte Webnutzer ziemlich exponiert da. Der Name des Unternehmens, Foxton Forensics, gibt dem ganzen einen ernsthaften Anstrich und eine kriminalistische Note.

Die Hersteller-Beschreibung unterstreicht das: «BHE kann bei digitalen Ermittlungen behilflich sein, zum Beispiel bei zivil- und strafrechtlichen Forensik-Fällen, Sicherheitsvorfällen, Personaluntersuchungen und allgemeinen Berichten über Mitarbeiteraktivitäten.»

Interessant jedenfalls, dass nicht nur Ermittler zum anvisierten Nutzerkreis gehören, sondern auch neugierige Chefs und übergriffige Arbeitgeber. „Ich weiss, wonach du vor drei Wochen gegoogelt hast“ weiterlesen

Viele Webmaster wissen offensichtlich nicht, was sie tun

Ich lese Leuten die Leviten, die nicht wissen, wie man im Internet einen vernünftigen Link setzt.

Mir ist eine webmässige Unsitte aufgefallen, von der ich den Eindruck habe, dass sie in letzter Zeit um sich greift. Ich kann zwar nicht mit harten Daten belegen, dass sie früher weniger verbreitet war. Aber mein subjektiver Eindruck ist eindeutig: Immer mehr Leute verwenden noreferrer.

Und an dieser Stelle wird sich die Leserschaft dieses Blogposts in zwei Gruppen aufspalten: Die eine Gruppe wird wissend nicken. Und die andere sich fragend am Kopf kratzen.

Also, noreferrer ist eines jener Attribute, mit denen man Links im Internet näher spezifiziert. Leute, die mit den technischen Grundlagen und der Web-Ausszeichnungssprache HTML vertraut sind, kennen den <a>-Tag aus dem Effeff: Er definiert einen Hyperlink. Das Ziel zum Link steckt im href-Attribut.

Es ist nun möglich, einem Link noch weitere Informationen mitzugeben. Das Attribut rel definiert die Beziehung zwischen dem Dokument, das den Link enthält und dem verlinkten Ziel. Man kann beispielsweise darauf hinweisen, dass ein Link auf eine vorherige (prev) oder nachgelagerte (next) Seite verweist.

Ein beliebter Wert für das  rel-Attribut ist nofollow. „Viele Webmaster wissen offensichtlich nicht, was sie tun“ weiterlesen

Auf der Suche nach dem schwarzen Softwareschwan

Gibt es Software, die es nicht gibt? Sprich: Habt ihr ein Anliegen, für das ihr vergeblich nach einem Programm gesucht habt? Nebst dieser Frage geht es im Blogpost auch noch um ein exotisches Windows-Hilfsprogramm.

Man würde meinen, dass es Programme für alles gibt – gerade bei Windows. Zwar ist Windows nicht mehr das Betriebssystem mit der grössten Verbreitung: 2017 wurde der jahrelange Dominator von Android überholt. Trotzdem: Dieses Betriebssystem existiert seit 35 Jahren, und damit 23 Jahre länger als Android. Und Windows wird breiter eingesetzt, in Unternehmen, auf Servern, für professionelle Zwecke und zum Spass. Da würde man meinen, dass über die Jahre für jedes denkbare Problem eine Lösung in Form einer tollen Software entstanden ist.

Doch es passiert mir immer mal wieder, dass ich auf Probleme stosse, auf die es keine überzeugende Software-Antwort gibt – sondern allenfalls wilde Hacks oder ein dubioses Shareware-Programm, das seit zwanzig Jahren nicht mehr aktualisiert worden ist. Leider habe ich die Fälle nicht dokumentiert – dabei wäre das eine tolle Serie für dieses Blog hier geworden. Doch wenn ihr Beispiele habt, freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren.

Heute geht es um ein Anliegen, das so halb in diese Kategorie fällt. „Auf der Suche nach dem schwarzen Softwareschwan“ weiterlesen

Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker

Eine heisse Empfehlung für einen aufgeräumten Download-Ordner: File Juggler verschiebt heruntergeladenen Dateien automatisch in den Ordner, wo sie hingehören.

Kennt ihr das Problem mit dem Download-Ordner? Dieser Ordner kann gemäss meiner Beobachtung zwei Zustände aufweisen:

  1. Total zugemüllt. Es finden sich Hunderte oder Tausende Dateien darin, die ihr Besitzer heruntergeladen, aber nie vernünftig verräumt hat.
  2. Leer, beziehungsweise penibel aufgeräumt. Wenn das der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass der Besitzer des fraglichen Downloadordners ein Sauberkeitsfanatiker ist, der sogleich nach dem Herunterladen hingeht und jede einzelne Datei in den dafür vorgesehenen Ordner verschiebt. Das verhindert das Chaos – aber es braucht leider auch viel Zeit.

Ich gehöre zur zweiten Sorte: Ich räume alle die Dateien, die in meinen Downloadordner wandern, sogleich an die richtige Stelle: PDF-Dateien in mein Artikel-Archiv oder in den Ordner mit dem Recherchematerial. Sicherheitskopien der Nerdfunk-Manuskripte aus Google Docs werden in meinen Nerdfunk-Ordner gesteckt. Backups meiner WordPress-Blogs gehören ins Backup-Verzeichnis. Und so weiter.

