Tinder für Vampire

MeChat liefert das Prickeln eines verbindlichen Flirts, aber ohne die Gefahr abzublitzen: Die Rollenspiel-App könnte originell sein, wenn sie nicht krampfhaft versuchen würde, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Habe ich alle guten Apps durch? Ist alles besprochen, was besprochen gehört? Diese Befürchtung hat sich mir neulich aufgedrängt, als ich im Beitrag Software-Abos sind nur noch ein Ärgernis eine Rezension der grauenvollen BeSticky-App geschrieben habe.

Mit dem heutigen Blogpost könnte sich diese Angst noch verstärken. Denn die MeChat-App ist auf den ersten Blick sinnlos und nur darauf getrimmt, den Leuten via In-App-Käufe das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Allerdings finde ich, dass auch die App-Store-Auswüchse es wert sind, beleuchtet zu werden. Zumal diese App in der Hitparade der Rollenspiele auf Platz sieben steht. Und auch wenn ich nicht alles verstehen muss, was es unter Göttin weiter Sonne so alles gibt, so hat sie meine Neugierde geweckt.

Also: „Tinder für Vampire“ weiterlesen

Fünf Buchstaben für ein Halleluja

Sechs Alter­nativen und Aus­weich­mög­lich­kei­ten für passio­nierte Nutzer des «Wordle»-Buch­staben­rätsels. Plus ein Solver für den Fall, dass man nicht mehr weiter­weiss.

Wordle ist dieses Spiel, das alle in Atem hält, obwohl das Prinzip banal, die Grafik weniger originell als bei meinem Clickomania-Game von 1996 und das Belästigungspotenzial massiv ist – denn wegen der einfachen Möglichkeit, mit einer Partie in den sozialen Medien zu prahlen, tun das so viele Leute, dass die Restmenge jener Leute, die mit dem Wirbel nichts anfangen können, keine Wahl bleibt, als einen weiteren Hashtag stummzuschalten.

Ich gehöre zu denen, die das Spiel gelegentlich spielen und auch dem Hype eine positive Seite abgewinnen können: „Fünf Buchstaben für ein Halleluja“ weiterlesen

Drei Kniffelspiele mit einem gewissen Originalitätsfaktor

«Parking Jam 3D», «Rescue Hero: Pull the Pin» und «Water sort puzzle» sind drei Smartphone-Spiele, die einem nun nicht den Atem rauben, aber ganz patent sind, um einem zwischendurch die Zeit zu vertreiben.

Ihr wisst es: Ich stehe nicht auf Sportsimulationen, übe mich selten in Strategie oder Rollen, und mit Egoshootern kann man mich jagen. Den Plattformgames, auch Jump ’n’ Run genannt, kann ich ein bisschen etwas abgewinnen.

Ich widme mich zur Hauptsache den Denk- und Rätseltiteln – denn was bleibt mir auch anderes übrig, wenn ich mit Zeitdruck nicht umgehen kann, eine unterentwickelte Feinmotorik habe, auf grossen Feldern schnell den Überblick verliere und nicht sonderlich kompetitiv veranlagt bin?

Also, darum hier heute drei Tipps zu Rätselspielen, die für sich allein nicht genug für einen einzelnen Blogpost hergeben. Die Spielmechanik ist nämlich überaus simpel. Das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, sondern im Gegenteil perfekt für die Zwischendurch-Spiele, denen man sich fünf oder zehn Minuten am Stück widmen möchte. Also: „Drei Kniffelspiele mit einem gewissen Originalitätsfaktor“ weiterlesen

Zahlenspiele mit Microsoft

Für die Freunde des gepflegten Zahlenknobbelns hat Microsoft etwas Neues in der Hinterhand: Eine Sudoku-App, die zwar nicht alles Dagewesene in den Schatten stellt, aber ihren Zweck solide erfüllt.

Microsoft verfolgt nicht nur das Ziel, den Markt der PC-Betriebssysteme zu beherrschen und auch während der Zwanzigerjahre der dominierende Lieferant von Office-Software zu bleiben.

Die Grafik ist nun keine programiertechnische Meisterleistung, aber sie erfüllt den Zweck.

Nein, Microsoft hat noch weitreichendere Pläne. Der Konzern will auch den Markt mit den klassi­schen Zer­streuungs­spielen unter seine Kontrolle bringen. So zumindest inter­pretiere ich die Tat­sache, dass es neben der Solitär-Variante (Yesss!) und der kürzlich vor­gestell­ten Mahjong-App (Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert) nun auch eine Umsetzung jenes beliebten Zahlenrätsels gibt, das auf der Spielseite von keiner Zeitung fehlen darf, die etwas auf sich hält.

