Wer in Textverarbeitungs-Abgründe geblickt hat

Im Beitrag Jaaaaaaa! habe ich, man muss es leider sagen, eine Tirade abgelassen. Gelästert und geschnödet. Und mich völlig undankbar gezeigt, wo die Open-Source-Community doch wunderbare Arbeit leistet und mit Libre Office und Open Office zur Softwarevielfalt beiträgt und uns dringend benötigte Auswahlmöglichkeiten liefert.

Der Beitrag hat auf Twitter ein paar Wellen geworfen. Da wurde zu Recht kritisiert, dass Microsoft Office wegen der Trägheit der Nutzer zu dem Status gelangen konnte, den es heute noch immer hat. Und mir ist eingefallen, dass ich immer wieder höre, dass an den Schulen eine Office-Lektion schon als Informatikunterricht gilt. Und zwar offenbar so, dass die Schüler dann lernen, wo sie in Word klicken müssen, um ein neues Dokument zu machen.

Statt die Benutzung von Anwendungen zu lehren, müsste man natürlich die grundsätzlichen Prinzipien von Textverarbeitung und Tabellenkalkulation vermitteln. Das hätte zur Folge, dass der Nutzer nicht aufgeschmissen wäre, wenn er nach einem Update plötzlich mit einer leicht veränderten Benutzeroberfläche konfrontiert ist. Er würde sich sogar zurechtfinden, wenn er plötzlich mit Libre Office arbeiten müsste.

Und er würde, wie Martin Steiger bemerkt, ein paar grundsätzliche Dinge berücksichtigen:

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Jaaaaaaa!

Also, ich komme anscheinend nicht darum herum, einmal einen Blogpost nur über freie Bürosoftware zu schreiben. Und hier ein für alle Mal öffentlich festzuhalten: Jaaaaaa, ich kenne Open Office! Jaaaaa, ich habe auch schon mit Libre Office gearbeitet. Und jaaaaaa, ich finde es toll, dass es diese Programme gibt.

Und wenn ihr bei dieser Einleitung einen passiv-aggressiven Unterton herausgehört habt: Jaaaaa, gut gemacht!

Nein, im Ernst und in aller Freundschaft: Ihr wisst, dass ich ein Fan freier und offener Software bin. Ich kenne auch die Bedeutung von Open Office: Es wäre in der Blütezeit verheerend gewesen, wenn Microsoft diese Konkurrenz nicht gehabt hätte. Wir wissen, wie dominant Microsoft Office über Jahre war. Da war es dringend nötig, dass ein Stachel im Fleisch des Branchenführers steckte. Er hat die zur Überheblichkeit neigenden Software-Götter in Redmond daran erinnert, dass sie es nicht übertreiben dürfen. Denn ihre Produkte sind nicht alternativlos. Die Nutzer können, wenn es ihnen zu bunt wird, wechseln und sich jegliche Lizenzzahlungen an Microsoft sparen. Und viele Leute konnten und können sich die vergleichsweise teuren Produkte nicht leisten. Es ist toll, dass sie eine Ausweichmöglichkeit haben.

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Open office: Eine Software wie ein Trip zwanzig Jahre in die Vergangenheit.

Was mich etwas nervt, ist die Penetranz Hartnäckigkeit der Fans aus dem Lager der freien Software. Das gilt für die Verfechter von Linux (siehe hier). „Jaaaaaaa!“ weiterlesen

Ist Office noch ein Ding?


Microsoft bringt Office 2019: Lohnt sich dieses Update?

Office 2019 ist so halb erschienen: Die Unternehmenskunden können die Software bereits beziehen, für die anderen erscheint der Nachfolger von Office 2016 irgendwann demnächst. Für mich Anlass für zwei Dinge: Erstens für obiges Video, das die wichtigsten Neuerungen vorstellt.

Zweitens für die Frage im Titel: Ist Office noch ein Ding? Und braucht die Software überhaupt noch Updates, oder könnte man sie als zu Ende entwickelt betrachten und dementsprechend Updates geflissentlich ignorieren?

Die Antwort lässt sich natürlich nicht verallgemeinern, sondern hängt davon ab, was man tut, wie oft, für wen und mit welchem Anspruch. „Ist Office noch ein Ding?“ weiterlesen

Lizzie, sag mal, was mich an Powerpoint nervt


Wie Sie der Folienhölle entkommen.

