So lässt sich die Audio-Wiedergabe am iPhone aufzeichnen

Die Bildschirmaufnahme-Funktion von iOS ist eine überaus praktische Angelegenheit: Sie ist nicht nur für Screencasts hilfreich, sie ermöglicht es auch, die gerade laufende Tonausgabe mitzuschneiden.

Am iPhone gibt es seit einiger Zeit eine Funktion zum Aufzeichnen des Bildschirms – es braucht somit keine Extra-Software wie Programm Screenium mehr, die ich seinerzeit im Beitrag Screencast-Fliessbandarbeit am Mac vorgestellt habe (siehe auch So klappt es mit den Screencasts!).

Nein, es geht ganz einfach:  Man wischt das Kontrollzentrum herbei und tippt auf den Aufnahmeknopf, der anhand eines dicken, von einem Kreis umgebenen Punkts erkennbar ist¹. Nach drei Sekunden startet die Aufnahme. Um sie zu stoppen, bemüht man entweder wieder das Kontrollzentrum. Oder man tippt auf das rote Symbol in der linken oberen Ecke, das die Bildschirmaufzeichnung signalisiert. Das iPhone bietet dann an, die Aufzeichnung zu beenden.

Die Bildschirmaufnahme zeichnet auch den Ton auf

Normalerweise nimmt die Screencast-Funktion auf der Tonspur eine allfällige Audiowiedergabe auf.

Das ist, nebenbei bemerkt, auch eine dienliche Möglichkeit, eine Tonquelle abzugreifen – das ist mit anderen Mitteln meines Wissens nicht möglich², weil die Hintergrund-Wiedergabe normalerweise gestoppt wird, wenn man in einer Video- oder Audio-App eine Aufnahme startet. Oder selbst wenn das Hintergrund-Audio weiterlaufen sollte, landet es nicht in der Aufnahme – und eines grossen der Mankos von iOS ist bekanntlich, dass es kein vernünftiges Audio-Routing zulässt.

Keine Aufzeichnung von Telefongesprächen

Hier stellt man ein, ob die Bildschirmaufnahme mit oder ohne Mikrofon erfolgen soll. Was die aufgelisteten Apps hier sollen, ist mir bislang nicht klar.

Was nicht funktioniert, ist, Telefonanrufe mitzuschneiden – zumindest bei meinem Test hat das nicht geklappt, die Aufnahme war sowohl in Skype wie auch in der Telefon-App stumm. Das ist allerdings auch kein Wunder, da solche Aufnahmen streng reguliert sind. Man kann sich trotzdem fragen, ob eine technische Hürde sinnvoll ist, da es Mittel und Wege gibt, sie zu umgehen – was Radiomenschen wie ich denn auch regelmässig tun.

Noch zwei abschliessende Tricks: Tippt man im Kontrollzentrum lange auf den Aufnahmeknopf, dann erscheint eine Ansicht, in der man das Mikrofon einschalten kann: Dann kann man seine Aktivitäten auch kommentieren, ohne dass man nachträglich ein Voiceover machen müsste.

Braucht man nur das Audio, nicht aber das Video, lässt sich das in einer passenden App trennen. Audacity (Wie verwegene Kerle ihr Audio schneiden) öffnet auch Videodateien, wenn die FFmpeg-Bibliothek installiert ist. Einfach geht es auch in QuickTime: Da braucht man nur den Befehl Bearbeiten > Video entfernen zu betätigen.

Fussnoten

1) Sollte die Aufnahmefunktion fehlen, ist entweder iOS nicht auf dem neuesten Stand oder aber die Aufnahmefunktion wurde aus dem Kontrollzentrum entfernt. In den Einstellungen bei Kontrollzentrum lässt es sich hinzufügen und an die gewünschte Stelle ziehen; die Option heisst dort Bildschirmaufnahme.

2) Eine zweite Möglichkeit wird im Beitrag hier beschrieben. Er funktioniert so, dass man in der Kamera-App im Modus Foto den weissen Knopf nach rechts zieht, wodurch sofort eine Vidoeaufnahme gestartet wird, ohne dass man zum Video-Modus wechseln müsste. Dabei läuft die Audio-Wiedergabe weiter, während sie im normalen Video-Modus gestoppt würde.

Allerdings zeichnet das iPhone den Ton über das Mikrofon auf, sodass er erstens schlecht klingt und zweitens auch von Umgebungsgeräuschen überlagert wird. Trotzdem ist es womöglich hilfreich, diesen Trick zu kennen.

Beitragsbild: Für Screencasts am iPhone braucht es zugegebenermassen nicht unbedingt eine Klappe (Martin Lopez, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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