Wie man sich nachhaltig den Spass an Filmen und Serien verdirbt

Auf tvtropes.org kommt man den Drehbuchautoren und Regisseure auf die Spur und lernt ihre Tricks zu durchschauen: Achtung: Man sieht Filme hinterher mit anderen Augen!

Im schönen «Bits und so»-Podcast hat Timo neulich die Website TV Tropes vorgestellt. Die hat es sich zum Ziel gesetzt, den wiederkehrenden Elementen in Filmen und Fernsehen auf die Spur zu kommen. In Englisch wird ein solches Muster Tropos genannt, doch wie uns Wikipedia aufklärt, würde man in Deutsch eher von einem Topos sprechen. Ich erinnere mich vage, dass dieser Begriff während meines Germanistikstudiums gelegentlich gefallen ist. Es scheint angezeigt, ihn als Geisteswissenschaftler gelegentlich fallen zu lassen.

Doch wie auch immer man das Ding nennen mag – ich bin ein Fan von Websites, die uns helfen, die Tricks der Film- und Fernsehmenschen zu dekonstruieren. Da hilft TV Tropes nach Kräften: Man kann zu unzähligen Motiven nachlesen, in welchen Filmen sie eingesetzt wurden und beginnt, die Puzzlesteine zu erkennen, die gerne eingesetzt und rezykliert werden.

TV Tropes fasst das Themengebiet weit: „Wie man sich nachhaltig den Spass an Filmen und Serien verdirbt“ weiterlesen

Tricks für den Massen-Upload bei Youtube

Ein Video bei Googles Videodienst hochzuladen, ist keine Kunst. Aber wie stellt man es am besten an, wenn man eine ganze Schwette von Clips aufs Mal dort deponieren will? Einige Tricks dazu.

Ich werde seit einiger Zeit gelöchert, meine Patentrezept-Videos auch via Youtube zur Verfügung zu stellen. Als Freelancer habe ich sie mit nicht exklusiven Nutzungsrechten produziert und darf sie selbst zweitverwerten. Ich würde das so oder so mit einer zeitlichen Verzögerung zur Premiere bei Tamedia tun und zu den Hintergründen auf den Originalartikel verweisen.

Aber bevor ich mich an das Experiment wage, will ich zwei Fragen klären: Erstens: Bringt es etwas? Denn falls nicht, kann ich mir die Arbeit auch sparen. Zumal die bei mehr als 250 Videos beträchtlich wäre.

Die zweite Frage steht damit im Zusammenhang. Nämlich: „Tricks für den Massen-Upload bei Youtube“ weiterlesen

Wundertechnik aus der analogen Mottenkiste

Die Facebook-Seite «Cassette Futurism» führt vor Augen, wie schräg, genial, überraschend und herzerwärmend die Heimelektronik-Erfindungen der letzten Jahrzehnte vor dem Internet und Smartphone waren.

Meine Vorliebe für Retrofuturismus habe ich im Beitrag So schön wird die Retrozukunft gewesen sein kundgetan, in dem ich eine Würdigung auf die nach wie vor tolle Facebook-Seite The Vault of the Atomic Space Age.

Spotify von anno domini.

Eine Seite, die die gleiche Sai­te zum Schwin­gen bringt, ist Cas­sette Futur­ism. Sie zele­briert ana­loge High-Tech-Höhen­flüge, die sich häufig um jenen Kult­gegen­stand drehen, der anfangs der 1960er-Jahre von Lou Ottens erfunden worden war. Ottens, der kürzlich verstorben ist, war  Produktentwickler für den niederländischen Elektronikkonzern Philips. Sie hat dem Walkman den Weg geebnet und das Lebensgefühl mehrerer Jugendgenerationen bestimmt: „Wundertechnik aus der analogen Mottenkiste“ weiterlesen

Der ganz normale Hass bei Facebook

Ein Kommentar auf der Facebook-Seite der NZZ, der Gewalt an der Klimajugend verherrlicht, bleibt trotz Aufforderung zum Löschen viel zu lang unwidersprochen stehen.

Ich habe mich letzten Freitag über die NZZ aufgeregt.

Es geht um diesen Beitrag hier, eine ausführliche Reportage zur Klimajugend, die in einem Dilemma steckt. Die Coronakrise hat ihren Kampf in den Schatten gedrängt und die Protestbewegung mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, wie sie ihr Anliegen wieder ins Gespräch bringt. Wie weit darf sie für diesen Zweck gehen? Welche Mittel sind in Ordnung, wo verläuft die Grenze?

