Bei Facebook blockiert?

Facebook ist eine wirklich be­scheuer­te Platt­form. Das zeigt sich schon daran, dass man unter Stalking-Verdacht gerät, wenn man heraus­finden will, ob man von einem Ex-Freund blo­ckiert worden ist.

Es gibt die grossen Gründe, um Facebook abgeneigt zu sein: der miese Datenschutz, die fragwürdigen, undurchschaubaren Algorithmen, das Versagen bei Fakenews, Desinformation und Propaganda – und so weiter.

Claudio Zanetti hat mich blockiert. Und ich habe es verkraftet.

Es existieren auch kleine Gründe, weswegen man über Mark Zuckerbergs Plattform die Nase rümpft. Einer davon ist die Art und Weise, wie die Beziehungen gemanagt – oder nicht gemanagt – werden. Während einem Twitter ins Gesicht sagt, wenn man von einem Nutzer blockiert worden ist, macht Facebook alles, um einem diese Information vorzuenthalten.

Warum? Geht es darum, meine Nerven zu schonen und meine Gefühle nicht zu verletzen? Falls das die Ursache sein sollte, dann wäre das an Scheinheiligkeit nicht zu übertreffen. Denn so lange man nicht blockiert worden ist, darf man sich auch üble Dinge an den Kopf werfen, ohne dass das Konsequenzen hätte. Denn Facebook bekämpft die Hassrede ein wenig, wiegelt aber gleichzeitig ab.

Ich habe neulich an einem konkreten Beispiel durchexerziert, wie aus Corona-Leugnern Putin-Fans werden. Der Facebook-Post, den ich als Grundlage für meine Argumentation genommen habe, stammt von Angela H.B., deren Profil ein paar Tage nach meiner Berichterstattung nicht mehr zugänglich war. Beim Aufruf des fraglichen Beitrags erschien bloss die Meldung: „Bei Facebook blockiert?“ weiterlesen

Die vorinstallierten HP-Apps: Behalten oder hinwegfegen?

Mit einem neuen Hewlett-Packard-PC kommt eine Ladung an gebün­delten Apps. Die Vertreter aus der Crap­ware-Kate­gorie gehö­ren gelöscht. Es gibt aber auch sinn­volle HP-Program­me.

Ein langjähriges Ärgernis in der Windows-Welt ist die Crapware: Mit dieser despektierlichen Bezeichnung sind die Programme gemeint, die ein Hersteller ungefragt mit einem neuen Computer mitliefert. Diese sind oft ein Ärgernis, weil sie unnötig Ressourcen belegen, einem während der Inbetriebnahme mit Benachrichtigungen belästigen und in manchen Fällen gekauft werden wollen oder deinstalliert werden müssen.

Um mich erst gar nicht ärgern zu müssen, habe ich bei früheren Gelegenheiten kurzen Prozess gemacht und eine saubere, direkt von Microsoft kommende Version von Windows installiert. Im Fall meines im Februar 2022 gekauften HP Spectre x360 Convertible 14 (Die Zeit der Computermonster ist vorbei) habe ich darauf verzichtet, weil mir die Zeit dafür gefehlt hat und ich wieder einmal erleben wollte, wie sich die «Experience» für «normale» Anwender präsentiert.

Die Erfahrung war zwiespältig: „Die vorinstallierten HP-Apps: Behalten oder hinwegfegen?“ weiterlesen

Freiheit für Podcasts

In den Anfangs­zeiten konnte man jeden Podcast herun­ter­laden und damit machen, was einem be­liebte. Das klappt immer sel­tener. Darum hier die An­lei­tung, wie man Pod­casts trotz­dem sichert.

Podcasts sind Kinder des freien Internets: Sie bestehen aus einer offenen Audiodatei, die friedlich auf einem Server liegt, um auf die Art und Weise genutzt zu werden, wie es der Hörerin und dem Hörer am besten passt. Sie/er kann sie im Browser abspielen, über das Smartphone und eine Podcatcher-App konsumieren oder auch herunterladen, um sie auf die Hifi-Anlage zu streamen.

So lautet zumindest die Theorie. In der Praxis ist es leider so, dass immer mehr sogenannte Podcasts auf geschlossenen Plattformen verschwindet. Spotify ist an dieser Entwicklung nicht unschuldig, aber sie wäre wohl so oder so eingetreten. Und ja, eigentlich sollte man solche Audio-Darbietungen nicht Podcast nennen. Wir alle hätte protestieren sollen, als sich Spotify den Begriff angeeignet hat.

