Hey Word­press, hier ein guter Vorsatz für dich

Vor gut 14 Monaten ist dieses Blog hier auf Word­press umgestiegen. Das Fazit seinerzeit war positiv und auch eine weitere Website in meiner Obhut ist seitdem nachgefolgt. Man könnte das als Erfolgsgeschichte bezeichnen.

Nun gibt es allerdings eine Schwachstelle. Und das ist die Word­press-App. Die gibt es für Android und fürs iPhone und iPad.

Die Statistik ist nützlich. (Auch wenn sie die Frage aufwirft, wieso niemand aus Grönland dieses Blog hier liest).

Auf den ersten Blick macht die App einen sehr guten Eindruck: Man hat dank Jetpack alle seine Word­press-Sites in einer App im Blick. Man sieht Statistiken, die zwar nicht so toll sind wie das, was ich mir von parsely.com inzwischen gewohnt bin – die aber trotzdem einen guten Eindruck vermitteln, welche Inhalte beim Publikum ankommen und welche nicht.

Es gibt ausserdem die Benachrichtigungen, in denen man neue Kommentare, Hinweise auf Traffic-Aufschwünge und Ausfälle sieht. Auch Likes würde man hier sehen – wenn es denn welche gäbe. Aber da ich die Like-Knöpfe nicht anzeige, ist es auch kein Wunder, dass sich an dieser Front nichts tut.

Im Reader schliesslich abonniert man Websites. Das können Word­press-Sites sein, müssen aber nicht. Die Word­press-App kann auch einfach als RSS-Reader-App benutzt werden. Trotzdem ziehe ich eine App wie Inoreader vor und verwende die Reader-Funktion nur, um die Beiträge auf meinen eigenen Websites im Auge zu behalten.

So weit, so in Ordnung – aber ich wollte hier ja über die Schwachstelle berichten. „Hey Word­press, hier ein guter Vorsatz für dich“ weiterlesen

Ich, der Republikflüchtling

Als Ex-Verleger habe ich neulich einen dieser Newsletter von der Republik bekommen. Es sei der wichtigste Newsletter seit dem Start, hiess es darin. Und ich möge doch gefälligst mein Nicht-Engagement überdenken und wieder an Bord kommen. Es braucht bis Ende März 19’000 zahlende Abonnenten (so genannte Verlegerinnen) und 2,2 Millionen Franken (wie ich das schreibe, sind gemäss «Cokpit» 798’111 1’199’503 Franken bereits zusammengekommen).

Das Ziel gilt absolut. Wenn es unterschritten wird, dann …

… werden wir am Nachmittag des 31. März für sämtliche Mitarbeitenden der Republik die Kündigung aussprechen. Und danach das Unter­nehmen geordnet auflösen.

Mir hat der Tweet von Thomas Benkö auf den Newsletter gut gefallen:

«Definiere Dramaqueen». Meine erste Reaktion war nämlich auch: Geht es nicht eine Nummer kleiner? Während ich darüber nachgedacht habe, hat sich bei mir Ärger aufgebaut: Der Newsletter enthält zwischen den Zeilen eine gehörige Portion Nötigung. Wenn ich das salopp paraphrasieren darf: „Ich, der Republikflüchtling“ weiterlesen

Der Windows Media Player müffelt gewaltig

Der Windows Media Player: Dieses Programm nicht das, was man taufrisch nennen würde. Als Versionsnummer wird 12.0 angegeben. Die stammt von Windows 7 und damit aus dem Jahr 2009. Microsoft hat es tatsächlich geschafft, seinen Media Player ganze zehn Jahre lang nicht anzufassen. Eine beachtliche Leistung!

Diese massive Vernachlässigung hat sicherlich damit zu tun, dass Microsofts Multimedia-Ambitionen ins Nichts geführt haben. Der legendäre Zune-Player kam 2006 auf den Markt und verschwand wieder. Der dazugehörende Musikshop ist 2015 im Orkus verschwunden.

