Microsoft 365 raubt mir (einmal mehr) den letzten Nerv

Mit Microsofts Miet-Office habe ich abermals eine böse Überraschung erlebt: Aus unerfindlichen Gründen hat sich Access in Luft aufgelöst.

Ihr wisst alle, dass ich kein Fan von Mietsoftware bin. Ich habe in diesem Blog jedes einzelne Problem im Zusammenhang mit dem SaaS-Lizenzmodell haarklein berichtet. Und wisst ihr was? Ich werde das auch weiterhin tun. Allein aus dem Grund, um zu belegen, dass es eben nicht so ist, dass diese Probleme die Ausnahme sind. Im Gegenteil: Sie sind meiner Beobachtung nach die Regel – und ein Grund, der die Zuverlässigkeit der Software gegenüber von klassischer Kaufsoftware deutlich herabsetzt.

Also, das Problem, um das es heute geht, wäre keines gewesen, wenn ich es geschafft hätte, mein Projekt 2020 rechtzeitig in die Tat umzusetzen. „Microsoft 365 raubt mir (einmal mehr) den letzten Nerv“ weiterlesen

Die Mail-App vom iPhone und iPad ist nicht so ganz auf der Höhe

E-Mail an Apples Smartphone und Tablet ist kein sonderliches Vergnügen. Die App hat zwei beträchtliche Mankos, die angeprangert werden müssen.

Die Mail-App von iPhone und iPad erfüllt ihren eigentlichen Zweck nicht brillant, aber ausreichend. Allerdings gibt es zwei Dinge, die mich stören – und zwar gewaltig.

Die beiden Dinge haben miteinander zu tun. Es geht in beiden Fällen darum, den Posteingang möglichst schnell und effizient leer zu bekommen. Und das setzt voraus, dass man als Nutzer nicht alle Mails selbst lesen und aussortieren muss. Die App sollte selbst einen Beitrag dazu leisten.

Also, erster Punkt: Eine Mail-App muss einen vernünftigen Spam-Filter aufweisen. Warum es den bei Apples mobiler Mail-App nicht gibt, ist mir ein Rätsel. „Die Mail-App vom iPhone und iPad ist nicht so ganz auf der Höhe“ weiterlesen

Noch ein paar solcher Posts, und ich bin raus bei Facebook

Wenn die sozialen Medien Leute dazu bringen, ihre asoziale Seite hervorzukehren und statt zu diskutieren bloss noch zu provozieren, dann sollte man darüber nachdenken, ob man sein Facebook-Konto nicht löschen will.

Wer so etwas postet, disqualifiziert sich.

In der letzten Zeit ging es hier im Blog immer mal wieder um Dinge, die mir bei Facebook begegnet sind – und über die ich mich genug geärgert habe, um mich in einem Beitrag damit auseinanderzusetzen (zum letzten Mal hier).

Bei meinen Entgegnungen habe ich mich von der Überzeugung  leiten lassen, dass eine sachliche Diskussion mehr bringt, als den Urhebern der Postings die Freundschaft zu künden und mir ihre Beiträge künftig zu ersparen.

Ich habe jeweils die eigentlichen Beiträge kritisiert – aber auch den Umstand, dass die Leute in aller Regel nicht erklären, warum sie einen Link, ein Meme oder ein Video posten. Stehen sie zu hundert Prozent hinter den fragwürdigen Inhalten, die sie weiterverbreiten? Haben sie nicht nachgedacht?

Wollten sie bloss provozieren? Oder Haben sie einzelne Aspekte entdeckt, die sie für diskussionswürdig erachten? Es ist schliesslich in der Tat so, dass mancher Unsinn, der im Netz verbreitet wird, diskutable Einzelaspekte enthält.

Heute geht es wiederum um einen Facebook-Beitrag. Mit einem entscheidenden Unterschied: „Noch ein paar solcher Posts, und ich bin raus bei Facebook“ weiterlesen

Ein Nachruf auf zwei Apps

Swarm ist nicht an, aber zumindest mit Corona gestorben. Noch dramatischer ist es bei Ifttt – die App hat Suizid begangen.

Der Leistungsauftrag von uns Journalisten und Bloggern, zumindest in der Tech-Sphäre, umfasst die Vorstellung neuer Dienstleistungen, Produkte und Apps. Aber wenn wir auf diese Weise quasi Geburtshilfe leisten – sollten wir dann nicht auch Nachrufe veröffentlichen?

In einem solchen Abgesang wäre zu erklären, was die Bedeutung des Gegenstands war. Es ginge in der Würdigung darum, warum wir ihn seinerzeit angeschafft und mit Aufmerksamkeit bedacht haben. Man müsste erklären, welchen Dienst er erbracht hat, ob man ihn vermissen wird – oder warum nicht.

Der eigentliche Punkt, den wir unserem Publikum vermitteln müssten, wäre aber folgender: Warum der Zeitpunkt für den Abgesang gekommen ist und wir ein Produkt dem Recyclinghof überantworten, unser Konto bei einem Webdienst löschen oder eine App vom Smartphone verbannen. Das ist vor allem interessant, wenn das nicht bloss aus subjektiven Gründen passiert, sondern Zeichen eines Trends ist – und viele ehemalige Nutzer bereit sind, das Objekt des Abgesangs zu verstossen.

