Da läuft man sich gleich viermal die virtuellen Hacken wund

Mit Om Nom Run, Jumanji: Epic Run, Blades of Brim und Talking Tom Hero Dash trete ich den vierfachen Beweis an: Das Genre des Endless Runner ist nicht tot – aber es ist auch nicht origineller geworden.

Neulich ist mir ein epochales Versäumnis meinerseits aufgefallen. Ich habe nämlich – und jetzt haltet euch fest! – schon seit Oktober 2017 etwas nicht mehr getan, was ich eigentlich regelmässig tun sollte. Ich habe nämlich seit mehr als zwei Jahren keine Spiel mehr besprochen, das in die Kategorie der Endless Runner gehört. Wikipedia nennt sie Auto-Runner.

Das Genre zeichnet sich dadurch aus, dass die Spielfigur sich selbsttätig in einem (meist mit der Zeit zunehmenden) Tempo bewegt. Als Spieler muss man sie davor bewahren, irgendwo dagegenzurennen und tot zu sein. Gleichzeitig gilt es, Dinge wie Bananen, Goldstücke oder Powerups aufzusammeln. Ein solcher Spieletitel versammelt Elemente des Jump ’n’ Run, Geschicklichkeitsspiels und Rennspiels. Und aus unerfindlichen Gründe fahre ich voll darauf ab.

Darum soll es hier um die Frage gehen, ob das nun tatsächlich ein Versäumnis von mir ist – oder ob des die Gameindustrie in den letzten Jahren nicht geschafft hat, für anständigen Nachschub zu sorgen. Mit etwas Suchen findet man einige neue Vertreter. Fragt sich nur noch, ob die auch etwas taugen. „Da läuft man sich gleich viermal die virtuellen Hacken wund“ weiterlesen

So fliegt der Schmetterling!

«Imago» ist ein Spiel mit Exponential-Wachstum, wie man es vom Riesenhit «Threes!» kennt, das ein etwas kleineres Frustpotenzial hat.

Threes! ist ein kleines Logikpuzzle, das 2014 Massstäbe gesetzt hat. Es hat alles richtig gemacht: Eine hatte eine neue, überraschende Spielidee die toll umgesetzt war. Und es sorgte für anhaltenden Diskussionsstoff, indem es diverse Nachahmer auf den Plan rief.

«Threes!» ist nach wie vor eine Empfehlung wert: Es gibt das Spiel für 6 Franken ohne Werbung und In-App-Käufe fürs iPhone und iPad und für Android. Es gibt auch eine Gratisversion fürs iPhone und Android. Und man kann es inzwischen sogar im Browser spielen.

Was mich angeht, habe ich «Threes!» auch nach fünf Jahren noch nicht gelöscht. Ich spiele es nicht mehr häufig, aber es gehört zu den berühmten zehn Titeln, die ich auf die einsame Insel mitnehmen würde. Und es gibt noch immer Games, die die Spielmechanik aufgreifen und variieren. Zur Erinnerung: „So fliegt der Schmetterling!“ weiterlesen

Haben die bei Rovio einen Dachschaden?

Ich habe mir die Nutzungs­be­stim­mungen von «Angry Birds Dream Blast» näher ange­schaut und bin fast vom Stuhl gefallen. Was hier an Regeln mit einem Casual Game mit­ge­lie­fert wird, ist völlig absurd.

Eigentlich sollte das heute ein simpler kleiner Game-Tipp werden. Mir ist das Spiel «Angry Birds Dream Blast» (kostenlos, Free to Play, für Android und iPhone/iPad) in die Finger geraten. Das passt mit Fug und Recht in meine kleine Reihe mit indirekten Nachfolgern meines Spiels Clickomania. Doch mir ist dann etwas dazwischen gekommen. Doch bevor ich das ausführe, doch noch ein paar Worte zum Spiel:

Die Grundidee ist die alt bekannte: Das Spiel wirft bunte Bälle (bzw. «Blasen») aufs Spielfeld, die man platzen lassen muss. Das ist möglich, wenn mehrere Blasen mit der gleichen Farbe eine Gruppe bilden. Je grösser die Gruppe, desto besser: Punktemässig und allenfalls auch, was die Durchschlagskraft angeht.

