Einmal alles zum Mitnehmen, bitte

Die Wordpress-Erweiterung WP RSS Aggregator zieht Inhalte von mehreren Quellen zusammen und zeigt sie, laufend aktualisiert, auf einer Website an – und zwar ohne, dass der Nutzer selbst einen RSS-Reader nutzen müsste. Ich schildere konkrete Anwendungsfälle.

Seit Juni 2012 gibt es in der Rubrik Werkschau und Linkstau eine Übersicht meiner neuen Artikel und Podcast, die ich in (mehr oder weniger) regelmässigen Abständen von Hand zusammenstelle.

Es gibt zwei Probleme mit dieser Übersicht: Erstens muss ich sie von Hand zusammenstellen. Und zweitens ist sie immer nur dann aktuell, wenn ich das gerade getan habe. Schon eine Woche später fehlen die allerneuesten Beiträge – also typischerweise jene, die gerade am meisten interessieren.

Ich habe mir darum überlegt, wie sich dieses Problem beheben liesse. Es bestand bis anhin in den unterschiedlichen Quellen. Da es nicht auf allen Websites einen passenden RSS-Feed gibt, kann ich die nicht automatisch zusammenziehen und in einem konsolidierten Liste anbieten, so wie es mir vorschweben würde.

Doch zum Glück gibt es dafür seit einigen Wochen eine Lösung: „Einmal alles zum Mitnehmen, bitte“ weiterlesen

Das perfektionistische Ende eines überambitionierten Projekts

So toll es ist, Anwender zu sein – der richtige Spass geht los, wenn man selbst Hand anlegt, Code schreibt und sich seine Web­site zurecht­biegt. Allerdings droht die Gefahr, dass man vor lauter Eupho­rie die Ver­häl­tnis­mäs­sig­keit aus den Augen verliert.

Dank meines Projekts 2020 hatte ich Gelegenheit, noch etwas mehr an WordPress herumzubasteln. Bei diesem Projekt ging es darum, meine seit dreissig Jahren gepflegte Artikeldatenbank ins Web zu bringen.

Nachdem ich verschiedene Wege ausprobiert habe, bin ich bei WordPress gelandet. Ich habe den Import via CSV vorgenommen, anschliessend die Suchmöglichkeiten meinen Bedürfnissen angepasst und Hand an das Theme gelegt, dass die zusätzlichen Datenbankfelder angezeigt werden.

Das Resultat kann sich sehen lassen; es ist unter archiv.matthiasschuessler.ch zu finden.

Nachdem die hauptsächliche Arbeit erledigt war, hatte ich das Vergnügen, mich um einige Details zu kümmern. Zu diesen Details gehören folgende Dinge: „Das perfektionistische Ende eines überambitionierten Projekts“ weiterlesen

Den Browser entlasten

Immer mehr Reiter, eine stets wachsende Sammlung an angehefteten Websites und immer weniger Überblick: da musste etwas passieren. Darum habe ich einige Aufgaben von Firefox an Windows-Apps ausgelagert.

Der Browser ist in den letzten Jahren immer mehr ins Zentrum meiner Arbeit gerückt. Der grösste Teil meiner Berufs besteht auf Recherche und Schreibarbeit; und beides verrichte ich in Firefox. Informationen sammle ich, wenn nicht in der direkten Kommunikation, dann im Web; die Textarbeit leiste ich in mehreren Content-Management-Systemen.

Das hatte zur Folge, dass es bei mir in Firefox immer mehr angeheftete Reiter gab. Irgendwann waren am linken Rand meiner Reiterleiste fast ein Dutzend Websites angepinnt. Bei meinem alten Computer – der acht, und nicht wie der neue PC 32 GB RAM hatte – war das allein aus Ressourcen-Gründen keine gute Idee.

Doch auch wenn der Computer die Reiterflut verkraftet, ist es fraglich, ob man sich selbst nicht zu viel zumutet: „Den Browser entlasten“ weiterlesen

Pizza as a service – und en guete Rutsch!

