Reichweite dank Facebook-Werbung?

Facebook reibt mir mit einer gewissen Aufdringlichkeit den Vorschlag unter die Nase, die Reichweite meiner Inhalte mittels Werbung zu vergrössern. Geschaltet werden soll diese Werbung, wenig überraschend, natürlich auf Facebook.

Neulich habe ich mich breitschlagen lassen. Ich habe vor Kurzem den Beitrag Wenn dein Arbeitgeber dein iPhone löschen will veröffentlicht. Er hat in den sozialen Medien für Diskussionen gesorgt und zeichnete sich durch eine deutlich längere Halbwertszeit als ein normaler Blogpost hier aus. Eine gute Ausgangslage, dachte ich. Es geht mir um die Klärung der Frage, ob es sich lohnt, einem solchen Beitrag einen kleinen Schubs zu geben – um ihn noch weiter unter die Leute zu bringen.

Ich habe für dieses Experiment den exorbitanten Betrag von 5 Franken aufgeworfen. Ich habe mir davon nun nicht unbedingt den globalen Durchbruch als Erfolgsblogger versprochen. Aber mich hat sehr interessiert, was die Auswirkungen einer solchen Investition sein würden.

Wenn man nicht deswegen Geld für Werbung ausgibt, um nachher darüber zu bloggen, sollte man sich natürlich vorab ein paar Gedanken zu realistischen Zielen zu machen: „Reichweite dank Facebook-Werbung?“ weiterlesen

Morbus Facebook

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Pillen helfen leider auch nichts. (Bild: Hastywords/Pixabay, CC0)

Es wäre wahrscheinlich besser, Twitter und Facebook einfach abzuschalten – die Plattform befördern vor allem Dummheit und niedere Instinkte. Es bedeutet nicht, dass man sich nicht was Neues einfallen lassen darf – nachdem wir alle aus den Fehlern gelernt haben.

Das war neulich ein frustrierter Tweet von mir. Ich hatte auf Facebook mal wieder eine deprimierende Erfahrung gemacht. Ein Mann des öffentlichen Lebens, Politiker und Gemeinderat hier in der Stadt für eine freibeuterische Splitterpartei, hatte einen deplatzierten Facebook-Kommentar über eine Juso-Politikerin verteidigt. Das hat Widerspruch hervorgerufen. Doch der Mann machte das, was Leute in solchen Situationen häufig tun: Er stellte sich auf die Position, die Kritik an seinen Aussage sei bloss ein Beleg, wie Recht er doch eigentlich habe. Und er war sich offensichtlich nicht im Klaren darüber, dass man eine Aussage wie, paraphrasiert: «Die Frau leidet darunter, dass sie noch nicht mal einer vergewaltigen will» einfach nicht verteidigen sollte – selbst wenn man besagte Frau nicht mag.

Zwei Dinge haben mich betrübt: „Morbus Facebook“ weiterlesen

Meine Strategie gegen den Facebook-Datenhunger

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Wo man im Web sonst noch so herumhüpft, bleibt Herrn Zuckerberg verborgen. (Bild: Kaique Rocha/Pexels.com, CC0)

Im Nerdfunk haben wir in der Folge Das himmelblaue Chilbimonster den Facebook-Skandal analysiert. Kevin und ich sind zum Schluss gekommen, dass wir beide nicht in die #DeleteFacebook-Rufe einstimmen werden. Aber wir beide nutzen dieses datenhungrige Biest so, dass es uns nicht wehtun würde, wenn sämtliche dort gespeicherten Daten geklaut, verschachert oder öffentlich gemacht würden. Das heisst für mich, dass ich die allermeisten Dinge sowieso öffentlich poste und Beiträge verbreite, die ich auch über Twitter oder auf was für Kanälen auch immer verbreiten würde. Das heisst leider nicht, dass Facebook nicht trotzdem sehr viel über mich erfährt – und unter Umständen mehr, als mir lieb ist.

