Fünf Buchstaben für ein Halleluja

Sechs Alter­nativen und Aus­weich­mög­lich­kei­ten für passio­nierte Nutzer des «Wordle»-Buch­staben­rätsels. Plus ein Solver für den Fall, dass man nicht mehr weiter­weiss.

Wordle ist dieses Spiel, das alle in Atem hält, obwohl das Prinzip banal, die Grafik weniger originell als bei meinem Clickomania-Game von 1996 und das Belästigungspotenzial massiv ist – denn wegen der einfachen Möglichkeit, mit einer Partie in den sozialen Medien zu prahlen, tun das so viele Leute, dass die Restmenge jener Leute, die mit dem Wirbel nichts anfangen können, keine Wahl bleibt, als einen weiteren Hashtag stummzuschalten.

Ich gehöre zu denen, die das Spiel gelegentlich spielen und auch dem Hype eine positive Seite abgewinnen können: Ich halte es für sympathisch, dass in dem Fall Einfachheit und Charme über technische Raffinesse und 3D-Grafik-Protzerei gesiegt haben. Ich mag es dem Erfinder Josh Wardle gönnen, dass er Anfang Woche der «New York Times» verkaufen konnte – das gibt mir die Gelegenheit, darüber zu bloggen, obwohl ich für den eigentlichen Hype schon zu spät dran bin.

Und das tue ich. Ich nehme die Gelegenheit wahr, einige Alternativen vorzustellen und auf gelungene Wortspiele hinzuweisen. Vorab der Hinweis, dass das Original uns erhalten bleiben wird, egal, was die «New York Times» damit anstellen wird: Denn «The Verge» verrät uns, dass man es weiterhin gratis wird verwenden können. Man braucht nur die Seite zu speichern. Die enthält den ganzen Code, sodass man es auch offline ausführen kann. Die Wörter, die abgefragt werden, sind in der Javascript-Datei main.js hinterlegt. Sodass es – nebenbei bemerkt – auch keine Kunst wäre, eine deutschsprachige Variante des Spiels anzufertigen.

«Word Guess» und «PuzzWord»

Diese Partie von «Word Guess» war eine harte Nuss.

Der App Store fürs iPhone hält mehrere Klone bereit, die exakt so funktionieren wie das Vorbild: Man trägt ein Wort mit fünf Buchstaben ein und bekommt über eine farbliche Markierung mitgeteilt, wie gut oder schlecht der Tipp ist. Buchstaben, die im Wort vorkommen, werden gelb markiert. Wenn sie auch an der richtigen Stelle im Wort stehen, erhalten sie eine grüne Markierung. Auf diese Weise sollte man sich mit wenigen Versuchen an die Lösung herantasten können. Zumindest, wenn man sich ausreichend gut ans englische Vokabular erinnert.

«Puzzword» funktioniert genauso wie «Wordle».

Die beiden Varianten Word Guess und Puzzword sind beide gratis und schenken sich nicht viel: Sie imitieren beide die Vorlage so getreulich, dass sie auch untereinander ähneln.

Wenn ich einer den Vorzug geben müsste, dann wäre es «Word Guess»: Die ist noch etwas eleganter geraten und bietet mehrere Spielmodi.

«Words of Wonders»

Bei, vielleicht?

Dieses Spiel erinnert an Scrabble. Man muss nicht nur ein Wort errätseln, sondern gleich mehrere, wobei man alle verfügbaren Buchstaben bereits zu Beginn zur Verfügung hat.

Dieses Spiel gibt es auch in Deutsch, was es deutlich einfacher macht. Ich habe es im Beitrag Zeitvertreib für Wortmenschen ausführlich vorgestellt.

«Crossword» von der «New York Times»

 

Das Kreuzworträtsel der «New York Times» ist nur bedingt Handy-Bildschirm-tauglich.

Das ist die Spiel-App der grossen US-Tageszeitung, die verschiedene Puzzles enthält. Es gibt das legendäre Kreuzworträtsel, das für Nicht-Muttersprachler vor grosse Herausforderungen stellt. Ausserdem ist ein Smartphone-Bildschirm nicht das optimale Medium für ein solches Spiel, das sowohl horizontal als auch vertikal eine gewisse Ausdehnung aufweist. Am Tablet ergibt diese App mehr Sinn.

In der «Crossword»-App findet sich auch das Minispiel «Spelling Bee», das wiederum das Vorbild für «Wordle» war, wenn man Wikipedia glauben darf. Es ist anzunehmen, dass auch Wordle im Original demnächst in dieser App auftauchen wird.

«Crossword» ist kostenlos, aber es gibt Game-Packs als In-App-Käufe, mit denen man weiterkommt, wenn man die kostenlosen Partien durchgespielt hat.

«Absurdle»

Diese Variante – unter qntm.org zu finden – sei «eine kontradiktorische Version» von Wordle, heisst es in der Beschreibung:

Absurdle versucht aktiv, Ihnen die Antwort nicht zu geben. Bei jeder Vermutung gibt Absurdle so wenig Informationen wie möglich preis und ändert das geheime Wort, wenn es nötig ist. (Na ja, sozusagen: hier ist eine ausführliche Erklärung.)

«Absurdle» führt einen absichtlicih in die Irre.

Liest man diese ausführliche Erklärung, erfährt man, dass Absurdle so tut, als würde es wie Wordle funktionieren, doch «in Wirklichkeit betrachtet es die gesamte Liste aller möglichen geheimen Wörter, die mit Ihren bisherigen Vermutungen übereinstimmen. Jedes Mal, wenn Sie raten, kürzt Absurdle seine interne Liste so wenig wie möglich und versucht, das Spiel absichtlich so lange wie möglich zu verlängern.»

Das, liebe Freunde, ist mir zu anstrengend.

Als DA capo: Der Worldle Helper

Falls ihr nicht weiterkommt, könnt ihr euch hier helfen lassen: Hier findet sich ein Solver, der anhand der eingegebenen Wörter Tipps abgibt.

Beitragsbild: Leere Buchstabenkästchen auffüllen, kann man inzwischen nicht nur auf Papier, sondern auch am Handybildschirm (Alexandra Lowenthal, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Ein Gedanke zu „Fünf Buchstaben für ein Halleluja“

  1. Ich finde an Wordle interessant, dass es einem zeigt, dass es einen Unterschied zwischen „Sprache können“ und „Sprache beherrschen“ gibt. Die englischen Begriffe errate ich fast nie, obwohl ich alle Wörter kenne, wenn ich danach die Lösung anschaue. Auf Deutsch hingegen ist es nicht immer einfach, aber eigentlich immer lösbar.

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