Flash ist tot – es lebe Flash!

Der Flash-Player ist tot, doch die Inhalte in diesem Multimedia-Format leben zum Glück weiter. Tipps, wie man das Browser-Plugin deinstalliert und SWF-Inhalte wie Spiele oder Filme auch weiterhin ausführen kann.

Ist Flash jetzt endlich tot?, habe ich mich im April des letzten Jahres gefragt. Damals musste man sagen: Leider noch nicht ganz – aber viel fehlt nicht mehr.

Inzwischen ist es so weit und  man kann denn Mantel des Vergessens über diese Technologie ausbreiten, die uns in den letzten zwanzig Jahren viele Browser-Probleme und Sicherheitslücken beschert hat.

Und ja – jetzt, wo es endgültig vorbei ist, kann und darf man sich auch an die guten Zeiten erinnern. Zum Beispiel an die lustigen Flash-Spiele, die man seinerzeit sogar auf den Unternehmens-PCs zur Verfügung hatte, auf denen der Admin sogar «Solitär» wegkonfiguriert hat. Ich habe darum am 18. Februar 2008 im «Tipp der Woche» mit dem Titel «Dem Spieltrieb kann man auch per Browser frönen» ein paar solcher Spiele vorgestellt.

Einigermassen verblüfft habe ich festgestellt, dass zwei der Links in diesem Beitrag auch heute noch funktionieren. Die beiden Spiele Glassez und Bloxorz kann man auch heute noch zum Zeitvertrieb benutzen. Ob sie sich den Reiz von damals erhalten konnten, habe ich bislang aber ehrlich gesagt nicht in Erfahrung gebracht.

Und ja: Man kann Flash-Anwendungen auch nach dem offiziellen Ende des Adobe-Flash-Players ausführen. Es gibt inzwischen mehrere Möglichkeiten; zwei davon stelle ich in meinem Video zum Thema vor. Es geht in dem auch darum, wie man sicherstellt, dass Flash auch tatsäcchlich nicht mehr ausgeführt wird – was ein beträchtliches Sicherheitsrisiko wäre –, und wie man die Browserplugins vollständig deinstalliert.

So beseitigen Sie eines der grössten Risiken im Netz

Eine der Möglichkeiten, um die alten Flash-Inhalte am Leben zu erhalten, ist ruffle.rs. Das ist eine in der Rust-Programmiersprache entwickelte Emulation, die ich mit einigen Flash-Games getestet habe. Die meisten liefen einwandfrei und ausreichend flüssig. Ein Titel ist allerdings am Anfang hängen geblieben. Gewisse Inkompatibilitätenn sind bei solchen Emulationen leider unvermeidlich.

Die zweite Möglichkeit sind virtuelle Maschinen bzw. Sandboxen. Denn in einer sicheren Umgebung kann man auch diese höchst unsichere Technologie weiterhin benutzen – zumindest, wenn man dort sonst nichts anderes tut. Ich habe das mit der Windows Sandbox (Jederzeit ein frisches Windows) ausprobiert, was bestens funktioniert hat. Alternativ kann man natürlich auch Virtual Box (Virtuell ist essenziell) oder sonst eine Hypervisor-Software verwenden.

Für Windows gibt es ausserdem den SuperNova-Player. Von dem lasse ich allerdings die Finger: Denn erstens bin ich froh, dass dieses Gemurkse mit dem Browser-Plug-in nun endlich ein Ende hat. Und zweitens habe ich keinen Schimmer, wie sicher und zuverlässig dieser Supernova-Player denn ist. (Der Name deutet eher darauf hin, dass einem hier einiges um die Ohren fliegen könnte.)

Mit anderen Worten: Flash, es war schön mit dir – aber es ist jetzt auch wirklich gut. Und es ist umso besser, dass es diese Technologie wirklich nur noch braucht, damit uns alte Inhalte im SWF-Format erhalten bleiben und man ansonsten alle Aufgaben mit HTML5, SVG und den anderen offenen Standards erledigen kann und diese proprietäre Technologie nicht mehr braucht. Denn wenn Flash etwas vor Augen führt, dann ist es genau die Tatsache, dass solche proprietären Technologien im Web einen Verlust an Komfort bringen und ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Beitragsbild: Ausgeflasht (Osmij, Pixabay-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Ein Gedanke zu „Flash ist tot – es lebe Flash!“

  1. Lustig ist ja, wie das -seit drei Jahren angekündigte- nahende Ende des Flash-Players auch von grossen Firmen verpasst wurde. So ist die Ersatzteilbestellung bei einem grossen amerikanischen Autokonzern nur mit Flash möglich. Die Version ohne Flash ist dann in einem halben Jahr fertig…

    Ruffle ist genial, hat aber in meinem Fall (interne „Legacy“-Anwendung) nicht funktioniert, weil sie das „Stage“-Objekt noch nicht implementiert haben. Das wird schon noch, sie arbeiten ja noch fleissig daran.

    In der Zwischenzeit habe ich eine andere Lösung umgesetzt: Portable Firefox mit dem Flash-Player 31. Dies ist die zweit-neuste Version. Die aktuelle Version 32 läuft ja seit dem 12. Januar nicht mehr. Der verwendete Firefox 83 wird noch einige Jahre auf aktuellen Windows-Versionen laufen.

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