Skype ist die benutzerunfreundlichste App auf diesem Planeten

Bin ich zu doof, um in Skype einen Gruppenanruf zu machen – oder liegt es vielleicht doch an Microsofts seltsamen Vorstellungen von Benutzerführung?

Also, dieser Beitrag hier ist leider unvermeidlich nach unserer Nerdfunk-Sendung vom 3. November. Die war technisch gesehen nicht das Gelbe vom Ei. Deswegen braucht es wohl so eine Art Selbstberatung, was die Nutzung von Internettelefonie-Apps angeht.

Die Idee war, das Digichris, Kevin und ich über die Wahlen in den USA sprechen. Wir wollten – und haben letztlich auch – darüber gesprochen, welches Fazit man nach vier Jahren Trump ziehen sollte und was seine Nutzung von Twitter für ein Gefühl hinterlässt. Und ein Thema war auch, welchen Präsidenten die Tech-Unternehmen wohl bevorzugen würden.

Das Problem war nun, dass ich es während der Livesendung nicht geschafft habe, einen Gruppen-Anruf mit meinen beiden Mitstreitern einzurichten. Wir haben abwechselnd gesprochen, was auch funktioniert hat, aber nicht unserer Absicht entsprochen hat.

Und ja: Ich stand auf dem Schlauch. Zu meiner (zumindest teilweisen) Entlastung darf ich allerdings ins Feld führen, dass diese Skype-App ein Unding ist. Die Benutzerführung ist eine mittlere Katastrophe.

Das werde ich gleich ausführen. Aber zuerst die Erklärung, wie man es schafft, am iPad einen Gruppenanruf durchzuführen: „Skype ist die benutzerunfreundlichste App auf diesem Planeten“ weiterlesen

Ein kurzer Tipp zu einem mässig lästigen iPhone-Problem

Manche Links öffnen iOS und iPad OS ungefragt in einer App statt im Browser. Warum das so ist – und was man dagegen tun kann.

Der heutige Tipp hängt mit einem Ding zusammen, das man meines Wissens universelle Links nennt. Apple hat sie mit iOS 9 eingeführt, und sie sind eine im Grunde geniale Angelegenheit. Sie verknüpfen das Web mit der passenden App.

Ein Beispiel: Hier an dieser Stelle gibt es einen Link auf meinen Twitter-Account @MrClicko. Wenn er am iPhone von einem Nutzer angetippt wird, der die Twitter-App installiert hat, wechselt iOS zur Twitter-App und öffnet dort den passenden Inhalt. Wenn die App auf dem Gerät nicht vorhanden ist, erscheint er hingegen in Safari (bzw. ab iOS 14 im Standardbrowser).

Sehr schön lässt sich das auch bei Wikipedia beobachten: Links zu einem Eintrag im Online-Lexikon werden in der Wikipedia-App geöffnet, falls die installiert ist. Falls nicht, erscheint die normale, mobile Website.

Das ist in den meisten Fällen sinnvoll. Doch eben nicht immer. Es kommt vor, dass man einen Inhalt lieber im Browser als in der App konsumieren möchte. „Ein kurzer Tipp zu einem mässig lästigen iPhone-Problem“ weiterlesen

Eine schonungslose Offenlegung, was an Mietsoftware verkehrt ist

Softwareabos bergen Risiken – und die habe ich hier zusammengetragen: Von den kleinen Alltagsproblemen bei der Nutzung bis hin zu den grundsätzlichen Gefahren, die sich nicht so leicht ausräumen lassen.

Am 13. Oktober, endet der Support für Office 2010. Ich nehme das zum Anlass, über Mietsoftware nachzudenken. Denn Office 2010 war die letzte klassische Kaufvariante. Es gibt die Kaufvarianten zwar bis heute. Doch schon der Nachfolger, Office 2013, war nur noch der Juniorpartner neben dem im Juni 2011 eingeführten Office 365, das die Verbandelung von Office mit Abo und der Cloud eingeleitet hat.

Also, Mietsoftware. Ich war nie ein Fan von diesem Konzept und ich bin es bis heute nicht. Aus zwei Gründen:

Erstens habe ich den Verdacht, dass der Vorteil für den Hersteller eines solchen Mietprogramms grösser ist als für uns Nutzer. Zugegeben: Wir erhalten ein kontinuierlich verbessertes Produkt. Doch weil wir nicht direkt und verbindlich gefragt werden, welche Neuerungen wir wünschen, bleibt es Glückssache, ob der Hersteller in seinen Updates Funktionen hinzufügt, die für uns Anwender tatsächlich einen Nutzen haben.

Umgekehrt ist das Mietmodell für den Hersteller unbestreitbar und in jedem Fall ein Vorteil: Er erhält eine regelmässige Abozahlung und statt uns Nutzern jede Updateversion neu schmackhaft machen zu müssen, fliesst das Geld ab dem Abo-Abschluss automatisch. „Eine schonungslose Offenlegung, was an Mietsoftware verkehrt ist“ weiterlesen

Ein einfacher Reparaturtrick für Mac OS

Bei Problemen mit dem Mac lässt sich mit der hier beschriebenen Methode ganz einfach eine Reparaturinstallation ausführen.

