Drei Kniffelspiele mit einem gewissen Originalitätsfaktor

«Parking Jam 3D», «Rescue Hero: Pull the Pin» und «Water sort puzzle» sind drei Smartphone-Spiele, die einem nun nicht den Atem rauben, aber ganz patent sind, um einem zwischendurch die Zeit zu vertreiben.

Ihr wisst es: Ich stehe nicht auf Sportsimulationen, übe mich selten in Strategie oder Rollen, und mit Egoshootern kann man mich jagen. Den Plattformgames, auch Jump ’n’ Run genannt, kann ich ein bisschen etwas abgewinnen.

Ich widme mich zur Hauptsache den Denk- und Rätseltiteln – denn was bleibt mir auch anderes übrig, wenn ich mit Zeitdruck nicht umgehen kann, eine unterentwickelte Feinmotorik habe, auf grossen Feldern schnell den Überblick verliere und nicht sonderlich kompetitiv veranlagt bin?

Also, darum hier heute drei Tipps zu Rätselspielen, die für sich allein nicht genug für einen einzelnen Blogpost hergeben. Die Spielmechanik ist nämlich überaus simpel. Das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, sondern im Gegenteil perfekt für die Zwischendurch-Spiele, denen man sich fünf oder zehn Minuten am Stück widmen möchte. Also:

Parking Jam 3D

Kostenlos fürs iPhone und iPad und Android, 3 Franken, um die Werbung zu entfernen.

Ausparken, ohne dass die Oma unter die Räder kommt.

Die Ausgangslage ist ein Parkplatz, der mit komplett verkeilten Autos total zugeparkt ist. Nun geht es darum, ein Auto nach dem anderen auszuparken. Dazu schnippt man die Autos in die Richtung, in die sie sich bewegen sollen, damit sie sich ohne Karambolage aus dem Staub machen können.

Und ja, das ist im Grund schon der ganze Zauber. Es gibt natürlich wechselnde Level und zusätzliche Hindernisse, wie eine Oma mit Rollator, die aus unerfindlichen Gründen auf dem Parkplatz spazieren geht und natürlich nicht überrollt werden sollte.

Was das Spiel auszeichnet, ist erstens die rasante Spielweise, indem man seinen Parkplatz möglichst schnell und elegant freibekommen möchte. Ausserdem gefällt mir die Umsetzung: Die Grafik ist ansprechend, und für die erfolgreichen Partien bekommt man Punkte, die man in neue Automodelle, stinkendere Auspuffabgase andere Umgebungen und zusätzliche «Challenges» investieren kann. Challenges sind Personen, die wie die Oma den Parkplatz bevölkern.

Rescue Hero: Pull the Pin

Kostenlos fürs iPhone und iPad und Android, In-App-Käufe.

Held will Gold, aber nicht die flüssige Lava auf den Kopf bekommen.

Wer im Moment in die Verlegenheit gerät, sich Werbung für Smartphone-Games ansehen zu müssen, dem ist nicht entgangen, dass derzeit wie wild für ein bestimmtes Genre geworben wird, für das Wikipedia kein passendes Genre vorzuweisen hat, das ich in Ermangelung einer besseren Bezeichnung und in Anspielung an diesen Titel «Rescue the hero» nennen würde.

Es ist simpel: Eine Person ist in Gefahr und muss sich befreien, indem sie ein simples Rätsel löst. Bei dem fraglichen Titel «Rescue Hero» will der Held auch einen Schatz einsammeln und mitunter the damsel in distress befreien. Dafür zieht man an beweglichen Stangen, sodass der Drache erschlagen, das Gold dem Held vor die Füsse fällt und die Jungfer in Gefahr befreit werden kann.

Auch für dieses Rätsel muss man keinen Doktortitel in Physik haben.

Das ist nicht sonderlich schwierig, macht aber durchaus Spass – und scheint bei vielen Leuten einen Nerv zu kitzeln. Denn wie gesagt: In der Werbung ist dieses Genre allgegenwärtig.

Nicht nur das: Es fällt auf, dass dergestalte Werbung auch für Spiele geschaltet wird, in denen es um etwas ganz anderes geht; zum Beispiel um das hier besprochene Match-Three-Prinzip. Man fragt sich, ob das nicht an Irreführung grenzt – aber in aller Regel halten sich die Gamehersteller den Rücken rein, indem nach zweihundert Leveln ein Minispiel einfügen, in dem man tatsächlich an zwei Hebelchen ziehen darf, um einen Drachen zu erschlagen. Ich würde vermuten, dass damit die juristischen Fallen ausgeräumt sind – aber sonderlich fair ist diese verzerrte Darstellung trotzdem nicht.

Bei «Rescue Hero» bekommt man genau das, was man erwartet. Das Spiel ist solide umgesetzt, aber nicht sonderlich originell, und zumindest die Einstiegslevel sind etwas gar banal. Trotzdem: Wer wegen der Werbung Lust bekommen hat, einmal ein paar solche Rätsel zu lösen, der hat bei diesem Spiel die Gelegenheit dazu.

Water sort puzzle

Kostenlos fürs iPhone und iPad und für Android, 3 Franken als In-App-Kauf, um die Werbung zu beseitigen.

Die Ausgangslage beim «Water Sort Puzzle».

Bei diesem Spiel bekommt man es mit mehreren Reagenzgläsern zu tun, die mit mehreren übereinander geschichteten Flüssigkeiten gefüllt sind. Man hat auch leere Reagenzgläser zur Verfügung. Das Ziel ist, die Flüssigkeiten so umzufüllen, dass am Schluss jedes Reagenzglas nurmehr mit Flüssigkeit in einer Farbe gefüllt ist.

Das ist interessanter, als es klingt. Das Umschütten wird erschwert, weil man nur gleichfarbige Flüssigkeiten aufeinander schütten kann und entsprechend immer die passenden Reserven in den Reagenzgläsern vorhalten muss.

… und so haben wir es fast geschafft.

Ich bin im Moment ungefähr bei Level 50, bei dem es zwölf Reagenzgläser gibt, von denen zwei frei sind. Man hat es mit neun Farben zu tun und es gibt jeweils vier Schichten übereinander. Das ergibt genügend Varianten, dass man sich ein bisschen etwas überlegen muss – wobei ich ehrlich gesagt nicht wirklich eine durchdachte Strategie ausgearbeitet habe, sondern meist aus dem Bach heraus spiele.

Die Umsetzung des Spiels ist nur halb gelungen: Weder Grafik noch Name sind originell, und trotz der simplen Aufmachung wird das Handy während des Spiels unerfreulich warm.

Beitragsbild: Oje, in eine Sackgasse gespielt (Liza Summer, Pexels-Lizenz).

 

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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