Diese Fragen werden in der Reportage differenziert behandelt, indem Exponenten, die mit den Mitteln des Systems operieren, den Exponenten gegenüber gestellt werden, die laut über Gewalt nachdenken: „Der ganz normale Hass bei Facebook“ weiterlesen

Lest doch mal die Zeitung von gestern!

«Posts On This Day» ist ein tolles Wordpress-Plugin, das alte Beiträge aus der Versenkung holt und sie dem Publikum noch einmal schmackhaft macht.

Nichts sei älter als die Zeitung von gestern, besagt eine Redewendung. Geprägt wurde sie von einem Mann namens Edward Abbey, der Naturforscher, Philosoph und Schriftsteller war.

Um es vorwegzunehmen: Ich bin überhaupt nicht einverstanden mit dieser Aussage. Ich blättere gern in alten Zeitungen. Sie halten die Erinnerung wach – und Erinnerungen sind prägend für uns als Individuen und entscheidend wichtig für die ganze Menschheit. Denn wer nichts aus der Geschichte lernt, ist verflucht, sie zu wiederholen, wie wir von einem anderen bekannten Sinnspruch wissen.

Der Mann, der den geprägt hat, war zwar kein Naturforscher, aber immerhin auch Philosoph und Schriftsteller, und nebenbei auch Literaturkritiker. George Santayana hiess er, und da Abbey und Santayana sich ein paar Jahrzehnte auf diesem Planeten geteilt haben, hätte eigentlich einer auf die Idee kommen können, ein Streitgespräch zwischen den beiden zu arrangieren. Wäre sicherlich spannend gewesen.

Ein Schrei in der Wildnis

Jedenfalls hat mich der Kontext interessiert, in dem die Behauptung Abbeys steht. „Lest doch mal die Zeitung von gestern!“ weiterlesen

Etwas mehr Google’scher Digitalsierungswillen, bitte!

Es gibt hierzulande viele schöne Archive für Fotos, Videos und Tonaufnahmen. Die Präsentation dieser Schätze lässt aber leider sehr zu wünschen übrig.

Wenn mich die Nostalgie überkommt, dann neige ich dazu, in alten Fotoarchiven zu stöbern. Da ist zum Beispiel das Bildarchiv der ETH-Bibliothek oder, speziell für Winterthurer Belange, das Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken.

Die Bildersammlung der ETH Zürich: Hier hat man die Möglichkeit, die Fotosuche nach Zeitperiode einzugrenzen.

So toll es ist, dass es diese Archive gibt, so wenig beglückt bin ich über die Präsentation der Bilder. Zum Beispiel die Weboberfläche des Winterthurer Bildarchivs: Dass sie nicht für Mobilgeräte und kleine Bildschirme optimiert ist, lässt sich noch verschmerzen.

Doch ich würde mir wünschen, dass sich die Grösse der Vorschaubilder anpassen liesse. Die Thumbnails mit einer langen Kante von um die 200 Pixeln sind etwas gar klein, sodass ständig zwischen der Bildliste und der Einzelansicht hin und her wechselt: Wenn man wenigstens die Escape-Taste drücken könnte, um die Voransicht zu schliessen.

Besonders unbefriedigend ist die Suchfunktion. „Etwas mehr Google’scher Digitalsierungswillen, bitte!“ weiterlesen

Guter Rat von Onkel Matthias: Lernt reguläre Ausdrücke!

Den Umgang mit regulären Ausdrücken zu trainieren, ist eine Investition, die ihr nicht bereuen werdet. Und dabei hilft die tolle Website regexr.com.

In diesem Blog wurde immer mal wieder das Hohelied auf die regulären Ausdrücke gesungen. Das sind – und ich entschuldige mich dafür, dass ich an dieser Stelle einen Grossteil meiner Leserschaft mit altbekannten Informationen langweile – syntaktische Formulierungen, die fürs Suchen und Ersetzen verwendet werden. Nur geht es nicht darum, einen exakten Begriff zu finden, sondern eine Menge von Begriffen, die eine Gemeinsamkeit haben.

Ein Beispiel: Im Beitrag Perfektion hat ihren Preis ging es darum, dass ich in meinem Blog einige Altlasten bereinigen wollte, die von der Migration auf WordPress übrig geblieben waren. Dafür waren gewisse Anpassungen im HTML-Code nötig, die ich nicht von Hand erledigen wollte. Ein regulärer Ausdruck – im Englischen regular expression oder kurz Regex genannt – findet platzierte Bilder anhand ihrer Image-Tags und die dazugehörigen Bildlegenden und schreibt diese auf die Anforderungen eines neuen Content Management Systems wie WordPress um.

