Statt um Word geht es hier nun ums Schreiben

Es hätte ein Tipp zu Textverarbeitungen werden sollen. Doch dann bin ich ganz am Anfang falsch abgebogen und habe ein Essay übers Schreiben verfasst.

Was ist das Schwierigste an meinem Job? Viele denken, es sei das Schreiben. Kein Wunder, wo viele Autoren davon erzählen, wie sie heldenhaft gegen ihren ärgsten Feind ankämpfen – jener Feind, der Schreibblockade heisst und sogar eine Wikipedia-Seite hat.

Und natürlich: Es gibt die Momente, wo man nicht weiss, wie man einen Text nun aufzäumen könnte. Der berühmte erste Satz sollte tatsächlich nicht allzu fade daherkommen – und dann zügig zum Kern der Sache hinführen, weil man sein Publikum nicht langweilen sollte. Das ist nicht immer einfach.

Aber es ist ohne Zweifel so, dass die Seelenpein, die viele Autoren angeblich bei ihrer Arbeit empfinden, vor allem ein Mittel für die Selbstüberhöhung ist. Schliesslich ist man vor allem ein Künstler – und ein Künstler hat zu leiden, während er seine Kunst produziert. Der Schmerz verleiht dem Werk Bedeutung, erhöht den Marktwert und nötigt dem Publikum Ehrfurcht ab.

Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass die Kritik etwas milder ausfallen wird. „Statt um Word geht es hier nun ums Schreiben“ weiterlesen

Rezepte für alle Geschmäcker (ausser jene von Kannibalen)

Heute ist ein fast so kontroverses Thema wie die Frage nach der besten Religion angesagt: Es geht nämlich um die empfehlenswertesten Koch-Apps.

Die besten Rezept-Apps – die standen schon lange auf meiner Themenliste. Aber gibt es ein kontroverseres Thema als das? Mir fällt nur gerade eines ein: «Die schönsten Religions-Apps.»

Doch gerade nach den Glaubensbekenntnissen kommt die Ernährung als Gebiet, wo Überzeugungen nahtlos in Ideologien übergehen und Weltanschauungen aufeinanderprallen: Manche mögen es heiss und fettig, andere naturbelassen und knackig. Es gibt die Leute mit der Laktoseintoleranz – und solche mit null Verständnis für hipsterige Zutaten wie Quinoa, Avocado, Blumenkohl oder Sriracha-Sauce.

Da gibt es Leute, die keine Konservierungsmittel vertragen und andere, die mit gänzlichem Unverständnis darauf reagieren, dass ein Gericht nicht in der Plastikschale gereicht wird und mindestens 350 Lebensmittelzusätze aufweist.

Für mich stellt sich die Frage: Kann man solche Apps vorstellen und neutral bleiben? Denn ich habe keine Lust, für die eine oder andere Position Stellung zu beziehen oder bezüglich meiner persönlichen (nicht allzu aussergewöhnlichen Vorlieben) die Hosen allzu weit herunterzulassen.

Aufgefallen ist mir, dass es sich manche Apps einfach machen: „Rezepte für alle Geschmäcker (ausser jene von Kannibalen)“ weiterlesen

Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt

Versionsnummer, Builds, Code- und Marketingnamen: Wenn man versucht, die Bezeichnungen für das neue Windows-Update zu verstehen, dann tut sich ein Abgrund auf.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, die grossen Funktions-Updates jeweils in einem Patentrezept-Video zu besprechen. Zum Beispiel 1709, 1809, 1903 und im letzten Herbst 1909. Ein solches Video gibt es nun auch für das jüngste Update mit der Version 2004, das Ende Mai veröffentlicht wurde.

Bevor ich darauf kurz eingehe, muss ich mir ein bisschen Luft verschaffen: Es geht um das beliebte Thema, dass Microsoft es schafft, Dinge zu verkomplizieren – und zwar massiv. Egal, ob es nun ursprünglich einfach, mittelschwierig oder schon undurchsichtig war – nachdem sich Microsoft darum gekümmert hat, ist das Thema für Laien kaum mehr zu durchdringen. Nicht nur das: Menschen, die sich vorgenommen haben, mit ihrer Lebenszeit etwas Vernünftiges anzufangen, kommen nicht umhin, sich frustriert abzuwenden.

Also, da gibt es die Frage, wie diese Updates nennt. Bei Apple und dem Mac ist die Sache einigermassen trivial: „Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt“ weiterlesen

Wann stellt Apple den Homescreen auf den Kopf?

Wie wahrscheinlich ist es, dass Apple in einer der nächsten iOS-Versionen den Homescreen neu erfindet? Ich wage eine Prognose – und ich gebe Tipps, wie man aus dem aktuellen Homescreen das Maximum herausholt.

Das lange Warten auf den besseren Homescreen – schon vor einiger Zeit thematisiert – dauert noch etwas an. Das Gitter an Icons, wie man es beim iPhone und iPad sieht, hat einen Mangel: Er wird immer unpraktischer, je mehr Apps man hat. Er erstreckt sich dann entweder in die Breite (mit vielen Homescreen-Seiten) oder in die Tiefe (mit Ordnern).

