Catalina ist eine Zicke

Das ist so ein Fall, wo man sich von der Umwelt mehr Mitgefühl erhofft, als man dann tatsächlich erhält. Und es ist auch verständlich – denn ich selbst würde jemanden in der gleichen Situation ein empathieloses «Selber schuld!» um die Ohren hauen. Weil man es wirklich besser wissen sollte.

Und ja, ich weiss es besser. Aber immerhin hatte ich einen guten Grund, mich in solche Sparglimenten zu begeben.

Also, so hat es sich zugetragen: Ich habe die Betaversion von Mac OS Catalina installiert. Und es ist genau das passiert, was in solchen Fällen natürlich passiert: Mein produktives System hat aufgehört, produktiv zu sein. Das meiste läuft zwar noch. Doch genau jenes Programm, für das ich den Mac hauptsächlich benötige, hat den Betrieb eingestellt. Es handelt sich um Final Cut Pro, mit dem ich meine Videos schneide. Das stürzt einige Momente nach dem Start ab – und zwar auch dann, wenn man die gängigen Fehlerbehebungsmassnahmen durchexerziert.

Es ist tatsächlich so: Apple liefert eine Betaversion des Betriebssystems aus, mit der eines der wichtigsten Apple-Anwendungsprogramme nicht mehr läuft. Kann man machen. Muss man aber nicht.

Aber wie gesagt: Man hat es nicht besser verdient, wenn man auf die dumme Idee kommt, eine Beta-Version auf sein Arbeitsgerät loszulassen. Zu meiner Verteidigung sei folgendes gesagt: Ich konnte nicht anders. „Catalina ist eine Zicke“ weiterlesen

Abgedroschene Lebensweisheiten zum Thema UX Design

User in yer face klingt nach einem Rechtschreibfehler im Wort User Interface, zu Deutsch Benutzerschnittstelle. Es ist bei näherer Betrachtung aber ein lustiger Kalauer. In your face bedeutet in Englisch eine auf Konfrontation angelegte Kommunikationshaltung.

Finde hier bitte deine Landesflagge.

Und darum geht es userinyerface.com: Um eine Webanwendung, bei der man als Nutzer in aller Deutlichkeit vorexerziert bekommt, wie nervig schlechte Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine sind. Man verplempert mit ihnen seine Zeit, fühlt sich dumm und unfähig und kommt womöglich überhaupt nicht an sein Ziel.

Es geht um eine simulierte Anmeldung bei einem Webdienst, bei der man ein Formular möglichst schnell und akkurat ausfüllen sollte. Es fängt aber schon damit an, dass auf der Hauptseite der Link zu dem Formular kaum aufzufinden ist. „Abgedroschene Lebensweisheiten zum Thema UX Design“ weiterlesen

Gewöhn dich daran, alter Mann!

Bevor ihr euch aufregt, mir böse Kommentare schreibt, auf eure Jugend hinweist oder auf die Tatsache, dass ihr kein Mann seid, lasst mich etwas klarstellen: Die Aufforderung im Titel bezieht sich auf mich selbst. Ich bin der alte Mann, der noch neue Tricks lernen soll. Trotzdem habe ich davon Abstand genommen, den alten Hund zu erwähnen, dem man keine neuen Tricks mehr beibringt. Denn soooo alt (und so hündisch) fühle ich mich trotz allem nicht.

Also, es geht darum, dass ich zu den Leuten gehöre, die am Computer normalerweise viele Programme und Fenster offen haben. Ich bin ein intensiver, aber nicht ein sonderlich geübter Multitasker. Ich wechsle ständig zwischen Browser, Textverarbeitung, Internet Explorer und anderen Programmen hin und her – und das typischerweise mittels Daumen und Zeigefinger. Also mit der Tastenkombination Alt und Tabulator.

Und ich gehöre auch zu denen, die Fenster minimieren. Da würde mich übrigens interessieren: „Gewöhn dich daran, alter Mann!“ weiterlesen

Wie nutzlos ist die Windows-Taste?

Um die Frage im Titel gleich zu beantworten: Nicht so nutzlos wie die Menütaste.

Diese Menütaste steckt rechts neben der Leertaste zwischen Alt Gr und Ctrl. Sie bringt das Menü zum Vorschein, das an der Cursorposition bei einem Rechtsklick angezeigt werden würde. Das ist theoretisch eine gute Idee. Diese Taste könnte ein Wegbereiter für eine konzentrierte Arbeitsweise sein. Zum Beispiel bei Microsoft Office. Da gibt es den Fokusmodus. Er reduziert die sichtbare Benutzerschnittstelle auf das absolute Minimum.

