Youtube Premium ist ganz okay – aber wie wird man die schlechten Videos los?

Youtube Premium verschont einen vor Werbung. Die fragwürdigen, doofen und irreführenden Videos wird man mit dem Bezahl-Abo jedoch nicht los. Dabei wäre genau das ein echter Mehrwert.

Aus beruflichen Gründen habe ich neulich einen Vorsatz über Bord geworfen. Ich hatte mir vorgenommen, das grosszügige Angebot von Google, Youtube Premium  einen Monat kostenlos auszuprobieren, nicht wahrzunehmen.

Der Grund für meine Verweigerungshaltung war die Penetranz, mit der Google dieses Abo unter die Leute bringen will. Sowas löst bei mir eine sture Gegenreaktion aus. Ich will dann beweisen, dass ich mich so leicht nicht kleinkriegen lasse. Und ja, das ist ein bisschen kindisch: Als ob ich damit Sundar Pichai himself oder sonst jemanden bei Google beeindrucken würde.

Aber wie angedeutet: Ich bin eingeknickt und habe mit dem Testmonat begonnen. Der Grund war mein Plan, Youtube Premium in einem Video zu besprechen. Und darüber hinaus bin ich auch wirklich daran interessiert, wie Google Youtube weiterentwickelt. Ein Abomodell finde ich nicht grundsätzlich verkehrt: Richtig gemacht, könnte einen dringend benötigten Qualitätsschub bringen.

Darüber gleich mehr, aber hier erst einmal das Video mit meinem Fazit zu Youtube Premium: „Youtube Premium ist ganz okay – aber wie wird man die schlechten Videos los?“ weiterlesen

Apps und Tricks für die schönste Nebensache der Welt

Tipps zum Lesemodus in den Browsern, eine Antwort auf die Frage Instapaper oder Pocket – und ein ausführlicher Test der Schnelllese-App Accelerator.

Und nein, es geht nicht um Sex. Und auch nicht um Religion. Trotzdem muss hier ein kleiner, spiritueller Schlenker und eine Frage: Nicht wahr, es kommt selten vor, dass man sich als Katholik fragt: Wäre ich mit dem Protestantismus eigentlich besser bedient?

Die Religionen bzw. Konfessionen in diesem Beispiel sind übrigens beliebig austauschbar. Was allerdings vorkommen kann, ist folgendes Szenario. Als Nutzer von Pocket könnte man wissen wollen, ob nicht Instapaper die bessere Wahl wäre. Oder umgekehrt.

Es geht um die beiden Apps Pocket (iPhone/iPad und Android) und Instapaper (iPhone/iPad und Android), die ich neulich in einem Video besprochen habe. Es geht in dem darum, mit welchen Tricks man sich am Smartphone die Lektüre angenehmer macht: Ich führe den Lesemodus der Browser vor. Und es geht um die besagten Lese-Apps und um einige Tricks wie das Neigungsscrollen, der Schnelllese-Modus und die Möglichkeit, sich Texte mit einigermassen brauchbarer Sprachsynthese vorlesen zu lassen.

Hier das Video:  „Apps und Tricks für die schönste Nebensache der Welt“ weiterlesen

Ein Gruss von Deutschlands höchstem Berg

Wieder einmal ein Zeitraffer-Experiment – und ein kleiner Feriengruss.

Wir machen, wie viele dieses Jahr, keine grossen Feriensprünge. Immerhin, bis nach Bayern haben wir es geschafft und bei Garmisch-Partenkirchen Bekannte besucht. Wir haben uns entschieden, unsere touristischen Verpflichtungen in zwei geballten Aktionen Genüge zu tun. Wir sind erstens auf die Zugspitze … nein, nicht geklettert, sondern mit Zug und Seilbahn gefahren. Und zweitens waren wir auch beim Schloss Neuschwanstein.

