Mit einer App die Kinder schützen?

Microsoft hat sein Family Safety-Programm ausgebaut und von Windows auf Android und iOS ausgeweitet. Ich habe es mir angesehen und übe Kritik – sowohl an den technischen Details wie an der grundsätzlichen Idee, Kinder zu überwachen und einzuschränken.

Das sind die Einstellungen, die Vater Matthias für Sohn Matthias treffen kann.

Mit dieser Besprechung hier tue ich mich schwer. Es geht um  Microsoft Family Safety. Mein Problem mit der App ist, dass ich nicht sicher bin, ob ich die grundsätzliche Idee gut finde und gutheissen kann.

Aber zum Glück muss jede Familie für sich selbst entscheiden, ob eine solche App eingesetzt werden soll. Und darum gibt es hier eine möglichst neutrale Besprechung – mit meiner persönlichen Meinung am Schluss.

Also, zu den Fakten: Microsoft Family Safety gibt es fürs iPhone und iPad und für Android. In Windows sind die korrespondierenden Funktionen von Haus aus integriert. Man findet sie in der App Windows-Sicherheit im Abschnitt Familienoptionen. Klickt man auf Familieneinstellungen anzeigen, landet man auf account.microsoft.com/family, dem Online-Dashboard für die Familienfunktionen. Nebenbei bemerkt gibt es hier auch die Möglichkeit, Notizen via Onenote zu teilen, und einen Familienkalender anzulegen.

Die App will fünf Aufgaben erfüllen: „Mit einer App die Kinder schützen?“ weiterlesen

Eine schonungslose Offenlegung, was an Mietsoftware verkehrt ist

Softwareabos bergen Risiken – und die habe ich hier zusammengetragen: Von den kleinen Alltagsproblemen bei der Nutzung bis hin zu den grundsätzlichen Gefahren, die sich nicht so leicht ausräumen lassen.

Am 13. Oktober, endet der Support für Office 2010. Ich nehme das zum Anlass, über Mietsoftware nachzudenken. Denn Office 2010 war die letzte klassische Kaufvariante. Es gibt die Kaufvarianten zwar bis heute. Doch schon der Nachfolger, Office 2013, war nur noch der Juniorpartner neben dem im Juni 2011 eingeführten Office 365, das die Verbandelung von Office mit Abo und der Cloud eingeleitet hat.

Also, Mietsoftware. Ich war nie ein Fan von diesem Konzept und ich bin es bis heute nicht. Aus zwei Gründen:

Erstens habe ich den Verdacht, dass der Vorteil für den Hersteller eines solchen Mietprogramms grösser ist als für uns Nutzer. Zugegeben: Wir erhalten ein kontinuierlich verbessertes Produkt. Doch weil wir nicht direkt und verbindlich gefragt werden, welche Neuerungen wir wünschen, bleibt es Glückssache, ob der Hersteller in seinen Updates Funktionen hinzufügt, die für uns Anwender tatsächlich einen Nutzen haben.

Umgekehrt ist das Mietmodell für den Hersteller unbestreitbar und in jedem Fall ein Vorteil: Er erhält eine regelmässige Abozahlung und statt uns Nutzern jede Updateversion neu schmackhaft machen zu müssen, fliesst das Geld ab dem Abo-Abschluss automatisch. „Eine schonungslose Offenlegung, was an Mietsoftware verkehrt ist“ weiterlesen

Aus einem Mauerblümchen wird eine richtige Foto-App

Heute widerfährt der Fotos-App von Windows 10 endlich Gerechtigkeit: Ich habe sie nämlich in den letzten Beiträgen nicht mit dem gebührenden Respekt behandelt.

Beitragsbild: Zugegeben – ein Mauerblümchen ist nicht das gleiche wie ein Blümchen vor einer Mauer (虞や虞や汝を如何せん, isado/Flickr.com, CC BY-ND 2.0).

Ich habe seinerzeit die Fotos-App von Windows getestet und sie als banal bezeichnet. Das war vielleicht etwas gar schnoddrig. Denn auch wenn die App lange Zeit nicht sehr viel hergemacht hat, ist sie mit den letzten Updates immer besser geworden. Und jetzt sind wir an einem Punkt, an dem man sie sehr gut verwenden kann.

Das ist mir aufgefallen, als ich neulich ein Video zurechtstutzen wollte. Ich habe es, wie hier beschrieben, erst mit VLC probiert. Das war aber wirklich umständlich. In einem zweiten Anlauf probierte ich es mit der Fotos-App, die ihrem Namen zum Trotz auch mit Bewegtbildern umgehen kann. Und siehe da: Diese App hat die Aufgabe umgehend und absolut unkompliziert gemeistert.