Doch auch bei den nicht-exklusiven Podcasts, die eigentlich frei verfügbar sein müssten, sind die Nutzungsmöglichkeit oft eingeschränkt: „Freiheit für Podcasts“ weiterlesen

Apple, das spassbefreite Unternehmen

OldOS ist eine App, die detailgetreu iOS 4 simuliert, das bald zwölf­jährige iPhone-Betriebs­system. Die zum Laufen zu bringen, ist knifflig – genau­so wie andere Nos­tal­gie­pro­jek­te, z.B. zur Wieder­bele­bung des iPods.

Ich verstehe Apple nicht. Da gibt es diesen Typen, Zane bzw. @zzanehip auf Twitter, der etwas gemacht hat, das ich gleichzeitig toll und fragwürdig finde. Er hat nämlich iOS 4 als iPhone-App nachgebaut.

Die App OldOS simuliert das Betriebssystem, das im Juni 2010 herausgekommen ist und auf dem iPhone 3G lief, später dann auch auf dem 3GS. Doch natürlich ist diese App nicht im Store zu finden. Wenn man sie verwenden möchte, muss man entweder so viel Glück haben, via Testflight an eine Test-Installation heranzukommen – die Kontingente sind aber, so weit ich sehen kann, restlos aufgebraucht. Es lohnt sich aber, Zane auf Twitter zu folgen, weil er ab und zu neue Links postet, auch von Leuten, die OldOS über einen eigenen Testflight-Account zur Verfügung stellen.

Zweite Möglichkeit: „Apple, das spassbefreite Unternehmen“ weiterlesen

Wenn Spotify rote Linien überschreitet

Die Autoplay-Funktion soll am Ende eines Albums oder einer Wieder­gabe­liste dafür sorgen, dass die Musik weiter­spielt. Doch die frag­wür­dige automa­tische Musik­auswahl beweist primär, dass Spotify seine Algori­thmen nicht im Griff hat.

Eine wirklich missratene Spotify-Funktion heisst Autoplay. Sie sorgt dafür, dass am Ende einer Wiedergabeliste oder eines Albums nicht Stille einsetzt, wie sich das eigentlich gehören würde. Stattdessen sucht sich der Algorithmus irgendetwas aus, das er abspielen könnte.

Und klar, man könnte das für praktisch halten, weil es einem die Arbeit erspart, selbst einen neuen Inhalt auszugraben. Doch wie es so geht: Es zeigt vorwiegend, dass den Algorithmen nicht zu trauen ist. Diese Autoplay-Funktion hat in meinem Fall nämlich gleich zweimal komplett daneben gelangt: „Wenn Spotify rote Linien überschreitet“ weiterlesen

Soundklau mit Apples freundlicher Schützenhilfe

Die Airpods-Kopfhörer neigen dazu, sich mit den falschen Geräten zu verbin­den, was eine nach­hal­tige Gefahr für den Fami­lien­frieden dar­stellt. Woher dieses Problem kommt und wie man es behebt.

Die drahtlosen Apple-Kopfhörer neuerer Bauart (von denen ich die Airpods Max und die Airpods 3 vorgestellt habe) zeichnen sich durch eine Funktion aus, die es bei anderen Kopfhörern nicht gibt: Man muss sie nicht explizit mit einem Gerät verbinden. Sie tun das von sich aus: Wenn sie aus dem Böxchen genommen werden und feststellen, dass auf einem Apple-Gerät in der Umgebung eine Wiedergabe läuft, dann verbinden sie sich automatisch mit dem und übernehmen.

Das mag für einen solitär lebenden Apple-Jünger sinnvoll sein, weil er dann in seiner High-Tech-Klause ohne Extra-Handgriffe den Mac, Apple-TV, das iPhone oder iPad auf den Ohren hat, wie es eben gerade sinnvoll ist. Doch wenn man sich mit anderen Menschen nicht nur die Wohnung, sondern auch die Gerätschaften teilt, dann hat das einen massiven Nerv-Faktor. Unter diesen Umständen passiert nämlich andauernd Folgendes: „Soundklau mit Apples freundlicher Schützenhilfe“ weiterlesen

Ein heisser Tipp für Fotografen, die gerne mal am Hungertuch nagen

Eyeem.com ist eine sympa­thische Foto-Com­munity, die ähnlich viel Spass macht wie seiner­zeit Flickr. Die Begeis­terung verfliegt schnell, wenn man über­legt, seine Bilder über diese Platt­form zum Verkauf anzu­bie­ten.

Das Internet ist nicht für einfache und schnelle Verdienstmöglichkeiten bekannt, sondern eher für die Unmengen an Gratis-Inhalten. Die sind eine harte Konkurrenz für Leute, die ihre Arbeit verkaufen möchten – namentlich Fotografen. Im Geschäft mit den Bildern findet seit Jahren ein brutaler Preiszerfall statt. Der geht so weit, dass von Profis verlangt wird, sich in «Exposure» statt mit Geld bezahlen zu lassen (So geht die Fotografie den Bach hinunter).