Das hat zum einen mit der sozialen Struktur zu tun: Da man sich mit Leuten verbindet, ergibt sich eine Abbildung des Beziehungsgeflechts. Und die kann unter Umständen aufschlussreich sein und indirekte Rückschlüsse auf Gesinnung, politische Einstellungen und Vorlieben zulassen. „Meine Strategie gegen den Facebook-Datenhunger“ weiterlesen

Als Facebook noch eine Unbekannte war

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Facebook: Seit zehn Jahren da und nicht gewillt, wieder zu verschwinden. (Bild: LoboStudioHamburg/pixabay.com, CC0)

Facebook ist 2004 gegründet worden. Hierzulande hat man Ende 2007 angefangen, vom sozialen Netzwerk Notiz zu nehmen. Der Tagesanzeiger hat am 26. September 2007 zum ersten Mal über die Plattform geschrieben: «Facebook entwickelt sich zu einem der gesuchtesten Partner im Internet. Die Plattform ist mit weltweit über 42 Millionen eingetragenen Nutzern nach Myspace die grösste soziale Kontaktbörse.» Wenn man der Mediendatenbank SMD glauben darf, war das erste Medium, das Facebook überhaupt wahrgenommen hat, die NZZ. Claude Settele schrieb dort am 28. April 2006:

Erfolgreich sind auch die Studenten-Plattform Facebook oder Googles Orkut, die fast zu drei Vierteln von Brasilianern bevölkert wird. Hierzulande gehören MSN Spaces, Youths.ch und Meinbild.ch zu den frequentierten Adressen, aufstrebend ist die im Februar gestartete Site Klassenfreunde.ch, die 170 000 Mitglieder zählt.

meinbild.ch gibt es übrigens noch und Klassenfreunde heisst jetzt stayfriends.ch. Ich kann mich erinnern, dass ich die auch irgendwann Ende 2007 auf Facebook gestossen bin. Ich habe die Sache beobachtet, bin irgendwann im Verlauf von 2008 beigetreten und hielt am 27. Oktober 2008 die Zeit für gekommen, Facebook als Tipp der Woche vorzustellen: «Facebook hilft, weltweite Kontaktnetze zu knüpfen», hiess der Titel:

Facebook.com hat sich seit dem Start im Jahr 2004 zu einer der grössten Kontaktplattformen im Web gemausert. Im August feierte der Gründer und Selfmade-Milliardär Mark Zuckerberg den 100-millionsten Teilnehmer. Grösser ist nur Myspace.com, eine vergleichbare Community für Teenager und junge Nutzer.

Es war damals nötig, genau zu erklären, wie die Sache funktioniert:
„Als Facebook noch eine Unbekannte war“ weiterlesen

So geht entfreunden

Ich bilde mir ein, ziemlich umgänglich zu sein. Nicht nur im richtigen Leben, sondern auch online. Das führt dazu, dass ich in sozialen Medien selten unversöhnliche Gräben aufreisse und höchstselten entfreundet oder geblockt werde. Man könnte sich sogar auf den Standpunkt stellen, dass ein Journalist mit einer pointierten Meinung mehr anecken müsste. Denn klare Positionen einnehmen und von allen geliebt werden, das geht nun einmal nicht.

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Naja, ganz so schlimm ist es nicht. (Bild: geralt/pixabay.com, CC0)

Immerhin: Vor Jahren habe ich es geschafft, von @freichgeist geblockt zu werden. Das allerdings noch nicht einmal wegen einer öffentlich ausgetragenen Meinungsverschiedenheit, bei der ich es ihm so richtig gezeigt und er als schlechter Verlierer nur noch eins zu tun wusste. Nein, es ging um einen Retweet. Ich weiss den Inhalt nicht genau, aber weil ich noch einen kurzen eigenen Kommentar dazu schreiben wollte, habe ich den Tweet auf eine Weise gekürzt, die ihm nicht gefiel. Heute wäre das kein Problem, weil man Tweets zitieren kann: Der Originaltext bleibt erhalten, und man hat fast die volle Zeichenzahl (280 statt wie damals nur 140) für seinen eigenen Senf zur Verfügung. Man kann also sagen, dass dank des technischen Fortschritts die Welt auf Twitter eine friedlichere ist. Bzw. wäre, wenn es auf Twitter nicht so viele Idioten gäbe.