Rovio hat im Vergleich zu mir leider noch etwas bessere Programmierarbeit geleistet

Doch was die Ausführung angeht, liegen Welten zwischen meinem Spiel und dem von Rovio: Die App ist aufwändiger und abwechslungsreicher, als es mein simples Progrämmchen je war. Es gibt hübsche Grafiken und Animationen. Man bekommt es mit vielfältigen Power-Ups und speziellen Spielelementen zu tun. Natürlich haben auch die wütenden Vögel und die bescheuerten Schweine einen Auftritt.

Denn dieses Spiel ist ein Spin-off des hier vorgestellten «Angry Birds Blast». (Das wiederum ein Spin-off des allerersten Angry-Birds-Titels ist.) „Haben die bei Rovio einen Dachschaden?“ weiterlesen

Verhungere nicht. (Und zünde dich nicht an.)

Das Spiel «Don’t starve» hat eine bezaubernde Optik und ein spannendes Spielkonzept, indem man alles daran setzen muss, die in einer seltsamen Welt gefangenen Hauptfigur am Leben zu erhalten. Dabei tappt man meistens im Dunkeln – oder auch im Regen…

«Don’t starve, bitte nicht verhungern», ist ein guter Ratschlag für viele Regionen dieser Erde. Bei uns müsste er mutmasslich eher «Überfriss dich nicht» heissen. Aber das ist eine moralische Betrachtungsweise, die für das Thema nicht angebracht ist. Denn wenn man mit Moral ans Werk gehen möchte, wäre die Empfehlung wahrscheinlich: «Willst du nicht lieber an die frische Luft gehen, statt schon wieder am Smartphone/Computer abzuhängen?»

Da ich ein Stubenhocker bin, wäre die Antwort auf diese Frage sowieso ein klares Nein. Es geht um ein Spiel, das man auf allen möglichen und unmöglichen Plattformen spielen kann. Windows, Mac und Windows bei Steam, iPhone und iPad und Android, um nur einige zu nennen. Der Preis variiert je nach Plattform und Darreichungsform (Bundles) und beläuft sich irgendwo zwischen 10.50 Franken und 99 Rappen. Ich glaube, ich habe 4.50 dafür bezahlt.

In «Don’t starve» regnet es häufig, und die Hauptfigur hat dementsprechend schlechte Laune. Sie irrt durch eine karge Welt und muss sehen, wie sie nicht vom Fleisch fällt. Dazu sammelt sie Beeren, Blütenblätter und andere Dinge. Manche lassen sich direkt vertilgen, doch wer mit der menschlichen Natur (oder Minecraft) vertraut ist, der weiss natürlich, dass es damit nicht getan ist. Man möchte die Welt um einen herum verändern, gemütlicher machen und seine Existenz vom nackten Überlebenskampf in ein angenehmes Dasein verlagern.

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Spass mit und ohne Schwerkraft

Zwei amüsante Games für zwischendurch, die Schabernack mit der Gravitation treiben: Bei «Impossible Orbit» ordnet man Himmelskörper so um ihr Gravizentrum an, dass es keine Kollisionen gibt. Bei «Orbit – Playing with Gravity» simuliert man den Effekt von schwarzen Löchern.

Impossible Orbit ist ein hübsches kleines Spiel von Lucas Klein, das für 1 Franken fürs iPhone und für Android zu haben ist. Die Ausgangslage ist die folgende: Man hat ein leeres Stück Universum, das mit Himmelskörper bereichert werden soll. Da es sich nicht um ein Sonnensystem handelt, sondern um ein Stück interplanetaren Raum, sind es keine Planeten, sondern allenfalls Asteroiden, die um ein imaginäres Zentrum kreisen.

Natürlich, Florian Freistetter würde nun sofort widersprechen und erklären, weswegen ein Asteroid das nicht tun würde. Klar, fehlende Gravitation. Ausserdem die Frage, ob es überhaupt Asteroiden ausserhalb der Sonnensysteme gibt. Wie es der Zufall will, hat er vor Kurzem zur Frage Gibt es interstellare Asteroiden im Sonnensystem? gebloggt. Fazit:

Ich gehe eigentlich fest davon aus, dass es im Sonnensystem interstellare Asteroiden gibt. Alles andere wäre höchst seltsam.

