So läuft man auf Youtube ins Messer

Ich war neulich im Zoo Zürich und habe während des Besuchs ein Video gebastelt und bei Youtube hochgeladen. Hier kann man es sich ansehen.

Nun passierte das, was häufig passiert, wenn man ein Video bei Youtube hochlädt. Es gab nämlich einen Urheberrechtsanspruch:

Ein Urheberrechtsinhaber hat mit Content ID einen Anspruch auf Inhalte in deinem Video erhoben. Dies ist keine Urheberrechtsverwarnung [und kein Copyright strike, Anmerkung des Autors]. Dieser Anspruch hat keinerlei Auswirkungen auf deinen Kontostatus. Der Urheberrechtsinhaber erhält entweder Einnahmen aus Werbeanzeigen in deinen Videos oder statistische Daten rund um die Aufrufzahlen für deine Videos.

Hinweis: Dein Video wurde vom Urheberrechtsinhaber oder von einem Vertreter des Urheberrechtsinhabers manuell geprüft.

Ein Urheberrechtsanspruch?

Das fand ich nun einigermassen überraschend. Ich bin mir des Problems natürlich bewusst. Für Videos, die bei Youtube oder sonstwie offen im Netz landen, verwende ich nicht irgendwelche Musik. Ich setze natürlich auf passend lizenzierte Musik. „So läuft man auf Youtube ins Messer“ weiterlesen

Potz Pulverdampf und Pistolenrauch

Eine Nebenwirkung von Kindern besteht darin, dass man selbst immer mal wieder in seine Kindheitstage zurückversetzt wird. Das passiert dann, wenn man dem Nachwuchs die Geschichten vorliest, die man selbst vor einer Handvoll Jahrzehnten vorgelesen bekommen hat.

Ich geniesse das. Es ist eine gesunde Form von Sentimentalität. Und man hat die Gelegenheit, die Erzählungen der Kindheit mit den Augen eines Erwachsenen neu zu entdecken. Und es ist schön zu sehen, dass manche Geschichten das aushalten und ihren Reiz behalten. Und nicht nur das: Sie geben einem die Gelegenheit, ein paar Finessen zu entdecken, die einem als Kind entgangen sind.

Mir geht das mit den Büchern von Otfried Preussler so. Die kleine Hexe, der kleine Wassermann, das kleine Gespenst, Hotzenplotz und später auch der starke Wanja und Krabat fand ich als Bub toll. Und sie gefallen – soweit sie schon alt genug dafür ist – auch meiner Tochter.

Ich erzähle sie aus den gleichen alten Büchern. Meine Mutter hat sie nämlich sorgfältig aufgehoben und uns fürs abendliche Geschichtenerzählen überlassen. „Potz Pulverdampf und Pistolenrauch“ weiterlesen

Hier gibt es Youtube so, wie Youtube sein müsste

Heute ein Webtipp – bei dem ich aber nicht ganz sicher bin, ob er überhaupt noch funktioniert, wenn der Blogpost hier online geht. Denn die Website gehört zu der Sorte, bei der man jederzeit damit rechnen muss, dass sie aus dem Internet weggeklagt wird.

Im Fall der heute hier vorgestellten Website könnte man sich auch vorstellen, dass sie mit technischen Mitteln sabotiert wird. Denn diese Website bezieht Inhalte von Youtube – was Google wahrscheinlich nicht gefällt. Und es gäbe ziemlich sicher Mittel und Wege, den Datenfluss mit Youtube zu unterbinden. Immerhin: Falls das passieren sollte, kann man den Dienst auch selbst betreiben. Wie uns Reddit verrät, ist er nämlich Open-Source.

Die Website, um die es hier heute geht, ist invidio.us. Sie bietet eine alternative Sicht auf das Youtube-Angebot. „Hier gibt es Youtube so, wie Youtube sein müsste“ weiterlesen

Wie steht es eigentlich um die private Streaming-Kopie?

In diesem Blog ging es schon diverse Male ums Youtube-Rippen, das Herunterladen von Inhalten von der Videoplattform: Zum Beispiel hier, hier oder hier. Es gibt gute Gründe, das zu tun. Erstens natürlich, um sie auch ohne gute Internetverbindung ansehen zu können. Zweitens, weil man sie besonders gründlich ansehen will und nicht jedes Mal mit der Werbung belästigt werden möchte.

