Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?

Eigentlich eine Frage des Datenschutzes. Doch in Zeiten wie diesen fragt man sich eher: Ist das eine probate Methode, diese Ringe zu schliessen?

Wenn man eine Smartwatch oder irgend ein Fitness-Gadget trägt, dann fällt einem irgendwann einmal ein dicker, fetter Elefant auf, der plötzlich im Raum steht. Ich will nun nicht behaupten, dass dieser Elefant ein aphrodisierendes Parfüm aufgelegt hat und Strapse trägt. Aber er ein bisschen aufreizend ist er schon. Denn es geht an dieser Stelle um den guten alten Geschlechtsverkehr.

Dieser Elefant im Raum – oder für Leute, die mit der Metapher aus dem angelsächsischen Sprachraum nicht vertraut sind – die nie gestellte, aber offensichtliche Frage zu den Smartwatches lautet: «Merkt das Ding eigentlich, wenn ich Sex habe?»

Diese Frage stellt sich für Leute, die sie für sich bejahen können  – aber auch für die Asexuellen und Enthaltsamen.

Spuren sexueller Aktivität auf x-beliebigen Servern

Denn ob aktiv oder nicht, es gibt in beiden Fällen Gründe, dass man das Wann und Wann-nicht und das Wie-oft oder Wie-oft-nicht für sich behalten möchte. „Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?“ weiterlesen

Parteien sind im digitalen Zeitalter überflüssig

Braucht es im Internet-Zeitalter die Parteien noch – oder wäre es nicht viel klüger, wenn wir uns als digitale Landsgemeinde organisieren würden?

Also, es kann nun sein, dass gleich alle auf mich einprügeln und mir abgrundtiefe Ignoranz vorwerfen werden. Abgesehen davon, dass mein Ego das verkraften müsste, wäre das gar nicht so schlimm: Dann hätten nämlich ein paar Leute über meine Idee nachgedacht und wahrscheinlich hätte dabei sogar ein Erkenntisgewinn herausgeschaut.

Also, es geht um Parteien. Und die Frage, ob es die in der digitalen Zeit überhaupt noch braucht. Die Digitalisierung bringt bekanntlich eine Disintermediation mit sich. Wikipedia erklärt dieses sperrige Wort mit der Wertschöpfungskette, bei der Stufen überflüssig werden. Ein Beispiel ist der Kleiderladen in der Stadt, den es nicht mehr braucht, wenn man via Internet direkt beim Hersteller bestellt.

Es gibt noch viele andere Beispiele: Es braucht den Verlag nicht mehr, wenn ich als Autor mein Buch in elektronischer Form selbst bei Amazon veröffentliche. Disintermediation findet auch statt, wenn ein Musiker seine Songs direkt bei Spotify reinstellt. Oder wenn ich auf die Dienste des Bankenwesens verzichte und all meinen Kram nur noch via Bitcoin kaufe. Und auch ein Podcast oder ein Blog ist (meistens) Disintermediation: Der Autor richtet sich direkt an sein  Publikum, ohne dass ein Medienhaus die Finger dazwischenhält.

Also, warum keine Disintermediation in der Politik? „Parteien sind im digitalen Zeitalter überflüssig“ weiterlesen

Typografische Selbsthilfe auf Grünschnabel-Niveau

Ich muss Kollegenschelte betreiben, weil ich mit den Empfehlungen der «Handelszeitung», welches die modernsten Computerschriften seien, nicht einverstanden bin. Ich dopple mit meinen Tipps nach, wo es wirklich zeitgemässe Fonts gibt.

Aus unerfindlichen Gründen liegt seit einiger Zeit wöchentlich die «Handelszeitung» in meinem Briefkasten – ohne dass ich darum gebeten hätte. Ich nehme an, dass irgend ein Adresshändler meine Adresse zum Kauf angeboten hat – und zwar mit dem Vermerk, ich hätte ein gesteigertes Interesse an Wirtschaftsberichterstattung.

Leider entspricht das nicht den Tatsachen. Ich interessiere mich zwar auch für Wirtschaft – aber vor allem als Nebenaspekt. Wie wirtschaftliche Überlegungen die Verhaltensweise der Tech-Konzerne beeinflussen, finde ich spannend; abgesehen davon, dass es mich auch beruflich interessieren sollte. Die Auswirkungen des Wirtschaftsstrebens (um das Wort «Kapitalismus» an dieser Stelle grosszügig zu umschiffen) auf die Gesellschaft ist auch etwas, das mich nicht so richtig kaltlässt.

Sind das etwa alles Drogenkonsumenten?!

Doch ich berichte aus der Sicht der Betroffenen – die man in meinem Umfeld auch gerne die «User» nennt. Klammer auf: „Typografische Selbsthilfe auf Grünschnabel-Niveau“ weiterlesen

Die Steinzeit der Computerberichterstattung

Ab wann haben Zeitungen und Zeitschriften damit begonnen, ernsthaft über digitale Themen zu schreiben? Ich bin ins Archiv gestiegen und habe verblüffende Erkenntnisse gemacht.

