Terminators melancholische Seite

Der Letzte seiner Art (Amazon-Affiliate) ist eine schon etwas ältere Geschichte von Andreas Eschbach. Von 2003 stammt sie. Sie zeichnet sich durch zwei Dinge aus: Sie ist erstens eher kurz für Eschbachs Verhältnisse, nämlich 352 Seiten oder 5 Stunden und 44 Minuten als Hörbuch. Zum Vergleich: Herr aller Dinge kommt auf 688 Seiten (23 Stunden und 40 Minuten), NSA sogar auf 800 Seiten (22 Stunden und 14 Minuten).

Das macht sich zweitens durch einen vergleichsweise geradlinigen Plot bemerkbar. Es passiert letztlich das, was passieren muss – auch wenn der Protagonist sich vor dem Moment der Kapitulation mit seiner ganzen, nicht unbeträchtlichen Kraft gegen sein Schicksal auflehnt.

Aber der Titel des Buchs macht keinen Hehl aus der Tatsache, dass dieser Protagonist ein Exot ist. Ein Aussenseiter, der ein einsames Dasein fristet. Einer, der keine Chance hat, das Unabänderliche abzuändern. Und Duane Fitzgerald sagt es auch ganz klar: Er hat sich damals voller Begeisterung für dieses Schicksal entschieden. Er hat sich «Terminator», den Film, angeschaut. Und daraufhin wollte er Terminator, die Maschine sein. Aber einer Maschine ist es verwehrt, in den Kreis der normalen Menschen zurückzukehren. „Terminators melancholische Seite“ weiterlesen

Wie man ein grosses Manko von iOS ausbügelt

Copied ist eine praktische App, mit der man am iPhone und iPad Inhalte via Zwischenablage wunschgemäss aufbereitet.

Kann ich mit dem iPad genauso speditiv arbeiten wie mit einem Laptop oder einem Desktop-Computer? Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Die Antwort war hier ein krachendes Nein. Das liegt natürlich nicht am iPad selbst. Wie Apple gerne betont, sind die iPads leistungsfähiger als der durchschnittliche PC. Die Einschränkungen liegen bei iOS, dem Betriebssystem. Es schränkt die Möglichkeiten, wie Apps miteinander interagieren, für meinen Geschmack viel zu sehr ein.

Es gibt Limiten beim Multitasking und beim Dateisystem. Und bei der Zwischenablage. Bei Windows und Mac kann man Clipboard-Manager einsetzen, die zum Beispiel den Inhalt der Zwischenablage automatisch archivieren, damit man nicht nur auf den letzten, sondern auch auf vorherige Einträge zugreifen kann. Windows 10 macht das inzwischen sogar standardmässig, inklusive Synchronisation mit anderen Geräten via Cloud. „Wie man ein grosses Manko von iOS ausbügelt“ weiterlesen

Im freien Netz diskutieren, nicht bei Facebook

Im Beitrag Facebook ist ein schwarzes Loch habe ich mich darüber ausgelassen, dass Facebook Debatten monopolisiert und in einem Datensilo verschwinden lässt. Die Diskussionsbeiträge verschwinden auf einer Plattform, wo man sie nur schwer wiederfindet. Mein Vorschlag war, die Diskussion nicht bei Facebook zu führen, sondern über die Kommentarfunktion bei den Primärqullen.

Nun gibt es natürlich viele Websites, die keine Kommentarfunktion haben und über die man dementsprechend überhaupt nur auf Facebook diskutieren kann. Und es gibt auch Fälle, wo man eine solche Diskussion nicht öffentlich, sondern in einem eingeschränkten Kreis führen möchte. Das ist, wie ich beklagt habe, sehr oft sehr schade, weil nicht alle von dieser Diskussion profitieren und die Diskussion überhaupt nur für einen eingeschränkten Kreis ersichtlich ist.

Aber natürlich gibt es legitime Gründe dafür. „Im freien Netz diskutieren, nicht bei Facebook“ weiterlesen

Echte und vermeintliche Gefahren von 5G

Neulich war ich in der Stadtbibliothek Winterthur. Dort gibt es auch einen Ständer, bei dem Faltblätter, Postkarten und ähnliche Dinge aufliegen. An diesem ist mir ein Pamphlet mit einem sehr unheilvollen Titel aufgefallen: «5G-Monster schlägt zu!» Und am Rand: «Kriegserklärung an die Menschheit?!»

Die Mobilmachung gegen 5G findet nicht nur mittels Youtube-Videos, sondern auch mit Flyern statt, mit denen selbst unschuldige Bibliothekenregale nicht verschont werden? Irgendjemand scheint hier eine tiefgehende Antipathie gegen Datenfunkwellen in sich zu spüren.