Es geht natürlich um Sudoku, jenem Logikpuzzle, mit dem man sich auch problemlos offline und mit Bleistift auf Papier vergnügen kann. Man braucht gar keine App für dieses Vergnügen – aber es ist nicht verkehrt, eine zu haben: Man hat einen unbegrenzten Vorrat an Partien, und kann sich ggf. vom Computer helfen lassen. „Zahlenspiele mit Microsoft“ weiterlesen

Weniger Kunst, mehr Spass

Bei Apple Arcade sind diverse neue Titel dazugekommen. Ich habe die Neuerungen handverlesen und die spannendsten herausgesucht.

Vor knapp einem Jahr habe ich dargelegt, was mir an Apple Arcade gefällt und was noch besser werden kann. Mein Hauptkritikpunkt lautete damals, dass mir das Angebot zu elitär sei: Apple kaprizierte sich auf die Spiele mit hohem künstlerischem Anspruch, vernachlässigte aber die simplen Titel für zwischendurch. Doch so toll die Vorzeigetitel auch sind: Es gibt auch ein Bedürfnis nach dem etwas weniger anspruchsvollen Zeitvertreib. Denn wir gehen auch nicht immer ins Fünfsternelokal zum Dinieren, sondern drücken und gelegentlich auch einfach mal ein Sandwich rein.

Apple ist offensichtlich zur selben Erkenntnis gelangt: Anfang April gab der Konzern die bislang grösste Erweiterung bekannt. 30 Titel kamen dazu, plus die zwei neuen Kategorien, die «zeitlose Klassiker» und «legendäre Spiele» heissen.

Keine Werbung, kein In-App-Nepp

Man kann sich natürlich fragen, wie sich die genau unterscheiden sollen, bzw. ob das nicht zweimal das Gleiche ist. Aber ich verstehe es so, dass unter den legendären Spielen Titel auftauchen, die im App-Store für Furore gesorgt haben und nun zum Abopreis, ohne Werbung und In-App-Käufe noch einmal neu aufgelegt werden. Das ist in der Tat ein starkes Argument für den Arcade-Dienst, für den man bekanntlich 6 Franken im Monat berappt.

Zu den legendären Spielen gehören folgende: „Weniger Kunst, mehr Spass“ weiterlesen

Zeitvertreib für Wortmenschen

«Words of Wonders» ist ein Scrabble-artiges Buchstabenrätsel, bei dem der Spieler aus einer Handvoll Buchstaben möglichst viele sinnvolle Wörter heraustüfteln muss.

Mit meiner Mutter spiele ich gelegentlich Scrabble. Und obwohl ich der Journalist der Familie bin, weiss sie mit ihren Buchstaben meist mehr anzufangen als ich. Das hat mit Training zu tun – denn wer oft scrabbelt, der hat für manche ungünstige Kombination aus seltsamen Konsonanten und raren Vokalen eine erfolgversprechende Strategie parat.

Vielleicht haben ihre regelmässigen Siege auch damit zu tun, dass mir Worte vor allem innerhalb eines Kontexts einfallen und nicht einfach so, nur anhand ihrer buchstäblichen Erscheinung. Das wiederum hat sicherlich damit zu tun, dass ich Journalist bin – denn das vordringliche Ziel meiner Berufsgattung ist es nicht, ansprechendes Schriftbild zu erzielen, sondern wichtige Inhalte auf die passende Weise zu transportieren. Das rede ich mir zumindest ein.

Als neulich jemand auf Twitter die App Words of Wonders (Wortkreuz) erwähnt hat, bin ich sogleich auf die angesprungen. Die scheint mir ideal für jemanden wie ich, der unbotmässige Scrabble-Lücken aufweist. Sie ist mit dem bekannten Worträtselspiel verwandt, eignet sich aber bestens fürs Solo-Spiel und dürfte bei regelmässiger Anwendung auch die Punktzahl beim Scrabbeln verbessern.

Ein paar Buchstaben – und was daraus wird

Das Spielprinzip ist einfach: „Zeitvertreib für Wortmenschen“ weiterlesen

Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert

Bei Microsoft bedeutet Innovation, Games aus der Steinzeit neu aufzulegen. Das ist nicht ganz so unsinnig, wie es klingt – zumindest, wenn man ein Flair für die Klassiker wie Mahjong hat, das es nun fürs iPhone und Android gibt.

Manche Menschen sind Neuem aufgeschlossen, andere nicht: Dieser Gegensatz gehört zu den beliebtesten Kategorien, mit denen man sich selbst und andere beschreibt. Und die meisten Menschen beziehen Selbstwertgefühl oder sogar Stolz aus der Tatsache, dass sie progressiv und nicht konservativ sind – oder umgekehrt.

Nun ist in mir der Verdacht gereift, dass diese Einteilung auf keinen Fall universell gilt – beziehungsweise nur in Ausnahmefällen. Es gibt, so denke ich, jene Leute, die Neuerungen in jedem Lebensbereich ablehnen. Aber umgekehrt sind auch progressive Naturen nicht in jeder Lebenslage progressiv. Sondern eben nur in manchen.

