Wie Youtube von Verschwörungstheoretikern ausgetrickst wird

Inakzeptable Videos können bei Youtube gemeldet werden. Nur dumm: Manche Urheber rechnen von vornherein damit, dass ihre Machwerke gelöscht werden und haben eine Gegenstrategie.

Beitragsbild: Entschuldige, aber du hast da eine Videoplattform vor dem Kopf (Rachit Tank, Unsplash-Lizenz).

Was tun, wenn einem ein Video wirklich gegen den Strich geht? Ich habe neulich über im Beitrag So radikalisieren sich die Verschwörungstheoretiker über einen solchen Fall geschrieben. Und mich gefragt: Muss man so ein Video wirklich tolerieren?

Vermutlich muss man, wenn jemand das Video auf seiner eigenen Website platziert. Allerdings richtet es auch weniger Schaden an als auf einer grossen Videoplattform wie Youtube. Dort ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Leute darauf stossen, die nicht explizit danach gesucht haben.

Denn wie ich von meiner eigenen Statistik weiss, ist der Vorschlagsalgorithmus von Youtube ein potenter Publikumslieferant: 46 Prozent der Zuschauer werden über die Funktionen zur Auswahl von Inhalten angeliefert. Das klingt etwas kryptisch. Youtube sagt, dahinter würden die «Zu­grif­fe über die Start­sei­te/den Start­bild­schirm, den Abo­feed und son­sti­ge Funk­tio­nen zur Aus­wahl von In­hal­ten» stecken. 13,8 Prozent der Klicks kommen über die Videovorschläge.

Man kann davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte der Zuschauer durch die Plattform vermittelt wurden. „Wie Youtube von Verschwörungstheoretikern ausgetrickst wird“ weiterlesen

Musiker und der Schlagzeuger bitte auf die Bühne

Jetzt ist die Zeit, den Drummer in uns zu wecken (möglichst mit einem lauten Wirbel): Die Zenbeats-App gibt es im Moment mit vielen kostenlosen Dreingaben.

Immer mal wieder stelle ich hier in meinem Blog Apps aus Bereichen vor, von denen ich keine Ahnung habe. Und juhuu!, heute ist es wieder so weit.

Es geht um Zenbeats von Roland. Das ist ein Drum-Computer in App-Form. Es gibt ihn fürs iPhone und iPad, für Android, den Mac und Windows.

Zu diesem Drum-Computer in App-Form macht Roland derzeit ein interessantes Angebot. Die App selbst ist (wie immer) kostenlos. Darüber hinaus bekommt man im Moment auch jede Menge jener Ressourcen gratis, mit denen man seine musikalischen Kreationen füttert. Denn im Moment hätten wir alle ja genügend Zeit, uns kreativ auszutoben, heisst es im Mail.

Natürlich sind diese «Wir helfen dir durch die Corona-Zeit»-Angebote nie selbstlos, sondern immer auch Marketing in eigener Sache. Aber das ist okay, finde ich. Niemand erwartet, dass wegen des Virus gleich der Kapitalismus abgeschafft wird.

Also, laut Roland umfasst das derzeit kostenlose Angebot die folgenden Dinge: „Musiker und der Schlagzeuger bitte auf die Bühne“ weiterlesen

Like, Unschuld, Infiltration

Diese Linksammlung ist seit längerer Zeit überfällig – und darum geradezu unanständig lang geworden.

Es ist schon ewig her seit der letzten Übersicht meiner gesammelten Werke. Früher habe ich die Liste immer bei Erscheinen einer neuen Publisher-Ausgabe zusammengestellt. Doch diese Ära ist nun auch schon seit mehr als einem Jahr zu Ende – und mir fehlt noch der neue Taktgeber. Darum hier, rein willkürlich terminiert, die ellenlange Liste (Entschuldigung), was seit dem dritten Dezember 2019 (!) geschah: „Like, Unschuld, Infiltration“ weiterlesen

Eine Übersicht aller Folgen der «digitalen Patentrezepte»

Mehr als zweihundert nützliche Videos auf Abruf: In der Liste mit allen Folgen meiner Videoserie «Digitale Patentrezepte».

