Wie man Foto-Weltmeister wird

Die Idee von Gurushots klingt bestechend: In einer globalen Community bewertet man Fotos, nimmt mit seinen Bildern an einem globalen Wettbewerb teil und hat die Chance auf schöne Preise. Nur schade, dass diese Ausmarchungen mit Fairness nichts zu tun haben.

Fotos schiessen ist das eine – aber was tut man dann mit der Ausbeute? Klar, man kann sie ansehen, ausdrucken oder in Fotobücher packen; meine Tipps dazu finden sich hier.

Es gibt eine weitere Möglichkeit, zumindest für die ernsthaften Fotografen: Denn wenn einen der Ehrgeiz packt, dann will man mit seinen Bildern eine grössere Öffentlichkeit beglücken. Man lädt seine Bilder bei einer Fotoplattform hoch, gestaltet eine Portfolio-Website. Oder noch besser: Man macht eine Ausstellung oder gewinnt einen Fotowettbewerb.

Im digitalen Raum bietet GuruShots Fotografen mit Ambitionen und einer kompetitiven Ader eine Möglichkeit, sich auszutoben. Die Website bzw. App für Android und fürs iPhone/iPad ist nach eigenen Angeaben «the world’s greatest photography game»; also eine Art Foto-Weltmeisterschaft. „Wie man Foto-Weltmeister wird“ weiterlesen

Schneller Schutz der Privatsphäre bei Foto-Veröffentlichungen

Die Gesichter von Menschen sollten unkenntlich gemacht werden, wenn man Bilder einem grösseren Publikum zugänglich macht – schliesslich gilt es der Privatsphäre zu wahren. Und verrate einige Tricks, u.a. die Apps Censor, Privee, Pixelator und Gesicht verwischen.

Es kommt gelegentlich vor, dass ich Bilder veröffentliche, in denen ich vorab einige Dinge unkenntlich machen möchte. Das sind Gesichter von Leuten, die nicht zu erkennen sein sollen. In meinem Fall noch häufiger handelt es sich um Namen oder Avatare auf Screenshots, die ich nicht der Öffentlichkeit preisgeben will.

Ich verwende typischerweise Photoshop oder Pixelmator (Bildbearbeitung abseits von Adobe) und dort den Verpixelungsfilter (Photoshop: Filter > Vergröberungsfilter > Mosaikeffekt; Pixelmator: Darstellung > Effekte einblenden und dann in der Rubrik Stilisieren den Filter Pixeln verwenden).

Wenn man mit Handy oder Tablet operiert und ein Bild über die sozialen Medien weitergeben will, dann möchte man eine einfachere Methode verwenden, um Bildbereiche unkenntlich zu machen. „Schneller Schutz der Privatsphäre bei Foto-Veröffentlichungen“ weiterlesen

Pop-Art statt Eye-Candy

Photoleap beweist, dass trotz des riesigen Angebots das Potenzial kreativer Bild­bearbei­tung nicht ausgereizt ist. Das Geheim­nis dieser App ist, dass sie komplexe Bear­beitungs­methoden auf nieder­schwellige Art bereit­stellt.

Gibt es noch neue, interessante Foto-Apps? In keiner Kategorie des App-Stores ist die Auswahl grösser, doch trotzdem machen sich langsam Ermüdungserscheinungen breit – es scheint, dass wir alles schon gesehen haben und die Eingangsfrage klar zu verneinen ist.

Bei genauem Hinschauen fällt noch etwas anderes auf: Trotz der riesigen Auswahl sind es alles in allem nur sieben Ideen bzw. Grundsatz-Konzepte, die in unzähligen Varianten umgesetzt werden. Nämlich die folgenden: „Pop-Art statt Eye-Candy“ weiterlesen

Mit einem iPhone doppelt filmen

Die DoubleTake-App zeichnet am iPhone Videos gleichzeitig mit zwei Kameras auf. Damit lassen sich auch professionelle Projekte realisieren – eine Zusatzkamera zur Ausfallsicherung ist aber zu empfehlen.

Seinerzeit habe ich die DuetCam-App vorgestellt: Sie filmt mit dem iPhone gleichzeitig mit der Front- und der Rückkamera. Ideal, um eine Szene zu zeigen und die gleichzeitig zu kommentieren.

Ein Problem hat diese App: Sie verschmilzt die beiden Ansichten zu einem einzigen Video, bei dem die Selfie-Kamera als kleines Fenster in die Aufnahme der Frontlinse eingebettet ist. Das ist für eine Ad-hoc-Reportage völlig ausreichend. Aber für eine professionelle Produktion hätte man lieber getrennte Videoaufnahmen, sodass für den Schnitt alle Möglichkeiten offen bleiben.

