Nach dem Shot ist vor der Bearbeitung

Euch ist aufgefallen, dass ich an der Produktkategorie der RAW-Entwickler einen Narren gefressen habe. Und ja, ich kann es nicht verleugnen. Denn heute ist schon wieder ein solches Programm dran: After Shot von Corel. Denn ja, Corel gibt es noch. Und da die von Bildbearbeitung auch ein bisschen etwas verstehen, lohnt sich ein Blick auf dieses Programm. Gerade weil es anscheinend nicht als erstes genannt wird, wenn man nach Alternativen zu Adobe Lightroom fragt.

Beim Start fällt störend auf, dass man ein Corel-Konto erstellen muss, wenn man das Programm nutzen möchte. Die Zeit, wo die Anbindung an ein Online-Benutzerkonto freiwillig war, scheint endgültig vorbei zu sein. Ich nehme an, dass das der schlechte Einfluss von Adobe ist. Bei Corel ist das deswegen seltsam, weil einem nicht erklärt wird, was man von dieser Registrierung hat. Beim Einloggen ins Konto sieht man früher getestete Produkte und Rubriken wie «Auftragsstatus und -entwicklung». Aber nichts, was unmittelbar zwingend erscheint.

Die Anwendung, getestet in der Version 3, erscheint mit schwarzer Oberfläche und der hinlänglich bekannten Aufteilung mit Leisten am linken und rechten Rand und einem grossen Bereich für die Bilder dazwischen. Es fällt auf, dass Corel keine Einteilung nach Modulen vornimmt. Man muss also nicht wie bei Lightroom zwischen Bibliothek, Entwickeln, Karte, Buch, Diashow, Web, etc. umschalten. Das wirkt weniger spektakulär, erfüllt den Zweck aber auch. „Nach dem Shot ist vor der Bearbeitung“ weiterlesen

Kann man sich bookmarken

photopea.com ist eine Bildbearbeitungssoftware direkt im Browser. Man kann ohne Installation – und sogar ohne Registrierung – Bilder hochladen, bearbeiten und das fertige Resultat herunterladen. Bemerkenswert ist, dass Photopea auch die Dateiformate von Photoshop (.psd), Gimp (.xcf) und von Sketch öffnet. Letzteres ist ein Vektor-Editor für den Mac, den ich nicht näher kenne – die beiden anderen Formate sind aber weit verbreitet bzw. im Fall von Photoshop geradezu dominant.

Das allein macht Photopea schon wertvoll: Sollte man in die Verlegenheit kommen, eine Photoshop-Datei öffnen zu müssen, ohne eine Photoshop-oder Photoshop-Elements-Installation in Griffnähe zu haben, dann hilft einem dieser Webdienst weiter: Man kann die Datei öffnen, in ein anderes Format überführen und in einem passenden Format herunterladen. Zur Verfügung stehen nicht nur PNG, JPG, SVG, Gif und PDF, sondern auch Exoten wie EMF, BMP, Tiff und (warum auch immer) BMP. Und man kann eine Komposition auch im PSD-Format speichern.

Für einen Test habe ich in Photoshop mein halboffizielles Testbild (Diese Aufnahme hier von David Bartus bei Pexels mit einer CC0-Lizenz) mit einer Text- und einer Korrekturebene mit Ebenenmaske angereichert, einige Ebeneneffekte hinzugefügt (Kontur und Schein nach aussen) und das Meisterwerk in voller Auflösung gespeichert. „Kann man sich bookmarken“ weiterlesen

Er digikam, sah und verwaltete

Das ist wieder einer dieser Blogposts, bei denen ich mich für den Titel entschuldigen muss. Also, ich entschuldige mich ganz herzlich für den Titel, der ein dummer Kalauer ist und nicht in diesem und in keinem anderen Paralleluniversum als Titel dienen sollte. Allerdings sollte auch keine Software Digikam heissen müssen. Und die affige offizielle Schreibweise mit kleinem D und grossem K («digiKam») macht es noch schlimmer.

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Digikam vereinigt die typischen Qualitäten und Schwächen eines Open-Source-Programms auf sich.