Anhand von zwei Beispielen lässt sich das sicherlich verdeutlichen: „Ein Nachruf auf zwei Apps“ weiterlesen

Spotify fördert die Podcasts zu Tode

Aus dem freien Netz in die eigene App: Spotify setzt alles daran, Podcasts zu kommerzialisieren und zur dominanten Plattform zu werden. Das könnte das Ende einer Graswurzel-Bewegung bedeuten.

Beitragsbild: Tim Pritlove an der Konferenz «Das ist Netzpolitik!» von netzpolitik.org von Jason Krüger/Wikimedia, CC BY-SA 4.0

Darf man Tim Pritlove als den Übervater der deutschen Podcast-Landschaft bezeichnen? Ich bin mir sicher, dass er sich über diesen Titel lustig machen würde. Wohl zu Recht, weil mit ihm eine Verantwortung einhergehen würde, die ich mir auch nicht auf die Schultern würde laden wollen. Darum vielleicht «Podcast-Übervater ehrenhalber»?

Unbestritten ist, dass Pritlove, den ich seinerzeit kurz persönlich getroffen habe, nicht unschuldig daran ist, dass Podcasts im deutschsprachigen Raum nicht nur Fuss gefasst haben, sondern aus dem Medienmix nicht mehr wegzudenken sind. Das wäre sicherlich auch ohne ihn passiert – aber die hiesige Landschaft wäre ohne seinen Einfluss weniger lebendig und vielfältig.

Und keine Angst, das wird kein Nachruf, der Podcast-Übervater h.c. lebt noch. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob das für seinen Glauben an «sein» Medium noch gilt. Denn neulich gab es von ihm einen Tweet zu lesen, der einen niedergeschlagenen und betrübten Eindruck hinterliess: „Spotify fördert die Podcasts zu Tode“ weiterlesen

Mit Google schneller zu den Resultaten kommt

Google hat einen Hang zur Besserwisserei – und die Suche ist im Lauf der Zeit nicht besser, sondern deutlich schlechter geworden.

Google bastelt immer mal wieder am Layout, doch an der grundsätzlichen Funktionsweise hat sich in den letzten Jahren wenig verändert. Die grösste Neuerung der letzten Jahre war (falls mich meine Erinnerung nicht trügt) die Suchfilter-Leiste.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich kein grosser Fan dieser Leiste bin. Sie bleibt zwar dezent im Hintergrund, wenn man sie nicht braucht. Doch wenn man sie häufig verwendet, dann muss man sie immer erst einblenden. Es gibt keine (mir bekannte) Möglichkeit, sie dauerhaft anzeigen zu lassen.

Um die Leiste zum Vorschein zu bringen, braucht es einen Klick. Dann sieht man die Optionen, aber um eine auszuwählen, muss man noch zwei weitere Klicks leisten: Erst auf den Titel der Kategorie, dann auf den gewünschten Punkt. Und da die wie Menüs funktionieren, sieht man nicht alle Filter aufs Mal und muss sich daher nach jedem Klick erst neu orientieren. Ich bin kein Usability-Experte; aber ich halte das nicht für das Gelbe vom Ei.

Das ist nicht alles, was mich nervt. „Mit Google schneller zu den Resultaten kommt“ weiterlesen

Skype ist die benutzerunfreundlichste App auf diesem Planeten

Bin ich zu doof, um in Skype einen Gruppenanruf zu machen – oder liegt es vielleicht doch an Microsofts seltsamen Vorstellungen von Benutzerführung?

Also, dieser Beitrag hier ist leider unvermeidlich nach unserer Nerdfunk-Sendung vom 3. November. Die war technisch gesehen nicht das Gelbe vom Ei. Deswegen braucht es wohl so eine Art Selbstberatung, was die Nutzung von Internettelefonie-Apps angeht.

Die Idee war, das Digichris, Kevin und ich über die Wahlen in den USA sprechen. Wir wollten – und haben letztlich auch – darüber gesprochen, welches Fazit man nach vier Jahren Trump ziehen sollte und was seine Nutzung von Twitter für ein Gefühl hinterlässt. Und ein Thema war auch, welchen Präsidenten die Tech-Unternehmen wohl bevorzugen würden.

Das Problem war nun, dass ich es während der Livesendung nicht geschafft habe, einen Gruppen-Anruf mit meinen beiden Mitstreitern einzurichten. Wir haben abwechselnd gesprochen, was auch funktioniert hat, aber nicht unserer Absicht entsprochen hat.

Und ja: Ich stand auf dem Schlauch. Zu meiner (zumindest teilweisen) Entlastung darf ich allerdings ins Feld führen, dass diese Skype-App ein Unding ist. Die Benutzerführung ist eine mittlere Katastrophe.

