Ein Schweizer Liebling der Verschwörungstheoretiker

Nein, auch von der so genannte «Swiss Propaganda Research» solltet ihr keine Beiträge in sozialen Medien posten.

Beitragsbild: Und jetzt bitte einen Hut daraus basteln (Aluminum foil, close up von Marco Verch/Flickr.com, CC BY 2.0).

Neulich habe ich  zwei Gründe, keine Videos von KenFM anzusehen oder zu teilen ins Feld geführt. Das war erfolgreich Einen meiner Facebook-Freunde konnte ich dazu bewegen, seinen entsprechenden Post zu löschen.

Doch die Freude währte nur kurz. Letzte Woche hat er  wieder im Bodensatz des Internets gerührt und einen besonders illusteren Link nach oben befördert. Diesen Link haben wir,  also seine Internetfreunde, nämlich sogleich zur Begutachtung dargereicht bekommen.

Deshalb komme ich nicht darum herum, mich an dieser Stelle mit der Website zu beschäftigen, die – mit freundlicher Unterstützung von Facebook – weitere Kreise gezogen hat, als sie es verdient.

Es handelt sich um die so genannte «Swiss Propaganda Research»  (swprs Punkt org). „Ein Schweizer Liebling der Verschwörungstheoretiker“ weiterlesen

Identität ist dort, wo man sich gerade hochgeladen hat

Ein gelungenes Stück Sciencefiction mit einem hartgekochten Detektiven und Technik, die wir jetzt schon gerne hätten: «Hologrammatica» von Tom Hillenbrand.

Sosehr ich auch versuche, meine Bücher mithilfe von künstlichen Intelligenzen und klugen Algorithmen zu finden – siehe Eine neue Liebe finden – sosehr komme ich immer wieder zur Erkenntnis, dass nichts über die Tipps von Freunden gehen. So auch bei dem Werk, das ich euch heute näherbringe. Das ist eine Empfehlung meines Mitnerdfunkers Kevin Rechsteiner, der es in unserer Sendung Endlich Spass am Stubenhocken kurz vorgestellt hat.

In diese Zukunft würde ich mich sofort hochladen lassen.

Es heisst Hologrammatica (Amazon Affiliate) und stammt von Tom Hillenbrand. Weder das Buch noch der Autor war mir vorher geläufig. Schlecht zu fühlen brauche ich mich deswegen nicht, weil der Hillenbrand gemäss Wikipedia erst seit knapp neun Jahren fiktionale Werke schreibt. Der Erstling von 2011 war ein «kulinarischer Krimi», was nicht gerade meinem literarischen Beuteschema entspricht. Mit Siencefiction ging es 2014 los – und sechs Jahre Verzögerung bei der Entdeckung eines neuen Sterns am Firmament sind für einen Hobby-Kritiker vertretbar. Finde ich.

Also, zum Buch: Ich bin noch nicht ganz durch, doch ich mache mich trotzdem schon an die Rezension. Erstens, weil ich so nicht Gefahr laufe, unabsichtliche Spoiler von mir zu geben. Und zweitens, weil mir der Stil und die Geschichte so gut gefällt, dass ich jetzt schon weiss, dass selbst ein völlig missratenes Ende mir den Spass nicht (komplett) verderben würde. „Identität ist dort, wo man sich gerade hochgeladen hat“ weiterlesen

Da läuft man sich gleich viermal die virtuellen Hacken wund

Mit Om Nom Run, Jumanji: Epic Run, Blades of Brim und Talking Tom Hero Dash trete ich den vierfachen Beweis an: Das Genre des Endless Runner ist nicht tot – aber es ist auch nicht origineller geworden.

Neulich ist mir ein epochales Versäumnis meinerseits aufgefallen. Ich habe nämlich – und jetzt haltet euch fest! – schon seit Oktober 2017 etwas nicht mehr getan, was ich eigentlich regelmässig tun sollte. Ich habe nämlich seit mehr als zwei Jahren keine Spiel mehr besprochen, das in die Kategorie der Endless Runner gehört. Wikipedia nennt sie Auto-Runner.