Das ist mit der DoubleTake-App möglich, die es für zwei Franken fürs iPhone gibt. Sie stammt vom gleichen Hersteller, von dem auch die hochgelobte Filmic-App kommt. Sie ist allerdings etwas knifflig in der Anwendung – wenn man nicht aufpasst, erhält man wie bei DuetCam einen einzigen Clip, in dem die verschiedenen Perspektiven zusammengebacken sind. „Mit einem iPhone doppelt filmen“ weiterlesen

So freunden sich Nikon-Kameras doch noch mit dem iPhone an

Die Smartbridge-App zeigte sich in meinem Test nicht sehr kooperativ und weigerte sich standhaft, eine Verbindung zwischen Smartphone und Kamera herzustellen. Zum Glück lässt sich das Problem beheben.

Nikon weiss, wie man gute Kameras baut. Bei der Software bin ich mir über die Kompetenz nicht so ganz im Klaren: Beim Test der Z6 habe ich seinerzeit sehr über die Snapbridge-App aufgeregt.

Aber vielleicht hat Nikon die Mankos ausgeräumt? Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen, die Snapbridge-App, die es für Android und fürs iPhone gibt, mit zwei aktuellen Kameras zu testen: mit der Z fc und der Coolpix W150.

Um gleich auf das Fazit zu sprechen zu kommen: Das ist durchzogen. Konkret gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute besteht darin, dass das grösste Manko ausgeräumt ist: „So freunden sich Nikon-Kameras doch noch mit dem iPhone an“ weiterlesen

Eigentlich passt sie nicht zu mir – ausser vom Gefühl her

Sind klassischen Modellen nachempfundene Kameras nur der Versuch, auf der Retro-Welle zu reiten – oder steckt mehr dahinter? Ich hatte die Nikon Z fc in den Fingern und verstehe die Faszination.

Ich habe derzeit das Vergnügen, eine Nikon Z fc zu testen. Das ist eine Systemkamera mit APS-C-Sensor, die das Z-Bajonett benutzt, 20,9 Megapixel aufweist, in 4k filmt, im Serienmodus elf Bilder pro Sekunde aufnimmt, ein ausklapp- und drehbares Display hat und mit WLAN und Bluetooth ausgestattet ist. Sie kostet derzeit reduzierte 949 Euro bei Amazon, inklusive Kit-Objektiv.

So weit, so normal. Was diese Kamera speziell macht, ist ihr Design. Sie hat keinen Griffwulst an der rechten Seite und kein rotes Dreieck unterhalb des Auslösers – beides übrigens Attribute, die von Designer Giorgetto Giugiaro stammen, 198o mit der F3 eingeführt wurden und sich seitdem zwar verändert, aber trotzdem zu den ikonischen Erkennungsmerkmalen von Nikons Spiegelreflex- und Systemkameras gehören.

Die Z fc macht Anleihen bei einem Kameramodell, dass ebenfalls in den 1980er-Jahre auf den Markt kam, aber sich optisch von der F3 unterschied: „Eigentlich passt sie nicht zu mir – ausser vom Gefühl her“ weiterlesen

Kind, mal doch nicht immer, sondern fotografiere auch mal!

Die Nikon Coolpix W150 ist eine Kompaktkamera, die nicht mit tollen technischen Merkmalen punktet, sie sich aber dank Wasserdichtheit und Stossfestigkeit für Kinder eignet.

Neulich hat meine Tochter eine meiner Schreibtischschubladen durchwühlt und die Kompaktkamera von Samsung entdeckt, die ich vor neun Jahren hier im Blog vorgestellt habe und die seitdem in Vergessenheit geraten ist.

Sie wollte sie sofort ausprobieren und weil die Kamera abgeschrieben war, sprach auch nichts dagegen. Nach dem Aufladen war sie wieder einsatzbereit, und die fast Fünfjährige hat mit viel Begeisterung alles abgelichtet, was ihr vor die Linse kam.

Leider war die Freude von kurzer Dauer. Der Akku hat nach Jahren in der Schublade schnell schlappgemacht und war nach drei-, viermaligem Wiederbeleben überhaupt nicht mehr aufzuladen. Keine Frage, dass das Tränen gegeben hat.

Darum habe ich meiner Tochter Ersatz versprochen. Denn das Fotografieren ist eine kreative Beschäftigung, die ich gerne fördern würde. Und noch etwas: „Kind, mal doch nicht immer, sondern fotografiere auch mal!“ weiterlesen

So macht man sich selbst zur Karikatur

Die diesjährige Hype-App heisst Voilà und verwandelt Porträtbilder und Selfies in Karikaturen. Das ist auf den ersten Blick lustig, doch sonderlich lange hält der Spass nicht an.

