Nahaufnahme eines schwarzen Taillengürtels mit einem Reissverschluss und Knopf. Auf dem Gürtel steht «CONNECT». Der Gürtel wirkt funktional und modern.
Beim Joggen das Smartphone, den Schlüssel und sonstigen Kram dabeihaben, ohne komplett auszusehen wie ein Wanderkiosk? Der Connect Running Belt macht das ziemlich ordentlich.

Joggen mit Gepäck: Der Bauchgurt schlägt die Oberarmtasche

Was ist die beste Mög­lich­keit, beim Sport das Smart­phone mit­zu­führen? Von den drei getesteten Varianten (Lauf­gürtel, Flip­belt und Ober­arm-Tasche) gefällt der Connect Running Belt am meisten: Er bietet genug Platz auch für die Schlüssel, einen an­ge­nehmen Sitz und er ist schnell an­gezogen.

Das moderne Leben bringt es mit sich, dass wir selbst bei archaischen Beschäftigungen Technikkram mitschleppen. Zum Beispiel beim Laufen: Da könnten wir eins sein mit der Natur und unserem Körper. Aber nein, das Smartphone muss trotzdem mit.

Und ja, ich rede von mir. Ich will das Handy beim Joggen dabeihaben. Hauptsächlich für die Musik, Podcasts oder Hörbücher. Ich habe zwar versucht, die via Smartwatch zu konsumieren (via Garmin und via Apple Watch). Erkenntnis: Es ist möglich, aber umständlich. Und manchmal ist das Smartphone praktisch, weil mir beim Rennen oft gute Ideen kommen, die ich festhalten möchte. Oder dann will ich ein «Reel» drehen – wobei diese absurde Neigung zum Glück wieder nachgelassen hat.

1) Connect Running Belt: Gurt mit Reissverschluss

Frage also: Wie das Smartphone beim Sport dabeihaben? Meine neueste Errungenschaft ist der Connect Running Belt, den es für etwa vierzig Franken bei Galaxus gibt. Es handelt sich um eine Eigenmarke, die es nicht bei Onlineshops in Deutschland und Österreich gibt.

Vergleichbar scheinen mir die Gürtel von Yagaspantery (unter zehn Euro bei Amazon) und von Razobws (etwas über zehn Euro) zu sein. Die habe ich allerdings nicht ausprobiert, und da sie kaum halb so teuer sind, halte ich für deren Zuverlässigkeit nicht meine Hand ins Feuer. In der ähnlichen Preisklasse wie mein Gürtel spielen der Conquer Laufgürtel (um die 32 Euro) und Flipbelt Zipper (50 bis 60 Euro). Zu Letzterem kann ich persönliche Erfahrungen beisteuern; mehr dazu weiter unten.

Schwarze Tasche mit dem Aufdruck «CONNECT» liegt auf einer rauen Steinoberfläche, umgeben von grünem Gras und dünnen Pflanzen. Ein Schlüsselbund ist sichtbar.
Die drei Taschen des Running Belt, mit Handy und Schlüssel.

Die Merkmale des Gürtels sind der längenverstellbare Bändel, der mit einer Steckschnalle geschlossen wird. Es gibt drei Fächer mit Reissverschluss. In die grosse Tasche passt das Handy rein, in die kleinen der Schlüssel, Geld und anderer Kleinkram. Die Innenseite ist mit einer Plastikschicht ausgekleidet, sodass die Gegenstände vor Schweiss und Regen geschützt sind – wenn man beim Joggen in den Fluss fällt, werden die Gegenstände trotzdem nass. Im grossen Handyfach gibt es einen Schlitz fürs Kopfhörerkabel. Sinnvoll, aber ich empfehle dennoch drahtlose Kopfhörer. Schliesslich gibt es reflektierende Streifen, die bei schlechten Sichtverhältnissen dafür sorgen sollen, dass man weniger von Autos überfahren wird. Das wiederum impliziert, dass man den Gurt über dem T-Shirt trägt und nicht darunter.

Ich habe beides ausprobiert. Die Montage über dem T-Shirt ist angenehmer, weil der Gurt weniger auf der Haut schrummelt und der Schweiss besser verdunstet. Trotzdem ist der Sitz gut, selbst wenn wir den Gurt nicht allzu eng ziehen. Der Gurt, befüllt mit dem iPhone 15 Pro und einem Ring mit mehreren Schlüsseln, Anhänger und Airtag, hielt die Position überraschend gut – doch viel mehr Gewicht würde ich ihm nicht zumuten.

Fazit: Ein Gadget, das den Zweck erfüllt. Wie langlebig es ist, wird sich zeigen müssen.