Beide Aktionen haben einen so hohen Touri-Faktor, dass es fürs ganze Jahr reichen müsste. Ich gehöre übrigens nicht zu denen, die sich als unbeugsame Individualreisende gebärden.

Wenn ich in Paris bin, gehe mit Millionen von anderen Leuten auf den Eiffelturm hoch. In Luzern schaue ich mir die Kapellbrücke an – auch wenn ich schon weiss, wie die aussieht, weil ich vor vielen Jahren in der Nähe gewohnt habe. Und würde es mich einmal nach Uttar Pradesh verschlagen, würde ich mir dort auch den Taj Mahal ansehen.

Natürlich fühle ich mich dabei wie ein Herdentier. „Ein Gruss von Deutschlands höchstem Berg“ weiterlesen

Der knallharte Vergleich von Apple Maps und Google Maps

Die wundersame Verwandlung von Apple Maps von einer Lachnummer zu einer Karten- und Navigations-App, die dem grossen Konkurrenten Google allemal gewachsen ist.

Als im September 2012 die Apple Maps auf der Bildfläche erschienen sind, gehörte ich zu jenen Kritikern, die nicht nur auf den Fehlern herumgeritten sind, sondern auch noch reichlich Spott vom Stapel gelassen haben.

Ich habe zwar nicht selbst über dieses waghalsige Produkt geschrieben, mit dem der iPhone-Konzern Google herausfordern wollte. Aber ich habe einige böse Artikel weiterverbreitet. Zum Beispiel dieser Text, der Apple attestiert, der Konzern würde die Realitätsverzerrung auf eine ganz neue Ebene bringen. Das war eine Anspielung an Steve Jobs‘ berühmtes Realitätsverzerrungsfeld, über das uns die Biografie von Walter Isaacson ausführlich informiert hat.

Die australische Polizei hat die Apple Maps damals als lebensgefährlich taxiert. Und am Ende des Jahres 2012 gehörten sie im Tech-Sektor zu den grossen Ausrutschern, fand zumindest Giga Om.

Der Spott war gerechtfertigt. „Der knallharte Vergleich von Apple Maps und Google Maps“ weiterlesen

Jetzt haut sie mich doch aus den Socken!

Es kommt selten vor, dass ich nach so kurzer Zeit mein Urteil revidieren muss. Doch bei Photoshop Camera ist das der Fall: Ich habe die App bei meiner ersten Besprechung ein bisschen unterschätzt.

Vor Kurzem habe ich die App Photoshop Camera hier im Blog besprochen. Das Fazit damals war, dass sie mich noch nicht wirklich aus den Socken haut.

Doch das hat sich erstaunlich schnell geändert: Seit meinem Beitrag sind einige neue Linsen dazugekommen. Die Linsen sind, wie im Beitrag beschrieben, die Methoden zur Bildverfremdung. Sie wirken auf den ersten Blick wie ein Instagram-Filter. Doch sie gehen weit über einen simplen Effekt hinaus, der einfach nur übers Bild gelegt wird.

Die Linsen sind teils komplexe Algorithmen, die das Kamerabild live und in Echtzeit in Einzelteile wie Vorder-, Mittel- und Hintergrund zerlegen. Auf diese Weise können diese Elemente einzeln ausgetauscht, überlagert oder verändert werden.

Bei meinem ersten Augenschein habe ich eine Linse getestet, die den Himmel durch Varianten mit unterschiedlicher Bewölkung ersetzt. Das ist ohne Zweifel ein direkt aus dem Leben gegriffenes Einsatzgebiet. Aber es ist auch nicht extrem spektakulär: „Jetzt haut sie mich doch aus den Socken!“ weiterlesen

Ja, der neue Chromium-Edge hat auch ein paar Vorteile

Ich bin zwar nach wie vor kein Fan von Microsofts Entscheidung, den eigenen Browser mit Google-Technologie auszustatten. Aber ein paar positive Seiten kann ich dieser Sache abgewinnen.

