Höhenflug oder Bruchlandung?

Für die meisten Wordpress-Nutzer ist die Jetpack-Installation so sicher wie das Amen in der Kirche. Ein Dogma, dass man unbedingt hinterfragen müsste – allein weil dieses Plugin aus Datenschutzgründen problematisch ist.

Der Umzug dieses Blogs auf WordPress ist genau drei Jahre her. Das Langzeit-Fazit ist positiv. Ich habe es nicht bereut. Meine Bloggerei ist viel effizienter geworden und mein Blog gefällt mir besser – auch wegen Dinge wie dem Posts On This Day-Plugin von Jeremy Herve. So simpel das ist, macht es mir Freude, jeden Tag ein paar meiner eigenen Blogposts zu entdecken, von denen ich in vielen Fällen keine Ahnung mehr hatte.

Eine Frage bleibt jedoch. Ich habe seinerzeit das Jetpack-Plugin ganz selbstverständlich installiert. Es liefert schliesslich auf einen Schlag eine ganze Reihe von Funktionen, die man sonst mühsam über einzelne Erweiterungen einrichten müsste. Es sind insgesamt gut fünfzig Funktionen, die hier aufgezählt sind.

Von denen brauche ich die folgenden: „Höhenflug oder Bruchlandung?“ weiterlesen

So freunden sich Nikon-Kameras doch noch mit dem iPhone an

Die Smartbridge-App zeigte sich in meinem Test nicht sehr kooperativ und weigerte sich standhaft, eine Verbindung zwischen Smartphone und Kamera herzustellen. Zum Glück lässt sich das Problem beheben.

Nikon weiss, wie man gute Kameras baut. Bei der Software bin ich mir über die Kompetenz nicht so ganz im Klaren: Beim Test der Z6 habe ich seinerzeit sehr über die Snapbridge-App aufgeregt.

Aber vielleicht hat Nikon die Mankos ausgeräumt? Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen, die Snapbridge-App, die es für Android und fürs iPhone gibt, mit zwei aktuellen Kameras zu testen: mit der Z fc und der Coolpix W150.

Um gleich auf das Fazit zu sprechen zu kommen: Das ist durchzogen. Konkret gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute besteht darin, dass das grösste Manko ausgeräumt ist: „So freunden sich Nikon-Kameras doch noch mit dem iPhone an“ weiterlesen

Wenn sich Windows aktiv gegen den Shutdown sperrt

Es ist eine Kleinigkeit, die mich regelmässig auf die Palme treibt: Microsofts Betriebssystem bricht das Herunterfahren ab, wenn irgendwo ein ungespeichertes Dokument offen ist. Das ginge auch schlauer.

Etwa fünfmal die Woche passiert es mir, dass ich glaube, meinen Windows-PC heruntergefahren zu haben, nur um Stunden später festzustellen, dass er noch immer läuft. Es heisst dann, Programm sowieso hätte das «Herunterfahren verhindert». In früheren Zeiten, in denen ich noch ins Büro ging, gab es die verschärfte Variante: Nach zwei Wochen Ferien feststellen, dass der Computer die ganze Zeit durchgelaufen ist – und aus unerfindlichen Gründen noch nicht einmal in den Energiesparmodus ging.

Die Ursache des Problems ist einfach: „Wenn sich Windows aktiv gegen den Shutdown sperrt“ weiterlesen

So fortschrittlich, dass man es bald gar nicht mehr braucht

Microsofts Strategie mit Windows 11 ist nachvollziehbar – und trotzdem ein grosser Fehler. Wenn Microsoft nicht aufpasst, ist Windows bald der beste Grund für den Kauf eines iPads.

Für die Tamedia-Websites habe ich mir Windows 11 in der aktuellen Betaversion näher angeschaut. Die Erkenntnis lautet, dass Microsoft die nächste Version verjüngen will: Der Kachel-Look, der mit Windows 8 eingeführt wurde, ist inzwischen neun Jahre alt. Das ist keine Ewigkeit, aber lange genug, dass er nicht mehr taufrisch wirkt.

Und in dieser Zeit hat sich viel verändert: Smartphones und Tablets sind zur dominierenden Geräteform geworden. Mit dem Ende von Windows 7 ist Anfang 2020 das PC-Zeitalter an sein Ende gelangt. Wohlverstanden: Der Personal Computer existiert weiterhin und hat auch nach wie vor seine Berechtigung. Aber er gibt nicht mehr den Takt an. Die mobilen Geräte, Smartphone und Tablets, diktieren die Entwicklung. Das sieht man auch exemplarisch bei Apple, wo Mac OS nur noch die Neuerungen von iOS, iPad OS und der iCloud nachexerziert.