Zum Abschluss des Jahres er­fahrt ihr, was ein beleg­tes Fladen­brot mit der Cloud zu tun hat. Und ich wünsche euch einen schönen letzten Abend im 2021 und einen guten Start ins hoffentlich erfreulichere 2022…

Pizza ist nicht das, was man zum Silvester unbedingt würde geniessen wollen.

Aber es geht auch nicht unbedingt um das Essen, sondern um einen Tweet, der anhand der Pizza ein Ding erklärt, das vielen Leuten schwer verständlich ist. Ich gehöre zu denen – ich muss zumindest tief in mich gehen, um mir die Unterschiede zwischen On Prem, IaaS, PaaS und SaaS zu vergegenwärtigen. Aber diese Grafik hier macht es ein für allemal klar: „Pizza as a service – und en guete Rutsch!“ weiterlesen

Apple diktiert die Agenda

Apple in der Jahres­muste­rung: Der iPhone-Konzern hat die Kunst per­fek­tioniert, das Interes­se der Welt­öffent­lich­keit auf sich zu ziehen. Trotzdem gab es keine revo­lutionä­ren An­kündi­gungen, aber kleine Fort­schritte und einige Ent­täu­schungen.

Eins muss man Apple lassen: Der Konzern hat die Kunst perfektioniert, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen und konstant im Gespräch zu bleiben. Streng getaktete, perfekt gestaffelte Events, Ankündigungen, Produktneuigkeiten und Gerüchte sorgten 2021 dafür, dass das Interesse kaum je erlahmte.

Einigen Leserinnen und Lesern ist es zu viel geworden. Ich erinnere mich noch an eine Diskussion, die sich an einem Beitrag zu iOS 15 entzündet hatte. Ich hatte daraufhin versucht, mit dem Beitrag In den App-Stores kommt die freie Software unter die Räder die Debatte in eine andere, meines Erachtens produktivere Richtung zu lenken – aber, wie ich feststellen musste, ohne den geringsten Erfolg. Die Apple-Verweigerer kein anderes Thema, sie wollten bloss weniger Apple.

Das kann ich nachvollziehen: „Apple diktiert die Agenda“ weiterlesen

Der Dick Pic-King und seine riesige Phallus-Rakete

Bei Amazons Jahres­muste­rung kommt man um den Kon­zern­chef nicht herum – und nicht um die Frage, was Jeff Bezos mit dieser Penis-förmigen Rakete be­zwecken wollte, mit der er die Atmos­phäre pene­trierte.

Beitragsbild: His name is Bezos, Jeff Bezos (Jeff Bezos von Daniel Oberhaus/Fickr.com, CC BY 2.0).

Meine diesjährige Jahresmusterung lässt gewisse Mängel beim dramaturgischen Aufbau erkennen. Bei der vierten und zweitletzten Folge geht es um ein Unternehmen, zu dem ich fast gar nichts zu sagen habe. Der Klimax meiner Miniserie ist eher eine Art vorzeitiger Samenerguss.

Wobei wir beim Thema wären: Amazon und Jeff Bezos. Ich meine, der Mann tut alles, um meine Vorurteile zu erfüllen. Vor einem Jahr habe ich mich im Beitrag Der unheimliche Krisengewinnler gefragt, ob dieser milliardenschwere Online-Unternehmer nicht nur äusserlich wie der Bösewicht aus einem Bond-Film aussieht, sondern auch biografisch in diese Rolle passen würde. Und was macht Bezos? Er fliegt dieses Jahr mit einer Rakete ins Weltall, als ob er es darauf angelegt hätte, die hanebüchene Handlung aus Moonraker wahr werden zu lassen. Und wie um Bond in den Schatten zu stellen, hat Bezos eine Rakete benutzt, die wie ein gigantischer Penis aussieht: „Der Dick Pic-King und seine riesige Phallus-Rakete“ weiterlesen

Microsoft fällt in alte Muster zurück

Bei der Jahres­musterung kommt der Windows-Konzern nicht gut weg: Windows 11 ist ein Flop mit Ansage. Und als ob das nicht negativ genug wäre, nutzt Microsoft seine Macht­posi­tion bei den Desktop-Systemen wie früher scham­los aus.