Anderes Beispiel, ebenfalls aus dem Bereich des Webpublishings: „Guter Rat von Onkel Matthias: Lernt reguläre Ausdrücke!“ weiterlesen

Wenn eine künstliche Intelligenz Farbe herbeizaubert

Wie gut sind Soft­ware­programme, die aus Schwarz­weiss­auf­nahmen bunte Bilder machen? Ich habe das anhand eines authen­tischen Jugend­selfies ausprobiert.

Es ist beeindruckend, was künstliche Intelligenz bei altem Bildmaterial zu leisten vermag: Sie erhöht die Auflösung, rechtet ruckelige Filmsequenzen ruhig, entfernt Bildstörungen und macht Schwarzweiss-Aufnahmen bunt.

Diese Restauration verändert unsere Wahrnehmung: Digital aufgefrischte Zeitdokumente wirken nicht mehr wie historische Artefakte, die uns heute nichts mehr angehen. Die gefühlte Distanz wird kleiner – auch wenn uns die Bilder natürlich niemals so direkt betreffen, wie ein Selfie, das wir selbst vor drei Tagen fabriziert haben.

Diesen Effekt habe ich im Beitrag Und plötzlich wirkt die Vergangenheit frisch und lebensecht (Abo+) beschrieben und einige eindrückliche Beispiele zusammengesucht, die die Möglichkeiten solcher Algorithmen demonstrieren. Es gibt inzwischen nämlich eine lebendige Szene, die sich der Aufgabe verschrieben hat, das letzte aus alten Filmaufnahmen herauszuholen.

Seit ich den Artikel geschrieben habe, wollte ich selbst eine solche Software ausprobieren. Als Testobjekt habe ich folgendes Foto ausgesucht, das mich in meinem Jugendzimmer zeigt – und das ich ohne Koketterie als Perle aus meinem Fotoarchiv bezeichnen würde. „Wenn eine künstliche Intelligenz Farbe herbeizaubert“ weiterlesen

So schreibt ihr euren Erfolgsroman

Bei Reedsy gibt es nicht nur einen Texteditor für Literaten, sondern ein ganzes Ökosystem für Autoren und Verlage.

Wer dieses Blog hier auch zwischen den Zeilen liest, dem sind gewisse Dinge nicht entgangen. Beispielsweise mein innerer Drang, die Amateurliga hinter mir und die Bloggerei bleibenzulassen und mich stattdessen der Königsdisziplin zuzuwenden: der echten Literatur – oder zumindest dem Unterhaltungsgenre, wo es zwar keinen Nobelpreis zu gewinnen, aber immerhin Tantiemen zu verdienen gibt.

Diese Ambition lässt sich daran erkennen, dass ich immer mal wieder Programme vorgestellt habe, die man als richtiger Autor verwenden würde: In Schreiben wie Hemingway geht es um eine Text-App, die Stil-Empfehlungen gibt. In Mit dieser App ist der Bestseller-Roman ein Klacks um eine App, die einem bei der Konzeption und Planung seiner Geschichte hilft. Und in Kreative Texte (trotz Word) ging es unter anderem um die Textverarbeitung Papyrus, die sich explizit an Schriftsteller wendet.

Apropos Papyrus: Ich habe mich seinerzeit gefragt, ob mit dieser Software tatsächlich Bestseller geschrieben werden oder ob sie Leute kaufen, die gerne ein Buch verfassen und sich von der Software die nötige Hilfe versprechen. Nun, diese Frage kann ich inzwischen beantworten. Andreas Eschbach hat sich nämlich neulich als Anwender dieser App geoutet. „So schreibt ihr euren Erfolgsroman“ weiterlesen

Twitter sagt, ich sei eine linke Socke

Was ist eigentlich von The Blindspotter zu halten? Dieser Twitter-Analyst masst sich an, meine – und auch eure – politische Ausrichtung zu erkunden. Erkenntnis: Manchmal passt das, manchmal nicht.

Neulich bin ich dank meines lieben Twitter-Freundes @undifferanziert bei The Blindspotter gelandet. Letzterer verspricht, einem aufzuzeigen, ob man bei seinem Nachrichtenkonsum einen blinden Fleck aufweist. Sprich, ob man sich ausgewogen informiert oder bestimmte Quellen bevorzugt. Und ja, es geht um die politische Ausrichtung.

Wie zu erwarten war.

Bei mir kam der Blindspotter zu einem wenig überraschenden Ergebnis. Er hat einen starken Linksdrall konstatiert und den sogar mit einem Prozentwert ausgewiesen: „Twitter sagt, ich sei eine linke Socke“ weiterlesen