Neulich hat mein Mac stolz verkündet, es gebe Updates für diverse Programme, unter anderem für Final Cut Pro und Motion. Als ich die installieren wollte, wurde mir das mit dem Hinweis verweigert, diese Updates würden Mac OS 10.15.6 voraussetzen. Im Über diesen Mac-Infofenster (🍎-Menü) war dann ersichtlich, dass mein Mac noch immer bei Version 10.15.0 festhing.

Es hat mich einige Minuten Zeit gekostet, um herauszufinden, weswegen das so war. Normalerweise führe ich System-Updates gewissenhaft und zeitnah aus. (Schliesslich muss ich als Computerjournalist mit gutem Beispiel vorangehen.)

Als Grund für die Updateblockade entpuppte sich die Betaversion von Catalina, die ich seinerzeit installiert hatte und die schon am Anfang nicht über alle Zweifel erhaben gewesen war (siehe Catalina ist eine Zicke). Für diese Beta-Installation gab es keine weiteren Updates mehr – und zwar ohne, dass es irgendwelche Andeutungen des Betriebssystems gegeben hätte.

Das ist nicht sinnvoll. „Ein einfacher Reparaturtrick für Mac OS“ weiterlesen

Zwei sagenhaft lästige iPhone-Kopfhörer-Probleme

Ich bin häufig verwirrt, wo beim iPhone welcher Ton rauskommt. Man denkt, das sei tubelisicher und selbsterklärend. Aber wie zwei Beispiele zeigen, sind bei diesem Problem selbst die weltbesten Softwareingenieure überfordert.

Es geht hier um zwei wirklich lästige Audio-Probleme am iPhone. Das ist das erste:

Ich höre mir am iPhone mittels Kopfhörer irgend etwas an. Nun signalisiert ein Klingeln in den Ohrstöpseln einen eingehenden Anruf und ich nehme ab. Der Anrufer spricht nun nicht über die Kopfhörer zu mir, sondern wäre über den Lautsprecher des Telefons zu hören. Ich muss also das Telefon aus der Tasche fummeln, einen Ohrstöpsel entfernen und mich dafür entschuldigen, dass das so lange gedauert hat.

Das ist unlogisch und auch unglaublich nervig.

Diese Option bringt den Anrufer ohne Umweg in die Kopfhörer.

Nach längerer Suche habe ich in den Einstellungen bei Bedienungshilfen unter Tippen die Option Anrufaudioausgabe gefunden (Assessibility > Touch > Call Audio Routing). Hier gibt es die Auswahl Automatisch, die standardmässig eingeschaltet ist, sowie Bluetooth-Headset und Lautsprecher.

Ich habe hier auf Bluetooth-Headset umgeschaltet, was ersten Tests zufolge funktionieren sollte: Anrufe sind über die Kopfhörer zu hören. Wenn kein Bluetooth-Audiogerät verbunden ist, dann wird auch mit dieser Option der Lautsprecher verwendet – und man muss nicht etwa erst in wilder Eile Kopfhörer auftreiben.

Völlig verdattert war ich, als ich neulich einen Anruf über die Apple Watch angenommen habe: „Zwei sagenhaft lästige iPhone-Kopfhörer-Probleme“ weiterlesen

So flickt man kaputte Smartphone-Apps

Vier Massnahmen, wie Abstürze und Hänger bei iPhone-, iPad- und Android-Apps behoben werden. Plus zwei Vorschläge zuhanden von Apple.

In der letzten Zeit habe ich einige Mails bekommen, bei denen die Leute sich mit nicht korrekt funktionierenden Apps herumgeschlagen haben. Eine gute Gelegenheit für ein klassisches Fehlerbehebungs-Video. Denn mir ist neulich auch mal der Hut hochgegangen, nachdem ich die tägliche Herausforderung in der Solitaire Collection von Microsoft nicht in Angriff nehmen konnte, weil die  App sich beim Klick auf die Rubrik sogleich verabschiedet hat, ohne auch nur Tschüss zu sagen.

Nun sind beim iPhone und iPad die Möglichkeiten der Fehlerbehebung beschränkt. Weil das System sich vor direkten Nutzereingriffen abschottet, kann man vieles nicht tun, was bei Windows zum Standard-Repertoire der Selbsthilfe gehört: Man kann keine Selbststarter abschalten, Dienste deaktivieren, Caches löschen, nach Schadsoftware und Greyware suchen, Treiber deinstallieren, im sicheren Modus aufstarten, eine Reparaturinstallation vornehmen, Konfigurationsdateien löschen oder von Hand bearbeiten, ein Programm mit Admin-Rechten starten …

… oder was man sonst noch so tun könnte. Das ist eine gute und gleichzeitig eine schlechte Nachricht. „So flickt man kaputte Smartphone-Apps“ weiterlesen

Muss ich jetzt wirklich noch Jassen lernen?

