Die Doktorarbeit würde ich trotzdem nicht in Google Docs schreiben

Der Beitrag mit den 14 Tipps zu Google Docs neulich hier im Blog hat erfreulich viel Resonanz ausgelöst. Ich gab daher einem guten alten journalistischen Reflex nach, der besagt, dass man doch gleich noch eine Schippe nachlegen könnte.

Und zwar in Form eines Patentrezept-Videos. Denn Google Docs hat inzwischen eine breite Nutzerschaft. Ich habe bei der Recherche zu dem Beitrag herausgefunden, dass die Schweizer Hochschulen Google Docs nun offiziell anbieten: «Das Angebot der G Suite bildet daher eine bedürfnisgerechte Alternative für Studierende, Dozierende, Mitarbeitende und Alumni von Schweizer Hochschulen zu anderen Diensten», heisst es in einer Pressemeldung der Switch, der Stiftung für die Vernetzung der Schweizer Hochschulen.

Wenn ich an dieser Stelle ein kleines Fragezeichen machen darf: Ich wundere mich, dass viele Unternehmen Google Docs trotz der Vorbehalte der Cloud einführen. „Die Doktorarbeit würde ich trotzdem nicht in Google Docs schreiben“ weiterlesen

Unterschriften auf digitale Dokumente krakeln

Für viele Aufgaben ist ein «richtiger» Computer das bessere Werkzeug als ein Smartphone oder Tablet – davon bin ich weiterhin überzeugt. Doch es gibt Ausnahmen: Digitale Dokumente, die man mit Unterschrift versehen retournieren sollte, nimmt man sich besser am Smartphone vor.

Das iPhone hat eine praktische Funktion, mit der man PDFs unterschreiben kann, sogar direkt in der Mail-App. Darum kommt dieser Tipp auch im Video vor, das im Beitrag Für Leute mit und ohne Sockenhalter vorzufinden ist. Apple beschreibt die Sache im Beitrag Markierungen auf dem iPhone, iPad oder iPod touch verwenden.

Wenn man sich fragt, wie das bei den Desktop-Betriebssystemen aussieht, dann kommt man zu einem zwiespältigen Bild. Apple jedenfalls will sich nicht lumpen lassen. „Unterschriften auf digitale Dokumente krakeln“ weiterlesen

14 Tipps für Google Docs

Heute gibt es eine Handvoll Tipps zu Google Docs – bereits zum zweiten Mal, nachdem ich erst vor kurzem über die besten Erweiterungen für die Office-Apps geschrieben habe (Mehr Stil und Abwechslung in Google Docs).

Und vorab eine Rechtfertigung dafür, weil Google Docs kein Softwareprodukt ist, das mich in Begeisterung versetzen würde: Der Look ist altbacken, die Funktionen sind nicht sonderlich inspiriert. Und Google wird niemals gegen Microsoft anstinken können, weil man Office auch offline nutzen kann. Und das ist unvermeidlich, wenn es um Dokumente mit sensiblem Inhalt geht.

Aber ich komme selbst nicht darum herum, mit Google Docs zu arbeiten. Ich habe einen Arbeitgeber, der Microsoft Office durch die G Suite ersetzt hat. Und auch beim Nerdfunk verwenden wir Google Docs und Tabellen: Dort haben sich die kollaborativen Features für uns im Team bewährt. Und die Software ist auch erfreulich niederschwellig, wenn man einen Gast für ein Dokument dazuholen will.

Also, jetzt aber (fast) ohne weitere Vorreden zu den versprochenen Tipps und Tricks. „14 Tipps für Google Docs“ weiterlesen

Mehr Stil und Abwechslung in Google Docs

Eine der besten Erfindungen in der Softwarewelt sind die Erweiterungen: Sie erweitern den Funktionsumfang. Und zwar ganz gezielt und nicht einfach aufs Geratewohl, wie es bei Software-Weiterentwicklungen normalerweise oft der Fall ist. Denn die Updatepolitik der Softwarehersteller ist oft marketinggetrieben: Es werden Features eingebaut, die sich gut bewerben lassen und die bei den «Entscheidern» in den Unternehmen gut ankommen.

Das Resultat sind nicht unbedingt bessere, sondern überfrachtete Produkte. Die Blähware (Bloatware) ist theoretisch für alle Eventualitäten gerüstet. Praktisch findet man sich als Nutzer bei all diesen auf Vorrat hinzugefügten Befehlen nicht mehr zurecht. Und die hochgezüchteten Softwaremonster starten langsam, brauchen viel Speicher, stürzen auch mal ab oder hängen.

