Fischers Fritzbox fischt keine Fische per IPv6

Aus un­er­find­lichen Gründen ver­bindet mein brand­neuer Router nur über das uralte IPv4-Protokoll und verweigert sich IPv6. Ein unhalt­barer Zustand, der sich zum Glück beheben liess.

Als ich mich neulich mit DNS over HTTPS beschäftigt habe – womit sich die Internetverbindung besser gegen Mithörer und Manipulatoren absichern lässt –, ist mir aufgefallen, dass die Geräte in meinem Netzwerk lediglich mit IPv4 kommunizieren. Dieses Protokoll ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Es wurde 1981 entwickelt und krankt daran, dass zu wenige globale Reserven für all die Geräte vorhanden sind, die sich online tummeln – und von denen es allein wegen des Internets der Dinge immer mehr gibt.

Das war schon vor zehn Jahren ein Problem. Am 8. Juni 2012 sollte der «IPv6-Tag» ein Bewusstsein für das Problem schaffen. Der Aktionstag sollte die Leute dazu bringen, sich für das Nachfolge-Protokoll IPv6 zu interessieren und zu engagieren. Mit dem wird das Kapazitätsproblem ein für alle Mal gelöst: „Fischers Fritzbox fischt keine Fische per IPv6“ weiterlesen

App-Tracker bei Android aufspüren und unschädlich machen

Warden untersucht auf Android-Telefonen die instal­lier­ten Apps, zeigt auf, welche Tracker und Logger sie ver­wen­den und bietet an, diese zu ent­fernen. Das ver­bes­sert den Daten­schutz, ist aber nicht un­gefähr­lich.

Im Web werden wir getrackt – das sind wir uns gewohnt. Weniger bekannt ist, dass auch Apps jede Regung von uns Nutzerinnen und Nutzern aufzeichnen, auswerten, speichern und – vermutlich – auch in personalisierter oder anonymisierter Form weiterverkaufen: App Tracking: Es ist noch viel, viel schlimmer, war mein Fazit, nachdem ich mir Exodus angeschaut hatte: Das ist eine Website, die aufzeigt, welche Tracker in welcher App enthalten sind. Die Erkenntnis damals: Es gibt kaum eine App, die nicht trackt. Und manche Apps haben Dutzende solcher Komponenten von verschiedenen Datensammlern eingebaut.

Nun hat mich @kiki auf Mastodon auf ein spannendes Projekt in diesem Zusammenhang hingewiesen: „App-Tracker bei Android aufspüren und unschädlich machen“ weiterlesen

Angewandte Web-Automatisierung

Hunderte Daten­sätze von Hand in ein Web­formular eintip­pen oder ein­kopie­ren? Nein – denn das müsste sich doch auto­mati­sieren lassen. Und ja: so gehts.

Seit bald drei Jahren entschädigt die Schweizer Verwertungsgesellschaft für Urheberrechte, Pro Litteris, nicht nur Autoren von Büchern, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, sondern auch Blogger. Ich habe seinerzeit gefragt, ob jetzt der warme Geldregen für uns Blogger kommt. Die Antwort war damals ein Nein. Die Erfassung der Beiträge im System der Pro Litteris erschien mir viel zu aufwändig, als dass es sich für mich als Blogger lohnen würde.

Nun hatte ich neulich Gelegenheit, auf diesen Entscheid zurückzukommen. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens habe ich in den letzten Jahren viel Erfahrung mit WordPress gesammelt. Zweitens hatte ich zwei Automatisierungslösungen getestet, die mir die Hoffnung nährten, dass ich meine bei Pro Litteris würde erfassen können, ohne sie einzeln, Blogpost für Blogpost, hinterlegen zu müssen.

Und in der Tat: Das hat geklappt. Und natürlich erkläre ich gerne, wie ich es gemacht habe: „Angewandte Web-Automatisierung“ weiterlesen

Was auf der letzten Seite der Google-Suchresultate steht

Jeder versucht, bei Google auf der ersten Seite der Suchresultate zu landen. Doch was findet man dort, wo kein Mensch jemals hingeblättert hat – nämlich am Ende der Trefferliste?

Wer bei Google zuoberst steht, hat es geschafft: Er ist der König des Internets – zumindest in Bezug auf das eine Wort, das ihn in der Trefferliste auf die vorderste Seite gebracht hat.