An dieser Stelle muss ich ehrlicherweise zugeben, dass ich ein Profiteur dieser Situation bin: „Ein heisser Tipp für Fotografen, die gerne mal am Hungertuch nagen“ weiterlesen

Spotify macht (womöglich) die Musik kaputt

Intros, Bridges und Gitarrensoli sind aus der zeit­genös­sischen Musik ver­schwunden, und schuld daran sind die Streamin­dienste. Man kann des­wegen in Kultur­pessi­mis­mus verfal­len – aber man muss nicht.

Keine Frage, welches bei Spotify die kürzestmögliche Dauer für ein Hörbuchkapitel ist.

Wenn man Hörbücher auf Spotify konsumiert (am besten mit einer dieser Apps), dann fällt einem auf, dass die Tracks nichts mit der Kapiteleinteilung der Geschichte zu tun haben. Die allermeisten Hörbücher sind willkürlich in Segmente von drei Minuten zerlegt.

Der Grund dafür ist ein rein monetärer: Wie bei der Musik erhält der Rechteinhaber Geld für jeden Track, der abgespielt worden ist. Das bedeutet für ein Hörbuch, dass es mehr Geld gibt, wenn die Kapitel kürzer sind. Doch beliebig verkürzen dürfen die Verlage die Stücke nicht; drei Minuten sind das Minimum.

Wieso sollte sich diese Logik, die Inhalte dem Abrechnungsmodus anzupassen, nur auf die Hörbücher beschränken? Die Vermutung liegt nahe, dass auch die Musik diesem Mechanismus unterworfen ist: „Spotify macht (womöglich) die Musik kaputt“ weiterlesen

Software-Abos sind nur noch ein Ärgernis

Die BeSticky-App ist dazu da, lustige digitale Sticker für Messenger und die sozialen Medien zu fabri­zieren. Diese Sticker sind nicht son­der­lich toll – was kleben bleibt, sind haupt­säch­lich die horren­den Abo­gebüh­ren.

Eine der fragwürdigsten Apps, die mir in letzter Zeit begegnet ist, heisst BeSticky. Wenn man sie sich würde besorgen wollen – wovon ich nachdrücklich abrate –, könnte man sie sich fürs iPhone und für Android besorgen.

Zwei Fragen drängen sich auf. Erstens: Warum ist die App schlecht? Und zweitens: Wieso sollte man sich mit einer schlechten App beschäftigen, wo es unter den Tausenden von Apps in den Stores viele brauchbare gibt. Da die BeSticky-App nicht nur schlecht, sondern unglaublich missraten ist, sind die Chancen intakt, dass man sich nach dem Zufallsprinzip einen Download tätigen und vermutlich ein besseres Softwareprodukt erwischen würde als dasjenige, um das es hier gehen soll.

Also, warum die App kein grosser Wurf ist, lässt sich am einfachsten mit ein paar Screenshots demonstrieren: „Software-Abos sind nur noch ein Ärgernis“ weiterlesen

Warum ich drauf und dran bin, mein Spotify-Abo zu künden

Ist Spotifys teurer Exklusiv-Podcast so schlimm, wie alle behaup­ten? Ich habe mir eine Folge von «The Joe Rogan Expe­rience» angehört. Eine so trauma­tisie­rende Erfah­rung, dass ich nicht sicher bin, ob ich noch länger Kunde bei diesem ignoranten Streaming­dienst sein mag.

Spotify hat mir in letzter Zeit mehrere Gelegenheit gegeben, mich herzhaft aufzuregen. An dieser Stelle geht es um das grosse Ärgernis: die Sache mit dem Podcast des Herrn Rogan, den sich der schwedische Streamingdienst für viel Geld einkauft, ohne sich vorher zu überlegen, welche Probleme das verursachen könnte. Ich habe mir eine Folge angehört, was um ein Haar mit der Kündigung meines Streaming-Abos geendet hätte. Ich habe es nicht getan – zumindest vorerst nicht.

Für Leute, die mit der Materie nicht vertraut sind: Joe Rogan wird als Comedian gehandelt, kennt sich gemäss Wikipedia mit Kampfsportarten aus und hat im US-Fernsehen Karriere gemacht. Im Mai 2020 hat er einen exklusiven Deal mit Spotify abgeschlossen und dafür einen hoch dotierten Vertrag erhalten. Damals war von hundert Millionen US-Dollar die Rede gewesen. Mitte Februar konnte man in der «New York Times» lesen, dass es wohl eher zweihundert Millionen gewesen sind.

Ist der Mann das Geld wert? „Warum ich drauf und dran bin, mein Spotify-Abo zu künden“ weiterlesen