Die grösste Windows-Baustelle

Ein Leser hat neulich von einem grossen Ärger berichtet:

Wie ich sehe, bin ich nicht der einzige, der sich grün und blau über die Microsoft- Spitzbuben ärgert: Microsoft won’t fix the most frustrating thing about Windows.

Das schlimmste Ding bei Windows sind die automatischen Updates, die sich in den Vordergrund drängen und den Computer neustarten wollen. Im Beitrag werden Leute zitiert, bei denen dieser Neustart unvermittelt erfolgte und Datenverlust auslöste.

Zum Beispiel Comedian Baratunde Thurston, der die Sache ganz und gar nicht komisch fand, hat sie ihn doch 90 Minuten Arbeit gekostet. Er schwört in einem Tweet, er habe auf «Later» geklickt.

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«Bitte warten Sie ein bis zwei Stunden, bis das Rädchen aufgehört hat zu rädeln.»

Das ist mir noch nie passiert und ich kann darum nicht sagen, ob er vielleicht nicht doch daneben geklickt hat. Oder ob Windows in diesem Fall dachte, es besser zu wissen – das Betriebssystem neigt ja durchaus zur Besserwisserei. Es gibt im Artikel aber noch viele weitere Stimmen. Und was ich tatsächlich schon erlebt habe, ist ein Computer, der beim Einschalten noch mitten im Update-Prozess. Bei grösseren Updates passiert das: Dann wird beim Herunterfahren der Update-Prozess angestossen, der dann beim nächsten Start weitergeführt wird.

Das ist meistens verkraftbar, manchmal aber auch sehr lästig: Es kommt bei modernen Menschen vor, dass sie im Stress sind und dringend an eine Information gelangen sollten. Es gibt Leute, die Vorträge oder ähnliche Dinge halten – und dann nicht minutenlang auf einen Fortschrittsbalken glotzen wollen. Und es gibt Leute, die den Computer während Radiosendungen verwenden. Mir ist es auch schon passiert, dass ich bei Radio Stadtfilter drei Minuten vor einer Live-Sendung den Studio-PC gerade noch an einem Neustart hindern konnte. Da wäre alles weg gewesen – Musik, Beiträge, Jingles. Ich hätte auf die Schnelle nach CDs oder Platten suchen oder einen Monolog halten können.

Ich habe mir daher schon die Frage gestellt, ob die bei Microsoft heimlich mit Macs oder mit Linux arbeiten. Denn wenn man einen Computer nicht bloss zur Dekoration im Büro stehen hat, dann ist einem klar, dass man selbst entscheiden will, wann der einem zu Diensten ist und wann nicht. Das Prinzip Eat your own dog food wäre Microsoft sehr zu empfehlen.

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Auch im Unternehmensumfeld werden Updates gerne zudringlich.

Und wenn wir schon dabei sind: Das Update-Prozedere muss zuverlässiger werden. Und auch die vielen separaten Updater von Adobe, von Oracle, von HP, Apple und all den anderen sind nervig. Ein Updater, der alle Programme unauffällig und ohne noch Crapware zu installieren auf den neuesten Stand bringt – das müsste selbstverständlich sein.

Autor: Matthias

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Ein Gedanke zu „Die grösste Windows-Baustelle“

  1. Fast noch schlimmer als die Installationsdauer der Updates finde ich, dass mit grösseren Updates Funktionen ändern bzw. wegfallen.

    Mit Windows 7 hatte man ein System, das über Jahre unverändert funktioniert hat, Service Packs hin oder her.

    Beim Anniversary Update von Windows 10 funktionieren in der Professional-Edition die Gruppenrichtlinien zum Deaktivieren des Windows Store nicht mehr. Das ist sehr mühsam in Unternehmen.

    Microsoft sagt, man solle halt Enterprise einsetzen. Aber kleinere Unternehmen kaufen ihre PC mit der OEM-Version und die ist Professional.

    Klar, die Änderung war dokumentiert. Früher konnte man Updates automatisch nach einer Woche freigeben für die Clients und hatte eigentlich nie Probleme. Jetzt muss man immer die Changelogs durchlesen.

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