Ich höre immer wieder von Leuten, dass sie den Homescreen kaum mehr nutzen und ihre Apps mittels Suche aufstöbern. Das ist natürlich nicht verkehrt – aber dann ist der Homescreen eine riesige Platzverschwendung an zentraler Stelle. In dem Fall wäre es sinnvoll, dort etwas anderes, Sinnvolles anzuzeigen. Und wenn es nur das Wetter ist.

Also, die Frage bleibt: Wie könnte ein besserer Homescreen aussehen? Wie immer gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder erfindet Apple etwas radikal Neues. Oder es geht weiter wie bisher – mit mehr oder weniger grossen Modifikationen am bisherigen Screen.

Die Gefahr, sich mit einer Prognose zu blamieren, scheint mir gering – und die Sache klar: „Wann stellt Apple den Homescreen auf den Kopf?“ weiterlesen

So flickt man kaputte Smartphone-Apps

Vier Massnahmen, wie Abstürze und Hänger bei iPhone-, iPad- und Android-Apps behoben werden. Plus zwei Vorschläge zuhanden von Apple.

In der letzten Zeit habe ich einige Mails bekommen, bei denen die Leute sich mit nicht korrekt funktionierenden Apps herumgeschlagen haben. Eine gute Gelegenheit für ein klassisches Fehlerbehebungs-Video. Denn mir ist neulich auch mal der Hut hochgegangen, nachdem ich die tägliche Herausforderung in der Solitaire Collection von Microsoft nicht in Angriff nehmen konnte, weil die  App sich beim Klick auf die Rubrik sogleich verabschiedet hat, ohne auch nur Tschüss zu sagen.

Nun sind beim iPhone und iPad die Möglichkeiten der Fehlerbehebung beschränkt. Weil das System sich vor direkten Nutzereingriffen abschottet, kann man vieles nicht tun, was bei Windows zum Standard-Repertoire der Selbsthilfe gehört: Man kann keine Selbststarter abschalten, Dienste deaktivieren, Caches löschen, nach Schadsoftware und Greyware suchen, Treiber deinstallieren, im sicheren Modus aufstarten, eine Reparaturinstallation vornehmen, Konfigurationsdateien löschen oder von Hand bearbeiten, ein Programm mit Admin-Rechten starten …

… oder was man sonst noch so tun könnte. Das ist eine gute und gleichzeitig eine schlechte Nachricht. „So flickt man kaputte Smartphone-Apps“ weiterlesen

Ein sinnvolles Hobby für unsere PCs und Macs

Bei den Ausserirdischen fängt es an – und mit der Bekämpfung von Covid-19 hört es hoffentlich noch längst nicht auf: Das Potenzial des vernetzten Rechnens.

Das Prinzip des verteilten Rechnens ist euch sicher bekannt: Statt eines einzigen gigantomanischen Supercomputers verwendet man viele normale Computer, die sich parallel an einer Teilaufgabe zu schaffen machen. Der Clou dabei: Diese Computer erledigen diese Aufgabe nebenbei; quasi als Hobby.

Dieses Prinzip ist nicht neu. Das bekannteste Projekt ist Seti@home. Das läuft bzw. lief seit Mai 1999. Ich bin irgendwann anfangs 2001 dazugestossen. Am 19. Februar 2001 habe ich im Artikel «Von Freund zu Freund tauschen» Folgendes geschrieben: „Ein sinnvolles Hobby für unsere PCs und Macs“ weiterlesen

Treten wir alle gegen Fakenews und Verschwörungstheorien an!

Wir müssen uns nicht nur mit dem Lockdown herumschlagen, sondern auch mit der ganzen Flut an Fehlinformationen, die nonstop ins Internet abgelassen wird. Warum es wichtig ist dagegenzuhalten!

Neulich habe ich mich über die Zunahme an verschwörungstheoretischem Quark in meiner Facebook-Timeline aufgeregt und mir in einem Blogpost Luft gemacht. Doch damit war die Sache noch nicht erledigt. Denn erstens lesen offenbar nicht alle Nutzer von Facbeook mein Blog – der Strom an Unseriösem, Irreführendem und Fragwürdigen ist nicht abgerissen. Und zweitens gibt es noch andere Quellen für derlei Zeugs: Andere Social-Media-Kanäle. Und vor allem auch die Messenger wie Whatsapp.

Darum habe ich mich entschieden, ein Patentrezept-Video zum Thema aufzunehmen. Das hat zwei Aufgaben: Erstens soll es die Leute dazu bewegen, selbst keine Verschwörungstheorien und keine Kettenbriefe weiterzuverbreiten. Und zweitens will ich die Zuschauer motivieren einzuschreiten, falls jemand in ihrem Umfeld das tut.

Und das hier ist das Video: „Treten wir alle gegen Fakenews und Verschwörungstheorien an!“ weiterlesen

Maus schlägt Touch

Ein nüchterner Blick auf die Maus- und Trackpad-Unterstützung am iPad: Wie funktioniert – und was bringt sie?