Und drittens fürs Archiv. Im Beitrag Glasnost bei Google habe ich dargelegt, dass bei Youtube jeden Monat Millionen von Videos gelöscht werden. Ich habe nicht herausgefunden, wie gross der Anteil der verschwundenen Videos an der Gesamtmenge des Youtube-Bestandes ist. Er muss aber beträchtlich sein. „Wie steht es eigentlich um die private Streaming-Kopie?“ weiterlesen

Glasnost bei Google

Ich habe mich neulich gefragt, wie viele Videos eigentlich bei Youtube verschwinden. Bei der Recherche zu dieser Frage bin ich auf den Google-Transparenzbericht gestossen. Transparenz und Google? wundert man sich. Das sind zwei Wörter, die man nicht im gleichen Satz erwarten würde. Denn wie Strassenumfragen zeigen, beklagen acht von zehn Schweizern die Intransparenz von grossen Tech-Unternehmen wie Google.

Da geht es dann allerdings um die Frage, was diese Tech-Unternehmen alles mit den eigenen Daten anstellen – und da ist es bekanntlich nach wie vor so, dass man als Nutzer (oft mit einem unguten Gefühl und manchmal sogar wider besseres Wissen) einen Vertrauensvorschuss leistet. Meine Lieblings-Anekdote dazu bezieht sich auf einen Besuch bei Google Schweiz, wo unter anderem an Technologien wie Google Maps und der fotografischen Dokumentation der ganzen Welt gearbeitet wird. Genau an diesem Ort wurde ich einmal uncharmant zurechtgewiesen, weil ich ungefragt ein Foto gemacht habe. Die werden wohl wissen, was man mit solchen Fotos alles anstellen kann.

Aber gut, ein bisschen Transparenz ist besser als gar keine. Und der Transparenzbericht ist durchaus aufschlussreich. Was Youtube angeht, erfährt man im Abschnitt YouTube-Community-Richtlinien und ihre Anwendung, dass von Oktober bis Dezember 2018 fast 2,4 Millionen Kanäle gelöscht worden sind. „Glasnost bei Google“ weiterlesen

Ein Stinkefinger für Youtube

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Trifft meine Stimmung perfekt. (Bild: Anger, Isengardt/Flickr.com, CC BY 2.0)

Ich habe, wie viele andere auch, von Youtube letzte Woche ein Mail bekommen. In netten Worten wird hier gesagt, dass ich des Youtubens unwürdig bin. Nein, genauer: Dass ich zwar meine Videos weiterhin hochladen soll, aber kein Geld mehr verdienen darf:

Da dein YouTube-Kanal Matthias Schüssler die neuen Mindestanforderungen von 4000 Stunden Wiedergabezeit in den vergangenen 12 Monaten und 1000 Abonnenten nicht erreicht hat, ist er aufgrund der neuen Voraussetzungen leider nicht mehr für die Monetarisierung zugelassen.

Die Begründung:

Unser Ziel ist, dass das YouTube-Partnerprogramm (YPP) von möglichst vielen Kanälen genutzt werden kann. Gleichzeitig müssen wir für mehr Sicherheit sorgen, um den Umsatz der YouTuber auf unserer Plattform zu schützen.

Das ist schon auf den ersten Blick blanker Unsinn – weil es den Umsatz der Youtuber mit kleinerem Umsatz eben nicht schützt. Spiegel.de hat eine konkrete Vermutung, worum es hier geht:
„Ein Stinkefinger für Youtube“ weiterlesen

Schweizweite Zeitreisen

Youtube ist für mich ein Medium, auf das ich zwar nicht verzichten würde, doch von dem ich auch nicht allzuviel erwarte. Es gibt dort Millionen von Clips – nicht nur Schrott, sondern auch viele lustige und gute Sachen. Dennoch versprüht Youtube den Charme von Amateurhaftigkeit und Chaos. Wackelige Handyvideos, Verschwörungstheorie-Clips, mitgeschnittene und mutmasslich nicht sauber lizenzierte Fernsehausstrahlungen, lustige Fundstücke und Unsinniges, wie Hitler, der zehn Minuten lang Nein sagt und dafür 3,5 Millionen Views bekommt – das ist Youtube.