So herrscht jene Ordnung, die mir als leicht neurotisch veranlagtem Dateien-Mikromanagers zusagt. Der Nachteil ist, dass ich viel Zeit darauf verwende, Dateien aus diesem Download-Ordner an die richtige Stelle zu verschieben. „Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker“ weiterlesen

Backstage bei Android

Die Entwickleroptionen und der Fehlerbericht: Zwei Möglichkeiten, als Android-Nutzer seine Nase in Dinge zu stecken, die einen nicht unbedingt etwas angehen.

Bei Android gibt es die praktische Möglichkeit, einen Systembericht zusammenstellen zu lassen. Ich habe sie neulich nach meinem Test der SwissCovid-App verwendet. Auf dem schon etwas älteren Huawei gab es die Meldung, die Play-Services von Google hätten nicht die erforderliche Version. Dieser Meldung wollte ich mit einem befreundeten Googler auf den Grund gehen: Denn eigentlich hätte sie nicht erscheinen sollen, weil die erforderliche Version der Play Services bereits verfügbar war.

Das Menü mit den Entwickleroptionen: Ein gefundenes Fressen für Spielkinder.

Also, um so einen Systembericht anzufertigen, öffnet man die Einstellungen. Man blättert ans Ende der Liste, tippt auf den Punkt Über das Telefon und tippt dann siebenmal auf die Zeile, in der die Build-Nummer angegeben ist. Das klingt etwas schräg, führt aber dazu, dass der Entwicklermodus aktiviert wird.

Dieser Modus sogt dafür, dass in den Einstellungen der Punkt Entwickleroptinen hinzugefügt wird. Nicht alles, was man in dieser Rubrik zu sehen bekommt, ist für uns normale Anwender interessant. Aber ein paar Dinge gibt es schon, wo man als neugieriger Mensch seine Nase hineinstecken möchte. Zum Beispiel: „Backstage bei Android“ weiterlesen

Immer Ärger mit Soundaufnahmen bei Windows

Wieder einmal eines dieser Themen, das ausser mich niemanden interessiert: Die Wahl der Audio-Schnittstelle bei Windows.

Bei jeder meiner Voiceover-Aufnahmen für ein Patentrezept-Video habe ich mit einem lästigen Problem herumgeschlagen. Der Pegel aus meinem Mischpult kam leise oder viel zu leise in meinem Aufnahmeprogramm an. Der Grund war mir nicht klar – ebenso wenig, warum der Pegel so wenig konstant war.

Nun habe ich kürzlich die Ursache entdeckt. Ich nehme an, ich wäre schon früher draufgestossen, hätte ich nicht eine uralte Version von Audacity verwendet (ja, ich verwende tatsächlich dieses Programm, mit dem verwegene Kerle ihr Audio schneiden). Vielleicht hat auch ein Windows-Update weitergeholfen. Aber jedenfalls ist die Sache nun so viel einfacher, dass ich die Lösung hier für die Nachwelt festhalten will – und für mich selbst, weil mir solche Dinge gelegentlich auch wieder entfallen.

Also, es ist so: „Immer Ärger mit Soundaufnahmen bei Windows“ weiterlesen

Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?

Eigentlich eine Frage des Datenschutzes. Doch in Zeiten wie diesen fragt man sich eher: Ist das eine probate Methode, diese Ringe zu schliessen?

Wenn man eine Smartwatch oder irgend ein Fitness-Gadget trägt, dann fällt einem irgendwann einmal ein dicker, fetter Elefant auf, der plötzlich im Raum steht. Ich will nun nicht behaupten, dass dieser Elefant ein aphrodisierendes Parfüm aufgelegt hat und Strapse trägt. Aber er ein bisschen aufreizend ist er schon. Denn es geht an dieser Stelle um den guten alten Geschlechtsverkehr.

Dieser Elefant im Raum – oder für Leute, die mit der Metapher aus dem angelsächsischen Sprachraum nicht vertraut sind – die nie gestellte, aber offensichtliche Frage zu den Smartwatches lautet: «Merkt das Ding eigentlich, wenn ich Sex habe?»

Diese Frage stellt sich für Leute, die sie für sich bejahen können  – aber auch für die Asexuellen und Enthaltsamen.

Denn ob aktiv oder nicht, es gibt in beiden Fällen Gründe, dass man das Wann und Wann-nicht und das Wie-oft oder Wie-oft-nicht für sich behalten möchte. „Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?“ weiterlesen

Spotify, gib mal meine Daten her

Die Datenschutz-Grundverordnung gibt uns Nutzern¹ ein interessantes Recht: Nämlich das Recht auf Datenportabilität. Wir sollten die Möglichkeit bekommen, unsere Daten aus Webdiensten abzuziehen und selbst weiterzunutzen oder bei einem anderen Dienstleister zu deponieren.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Denn wieso würden wir Nutzer überhaupt auf die Idee kommen, einem Dienst unsere Daten anzuvertrauen, wenn wir nicht sicher sein können, dass wir sie zurückbekommen, wenn wir das wünschen?

Aber offensichtlich machen sich nur wenige Leute diese Gedanken. Wir sind von proprietären Dateiformaten und anderen Lock-In-Mechanismen schon derartig darauf konditioniert, dass Datenportabilität nicht existiert, dass wir eine beträchtliche Akzeptanz und Leidensfähigkeit entwickelt haben.

Das soll aber nicht heissen, dass das so bleiben muss. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Exportfunktionen bei diversen Diensten zu testen und sie zu besprechen: „Spotify, gib mal meine Daten her“ weiterlesen