Das Genre zeichnet sich dadurch aus, dass die Spielfigur sich selbsttätig in einem (meist mit der Zeit zunehmenden) Tempo bewegt. Als Spieler muss man sie davor bewahren, irgendwo dagegenzurennen und tot zu sein. Gleichzeitig gilt es, Dinge wie Bananen, Goldstücke oder Powerups aufzusammeln. Ein solcher Spieletitel versammelt Elemente des Jump ’n’ Run, Geschicklichkeitsspiels und Rennspiels. Und aus unerfindlichen Gründe fahre ich voll darauf ab.

Darum soll es hier um die Frage gehen, ob das nun tatsächlich ein Versäumnis von mir ist – oder ob des die Gameindustrie in den letzten Jahren nicht geschafft hat, für anständigen Nachschub zu sorgen. Mit etwas Suchen findet man einige neue Vertreter. Fragt sich nur noch, ob die auch etwas taugen. „Da läuft man sich gleich viermal die virtuellen Hacken wund“ weiterlesen

Treten wir alle gegen Fakenews und Verschwörungstheorien an!

Wir müssen uns nicht nur mit dem Lockdown herumschlagen, sondern auch mit der ganzen Flut an Fehlinformationen, die nonstop ins Internet abgelassen wird. Warum es wichtig ist dagegenzuhalten!

Neulich habe ich mich über die Zunahme an verschwörungstheoretischem Quark in meiner Facebook-Timeline aufgeregt und mir in einem Blogpost Luft gemacht. Doch damit war die Sache noch nicht erledigt. Denn erstens lesen offenbar nicht alle Nutzer von Facbeook mein Blog – der Strom an Unseriösem, Irreführendem und Fragwürdigen ist nicht abgerissen. Und zweitens gibt es noch andere Quellen für derlei Zeugs: Andere Social-Media-Kanäle. Und vor allem auch die Messenger wie Whatsapp.

Darum habe ich mich entschieden, ein Patentrezept-Video zum Thema aufzunehmen. Das hat zwei Aufgaben: Erstens soll es die Leute dazu bewegen, selbst keine Verschwörungstheorien und keine Kettenbriefe weiterzuverbreiten. Und zweitens will ich die Zuschauer motivieren einzuschreiten, falls jemand in ihrem Umfeld das tut.

Und das hier ist das Video: „Treten wir alle gegen Fakenews und Verschwörungstheorien an!“ weiterlesen

Microsoft hat den Edge-Browser über die Kante geschubst

Microsoft hätte seinen Edge-Browser besser in Frieden sterben lassen, anstatt ihn zu diesem lahmen Abklatsch von Google Chrome umzubauen.

Mein erster Versuch, die neue Version des Edge-Browsers herunterzuladen, ist leider an einer Nebensächlichkeit gescheitert. Immerhin hat es uns allen einen Extra-Blogbeitrag beschert.

Willkommen beim neuen Browser. Ähnlichkeiten zum Browser eines Mitbewerbers sind nicht zufällig.

Ich habe mich jedoch nicht dauerhaft ablenken lassen. In einem zweiten Anlauf habe ich es geschafft, das ursprüngliche Vorhaben in die Tat umzusetzen, das Update auszuführen und die neue Version des Edge-Browsers zu installieren. Daher ist es an dieser Stelle unvermeidlich, sie einer kritischen Würdigung zu unterziehen.

Eine kleine Vorbemerkung: Der direkte Vergleich wird erschwert, weil die alte Version komplett ersetzt wird. Ich habe zwar versucht, auf meine Windows-10-Installation in der virtuellen Box zurückzugreifen. Doch die verweigert sich leider mit der Fehlermeldung «Raw-mode is unavailable courtesy of Hyper-V.» Man müsste zur Lösung des Problems Microsoft Hyper-V entfernen. Aber das war mir für diesen kleinen Test zu aufwändig.

