Highscore auf dem Katzenbaum

Also, dies hier ist der Versuch, eine uralte Idee aufzugreifen: Nämlich die, zwischendurch auch mal kurz zu bloggen. Darum soll das Spiel Helix Jump (kostenlos für Android und das iPhone und iPad) hier ohne weitere Umstände kurz und sec besprochen werden.

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Das ist fast schon alles, was es in dem Spiel zu sehen gibt.

Die Spielidee ist simpel: Man hat eine Art Katzenbaum, den man per Wischgeste nach links oder rechts im Uhrzeiger- bzw. Gegenuhrzeigersinn drehen kann. Der Katzenbaum hat umlaufende Plateaus mit Kerben, die man so hindrehen muss, dass ein senkrecht nach unten fallender Ball die Lücken erwischt. Trifft der Ball auf ein Plateau, hüpft er auf und ab und man verliert Punkte – denn je schneller er nach unten fällt, desto stärker steigt der Highscore. Wenn der Ball genügend Geschwindigkeit hat, vermag er einzelne Plateaus sogar zu zertrümmern. Wenn der Ball andererseits auf die etwas helleren Bereiche der Katzenbaum-Plateaus trifft, dann ist das Spiel sofort zu Ende. Man muss seinen Baum somit unbedingt so drehen, dass der Ball von diesen Todeszonen ferngehalten wird.

Und ja, das wars schon. Viel mehr gibt das Spiel nicht her, sodass ich geneigt bin, nicht von einem Endless Runner, sondern einem Endless Faller zu sprechen. Die Level werden mit der Zeit natürlich schwieriger und die Farbgebung von Katzenbaum, Hintergrund und Ball verändert sich. Aber das ist dann auch schon alles, was dieses Spiel an Variation zu bieten hat. Es gibt noch einen Knopf mit einem Meteor drauf, der auf irgend eine Art von Power-Up schliessen lässt. Doch wenn man den antippt, erscheint bloss die Mitteilung «Coming soon».

Beachtlich finde ich an dem Spiel, dass der Play-Store bei der Zahl der Installationen mehr als zehn Millionen angibt. Das zeigt, dass auch höchst banale Geschicklichkeitsspiele geschätzt werden. Das ist okay. «Helix Jump» scheint mir aber nicht so richtig ausgereift. Dass das Spiel sogleich zu Ende ist, wenn man auf einen farbigen Bereich trifft, ist nicht charmant. Da hätte es sicherlich eine bessere Lösung gegeben – zumal ich es schwierig finde, auf den Ball zu achten und gleichzeitig nach den Todeszonen Ausschau zu halten. Das schaffen eigentlich nur begnadete Schieler, die in der Lage sind, ein Auge auf die Bildschirmmitte und das andere auf den unteren Bildschirmrand richten.

Bei etwas ausgeklügelteren Spielen, zum Beispiel dem Klassiker aus der bereits erwähnten Endless-Runner-Spielekategorie, würde man beim ersten Fehler dieser Art erst einmal den Verfolger aufschliessen sehen. Beim zweiten Versehen wäre man dann tot – wobei die Gefährdungssituation nach einer kurzen Zeit auch wieder nachlässt. Und ausserdem bieten Games mit einer etwas ausgeklügelteren Mechanik auch immer die Möglichkeit, das Leben noch etwas zu verlängern. Oft natürlich über mit der Hilfe von In-App-Käufen: Denn wenn man nach einem guten Lauf die Sache unerwartet verstolpert, ist man umso geneigter, ein bisschen Geld einzuwerfen, um den Highscore ins Trockene zu bringen. Da haben die Game-Macher somit auch eine Einnahmequelle ausser Acht gelassen.

Das Spiel macht jedenfalls den Eindruck eines unausgereiften Schnellschusses. Originell finde ich einzig, dass das Spiel am iPhone von der Möglichkeit des haptischen Feedbacks Gebrauch macht. Wenn der Ball auf dem Plateau auftrifft und nach oben springt, spürt man ein leichtes Ruckeln am Telefon. Die mit dem iPhone 6S eingeführte Taptic Engine kann differenzierte Rückmeldungen liefern und auch nur ein einziges Stösschen abgeben. Das kann bereichernd wirken, einem aber auch auf den Wecker gehen. Darum sollte man das haptische Feedback, genauso wie Geräusche und Musik, in den Einstellungen unbedingt immer abschalten können.


Eins ist jetzt schon klar: So gut werde ich bei diesem Spiel nie werden.

Autor: Matthias

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