Ich halte das für die sinnvollste Neuerung der letzten Jahre. „Wie nutzlos ist die Windows-Taste?“ weiterlesen

VTX: Schwacher Support, noch schwächerer Kundendienst

An dieser Stelle komme ich auf VTX zurück. Das war der Hoster dieser Website von 1999 bis Ende 2018, der mir mich offenbar nicht in Frieden ziehen lassen will.

Zur Rekapitulation: Ich habe im Beitrag Etwas Kulanz, VTX? beschrieben, dass ich nach meinem Wechsel die Kündigungsfrist verpasst habe. Ich kann mir vorstellen, dass VTX es darauf anlegt und die Rechnung fürs neue Jahr mit Absicht erst dann verschickt, wenn die Kündigungsfrist bereits abgelaufen ist. Und man kann sich auch fragen, warum der Kündigungstermin aufs Jahresende  fällt, wo meine Website am 7. Mai 1999 online ging. Wieso nicht Ende März oder April? Dann wäre meine Kündigung allemal rechtzeitig gekommen.

Aber gut, mir ist mir klar, dass es in meiner Verantwortung liegt, die Kündigungsfrist einzuhalten. Ich habe das zähneknirschend akzeptiert und freundlich um Kulanz gebeten. Ein Entgegenkommen wäre allein deswegen nicht verkehrt gewesen, weil ich meine Rechnungen während zwanzig Jahren immer pünktlich bezahlt habe. Wenn man mir gesagt hätte, «Nein, geht leider nicht, Gleichbehandlung aller Kunden, blablabla», dann wäre hätte mich das etwas geärgert. Aber es hätte sicherlich nicht zu einem zweiten Blogpost geführt, der nun deutlich geharnischter ausfällt als der erste.

Doch nun bin ich tatsächlich sauer: Was mich auf die Palme bringt, ist dieses «Verfahren», das VTX an den Tag legt, um nicht kulant sein zu müssen. Zur Erinnerung:  „VTX: Schwacher Support, noch schwächerer Kundendienst“ weiterlesen

Firefox fällt den RSS-Fans in den Rücken

Im Beitrag Das Nonplusultra für RSS-Fans habe ich mich für RSS in die Bresche geworfen und anhand der vielfältigen Reaktionen erfreut festgestellt, dass es nicht nur mir so geht, sondern dass auch andere RSS noch sehr schätzen.

Darum muss ich an dieser Stelle Kritik an meinem Lieblingsbrowser Firefox üben: Die Mozilla-Stiftung entfernt den Support für RSS Schritt für Schritt. Die Unterstützung für Feeds und die dynamischen Lesezeichen sind seit Version 64 nicht mehr vorhanden. Der Grund ist angeblich die geringe Nutzerzahl dieser Funktionen.

Es ist einleuchtend, dass Mozilla die Kräfte auf relevante Funktionen konzentriert. Nun dürfte man meines Erachtens die Relevanz nicht allein anhand der Nutzerzahlen definieren: Wohin das führt, sieht man bei den Medien, die ihre Berichterstattung allein auf die Klickzahlen ausrichten.

Das gilt besonders für Mozilla:  „Firefox fällt den RSS-Fans in den Rücken“ weiterlesen

Skype, Facebook und Instagram auf Irrwegen

Skype scheint in einer Art Identitätskrise zu stecken. Letztes Jahr wollte Microsoft den altehrwürdigen Videotelefoniedienst in eine Art Social-Media-Netzwerk umbauen. Man konnte sogar eine Art Story über seinen Tag anfertigen. Ja, Microsoft hat bei Skype tatsächlich eines der Features von Facebook (oder ursprünglich von Snapchat) kopiert, die uns schon bei Snapchat kaltgelassen haben und bei Facebook auf den Wecker gegangen sind. Ob das eine vielversprechende Strategie ist?

Nein, natürlich nicht. Man hat auf diesem Weg keine neuen Nutzer dazugewonnen. Denn wieso sollte jemand, der auf Snapchat (oder meinetwegen bei Facebook oder Instagram) mit Leidenschaft jeden Tag seine Story veröffentlicht, das gleiche nochmals bei Skype tun? Und wer es bei Snapchat, Facebook und Instagram nicht tut, der tut es auch bei Skype nicht.

Das hätte Microsoft schon erkennen können, bevor sie mit viel Aufwand ein bewährtes Produkt in einen sinnlosen Snapchat-Klon umgebaut haben. „Skype, Facebook und Instagram auf Irrwegen“ weiterlesen

Bevormundung am Arbeitsplatz

Ich verstehe, dass es in Unternehmen gewisse Einschränkungen gibt, was die Nutzung des Arbeitsgeräts angeht. Man muss die Nutzer daran hindern, aus Unkenntnis oder Frustration dieses Arbeitsgerät oder gleich das ganze Unternehmen lahmzulegen. Denn anders als bei Motorsägen, Schaufelbaggern, Teigmischmaschinen, Bolzenschussgeräten sind viele Arbeitnehmer in der Nutzung ihrer PCs nur oberflächlich oder gar nicht geschult.

