Als Facebook mich vor sich selber warnte

Die grosse Scheinheiligkeit bei Facebook: Unmoralische Angebote sind völlig okay, solange sie nicht allzu öffentlich stattfinden.

Neulich hat sich Facebook blamiert. Und nicht nur ein bisschen. Ich würde sagen, das Mark Zuckerberg bis zu den Unterhosen im Fettnäpfchen versunken ist.

Und ja, man könnte die Sache auch für einen Ausrutscher halten; eine kleine Fehleinschätzung, wie sie gelegentlich vorkommen können. Und ja, Facebook verwendet für so viele Algorithmen, die alle nicht perfekt sind. Das ist ein Problem für sich, weil beim Kampf gegen Hass auf der Plattform Lücken offen bleiben, durch die ein gewisser Anteil an Gift durchrutscht

Doch in dem Fall geht es nicht um die Algorithmen, sondern darum, dass Facebook die eigene Scheinheiligkeit offen legt.

«Es gibt viele sexy Frauen in dieser Gruppe»

Angefangen hat die Sache mit einem Video, in dem ich mich mit den unerwünschten Kontaktanfragen bei Facebook beschäftige. „Als Facebook mich vor sich selber warnte“ weiterlesen

Spotify hasst alle DJs

Früher konnte man in DJ-Apps auch Musik von Spotify verwenden. Das geht nicht mehr. Taugt Tidal als Ersatz?

In letzter Zeit frage ich mich immer häufiger, ob Spotify noch ein sympathisches Unternehmen ist. Wir haben darüber im Nerdfunk gesprochen, als es um die Veränderungen ging, die das Streaming in den letzten gut zehn Jahren bei unseren Musikgewohnheiten herbeigeführt hat. Die Frage «noch gut oder schon evil» ist auch aufgetaucht, als ich aufgezeigt habe, mit welchen Mitteln Spotify das Podcast-Geschäft vereinnahmen will (siehe hier und hier mit Bezahlschranke).

Als ob das nicht genug wäre, hat Spotify eine überaus nützliche Funktion gekillt: Dritt-Apps dürfen seit letztem Jahr nicht mehr auf das Spotify-Katalog zugreifen. Es ist nicht mehr möglich, mit einer DJ-App Musikstücke via Streaming ins Programm einfliessen zu lassen. Ich habe das während meiner Karriere als Morgenmoderator bei Radio Stadtfilter oft und gern getan; und zwar mit der hier vorgestellten Pacemaker-App.

Djay, Edjing Mix, Traktor DJ und Tap DJ – nicht alle taugen fürs Streaming

Es stellt sich die Frage: Gibt es denn Ausweichmöglichkeiten? Kann man statt Spotify zum Beispiel Apple Music, Tidal oder Deezer nutzen?

Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht: „Spotify hasst alle DJs“ weiterlesen

Die Blogosphäre lebt – dafür sind manche Links ganz schön tot

Eine Empfehlung zum hübschen Blog teezeh.de, das belegt, dass ich nicht der letzte Mohikaner in der Blogosphäre bin. Und ein Hinweis, warum ihr es euch sparen könnt, mir zu erklären, wo es auf dieser Website überall veraltete Links hat.

Heute würden nur noch die Ewiggestrigen bloggen, habe ich vor Kurzem behauptet. Einer der Ewiggestrigen ist Thomas Cloer, der unter teezeh.de sein Weblog betreibt und in dem ich eine verwandte Seele erkannte.

… okay, diese Formulierung ist gar pathetisch ausgefallen. Sagen wir lieber, mit dem mich einige Merkmale verbinden. Erstens der Hintergrund als Journalist: Thomas Cloer hat für die «Computerwoche» geschrieben, bevor der Medienwandel diesem Engagement ein Ende gesetzt hat. Zweitens ist er zwar technisch interessiert, beweist aber auch den Willen, sich abzugrenzen. Er tut es, indem er noch CDs hört und bedrucktes Papier liest. Den CDs habe ich abgeschworen, dem Papier nicht. Aber es geht auch nicht darum, sondern um die erklärte Absicht, sich nicht vereinnahmen zu lassen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Und sein WordPress-Theme ist hübscher als meins. 😉

Drittens ist Thomas für den Contract for the Web, den ich ebenfalls wichtig finde. Und viertens gefällt mir der Tonfall, der so locker wie ernsthaft ist. Es gibt indes auch Unterschiede: Ich blogge deutlich häufiger als Thomas. 😉

Trotzdem, hier eine Empfehlung: Lest ab und zu Thomas’ Blog, insbesondere seine Kritik an Wikipedia bzw. dem CMS von Wikipedia, das die Artikel schwer lesbar, mit viel zu langen Zeilen darstellt oder der Beitrag zu den Erfahrungen mit dem Fairphone.