Zum Zune gab es auch eine hübsche Multimedia-Software, die ich sogar einmal vorgestellt habe. Die wäre ein hervorragender Ersatz für den Windows Media Player gewesen, der ursprünglich aus der Windows-95-Ära, und damit aus dem letzten Jahrtausend stammt. Er ist einfach nicht mehr zeitgemäss und nurmehr schwerlich auf Modern zu trimmen. Die Zune-Software dagegen hätte eine gute Ausgangslage geboten. Microsoft hätte sie auch umbenennen können, um das Publikum nicht an das unwürdige Scheitern des eigenen Musikplayers zu erinnern. Aber offenbar wollte man dieses Kapitel lieber gleich ganz unter den Teppich kehren.

Es bleibt dabei: Bei Windows gibt es standardmässig nur einen schäbigen, veralteten Musikplayer.

Einschub: Natürlich kenne ich die Apps Filme & TV und Groove Music. Die sind aber so eingeschränkt im Funktionsumfang, dass ich sie beim besten Willen nicht ernst nehmen kann. Nur ein Beispiel: „Der Windows Media Player müffelt gewaltig“ weiterlesen

Diesen Link hättest du besser nicht gepostet

Das hier ist ein Beitrag, den ich für solche Fälle bereithalte wie der neulich bei Linkedin. Da hat ein Mann aus meiner Blase einen Link gepostet, den er besser nicht gepostet hätte. Ich kenne den Mann persönlich und schätze ihn in einem beruflich-fachlichen Kontext. Was er privat tut und für Ansichten hat, weiss ich nicht. Nun könnte man sagen, dass mich das auch nicht näher zu interessieren hat, weil unsere Beziehung rein professioneller Natur ist.

Soll mir dieser Mann erzählen, wie CO₂ und Klimawandel zusammenhängen?

Nun leben wir in einer Zeit, wo sich Privates und Berufliches immer mehr vermischt. Darum fand er es wohl okay, einen Link zu posten, der schlecht in dieses professionelle Umfeld passt. Es handelte sich um einen Beitrag von KenFM, in dem es ums Klima ging. Abgebildet war ein Mann, der so aussah, wie ich mir einen Waldschrat vorstelle. Jedenfalls nicht wie der typische Klimaexperte. Der Kommentar des Freundes: «Soeben gehört. Das Umweltproblem ist weit komplexer, als man es uns verkaufen will.»

Also, die Ausgangslage: Dieser Link gehört mit ziemlicher Sicherheit zu der Sorte, die eine Gegenrede provozieren müssten. Denn er stammt von KenFM. Das ist eine Website, die nach eigenem Anspruch als «medialer Mülltrenner» auftritt, was allein schon ahnen lässt, dass man sie dem «alterntiven» Lager zuordnen muss. Wikipedia formuliert es vorsichtig: „Diesen Link hättest du besser nicht gepostet“ weiterlesen

Android ist eine Fehlkonstruktion

Ein praktisches Beispiel aus dem Alltag, das aufzeigt, warum man als Blogger besser die Finger von Googles Smartphone-Betriebssystem lässt.

Für meine Patentrezept-Videos verwende ich diverse Screencast-Programme: Hypercam für Windows, Screenium für den Mac und iOS und Rec für Android (oder alternativ auch AZ Screen Recorder). Neulich habe ich per Zufall entdeckt, dass man beim Huawei P10 auch ganz ohne Zusatzsoftware das Geschehen auf dem Bildschirm mitfilmen kann.

Man hält für diesen Zweck die An-Aus-Taste gedrückt und betätigt dann den Lauter-Knopf. Das funktioniert analog zur Screenshot-Funktion, die man mit An-Aus und der Leiser-Taste auslöst.

Das wäre unglaublich praktisch, wenn da nicht ein störendes Detail wäre: In der Statusleiste läuft während der Aufnahme eine Uhr mit. Natürlich ist es grundsätzlich sinnvoll, dem Nutzer anzuzeigen, dass eine Aufnahme stattfindet – gerade auch, damit solche Aufnahmen nicht zu Spionagezwecken heimlich stattfinden können. Es ist aber unsinnig, dass diese Uhr auch in der Aufnahme landet. Für den Zuschauer ist die Uhr irrelevant und lenkt bloss ab. (Ähnlich wie bei iOS, wo sich während der Aufnahme die Statusleiste rot färbt.)

