Microsofts neue Video-App ist noch nicht reif für den grossen Auftritt

Windows 11 wird um die Video-App Clipchamp ergänzt. Die ist nur einfachen Projekten gewachsen, aber einfach in der Bedienung. Trotzdem fällt das Fazit zwiespältig aus.

Windows 11 hat mit dem 22H2-Update (mehr dazu hier) auch ein neues Videoschnittprogramm. Clipchamp heisst es, was bei mir böse Vorahnungen weckt: Der Name klingt, als ob Microsoft die Absicht verfolgen würde, ein cooles und hippes Programm abzuliefern. Das ist bekanntlich keine der Stärken des sympathischen Windows-Konzerns: Wenn er sich an die Jugend heranwanzt, kommen Dinge heraus wie der Windows Media Player.

Nichtsdestotrotz wage ich einen unvoreingenommenen Augenschein dieses Clipchamps, der übrigens auch im Microsoft Store aufzufinden ist.

Nach dem Start erscheint ein Willkommensbildschirm, der mehrere Optionen bietet: „Microsofts neue Video-App ist noch nicht reif für den grossen Auftritt“ weiterlesen

Fotos, Videos und Bildcollagen – alles aus einer App

Inshot ist ein Editor, der alle multimedialen Bedürfnisse mit einer Klappe erschlagen will. Kann das gutgehen? Nach einem ausführlichen Test ist mein Verdikt ein unter Vorbehalten geäussertes Ja.

Eine der unbestreitbaren Verdienste des Smartphones besteht darin, dass es den Software-Suiten¹ den Garaus gemacht hat. Statt riesiger Programmsammlungen, die für alle möglichen und unmöglichen Tätigkeitsfelder gerüstet sind, gibt es Apps, die sich nur einer bestimmten, überschaubaren Aufgabe widmen und dafür schlank und einfach sind.

Sollte man meinen. Doch es gibt auch Gegenbeispiele. Ein solches ist die InShot-App. Sie ist Video-Editor, Bildbearbeitungsprogramm und Collage-Gestalter in einem. InShot ist fürs iPhone und iPad und für Android erhältlich.

An dieser Stelle kann bereits einen Teil meines Fazits vorwegnehmen: „Fotos, Videos und Bildcollagen – alles aus einer App“ weiterlesen

Ein Mikrofon für frischgebackene Podcaster

Das Yeti X von Blue ist ein USB-Mikro­fon für Pod­caster, Gamer und Live-Streamer. Es hat eine gute Klang­quali­tät und darf dank des gefälligen Designs auch bei Video­kon­fe­ren­zen ins Bild ge­rückt wer­den.

Heutzutage produziert jedermann und seine Grossmutter einen eigenen Podcast. Das hat interessante Verschiebungen im Gadget-Bereich zur Folge: Früher waren hochwertige Mikrofone eine nischige Angelegenheit, die nur Musiker und Tontechniker interessierte. Inzwischen sind sie zwar nicht zum absoluten Mainstream-Gadget geworden. Doch sie sind interessant genug, dass es Produkte abseits des spezialisierten Handels gibt.

Als Beleg für diese Behauptung führe ich den Umstand an, dass ich inzwischen Testgeräte aus dem Audio-Bereich angeboten bekomme, obwohl ich nicht für ein Musiker- oder Tontechniker-Fachmedium schreibe. Es handelt sich im konkreten Fall um das Yeti X von Blue, das bei Amazon für um die 130 Euro zu haben ist. Blue ist eine Untermarke von Logitech.

Das Yeti macht einen soliden Eindruck: „Ein Mikrofon für frischgebackene Podcaster“ weiterlesen

Transkribieren, wie eus d Schnurre gwachse isch

Töggl.ch verschriftlicht Audio- und Videoaufnahmen in Schweizer Mundart. Wenn das funktioniert, wäre das ein Segen für alle, die Interviews und Protokolle führen. Ob es funktioniert, zeigt mein Test.

Ich werde häufig um Tipps zu digitalen Themen angegangen. Neulich ist das wieder einmal passiert. Ein Herr hat mir folgendes Anliegen unterbreitet:

Ich werde absehbar beruflich einige Interviews mit unterschiedlichen Personen führen müssen und suche daher eine Transkriptionssoftware, die mir bei der weiteren textlichen Bearbeitung behilflich sein kann. Ich arbeite auf einem iMac, nehme Interviews in der Regel mit meinem iPhone auf. Idealerweise sollte das Programm auch (verständliche) Schweizer Dialekte ins Hochdeutsche übersetzen können.