Dieses Video zu den Powerpoint-Alternativen war sehr stark vom Post Powerpoint? Braucht das noch einer oder kann das weg? hier im Blog inspiriert. Das liegt daran, dass ich erst einmal eine Auslegeordnung machen musste, um zu entscheiden, wie ich dieses Video denn aufgleisen soll. Ich hatte sosehr mit Powerpoint gerungen, dass ich zweimal kurzfristig auf ein anderes Thema umgeschwenkt bin. Bei den gescheiterten Anläufen standen die die ästhetischen Aspekte im Vordergrund. Die anzugehen, ohne schulmeisterlich zu wirken, entpuppte sich als fast unmöglich. Die Herangehensweise, Alternativen vorzustellen und einige wenige ästhetische Tipps als «Würze» zu benutzen, hat IMHO dagegen ausgezeichnet funktioniert. Darum bin ich ein bisschen stolz auf das Resultat.

Ich hatte jedenfalls den Ehrgeiz, nicht ausschliesslich die gleichen Dienste vorzustellen wie im Blog. Darum habe ich das Aufgebot von Prezi, Sway, Google Presentation und Slides.com um zwei neue, besonders abgefahrene Dienste bzw. Apps ergänzt.
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Powerpoint? Braucht das noch einer oder kann das weg?

Kevin und ich habe neulich eine Sendung über Office gemacht, mit der Frage: Haben die dicken Bürosuiten ihren Status als «Standardsoftware» inzwischen eigentlich verloren? Ich merke, dass Word heute mehr aus Gewohnheit denn aus echter Notwendigkeit heraus benutze. Am iPad schreibe ich oft in der Notizen-App, weil die automatisch mit dem Macbook synchronisiert und ich dort dann mit dem Text das anstellen kann, was ich anstellen möchte. Die Manuskripte für den Nerdfunk sind früher in Word entstanden. Heute schreibe ich sie bei Google Docs, weil ich sie für alle Sendungsteilnehmer freigeben kann und man keine Mails mit Abläufen und möglichen Themenpunkten in der Weltgeschichte herumzuschicken braucht. Und der Windows-Editor ist bei mir noch immer hoch im Kurs.

Doch wie sieht es eigentlich in Powerpoints Domäne aus? Das ist eine Software, die ich selbst nicht ernsthaft benutze, weil ich selten klassische Präsentationen abhalte. Und wenn ich sehe, wie andere Leute Powerpoint benutzen, dann waren das meistens abschreckende Erfahrungen: Eine Folie nach der anderen, voller Aufzählungszeichen, hohlen Schlagworten und Marketingphrasen. Ich würde nicht so weit gehen, Powerpoint als Folterinstrument zu bezeichnen. Aber ein Segen für die Menschheit ist das Programm nicht.

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«Noch eine Folie?! Noch mehr Aufzählungszeichen?! Wirklich?!?!» (Bild: Kaboompics/Pexels.com, CC0)

Darum die Frage: Gibt es brauchbare Alternativen? Eine kleine Übersicht:
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Ein Zückerchen für PDF-Nutzer

Hier und hier mich mit der Erstellung und dem Bearbeiten von PDF-Dateien beschäftigt und auch smallpdf.com vorgestellt. Dort kann man ohne Extra-Software Dateien verkleinern, umwandeln, Seiten drehen und herauslösen, und vieles mehr.

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Zwei Dutzend PDF-Werkzeuge.

Da es immer gut ist, notfalls eine Alternative in der Hinterhand zu haben, hier der Hinweis auf pdfcandy.com: Ein Webdienst, der ähnliches tut und noch ein paar Funktionen bereithält, die es bei SmallPDF nicht gibt: Man kann auch das ODT-Format von OpenOffice/LibreOffice umwandeln (ideal, wenn man ein solches Dokument erhalten hat, das man nur lesen, nicht aber bearbeiten möchte, und gerade kein Open-Office zur Hand hat). „Ein Zückerchen für PDF-Nutzer“ weiterlesen

Endlich: PhraseExpress für den Mac!