Mit Erweiterungen hingegen installiert man sich genau die Funktionen, die man auch braucht. Wenn man sie nicht mehr braucht, entfernt man sie wieder. Wie gut das funktioniert, sieht man bei den Browsern. Zumindest für Firefox und Chrome gibt es eine riesige Auswahl an Add-ons für alle möglichen und unmöglichen Zwecke.

Natürlich haben die Erweiterungen auch Nachteile: „Mehr Stil und Abwechslung in Google Docs“ weiterlesen

Ein guter Begleiter für Text-Odysseen

In meiner kleinen Reihe zu Markdown-Editoren habe ich mit Drafts 5 (Ein mit allen Wassern gewaschener Editor) schon einen ziemlich heissen Favoriten gefunden. Aber natürlich komme ich um Ulysses nicht herum. Das ist eine App fürs iPhone und iPad und den Mac, die ich 2016 zu einem meiner App-Lieblinge erkoren habe. Und auch im direkten Vergleich von Drafts und Ulysses ziehen manche Ulysses vor – zum Beispiel er hier, der die beiden Apps im Detail verglichen hat.

Seit meinem Test hat sich ein kleines, wesentliches Detail verändert. Es gibt Ulysses nicht mehr kostenlos. Man benötigt zwingend ein Abo, das 7 Franken im Monat oder 49 Franken im Jahr kostet – siehe Beitrag Immer mehr Apps wollen abonniert werden vom August 2017.

Das wirft zwei Fragen auf, nämlich erstens, ob man grundsätzlich gewillt ist, eine App zu abonnieren. Und zweitens, ob 7 Franken pro Monat nicht etwas hoch angesetzt ist.

Ymmv, was das angeht. Für mich war der Wechsel vom Bezahl-Modell – die 25 Franken habe ich seinerzeit gern aufgeworfen – zum Abo ein Grund, abzuspringen.  „Ein guter Begleiter für Text-Odysseen“ weiterlesen

Ein mit allen Wassern gewaschener Editor

Im Beitrag App-mässige Resteverwertung habe ich eine ausführliche Besprechung der App Drafts 5 versprochen. Und hier ist sie auch schon:

Drafts 5 ist ein Markdown-Editor fürs iPhone und iPad, der laut Website des Entwicklers auch für den Mac unterwegs ist. Oder, um genau zu sein: Es ist ein Editor, mit dem die meisten Nutzer hauptsächlich Markdown-formatierte Texte schreiben werden. Er lässt aber auch andere Syntax-Varianten zu, nämlich Multi-Markdown, Simple List, Taskpaper und Javascript.

Ein unscheinbarer Editor – auf den ersten Blick.

Er hat eine simple Oberfläche, die auch auf dem iPhone nicht überladen wirkt. Es gibt eine Dokumentenverwaltung, Tags, Versionsverlauf, Integration mit Siri, der Apple Watch und anderen Apps wie Text Expander und viele Export- und Weitergabemöglichkeiten. Die App kann kostenlos verwendet werden, doch für die Pro-Funktionen zahlt man ein Abo von 21 Franken im Jahr oder zwei Franken im Monat. Die Pro-Funktionen umfassen die Actions, Themes fürs Erscheinungsbild der App und die Icons, Widgets mit einer Möglichkeit zum Teilen von Texten und den Workspaces: Mit denen kann man seine Dokumente noch vielfältiger organisieren.

Da zeigt sich schon, dass der Begriff «Editor» zu kurz greift:  „Ein mit allen Wassern gewaschener Editor“ weiterlesen

Bloatware-Feind Nummer eins

Im letzten Jahr habe ich mit einer kleinen Serie zu Markdown-Editoren begonnen. Die Idee, wie im Beitrag Wir schicken Word in Rente ausgeführt, ist einfach: Wieso sollte man nicht einen simplen Editor anstelle eines aufgeblähten Textverarbeitungsprogramms nutzen? Die Markdown-Codes kann man selbst in einem normalen Texteditor benutzen. Man bräuchte somit noch nicht mal ein spezielles Programm.

Zumindest theoretisch. Praktisch möchte man trotzdem gerne eines nutzen, weil man auf ein bisschen Komfort trotz aller Askese nicht verzichten mag. Und die Zusatzfunktionen sind auch nützlich, einerseits fürs kreative Schreiben, andererseits fürs Gestalten: Da ist die Vorschaufunktion fürs formatierte Dokument, Exportmöglichkeiten für Formate wie PDF oder HTML oder Wort- und Zeichenzählung. Der im Beitrag Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten vorgestellte Editor Typora hat viele solcher Komfortfunktionen zu bieten.

