Es war so ein raffinierter Plan, wie sich Streitereien in den sozialen Medien quasi nebenbei schlichten lassen. Ich habe dafür sogar eine Firefox-Erweiterung programmiert (na ja, programmieren lassen). Wochen später zeigt sich: Das Projekt ist auf ganzer Linie ein Flop. Warum? Eine selbstkritische Analyse.
Schlagwort: Soziale Medien
Facebook, Twitter (X), Instagram, Tiktok, Bluesky, Mastodon – und ab und zu auch einmal Reddit und Tumblr: Hier behandle ich das ganze Panoptikum der (a)sozialen Medien.
W Social will als Gegenentwurf zu Twitter Europa eine starke Stimme in der Sphäre der sozialen Medien verleihen. Der erste Test fällt ernüchternd aus: Mit der Authentifizierung per Passkopie liegen die Eintrittshürden hoch und wegen der starken Anlehnung an Bluesky geht jede Eigenständigkeit flöten.
In den sozialen Medien ist es zu einer Art Volkssport geworden, den Schindluder mit KI-Texten zu verteidigen oder kleinzureden. Hier meine (höchstselbst fabrizierte) Gegenrede.
Noch vor Wochen schien es, als ob Flut an KI-generiertem Müll in den sozialen Medien den letzten Rest an Authentizität verdrängen würde. Inzwischen wird die Gegenbewegung sichtbar. Die Anti-Slopper halten mit der ketzerischen Frage «Ist das KI?» dagegen. Und die Slop-Satire entwickelt sich zu einer eigenen Kunstform.
Und nein, in Wirklichkeit freue ich mich gar nicht über dieses unangebrachte Mass an Aufmerksamkeit. Im Gegenteil: Ich nerve mich, dass die Facebook-Algorithmen meine kleine Lästerei mit so viel Reichweite belohnten. Und darüber, dass die Leute den Post nicht einfach ignorierten.
Das ist grossartig und erinnert an die gute alte Zeit bei Twitter: Die «Bluesky Map» zeigt die User des Kurznachrichtendienstes als Sternenkarte, in der jeder neue Post wie das Aufblitzen eines Pulsars erscheint.
Rührselige Tiergeschichten und ein bekehrter Stierkämpfer: Auf Facebook dominieren emotionale Pseudonews. Und auch wenn dieser Informationsmüll harmlos wirkt, so richtet er echten Schaden an.
Als Fingerübung in Vibe Coding entwickle ich mit Google AI Studio und OpenAI Codex die Browser-Erweiterung «Social Media Stress Reliever». Sie pariert dumme, falsche und hetzerische Posts mit einer kühlen, reflektierten Antwort.
Ist es eine Suppe, ein Auflauf oder ein Eintopf? Und muss das Label vom Deckel der Verpackung tatsächlich mitgekocht werden? Ein Ausflug in die sozialmedialen Kulinarik-Abgründe.
Nicht, dass Facebook je viel für Blogger wie mich getan hätte. Dennoch ist bemerkenswert, wie dieser Konzern es schafft, unsere Inhalte noch weiter abzustrafen.
Twitter, Facebook und Bluesky im Rückblick: Der Rowdy radikalisiert sich weiter, der Hallodri kümmert sich weder um KI-Dreck noch um gesellschaftliche Verantwortung – und die Politik scheint aufgegeben zu haben.
Ist es eine dumme, eitle Idee? Oder im Gegenteil der Schlüssel fürs Überleben? Es geht um die Frage, ob man als internetaktiver Mensch eine Seite auf Wikipedia braucht.