Es ist ein offenes Geheimnis1, dass der Textbausteinverwaltungssoftware PhraseExpress bei meiner Arbeit eine zentrale Rolle zukommt. Darum war ich umso erfreuter festzustellen, dass die lange angekündigte Mac-Version nun Gestalt annimmt. Es gibt eine Beta-Version, die kostenlos getestet werden darf – was ich umgehend getan habe.

Der erste Eindruck: Die Software funktioniert schon recht gut und tut, was sie sollte. Ich habe somit meine essenziellen Textbausteine und meine Hilfsmittel zur Steigerung der Effizienz auch am Macbook zur Verfügung – toll! Das macht mein Leben einfacher, zumal ich aus Gründen sehr viel weniger am Windows-PC, sondern am Laptop arbeite. Was mit einem Baby auf dem Arm einfach leichter geht.

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Die Oberfläche kann noch etwas Politur vertragen – das Programm funktioniert aber schon recht gut.

Einige Dinge sind mir aufgefallen:

Die Mac-Version kann die Phrasen-Datei der Windows-Version nicht öffnen2. „Endlich: PhraseExpress für den Mac!“ weiterlesen

Etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat


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Ich bin ein Fan vom PDF-Format (oder, wie pingelige Leute schreiben würden: vom PD-Format, weil PDF ja für Portable Document Format steht): Es ist der Pfeiler, auf dem meine Dokumentenverwaltung steht, und vielen Leuten dürfte es auch so gehen.

Natürlich, das Drumherum ist bei PDF alles andere als erfreulich: Adobe nutzt es als Milchkuh und verkauft unverzichtbare Funktionen teuer über die Acrobat-Software, statt dafür zu sorgen, dass sie kostenlos in jedem Betriebssystem zur Verfügung stehen, wie das für eine Basistechnologie der Fall sein müsste. „Etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat“ weiterlesen

Der PDF-Trick für iOS

Ein Dokument als PDF speichern zu können, ist IMHO eine elementare Funktion, die jedes Betriebssystem zur Verfügung stellen muss. Per PDF fängt man flüchtige Inhalte ein und kann sie nachträglich dokumentieren. OS X beherrscht den PDF-Trick seit längerem. Bei Windows ist es seit Kurzem möglich. Und es geht sogar bei iOS, dem Betriebssystem fürs iPhone und iPad. Auch wenn der Weg alles andere als offensichtlich ist.

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In der Druckvorschau die Vorschau grosszoomen…

Um eine PDF-Datei zu erstellen, bemüht man den Befehl Drucken, der hoffentlich in der fraglichen App vorhanden ist. Normalerweise findet man ihn über das Teilen-Symbol. Es ist am Rechteck mit dem Pfeil nach oben erkennbar. Im Druckdialog nutzt man die Seitenvorschau. „Der PDF-Trick für iOS“ weiterlesen

Kreative Texte (trotz Word)


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Warum gibt es Word heute noch? Nicht, weil das Programm ein grossartiger Wurf softwareingeniöser Schaffenskraft wäre. Im Gegenteil: Word hat viele Mängel und ist ein Moloch. Doch es wird Ende der 1980-er Jahre vielen so gegangen sein wie mir: Als wir damals erstmals mit Computern in Berührung kamen, war Word eines der Programme, mit denen wir uns am intensivsten auseinandergesetzt haben. Die Computerwelt war neu und aufregend, und was Word alles ermöglichte, war grossartig. Was mich angeht, habe ich vorher meine Texte mit der Maschine geschrieben. Die hatte zwar einen Speicher für um die 16’000 Zeichen und rudimentäre Bearbeitungsmöglichkeiten. Im Vergleich dazu war die Combo aus Compi und Textverarbeitung grossartig!

So wurde Word zum Inbegriff einer Textverarbeitung: Sie ist für viele Leute genauso, wie eine Textverarbeitung sein muss. Und zwar einfach, weil wir schon so lange damit arbeiten, dass uns der Anblick des Fensters (trotz des Ribbons) derart vertraut ist.

Dabei ist Word ja eigentlich keine Textverarbeitung, sondern eine Verarbeitung für Bürotexte und geschäftliche Kommunikation. „Kreative Texte (trotz Word)“ weiterlesen