Die Argumente im Flyer bewegen sich zwischen unhaltbar und Panikmache. Sie sind schon allein deswegen unsinnig, weil selbst das gierigste Telekomunternehmen – die hinter dieser «Kriegserklärung an die Menschheit» stecken – keine Technologie einsetzen wird, die innert weniger Jahren einen Grossteil der Kundschaft eliminiert. Aber egal, mit Logik muss man der Zielgruppe dieses Flyers und den Urhebern nicht kommen.

Mein erster Impuls war, mich aufzuregen und lauthals zu erklären, wie falsch es sei, dass solche Flyer an Orten wie der Stadtbibliothek aufliegen. „Echte und vermeintliche Gefahren von 5G“ weiterlesen

Infografiken nach dem Baukasten-Prinzip

Heute ist Piktochart.com besprechungsmässig an der Reihe: Eine Webanwendung für Geschäftsgrafiken. Das ist offensichtlich ein Bedürfnis. Die Leute fühlen sich von Adobe Illustrator in­ti­mi­die­rt. Und sie wollen auch kein CorelDraw installieren. (Obwohl es das noch gäbe.)

Nein, die Leute wollen einen Webdienst haben, der ihnen verspricht, dank fortschrittlicher Technik seien auch anspruchsvolle gestalterische Aufgaben ein Klacks. Da wundert es nicht, dass es inzwischen einige solcher Webdienste gibt. Allein für dieses Blog hier habe ich Venngage.com, Design Evo, logojoy.com und Canva getestet.

Der Trick ist jeweils der gleiche: Man muss nicht auf der grünen Wiese bzw. mit dem leeren Blatt anfangen, sich eine Gestaltungsidee aus dem Kreuz leiern und diese nach allen Regeln der Kunst umsetzen. Nein: „Infografiken nach dem Baukasten-Prinzip“ weiterlesen

Kommt ein Nerd in einen Buchladen

Mr. Penumbra’s 24-Hour Bookstore (Amazon Affiliate), bzw. in Deutsch Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra (Amazon Affiliate) von Robin Sloan: Eine sympathische Geschichte, die die alte Art der Wissensvermittlung mittels Büchern auf ihr modernes Äquivalent prallen lässt. Das ist natürlich die Cloud mit ihrer gigantischen Rechenleistung, die innert weniger Minuten so viel zu leisten vermag wie ein paar mittelalterliche Mönche in einer Million Lebensjahren.

Mich hat das Buch sehr an «The Circle» (So borniert sind die Tech-Nerds auch wieder nicht) erinnert. Es ist auf eine gewisse Weise das negative – oder eigentlich positive – Abziehbild dieser Geschichte. In der Dystopie von Dave Eggers sind die grossen Tech-Konzerne böse, demokratiezersetzend und absolutistisch.

In der Geschichte von Robin Sloan hingegen sympathisch. Man könnte sie fast schon als Liebeserklärung an Google betrachten. „Kommt ein Nerd in einen Buchladen“ weiterlesen

Facebook ist ein schwarzes Loch

Ein schwarzes Loch im All krümmt die Raumzeit und wirkt mit brutalen Gravitationskräften auf die Umgebung, sodass sogar das Licht absorbiert wird. Das erinnert mich an Facebook. Es gibt immer weniger Inhalte im Netz, die dieser Plattform entkommen können. Facebook absorbiert 4 Petabyte Daten jeden Tag, habe ich neulich gelesen.

4 Petabyte sind ziemlich viel. Um diese Datenmenge zu speichern, bräuchte man Tausend 4-TB-Festplatten. Und das jeden Tag, und ohne dass man ein Backup davon hätte. Andererseits: Braucht man von Facebook-Daten wirklich ein Backup?

Aber das ist nicht der Punkt. Mir geht es darum, dass ich vermute, dass ungefähr die gleiche Datenmenge auch entstehen würde, wenn es Facebook nicht gäbe. Nur würde sie nicht in Zuckerbergs schwarzem Loch verschwinden, sondern im freien Internet flottieren: Auf News-Websites, in Internetforen, bei kleineren Social-Media-Plattformen, in Blogs und wo auch immer.

Ein gutes Beispiel dafür sind Kommentare. Ich sehe es bei befreundeten Bloggern und den News-Websites: Die Diskussion zu einem Blogbeitrag findet sehr oft bei Facebook oder manchmal auch auf Twitter statt – nicht auf der Ursprungs-Plattform.