Im Beitrag Microsoft hat den Edge-Browser über die Kante geschubst habe ich mich wenig begeistert von der jüngsten Wendung gezeigt, die Microsoft beim Edge-Browser eingeschlagen hat.

Denn auch wenn dieser bislang nicht die Strahlkraft des Internet Explorers erreicht hat (hüstel, hüstel), so war er doch eine Alternative zu Google Chrome und zu Firefox. Und es ist einfach so: Drei Auswahlmöglichkeiten sind besser als zwei. (Das erkennt man übrigens sofort, wenn man sich die Situation bei den Smartphone-Betriebssystemen anschaut.)

Doch Microsoft hat die Entwicklung der eigenen Browser-Engine aufgegeben. Edge basiert nun auf dem Chromium-Projekt: Das ist der Open-Source-Anteil des Chrome-Browsers von Google. Das hat zur Folge, dass sich Edge und Chrome nun sehr ähnlich sehen. Die Verwandtschaft ist unverkennbar, selbst wenn Microsoft Anpassungen vorgenommen hat.

Derzeit ist Microsoft dabei, den Browser via Windows Update zu verteilen. Das habe ich zum Anlass genommen, ein Video zum Chromium-Edge zu machen. „Ja, der neue Chromium-Edge hat auch ein paar Vorteile“ weiterlesen

Die Swisscovid-App ist kein Batteriekiller

Einige Beobachtungen zur Verbreitung der Schweizer Kontakttracing-App, zu ihrem Strombedarf und generelle Tipps, wie man die Batterieleistung optimiert.

Mich haben einige Klagen darüber erreicht, die Swisscovid-App würde den Akku des Smartphones leersaugen. Einige Leute sagten, seitdem das Kontakttracing aktiv sei, kämen sie nicht mehr über den Tag.

Ich bin der Sache nachgegangen – denn was es nicht braucht, ist (nebst dem Datenschutz) noch ein Grund, die App nicht zu benutzen. Jedenfalls lässt sich die Behauptung, die App sei ein Batteriekiller, leicht aus der Welt schaffen.

Dazu gleich – aber zuerst noch ein paar Überlegungen zur Verbreitung der App. Denn zu der haben wir in der letzten Zeit Aussagen gehört, die eher verdriesslich stimmen. Wenn die zutreffen, dann hat die App längst noch nicht die Verbreitung, die sie haben könnte. Diese Statistik hier lässt vermuten, dass der Peak nach gut einer Woche erreicht war. Nicht nur das: Die Medien haben teilweise sogar von rückläufigen Zahlen geschrieben.

Die Downloadzahlen lassen sich selbstverständlich messen. Doch die Abnahme bei den aktiven Nutzern bedeutet nicht unbedingt, dass Leute, die die App installiert haben, sie wieder löschen – wie man bei solchen Presseberichten logischerweise vermutet.

Für mich scheint das eine Fehlinterpretation zu sein. „Die Swisscovid-App ist kein Batteriekiller“ weiterlesen

Aus einem Mauerblümchen wird eine richtige Foto-App

Heute widerfährt der Fotos-App von Windows 10 endlich Gerechtigkeit: Ich habe sie nämlich in den letzten Beiträgen nicht mit dem gebührenden Respekt behandelt.

Beitragsbild: Zugegeben – ein Mauerblümchen ist nicht das gleiche wie ein Blümchen vor einer Mauer (虞や虞や汝を如何せん, isado/Flickr.com, CC BY-ND 2.0).

Ich habe seinerzeit die Fotos-App von Windows getestet und sie als banal bezeichnet. Das war vielleicht etwas gar schnoddrig. Denn auch wenn die App lange Zeit nicht sehr viel hergemacht hat, ist sie mit den letzten Updates immer besser geworden. Und jetzt sind wir an einem Punkt, an dem man sie sehr gut verwenden kann.

