Kein Grund für Browser-Tristesse

Es ist Sommer – und da kommen selbst die eingefleischten Nerds weniger zum Bloggen. Ihr wisst schon: Die Familie will, dass man sich «erholt», mal «ausspannt», den «Alltag hinter sich lässt», und so weiter. Dass genau das Bloggen für unsereins Erholung sein könnte, daran denkt natürlich keiner.

Aber egal. Ich will diesem Anspruch zumindest ansatzweise Rechnung tragen, indem ich (wenn möglich) nicht weniger, aber immerhin kürzer blogge. Darum geht es hier um einen simplen Webtipp.

Nämlich um browsehappy.com: „Kein Grund für Browser-Tristesse“ weiterlesen

So kriegt die iCloud die Kurve

Es passiert häufig, dass ich beim Bloggen hier auf Ideen für «richtige» Artikel für die Tamedia-Zeitungen und für Newsnetz-Videos komme. Das ist kein Zufall, weil ich mein Blog auch als Inkubator für Themen nutze. Durch das Bloggen lässt sich sehr gut herausfinden, wie weit ein Thema trägt und ob es genügend Aspekte hat, die von breiten Interesse sind.

Klar, man könnte das vermutlich auch ohne Bloggen herausfinden. Aber wieso sollte man nicht das Sinnvolle mit dem Nützlichen verbinden? Im Blog lassen sich auch Aspekte diskutieren, die in einem Video gezwungenermassen unter den Tisch fallen müssen und zu nerdig für den Artikel in einer Tageszeitung sind.

Und wenn ich etwas Wichtiges übersehen oder (selbst das soll schon vorgekommen sein) falsch verstanden habe, dann stehen die Chancen gut, dass mich die Leserschaft meines Blogs darauf aufmwerksam macht und korrigiert, bevor ich die breite Masse damit behellige. Ihr dürft euch also gerne als Teil der erweiterten Tamedia-Digital-Redaktion betrachten. (Ein Lohn wird auch dafür leider trotzdem nicht ausbezahlt, fürchte ich.)

Ein gutes Beispiel ist dieses Video hier: „So kriegt die iCloud die Kurve“ weiterlesen

Ein Otter haut in die Tasten

Ich wollte Otter.ai schon länger einmal ausführlich testen. Das habe ich bislang nicht geschafft. Und darum gibt es an dieser Stelle einen Kurztest.

Dieser Webdienst ist erstens natürlich eine Freude für alle Fans dieser possierlichen Tierchen und den dazu passenden Twitter-Accounts. Otter.ai ist ein Dienst, der Gespräche transkribiert. Er zielt vor allem auf Geschäftsleute, die detaillierte Protokolle von ihren Sitzungen haben möchten, aber ohne dass jemand jedes Wort mitschreibt oder detaillierte Notizen macht.

Ein solcher Dienst käme auch Journalisten entgegen, die ihre Interviews nicht abtippen möchten: „Ein Otter haut in die Tasten“ weiterlesen

Das eierlegende Wollmilchsau-Grafikprogramm

IrfanView ist eines jener Programme, das ich schon seit immer benutze – und damit ähnlich wichtig ist wie 7-Zip, Synchronizier oder PhraseExpress. Erwähnt habe ich das Programm en passant immer mal wieder. Zum Beispiel im Beitrag Wie man Digitalfotos händisch sortiert, der zu den beliebtesten Tipps und Tricks dieses Blogs gehört. Oder hier im Beitrag Das dreckige Dreifachdutzend, den ich auch mal wieder aufdatieren könnte. Doch heute ist es mir einen separaten, ausführliche Beitrag wert.

Also, IrfanView: Es gibt diesen Shareware-Klassiker seit 1996 als normalen Download und inzwischen auch im Windows-Store.

Ich nutze ihn seit mindestens 1997, wie mir ein Blick in meine Artikel-Datenbank verraten hat. Im Dezember 1997 habe ich in einem Artikel zu zwei Digitalkameras (Olympus C-1000L mit 850 Kilopixeln Auflösung und Agfa ePhoto 1280 mit 810 Kilopixeln) habe ich das Programm wie folgt erwähnt: „Das eierlegende Wollmilchsau-Grafikprogramm“ weiterlesen

Mit dem Ochsenkarren nach Rom

Leute wie ich, die ohne Orientierungssinn geboren wurden, sind abhängig von Hilfsmitteln wie Karte, Kompass und GPS. Das ist womöglich der Grund, weswegen ich eine kleine Leidenschaft für Karten entwickelt habe. Mir gefallen vor allem die exotischen, die speziellen, die verblüffenden und die erhellenden Karten.

Ein hervorragendes Beispiel, das alle diese Punkte erfüllt, ist Orbis. Das ist ein Projekt der Stanford University aus Kalifornien. Es heisst mit vollständigem Namen The Stanford Geospatial Network Model of the Roman World und ist quasi Google Maps fürs Imperium Romanum.

Das erstreckte sich vor 2000 Jahren über einen Grossteil der bekannten Welt. In dem Reich gab es eine beachtliche Handels- und Reisetätigkeit – und das, obwohl man sich nicht eben in einen Hochgeschwindigkeitszug, ein Flugzeug setzen oder ein Uber kommen lassen konnte.

Wie zeitintensiv die Fortbewegung damals war, führt uns Orbis vor Augen: „Mit dem Ochsenkarren nach Rom“ weiterlesen

Etwas Gemotze und 15 Tipps für den AppleTV

Eigentlich wollte ich hier ein paar Tipps für den AppleTV vom Stapel lassen. Die kommen dann auch, und zwar am Ende des Beitrags.