Vor Kurzem war das 35-Jahr-Jubiläum des Macintosh. Tim Cook hat keine Kosten und Mühen gescheut und dieses Ereignis mit einem – Achtung! – Tweet gefeiert.

Ich habe mir überlegt, einen Artikel dazu zu machen. Nach einigem Nachdenken habe ich den Gedanken verworfen. Der Mac wurde oft genug als Wegbereiter des PCs gefeiert. Er hat die Rolle natürlich zu recht. Aber der Sockel ist bereits hoch genug – da braucht man den Mythos nicht noch weiter zu untermauern.

Natürlich kann man das Jubiläum zum Anlass nehmen, in die Zukunft zu blicken. Denn es fragt sich, ob der Mac eine Zukunft hat.  „Die Steinzeit der Computerberichterstattung“ weiterlesen

7-Zip sollte jeder kennen

Das Zip-Format ist für den Austausch, die Archivierung und den Verschlüs­selungs-Schutz sensibler Daten zuständig. Das beste Programm für Zip und andere Kompres­sions­algori­thmen ist 7-Zip: Open-Source und kostenlos.

Ich bespreche hier nicht immer nur brandneue Programme, sondern manchmal auch die Klassiker – die es schon seit (fast) immer gibt und die nicht wegzudenken sind. Weil sie so selbstverständlich sind, könnte man meinen, sie seien nicht der Rede wert. Doch wenn man sie einmal nicht zur Verfügung hat, sieht man, wie falsch diese Annahme ist.

Eines dieser unverzichtbaren Programme ist 7-Zip. Das gibt es (laut Wikipedia) seit 1999, und es sieht aus, als sei seit der erste Version an der Oberfläche rein gar nichts mehr verändert worden: Es ist optisch ein ziemlich dröges Programm – so, wie es sich für ein Open-Source-Produkt gehört. Was dieses Programm ausmacht, sind die inneren Stärken: Es beherrscht viele der gängigen Formaten für die Datenkompression.

Wem dieser Begriff nichts sagt: Die Datenkompression verringert die Grösse von Dateien, indem wiederkehrende Datenmuster verkürzt abgespeichert werden.  „7-Zip sollte jeder kennen“ weiterlesen

Philips und der Kundendienst

Wer bei dem grossen niederländischen Haushaltsgerätehersteller einen Mangel anbringen möchte, muss sich auf eine längere Odyssee durch diverse Support-Instanzen, auf unlogische Anweisungen und unsinnige Antworten gefasst machen.

In unserem Haushalt haben sich recht viele Gegenstände von Philips angesammelt: Dieser Kopfhörer, solche Babyfläschchen, eine LED-Lampe aus der Vor-Hue-Ära, ein Fernseher (2008) und der Langhaarschneider QC5570/32, den ich im Beitrag Haarschnitt, selbstgemacht besprochen habe.

Ähh… wo ist nochmal die Seriennummer?

Dieser Haarschneider bot mir neulich einen Grund, mich mit dem Support von Philips auseinanderzusetzen. Einer der Aufsätze, der so genannte «Präzisionskamm mit fünf feststellbaren Längeneinstellungen von ein bis drei Millimetern» ist nämlich nach wenigen Einsätzen kaputtgegangen.

Haarlänge nach dem Zufallsprinzip

Das hatte zur Folge, dass die Längeneinstellung eben nicht mehr feststellbar war. Und obwohl so eine Frisur mit einer nach dem Zufallsprinzip variierten Haarlänge auf manche Leute wahrscheinlich einen gewissen Reiz ausüben würde, ziehe ich dennoch eine konstante, von mir bestimmte Länge vor.

Es bestand also Handlungsbedarf. Als erstes habe ich, wie ein vernünftiger Mensch das tut, ein Mail an den Suport geschrieben. Man hat mir daraufhin beschieden, man würde mir gerne helfen, aber ohne Seriennummer würde gar nichts gehen. Ich habe zwar die Modellnummer herausgefunden, aber eine Seriennummer war partout nicht aufzutreiben. Klickt man auf der Supportseite auf den Link Wo finde ich die Seriennummer, dann erscheint diese Grafik hier, die offensichtlich von einem Fernseher stammt.
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Mit der PR geht es bergab

Kollege Lüscher hat vor einiger Zeit im Off-the-records-Blog über PR-Leute hergezogen. Wir Journis (siehe auch: Das nervt an Journalisten) haben bekanntlich eine Hassliebe zu den Leuten aus der Öffentlichkeitsarbeit. Im Idealfall machen sie unsere Arbeit einfacher, indem sie uns nützliche Informationen liefern, in grossen Unternehmen Verbindung zu den richtigen Kontaktpersonen herstellen und ein Gespür für die wichtigen Themen und die Tonalität des Mediums haben, für das man arbeitet.

