Wo bleiben die Echse und Spok?

Trilogic (2 Franken fürs iPhone/iPad) ist ein Spiel aus dem Bereich des Knobelns und Puzzelns. Es bringt das Schere-Stein-Papier-Prinzip (ohne Echse und Spock) aufs Smartphone. Aber natürlich in transformierter Form: Es gibt drei Elemente, nämlich Wasser, Feuer und, nein nicht Erde, sondern Natur, in Form eines grünen Blattes.

Am Anfang des Spiels gibt es eine rasterartige Anordnung von farbigen Feldchen: Blaue Wasserfelder, rote Feuerfelder und grüne Blätterfelder. Jedes der Elemente schlägt ein anderes: Wasser löscht Feuer, Feuer verbrennt Blatt und Blatt trinkt Wasser, wie es in der Beschreibung heisst. Damit ein Feld ein anderes schlägt, zieht man mit dem Finger ein Element-Symbol auf das Feld eines besiegbaren Elements: Dann schwappt die Farbe über und das Feld wird übernommen.

Das Ziel ist, einem Element zur Weltherrschaft zu verhelfen: Der Bildschirm sollte am Schluss entweder komplett blau, rot oder grün sein. Welches Element gewinnen soll, sieht man am Hintergrund. Wenn der umliegende Bildschirm blau ist, dann gehört der Endsieg dem Wasser.

Das klingt einfach: Man denkt sich, dass man auch ohne Nachdenken einfach bloss lang genug rumprobieren muss, bis man am Ziel ist.

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Zwei einfache Levels, wie man sie gleich zu Beginn vorgesetzt bekommt.

Aber so trivial ist es dann doch nicht. Erstens kann man nuz die Elementsymbole ziehen, nicht die leeren farbigen Flächen – das schränkt die Operationsmöglichkeiten ein. Zweitens ist die Zahl der Züge bei den einzelnen Elementsymbolen beschränkt. Reservezüge hat man normalerweise nicht. Man muss daher genau die richtigen Feldchen in der richtigen Reihenfolge übernehmen. Und es gehört zum Prinzip, dass man ein Element als Wegbereiter nutzt und dabei «verheizt», um dem zweiten dann den finalen Sieg zu ermöglichen.

Das ist anfänglich einfach. Selbst bei schwierig erscheinenden Levels kann man sich daran orientieren, dass die Kräfteverhältnisse starr festgelegt sind und der Sieger von vornherein feststeht. Das macht die Reihenfolge klar, in der man vorgehen muss: Der Sieger kommt als letztes zum Zug. Vorher jenes Element, das vom Sieger besiegt wird. Und als erstes ist das Element am Zug, das sich der Nummer zwei beugen muss. Wenn man sich nicht merken kann, wer wen schlägt, dann ist die Zahl der Züge bei den einzelnen Steinen ein Indikator, in welcher Reihenfolge man seine Elemente aufbieten sollte. Ich frage mich, ob es in späteren Leveln vorkommen wird, dass man mehrfach zwischen Elementen wechseln muss. Das würde den Schwierigkeitsgrad sehr stark erhöhen.

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Der Lösungsweg: Erst mit Feuer das Laub niederbrennen, dann mit Wasser löschen.

Ob es Spass macht, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Ich mag Denkspiele wie diese – und einen clickomaniahaften Aspekt gibt es auch, indem Farben eine entscheidende Rolle spielen und es darum geht, das Spielfeld komplett freizubekommen. Dass es oft (mit kleineren Variationen) nur einen Lösungsweg gibt, empfinde ich als einengend. Ich mag Spiele, bei denen mehrere Wege nach Rom führen, die gute Züge unmittelbar belohnen und undurchdachte Strategien bestrafen – aber es auch ermöglichen, sich aus einer selbst geschaufelten Grube wieder zu befreien. So gesehen kanbn man «Trilogic» vorwerfen, etwas statisch und mechanistisch zu sein.

Mir gefällt der sehr reduzierte, minimalistische Look und die einfache Bedienung. Man nimmt einen einzelnen Zug zurück, indem man auf einer freien Stelle des Spielfelds mit dem Finger nach links wischt. Um alle Züge mit dem gleichen Element zurückzunehmen, wischt man mit zwei Fingern nach links. Durch Wischen nach rechts kann man auch das Undo wieder rückgängig machen. Und durch Tippen aufs Display erscheint ein (ebenfalls minimalistisches) Menü, über das man den Level auch neustarten kann.

Fazit: Mir macht es Spass. Ich würde aber vermuten, dass sich «Trilogic» nicht zu meinem ultimativ liebsten Denkspiel mausern wird. Aber die zwei Franken ist es allemal wert. Allerdings: Ob ein Kaufspiel wie dieses noch In-App-Käufe anbieten muss, würde ich in Frage stellen. Bei «Trilogic» darf man für einen Franken ein Paket mit 10 Schlüsseln kaufen. Die helfen weiter, wenn man stecken geblieben ist. Auf dieses Angebot werde ich verzichten…

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Hier liegt die Idee nahe, erst eine Laubfläche aufzubauen, die man dann genüsslich niederbrennen und zuletzt löschen kann.

Autor: Matthias

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