Als erstes fällt das neue, buntere und abstraktere Icon auf. Das alte Programmsymbol hatte eine gewisse Ähnlichkeit zum E des Internet Explorer aufgewiesen. Das ist nun (weitestgehend) weg. Stattdessen gibt es eine Art blaugrüne Schnecke. Ich hoffe, dass darin kein diskreter Hinweis auf die Ausführungsgeschwindigkeit des Programms verborgen ist. „Microsoft hat den Edge-Browser über die Kante geschubst“ weiterlesen

Sag mal, Microsoft, was soll diese Schlamperei?

Microsoft hat sich in letzter Zeit alle Mühe gegeben, mein Vertrauen durch kleinere und grössere Ausrutscher zu erschüttern.

Wenn man bei Windows 10 ins Suchmenü klickt, erscheint ein Fenster, dass einem einerseits Informationen zum Coronavirus anbietet.

Wer ist dieser Microsoft Ed?

Andererseits gibt es am unteren Rand auch Werbung in eigener Sache: «Holen Sie sich den neuen Microsoft Ed…» steht da. Man fragt sich natürlich sofort, wer dieser Ed ist. Ein neuer Mitarbeiter, der auf Anfrage bei mir zu Hause vorbeikommt – natürlich mit Schutzmaske –, um mir mein PC-Gehäuse abzuwischen und einige Sicherheits-Updates zu installieren? Oder eine künstliche Intelligenz, die mir das Plauderstündchen mit meinen Freunden ersetzt?

Nein, natürlich nicht. Microsoft zeigt an dieser prominenten Stelle, dass die Anpassung des Betriebssystems an die diversen Sprachen dieser Erde noch immer ein Problem ist. In Englisch dürfte da so etwas wie «Get the new Edge browser» stehen – ein kurzer und bündiger Satz, der problemlos auf einer Zeile unterkommt. Da Deutsch etwas mehr Buchstaben benötigt, hat das entscheidende Wort nurmehr halb Platz. „Sag mal, Microsoft, was soll diese Schlamperei?“ weiterlesen

Der Font ist die Botschaft

Die «Greta Grotesk» und vier weitere politische Schriften – also Computerfonts, die schon von sich aus eine bestimmte Ideologie transportieren.

Können Buchstaben politisch sein? Klar, werden die meisten nun sofort sagen – zumindest, wenn diese Buchstaben dazu verwendet werden, eine politische Botschaft zu transportieren. Also  irgend eine Pamphlet, Manifest, eine Streitschrift oder ein Aufruf, eine Deklaration – und was es sonst noch so gibt.

Aber ich meine nicht den Inhalt, sondern die Buchstaben selbst. Und natürlich – auch da gibt es «politische» Fonts.

Das jüngste Beispiel ist die «Greta Grotesk». Das ist die digitalisierte Schreibschrift von Greta Thunberg, die anhand ihrer Schulstreik-Plakate entstanden ist. Die Geschichte lässt sich auf fastcompany.com nachlesen: „Der Font ist die Botschaft“ weiterlesen

Maus schlägt Touch

Ein nüchterner Blick auf die Maus- und Trackpad-Unterstützung am iPad: Wie funktioniert – und was bringt sie?

Ihr wisst es ja: Ich bin der dezidierten Meinung, dass das iPad einem ganz normalen Laptop oder Desktop-Computer nicht das Wasser reichen kann – egal, wie leistungsfähig die Hardware auch ist und wie viel Mühe sich Apple auch gibt, uns vom Gegenteil zu überzeugen.

Dennoch war ich bespannt auf iPadOS 13.4. Das wurde am 24. März 2020 veröffentlicht und hat nebst einigen Sicherheitsverbesserungen vor allem den Sinn und Zweck, die Steuerung per Maus und Trackpad zu verbessern. Es gab schon seit einer Hauptversion rudimentären Support für diese Steuerungsgeräte – doch jetzt sind sie nicht mehr nur für behinderte Nutzer gedacht, sondern für die breite Nutzerschaft.

Und klar – mir lag Spott auf der Zunge. So ähnlich, wie ich im Pro und Kontra mit Rafael Zeier geätzt hatte: «Apple erfindet das Rad neu – und in Fan-Kreisen Neuerungen bejubelt werden, die es beim Personal Computer seit 30 Jahren gibt.»