Hold the line. Oder: «Haben Sie unsere schöne Pressemeldung schon gesehen…?» (Originalbild: Chris Dlugosz)

Der Idealfall ist eine partnerschaftliche Beziehung, bei dem für den Journalisten interessante Fakten für seinen Artikel herausspringen und der PR-Mensch Medienaufmerksamkeit für seinen Klienten verbuchen darf. Selbstverständlich ist auch in diesem Fall klar, dass PR-Leute ihre Arbeit nicht aus reiner Herzensgüte oder als Wohltätigkeit betreiben, sondern den Auftrag haben, ihren Mandanten ins Gespräch zu bringen und möglichst in einem guten Licht erscheinen zu lassen. Trotzdem anerkennen gute PR-Leute das Recht der Öffentlichkeit auf eine kritische Berichterstattung, die den Anspruch haben muss, der Wahrheit, den Fakten und den Interessen der Leserinnen und Leser verpflichtet zu sein. Ferner wissen gute PR-Leute, dass Kontroversen die Würze des Mediengeschäfts sind und dass die positiven Aspekte in einem Bericht glaubwürdiger sind, wenn auch Kritik zugelassen wird. Das vermittelt der Leserschaft den berechtigten Eindruck, einen objektiven Bericht vor der Nase zu haben.
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Flattr ist gescheitert, 0-Click ist die Lösung

Flattr als Social-Payment-Service hat die Erwartungen nicht erfüllt. Mit Medienprodukten Geld zu verdienen, bleibt extrem schwierig. Wie könnte es weitergehen? Ich propagiere ein System, das die Medienbranche revolutioniert. Es heisst 0-Click und führt am Ende sogar dazu, dass Werbung nicht mehr lästig ist.

Inhalte im Internet zu Geld zu machen: Ein Thema, über das ich mich in letzter Zeit mit diversen Leuten unterhalten habe. Andreas Von Gunten hat mir gesagt, Paywalls würden nicht funktionieren. In privaten Gesprächen habe ich vor allem Ratlosigkeit gehört – und Unsicherheit, wie das noch weitergehen könnte.

So hat man Medien gestern verkauft. Aber wie könnte es heute gehen?

Dieses Blog ist mein kleines Versuchsprojekt in Sachen Geld verdienen mit dem Internet. Und bei dem ist die Diskrepanz zwischen meinen Ansprüchen Wünschen und der Realität unübersehbar. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist die Werbung von Google. Adsense bezahlt die Domäne und das Hosting und wirft ein bescheidenes Taschengeld ab.

Flattr andererseits ist auch zwei Jahre nach der Einführung hier im Blog völlig vernachlässigbar. (Was nicht heisst, dass ich den treuen Seelen, die mich ab und zu flattern, nicht dankbar wäre!) Diese Tatsache kann Selbstzweifel wecken: Biete ich zu wenig Interessantes an? Schreibe ich langweilig oder an den Lesern vorbei? Habe ich die Zeichen der Zeit verpasst? Sprich: Sollte ich die sattsam bekannten Klicksteigerungsmechanismen der grossen Online-Medien adaptieren?
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What is wrong with you people?

Neulich konnte man bei «The Simpsons: Tapped Out» die Springfields anderer Spieler ansehen. Es bleibt nur die Erkenntnis, dass manche einen mordsmässigen Schnall haben.

Er war in einem früheren Leben Landschaftsgärtner.

Über The Simpsons: Tapped Out habe ich in diesem Blog auch schon hergezogen. Nun ist es leider so, dass ich bar jeder Vernunft meine Zeit noch immer mit diesem Ärgernis in APK-Form vergeude. Ich habe deswegen schon angefangen, an meinem Geisteszustand zu zweifeln.
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Viren, Spam und die Tücken der Firewall

Wer erinnert sich noch an die Zeit, als wir Firewall-Programme wie ZoneAlarm benutzen mussten, vom Windows Nachrichtendienst mit Spam-Botschaften versorgt worden sind und mit Mailwasher unsere Mailboxen von Hunderten Werbenachrichten befreien mussten?

Bei der Durchsicht meines Archivs ist mir aufgefallen, wie viele Screenshots sich um das Thema der Sicherheit drehen. Klar – das Problem ist nicht aus der Welt, wie das äusserst fiese «CryptoLocker»-Virus zusammen mit seinen Abkömmlingen vor Augen führen (siehe Kummerbox-Beitrag Erpresst von einem Computervirus).

Wir waren gezwungen, uns mit Programmen wie diesem herumzuschlagen. Die Firewall von ZoneAlarm war sehr populär – und sie hat Angriffe im Minutentakt rapportiert.

Aber trotzdem. Kaum hatte ich im April 2000 meinen neuen Job beim Tagi angetreten, ging es los. Im Mai 2000 mit dem Loveletter-/Iloveyou-Schädling. Ich schrieb damals:

Seit gestern ist per E-Mail versandten Liebesschwüren besonderes Misstrauen entgegenzubringen: Das Virus «Loveletter» sorgt durch seine rasante weltweite Verbreitung wohl weniger für heisse Ohren und Frühlingsgefühle als vielmehr für verstopfte Mailserver und für viel Arbeit bei Systembetreuern.

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