Aber am Anfang muss ich erst einmal eine Runde Dampf ablassen. Denn ich habe den deutlichen Eindruck – und ich bin gespannt, ob ihr diese Einschätzung teilt –, dass die Fernbedienung über die Jahre schlechter geworden ist. Diese Fernbedienung hat ihren Reiz: Sie ist übersichtlich und hat nur ein paar wenige Knöpfe. Und als grosses Distinktionsmerkmal ein berührungsempfindliches Bedienfeld.

Doch so anders diese Fernbedienung im Vergleich zu den üblichen Tasten-Monstern auch ist, so gross sind auch ihre Mängel. Man fragt sich, ob der dem Rentnerstand entgegendfiebernde Design-Guru Jony Ive dieses Projekt damals an einen Praktikanten delegiert hat. Denn er selbst hätte den grössten Mangel dieser Fernbedienung doch sicherlich festgestellt: „Etwas Gemotze und 15 Tipps für den AppleTV“ weiterlesen

Das Banale grande der Windows-Tetralogie

Das neueste Update für Windows 10 hat schon für Gesprächs- und Blog-Stoff gesorgt: Hier ging es allgemein um das Update und um die Bluescreens, die es auslöst. Hier habe ich die neue Einstellung des Stores vorgestellt, mit der man Softwareinstallationen auf dessen Sortiment beschränkt. Und hier ging es allgemein darum, ob die kontinuierliche Entwicklung im Vergleich zu den früheren, grossen Versionssprüngen eigentlich sinnvoll ist oder nicht.

Heute mache ich die Tetralogie voll – allerdings mit einem vergleichsweise banalen Finale (Experten nennen das auch ein «Banale grande»). Ich stelle zwei Apps vor, die es in Windows neuerdings gibt. Und von denen noch niemand gross Notiz genommen hat, wie mir scheint. (Inklusive ich – es kann also sein, dass diese beiden Apps hier schon vor dem Update auf 1903 vorhanden waren.)

Da ist erstens die Tipps-App (Microsoft.Getstarted). „Das Banale grande der Windows-Tetralogie“ weiterlesen

So viel Bytes auf einem Haufen!

Das Internet ist ein faszinierendes Gebilde. Auf der untersten Ebene ist es nichts anderes als ein riesiger Umschlagplatz für Datenpakete. Und wenn wir mal auf dieser Ebene bleiben, dann sollten wir einen Moment darauf verwenden, von der schieren Grösse der Datentransfers beeindruckt zu sein.

Ich habe seinerzeit die Infografik «What happens in an Internet Minute?» vorgestellt: Was passiert während einer Minute im Internet? Die stammt von 2013 und ist massiv überholt. Ich habe darum nach einer Neuauflage gesucht und bin fündig geworden.

Die Aufdatierung stammt von @LoriLewis und @OfficiallyChadd. Sie ist leider nur bedingt mit der sechs Jahre alten Variante vergleichbar, da nicht die identischen Kategorien berücksichtigt wurden.

Ein paar Kategorien sind zum Glück erhalten geblieben. „So viel Bytes auf einem Haufen!“ weiterlesen

Hier gibt es Youtube so, wie Youtube sein müsste

Heute ein Webtipp – bei dem ich aber nicht ganz sicher bin, ob er überhaupt noch funktioniert, wenn der Blogpost hier online geht. Denn die Website gehört zu der Sorte, bei der man jederzeit damit rechnen muss, dass sie aus dem Internet weggeklagt wird.

Im Fall der heute hier vorgestellten Website könnte man sich auch vorstellen, dass sie mit technischen Mitteln sabotiert wird. Denn diese Website bezieht Inhalte von Youtube – was Google wahrscheinlich nicht gefällt. Und es gäbe ziemlich sicher Mittel und Wege, den Datenfluss mit Youtube zu unterbinden. Immerhin: Falls das passieren sollte, kann man den Dienst auch selbst betreiben. Wie uns Reddit verrät, ist er nämlich Open-Source.

Die Website, um die es hier heute geht, ist invidio.us. Sie bietet eine alternative Sicht auf das Youtube-Angebot. „Hier gibt es Youtube so, wie Youtube sein müsste“ weiterlesen

Der Adler ist in der Podcast-App gelandet

Der 50. Jahrestag der Apollo 11 Mission ist ein Grund für Freude. Nicht  nur, weil es noch immer beeindruckend ist, dass dieses waghalsige Unterfangen vor einem halben Jahrhundert tatsächlich geklappt hat. Sondern auch, weil es viele Möglichkeiten gibt, dieses grandiose Ereignis noch einmal zu erleben – oder überhaupt erst zu entdecken.

Eine schöne Website zum Thema habe ich vor Kurzem vorgestellt. Heute geht es nun um einen sehr hörenswerten Podcast. Er heisst 13 Minutes to the Moon (RSS) und stammt von BBC World Service, respektive von Kevin Fong. Er ist von Berufes wegen Anästhesist, gehört aber zu jener Gattung Mensch, die aus ihrer Begeisterung für die Raumfahrt keinen Hehl machen will. Und darum hat er sich auf eine Reise zu den Schauplätzen und Personen gemacht, die vor fünfzig Jahren Teil dieses Menschheitsabenteuers waren.

Im Zentrum stehen die letzten 13 Minuten vor der Landung, die besonders dramatisch verliefen. Der Computer funktionierte nicht, wie er sollte, sondern gab einen Fehlercode von sich – ein Code, der erst einmal gedeutet werden musste. „Der Adler ist in der Podcast-App gelandet“ weiterlesen