Was hilft, wenn das WLAN im Hotel nicht funktioniert

Fürs Wifi muss man sich in vielen Hotels über ein sogenanntes Captive Portal ins Internet einloggen. Doch was tun, wenn dieses Portal nicht funktioniert? Drei Tipps zur Problembehebung.

Über die Feiertage hatte ich das Vergnügen einer kleineren Ferienreise, die mit einem Verwandtschaftsbesuch und einem Hotelaufenthalt einherging. Das allein ist nicht sonderlich aussergewöhnlich – wenngleich in Zeiten der Pandemie auch nicht so normal wie sonst –, aber es sorgt für die Rahmenhandlung des Vorfalls, um den es im Folgenden gehen soll.

Die Unterkunft stellt Reisenden einige lebenswichtige Dinge zur Verfügung. Das ist, nebst dem Bett, dem Frühstück und dem Bad, natürlich die Internetverbindung. Letzteres ist sogar so elementar, dass ich im Zweifelsfall eher auf frische Laken verzichten würde, denn auf das WLAN.

Darum ist es umso ärgerlicher, wenn es dabei harzt. Das ist bei mir in letzter Zeit mehrfach passiert: Schuld war jeweils das sogenannte Captive Portal: Das ist jene Webseite, die nach der Verbindung aufgeht und einem einige Klicks abverlangt: Je nach Hotel muss man sich mit seiner Zimmernummer und einem Passwort registrieren oder aber einfach die Nutzungsbedingungen abnicken.

Kein Vorbeikommen am Captive Portal

In den Problemfällen, mit denen ich es zu tun hatte, blieb entweder die Website leer oder aber es erschien eine Fehlermeldung, die IP-Adresse stamme aus einem nicht zulässigen Bereich: Es bekam keine Nutzungsbestimmungen zu sehen und demzufolge kam die Internetverbindung auch nicht zustande.

Hier müsste man sich fürs Hotel-WLAN registrieren können.

Eine Klage bei der Rezeption führte zum Bescheid, ich sei der einzige Gast, bei dem dieses Problem auftrete und man könne gar nichts tun. Denn wie das heute so üblich ist, wurde die Versorgung der Zimmer mit Internet an irgendein Unternehmen ausgelagert, bei dem während der Feiertage niemand zu sprechen ist. Früher hätte der Hotelangestellte wenigstens den Router selbst neu starten können.

Ich war somit auf mich selbst gestellt. Die Information, ich sei der einzige Gast, bei dem das Problem auftreten würde, hatte aber einen gewissen Nutzen: Sie legte es nahe, dass eine Besonderheit bei meiner Handy-Konfiguration für das Problem verantwortlich ist. Und ja, meine Handy-Konfiguration ist etwas speziell.

Drei Tipps gegen WLAN-Probleme im Hotel (plus eine Bonus-Empfehlung)

Ich habe daher folgende Dinge probiert:

Erstens habe ich einen Neustart durchgeführt. Das ist nie verkehrt und hat bei Problemen mit einem Captive Portal auch schon geholfen. Im vorliegenden Fall war die Massnahme aber leider wirkungslos.

Zweitens habe ich das Privat-Relay abgeschaltet. Das ist eine neue Funktion zum Schutz der Privatsphäre; die Details beschreibe ich hier im Abschnitt «Nennt es nicht VPN!». Sie tarnt die IP-Adresse, was dazu führen könnte, dass es so aussieht, als ob das Captive Portal nicht über das Netzwerk des Hotels aufgerufen würde. Da zwischendurch eine entsprechende Meldung erschienen war, ist das eine naheliegende Vermutung.

Der Schalter zum Privat-Relay finden sich beim iPhone und iPad in den Einstellungen bei Apple-ID (das ist der Punkt ganz am Anfang der Liste mit dem Avatar-Bildchen) unter iCloud > Privat Relay (Beta). Beim Mac findet es sich in den Systemeinstellungen unter Apple-ID > iCloud > Privat-Relay.

Drittens habe ich NextDNS abgeschaltet. Diese Funktion blockiert Nachverfolgung und schützt die Privatsphäre; die Details finden sich im Beitrag Die Firewall für die ganze Familie. Es wäre nicht verwunderlich, wenn so ein Captive Portal mit allerhand Tracking-Mechanismen ausgestattet wäre und daher mit in Kombination mit einer solchen Software nicht mehr funktioniert.

Das hat geholfen

Das erfreuliche Fazit ist, dass sich so das Problem lösen liess: Die Login-Seite ist aufgetaucht und ich konnte das WLAN verwenden. Leider kann ich an dieser Stelle nicht eindeutig sagen, welche Massnahme geholfen hat – dafür bin ich zu wenig systematisch die Sache herangegangen. Die Verbindung hat hinterher sowohl mit eingeschaltetem Privat-Relay als auch mit NextDNS funktioniert.

Darum bleibt die Empfehlung, bei ähnlich gelagerten Schwierigkeiten auf Verdacht hin alle infrage kommenden Sicherheitsoptionen zu deaktivieren; insbesondere auch ein VPN.

Die schweren Geschütze auffahren

Schliesslich gibt es auch Leute, die einen eigenen Router oder Repeater mit ins Hotelzimmer schleppen. Der Router ist sinnvoll, wenn man ihn per Kabel anschliessen kann – dann kommt man um das Captive Portal und ähnliche Gängelungsmethoden gänzlich herum. Der Repeater verteilt einen kostenpflichtigen Zugang auf mehr Geräte, als es offiziell vorgesehen wäre – Probleme könnte es aber dabei geben, an diesem Gerät die Login-Daten einzutragen. Ich habe es nicht ausprobiert, aber für den Fall könnte der Beitrag Raspberry Pi als WLAN Repeater einrichten hier eine interessante Lösung darstellen.

Es gibt hier im Blog weitergehende Tipps zu WLAN- und Internet-Problemen:

Beitragsbild: Wie man als Weltenbummler weiss, ist das mobile Internet selten so üppig wie die Hotellobby (Kelly L, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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