Zu diesem Zweck sollte ich die passende Software empfehlen. Ich habe auf die diversen Möglichkeiten zur maschinellen Transkription hingewiesen, die im Lauf der Zeit hier im Blog zum Zug gekommen sind¹, aber auch meinem Zweifel Ausdruck verliehen, dass ich die zweite Vorgabe derzeit für unerfüllbar halte: „Transkribieren, wie eus d Schnurre gwachse isch“ weiterlesen

On air, noch bevor man sich aus dem Bett erhoben hat

Audio Hijack von Rogue Amoeba ist ein Hilfsprogramm, das einem ein kleines Tonstudio ersetzt und nicht nur dabei hilft, beliebige Audioquellen aufzuzeichnen, sondern auch ermöglicht, ein Webradio zu betreiben oder Podcasts aufzunehmen.

Bei einem Kopfhörertest neulich (Der Kopfhörer, mit dem man wahrscheinlich nicht erschossen wird) habe ich nebenbei die Software Audio Hijack erwähnt und eine ausführliche Besprechung versprochen. Und voilà, heute ist es so weit.

Und ja, wahrscheinlich trage ich Eulen nach Athen, weil jeder, der dieses Audio-Hilfsprogramm sinnvoll einsetzen kann, es vermutlich schon längst kennt, nutzt und liebt. Es existiert nämlich schon seit ewig – wie Wikipedia erklärt, hat es seinen Anfang als Plugin für MacAmp für Mac OS 9 genommen. Dieses Programm gibt es seit 1997 und es tat damals genau das, was man vermutet: Es hat, wie sein Geschwisterchen WinAmp, MP3-Musikdateien abgespielt.

Andererseits – und das ist nun ein hervorragender Grund, das Programm trotzdem zu besprechen –, sind in der letzten Zeit viele neue Audio-Anwendungsfälle dazugekommen: „On air, noch bevor man sich aus dem Bett erhoben hat“ weiterlesen

Die beste Videoschnitt-App fürs iOS und Android

Ich habe der Verspre­chung nicht getraut, wonach die Videoleap-App fürs Ferien­video und ebenso für den Block­buster taugen soll. Nach einem Intensiv-Test glaube ich das noch immer nicht – mag die App aber trotzdem.

Neulich habe ich die Foto-App Photoleap vorgestellt, die mir ganz gut gefällt. Sie stammt vom israelischen Unternehmen Lightricks, das noch weitere Apps in petto hat.

Eine davon ist Facetune 2; ein alter Bekannter, mit dem man Selfies nach allen Regeln der Kunst aufmotzt. Zu der habe ich zwiespältige Gefühle: Sie zielt so offensichtlich auf ein Massenpublikum, dass mich das misstrauisch stimmt: Man kann, so fürchte ich, nicht die Selfie-knipsenden, von Eitelkeit getriebenen Instagram-Horden beglücken und gleichzeitig professionelle Ansprüche bedienen. Doch Facetune schafft diesen Spagat so erstaunlich gut, dass ich überzeugt bin, dass ein Profifotograf, der die App mit Bedacht einsetzt, in ihr ein nützliches Werkzeug vorfindet.

Wenn Lighttricks es schafft, mit Apps die auf Effekt bedachten Laien und die Profis gleichermassen anzusprechen, dann komme ich nicht umhin, mir ein weiteres Produkt anzusehen, nämlich die Videoleap-App.

Die App ist wiederum eine grosse Nutzerschaft gedacht. „Die beste Videoschnitt-App fürs iOS und Android“ weiterlesen

Mit einem iPhone doppelt filmen

Die DoubleTake-App zeichnet am iPhone Videos gleichzeitig mit zwei Kameras auf. Damit lassen sich auch professionelle Projekte realisieren – eine Zusatzkamera zur Ausfallsicherung ist aber zu empfehlen.

Seinerzeit habe ich die DuetCam-App vorgestellt: Sie filmt mit dem iPhone gleichzeitig mit der Front- und der Rückkamera. Ideal, um eine Szene zu zeigen und die gleichzeitig zu kommentieren.