Aber es gibt eine solche Software, und ich habe mich entschieden, sie zu besprechen. Schliesslich kamen hier in letzter Zeit immer wieder Programme aus dem Bereich der Fotografie zum Zug – und da gehört Digikam zu den bekannten Vertretern aus dem Open-Source-Bereich. Allerdings ist dieses Programm vor allem ein Organisationsinstrument und weniger RAW-Konverter mit ausgeklügelten Entwicklungsmöglichkeiten – aber das ist nicht per se schlecht: Es wäre die perfekte Ergänzung zu DxO PhotoLab (Fotobearbeitung für Minimalisten), da dieses Programm auf die Entwicklung spezialisiert ist und nur rudimentäre Verwaltungsfunktion hat.

Nach der Installation (die lange dauert und einen Ordner von 1,24 GB Grösse auf der Windows-Festplatte anlegt, der sagenhafte 4476 Dateien enthält) begrüsst einen das Programm mit einem Assistenten, der wissen will, wo man seine Fotos gespeichert hat, welche Datenbank man zur Verwaltung nutzen möchte, wie mit Rohdatenbildern verfahren werden soll, auf welchem Weg die Metadaten gespeichert werden, ob der Vorschaumodus mit Proxy-Bildern oder den Komplettbildern arbeitet, was beim Linksklick passiert und ob Kurzinfos beim Mouseover angezeigt werden oder nicht.

Davon könnte man sich bereits überfordert fühlen: „Er digikam, sah und verwaltete“ weiterlesen

Das ist das langsamste Programm der Welt

Meine epische RAW-Konverter-Testreihe gipfelte neulich im Tagi-Artikel So einfach werden Ferienfotos verbessert. Man könnte annehmen, dass die Sache nun gut ist. Doch nein. Raw Therapee muss nun auch noch sein.

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«Keine Rückmeldung» – das ist bei diesem Programm quasi der Normalzustand.

Raw Therapee ist ein Programm aus der Open-Source-Welt. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es während und nach dem Start meinen Computer für einige Zeit fast komplett blockiert. Wer mich kennt, weiss, dass mich das nicht für eine Software einnimmt. Ich verstehe, dass ein Programm dieser Art zwangsläufig einen beträchtlichen Leistungshunger an den Tag legt. Aber ich mag es trotzdem nicht, wenn ich während des Starts noch nicht einmal ein paar Wörter in den Texteditor (Notepad!!!) eintippen kann.

Auch bei simplen Interaktionen mit der Oberfläche wird der Rechner sogleich träge und reagiert nurmehr schlecht. Der Taskmanager zeigt keine übertriebene Auslastung. Es könnte damit zu tun haben, dass in der Dateiverwaltung auch die Ordner der Laufwerke im lokalen Netz abgesucht werden und das den Computer bremst. Ich also tunlichst darauf, bei Dateiverwaltung nichts anzuklicken.

Die Oberfläche ist schwarz und dreigeteilt, wie es sich gehört. „Das ist das langsamste Programm der Welt“ weiterlesen

Geht es noch komplizierter?

Im Beitrag Fotobearbeitung für Minimalisten habe ich mich zwar darüber beklagt, dass mir langsam die Lust an der Besprechung von Lightroom-Alternativen vergangen ist – nach DxO PhotoLab, ACDSee, ON1 Photo RAW und Darktable. Aber einer geht trotzdem noch, fand ich. Und darum ist jetzt Capture One von Phase One an der Reihe.

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Es dauert eine ganz schöne Weile, bis man in dieser Software endlich zum Arbeiten kommt.

Die Software verwirrt nach der Installation mit dem Dialog «Bitte wählen Sie Ihr Capture One 11 Produkt». Er bietet die Optionen Pro, Pro (für Sony), Express (für Sony), DB, Enterprise und Kulturerbe an, die für einen nicht eingeweihten Nutzer grad überhaupt keinen Sinn ergeben. Kulturerbe? Muss man bei der UNO arbeiten, um diese Software zu verwenden?