Und eben: Auch Windows 11 beugt sich nun dieser unvermeidlichen Entwicklung. „So fortschrittlich, dass man es bald gar nicht mehr braucht“ weiterlesen

Die Post-it-Notizen von Windows sind nicht das Gelbe vom Ei

Seit 20 Jahren nutze ich die Kurznotizen-App nicht, weil sie zwei eklatante Mankos haben. Doch heute nehme ich einen beherzten Anlauf und räume alle Hindernisse aus dem Weg.

Die Windows Kurznotizen (Sticky Notes) gibt es seit bald zwanzig Jahren. Um genau zu sein, wird dieses Programm im November 2022 diesen Geburstag feiern, weil es, wie Wikipedia verrät, mit der Tablet PC Edition von Windows XP eingeführt worden ist. Nebenbei verrät das auch, wie lange Microsoft schon am Tablet-Computing herumdoktert – deutlich länger als Apple.

Und genau so lange, wie es diese Kurznotizen gibt, nehme ich mir vor, sie zu benutzen. Eigentlich hätte ich das Bedürfnis: Ich verwende oft den Windows Editor für Dinge, für die dieses Programm gar nicht gedacht ist. Ich halte darin Ideen fest, lagere Textfragmente oder Links zwischen oder missbrauche das Programm als Gedächtnisstütze oder To-do-Liste.

Die «Sticky Notes»-App wäre so viel besser…

Die Kurznotizen wären für diesen Zweck besser geeignet: Sie speichern den Inhalt automatisch, sodass nicht verloren geht, selbst wenn man den Computer herunterfährt und alle Warnungen, es seien in manchen Apps, namentlich Editor, noch ungespeicherte Dokumente vorhanden.

Ausserdem gibt es einige nützliche Befehle: „Die Post-it-Notizen von Windows sind nicht das Gelbe vom Ei“ weiterlesen

Die Untergangsspirale brechen

Die sozialen Medien tragen derzeit zu einer rasanten Eskalation bei. Ich mache mir einige hilflose Gedanken, wie man diese Entwicklung aufhalten oder bremsen könnte.

Während die Pandemie fortschreitet, ist das Verweilen in den sozialen Medien nicht angenehmer geworden. Der Umgangston hat sich verschärft, die Wogen gehen ständig hoch und man wird den Eindruck nicht los, dass manche Leute das Mass völlig verloren haben.

Ich teile die Ansicht von Reda el Arbi im Blogpost Dieser «Spaltung der Gesellschaft»-Bullshit, dass es eine Minderheit ist, die die Diskussion bestimmt, weil sie sich pausenlos und immer extremer äussert.

Allerdings sehe ich auch Leute, die sich geistig in gefährliche Kaninchenbauten verkrochen haben. Das hier ist ein solches Beispiel: „Die Untergangsspirale brechen“ weiterlesen

Ich mag Gmail nicht

Googles Mail-Anwendung hat Mängel: Sie ist nicht benutzer­freundlich und kaum brauch­bar für ein umfang­reiches Mail­archiv. Für die Such­funktion sollte sich Google schämen.

Es gibt viele Produkte von Google, die grossartig sind: Die Bildersuche, der Kalender und Maps fallen mir zuerst ein. Und trotz Vorbehalten brilliert der Konzern auch beim Kerngeschäft, der Websuche.

Danach kommen einige Angebote, die einmal revolutionär waren, inzwischen aber einige Problemzonen aufweisen. In diese Kategorie zähle ich den Übersetzungsdienst Translate, der von Deepl.com auf den zweiten Platz verwiesen wurde. Ebenso Youtube – so erfolgreich die Videoplattform auch ist, so viel läuft schief: beim Umgang mit dem Urheberrecht, der Moderation der Videos, der Monetarisierung.

Schliesslich gibt es auch Google-Produkte, mit denen ich mich nie anfreunden konnte und die ich bloss deswegen verwende, weil mein Arbeitgeber sie gut findet. Google Docs (Die Doktorarbeit würde ich trotzdem nicht in Google Docs schreiben) gehört in diese Kategorie.

Und Gmail. „Ich mag Gmail nicht“ weiterlesen

Der Microsoft Store ist ein Trauerspiel

Der App Store für Windows und die Xbox wird zehn Jahre alt. Eine gute Gelegenheit für eine Bestandsaufnahme: Wie steht es um das Angebot, die Präsentation und die Bewertungen. Spoiler – mehr als besch…en.