Es gibt diese Hype-Apps, vor denen es zumindest in den sozialen Medien kein Entrinnen gibt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie schnell auftauchen und bald wieder in der Versenkung verschwinden. Vor fünf Jahren war das die Prisma-App, die alle so lang für ihre Fotos benutzt haben, bis auch der letzte Mensch der künstlich auf Kunst getrimmten Bilder überdrüssig war.

Nichtsdestotrotz habe ich seinerzeit mit Becasso eine ähnliche, aber noch etwas raffiniertere App vorgestellt (Kunst ist eine Frage der richtigen App) und im Beitrag Das Instagram-Zeitalter ist durch die vier Kunst-Apps Prisma, MLVCH, Dreamscope und Dreamify direkt verglichen.

Da ist es nichts wie folgerichtig, dass ich auch der aktuellen Hype-App etwas Aufmerksamkeit zukommen lasse: „So macht man sich selbst zur Karikatur“ weiterlesen

Wie man Fotos ohne Cloud verschlagwortet

Eine automatische Inhaltsanalyse von Fotos, die offline funktioniert: Das ist mit Excire möglich. Zwar leistet sich die Software gelegentliche Fehler und Auslassungen, ist aber trotzdem eine Empfehlung wert.

Regelmässige Leserinnen dieses Blogs werden festgestellt haben, dass ich eine pedantische Ader habe. Die zeigt sich nicht in allen Lebenslagen. Zum Beispiel habe ich kein Problem mit einem unaufgeräumten Büro. Aber in digitalen Dingen kenne ich keine Gnade. Darum habe ich neulich mein Blog auf Vordermann gebracht. Und ich kann mich mit Inbrunst um digitale Metadaten kümmern. Bei der Musik. Vor allem aber bei den Fotos.

Ich habe seinerzeit in Lightroom meine Digitalfotos akribisch verschlagwortet. Ich habe eine Bildlegende gesetzt und Stichworte vergeben und manchmal sogar eine ausführliche Beschreibung verfasst. Und das, nach den Ferien, bei Hunderten von Bildern. Und es war mir wichtig, die Bilder mit präzisen GPS-Daten zu versehen. Das war vor zehn Jahren recht aufwändig, aber ich hatte eine ausgeklügelte Methode entwickelt.

Ansatzweise neurotisch

Da ich keine Fotoagentur bin, war das ansatzweise neurotisch. Ich hatte irgendwann ein Einsehen und damit aufgehört. Auch aus äusserem Anlass. Das Verschlagworten von Bildern ist zeitraubend, und irgendwann war mir der Aufwand zu gross.

Ausserdem hat sich die Erkenntnis eingeschlichen, dass die ganze Arbeit vergebene Liebesmüh sein könnte. Wir erinnern uns: „Wie man Fotos ohne Cloud verschlagwortet“ weiterlesen

Wenn eine künstliche Intelligenz Farbe herbeizaubert

Wie gut sind Soft­ware­programme, die aus Schwarz­weiss­auf­nahmen bunte Bilder machen? Ich habe das anhand eines authen­tischen Jugend­selfies ausprobiert.

Es ist beeindruckend, was künstliche Intelligenz bei altem Bildmaterial zu leisten vermag: Sie erhöht die Auflösung, rechtet ruckelige Filmsequenzen ruhig, entfernt Bildstörungen und macht Schwarzweiss-Aufnahmen bunt.

Diese Restauration verändert unsere Wahrnehmung: Digital aufgefrischte Zeitdokumente wirken nicht mehr wie historische Artefakte, die uns heute nichts mehr angehen. Die gefühlte Distanz wird kleiner – auch wenn uns die Bilder natürlich niemals so direkt betreffen, wie ein Selfie, das wir selbst vor drei Tagen fabriziert haben.

Diesen Effekt habe ich im Beitrag Und plötzlich wirkt die Vergangenheit frisch und lebensecht (Abo+) beschrieben und einige eindrückliche Beispiele zusammengesucht, die die Möglichkeiten solcher Algorithmen demonstrieren. Es gibt inzwischen nämlich eine lebendige Szene, die sich der Aufgabe verschrieben hat, das letzte aus alten Filmaufnahmen herauszuholen.

Seit ich den Artikel geschrieben habe, wollte ich selbst eine solche Software ausprobieren. Als Testobjekt habe ich folgendes Foto ausgesucht, das mich in meinem Jugendzimmer zeigt – und das ich ohne Koketterie als Perle aus meinem Fotoarchiv bezeichnen würde. „Wenn eine künstliche Intelligenz Farbe herbeizaubert“ weiterlesen