Aber auch die Herleitung dieser Vermutung ist lesenswert. Darum der Tipp vor dem eigentlichen Tipp:  „Spass mit und ohne Schwerkraft“ weiterlesen

Wo bleiben die Echse und Spok?

Trilogic macht aus dem alten Schere-Stein-Papier-Spiel eine amüsante Game-App fürs iPhone, bei dem man einem der Elemente zur Weltherrschaft verhelfen muss.

Trilogic (2 Franken fürs iPhone/iPad) ist ein Spiel aus dem Bereich des Knobelns und Puzzelns. Es bringt das Schere-Stein-Papier-Prinzip (ohne Echse und Spock) aufs Smartphone. Aber natürlich in transformierter Form: Es gibt drei Elemente, nämlich Wasser, Feuer und, nein nicht Erde, sondern Natur, in Form eines grünen Blattes.

Am Anfang des Spiels gibt es eine rasterartige Anordnung von farbigen Feldchen: Blaue Wasserfelder, rote Feuerfelder und grüne Blätterfelder. Jedes der Elemente schlägt ein anderes: Wasser löscht Feuer, Feuer verbrennt Blatt und Blatt trinkt Wasser, wie es in der Beschreibung heisst. Damit ein Feld ein anderes schlägt, zieht man mit dem Finger ein Element-Symbol auf das Feld eines besiegbaren Elements: Dann schwappt die Farbe über und das Feld wird übernommen.

Das Ziel ist, einem Element zur Weltherrschaft zu verhelfen: Der Bildschirm sollte am Schluss entweder komplett blau, rot oder grün sein. Welches Element gewinnen soll, sieht man am Hintergrund. Wenn der umliegende Bildschirm blau ist, dann gehört der Endsieg dem Wasser.

Zwei einfache Levels, wie man sie gleich zu Beginn vorgesetzt bekommt.

Das klingt einfach: Man denkt sich, dass man auch ohne Nachdenken einfach bloss lang genug rumprobieren muss, bis man am Ziel ist.
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Highscore auf dem Katzenbaum

«Helix Jump» hat eine interessante Spielidee, ist aber noch nicht so ganz ausgereift.

Also, dies hier ist der Versuch, eine uralte Idee aufzugreifen: Nämlich die, zwischendurch auch mal kurz zu bloggen. Darum soll das Spiel Helix Jump (kostenlos für Android und das iPhone und iPad) hier ohne weitere Umstände kurz und sec besprochen werden.

Das ist fast schon alles, was es in dem Spiel zu sehen gibt.

Die Spielidee ist simpel: Man hat eine Art Katzenbaum, den man per Wischgeste nach links oder rechts im Uhrzeiger- bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen kann. Der Katzenbaum hat umlaufende Plateaus mit Kerben, die man so hindrehen muss, dass ein senkrecht nach unten fallender Ball die Lücken erwischt. Trifft der Ball auf ein Plateau, hüpft er auf und ab und man verliert Punkte – denn je schneller er nach unten fällt, desto stärker steigt der Highscore.

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Glacémonster und Katzenomi

Zwei unterhaltsame Apps für Kleinkinder vom Hersteller The Barn Of Kinder Kids: «Spiel für Kleinkinder» und «Puzzle für die Kleinsten». Sie sind charmant und liebevoll gemacht, ziehen aber nicht sosehr rein, dass das Kind nicht mehr aufhören will.

Ja, ich weiss: Es gibt Leute, die der dezidierten Meinung sind, dass Kinder gar keine Zeit vor Bildschirmen verbringen sollten. Ich bin, was das angeht, nicht ganz so ein restriktiver Vater. Unsere Tochter darf, in einem zeitlich eng gesteckten Rahmen, gelegentlich mit dem iPad spielen. Sie sieht, dass wir uns auch mit diesen Geräten beschäftigen und kann ihre Neugierde nicht verbergen.

Um sie ihr ganz vorzuenthalten, müsste ich selbst konsequent genug sein, in ihrer Gegenwart das iPhone in der Hosentasche zu lassen. Das hat sich aber als Unmöglichkeit herausgestellt. Einerseits bin ich willensschwach, andererseits läuft auch einfach zu viel Zeug ab, die selbst am Papitag meine Aufmerksamkeit erfordern.