Bei Wikipedia lese ich, dass der Microsoft Store am 13. September 2011 vorgestellt wurde. Er hiess damals noch Windows Store und brauchte noch einige Zeit, um das Licht der digitalen Welt vollends zu erblicken: Mit dem Consumer Preview von Windows 8, der im Februar 2012 veröffentlicht wurde, konnte man ihn zum ersten Mal ausprobieren.

Ich habe im August 2012, nachdem auch die Windows-8-Variante für Privatanwender am Horizont aufgetaucht ist, eine ausführliche Rezension geschrieben und zum Store nur ein paar wenige Worte verloren. In der Bildlegende heisst es: «Der Store – so gut bestückt wie ein Delikatladen in der DDR.»

Die Startseite: Seht her, auch bei uns gibt es Netflix, Prime und Spotify.

Das war eine über­heb­liche Formu­lierung für einen zu­tref­fenden Tat­be­stand: Der Store hat dem Ver­gleich zu den Smart­phone-Stores von Apple und Google nicht im Ansatz stand­halten können. Und in gewisser Weise ist das auch zehn Jahre später noch so.

Gibt es Überraschungen, Perlen, Trouvaillen?

Ich habe gestern die Probe aufs Exempel gemacht. Was hat der Store an über­ra­schenden, eindrück­lichen und unent­deckten Perlen zu bieten? Und wie gut ist die Auslage kuratiert? „Der Microsoft Store ist ein Trauerspiel“ weiterlesen

Die iCloud ist für alles gut – ausser für Musik

Ich habe Android unrecht getan, als ich Googles Betriebssystem für den Heckmeck mit lokalen Musikdateien kritisiert habe. Apple und das iPhone sind noch schlimmer.

Ich bin kein Freund von Apple Music. Meine ursprüngliche Aversion rührt daher, dass mit der Einführung des Streamingdienstes die Musik-App am iPhone massiv gelitten hat. Die App ist in erster Linie fürs Streaming da, die lokalen Musikdateien werden stiefmütterlich behandelt. Die Genius-Funktion ist verschwunden, die Verweise auf Apple Music allgegenwärtig. Und trotzdem kann Apples Angebot Spotify eben nicht das Wasser reichen.

Das grösste Problem mit Apples Musik-App ist mir aber erst neulich bewusst geworden. Ich habe mich im Beitrag Android hat kein Musikgehör darüber beklagt, wie umständlich es ist, Musikdateien auf ein Telefon mit Googles Betriebssystem zu verfrachten und demgegenüber das iPhone in ziemlich hohen Tönen gelobt.

Diese Töne sind mir vergangen, als ich neulich ein paar Songs aus meiner .lokalen Musiksammlung aufs iPhone bringen wollte. Denn das ist auch im Apple-Universum kompliziert und viel umständlicher, als es sein müsste.

Das liegt an Apples Hang, alles mit allem zu verzahnen und an allen Ecken und Enden ein paar Extra-Dollars zu verdienen: „Die iCloud ist für alles gut – ausser für Musik“ weiterlesen

Die Luca-App ist wirklich so schlimm, wie alle sagen

In Deutschland muss man sich beim Besuch von Restaurants und Kulturbetrieben oft mit der Luca-App einchecken. Die App steht aus Datenschutzgründen in der Kritik. Doch wie ich bei einem Selbstversuch herausgefunden habe, hat sie noch andere Probleme.

Einen grossen Teil meiner Sommerferien habe ich in Deutschland verbracht. Dabei bin ich nicht umhingekommen, die famose Luca-App zu verwenden. Also was bleibt mir anderes übrig, als eine Rezension über sie zu schreiben?

Die Luca-App (Android und iPhone) dient dem Contact-Tracing. Sie erfüllt einen ähnlichen Zweck wie die Swisscovid-App – mit einigen wesentlichen Unterschieden.

1) Check-in statt kontinuierliches Tracing

Eingecheckt. (Und zwar hier).

Der erste Unterschied besteht darin, dass die App kein konti­nuier­liches Contact-Tracing ermöglicht, sondern ein Check-in-System bei Lokalen, Bars und Clubs, aber auch in Museen und im Zoo.

Das wird auch in Deutschland in vielen Bundesländern für diverse Gelegenheiten wie den Besuch von Restaurants und Kulturstätten vorausgesetzt. Während die Swisscovid-App somit rein freiwillig ist, kommt man um Luca oft nicht herum.

2) Eine Privat-Initiative

Zweiter, entscheidender Unterschied: „Die Luca-App ist wirklich so schlimm, wie alle sagen“ weiterlesen