Darum bin ich zum Schluss gekommen, dass es nun an der Zeit ist, die App nicht mehr nur als mehr oder weniger nutzlose Dreingabe zu betrachten, sondern als brauchbares Werkzeug. Darum habe ich ihr eine Ausgabe in meiner Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gewidmet: „Aus einem Mauerblümchen wird eine richtige Foto-App“ weiterlesen

Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt

Versionsnummer, Builds, Code- und Marketingnamen: Wenn man versucht, die Bezeichnungen für das neue Windows-Update zu verstehen, dann tut sich ein Abgrund auf.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, die grossen Funktions-Updates jeweils in einem Patentrezept-Video zu besprechen. Zum Beispiel 1709, 1809, 1903 und im letzten Herbst 1909. Ein solches Video gibt es nun auch für das jüngste Update mit der Version 2004, das Ende Mai veröffentlicht wurde.

Bevor ich darauf kurz eingehe, muss ich mir ein bisschen Luft verschaffen: Es geht um das beliebte Thema, dass Microsoft es schafft, Dinge zu verkomplizieren – und zwar massiv. Egal, ob es nun ursprünglich einfach, mittelschwierig oder schon undurchsichtig war – nachdem sich Microsoft darum gekümmert hat, ist das Thema für Laien kaum mehr zu durchdringen. Nicht nur das: Menschen, die sich vorgenommen haben, mit ihrer Lebenszeit etwas Vernünftiges anzufangen, kommen nicht umhin, sich frustriert abzuwenden.

Also, da gibt es die Frage, wie diese Updates nennt. Bei Apple und dem Mac ist die Sache einigermassen trivial: „Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt“ weiterlesen

Microsoft hat den Edge-Browser über die Kante geschubst

Microsoft hätte seinen Edge-Browser besser in Frieden sterben lassen, anstatt ihn zu diesem lahmen Abklatsch von Google Chrome umzubauen.

Mein erster Versuch, die neue Version des Edge-Browsers herunterzuladen, ist leider an einer Nebensächlichkeit gescheitert. Immerhin hat es uns allen einen Extra-Blogbeitrag beschert.

Willkommen beim neuen Browser. Ähnlichkeiten zum Browser eines Mitbewerbers sind nicht zufällig.

Ich habe mich jedoch nicht dauerhaft ablenken lassen. In einem zweiten Anlauf habe ich es geschafft, das ursprüngliche Vorhaben in die Tat umzusetzen, das Update auszuführen und die neue Version des Edge-Browsers zu installieren. Daher ist es an dieser Stelle unvermeidlich, sie einer kritischen Würdigung zu unterziehen.

Eine kleine Vorbemerkung: Der direkte Vergleich wird erschwert, weil die alte Version komplett ersetzt wird. Ich habe zwar versucht, auf meine Windows-10-Installation in der virtuellen Box zurückzugreifen. Doch die verweigert sich leider mit der Fehlermeldung «Raw-mode is unavailable courtesy of Hyper-V.» Man müsste zur Lösung des Problems Microsoft Hyper-V entfernen. Aber das war mir für diesen kleinen Test zu aufwändig.

Als erstes fällt das neue, buntere und abstraktere Icon auf. Das alte Programmsymbol hatte eine gewisse Ähnlichkeit zum E des Internet Explorer aufgewiesen. Das ist nun (weitestgehend) weg. Stattdessen gibt es eine Art blaugrüne Schnecke. Ich hoffe, dass darin kein diskreter Hinweis auf die Ausführungsgeschwindigkeit des Programms verborgen ist. „Microsoft hat den Edge-Browser über die Kante geschubst“ weiterlesen

Sag mal, Microsoft, was soll diese Schlamperei?

Microsoft hat sich in letzter Zeit alle Mühe gegeben, mein Vertrauen durch kleinere und grössere Ausrutscher zu erschüttern.

Wenn man bei Windows 10 ins Suchmenü klickt, erscheint ein Fenster, dass einem einerseits Informationen zum Coronavirus anbietet.

Wer ist dieser Microsoft Ed?

Andererseits gibt es am unteren Rand auch Werbung in eigener Sache: «Holen Sie sich den neuen Microsoft Ed…» steht da. Man fragt sich natürlich sofort, wer dieser Ed ist. Ein neuer Mitarbeiter, der auf Anfrage bei mir zu Hause vorbeikommt – natürlich mit Schutzmaske –, um mir mein PC-Gehäuse abzuwischen und einige Sicherheits-Updates zu installieren? Oder eine künstliche Intelligenz, die mir das Plauderstündchen mit meinen Freunden ersetzt?

Nein, natürlich nicht. Microsoft zeigt an dieser prominenten Stelle, dass die Anpassung des Betriebssystems an die diversen Sprachen dieser Erde noch immer ein Problem ist. In Englisch dürfte da so etwas wie «Get the new Edge browser» stehen – ein kurzer und bündiger Satz, der problemlos auf einer Zeile unterkommt. Da Deutsch etwas mehr Buchstaben benötigt, hat das entscheidende Wort nurmehr halb Platz. „Sag mal, Microsoft, was soll diese Schlamperei?“ weiterlesen

Als Windows erst für eine Randbemerkung gut war

Neulich hat mich ein grosses Tech-Unternehmen freundlich darauf hingewiesen, dass es in seinen Reihen einen nicht ganz runden, aber dennoch formidablen Geburtstag zu feiern gebe. Beim Unternehmen handelt es sich um Microsoft, beim Geburtstagskind um Windows. Das Betriebssystem kam am 20. November 1985 auf den Markt, nachdem das Entwicklerteam ziemlich lange mit ihm schwanger gegangen war.