Das ist mir aufgefallen, als ich neulich ein Video zurechtstutzen wollte. Ich habe es, wie hier beschrieben, erst mit VLC probiert. Das war aber wirklich umständlich. In einem zweiten Anlauf probierte ich es mit der Fotos-App, die ihrem Namen zum Trotz auch mit Bewegtbildern umgehen kann. Und siehe da: Diese App hat die Aufgabe umgehend und absolut unkompliziert gemeistert.

Darum bin ich zum Schluss gekommen, dass es nun an der Zeit ist, die App nicht mehr nur als mehr oder weniger nutzlose Dreingabe zu betrachten, sondern als brauchbares Werkzeug. Darum habe ich ihr eine Ausgabe in meiner Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gewidmet: „Aus einem Mauerblümchen wird eine richtige Foto-App“ weiterlesen

Ein Hoch auf den Datenschutz

Die Kontakttracing-Apps bringen manche Nutzer dazu, erstmals ernsthaft über den Datenschutz nachzudenken. Eine gute Gelegenheit, dieses Thema zu vertiefen.

Ich habe neulich in einem Video die Schweizer Corona-App Swisscovid vorgestellt. Inzwischen müsste die App weitherum in Verwendung sein, sodass ich an dieser Stelle nicht mehr viele Worte dazu verlieren muss. Die App hat eine gewisse Verbreitung erlangt – aber keine so grosse, dass man nicht noch einmal darauf hinweisen könnte, dass die Verwendung sinnvoll ist!

Darum sei das Video hier noch einmal verbloggt – mit dem Hinweis, dass ich ausführlich erkläre, wie man die App nutzt und konfiguriert und wie man die Kontaktdaten bei Bedarf auch wieder löscht.

Das Video findet sich am Ende des Beitrags. Hier geht es nun erst einmal um etwas anderes. Nämlich um den Datenschutz. Wegen der Kontakttracing-Apps haben viele Leute ihre besondere Neigung für den strengen Schutz persönlicher Daten entdeckt. Wie wichtig die für sie sind, tun sie nun via Facebook und Whatsapp kund.

… und ja, ich kann mir an dieser Stelle einen sarkastischen Unterton nicht verkneifen. Es ist natürlich sinnvoll, sich für den Schutz der digitalen Privatsphäre einzusetzen. Es fällt aber auf, wie selektiv das manche Leute tun: „Ein Hoch auf den Datenschutz“ weiterlesen

Die Dateien-App von iOS: Was sie nützt und was sie uns vorenthält

Ein ernsthaftes Betriebssystem braucht einen vernünftigen Dateimanager. iOS und iPad OS sind auf halbem Weg dahin.

Meine Erkenntnisse zu den Möglichkeiten (und Limitierungen) der Dateien-App von iPhone und iPad habe ich in einem Patentrezept-Video zusammengefasst. Es basiert auf Tipps, die es zuerst hier im Blog zu lesen gab: Im Beitrag Eine Handvoll nützlicher Tipps zu iOS 13 und unter dem Titel Zwei Dateien-Tricks für iOS 13.

Die Quintessenz ist: Die Dateien-App schaut im Vergleich zum Finder beim Mac und dem Windows Explorer zwar noch immer reichlich dünn aus. Aber man kann mit ihr inzwischen ernsthaft arbeiten. Und es gibt ein Ding, von dem ich mir wünschen würde, dass es den Weg auf den Desktop fände. Nämlich die Integration von Online-Dateiablagen. Sie ist bei iOS und iPad OS vorbildlich gelöst.

Diese Cloud-Ablagen erscheinen gleichberechtigt mit dem internen Speicher. Es ist möglich, Dateien für die Offline-Verwendung vorzuhalten und auch der Dateitransfer ist simpel und komfortabel.

Apple hat die Integration von Cloud-Ablagen nicht erfunden. „Die Dateien-App von iOS: Was sie nützt und was sie uns vorenthält“ weiterlesen