Tipps für alle, die die Taskleiste und das Startmenü von Windows lieben oder hassen

Wie man das Windows-Startmenü und die Taskleiste optimal konfiguriert – oder für die tägliche Arbeit komplett überflüssig macht.

Wie viele Anpassungsmöglichkeiten sollte eine Software den Nutzern bieten? Das ist eine spannende Frage, finde ich. Denn die offensichtliche Antwort lautet natürlich: «So viele wie möglich!» – «Je mehr, desto besser!»

Doch es gibt ein Gegenargument, das nicht ganz so offensichtlich ist, aber jedem einleuchtet, der es schon mit verzweifelten Benutzern zu tun bekommen hat, die sich in ihrer Softwareumgebung nicht mehr zurechtfinden: Sehr weitreichende Möglichkeiten können zu Orientierungsproblemen führen. Es besteht die Gefahr, dass Leute wichtige Befehle nicht mehr zur Hand haben und sich völlig verloren fühlen.

Eine weitere Auswirkung ist, dass die Vergleichbarkeit leidet: Wenn Nutzer A seinem Kollegen, Nutzer B, eine bestimmte Vorgehensweise erklären möchte, dann funktioniert das unter Umständen nicht mehr.

Auch Tutorial-Videos oder Anleitungen, wie sie in Blogs wie diesem hier zu finden sind, lassen sich nicht mehr eins zu eins adaptieren.

Bei Android blickt keiner mehr durch

Mein Standard-Negativbeispiel für fehlende Konsistenz wird im Beitrag Android ist eine Fehlkonstruktion angeprangert: Googles Betriebssystem variiert in der Bedienung von Modell zu Modell – und zwar nicht etwa, weil Nutzer es verkonfiguriert hätten.

Schuld sind die Gerätehersteller, die dem armen Android ihre eigenen Oberflächen überstülpen. Eine mildere Form dieses Problems existiert auch bei Windows, indem manche Gerätehersteller eigene Utilities für Dinge mitliefern, die man eigentlich im Betriebssystem festlegen sollte; beispielsweise die WLAN-Einstellungen.

Vielfalt der Möglichkeiten versus Einfachheit

Eine Prämisse fürs Softwaredesign lautet, dass immer genau eine Möglichkeit geben sollte, etwas zu erledigen. Ob diese Regel absolute Gültigkeit haben sollte, darüber kann man streiten. Doch es ist unbestritten, dass sie den Lernaufwand und die Gefahr von Problemen verringert. Der Konflikt zwischen Einfachheit und Flexibilität scheint mir jedenfalls unvermeidlich und nicht aufzulösen.

Jedenfalls bin ich froh, dass Windows und Mac OS sich nicht fundamental umbauen lassen. Wäre es anders, würde ich es ständig mit verzweifelten Nutzerinnen und Nutzern zu tun bekommen, die sich entweder selbst irgendwie ausgesperrt haben oder die vom Hersteller ihres Computers in irgend eine Sackgasse geschickt worden sind.

Andererseits will niemand mit einer unveränderten Betriebssystem-Installation arbeiten. Etwas Individualität muss sein – und wenn nur in einem eigenen Hintergrundbild besteht. Ich begegne allerdings immer mal wieder Leuten, die sich nicht einmal daran stören, wenn auf ihrem Desktop ein grosses Dell- oder HP-Logo prangt: für mich unverständlich!

Windows, aber in Schön

Im Video erkläre ich einige Anpassungsmöglichkeiten bei Windows: Angefangen bei den simplen Funktionen zur Personalisierung von Hintergrund, Farben und Designs beschäftige ich mich dann mit den Optionen zur Taskleiste und zum Startmenü. Mir sagt die Vollbildansicht des Startmenüs zu. Anschlissend diskutiere ich die Frage, ob die Taskleiste am unteren Bildschirmrand tatsächlich am besten aufgehoben ist.

Was mich angeht: Die Windows-Taskleiste sitzt bei mir vor allem aus Gewohnheit am unteren Rand. Doch das Dock beim Mac musste schon vor Jahren nach rechts ausweichen. Für meinen Geschmack nimmt es unten zu viel Platz weg und nimmt zum Beispiel bei Textverarbeitungsfenstern wertvollen Platz in der Höhe weg. Am rechten Rand stört es viel weniger. Und ja: Man könnte Dock bzw. Taskleiste auch ausblenden. Aber ich habe gerne im Blick, welche Anwendungen ausgeführt werden.

Unendliche Frickel-Möglichkeiten!

Abschliessend stelle ich eine Software vor, die ich schon lange einmal ausprobieren wollte, und für die dieses Video die geeignete Gelegenheit war. Das ist Rainmeter, ein Programm, das bei Wikipedia als Desktop-Erweiterung und System-Monitoring-Programm gehandelt wird. Man kann sich zum Beispiel die Auslastung von Prozessor und Arbeitsspeicher auf dem Desktop anzeigen lassen, was für Nerds interessant sein mag, für normale Anwender aber keinen sonderlichen Reiz hat.

Es geht aber noch mehr: Man darf mit Rainmeter – wie zu besten Windows-Active-Desktop-Zeiten – auch andere Informationen wie Datum, Uhrzeit, RSS-Feeds oder solche Dinge im Hintergrund platzieren. Man kann sogar Icons für Programme ablegen.

Die Konfiguration von Rainmeter ist nicht das, was ich intuitiv nennen würde, und für die Anpassung muss man mit Konfigurationsdateien hantieren. Aber wenn man die nötige Geduld aufbringt, um alle seine wichtigen Programme dort abzulegen, dann könnte man die Taskleiste sogar ausblenden und auch aufs Startmenü verzichten. Ob das der Effizienz zuträglich wäre, wage ich zu bezweifeln. Aber Windows ist so auf alle Fälle so individuell wie nie zuvor.

Eine weitere Möglichkeit, um die Taskleiste und das Startmenü zwar nicht komplett zu umgehen, aber weitgehend links liegenzulassen, ist ein Programm wie Ueli oder Keypirinha. Die Tipps dazu gibt es in den Beiträgen Ueli oder Keypirinha? und Ueli, der Windows-Knecht.

Beitragsbild: Was hier fehlt, ist natürlich ein rotes Desktop-Hintergrundbild (Alexander Andrews, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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