Im Beitrag Broken Links sind Geschichte geht Thomas auf ein Thema ein, dass ich hier schon lange einmal thematisieren wollte: „Die Blogosphäre lebt – dafür sind manche Links ganz schön tot“ weiterlesen

Einfache Frage – frustrierende Antwort

Ich wohne in einem Mietshaus mit einem Flachdach, das perfekt für Solarzellen wäre. Doch es hat keine. Warum nicht? Ich bin diesem Rätsel nachgegangen und die Erklärung, die ich gefunden habe, gefällt mir nicht sonderlich.

Ich wohne in einem Mietshaus mit Flachdach. Und natürlich fragt ihr euch an dieser Stelle, warum ich euch mit dieser Feststellung langweile und ob mir nun endgültig die Themen ausgegangen sind. Aber fällt euer Urteil nicht vorschnell: Ich will nämlich tatsächlich auf etwas hinaus.

Man sieht, dass man nichts sieht.

Also, ich habe neulich unser Miethaus mithilfe von Google Maps von oben angeschaut und festgestellt, dass es auf dem besagten Flachdach etwas nicht gibt, das meines Erachtens dort hingehört: Solarzellen, nämlich.

Es wäre an dieser Stelle Eulen nach Athen getragen, wenn ich zu Ausführungen über erneuerbare Energien ansetzen würde. Denn wer nicht unter einem Stein lebt, der weiss: „Einfache Frage – frustrierende Antwort“ weiterlesen

Ctrl Fn oder Fn Ctrl?

Ausführliche Betrachtungen zu der modernen Tastatur: Wo ist die richtige Position für den Funktionsknopf? Falls er falsch platziert wurde, wie korrigiert man das? Und was denken sich manche Hersteller, die den Nutzern unsinnige Enter- und nutzlose Pfeiltasten zumuten?

Dieses HP-Spectre – der ausführliche Testbericht findet sich hier – entpuppt sich hier im Blog so langsam als Thema für eine Mini-Serie. Es ist nämlich noch eine Frage übrig geblieben. Und zwar eine der kontroversen Sorte. Ich bin nicht sicher, ob dieser Blogpost hier gesittet zu Ende gehen wird. Oder ob er das Beharren auf unvereinbaren Standpunkten und infolgedessen Tumulte und Glaubenskriege zur Folge haben wird.

Also, es geht im Allgemeinen um die Frage, wie Tasten richtig auf einer Tastatur angeordnet werden. Speziell interessiert mich die Position der Fn-Taste. Sie ist, wie Wikipedia schreibt, vor allem auf Laptops und Netbooks zu finden: «Mithilfe dieser Taste kann herstellerspezifisch eine weitere Ebene erreicht werden, vergleichbar mit der Alt-Taste oder Steuerungstaste.»

Ein Detail stimmt an dieser Beschreibung nicht mehr so ganz: „Ctrl Fn oder Fn Ctrl?“ weiterlesen

Ein paar neue Kurzbefehle-Tricks

iPhone und iPad bieten neue Möglichkeiten für die Automatisation. Trotzdem habe ich wieder einmal ein Déjà-vu: So vielversprechend die Funktionen auch sind – bei meinen spezifischen Anliegen stosse ich immer wieder an Grenzen.

Die Kurzbefehle-App von iPhone und iPad ist ein Zugeständnis an Leute wie du und ich, die sich mit ihrem Mobilgerät nicht bloss durch Whatsapp und Facebook klicken, sondern ernsthafte Arbeit erledigen wollen – und zwar, wo immer möglich, nicht manuell, sondern automatisiert.

Mit der App lassen sich Arbeitsabläufe einrichten, die per Knopfdruck oder über einen Sprachbefehl gestartet werden (Siri auf Steroiden). Es ist möglich, Automatisierungen einzurichten, die unter bestimmten Umständen automatisch ausgeführt werden (So landet der Liebhaber automatisch rechtzeitig vor der Tür). Und wenn man es ganz elaboriert mag, verwendet man NFC-Tags, um Aktionen in Gang zu setzen (Warum bei mir jetzt überall solche Kleber kleben).

Mit iOS 14 und 14.5 ist die Kurzbefehle-App nun nicht revolutionär besser geworden. Aber es sind einige interessante Möglichkeiten dazugekommen. Erstens seien die beiden neuen Funktionen Bildschirmfoto aufnehmen und Neueste Bildschirmfotos abrufen erwähnt. „Ein paar neue Kurzbefehle-Tricks“ weiterlesen

Eine kleine Neuerung, die Microsoft ganz gross verbockt hat

Die Taskleiste von Windows 10 wird neuerdings mit Wetter und Nachrichten angereichert («Neuigkeiten und interessanten Themen»). Was eine gute Idee sein könnte, scheitert leider krachend an der dilettantischen Umsetzung.