Ich klicke auf die oberste Option Pro, und habe dann die Funktionen Testen, Kaufen und Aktivieren zur Verfügung. Wenn man probehalber auf Kaufen klickt, sieht man sich wiederum mit einer erschlagenden Auswahl an Möglichkeiten konfrontiert: Pro Yearly Subscription für 180 Euro, Pro Full license für 332 Franken, Pro + Styles Full License für 393.40 Franken statt 562 Franken, Pro Sony für 88 Franken, Pro Yearly Subscription pay Monthly für 20 Euro pro Monat, und so weiter… insgesamt sieben Varianten, mit Preisangaben mal in Euro, mal in Franken. Was ist aus dem guten alten KISS-Prinzip geworden?
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Fotobearbeitung für Minimalisten

So langsam reicht es mir ein bisschen mit Bildbearbeitungsprogrammen: Nach den Tests von ACDSee (ACDSee bietet Lightroom die Stirne), ON1 Photo RAW (So einfach ist es nicht, gegen Adobe anzustinken), Photolemur (Dieser Bilder-Autopilot kriegt nicht jede Kurve) und Darktable (Auf die dunkle Seite wechseln?) gelüstet es mich nach einer anderen Softwarekategorie. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, heute DxO PhotoLab anzusehen.

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Wer Details mit lokalen Korrekturen verbessern will, kann sich in DxO PhotoLab austoben.

Das Programm stand hier als Alternative für Lightroom zur Debatte – allerdings mit der Einschränkung, dass es nur Bearbeitungen vornimmt. Doch davon lasse ich mich erst einmal nicht abschrecken. PhotoLab kostet, um das vorwegzunehmen, 129 Euro in der normalen Variante, der «Essential Edition». Die «Elite Edition» ist mit 199 Euro nicht gerade günstig und bietet hauptsächlich Funktionen, die wahrscheinlich wirklich nur die Fotografie-Elite benötigt. Beispielsweise RAW-Rauschminderung (naja, hat die Foto-Elite keine Kamera mit lichtstarkem Bildsensor), ein Anti-Moiré-Werkzeug und Farbkalbrierung. Elite-Funktionen, die man vielleicht auch als nicht-elitärer Fotograf benötigen könnte, sind die Funktion namens «Mehrere Outputs» (ich nehme an, das meint einen Mehrfach-Export) und die Möglichkeit, Presets zu bearbeiten. Letztere würde ich eigentlich als essentiell erachten. Man kann Presets immerhin auch mit der Essential-Version erstellen.

Auch diese Software kommt mit einer schwarzen Oberfläche in der Lightroom-typischen Aufteilung daher. „Fotobearbeitung für Minimalisten“ weiterlesen

ACDSee bietet Lightroom die Stirne

Also, die Suche nach einem Lightroom-Ersatz geht in die nächste Runde. Nach dem Beitrag So einfach ist es nicht, gegen Adobe anzustinken hat sich Manuel wieder gemeldet und DxO PhotoLab sowie ACDSee ins Feld geführt. DxO PhotoLab ist mir auch schon begegnet, aber ich habe sie mir noch nie genauer angeschaut. Und wie Manuel schreibt, fehle die Bildverwaltung. Die gehört aber mit dazu, wenn es darum geht, Lightroom abzulösen. Deswegen werde ich mir diese Software gerne ein anderes Mal ansehen, hier und jetzt aber ACDSee besprechen.

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Enormer Funktionsumfang, gewöhnungsbedürftige Oberfläche. (Originalbild: David Bartus/Pexels, CC0)

Die Software gibt es schon seit ewig. Ich habe sie 2005 im Beitrag Per Autopilot zu schöneren Bildern für den Publisher besprochen. Damals waren die automatischen Bildverbesserungen noch Raketenwissenschaft – heute gibt es sie in Programmen, die auf Facebook beworben werden.

Doch ACDSee war schon 2005 ein Veteran: „ACDSee bietet Lightroom die Stirne“ weiterlesen

So einfach ist es nicht, gegen Adobe anzustinken

Neulich ging es im Beitrag Auf die dunkle Seite wechseln? um die Lightroom-Alternative Darktable. In den Kommentaren hat mir Oliver das Programm ON1 Photo RAW zur Inspektion empfohlen.

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Viele Schiebregler, wie man das von so einer Software erwartet.

