Konkurrenz belebt das Suchmaschinen-Geschäft

Im Beitrag Suchmaschinen? Miese Versager sind sie alle! habe ich einen kleinen Vergleich zwischen Google, Bing, Duck Duck Go, Qwant und Swisscows angestellt. Allerdings vor allem aus meiner Perspektive als Egogoogler. Für das grössere Publikum ist das mutmasslich nicht sonderlich interessant.

Darum bin ich auf die Idee verfallen, ein Remake anzufertigen, aber mit Fällen von allgemeinem Interesse. Ich wollte herausfinden, in welchen Fällen die Konkurrenten besser sind als Google. Ich habe dazu selbst Tests angestellt und auch gegoogelt im Web recherchiert, ob andere das schon gemacht haben. Die Erkenntnis war: Nein, offenbar nicht.

Das wundert nicht, denn es ist tatsächlich so, dass Google sehr oft das beste Resultat liefert – oder zumindest ähnlich gut ist wie die Konkurrenz. Und die alte Erkenntnis gilt weiterhin, dass es nicht reicht, ähnlich gut zu sein wie der Spitzenreiter. Um Leute zum Umstieg zu bewegen, muss man mindestens doppelt so gut sein, sonst machen sich die Anwender diese Mühe nicht.

Trotzdem habe ich das Video gemacht – mit vier Beispielen, bei denen die Konkurrenz besser ist. Beziehungsweise Google einfach nicht sonderlich gut performt:


Google ist doch zu schlagen

Aber es bleibt eine Tatsache, dass Google im Schnitt hervorragend ist – und die Erfolgserlebnisse bei der Konkurrenz zufällig sind. Man kann leider nicht sagen, dass Duck Duck Go zum Beispiel bei politischen Themen besser abschneidet und Bing ein Flair für technische Fragen hätte. Man merkt es nur, wenn man parallel googelt und die Resultateseiten vergleicht.

Kurzer Einschub: Bing war bei diesem Vergleich die grosse Enttäuschung. Sogar Swisscows, die Schweizer Suchmaschine, die meist auch bei einheimischen Themen nicht sonderlich brilliert, hat mich mehr überzeugt. Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Vielleicht hat Microsoft sein Engagement in den letzten Zeit zurückgefahren. 2015, als ich den Beitrag Bingen statt googeln? fabriziert habe, oder 2016, als ich ein Video zum gleichen Thema gedreht habe, fand ich die Resultate deutlich besser. Aber vielleicht wars auch ein Zufallsresultat.

Zurück zum Vergleich: Wie gesagt, man könnte die Resultate auch als Überlegenheitsdemonstration von Google interpretieren. Hätte ich also aufs Video verzichten sollen? Das habe ich mir überlegt, mich aber dagegen entschieden. Aus zwei Gründen:

Erstens gibt es ein Gebiet, wo die Konkurrenz definitiv besser ist als Google. Nämlich beim Datenschutz. Keiner der Konkurrenten wissen in der Summe nur ansatzweise so viel über uns und unsere Interessen. Zwei davon, nämlich Duck Duck Go und Qwant, werben explizit mit dem Datenschutz. Das heisst: Selbst wenn man die beiden nicht ständig nutzt, sondern nur ab und zu zum Zug kommen lässt, sorgt man dafür, dass Google nicht ganz so viele Datenpunkte sammeln kann.

Zweitens belebt Konkurrenz das Geschäft. Das gilt nicht nur für den Markt der Güter, sondern auch für die Suchmaschinen. Wie sollen die Konkurrenten ihre Produkte verbessern, wenn niemand sie benutzt? Dabei ist es wichtig, eine Alternative zu haben. Und nicht zuletzt sorgen die Konkrrenten auch dafür, dass Google nicht nur in alle möglichen und unmöglichen Bereiche expandiert, sondern auch dem Kerngeschäft das nötige Mass an Aufmerksamkeit zukommen lässt.

Ich werde das Experiment noch weiterführen und weiter Beispiele sammeln, bei denen ich die Resultatelisten der Google-Rivalen besser finde als von Google selbst. Wenn ihr ebenfalls solche Beispiele habt, bitte ab in die Kommentare damit.  Falls einige Fälle zusammenkommen, werde ich das Thema gerne noch einmal aufgreifen.

Beitragsbild: Christian Wiediger/Unsplash, Unsplash-Lizenz

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Ein Gedanke zu „Konkurrenz belebt das Suchmaschinen-Geschäft“

  1. Mir waren meine Daten zu wertvoll, um sie an so eine Datenkrake wie Google zu verschenken. Ich bin seit 2 Jahre auf Swisscows umgestiegen und bin durchaus positiv überrascht. Super Ergebnisse und Datenschutz inklusive. Hätte nie gedacht, dass ich auch ohne Google kann, aber das geht definitiv.

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