Bekanntlich gibt es ganze Heerscharen von Menschen, die sich SEO-Experten nennen und von sich behaupten, das fast Unmögliche möglich zu machen. Sie versprechen, einen auf den Suchmaschinen-Thron zu hieven. Dazu verwenden sie immer oft häufig miese Tricks. Oder sie müssen ihren Kunden zerknirscht erklären, warum es doch nur auf Seite 15 gereicht hat.

Aber darum soll es nicht gehen. Sondern um die Frage, was eigentlich ganz am hinteren Ende bei Google zu finden ist. Die Antwort ist nicht so umsatzträchtig und vermutlich auch nicht von Bedeutung für die Menschheit und den Lauf der Welt.

Aber unzweifelhaft hat sie eine mystische Qualität: „Was auf der letzten Seite der Google-Suchresultate steht“ weiterlesen

Mehr Sicherheit und Privatsphäre durch DNS over HTTPS

Die ver­schlüs­sel­te Ver­bindung hat sich fast überall im Netz durch­ge­setzt. Doch die Ab­frage der Do­mänen­namen passiert noch immer offen und an­greif­bar. Das muss nicht sein, denn auch die lässt sich ab­si­chern.

Eine kleine, aber sinnvolle Massnahme zum Schutz der Privatsphäre besteht in der Aktivierung von DNS over HTTPS (DoH). Wie die Bezeichnung verrät, werden mit dieser Option auch die DNS-Abfragen verschlüsselt durchgeführt. Das Domain Name System ist für die Abfrage von Internetadressen zuständig. Es liefert zu einem Domänennamen wie Clickomania.ch die passende IP-Adresse, über die die Kommunikation letztlich stattfindet.

Und klar: Wenn diese Abfragen unverschlüsselt stattfinden, wie das seit jeher der Fall ist, dann können sie mitgelesen oder verändert werden. Das finde im grossen Stil statt: „Mehr Sicherheit und Privatsphäre durch DNS over HTTPS“ weiterlesen

Freiheit für Podcasts

In den Anfangs­zeiten konnte man jeden Podcast herun­ter­laden und damit machen, was einem be­liebte. Das klappt immer sel­tener. Darum hier die An­lei­tung, wie man Pod­casts trotz­dem sichert.

Podcasts sind Kinder des freien Internets: Sie bestehen aus einer offenen Audiodatei, die friedlich auf einem Server liegt, um auf die Art und Weise genutzt zu werden, wie es der Hörerin und dem Hörer am besten passt. Sie/er kann sie im Browser abspielen, über das Smartphone und eine Podcatcher-App konsumieren oder auch herunterladen, um sie auf die Hifi-Anlage zu streamen.

So lautet zumindest die Theorie. In der Praxis ist es leider so, dass immer mehr sogenannte Podcasts auf geschlossenen Plattformen verschwindet. Spotify ist an dieser Entwicklung nicht unschuldig, aber sie wäre wohl so oder so eingetreten. Und ja, eigentlich sollte man solche Audio-Darbietungen nicht Podcast nennen. Wir alle hätte protestieren sollen, als sich Spotify den Begriff angeeignet hat.

Doch auch bei den nicht-exklusiven Podcasts, die eigentlich frei verfügbar sein müssten, sind die Nutzungsmöglichkeit oft eingeschränkt: „Freiheit für Podcasts“ weiterlesen

Apple, das spassbefreite Unternehmen

OldOS ist eine App, die detailgetreu iOS 4 simuliert, das bald zwölf­jährige iPhone-Betriebs­system. Die zum Laufen zu bringen, ist knifflig – genau­so wie andere Nos­tal­gie­pro­jek­te, z.B. zur Wieder­bele­bung des iPods.

Ich verstehe Apple nicht. Da gibt es diesen Typen, Zane bzw. @zzanehip auf Twitter, der etwas gemacht hat, das ich gleichzeitig toll und fragwürdig finde. Er hat nämlich iOS 4 als iPhone-App nachgebaut.

Die App OldOS simuliert das Betriebssystem, das im Juni 2010 herausgekommen ist und auf dem iPhone 3G lief, später dann auch auf dem 3GS. Doch natürlich ist diese App nicht im Store zu finden. Wenn man sie verwenden möchte, muss man entweder so viel Glück haben, via Testflight an eine Test-Installation heranzukommen – die Kontingente sind aber, so weit ich sehen kann, restlos aufgebraucht. Es lohnt sich aber, Zane auf Twitter zu folgen, weil er ab und zu neue Links postet, auch von Leuten, die OldOS über einen eigenen Testflight-Account zur Verfügung stellen.