Eine solche soll hier natürlich sofort erfolgen. Als erstes fällt die Downloadgrösse auf: 1 GB für die Windows-Version, sogar 1,1 GB für die Mac-Variante. Muss das wirklich so riesig sein? Ich weiss, die Grösse von Softwareprogrammen ist für viele nicht wirklich ein Thema. Ich frage mich allerdings schon, ob in solchen Fällen wirklich jedes KB unverzichtbar ist. Aber gut, wenn die Software dafür umso umfangreicher ist?

ON1 Photo RAW 2018.5 heisst die Software mit vollem Namen und etwas unsinnigerweise: Was bedeutet 2018.5? Ist es die Mai-Ausgabe dieses Jahres? Wie auch immer. Die Oberfläche beim ersten Start erinnert sowohl an Lightroom als auch an Darktable: Sie ist in schwarz gehalten. Es gibt Bedienfelder links und rechts. Und dazwischen ein Bereich für die Fotos, wo entweder viele Fotos als Raster angeordnet sind oder aber ein Foto in Gross für die Bearbeitung geöffnet werden kann.

Links gibt es die Instrumente fürs Navigieren durch die Datenbestände. „So einfach ist es nicht, gegen Adobe anzustinken“ weiterlesen

Auf die dunkle Seite wechseln?

Lightroom ist eine tolle Software, die einen eklatanten Nachteil hat: Sie stammt von Adobe und ist daher den fragwürdigen Marketingentscheidungen dieses Konzerns unterworfen. Seit Oktober 2017 kann man die Software nicht mehr kaufen1, sondern nur noch mieten. Lightroom CC kostet mindestens 11.85 Franken pro Monat. Das sind gut 140 Franken pro Jahr. Das ist teuer, wenn man die Software (wie ich) nur sporadisch benutzt hat. Denn die Kaufversion, die man aber auch zwei, drei oder noch mehr Jahre nutzen konnte, kostet etwa gleich viel.

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Darktable sieht aus wie Lightroom und funktioniert recht ähnlich. (Geladenes Bild: David Bartus/Pexels, CC0)

Es stellt sich die Frage nach den Alternativen. Alternativeto.net (Alternativen zu einem unersetzlichen Webdienst) schlägt nebst Digikam und Raw Therapee auch Darktable vor. Das klingt, schon dem Namen nach, als Nachbau oder vielleicht auch als Gegenentwurf zu Lightroom – und soll hier daher einer Prüfung eingehenden unterzogen werden.

Die Software ist unter darktable.org als Open-Source-Programm erhältlich – nicht nur für Windows und Mac, sondern auch für diverse Linux-Geschmacksrichtungen und Solaris. Die Optik erinnert sehr an Lightroom: Der Hintergrund ist in Schwarz gehalten und die Aufteilung der Arbeitsfläche mit den Leisten links, oben und rechts wirkt auf Lightroom-Nutzer sofort vertraut. Diese Leisten können über kleine Dreieckssymbole ein- und ausgeklappt werden, wie man das von Lightroom her kennt.

Es gibt zwei weitere Parallelen:
„Auf die dunkle Seite wechseln?“ weiterlesen

50 shades of Eskimo

Manche Menschen, besonders Frauen, können offenbar mehr Farben unterscheiden als andere. Das behauptet die Wissenschaft, und das Klischee besagt, dass diese Fähigkeit besonders im Kleiderladen zur Geltung kommt. Und bevor jetzt eine Genderdebatte losbricht: Auch bei den Männern ist es so, dass manche deutlich lieber in Kleiderläden gehen als andere.

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Die chromgelbe Giraffe…

Jedenfalls ist Farbnamen (1 Franken für iPhone/iPad) eine lustige kleine App, die weiterhilft, wenn einem die Worte für eine bestimmte Farbe fehlen. Das kommt schliesslich häufig vor: Diese Farbe ist natürlich blau, aber eben ein bestimmtes Blau, das sicher einen eigenen Namen hat. Und wie heisst dieses Rot, das ins Orange tendiert? Und dieses Braun, das nicht kackbraun, sondern … ihr kennt das sicher auch. Wir sind schliesslich keine Eskimos und haben darum nicht 50 Begriffe für Schneeweiss.

Die App benennt Farben über die Kamera. „50 shades of Eskimo“ weiterlesen