Microsoft muss sich in der Jahresmusterung 2021 an zwei Dingen messen lassen¹: Erstens natürlich an der Verheissung, die der Chef am 24. Juni abgegeben hatte. Satya Nadella hatte damals versprochen, «grösste Update des Jahrzehnts würde bevorstehen». Das hatte damals zu Spekulationen Anlass gegeben, Windows 10 würde durch einen Nachfolger abgelöst, der mutmasslich Windows 11 heisst.

Wie wir wissen, ist es genauso gekommen: Windows 11 ist auf dem Markt erschienen und hat diese Erwartungen nicht einmal ansatzweise erfüllt. Ich habe nach der Ankündigung kritisiert, dass man nicht von einem grossen Update sprechen kann, wenn in einem Update vorwiegend Dinge abgeschafft werden. Denn eben: „Microsoft fällt in alte Muster zurück“ weiterlesen

Mit brutaler Ignoranz zum finanziellen Erfolg

Facebook war 2021 enorm profitabel. Trotzdem ist das soziale Netzwerk in der Jahresmusterung 2021 der grosse Verlierer, der gleich dreimal komplett versagt hat.

Wer der Versager des Jahres ist, liegt auf der Hand; da müssen wir nicht um den heissen Brei herumreden: Es ist Facebook, das soziale Netzwerk.

«Nur so zur Erinnerung.»

Muss ich diesen Entscheid begründen, oder liegt er auf der Hand? Facebook hat 2021 auf der ganzen Linie versagt, wie ich gerne anhand einiger Texte aufzeige, die ich dieses Jahr über das soziale Netzwerk verfasst habe. Weil es einige sind, gliedere ich sie in drei Bereiche:

Facebook hat während der Pandemie versagt; indem es zur Radikalisierung beigetragen und den extremen Ansichten beispielsweise bei den Impfverweigerern Vorschub geleistet hat («Wir sehen uns vor dem Kriegsgericht», Die destruktive Kraft der sozialen Medien und Zensur zum Schutz der Meinungsfreiheit – und anderer Facebook-Unsinn).

Klar, wie der Einwand an dieser Stelle lautet: „Mit brutaler Ignoranz zum finanziellen Erfolg“ weiterlesen

Google ist auf dem Weg zum evil empire

Da ist sie wieder, die Jahres­mus­terung: In meinem Rück­blick auf die Leis­tungen der Tech­kon­zerne 2021 kommt als Erstes die grosse Such­maschi­ne an die Reihe. Google bzw. Alphabet ist auf den ersten Blick lang­wei­lig, auf den zweiten be­un­ruhi­gend.

Ich weiss, ihr habt alle sehnlichst auf sie gewartet: auf meine schöne Rückblickserie namens Jahresmusterung. Ihr erinnert euch natürlich: Letztes Jahr habe ich damit angefangen, die Leistungen der grossen Tech-Konzerne zu beurteilen. Und das soll nun auch heuer wieder geschehen.

Damit die Spannung gewährleistet ist, fange ich mit dem Kandidaten an, der auf den ersten Blick der langweiligste war und auf den zweiten Blick beängstigende Tendenzen zeigt. Das ist – und ich könnte hier noch einige Pirouetten schlagen, um die Spannung zu erhöhen, was die traurige Wahrheit aber leider auch nicht besser macht – Google.

Ja, Google: Das ist jener Konzern, der in früheren Jahren ein Feuerwerk an Ideen versprüht hat. Alle zwei Wochen kam irgendein neues Produkt um die Ecke. Vieles davon ist genauso schnell verschwunden, wie es gekommen ist – oder noch schneller: „Google ist auf dem Weg zum evil empireweiterlesen

Tschugger, Berset, Zuckerberg

Die letzte retrospektive Linksammlung für dieses Jahr ist fällig: Darin geht es um schräge Gadgets und noch schrägere Apps, neue Smartphones, Tiktok und um Windows 11.

Kurz bevor das Jahr zu Ende geht, nehme ich die Gelegenheit wahr, meine Liste mit den gesammelten Artikeln auf den neuesten Stand zu bringen. Sie fängt an mit den Beiträgen für die Tamedia aus dem Dezember:

„Tschugger, Berset, Zuckerberg“ weiterlesen