Ihr wisst es ja: Ich bin der dezidierten Meinung, dass das iPad einem ganz normalen Laptop oder Desktop-Computer nicht das Wasser reichen kann – egal, wie leistungsfähig die Hardware auch ist und wie viel Mühe sich Apple auch gibt, uns vom Gegenteil zu überzeugen.

Dennoch war ich bespannt auf iPadOS 13.4. Das wurde am 24. März 2020 veröffentlicht und hat nebst einigen Sicherheitsverbesserungen vor allem den Sinn und Zweck, die Steuerung per Maus und Trackpad zu verbessern. Es gab schon seit einer Hauptversion rudimentären Support für diese Steuerungsgeräte – doch jetzt sind sie nicht mehr nur für behinderte Nutzer gedacht, sondern für die breite Nutzerschaft.

Und klar – mir lag Spott auf der Zunge. So ähnlich, wie ich im Pro und Kontra mit Rafael Zeier geätzt hatte: «Apple erfindet das Rad neu – und in Fan-Kreisen Neuerungen bejubelt werden, die es beim Personal Computer seit 30 Jahren gibt.»

Aber dann fand ich es nicht sonderlich originell, noch einmal darauf herumzureiten. Stattdessen habe ich mich daran gemacht, diese Mausunterstützung möglichst vorurteilslos zu testen und mich ernsthaft zu fragen, ob sie eine echte Verbesserung oder aber eine seltsame «Kontamination» der reinen iPad-Lehre darstellt. Oder anders gefragt: Braucht es das – eine Maus am iPad? „Maus schlägt Touch“ weiterlesen

Jetzt endlich schlägt Karl Klammers Stunde

Die künstlich intelligenten Funktionen in Office sind mehr als eine Spielerei. Und sie deuten an, was wir von der nächsten Software-Generation erwarten dürfen.

Erst vor Kurzem habe ich die neue Office-App lobend erwähnt. Und bereits komme ich wieder in die Verlegenheit, über Microsoft berichten und den Konzern sogar loben zu müssen. Da fragt man sich schon: Was ist aus der guten alten Zeit geworden, wo eine solche Kadenz nur wegen ständiger Missetaten zu erklären gewesen wäre?

Aber es ist tatsächlich so: Microsoft macht dieser Tage nicht mit Sicherheitslücken, Wettbewerbsverzerrung oder Steueroptimierung zu reden. Wobei, kurzer Einschub, ich nicht sicher bin, ob Microsoft dieser Tage wirklich mehr Steuern zahlt als noch 2016. Aber das müssen die wirtschaftskundigen Kollegen klären.

An dieser Stelle geht es um die Produkte. Und um die überraschende Beobachtung, dass sich Microsoft innovativ zeigt. Der Konzern legt eine fast schon unheimliche Lust an den Tag, angestaubte Produkte neu zu erfinden. Und er macht das bei einem Produkt, das nicht mehr viel angestaubter sein könnte.

Nämlich Office. Wann war diese Bürosoftware zu Ende entwickelt? Ich würde sagen, noch im letzten Jahrtausend. Zu Office XP jedenfalls habe ich seinerzeit geschrieben: „Jetzt endlich schlägt Karl Klammers Stunde“ weiterlesen

Wie man von einem Streamingdienst zu einem anderen wechselt

Datenaustausch zwischen Spotify, Apple Music, Tidal und Co: Zwei Apps, mit denen man seine Daten von einem Musikstreamingdienst zu einem anderen überträgt.

Ist man seinem Musikstreamingdienst ausgeliefert – oder hat man die Chance, Wiedergabelisten, -Historie und Lieblingsmusik abzuziehen und selbst lokal zu verwenden oder bei einem anderen Dienst einzuspeisen?

Das ist eine entscheidende Frage, die man sich stellen sollte, bevor man sich dazu entschliesst, die eigene Plattensammlung – egal ob auf Vinyl, CD, Kassette oder Festplatte – zu Gunsten von Spotify, Apple Music, Google Music oder Tidal aufzugeben. Und da wären auch noch Amazon Music Unlimited, Pandora und Soundcloud.

Ich habe neulich die Möglichkeiten des Daten-Exports durchgespielt und analysiert. Im Beitrag Spotify, gib mal meine Daten her finden sich meine Erkenntnisse. Am Ende des Beitrags findet sich ausserdem eine Kurzfassung in Videoform. Fazit des Experiments: Der Datenexport funktioniert und ist, mit einigen Einschränkungen, nützlich. Aber sonderlich viel lässt sich direkt mit den exportierten Daten nicht anstellen.

Aber es gibt Apps, die Daten ohne Umweg über eine Exportdatei direkt von einem Dienst zum anderen transferieren. Das ist zum einen Stamp für Android, das iPhone und den Desktop. Zum anderen Song Shift, nur fürs für iPhone.

Ich habe beide Apps getestet, und das Fazit ist eindeutig: „Wie man von einem Streamingdienst zu einem anderen wechselt“ weiterlesen