Was nun @frechgeist angeht, habe ich mich, wie ich das auch im richtigen Leben getan hätte, entschuldigt. Doch das hat ihn nicht gerührt – weswegen ich heute dazu neige, ihn für mich @kleingeist zu nennen.

Aber darum geht es heute gar nicht. Sondern um den Fall von Facebook, wo mich das Schicksal des Entfreundetwerdens neulich ereilt hat. „So geht entfreunden“ weiterlesen

Nichts liken, was nicht gelikt gehört!

Heute geht es um eine Kleinigkeit – die aber wichtig genug ist, um er einen eigenen Beitrag zu widmen. Immer wieder sehe ich es auf Facebook, dass Leute Dinge mit einem Gefällt mir (a.k.a. Like) versehen, die sie nicht im geringsten gut finden. Die AfD, die Nobillag-Seite, irgendwelcher Verschwörungskram und was es auf Facebook sonst noch für abartiges Zeugs gibt.

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Ein Daumen nach oben ist ein Daumen nach oben. (Bild: Piotr Łohunko/tookapic.com, CC0)

Wenn man sie dann fragt, warum sie solches tun, schauen einem die Leute treuherzig in die Augen (bzw. in ihren Monitor, an dem sie gerade auf Facebook ihre Rechtfertigung verfassen) und erklären, dass sie das aus Gründen der Beobachtung tun. Know your enemies, sagen die einen. Und die etwas weniger martialischen Zeitgenossen sprechen von Konkurrenzbetrachtung oder nüchtern von Recherche.

Das Problem ist natürlich, dass ein Like explizit Zustimmung und Sympathie ausdrückt. „Nichts liken, was nicht gelikt gehört!“ weiterlesen

Schrödingers Katze hat zwei Meinungen

Der Unfalltod von Ueli Steck hat letzte Woche, nebst dem fulminanten Start von Repulik.ch, in meiner Timeline virtuelle Wellen geworfen. Es hat sich sehr schnell eine Kluft aufgetan. Auf der einen Seite gab es denjenigen, die betroffen waren (sind) und ihre Anteilnahme ausgedrückt haben. Auf der anderen Seite gab es Leute, die zum Ausdruck brachten, dass hier einer bewusst ein extremes Risiko eingegangen ist und den Tod gefunden hat. Das sei dann quasi Berufsrisiko – und somit kein Grund für Mitgefühl.

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Den Berg zu besteigen, scheint genauso schwierig, wie auf Facebook eine vernünftige Debatte zu führen. (Bild: Nepal 31 von Sam Hawley/Flickr.com, CC BY 2.0)

Ich habe ab und zu diese Momente, wo ich es bedauere, nicht Philosophie studiert zu haben. (Ich habe mal ein Semester damit zugebracht, dann aber vor der Lektüreliste kapituliert.) Es werden nämlich zwei Fragen aufgeworfen. Erstens: Warum verstehen die einen Leute dieses Bedürfnis, sich in Gefahr zu bringen, um «einen Traum zu leben»? (Die Anführungszeichen drücken aus, dass die Redewendung sehr abgegriffen ist, mir aber nichts weniger Floskelhaftes eingefallen ist.)

Und warum haben andere dafür überhaupt kein Verständnis, sondern halten Extrembergsteiger, Basejumper, Autorennfahrer für rücksichtslos? Diese Fraktion vertritt den Standpunkt, solche Adrenalinjunkies seien Egoisten, die sich nicht darum kümmern, dass sie ihrem Umfeld ständig Angst und Sorge bereiten und im Fall eines Unglücks auch die Trauer über den verfrühten Verlust aufbürden.
„Schrödingers Katze hat zwei Meinungen“ weiterlesen

Meine liebsten Anti-Idioten-Facebook-Seiten

Die Welt ist nicht flach – und die Pointen auf diesen Facebook-Seiten sind es auch nicht.