Zweite Möglichkeit: „Apple, das spassbefreite Unternehmen“ weiterlesen

Das perfektionistische Ende eines überambitionierten Projekts

So toll es ist, Anwender zu sein – der richtige Spass geht los, wenn man selbst Hand anlegt, Code schreibt und sich seine Web­site zurecht­biegt. Allerdings droht die Gefahr, dass man vor lauter Eupho­rie die Ver­häl­tnis­mäs­sig­keit aus den Augen verliert.

Dank meines Projekts 2020 hatte ich Gelegenheit, noch etwas mehr an WordPress herumzubasteln. Bei diesem Projekt ging es darum, meine seit dreissig Jahren gepflegte Artikeldatenbank ins Web zu bringen.

Nachdem ich verschiedene Wege ausprobiert habe, bin ich bei WordPress gelandet. Ich habe den Import via CSV vorgenommen, anschliessend die Suchmöglichkeiten meinen Bedürfnissen angepasst und Hand an das Theme gelegt, dass die zusätzlichen Datenbankfelder angezeigt werden.

Das Resultat kann sich sehen lassen; es ist unter archiv.matthiasschuessler.ch zu finden.

Nachdem die hauptsächliche Arbeit erledigt war, hatte ich das Vergnügen, mich um einige Details zu kümmern. Zu diesen Details gehören folgende Dinge: „Das perfektionistische Ende eines überambitionierten Projekts“ weiterlesen

Die drei Eskalationsstufen bei der Windows-Fehlerbehebung

Eine Neu­auf­lage meiner An­lei­tung zur Fehler­be­he­bung bei Micro­softs Betriebs­system: Wie man in Windows 10 und Windows 11 Abstürze, Hänger, Leistungs­prob­leme und andere Formen von Fehl­ver­hal­ten be­sei­tigt.

Eine der Kernkompetenzen dieses Blogs sind Anleitungen zur Behebung der gängigen Probleme bei Computer, Smartphones, Tablets, Internet und den wichtigsten Anwendungsprogrammen. Das sieht man mit kristallklarer Deutlichkeit beim zweiteiligen Opus magnum zur Behebung von Windows-Problemen: Rente oder Frischzellenkur? und Jetzt geht es ans Eingemachte.

Nun ist diese Serie in die Jahre gekommen: Die neueste Windows-Version, die darin vorkommt, ist Windows 8. Aber aufgrund epischen Breite des Werks habe ich mich um eine Neuauflage herumgedrückt: Tolkien hat schliesslich auch keine modernere Version von «Der Herr der Ringe» verfasst.

Aber heute ist es so weit: „Die drei Eskalationsstufen bei der Windows-Fehlerbehebung“ weiterlesen

Wider das Puff auf euren Festplatten

Auf die Gefahr hin, schul­meister­lich zu klingen: Ich erkläre, warum es nötig ist, seine Datei­ablage ver­nünf­tig zu or­gani­sie­ren – und ich gebe Tipps, wie man das am besten an­stellt.

Wie den Leserinnen dieses Blogs inzwischen hinlänglich bekannt sein dürfte, habe ich mir einen neuen Computer gekauft. Ich  habe das zum Anlass genommen, einige alte Programme auszusortieren. Und ich habe die Chance ergriffen, meine Datenablage neu zu organisieren.

Vermutlich muss ich an dieser Stelle erklären, was ich damit meine, weil es Leute geben könnte, die so etwas wie eine «Datenablage» gar nicht kennen. Wer ein Tablet aus dem Hause Apple verwendet, der sieht sich höchstens mit der Anfrage konfrontiert, wie ein neues Dokument denn heissen sollte. Wer mit dem Tablet aufgewachsen ist, wird dieser Aufgabe nicht sonderlich viel Bedeutung beimessen und das Dokument «Brief» oder «Hausaufgaben» nennen. Vielleicht auch «Ideen» oder «Projekt», oder etwas in der Art.

Doch Menschen wie ich, die mit Computern und Betriebssystemen aufgewachsen sind, die den Nutzern das Dateisystem nicht vorenthalten, die gehen mit deutlich mehr Ernsthaftigkeit an die Sache heran: „Wider das Puff auf euren Festplatten“ weiterlesen