Ein Problem hat diese App: Sie verschmilzt die beiden Ansichten zu einem einzigen Video, bei dem die Selfie-Kamera als kleines Fenster in die Aufnahme der Frontlinse eingebettet ist. Das ist für eine Ad-hoc-Reportage völlig ausreichend. Aber für eine professionelle Produktion hätte man lieber getrennte Videoaufnahmen, sodass für den Schnitt alle Möglichkeiten offen bleiben.

Das ist mit der DoubleTake-App möglich, die es für zwei Franken fürs iPhone gibt. Sie stammt vom gleichen Hersteller, von dem auch die hochgelobte Filmic-App kommt. Sie ist allerdings etwas knifflig in der Anwendung – wenn man nicht aufpasst, erhält man wie bei DuetCam einen einzigen Clip, in dem die verschiedenen Perspektiven zusammengebacken sind. „Mit einem iPhone doppelt filmen“ weiterlesen

So lässt sich die Audio-Wiedergabe am iPhone aufzeichnen

Die Bildschirmaufnahme-Funktion von iOS ist eine überaus praktische Angelegenheit: Sie ist nicht nur für Screencasts hilfreich, sie ermöglicht es auch, die gerade laufende Tonausgabe mitzuschneiden.

Am iPhone gibt es seit einiger Zeit eine Funktion zum Aufzeichnen des Bildschirms – es braucht somit keine Extra-Software wie das Programm Screenium mehr, das ich seinerzeit im Beitrag Screencast-Fliessbandarbeit am Mac vorgestellt habe (siehe auch So klappt es mit den Screencasts!).

Nein, es geht ganz einfach: „So lässt sich die Audio-Wiedergabe am iPhone aufzeichnen“ weiterlesen

Das überhaupt beste Feature von Powerpoint

Microsofts Präsen­tations­pro­gramm ist dann praktisch, wenn es nicht ums Präsentieren geht: Man kann mit ihm auch Screen­casts aufnehmen. Oder Diashows oder Anleitungen produ­zieren.

Ich gehöre zu den Leuten, die Microsofts Präsentationsprogramm nicht wohlgesonnen sind. Das merkt man auch hier im Blog: Im Beitrag Powerpoint? Braucht das noch einer oder kann das weg? habe ich voller Inbrunst Alternativen vorgestellt und im Beitrag Lizzie, sag mal, was mich an Powerpoint nervt noch einmal nachgedoppelt.

Es ist wohl dieser Abneigung zuzuschreiben, dass ich eine wirklich praktische Funktion von Powerpoint bislang übersehen habe. Dabei wäre sie mir schon des Öfteren sehr zupass gekommen. Doch Digichris hat mich im Nerdfunk in der Folge 573 aufgeklärt, was man mit Powerpoint tun kann, selbst wenn man niemals die Absicht hat, die Menschheit mit Folien zu langweilen: „Das überhaupt beste Feature von Powerpoint“ weiterlesen

Youtube polyglott

Es ist keine Kunst, bei Googles Videoplattform Untertitel in fremden Sprachen hinzuzufügen. Mithilfe des grossartigen Übersetzungsdienstes Deepl ist es sogar ein Klacks.

Untertitel in Youtube: Das ist ein Thema, mit dem ich mich neulich im Beitrag Tricks für den Massen-Upload bei Youtube am Rand beschäftigt habe.

Mir ist aufgefallen, wie simpel es ist, gute Untertitel bereitzustellen: Wenn man seinen Moderationstext in schriftlicher Form vorliegen hat, dann braucht man ihn bloss hochzuladen. Die Synchronisation – also das Platzieren des Textes an der richtigen Stelle im Video – muss man nicht manuell erledigen.

Zum Glück, denn das wäre eine überaus mühsame Arbeit. Doch Youtube ist offensichtlich in der Lage, den Text automatisch mit der Tonspur in Übereinstimmung zu bringen. Und nicht nur das: Die Synchronisation ist gemäss meinen ersten Tests ziemlich zuverlässig. Und selbst wenn es einzelne Fehler geben sollte, sind die manuell schnell korrigiert.

Diese erfreuliche Erfahrung hat mich auf die Idee gebracht auszuprobieren, Untertitel in einer anderen Sprache zur Verfügung zu stellen. „Youtube polyglott“ weiterlesen