Das werde ich gleich ausführen. Aber zuerst die Erklärung, wie man es schafft, am iPad einen Gruppenanruf durchzuführen: „Skype ist die benutzerunfreundlichste App auf diesem Planeten“ weiterlesen

Die tapferen Kämpfer gegen Zensur und Denkverbote

Mein Facebook-Freund Jürg hat einen Text von «Die Ostschweiz» geteilt. Sie behauptet, man dürfe das Coronavirus und die Influenza nicht im gleichen Atemzug nennen. Aber stimmt das?

Auf Facebook liest man oft die Behauptung, die freie Meinungsäusserung sei eingeschränkt – man könne auf Facebook «nicht mehr sagen, was man wolle». Auch von Zensur ist oft die Rede.

Das amüsiert und irritiert mich gleichermassen. Amüsant finde ich die Tatsache, dass die Leute komplett ignorieren, wie widersinnig ihre Behauptung ist. Wenn jemand sie zensurieren würde, dann würde er logischerweise auch den Zensurvorwurf unterbinden. Das müsste auf der Hand liegen.

Irritierend ist, dass die Leute nicht verstehen, was Zensur und Einschränkung der freien Meinungsäusserung bedeuten. Es bedeutet, dass der Staat gewisse Ansichten unterdrückt – wie es die Chinesen mit dem «goldenen Schild» tun. Soziale Netzwerke gibt es dort nicht oder nur in ausgedünnter Form.

Ein zentrales Element dieser Zensur ist die Gefahr, der sich Leute aussetzen, die die explizit oder implizit verbotenen Themen trotzdem ansprechen. Sie laufen Gefahr, im Gefängnis zu landen oder zu verschwinden. Deniz Yücel hat das erlebt und im «Fest & flauchig»-Podcast eindrücklich davon erzählt.

Halten wir fest: „Die tapferen Kämpfer gegen Zensur und Denkverbote“ weiterlesen

Die fiesen Tricks der Designer

Wir werden auf Schritt und Tritt verarscht: Im Web und in ihren Apps versuchen uns die Entwickler zu Dingen zu verleiten, die wir gar nicht tun wollen. Drei solcher «Dark Pattern», die mir in letzter Zeit begegnet sind.

Ein wahres Meme!

Neulich bin ich einem Meme begegnet, das ich nicht nur lustig, sondern auch sehr bezeichnend fand. Es ist nebenstehende Grafik, die die «kleinsten Dinge im Universum» aufzählt.

Links das Elektron, daneben das Quark. Und rechts, noch viel kleiner, der Knopf mit dem x, mit dem man eine mobile Werbung wieder schliesst.

Dieses Meme hat mir in Erinnerung gerufen, dass ich mich schon seit längerem mit den «Dark Pattern» beschäftigen wollte: Das sind Gestaltungstricks bei Benutzeroberflächen und in interaktiven Umgebungen, die den Anwender dazu bringen wollen, etwas zu tun, was er eigentlich gar nicht tun wollte: Zum Beispiel einen Newsletter abonnieren, eine unerwünschte Option aktivieren, persönliche Daten angeben oder  Geld ausgeben.

Die Unterbrecherwerbung in Apps ist ein gutes Beispiel für derlei Finten. „Die fiesen Tricks der Designer“ weiterlesen

Eine schonungslose Offenlegung, was an Mietsoftware verkehrt ist

Softwareabos bergen Risiken – und die habe ich hier zusammengetragen: Von den kleinen Alltagsproblemen bei der Nutzung bis hin zu den grundsätzlichen Gefahren, die sich nicht so leicht ausräumen lassen.

Am 13. Oktober, endet der Support für Office 2010. Ich nehme das zum Anlass, über Mietsoftware nachzudenken. Denn Office 2010 war die letzte klassische Kaufvariante. Es gibt die Kaufvarianten zwar bis heute. Doch schon der Nachfolger, Office 2013, war nur noch der Juniorpartner neben dem im Juni 2011 eingeführten Office 365, das die Verbandelung von Office mit Abo und der Cloud eingeleitet hat.

Also, Mietsoftware. Ich war nie ein Fan von diesem Konzept und ich bin es bis heute nicht. Aus zwei Gründen:

Erstens habe ich den Verdacht, dass der Vorteil für den Hersteller eines solchen Mietprogramms grösser ist als für uns Nutzer. Zugegeben: Wir erhalten ein kontinuierlich verbessertes Produkt. Doch weil wir nicht direkt und verbindlich gefragt werden, welche Neuerungen wir wünschen, bleibt es Glückssache, ob der Hersteller in seinen Updates Funktionen hinzufügt, die für uns Anwender tatsächlich einen Nutzen haben.

Umgekehrt ist das Mietmodell für den Hersteller unbestreitbar und in jedem Fall ein Vorteil: Er erhält eine regelmässige Abozahlung und statt uns Nutzern jede Updateversion neu schmackhaft machen zu müssen, fliesst das Geld ab dem Abo-Abschluss automatisch. „Eine schonungslose Offenlegung, was an Mietsoftware verkehrt ist“ weiterlesen