Die Stärke von Youtube ist, dass man dort meistens irgend etwas zu einem Thema findet, zu dem man ein Video sucht. Man kann Videos selbst kostenlos hochladen und sehr einfach auf seiner eigenen Website einbinden – das ist um Welten simpler, als wenn man sie selbst hosten müsste. Und da sich sehr viele Leute auf Youtube tummeln, haben Videos eine unter Umständen sehr lange Halbwertszeit. „Schweizweite Zeitreisen“ weiterlesen

Die Lektion des Drogenbarons

Ein Arbeitskollege hat mich neulich mit dem African Drug Lord bekanntgemacht. Nein, nicht indem er mich in dessen Drogenverteilungsorganisation eingeführt hat. Aber da fängt es schon an mit den Klischees. Den afrikanischen Drogenboss gibt es in diesem vergnüglichen Youtube-Kanal zu sehen, wo er «Call of Duty: Black Ops» multiplayerspielt und seinen Gegnern so richtig die Knöpfe eintut, wenn sie ihm die Gelegenheit dazu geben. Das ganze funktioniert hervorragend dank rassistischer Vorurteile wie «Die im Busch können ja vielleicht doch Voodoo», aber vor allem dank dem löcherigen Schutz der Privatsphäre im Netz.

Es geht konkret so: Wenn ein Spieler sich unvorsichtigerweise mit dem African Drug Lord anlegt, dann schaltet der plötzlich in den Angriffsmodus und verlangt eine Entschuldigung. Wenn sich das Opfer weigert, weil es sich dank des anonymen Gamer-Namens in Sicherheit wiegt, dann macht Mr. Drogenboss Andeutungen, die keinen Zweifel daran lassen, dass er sowohl Name als auch Wohnort seines virtuellen Gegenüber kennt. Voodoo, eben…

Oder doch nicht. Der Youtuber VirtuallyVain hat letztes Jahr dem «Business Insider» erklärt, wie er vorgeht – in der zweifellos zutreffenden Annahme, dass der typische Call of Duty-Spieler noch nie von diesem Medium gehört hat:
„Die Lektion des Drogenbarons“ weiterlesen

Google, hat bei euch einer noch den Durchblick?

Während eines geschlagenen Monats habe ich versucht, die Antwort auf eine eigentlich ganz einfache Frage herauszufinden. Die Frage lautet: Werden mir meine Youtube-Werbeeinnahmen eigentlich ausbezahlt: Ja oder nein?

Man müsste meinen, dass die Antworten auf diese Frage erstens ganz einfach ist und zweitens Ja lautet. Schliesslich ist Google dieser grossartige Konzern, der die ganze Welt besser macht und uns… naja, ihr hört den Sarkasmus raus und wisst, worauf ich hinaus will.

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Eine vermeintlich einfache Frage: Null Transaktionen – warum?

Aufgetaucht ist die Frage überhaupt erst, weil die App Youtube Studio unter Analytics zwar Einnahmen, aber keine Transaktionen ausweist – siehe Screenshots. Über sein Bankkonto kann man die Frage nicht klären, weil Google die Youtube-Werbeeinnahmen nicht direkt auszahlt, sondern auf ein Adsense-Konto gutschreibt und zusammen mit den Werbeerlösen der Banner überweist.

Anders formuliert lautete meine Frage also: Wie sieht man den Adsense-Zahlungen an, ob darin auch ein Youtube-Anteil steckt?

Nun ist es aber so, dass man bei Google entweder meine Frage nicht verstanden hat oder aber sein eigenes Abrechnungssystem nicht durchschaut. „Google, hat bei euch einer noch den Durchblick?“ weiterlesen

Nun stirb doch endlich!

Pierre-Alexandre Chauvat ist ein Mann mit einem interessanten Hobby: Er sieht sich nicht nur Filme an, sondern schneidet sie hinterher neu zusammen. Und zwar so, dass eine einigermassen stringente, neue Geschichte entsteht. Hier zum Beispiel ein albtraumhaftes Abenteuer von Bruce Willis namens Everybody wants to kill Bruce 2.

Und natürlich, wo es eine zwei im Titel gibt, ist eine erste Folge nicht weit:
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