Das ist aus mehreren Gründen ärgerlich: „Facebook ist ein schwarzes Loch“ weiterlesen

Lightroom auf den Fersen

Besprechung von Pixelmator Photo, einer sehr günstigen iPad-Alternative zu Lightroom von Adobe.

Pixelmator ist ein Softwarehersteller aus Litauen, der sich in den letzten Jahren mit zwei Dingen einen Namen gemacht hat: Erstens mit Bildbearbeitungsprogrammen von modernem Zuschnitt, die man guten Gewissens auch für professionelle Zwecke verwenden kann. Zweitens mit Kampfpreisen: Die Programme für den Desktop sind für einen zweistelligen Betrag zu kaufen – und damit auch interessant für Leute, die Software nicht von Adobe mieten möchten.

Ich habe diverse Produkte von Pixelmator im Einsatz, die ich jeweils auch hier besprochen habe: Im Beitrag Bildbearbeitung abseits von Adobe die Variante für den Mac-Desktop und im Beitrag Pixelmator macht auch auf dem iPad eine gute Falle, wie der Titel schon verrät, die iPad-Version.

Ich kann beide empfehlen – wobei mir die Produkte von Affinity inzwischen noch etwas lieber sind. Siehe dazu Affinity Photo (Ernsthafte Bildbearbeitung mit dem iPad) und die Layoutsoftware Affinity Publisher (Eine vielversprechende InDesign-Alternative). Diese Programme sind preislich ähnlich gelagert, sodass man sich nicht in übertriebene Unkosten stürzt, wenn man sie alle benutzt: Im täglichen Einsatz werden sich dann auch spezifische Stärken und Schwächen zeigen, sodass man je nach Aufgabe das optimale Werkzeug zur Verfügung hat.

An dieser Stelle soll es nun um Pixelmator Photo gehen. „Lightroom auf den Fersen“ weiterlesen

Die Doktorarbeit würde ich trotzdem nicht in Google Docs schreiben

Der Beitrag mit den 14 Tipps zu Google Docs neulich hier im Blog hat erfreulich viel Resonanz ausgelöst. Ich gab daher einem guten alten journalistischen Reflex nach, der besagt, dass man doch gleich noch eine Schippe nachlegen könnte.

Und zwar in Form eines Patentrezept-Videos. Denn Google Docs hat inzwischen eine breite Nutzerschaft. Ich habe bei der Recherche zu dem Beitrag herausgefunden, dass die Schweizer Hochschulen Google Docs nun offiziell anbieten: «Das Angebot der G Suite bildet daher eine bedürfnisgerechte Alternative für Studierende, Dozierende, Mitarbeitende und Alumni von Schweizer Hochschulen zu anderen Diensten», heisst es in einer Pressemeldung der Switch, der Stiftung für die Vernetzung der Schweizer Hochschulen.

Wenn ich an dieser Stelle ein kleines Fragezeichen machen darf: Ich wundere mich, dass viele Unternehmen Google Docs trotz der Vorbehalte der Cloud einführen. „Die Doktorarbeit würde ich trotzdem nicht in Google Docs schreiben“ weiterlesen

Wenn das Skelett einem zeigt, wo es langgeht

Im Beitrag Hübsch, aber… habe ich erklärt, warum ich mich seinerzeit für WordPress und gegen Grav entschieden habe. Grav ist ein Content-Management-System aus der Open-Source-Welt, das in meiner Leserschaft mehrere Fürsprecher hat. Für das Blog erschien es mir nicht die richtige Wahl. Doch für meine persönliche Biopage (falls es diese Bezeichnung gibt) habe ich es ins Auge gefasst.

Und für diesen Zweck kommt es inzwischen auch zum Einsatz: matthiasschuessler.ch läuft seit anfangs April mit Grav und leitet nicht mehr auf meine About.me-Seite um.

Denn unter uns gesagt ist About.me inzwischen leider nicht mehr brauchbar. Zumindest, wenn man nichts bezahlt. Das ist schade, denn der Dienst war anfänglich auch für Gratisnutzer brauchbar – so, wie sich das für einen Freemium-Dienst gehört. Natürlich ist es okay, für speziellere Funktionen Geld zu verlangen. Doch auch das Gratispaket sollte für Nutzer mit bescheidenen Ansprüchen brauchbar sein. Wahrscheinlich ist das Startup einfach zu oft verkauft worden.

Mit den Erfahrungen dieses kleinen Projekts stellt sich natürlich die Frage, ob die ursprüngliche Entscheidung für WordPress richtig war. Oder wäre Grav die bessere Wahl gewesen? „Wenn das Skelett einem zeigt, wo es langgeht“ weiterlesen