Mein Trick zur Beseitigung des Ärgernisses ist, dass ich die Statusleiste in Final Cut zum Verschwinden bringe. „Android ist eine Fehlkonstruktion“ weiterlesen

Apple könnte von Microsoft lernen

Im Patentrezept-Video geht es nun – nach den Querelen im Vorfeld – tatsächlich um die neue Version von Apples Desktop-Betriebssystems. Mac OS 10.15 alias Catalina zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass vieles verschwindet: iTunes wird in drei Apps, Musik, Podcasts und TV, zerlegt. Die Unterstützung für 32-bit-Anwendungen wird ausgebaut. Und was ich im Video nicht erwähne: Auch das Dashboard muss über die Klinge springen.

Dem weine ich keine Träne nach. Das Dashboard war schon immer ein nutzloser Ressourcenfresser. Es stammt aus der Zeit, wo die Hersteller krampfhaft bemüht haben, dem Desktop mehr Nützlichkeit abzugewinnen. Bei Windows Vista gab es die Gadgets und beim Mac die Widgets, und beide Erfindungen haben sich nicht bewährt.

Das liegt daran, dass diese Informationshäppchen heute via Smartphone, Tablet oder eventuell sogar per Smartwatch verabreicht werden. Da darf der Desktop in der Tat frei von solchen nervösen Mini-Bildschirmelementen bleiben, die bloss vom Arbeiten ablenken.  „Apple könnte von Microsoft lernen“ weiterlesen

Apple, der moderne Wegelagerer?

Apple ist in einer komfortablen Position. Der iPhone-Hersteller nimmt im App-Markt eine so wichtige Rolle ein, dass niemand an ihm vorbeikommt. Und allein das bringt ordentlich Schotter ein.

Zum Beispiel, wenn ein Anbieter in seiner App Inhalte verkauft. Apple verdient an Zahlungen, die in einer App getätigt werden, kräftig mit: Bei Abos, die in der App abgeschlossen werden, sind es 30 Prozent im ersten Jahr und danach 15 Prozent.

Geht man zu weit, wenn man das als moderne Wegelagerei bezeichnet? Einträglich ist es jedenfalls. Die «Washington Post» schreibt, Netflix habe 2018 Apple 257 Millionen US-Dollar in Cupertino abgeliefert. Das muss weh tun – zumal die Summe wegen des Umsatzwachstums auf eine halbe Milliarde angestiegen wäre, wenn der Streamingdienst nicht aufgehört hätte, in der iOS-App Abos anzubieten.

So weit, Apple öffentlich anzuprangern, will Netflix trotzdem nicht gehen. „Apple, der moderne Wegelagerer?“ weiterlesen

An Keksen überfressen

Neulich bin ich per Zufall auf die Website nw.de gelangt. Das ist die «Neue Westfälische»; eine Online-Zeitung, wie es andere auch gibt. Eine Besonderheit ist allerdings, dass eine sehr prominente Cookie-Warnung erscheint. Cookie-Warnungen – das sind diese lästigen Dinger, die gesetzlich vorgeschrieben sind, aber doch vor allem Zeit und Aufmerksamkeit rauben.

Üblich ist ein Banner am oberen oder unteren Rand der Seite: Es erlaubt einem, einen Blick auf den Inhalt zu werfen. Man erkennt sogleich, ob einen die Sache interessiert – oder ob man gleich wieder von dannen zieht und sich den Klick auf den «Dann akzeptiere ich halt diese verfluchten Cookies»-Knopf sparen kann.

Doch bei nw.de verdeckt ein Popup-Element so viel von der Seite, dass man keine Chance hat, es zu ignorieren. Keine Frage: In Ostwestfalen nimmt man diese Cookies nicht auf die leichte Schulter.