Aber dann fand ich es nicht sonderlich originell, noch einmal darauf herumzureiten. Stattdessen habe ich mich daran gemacht, diese Mausunterstützung möglichst vorurteilslos zu testen und mich ernsthaft zu fragen, ob sie eine echte Verbesserung oder aber eine seltsame «Kontamination» der reinen iPad-Lehre darstellt. Oder anders gefragt: Braucht es das – eine Maus am iPad? „Maus schlägt Touch“ weiterlesen

Wider den Wildwuchs in der Fotomediathek

Gemini ist eine praktische App für Leute, die nicht aufgegeben haben und ihre Fotomediathek gelegentlich aufräumen.

Habt ihr kapituliert? Oder unternehmt ihr gelegentlich noch den Versuch, die Ordnung aufrecht zu erhalten?

Die Frage richtet sich an Leute, die fotografieren und dazu auch das Smartphone verwenden. Also ungefähr 99,9 Prozent der Bevölkerung im entwickelten Ländern.

Die könnte man womöglich alle löschen. Oder auch einfach behalten.

Früher war es so: Da hat man die Fotos ab Kamera auf den Computer übertragen. Dort hat man, entweder mit dem Dateiverwaltungsprogramm oder aber mit einem auf Fotos spezialisierten Programm, zum Beispiel Lightroom, die Bilder gesichtet und sortiert. Die Perfektionisten unter uns haben die Aufnahmen auch verschlagwortet und nachbearbeitet.

Am Smartphone könnte man das auch tun. Aber weil die Smartphones immer dabei sind und inzwischen auch unter schwierigen Bedingungen gute Aufnahmen machen, steigt die Zahl der Fotos in der Mediathek auch weiterhin ungebremst an. In gleichem Mass sinkt die Lust, sich um die Bilder zu kümmern.

Diesem Umstand tragen die Smartphone-Betriebssysteme Rechnung, indem sie sich selbst um die Verwaltung kümmern. Und auch wenn ich hier behaupte, Die Foto-App könnte noch besser sein, macht sie unter dem Strich doch einen ganz annehmbaren Job.

Die Sortierung der Bilder, die Auswahl der wirklich guten Bilder und die Kompilation von vorzeigbaren Diashows ist gut genug, dass man seine eigenen Bemühungen auf ein Minimum reduziert. Das Minimum ist, meines Erachtens, das Löschen von wirklich missratenen Schnappschüssen und das Mit-Sternchen-Markieren der denkwürdigen Fotos.

Doch ganz auf die Foto-App verlassen kann man sich nicht. Zwei Dinge fehlen meines Erachtens: „Wider den Wildwuchs in der Fotomediathek“ weiterlesen

Gimp ist noch immer keine Schönheit – aber ein echter Schwerarbeiter

Wie hat sich Gimp mit den letzten Versionen entwickelt? Über die Funktionen müssen wir nicht diskutieren – das Programm kann alles, was man braucht. Darum geht es hier um Performance, Oberfläche und Bedienung.

Ich habe mir erlaubt, diesen Beitrag hier mit Lesertipp zu taggen. Und das, obwohl der Tipp nicht an mich persönlich gerichtet war und Gabi Salvisberg meines Wissens auch nicht zu den regelmässigen Leserinnen dieses Blogs gehört. Aber vielleicht lässt sich das mit dezenten Erwähnung hier ändern.

Unzweifelhaft ist, dass ihr Tipp bei mir auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Ich gehöre zu den Leuten, die sich Gimp unbedingt wieder einmal ansehen sollten. Mein letzter Stand, was diese Software angeht, stammt ungefähr aus dem Jahr 2014, wo ich ein Video mit Peter Jäger von Pre2media zu alternativen Bildbearbeitungsprogrammen mit professionellem Anspruch gemacht habe. 2012 habe ich es im Rahmen unserer damaligen «Daily Digital»-Rubrik für die iPad-App des Tagesanzeigers, selbst vorgestellt.

Die Quintessenz war für mich immer die gleiche: „Gimp ist noch immer keine Schönheit – aber ein echter Schwerarbeiter“ weiterlesen