Hooligans gegen Satzbau ist meine absolute Anti-Idioten-Facebook-Lieblingsseite des Moments. Mit Humor gegen die Menschenfeinde anzustinken, ist eine sehr menschliche Haltung. Und die Idee, den Patrioten und Nationalisten die Mängel bei ihren muttersprachlichen Fähigkeiten unter die Nase zu reiben, hat zwar etwas Oberlehrerhaftes. Andererseits ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen, dass jemand, der sein Land und seine Herkunft angeblich so liebt, sich auch um die Muttersprache bemühen sollte. Abgesehen davon ist die hier gebotene Veralberung einfach grossartig.

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«The Flat earth society has members all around the globe» – ein Evergreen vom Aluhut (siehe auch hier).

Der goldene Aluhut hat natürlich mit meiner skeptischen Ader zu tun. Wenn ich mir eine neue Verschwörungstheorie der Woche aus den Fingern sauge, neige ich dazu zu vergessen, dass es Leute gibt, die den Schwachfug ernst nehmen. Was eigentlich völlig okay ist. Weswegen man diese Facebook-Seite auch einfach ihres Unterhaltungswerts konsumieren kann.

Zentralrat der wahnwichtelnden Aluhutträger gehört in die gleiche Kategorie: Chemtrailers, Flatearthers, Reichsbürger und Orgoniten… wie soll man denn anders, als dann und wann mal ein Witzchen auf deren Kosten zu machen?

Perlen des Lokaljournalismus und Kurioses aus der Presseschau sind bei mir in der Rubrik «Selbstkritik» verbucht, da ich Pressemensch bin und Lokaljournalist war. Natürlich nähre ich heimlich die Befürchtung, irgendwann einmal mit einem meiner Erzeugnisse auf einer dieser Seiten vertreten zu sein. Vielleicht sollte ich es offensiv angehen und einfach hinter mich bringen? Denn weniger schlimm als ein Auftritt ei den anderen Seiten wäre das schliesslich allemal…

PS: Erwähnen könnte ich auch Chat von gestern Nacht, Der Postillon und ZDF heute-show. Aber die kennt ihr ja alle schon.

So wird Facebook ein bisschen weniger böse


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Das Patentrezept vom letzten Sonntag beschäftigt sich mit Facebook: Es gibt Tipps, wie man die Privatsphäre optimiert, Tracking verhindert, obsolete Dritt-Apps abkoppelt und das soziale Netzwerk auf seine Bedürfnisse anpasst. Besonders nett: Mit Socialfixer.com kann man sogar die Optik anpassen und Postings zu unliebsamen Stichworten ausblenden.
„So wird Facebook ein bisschen weniger böse“ weiterlesen

Hey Zuck, what the fuck?

Facebook hat die lästige Angewohnheit, eine Warnung anzuzeigen, wenn ein Link von stadtfilter.ch gepostet wird. Ich sehe die jedes Mal, wenn ich eine unserer Radiosendungen versozialmedialisieren will und von verschiedenen Seiten hat man mich deswegen angefragt. Facebook behauptet nämlich folgendes:

Ein von dir geteilter Link scheint eventuell unsicher zu sein. Bitte lösche den Link: stadtfilter.ch
Wenn du sicher bist, dass du den Link teilen möchtest, führe die nachstehende Sicherheitskontrolle durch.
Wenn du glaubst, dass du das irrtümlicherweise siehst, bitte teile uns das mit.

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Heisst übersetzt: «Willst du dich wirklich aus dem schönen, sicheren Facebook ins grosse, gefährliche Internet bewegen?!»

Die «Sicherheitskontrolle» besteht aus einem simplen Captcha. Da fühle ich mich zu dem Ausruf gezwungen, den ihr im Titel findet. „Hey Zuck, what the fuck?“ weiterlesen