Das hat damit zu tun, dass dieser PC nicht zentrales Werkzeug, sondern bloss Mittel zum Zweck angesehen wird. Ein Goldschmied betrachtet Hammer, Amboss, Zangen, Feilen, Sägen, Schleifen, Lupen und Lehren als integrale Bestandteile seiner Kunst. Der Computer dagegen – der steht halt auf dem Schreibtisch, weil er zufälligerweise die Schreibmaschine verdrängt hat.  „Bevormundung am Arbeitsplatz“ weiterlesen

Etwas Kulanz, VTX?

Ich bekunde gewisse Mühe, Kündigungsfristen einzuhalten – was schon früher Anlass zu Kummer gab. Neulich ist es mir wieder passiert. Ich habe es verpasst, rechtzeitig ein ausgedrucktes und unterschriebenes Dokument auf den Weg zu bringen, das anzeigt, dass ich nach meinem Wechsel zu Hostpoint die Dienste meines Hosters VTX nicht mehr in Anspruch zu nehmen gedenke.

Ich habe um Kulanz gebeten, zumal ich fast zwanzig Jahre Kunde war und meine Rechnungen immer bezahlt habe. Was allein genügend Grund für ein Entgegenkommen sein sollte, wie ich finde. Zufriedenen Kunden sind gemäss VTX-CEO Yves Pitton zwar seit 30 Jahren das Anliegen des Telekom- und Hosting-Unternehmens. Trotzdem hat man mir bis jetzt kein Entgegenkommen signalisiert. Ich hoffe, dass sich das noch ändern wird, und ich nicht wegen ein paar verpasster Tage eine ganze Jahresrechnung bezahlen muss. Wenn das so sein sollte, werde ich das hier sehr gerne wohlwollend vermerken. Das ist aber leider nur ein schales Lippenbekenntnis – siehe Follow-Up zu dieser Geschichte: VTX: Schwacher Support, noch schwächerer Kundendienst.

Ob man einvernehmlich oder mit bürokratischer Prinzipienreiterei auseinandergeht, prägt natürlich auch das Bild, das man von einem Unternehmen hat (und das ich als Blogger hier wiedergebe). Natürlich kann man sich als Unternehmen darauf versteifen, dass Vereinbarungen gelten und Verträge einzuhalten sind.  „Etwas Kulanz, VTX?“ weiterlesen

Smarte Fernseher sind ganz schön blöd

Es ist passiert. Unser Haushalt ist tatsächlich in der Ära des smarten Fernsehens angekommen. Wir fernsehen zwar seit gut einem Jahr nur noch via Internet. Doch das Endgerät war bis anhin unsmart, d.h. nicht ans Internet angebunden. 2008 gab es das noch nicht (oder noch nicht auf breiter Basis). Als Brückentechnologie kam ein Apple-TV der vierten Generation zum Einsatz.

Beim Fernsehen bin ich eigentlich der Ansicht, dass man die so lange verwenden sollte, bis sie auseinanderfallen. Denn auch wenn die Geräte jedes Jahr zulegen, sind beim Fernsehen die Inhalte entscheidend, nicht die paar Quäntchen mehr Qualität. Aber bei der treuen alten Philips-Glotze (37PFL7403D) gab es doch ein paar Dinge, die so langsam gestört haben. Das Bild ruckelt mir etwas zusehr. Die schwarzen Bildbereiche sind zu wenig schwarz – was wegen Netflix mehr ins Gewicht fällt, weil dort Serien wie Dark laufen, bei denen Nomen omen ist. Und schliesslich sind wir vor vier Jahren in eine grössere Wohnung gezogen – was zur Folge hatte, dass der 37-Zoll-Bildschirm (94 Zentimeter) aus der Sofaperspektive ziemlich geschrumpft war.

Also, ich konnte eine Neuanschaffung (nach etwas Selbstüberredung) mit meinem ökologischen Gewissen vereinbaren. Wir sind bei der Diagonalengrösse nicht ins andere Extrem verfallen. Sechs Zoll mehr (15 Zentimeter) war okay. Und notwendig, weil es unter dieser Grösse keine 4k-Fernseher und überhaupt fast keine vernünftige Auswahl gibt. Klar, kann man der Ansicht sein, dass 4k bei der Grösse verschenkt ist, gerade, wenn man so «gute» Augen hat wie ich. Aber wenn man wirklich was in voller Auflösung geniessen will, rückt man den Sessel halt etwas näher ans Bild. „Smarte Fernseher sind ganz schön blöd“ weiterlesen