Bingen statt googeln?

In diesem Blog war schon öfters die Rede davon, wie sinnvoll es doch wäre, seine Abhängigkeit von Google zu reduzieren. Weil Google gerne Produkte killt – und weil zu viel Google ein Klumpenrisiko darstellt. Bei mir ist die Idee des Google-Fastens in letzter Zeit virulenter geworden. Einer meiner Arbeitgeber hat sich entschieden, von Microsoft Office auf die Google-Apps umzusatteln. Was bedeutet, dass noch mehr Informationen über meine Arbeit beim Suchmaschinengiganten landen. Bislang bekam der die mittels Suchmaschine unternommenen Anfänge meiner Recherchen mit. Wenn ich nun Texte in die Google-Apps hineinschreibe, dann landet auch das Ende meiner Recherchen bei Google. Das will mir nicht so recht behagen. Ich schreibe meine Texte zwar meist direkt ins Redaktionssystem oder ins CMS hinein. Viele meiner Kollegen handhaben das indes anders. Aber das nur nebenbei bemerkt.

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Eine berechtigte Frage!

Das Projekt der partiellen Google-Entsagung kann man in die Tat umsetzen, indem man periphere Produkte absägt und beispielsweise auf den Chromecast verzichtet. Was zugegebenermassen keine echte Überwindung kostet. Man könnte aber auch den Stier bei den Hörnern packen und die radikale Google-Diät in Angriff nehmen. Sprich: Auf die Suchmaschine verzichten. Ich konnte mich, trotz mehrerer Anläufe, nicht dazu durchringen. Zu routiniert ist die Arbeit mit Google, als dass ich mich so ohne weiteres in den Bing state of mind versetzen könnte.

Vielleicht helfen als Anreize da ein paar nette Tricks zu Bing? Ein Versuch ist es wert!

Das Plus-Zeichen so brauchen, wie es der Suchmaschinengott gewollt hat
Bei Bing macht Plus das, was das Plus-Zeichen als guter Operator tun sollte. Es grenzt die Resultate nämlich auf die Seiten ein, auf denen der Begriff mit dem vorangestellten Plus zwingend enthalten. Bei Google war das früher auch so, bis wegen Google+ dieser nützliche Operator zweckentfremdet wurde. So lange also Microsoft+ nicht in den Startlöchern steht, kann man Suchen wie kinder in +not durchführen.

Vorlieben deklarieren
Bei Bing gibt es den prefer-Parameter. Er gibt einem die Möglichkeit, Vorlieben zu definieren: clickomania prefer:windows

Parameter nutzen wie ein Profi
Bei den erweiterten Suchschlüsselwörtern hat Bing auch sonst einiges auf dem Kasten: Mit language: kann man die Suche auf eine bestimmte Sprache eingrenzen – beispielsweise language:de oder language:en. Bei Google muss man für eine Eingrenzung nach Sprache die Suchoptionen bemühen.

loc: oder location: grenzt nach Region oder Land ein. Beispiel: loc:ch, loc:de oder loc:us.

Mit hasfeed: sucht man nach Websites, die einen Feed zum gewünschten Begriff bereitstellen. Und über filetype: sucht man in Dokumenten, die eine bestimmte Dateierweiterung haben. Zum Beispiel: clickomania filetype:pdf

cointains: liefert nur Seiten, auf denen ein bestimmter Dateityp verlinkt ist. Irgendwo habe ich als Anwendungsbeispiel gelesen, dass man diesen Parameter zum Beispiel wie folgt verwenden kann: contains:torrent Ein Ratschlag, den ich natürlich weder überprüft habe noch gutheissen würde!

Bildersuche
Die Zeiten, wo Googles Bildersuche Bing um Welten überlegen war, sind vorbei. Google ist zwar noch immer besser, wenn es darum geht, ähnliche Bilder zu suchen. Beide finden inzwischen auch animierte GIFs und schränken die Suche nach der vorherrschenden Farbe ein. Bing ist dafür überlegen, wenn es um die Suche nach Portraits geht. In der Dropdown-Liste Personen wählt man aus, ob man Nahaufnahmen, ab Kopf und Schulter oder alle Personenbilder, also auch Ganzkörperaufnahmen haben möchte.

Und, ganz schön: Man kann auch Bilder im Hoch- und Breitformat oder mit quadratischem Zuschnitt suchen.

B(r)ing it on!
Übrigens: Mit bingiton.com vergleicht man die Suchresultate von Bing und Google und gibt an, welche einen mehr überzeugen. Das funktioniert als rundenbasiertes Spiel, bei dem man nach seinen Lieblingsbegriffen sucht und dann auswählt, ob einen die Resultate auf der rechten oder auf der linken Seite überzeugen – damit die Spannung erhalten bleibt, tauschen Bing und Google nach dem Zufallsprinzip ihre Plätzchen. (Wenn man genau hinschaut, sieht man allerdings trotzdem, welche Suchmaschine wo zu finden ist.)

Mein Versuch mit den Begriffen Clickomania, Winterthur, Tagesanzeiger, Publisher und Stadtfilter ging übrigens 3:2 für Google aus. Immerhin: Bei Clickomania und Winterthur haben mich die Resultate von Microsofts Suchmaschine mehr überzeugt.

Autor: Matthias

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