Das Mai 2021 Update für Windows 10 (21H1) ist erschienen. Ich hatte eigentlich vor, wie üblich ein Patentrezept zu diesem Update zu drehen. Doch selbst bei einer Suche mit der Lupe ich keine Neuerung entdeckt, die man in einem Video vorführen könnte. Sogar für diesen Blogpost hier muss ich einen Kniff anwenden, um genügend Fleisch an den Knochen zu bekommen.

Schade – denn eigentlich gäbe es genügend Verbesserungspotenzial, wie ich neulich anhand des Explorers gezeigt habe.

Aber Microsoft hat sich darauf konzentriert, die Performance und Stabilität zu verbessern. Im Supportdokument liest sich das wie folgt:

Windows 10, Version 21H1 ist eine Zusammenstellung von Funktionen für ausgewählte Leistungsverbesserungen, Unternehmensfunktionen und Qualitätsverbesserungen

Erwähnt werden folgende Features: „Eine kleine Neuerung, die Microsoft ganz gross verbockt hat“ weiterlesen

So gelingt der Start mit dem neuen PC

Die Übernahme von Dokumenten, Einstellungen, Programmen und der Konfiguration von einer alten auf eine neue Windows-Maschine ist eine ziemlich vertrackte Angelegenheit. Hier die Tipps, wie man am besten verfährt und wo die Fallen liegen.

Wie steigt man von einem alten Windows-PC auf einen neuen um? Diese Frage höre ich gelegentlich, und sie ist keine Freude. Denn für die Antwort muss ich weit ausholen – sehr weit.

Dabei könnte es so einfach sein. Apple exerziert vor, dass man die Datensicherung auch dazu verwenden kann, den ganzen Inhalt von einem alten Gerät auf ein neues zu übertragen. Wie es geht, beschreibt Apple hier für iOS-Geräte und hier für den Mac. Und ja, so einfach wie das im Vergleich geht, wäre das auch ein guter Punkt für die Auflistung Wo der Mac über Windows triumphiert gewesen.

Aber nun ist es leider so, dass Microsoft die Sache in der letzten Zeit nicht vereinfacht, sondern erschwert hat: „So gelingt der Start mit dem neuen PC“ weiterlesen

Spotify-Mankos ausbügeln

Spotify will nicht nur bei der Musik, sondern auch bei Hörbüchern, Hörspielen und Podcasts dominieren. Doch für diese gesprochenen Inhalte ist die App leider annähernd unbrauchbar. Dabei wäre es keine Kunst, es besser zu machen.

Spotify hat das Streaming populär gemacht und ist für viele Nutzer zur wichtigsten oder sogar zur einzigen Quelle für Pop, Rock und andere Musik geworden. Doch das reicht Daniel Ek und seinen Mitstreitern anscheinend nicht: Sie möchten Spotify zu dominanten Plattform im Audiobereich machen – analog zur Dominanz von Youtube auf dem Markt des Internetvideos.

Zu diesem Zweck hat Spotify das Repertoire über das Musikangebot ausgeweitet. Der Streamingdienst fördert Spotify die Podcasts zu Tode und hat Hörspiele im Repertoire, viele auch speziell für Kinder (siehe hier und hier). Es gibt auch Hörbücher, und – wie Olli Schulz neulich verdienstvollerweise im «Fest und Flauschig»-Podcast verkündet hat, auch einige aus dem Erotikbereich. Daraus würde ich nach meinen abtörnenden Erfahrungen (Ein literarischer Klimax ist das nicht) nun nicht unbedingt empfehlen. Aber wenn jemand dennoch nicht die Finger davon lassen will, ist diese Playlist hier womöglich ein guter Anfang.

Und damit sind wir beim Thema: So angenehm es ist, diese Inhalte zur Auswahl zu haben, so wenig Spass macht der Konsum. Es gibt drei grosse Probleme mit den gesprochenen Inhalten: „Spotify-Mankos ausbügeln“ weiterlesen

Android hat kein Musikgehör

Googles schönes Smartphone-Betriebssystem ist eine komplette Nullnummer, wenn es um anspruchsvollen Musikgenuss geht.

Neulich habe ich zum würdigen Gedenken an Lou Ottens einige Musik-Apps vorgestellt. Ottens gilt als Vater der Kompaktkassette und die Apps haben dementsprechend den Sinn und Zweck, diese Erfindung in post-analoger Form wiederaufleben zu lassen: Das Handy wird zum Walkman, in den man seine digitalen Audiodateien einlegt. Eine der Apps, nämlich Cassette Gold, habe ich vor einiger Zeit hier im Blog im Beitrag Der Walkman lebt vorgestellt.

Bei den Tests für meinen Artikel habe ich mir auch einige Apps für Android angeschaut und bin ich in die Verlegenheit gekommen, zu Demonstrationszwecken einige Musikdateien auf das Nokia 7.2 (Nokia ist zurück) befördern zu müssen.

Naiv wie ich bin, dachte ich, das ginge so einfach wie beim iPhone: „Android hat kein Musikgehör“ weiterlesen