Spass mit und ohne Schwerkraft

Impossible Orbit ist ein hübsches kleines Spiel von Lucas Klein, das für 1 Franken fürs iPhone und für Android zu haben ist. Die Ausgangslage ist die folgende: Man hat ein leeres Stück Universum, das mit Himmelskörper bereichert werden soll. Da es sich nicht um ein Sonnensystem handelt, sondern um ein Stück interplanetaren Raum, sind es keine Planeten, sondern allenfalls Asteroiden, die um ein imaginäres Zentrum kreisen.

Natürlich, Florian Freistetter würde nun sofort widersprechen und erklären, weswegen ein Asteroid das nicht tun würde. Klar, fehlende Gravitation. Ausserdem die Frage, ob es überhaupt Asteroiden ausserhalb der Sonnensysteme gibt. Wie es der Zufall will, hat er vor Kurzem zur Frage Gibt es interstellare Asteroiden im Sonnensystem? gebloggt. Fazit:

Ich gehe eigentlich fest davon aus, dass es im Sonnensystem interstellare Asteroiden gibt. Alles andere wäre höchst seltsam.

Aber auch die Herleitung dieser Vermutung ist lesenswert. Darum der Tipp vor dem eigentlichen Tipp:  Lest doch auch mal die scienceblogs.de. Das ist garantiert schlauer als sich mit KenFM und Youtube die Zeit zu vertrödeln, gäll Stefan Th.!

Äh, ich wollte erklären, wie «Impossible Orbit» und keine Seitenhiebe auf meinen Lieblingsverschwörungstheoretiker platzieren. Also: Man hat diesen Asteroiden, der aus unerfindlichen Gründen seine Kreisbahn im Nichts dreht. Nun sollte man diese Szene mit weiteren Objekten anreichern. Die sind unterschiedlich gross, sodass man sie konzentrisch anordnen kann.

Keine Angst, alles unter Kontrolle!

Spannend wird es allerdings dann, wenn man sie so anordnet, dass sich die Kreisbahnen überschneiden – was man aus Platzgründen früher oder später tun muss, wenn man seine Punktzahl steigern möchte. Bei überlappenden Bahnen ist eine Platzierung gefragt, bei der Kollisionen vermieden werden. Das ist deshalb schwierig, weil nicht alle Asteroiden die gleiche Umlaufgeschwindigkeiten haben. Die relativen Positionen verschieben sich mit jedem Umlauf. Man muss eine Risikoeinschätzung vornehmen – wobei man seiner Intuition freien Lauf lassen darf.

Das ist eigentlich unmöglich – denn wenn die Himmelskörper nicht absolut synchron laufen oder die Geschwindigkeit ein genaues Vielfaches aufweist, wird es irgendwann zur Kollision kommen. Das passiert im Spiel aber nicht, weil Himmelskörper auch wieder zerfallen: Man muss also ein System schaffen, dass nicht für alle Ewigkeit, sondern für eine überschaubare Zeit stabil ist. Was natürlich schwierig genug ist.

Mit 3D-Touch, also durch stärkeres Drücken aufs Display, beschleunigt man seinen Asteroiden. Mir ist nicht ganz klar, weswegen man das tun sollte. Denn mehr Tempo erhöht natürlich das Risiko von Kollisionen. Mehr Punkte scheint es nicht zu geben. Vielleicht wegen des Nervenkitzels?

Auch hier droht keine unmittelbare Kollisionsgefahr…

Apropos Punkte: Die Zählweise ist mir nicht hundertprozentig klar. Einen Punkt gibt es offenbar, wenn ein Asteroid seinen ersten Umlauf erfolgreich absolviert. Für Orbit Links, also das erstmalige Überschreiten einer fremden Umlaufbahn, bekommt man ebenfalls Punkte, plus Bonus für grössere Kombos. Wenn Planeten zerfallen, wird die Punktzahl im Standardmodus aber wieder abgebaut – etwas frustrierend.

Nebst dem Standard-Spielmodus gibt es weitere Modi, die man durch Wischen auswählt.

  • Bei der Variante Link wandern die Orbits übers Display. Das macht es einfacher, weil der Zeithorizont, den es zu überleben gilt, kürzer wird.
  • Bei Morph wachsen die Orbits, und zwar in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Ist ein Orbit grösser als das Display, zerfällt er. Das macht es schwieriger, auch wenn die «Lebzeit» der einzelnen Asteroiden kürzer wird.
  • Und schliesslich Zoom: Hier wird das Spielfeld bei 15 Punkten vergrössert (ausgezoomt), sodass man mehr Platz bekommt. Um das würdigen zu können, muss man allerdings gut genug sein, um überhaupt 15 Punkte zu erreichen.

Fazit: Diese Spielmechanik macht Spass, ist aber auch unberechenbar – was entsprechendes Frustpotenzial birgt. Trotzdem: Eine Empfehlung!

Zum Stichwort Orbit sei an ein legendäres Schweizer Spiel erinnert, nämlich Orbital. Ich habe es im Beitrag Ballern, dass die Funken fliegen beschrieben. Am iPad hat es leider den Geist aufgegeben, aber am iPhone kann man nach wie vor benutzen.

Und ausprobieren muss ich unbedingt auch Orbit – Playing with Gravity fürs iPhone und Android. Das ist ein Schwerkraftsimulator, bei man schwarze Löcher platziert und versucht, stabile Systeme darum herum zu bauen. Klingt viel versprechend!

Beitragsbild: Kollision knapp vermieden! (Free-Photos/Pixabay, CC0)

Autor: Matthias

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Ein Gedanke zu „Spass mit und ohne Schwerkraft“

  1. +1 für Freistetter! 🙂

    Und danke für die Empfehlung eines Spiels, das man ganz normal kaufen kann. Wollte kürzlich wieder einmal spielen und habe mich im Store umgeschaut: es sind fast nur noch Freemium-Games zu finden. Die deinstalliere ich jeweils gefrustet, wenn ich nach fünf Minuten eine „Box voller Gold“ kaufen oder zwei Stunden warten soll…

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