Bei der Tamedia haben wir ein schönes neues Content Management System (CMS) bekommen. Das erlaubt es, Zeitung, Websites und Apps aus einer Hand zu bespielen. Es heisst darum Unity – und es ist eine echte Freude: Man arbeitet damit schneller, komfortabler und zeitgemäss.

Das CMS wurde vielerorts unterschätzt. Die Ansicht herrschte vor, dass es sich «nur» um ein technisches Instrument handelt. Das kann praktischer oder weniger praktisch sein. Doch was am Ende herauskommt, hängt von den Menschen und deren Kreativität ab. „Eine Übersicht aller Folgen der «digitalen Patentrezepte»“ weiterlesen

Jetzt oder nie in die Podcast-Welt abtauchen

Wenn wir alle dieser Tage in unseren Wohnungen hocken, ermöglichen uns Podcasts mentale Ausbuchsversuche.

Mit der Themenfindung ist es so eine Sache: Manchmal fallen einem die spannenden Themen in den Schoss. Oft muss man um sie ringen. Und manchmal bleiben die Selbstzweifel bis am Schluss.

Bei diesem Video war es so. Es geht um den Lockdown, den Stillstand des normalen Lebens. Er beschäftigt uns alle – wie könnte er auch nicht! Und er verwandelt die normalen Themen, um die es in der digitalen Welt oft geht, in banale Nebensächlichkeiten.

Darum drängt sich ein Patentrezept-Video auf. Doch gleichzeitig ist die Fallhöhe enorm: Banale Empfehlungen, auf die jeder selbst gekommen wäre, sind eine Zeitverschwendung fürs Publikum. Wenn man den Ton nicht trifft, dann ist einem Ablehnung gewiss: Eine saloppe Schreibe verbietet sich ebenso wie Dramaqueen-Allüren. Jegliche Anflüge von Clickbaiting muss man sich unbedingt verkneifen. Und auch der routinierte Alltagston verbietet sich – denn wenn man so klingt, als ob man die Sache nicht ernst nehmen würde, ist das auch mehr als kontraproduktiv.

Knifflig ist auch, dass ich die Videos mit etwas Vorlauf produziere: „Jetzt oder nie in die Podcast-Welt abtauchen“ weiterlesen

Diese Türken! Dieser Türkentrank!

Über die Wunderwirkung von Kaffee – und meine eigene, 75’000 Stunden andauernde Abstinenz von dieser Wahnsinnsdroge.

Ich bin nun 8½ Jahre Kaffee-abstinent. Zugegebenermassen: Das ist eine zu krumme Zahl, als dass eine grosse Jubiläumsfeier angesagt wäre. Im August 2021 wird es so weit sein, dass ich auf eine Dekade ohne die aufgebrühten Bohnen werde anstossen können. Das werde ich selbstverständlich mit einem alkoholischen Getränk tun – ich bin schliesslich kein Puritaner.

Dieser Blogpost hier kommt jedenfalls anderthalb Jahre zu früh. Bis zu meiner Überprüfung jetzt gerade war ich der festen Überzeugung, der Jahrestag sei in Reichweite. Diese Fehleinschätzung lässt sich wahrscheinlich mit Koffeinmangel erklären. Oder aber mit meinem grundsätzlichen Unvermögen, Zeitabstände richtig einzuschätzen. „Diese Türken! Dieser Türkentrank!“ weiterlesen

Die Lücken im Stadtbild – und was zu tun wäre

Mein Blogpost zum Lädelisterben hat für Reaktionen gesorgt – die Diskussion geht weiter.

Die kleinen Läden in unseren Innenstädten haben es schwer. Sie kämpfen gegen die grossen Online-Händler, gegen den Einkaufstourismus und gegen die veränderten Shopping-Gewohnheiten. Das führt zum Lädelisterbe 2.0, über das ich vor kurzem hier im Blog berichtet habe.

Weil es daraufhin einige Reaktionen gab, komme ich darauf zurück. Denn es gibt noch einiges zu diskutieren.