Schon 1981 waren erste Arbeiten aufgenommen worden. Die Ankündigung erfolgte 1983, nachdem Apple schon die Lisa, aber noch nicht den Macintosh lanciert hatte. Ich hatte nie die Gelegenheit, ernsthaft mit Windows 1.0 zu arbeiten. Aber was man so hört, muss es ein ziemlicher Murks gewesen sein. Und schon damals hat Microsoft die Idee gehabt, Windows als grafischen Wurmfortsatz für DOS zu konstruieren. Wahrscheinlich aus der grandiosen Überlegung heraus, dass man der Kundschaft so zwei Produkte statt nur eins verkaufen kann. „Als Windows erst für eine Randbemerkung gut war“ weiterlesen

So kriegt die iCloud die Kurve

Es passiert häufig, dass ich beim Bloggen hier auf Ideen für «richtige» Artikel für die Tamedia-Zeitungen und für Newsnetz-Videos komme. Das ist kein Zufall, weil ich mein Blog auch als Inkubator für Themen nutze. Durch das Bloggen lässt sich sehr gut herausfinden, wie weit ein Thema trägt und ob es genügend Aspekte hat, die von breiten Interesse sind.

Klar, man könnte das vermutlich auch ohne Bloggen herausfinden. Aber wieso sollte man nicht das Sinnvolle mit dem Nützlichen verbinden? Im Blog lassen sich auch Aspekte diskutieren, die in einem Video gezwungenermassen unter den Tisch fallen müssen und zu nerdig für den Artikel in einer Tageszeitung sind.

Und wenn ich etwas Wichtiges übersehen oder (selbst das soll schon vorgekommen sein) falsch verstanden habe, dann stehen die Chancen gut, dass mich die Leserschaft meines Blogs darauf aufmwerksam macht und korrigiert, bevor ich die breite Masse damit behellige. Ihr dürft euch also gerne als Teil der erweiterten Tamedia-Digital-Redaktion betrachten. (Ein Lohn wird auch dafür leider trotzdem nicht ausbezahlt, fürchte ich.)

Ein gutes Beispiel ist dieses Video hier: „So kriegt die iCloud die Kurve“ weiterlesen

Baby steps oder Riesenschritte?

Ja, irgendwie vermisse ich sie ein bisschen: Die grossen Meilensteine der Software-Entwicklung. Die Momente, wo die Versionsnummer vor dem Punkt hochgezählt wird. Da konnte man dem Veröffentlichungszeitpunkt mit Freude entgegensehen. Oder mit Bangen. Was, mein Windows wird nun nicht mehr aussehen wie eine plattgefahrene Plastikente (Windows XP), sondern wie ein Bahnhofs-WC hinter einer Milchglasscheibe (Windows Vista)?

Ui, meine Textverarbeitung macht sich ein Bändchen ins Haar (Der Ribbon bei Office 2007)? Etc., ihr erinnert euch vielleicht auch. Das gab Gesprächsstoff vorher und Erklärungsbedarf hinterher. Und mitten im Auge des Sturms vielleicht sogar eine Presseveranstaltung, bei der wir Journis kostenlos belegte Brötchen und Weisswein abstauben konnten.

Aber eben. Neuerdings werden uns seit Windows 10 und Office 365 kontinuierlich verabreicht und sind ständig ein Thema. Respektive fast gar nicht mehr. Das hat unweigerlich Vorteile, die die Verfechter dieser Methode mit der Vokabel Agilität subsummieren. Manche Nutzer schätzen es, weil es immer mal wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

Und Leute wie ich sind zwiegespalten. „Baby steps oder Riesenschritte?“ weiterlesen

Es bluescreent mal wieder

Aus beruflichen Gründen komme ich ab und zu in die Verlegenheit, Betriebssystem-Updates durchführen zu müssen. Ein Schicksal, das ich mit vielen Leuten teile: Es bleibt niemandem erspart, der Computer nutzt. Oder Autos, Fernseher, Zahnbürsten, Elektroroller oder smarte Vibratoren – es ist nämlich durchaus erstaunlich, wo heute überall aktualisierbare Betriebssysteme sitzen.

Also, kein Grund zum Jammern. Eigentlich. Weswegen ich hier trotzdem zur Tirade ansetze, hat zwei Gründe. Erstens nutze ich Windows – was allein schon eine dramatische Komponente hat. Zweitens installiere ich die Updates aus besagten beruflichen Gründen meistens relativ zeitnah: Ich will sehen, was sich verändert, was man darüber berichten könnte und ob noch alles funktioniert.

Letzten Freitag habe ich das Update 1903 für Windows 10 installiert. Das läuft auch unter dem schönen Namen Windows 10 Mai 2019 Update, und es ist seit letzter Woche erhältlich. „Es bluescreent mal wieder“ weiterlesen