Die Software, um die es heute geht, ist hingegen auf der spartanischen Seite angesiedelt. Es gibt nur die nötigsten Funktionen. Die kann man dafür aber ohne jegliche Installation direkt im Browser verwenden.  „Bloatware-Feind Nummer eins“ weiterlesen

Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten

Das ist der zweite Teil der epischen Saga. Zur Erinnerung: Wir sind mit der Mission aufgebrochen, hier zusammen den schönsten aller Markdown-Editoren zu finden. Heute ist Typora dran. Dieses Programm gibt es kostenlos für Windows, Mac und Linux.

Typora präsentiert sich so minimalistisch, dass man diesen Editor leicht mit dem Windows-Editor (Notepad) verwechseln könnte. Aber nur auf den ersten Blick. Man merkt schnell, dass bei Typora eine Design-Absicht hinter der kargen Erscheinung steckt und nicht bloss Feature-Armut. Es gibt zum Beispiel einen angenehmen Abstand zwischen Fensterrand und Text. Bei Notepad kleben die Buchstaben direkt am Menü und an den Kanten, was nicht schön aussieht. Und die Bildlaufleiste am rechten Rand ist hübscher als der typische Windows-Scrollbalken: Bloss eine dezente, schmale Fläche im Verhältnis des sichtbaren zum ganzen Text.

Oberfläche

Typora hat, anders als die meisten Markdown-Programme, keine zweigeteilte Oberfläche.  „Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten“ weiterlesen

Eine App für Kamele und Sponge Bob

Es gibt ein paar Themen, die in diesem Blog in einer gewissen Regelmässigkeit auftauchen. Das hier habe ich zum ersten Mal 2012 bebloggt – leicht satirisch, was aus heutiger Sicht eine fragwürdige Idee war. 2015 war ein sachlich-serviceorientierter Beitrag an der Reihe: Mit diesem Trick hier spare ich tagtäglich Zeit. Und das tue ich auch heute noch: Der Tipp ist ein echter golden Oldie!

Heute also das gleiche Thema. Es ist nämlich nach wie vor ungelöst und inzwischen auch auf den Mobilgeräten anzutreffen.

Es geht um die Formatierungen, die man via Zwischenablage von der Ursprungsquelle in sein Dokument einschleppt. Anfänglich war das kein Problem, weil mobile Apps typischerweise keine Formatierungen benutzt haben, sondern Inhalte als Nur-Text gespeichert haben. Doch inzwischen gibt es in vielen Apps, zum Beispiel für Mail oder Notizen Unterstützung für Formatierungen. Das alte Ärgernis ist somit wieder da: Man kopiert einen kurzen oder längeren Text und fügt ihn in ein eigenes Dokument ein und bekommt nicht nur den Inhalt, sondern auch die extravaganten Formatierungen mitgeliefert.

Das ist sieht im harmlosesten Fall nur hässlich aus. Manchmal bringt es auch das ganze Dokument durcheinander. Zum Beispiel dann, wenn der Ursprungstext in eine Tabelle gepackt war, die mitkopiert wird.

Darum auch hier wieder einmal die Frage:  „Eine App für Kamele und Sponge Bob“ weiterlesen

Wer in Textverarbeitungs-Abgründe geblickt hat

Im Beitrag Jaaaaaaa! habe ich, man muss es leider sagen, eine Tirade abgelassen. Gelästert und geschnödet. Und mich völlig undankbar gezeigt, wo die Open-Source-Community doch wunderbare Arbeit leistet und mit Libre Office und Open Office zur Softwarevielfalt beiträgt und uns dringend benötigte Auswahlmöglichkeiten liefert.

Der Beitrag hat auf Twitter ein paar Wellen geworfen. Da wurde zu Recht kritisiert, dass Microsoft Office wegen der Trägheit der Nutzer zu dem Status gelangen konnte, den es heute noch immer hat. Und mir ist eingefallen, dass ich immer wieder höre, dass an den Schulen eine Office-Lektion schon als Informatikunterricht gilt. Und zwar offenbar so, dass die Schüler dann lernen, wo sie in Word klicken müssen, um ein neues Dokument zu machen.

Statt die Benutzung von Anwendungen zu lehren, müsste man natürlich die grundsätzlichen Prinzipien von Textverarbeitung und Tabellenkalkulation vermitteln. Das hätte zur Folge, dass der Nutzer nicht aufgeschmissen wäre, wenn er nach einem Update plötzlich mit einer leicht veränderten Benutzeroberfläche konfrontiert ist. Er würde sich sogar zurechtfinden, wenn er plötzlich mit Libre Office arbeiten müsste.

Und er würde ein paar grundsätzliche Dinge berücksichtigen.

Martin Steiger hat dazu ganz treffend Folgendes bemerkt:

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