2) Belkin Sport Fit: Sportarmband für den Oberarm

Bleibt die Frage, ob der Gurt das beste Sport-Gadget seiner Art ist. Ursprünglich benutzte ich das Belkin Sport Fit: ein Sportarmband, das um den Bizeps geschnallt wird. Das scheint nicht mehr erhältlich zu sein, aber es gibt genügend Alternativen wie dieses Guzack-Produkt für schlappe zwölf Euro. Es erfüllte seinen Zweck auch, aber erstens bietet diese Lösung bloss Platz fürs Handy und nicht für die Hausschlüssel. (Man will sie auf gar keinen Fall zusammen mit dem Telefon in die gleiche Tasche stecken, weil am Display hinterher vor lauter Kratzern nichts mehr zu erkennen sein wird.) Und auch wenn das Gewicht am Oberarm nicht wirklich stört, finde ich es am Bauch angenehmer.

Die Tasche für den Oberarm von Belkin.

3) Flipbelt Gurt ohne Reissverschluss und ohne Schnalle

Wie eingangs erwähnt, verwende ich seit fünf Jahren den Flipbelt. Er erfüllt seinen Zweck noch immer gut. Im direkten Vergleich mit dem Connect Running Belt ist er leichter und simpler, und er lässt sich problemlos mit den Sportklamotten zusammen waschen. Es gibt ihn in einer Variante ohne Reissverschluss, bei der das Smartphone in einen Schlitz eingefädelt wird. Da man die Öffnung dann nach innen dreht und auf dem Körper trägt (daher der Name Flipbelt), fällt es nicht raus – das kann ich bestätigen, nachdem ich den Gurt Hunderte Male benutzt habe.

Ein schwarzes Bustier mit Reissverschluss und mehreren Fächern liegt auf einer Holzbank. Ein Smartphone und Schlüssel sind sichtbar. Der Hintergrund zeigt grünes Gras.
Zum Vergleich: Der Flipbelt (unten) ist leichter und gut waschbar.

Er hat keine Schnalle, sondern ist ein geschlossener Schlauch, der über den Kopf oder über die Füsse angezogen wird. Wir müssen deshalb beim Kauf auf den richtigen Durchmesser achten, und falls wir durch den Sport deutlich an Gewicht verlieren, ist das natürlich toll, führt aber dazu, dass wir den Flipbelt in einer kleineren Grösse benötigen.

Im Vergleich ist der Connect Running Belt angenehmer anzuziehen. Er sitzt weniger eng und die Schlüssel sind hier sicherer aufgehoben. Bei meinem Flipbelt gibt es einen Bändel, in den man die Schlüssel einhakt. Diesem Mechanismus habe ich allerdings nie so ganz vertraut.

Fazit: Es gibt viele Möglichkeiten. Die Kunst ist, die zu finden, die einem am besten zusagt. In den kälteren und feuchteren Jahreszeiten ist es einfach: Da ziehen wir uns eine Jacke über und verstauen den Kram in den Taschen.

3 Kommentare zu «Joggen mit Gepäck: Der Bauchgurt schlägt die Oberarmtasche»

  1. Ich habe noch nie eine Armtasche verwendet, hatte zwar mal einen auf einen B2Run geschenkt bekommen, aber die war eh zu klein und ich fand das auch nicht sonderlich angenehm.
    Ich nutze daher schon ewig so eine flache Bauchtasche von Decathlon, ach nee, habe sogar 2. Das Telefon liegt eng an ohne rumzuwackeln und die Schlüssel passen auch rein. Unter dem Shirt auf dem Bund der Hose sieht man es auch kaum. Ich nutze die Tasche auch hin und wieder beim Radfahren.

    Mit ein wenig Geschick passen da auch 2 Gels mit rein, trägt dann etwas auf, aber da ich das nur bei offiziellen Läufen, wie dem Sarnersee Lauf, nutze, stört es mich nicht.

    Habe das Telefon auch nur wegen Musik und vllt mal ein Foto dabei. Es überträgt natürlich auch das Live Tracking von der Uhr.

  2. Danke für den Erfahrungsbericht. Ich selber verwende beim Joggen seit Jahren einen Urban Tool Laufrucksack (https://www.urbantool.com/de/produkt/laufrucksack/) und bin sehr zufrieden damit, weil die Sachen gut am Körper verstaut sind und nicht ‚rumhampeln‘.

    Das war bislang auch mein Vorbehalt gegenüber allen gurtartigen Modellen, weil ich es hasse, wenn beim Laufen sich etwas dauernd bewegt. Aus Deinem Bericht entnehme ich, dass sich dies nicht mit Deinen Erfahrungen deckt. Mal schauen, vielleicht doch ein Anlass einem Gurtmodell mal eine Chance zu geben.

    Hast Du die ‚Laufrucksackmodelle‘ ausgeschlossen, weil Du sie der Kategorie ‚Wanderkiosk‘ zuordnest?

    1. Ich habe noch keinen ausprobiert. Grundsätzlich ausschliessen würde ich sie nicht, aber ich vermute, es ist für mich ein Vorteil, wenn der Rücken ungehindert transpirieren kann.

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