Vermutlich hilft ein Beispiel, diese These zu erläutern: „Microsoft hat seine alte Spielklötze neu poliert“ weiterlesen

Der Verkehrskollaps ist unvermeidlich

Das Spiel «Mini Motorways» weckt weniger den Ehrgeiz eines Strassenbauers – sondern zeigt vielmehr, dass der Club of Rome mit seiner Wachstumskritik völlig richtig lag.

Im Beitrag Ein Herz für U-Bahn-Bauer habe ich vor vier Jahren das Spiel «Mini Metro» vorgestellt. Bei dem geht es darum, ein leistungsfähiges U-Bahn-Netz aufzubauen. Während die Stadt wächst und die Pendlerströme zunehmen, muss das Streckennetz mithalten – sonst ereignet sich ein plötzlicher Verkehrskollaps, und man hat verloren.

Nun gibt es bei Apple Arcade, dem Abodienst für iPhone-Spiele, das Spiel Mini Motorways des gleichen Herstellers Dinosaur Polo Club (cooler Name, übrigens). Nicht nur der Name ähnelt dem Vorgänger; es handelt sich auch um die gleiche Spielidee – mit dem Unterschied, dass man keine Untergrundbahnen baut, sondern oberirdische Strassen.

Fragt sich natürlich: Ist die Begeisterung noch so gross wie damals? Ich gehöre bekanntlich nicht zu den Puristen, die finden, man dürfe eine Spielidee nicht rezyklieren. (Wie könnte ich auch; zumal ich selbst erst Clickomania und dann Clickomania Next Generation in die Welt gesetzt habe.) Man darf eine Idee neu auflegen – und sei es nur, um den Fans Abwechslung zu bieten.

Es gäbe Entwicklungspotenzial

Um das Fazit vorwegzunehmen: „Der Verkehrskollaps ist unvermeidlich“ weiterlesen

Ein Rennspiel für Rennspiel-Ignoranten

Ich kann noch nicht einmal mit «Mario Kart» etwas anfangen. Aber «Super Impossible Road» gefällt mir. (Und ja, das sagt etwas über mich aus.)

Super Impossible Road – das ist jenes Spiel aus Apple Arcade, das mir bislang am besten gefällt. Obwohl es so frustrierend anspruchsvoll ist, dass ich mich immer mal wieder gegen den Impuls wehren muss, es für seinen unanständig hohen Schwierigkeitsgrad mit der Deinstallation zu bestrafen.

Wie der Name andeutet, handelt es sich um ein Rennspiel. Die besagte unmögliche Strasse führt nicht durch schöne Landschaften, Berge und Täler, sondern windet sich um den Orbit von exotischen extraterrestrischen Planeten. Dort herrscht nur noch geringe Schwerkraft, sodass man auch einmal neben die Strasse fahren kann, ohne gleich wie ein Stein nach unten zu krachen. Man sinkt relativ langsam dem Planeten entgegen.

Und das ist der eigentliche Clou: „Ein Rennspiel für Rennspiel-Ignoranten“ weiterlesen

Was mir an Apple Arcade gefällt – und was noch besser werden kann

Der Abo­dienst für Spiele hält wun­der­schö­ne Titel bereit. Er ist aber etwas elitär – und be­müht, den mittels In-App-Käufen Kohle schef­feln­den Titeln nicht zu­sehr in die Quere zu kom­men.

Ich bin seit einiger Zeit dabei, Apple Arcade zu testen. Das ist Apples Abodienst für Spiele, der sicherlich auch als Antwort auf die Free-to-Play-Auswüchse zu verstehen ist. Denn das typische Gratis-Game aus dem App Store hat nur noch vordergründig den Zweck, den Spieler zu unterhalten. Der eigentliche Zweck ist, ihm mit allen Mitteln Kohle aus der Tasche zu locken.

Diese Motivation ist nicht zu übersehen bei den Endless-Runner-Titeln, die ich vor kurzem hier vorgestellt habe. Es ist unbestreitbar bei all den «Blast»-Varianten (Toon Blast, Angry Birds Blast). Und leider gilt es auch für «Homescapes» (Android/iPhone und iPad): Das könnte ein charmantes Casual Game sein, wenn es nicht offensichtlich wäre, dass die zwischendurch frustrierend schweren Level nur den Zweck haben, den Spieler dazu zu bringen, alle seine Powerups zu verballern, damit er hinterher für viel Geld neue kauft.

Auch «Homescapes» ist übrigens ein Vertreter des Match-3-Spielprinzips, das man auch von «Candy Crush Saga», «Toon Blast» und Konsorten und vielen anderen Vertretern kennt.

Keine Werbung und kein Free-to-Play-Nepp

Apple Arcade kostet 6 Franken im Monat. Dafür gibt es Zugang zu inzwischen mehr als hundert Spielen, die man ganz ohne Werbung und In-App-Käufe geniessen darf. Ich habe folgende Titel ausprobiert: „Was mir an Apple Arcade gefällt – und was noch besser werden kann“ weiterlesen