Google, hat bei euch einer noch den Durchblick?

Während eines geschlagenen Monats habe ich versucht, die Antwort auf eine eigentlich ganz einfache Frage herauszufinden. Die Frage lautet: Werden mir meine Youtube-Werbeeinnahmen eigentlich ausbezahlt: Ja oder nein?

Man müsste meinen, dass die Antworten auf diese Frage erstens ganz einfach ist und zweitens Ja lautet. Schliesslich ist Google dieser grossartige Konzern, der die ganze Welt besser macht und uns… naja, ihr hört den Sarkasmus raus und wisst, worauf ich hinaus will.

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Eine vermeintlich einfache Frage: Null Transaktionen – warum?

Aufgetaucht ist die Frage überhaupt erst, weil die App Youtube Studio unter Analytics zwar Einnahmen, aber keine Transaktionen ausweist – siehe Screenshots. Über sein Bankkonto kann man die Frage nicht klären, weil Google die Youtube-Werbeeinnahmen nicht direkt auszahlt, sondern auf ein Adsense-Konto gutschreibt und zusammen mit den Werbeerlösen der Banner überweist.

Anders formuliert lautete meine Frage also: Wie sieht man den Adsense-Zahlungen an, ob darin auch ein Youtube-Anteil steckt?

Nun ist es aber so, dass man bei Google entweder meine Frage nicht verstanden hat oder aber sein eigenes Abrechnungssystem nicht durchschaut. Ich würde darauf tippen, dass es eine Mischung aus beidem ist. Einerseits werden sehr viele Leute wie ich bei Google und Youtube tagtäglich dumme Fragen stellen, sodass man die mit den typischen Standard-Antworten loswerden will. Die wichtigste Standard-Antwort in diesem Kontext lautet übrigens:

YouTube earnings will be added to your AdSense payments page before the 15th of the month and included in your payment if your total earnings exceed the payment threshold. Estimated earnings will not be updated to include your YouTube earnings.

Ich wurde während meiner Korrespondenz mit dem Youtube-Support und der Schweizer Pressestelle x-mal auf die Mindesteinnahmen für Auszahlung aufmerksam gemacht, obwohl ich schon von Anfang an darauf hingewiesen hatte, dass ich einerseits kapiert habe, dass Youtube in der Schweiz erst dann Kohle locker macht, wenn man 100 Stutz verdient hat und ich auch das mit dem 15. des Monats irgendwie schon beim ersten Mal gerafft hatte.

Ich habe dann jeweils die beiden oben abgebildeten Screenshots verschickt, die das Problem auf den Punkt bringen sollten: Genügend Mindesteinnahmen – aber keine ausgewiesenen Transaktionen.

Andererseits ist das System mit der kombinierten Auszahlung undurchschaubar. Als Anwender muss man sich erst einmal klarmachen, wer für Fragen überhaupt zuständig ist: Der Support bei Adsense oder die Kundenbetreuer bei Youtube? Meine Vermutung war: Es muss Adsense sein, da dort ausbezahlt wird. Wenn man sich durch die Adsense-Hilfe klickt, um irgendwo auf eine Kontaktmöglichkeit zu stossen, findet man irgendwann (hier) folgende Information:

Falls Sie als Publisher über Ihr AdSense-Konto auch YouTube-Umsätze generieren, steht Ihnen kein AdSense-Support per E-Mail zur Verfügung.

Das ergibt, nebenbei bemerkt, überhaupt keinen Sinn: Man kriegt bei Google keinen Support zu Adsense, weil man als besonders guter Partner auch Youtube-Werbung generiert? Na danke schön!

Man versucht es also bei Youtube und findet dort irgendwann ein Kontaktformular, bei dem man eine Frage stellen kann.

Um eine lange Geschichte abzukürzen: Ich habe trotz x-maliger Nachfrage weder vom Youtube-Support noch von der Schweizer Pressestelle die richtige Antwort auf meine Frage erhalten. Ich bin irgendwann selbst auf die Antwort gekommen. Die wie folgt lautet:

Die Anzeige «0 Transaktionen» in der Youtube-Studio-App ist falsch. Es werden Zahlungen geleistet, und die sind ersichtlich – wenn man weiss wo:

Im Adsense-Konto ruft man die Übersicht der Zahlungen auf. Die ist ausnehmend gut versteckt. Auf der Startseite gibt es ein Kästchen Kontostand, das rechts oben ein Dreipunkte-Menü hat. Klickt man darauf, hat man im Menü den Punkt Zahlungen zur Auswahl. Auf der Seite mit den Zahlungen wählt man Transaktionen und Dokumente abrufen. Nun passt man den zeitlichen Bereich so an, dass ein paar Zahlungen erscheinen. Und hier sieht man endlich, welche Youtube-Einnahmen in die Zahlungen eingeflossen sind.

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Die richtige Antwort wäre ein Link auf diese Seite gewesen.

Ob diese Übersicht schon immer da war, weiss ich nicht. Ich bin natürlich schon früher auf die Idee gekommen, nach den Details der Zahlungen zu sehen, habe diese Auflistung aber erst vor Kurzem entdeckt – und Google baut das Adsense-Dashboard ständig um.

Fazit: Es ist nicht ganz auszuschliessen, dass man die Zahlungen schon immer aufschlüsseln konnte und ich Tomaten auf den Augen hatte. Aber: Google hat mir nicht schon bei der allerersten Kontaktaufnahme «Schau doch dort nach» gesagt. Das kann bedeuten, dass auch der gemeine Googler Tomaten auf den Augen hat. Oder es bedeutet, dass die ganze Schose einfach zu kompliziert ist.

Autor: Matthias

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