Boris Nienke – den ich seit Urzeiten aus dem Happy-Shooting-Podcast kenne und der zusammen mit seinem Kompagnon Chris Marquardt am 31. November 2007 bei mir im Digitalk-Podcast zu Gast war – hat mich auf Twitter angesprochen und mich auf seine Blogposts zum Thema angesprochen: „Die Lücken im Stadtbild – und was zu tun wäre“ weiterlesen

Lädelisterbe 2.0

Als die grossen Einkaufszentren aufkamen, machte das Wort vom Lädelisterbe die Runde. Die Grossverteiler waren schuld am Verschwinden der kleinen Ladenlokale, der Tante-Emma-Läden, kleinen Bäckereien, Metzgereien und Schuhläden; von kleingewerblich geführten Betrieben. Das muss in den 1980er-Jahren gewesen sein; ich erinnere mich an die damaligen Schlagzeilen und medialen Diskussionen.

Das Wort ist wieder da. Und das Phänomen erst recht. Vor drei Jahren haben wir uns im Radio Gedanken dazu gemacht, jetzt ist es nicht mehr zu übersehen:

In der Innenstadt meines Wohnorts, Winterthur, hat es inzwischen so viele leere Ladenlokale, dass der Wandel einem richtiggehend ins Auge springt. Natürlich gab es auch früher Mieterwechsel. Doch inzwischen scheint es zunehmend schwierig, einen Nachmieter zu finden. Beispiel Obergasse 20 hier in Winterthur. „Lädelisterbe 2.0“ weiterlesen

Omfg

Heute vor genau zwanzig Jahren ist der Artikel «Geschäftstüchtiges Windows» im Tagesanzeiger erschienen. Es ging um Windows 2000, das mit einer ganzen Latte von Neuerungen aufwarten konnte: NTFS5, Active directory, der Computerverwaltung, dynamischen Datenträgern, Windows File Protection. Und eine Integration des Internet Explorers wie bei Windows 98, die den Nutzern noch viel Kummer bereiten würde.

Und das war das Fazit:

Viele vor allem ältere Rechner dürften den Systemanforderungen nicht gewachsen sein, was Speicher- und PC-Herstellern ein willkommenes Zusatzgeschäft bescheren wird. Und nicht zuletzt beim Preis von rund 600 Franken für eine Vollversion zeigt sich Windows 2000 als High-End-Betriebssystem.

Für den Einsatz im Büro, für Power-User und anspruchsvolle Heimanwender ist Microsofts Jüngstes dagegen interessant – wenigstens für diejenigen, die mit ihrem aktuellen Betriebssystem unzufrieden sind. Ohne dem Marktdruck nachzugeben, hat Microsoft sich viel Zeit fürs die neue Version gelassen. Das hat sich gelohnt: Windows 2000 ist ein Produkt, das nicht erst mit der «Second Edition» Alltagstauglichkeit erlangt.

Warum ich das hier schreibe? „Omfg“ weiterlesen

Deutschland, ich komme!

Nach meinem Projekt 2020 hier, ist mir, als ich neulich in der Badewanne lag, noch eine Idee gekommen. Und ich habe noch vor Ort die passende Domain registriert.

Auslöser war meine Beobachtung, dass dieses Blog hier jeden Tag ungefähr ähnlich viele Besucher aus der Schweiz und aus Deutschland hat. Das hat mich zum Grübeln gebracht: Warum sind es nicht viel mehr?

Gemäss dieser Tabelle des Bundesamts für Statistik gibt es in der Schweiz 5’193’954 potenzielle Leserinnen und Leser – nämlich alljene, die Deutsch sprechen. In Deutschland beträgt die Bevölkerung nach Angabe des statistischen Bundesamts 83,1 Millionen. Und auch wenn nicht jeder davon deutsch so gut versteht, wie es gewisse Parteien gerne hätten,  so sind es doch ungefähr 16-mal mehr Leute.

Das bedeutet, dass die Zahl der Besucher aus Deutschland mindestens zehnmal so gross sein müsste, wie die der Schweizer. Denn es gibt in meinem Blog kaum Inhalte, die sich speziell an Einheimische richten. Im Gegenteil: Die Tech-Welt ist weitgehend globalisiert. „Deutschland, ich komme!“ weiterlesen