Die Jassrunde, das Hauskonzert, der Sport. Die Anliegen des Publikums während des Lockdowns.

Im Beitrag #StayTheFuckHome – und trotzdem reisst der Kontakt nicht ab habe ich Tipps zur Kommunikation während des Lockdowns gesammelt. Wie nicht anders zu erwarten war, hat das diverse Fragen nach sich gezogen. Diese Fragen – zumindest jene von allgemeinem Interesse – greife ich in einem zweiten Video auf und versuche, möglichst nützliche Antworten zu liefern.

Das fällt mir nicht in jedem Fall leicht. Denn justament bei jenem Anliegen, das ich mit Abstand am häufigsten gehört habe, muss ich passen. Es geht um einen Bereich, in dem ich so unbewandert bin, dass man mich eigentlich ausbürgern müsste. Es geht nämlich ums Jassen. Das gilt als das Schweizer Nationalspiel und wird mit Karten gespielt – viel mehr weiss ich aber auch nicht darüber.

Doch was tut ein Journalist, wenn er über ein Thema nichts weiss? Genau, er recherchiert. Und so bin ich in der Tat auf Möglichkeiten gestossen, wie man seinen Jass-Abend in den virtuellen Raum verlagern kann. Es gibt sogar mehrere Möglichkeiten: „Muss ich jetzt wirklich noch Jassen lernen?“ weiterlesen

So donnert das Mail!

Nach meiner ausführlichen Aktion mit dem Test von vier Mailprogrammen (Mailbird, Em Client, Mailspring und The Bat!) bin ich zum Schluss gekommen, dass die naheliegende Alternative zum Handkuss kommt: Mozilla Thunderbird.

Das ist leider überhaupt nicht originell. Aber manchmal bringt es nichts, auf Teufel komm raus originell sein zu wollen. Denn auch die Schwarmintelligenz sagt, dass Thunderbird die beste Wahl ist. Bei Alternativeto.net hat Mozillas Mailprogramm mit Abstand die meisten Likes (1912).

Beim Wechsel des Mailprogramms stellt sich üblicherweise ein Problem. Nämlich das der Datenübernahme. Es gibt zwar gewisse Standards für die Mailablage (Mbox, Maildir bzw. Eml). Aber typischerweise betreibt jedes Programm seinen proprietären Wildwuchs. Man kann auf eine Import- oder Exportfunktion hoffen oder ein Übersetzungsprogramm nutzen (ich empfehle jeweils Mailstore, siehe Vier Tricks fürs altehrwürdige E-Mail). „So donnert das Mail!“ weiterlesen

Zwei Sturköpfe zur Zusammenarbeit zwingen

Die Sturköpfe sind die iCloud von Apple und das Windows-Betriebssystem von Microsoft.

Es kommt gelegentlich vor, dass ich von Familienmitgliedern, Kollegen und Bekannten in Computerthemen um Rat gefragt werde. Das ist mir unlängst wieder einmal passiert. Jemand aus meiner Familie – zum Schutz der Privatsphäre werden hier keine näheren Angaben zu dieser Person gemacht – hat mich um Rat gefragt.

Der Auslöser war ein Computer, der so langsam endgültig den Geist aufgibt. Es handelt sich dabei zufälligerweise um den Vorgänger meines aktuellen Windows-PCs, der inzwischen mindestens zwölf Jahre auf dem Buckel haben dürfte. Ich habe somit geholfen, ein Notebook in der passenden Preiskategorie auszusuchen und das in Betrieb zu nehmen.

Nun war das fragliche Familienmitglied neulich bei mir zu Hause, weil noch ein paar Dinge noch nicht so funktioniert haben, wie sie sollten. „Zwei Sturköpfe zur Zusammenarbeit zwingen“ weiterlesen

Wenn dein Arbeitgeber dein iPhone löschen will

Neulich habe ich von einem Bekannten folgende Anfrage erhalten:

Für mein Google-Geschäftskonto auf meinem Handy ist eine Anmeldung und die Installation eines mir unbekannten Sicherheitsprogramms nötig. Beim Installieren poppt folgende Warnung auf. Ist das normal? Soll ich das tatsächlich tun?

Die Warnung macht klar, dass mit «Sicherheitsprogramm» ein Profil bzw. ein Zertifikat gemeint ist, das die entfernte Verwaltung des Telefons möglich macht. Die Beschreibung zum Zertifikat lautet wie folgt:

Der Administrator kann auf deinem iPhone persönliche Daten sammeln, Accounts und Beschränkungen hinzufügen und entfernen, Apps installieren, verwalten und auflisten sowie Daten fernlöschen.

Man spricht in dem Zusammenhang auch von Mobile-Device-Management: Der Administrator im Unternehmen kann geschäftliche Smartphones aus der Ferne verwalten. Und zwar mit ziemlich weitreichenden Folgen: Der Admin darf Sicherheitsrichtlinien durchsetzen und Geräte so abschotten, dass Geschäftsdaten ausreichend sicher sind. „Wenn dein Arbeitgeber dein iPhone löschen will“ weiterlesen