Als erstes fällt einem ein Bekenntnis ins Auge: «Wir schätzen Ihre Privatsphäre!» verkündet nw.de. Was augenblicklich die Frage aufwirft, wieso dann überhaupt ein solcher Dialog nötig ist. Wer die Privatsphäre seiner Nutzer schützen möchte, kann das nämlich einfach tun – und zwar, indem er keine Daten über seine Nutzer erhebt. Ja, so einfach ist es. Niemand wird getrackt. Ende der Geschichte.

Aber so einfach ist es nicht, wie nw.de in extenso erklärt: „An Keksen überfressen“ weiterlesen

Catalina ist eine Zicke

Das ist so ein Fall, wo man sich von der Umwelt mehr Mitgefühl erhofft, als man dann tatsächlich erhält. Und es ist auch verständlich – denn ich selbst würde jemanden in der gleichen Situation ein empathieloses «Selber schuld!» um die Ohren hauen. Weil man es wirklich besser wissen sollte.

Und ja, ich weiss es besser. Aber immerhin hatte ich einen guten Grund, mich in solche Sparglimenten zu begeben.

Also, Folgendes hat sich zugetragen:

Ich habe die Betaversion von Mac OS Catalina installiert. Und es ist genau das passiert, was in solchen Fällen natürlich passiert: Mein produktives System hat aufgehört, produktiv zu sein. Das meiste läuft zwar noch. Doch genau jenes Programm, für das ich den Mac hauptsächlich benötige, hat den Betrieb eingestellt. Es handelt sich um Final Cut Pro, mit dem ich meine Videos schneide. Das stürzt einige Momente nach dem Start ab – und zwar auch dann, wenn man die gängigen Fehlerbehebungsmassnahmen durchexerziert.

Es ist tatsächlich so: Apple liefert eine Betaversion des Betriebssystems aus, mit der eines der wichtigsten Apple-Anwendungsprogramme nicht mehr läuft. Kann man machen. Muss man aber nicht.

Aber wie gesagt: Man hat es nicht besser verdient, wenn man auf die dumme Idee kommt, eine Beta-Version auf sein Arbeitsgerät loszulassen. Zu meiner Verteidigung sei folgendes gesagt: Ich konnte nicht anders. „Catalina ist eine Zicke“ weiterlesen

Wenn die DJ-App einen aus dem Takt bringt

Pacemaker ist eine App, die ich seit fünf Jahren nicht ständig, aber doch recht häufig verwendet habe. Sie gehört zu der Kategorie der DJ-Apps und hat gegenüber den normalen DJ-Apps einen entscheidenden Vorteil: Sie lässt sich nicht nur mit lokalen Musikdateien bestücken, sondern auch mit Songs von Spotify. Das musste seinerzeit im Beitrag Sich am Spotify-Repertoire vergreifen ausgiebig gelobt werden.

Pacemaker will neuerdings abonniert werden.

Doch als ich die App neulich wieder einmal einsetzen wollte, wurde ich nicht von den beiden Plattentellern in rot und blau begrüsst, sondern von der Mitteilung, man habe auf ein Abo-Modell umgeschaltet. Wer Pacemaker nutzen will, muss künftig 5.50 Franken pro Monat bezahlen.

Interessantes Detail am Rand: Am iPad findet sich aber noch die alte Version ohne Abo. Offenbar bekommt man die neue nur bei einer Neuinstallation. Wenn man die alte Version hat, darf man die behalten – zumindest bis zu dem Moment, wo man nicht um eine Neuinstallation herumkommt.

Ich würde für die App auch gerne 20 oder 30 Franken bezahlen – und ich habe seinerzeit diverse der kostenpflichtigen Plugins erworben. Nicht, weil ich sie benötigt hätte, sondern um dem Hersteller Danke zu sagen. Doch 5.50 Fr. pro Monat läppert sich eben. (Auf 66 Franken im Jahr.)

Ich wollte mich an dieser Stelle schon ziemlich aufregen – wie man das so macht, wenn eine Lieblings-App das Bezahlmodell auf eine Weise ändert, die einem überhaupt nicht in den Kram passt. „Wenn die DJ-App einen aus dem Takt bringt“ weiterlesen