Spiel für Kleinkinder: Erst baut man das Feuerwehrauto zusammen, dann benutzt man es, um Katzen zu retten.

Ich habe mich darum nach Apps umgesehen, die der Kleinen gefallen könnte, und bin bei den Apps von The Barn Of Kinder Kids gelandet; konkret bei Spiel für Kleinkinder und Puzzle für die Kleinsten. Es gibt auch noch weitere Titel, aber die habe ich noch nicht näher angeschaut. Spiel und Puzzle gefallen ihr so gut, dass ich jeweils auch drei Franken für den In-App-Kauf ausgegeben habe, mit der die weiteren Puzzles freigeschaltet werden.

Fürchterlich, was der App-Store unseren Kindern alles zumutet

Es gibt bei den Kinder-Apps viel Schrott; schnell zusammengeschustertes Zeug mit Grafiken, die offenbar jemand gezeichnet hat, dessen künstlerische Entwicklung im Vorkindergartenalter stecken geblieben ist. „Glacémonster und Katzenomi“ weiterlesen

Wer hat hier von wem abgekupfert?

Zwei Spiele, aber eine sehr ähnliche Optik und eine fast identische Spielmechanik: «Angry Birds Blast» von Rovio und «Toon Blast» von Peak Games gleichen sich wie ein Vogelei dem anderen. Wie findet man heraus, welches das Original ist?

Im Beitrag Zu bärchenmässig, aber sonst voll iO habe ich das Spiel «Toon Blast» vorgestellt. Es ist die erste moderne Umsetzung der alten Clickomania-Idee, Gruppen gleichfarbiger Steine wegzuräumen, die mir wirklich gefällt. Abgesehen von unsympathischen Free-to-Play-Sperenzchen ist das Spiel rundum gelungen.

Angry Birds Blast hat nicht nur beim Namen verblüffende Ähnlichkeiten mit…
… Toon Blast. Aber wer war zuerst?

Nun bin ich vor Kurzem dem Spiel Angry Birds Blast (kostenlos für iPhone/iPad und Android) begegnet. Über das könnte ich nun das genau gleiche nochmals schreiben, das ich schon über Toon Blast geschrieben habe: Es funktioniert nämlich ganz genauso, bishin zu den Free-To-Play-Mechanismen mit den beschränkten Leben und der Möglichkeit, anderen Spielern Leben zu spenden.

Wie findet man heraus, wann eine App zum ersten Mal erschienen ist?

Stellt sich natürlich die Frage: Wer hat von wem abgekupfert? „Wer hat hier von wem abgekupfert?“ weiterlesen

«Tetris» ohne die ganze Hektik

Slidey ist ein gelungenes Spiel für zwischendurch, bei dem gewisse Anleihen an «Tetris» zu erkennen sind. Man bekommt es jedoch nicht mit Objekten zu tun, die das Spielfeld von oben zurümpeln, sondern mit Elementen, die von unten nachrutschen – und es gibt keinen Zeitdruck.

Links: Hier wird es so langsam eng…
Rechts: Der «Charger» macht wieder Platz.

«Slidey» (für iPhone/iPad und für Android) ist eines dieser Spielchen, die ich in meinem Blog gerne bespreche: Es schafft es, eine bekannte Spielidee aufzugreifen und auf eine interessante Art weiterzuentwickeln. Das ist eine gute Sache: Es gibt nämlich nur eine beschränkte Zahl simpler und packender Spielkonzepte. Und wenn man eine Spielidee mag, dann spielt man sie gerne in dieser oder jenen neuen Variante. Zumindest mir geht es so.

Slidey orientiert sich an «Tetris». Wie bei Alexei Paschitnows ikonischem Computergame muss man verhindern, dass sein Spielfeld bis oben hin gefüllt wird. Und wie dem bekanntesten aller digitalen Klötzchen-Titel schafft man Platz, indem man horizontale Zeilen vollständig vollbekommt – dann lösen die sich nämlich in Luft auf.

Man darf so lange hirnen, wie man will

Es gibt nun aber auch Unterschiede. Erstens fehlt bei Slidey die Zeitkomponente. „«Tetris» ohne die ganze Hektik“ weiterlesen