Anfang November kämpfte ich mich während zwei Stunden und 22 Kilometern durch den Regen, nur um beim Speichern nicht auf die Zusammenfassung des Laufs, sondern auf ein schwarzes Display zu starren. Genau im falschen Moment war die Batterie komplett leer gegangen. Nach dreieinhalb Jahren lässt der Akku der Fēnix 7S anscheinend deutlich nach. Was die Frage aufwirft: Bin ich überhaupt gelaufen, wenn es keinen Datentrack gibt?
Die Antwort ist natürlich ein Nein. Darum nahm ich eine Rettungsaktion in Angriff. Die Uhr zeigt die Aktivität an, doch in der App taucht sie nicht auf. Wie Abklärungen ergeben, ist das kein seltenes Problem in Fällen, in denen die Track-Aufzeichnung nicht korrekt gespeichert werden kann. In Foren wird empfohlen, die Uhr neu zu starten und den Sync ein zweites Mal zu probieren. In meinem Fall ohne Erfolg.
Die Fit-Datei von der Uhr holen
Das heisst, in einem nächsten Schritt die Uhr an den Computer zu hängen und per USB-Kabel aufs Dateisystem zuzugreifen. Im Ordner Garmin stecken die Tracks im Fit-Format im Unterordner Activity, schön nach Datum sortiert. Die passende Datei, 25-11-02-11-27-47.fit, hat eine einleuchtende Dateigrösse (um die 500 KB).

Erster Versuch: Sie via Garmin Connect manuell importieren, über das Cloud-Symbol in der rechten oberen Ecke. Das klappt nicht: Die Datei könne nicht importiert werden, vermeldet die Web-App. Die Vermutung liegt auf der Hand, dass eine Beschädigung vorliegt. Ich setze sie ChatGPT vor und bitte um eine Analyse. Er liefert sie prompt:
Die Datei ist 573 KB gross, aber im Header steht eine Datenlänge von 0 Bytes – das heisst, der FIT-Header wurde nicht korrekt abgeschlossen, als die Uhr ausging. Der eigentliche Inhalt dürfte aber noch vorhanden sein. Ich kann versuchen, die Datei zu reparieren, indem ich den Header neu schreibe und den Rest unverändert lasse.
Ich erhalte wenig später die korrigierte Datei. Die lässt sich leider auch nicht importieren. Dennoch lernen wir, dass Chatbots bei korrupten Dateien eine Chance auf eine Reparatur verdienen.
2) Via Fitfileviewer.com reparieren
Ich probiere es auf die herkömmliche Art und suche nach einer Reparatur-App für Fit-Dateien. Ich werde fündig bei fitfileviewer.com.
Und siehe da: Dieser Weg führt zum Ziel. Diese App vermeldet Fehler, führt aber einen Export aus (ohne, dass wir eine Änderung vornehmen müssten).

3) Importieren und korrigieren
Die korrigierte Datei lässt sich – wie oben beschrieben – in Connect importieren. Das Resultat ist fast perfekt.
Folgendes ist zu beachten bzw. nachzubessern:
- Die Kategorie ist Sonstige. Damit die Aufzeichnung der richtigen Sportart (Laufen) zugerechnet wird, korrigieren wir das manuell. Im Browser klappt das nicht, aber in der App schon. Über das Menü rechts oben betätigen wir Aktivität bearbeiten. Nun können wir den Aktivitätstyp auf Laufen festlegen.
- Die Ausrüstung wird nicht übernommen. Das korrigieren wir manuell.
- Die Kalorienangabe fehlt, aber das ist verkraftbar. Strava gibt seinerseits eine Schätzung ab, falls wir unsere Aktivität mit dieser Community synchronisieren.
Darum müssen wir Herren (und Damen) unserer Daten sein!
Fazit: Es lebe der manuelle Zugriff auf unsere Geräte! Nur wenn wir direkt auf sie Zugriff erhalten, gibt uns das die Möglichkeit für derlei Eingriffe – abgesehen davon, dass wir via Fit-Daten direkt an alle Rohdaten herankommen und damit machen können, wonach uns der Sinn steht. Trotzdem – es lohnt sich, dafür zu sorgen, dass die Uhr genügend Akkureserven hat, um Aufregung nach einem anstrengenden Lauf zu vermeiden.