Tipps für den klassischen Editor von WordPress

So bloggt und schreibt es sich noch komfortabler: die besten Tricks, Tastaturkürzel und Erweiterungsmöglichkeiten für TinyMCE.

WordPress gibt sich alle Mühe, die Nutzer von Gutenberg zu überzeugen. Das ist der neue Editor für die Texteingabe, der im Dezember 2018 mit Version 5.0 eingeführt worden ist und der den vorher verwendeten TinyMCE-Editor ersetzt.

Dieses neue Modul für die Inhaltserstellung ist natürlich moderner und bedient das Bedürfnis, Websites abwechslungsreich, mit vielen Bildern, Diashows und Videos zu produzieren und mit interaktiven Elementen wie Umfragen und Listen auszustatten – genauso, wie es sich für Websites gehört, die dem Schlagwort Storytelling Genüge tun möchten und eine Mobile-First-Strategie fahren, d.h. vor allem auf dem Handy gut aussehen wollen: Da soll die Leserin beim Scrollen nicht nur Text sehen, sondern ein abwechslungsreiches Programm mit verschiedenen Inhalten geboten bekommen.

Ich habe seinerzeit den Gutenberg-Editor kurz angeschaut, mich aber dafür entschieden, TinyMCE weiterzubenutzen. (Dazu installiert man einfach das Classic-Editor-Plug-in).

Ich verwende den klassischen Editor

Mehrere Gründe haben mich zu dem Entscheid geführt:

  • Ich beabsichtige auch weiterhin, textlastige Beiträge zu produzieren. Gutenberg ist für mich eigentlich zu viel des Guten.
  • Für Texte ist TinyMCE praktischer.
  • Viele Themes kommen mit Gutenberg-Seiten nicht zurecht.
  • Die Kompatibilität zu den anderen Content-Management-Systemen nimmt ab, weil Gutenberg als Block-Editor kein reines HTML produziert, wie das bei TinyMCE der Fall ist

Darum also hier einige Tipps zu TinyMCE, auch wenn das ein wenig anachronistisch erscheinen mag:

Die zusätzlichen Werkzeuge

Die gängigen Befehle zur Formatierung wie Absatzformat, Auszeichnung, Nummerierung, Aufzählung, Zitat, Ausrichtung und Weiterlesen-Tag sind über die normale Symbolleiste zugänglich. Die lässt sich mit einer zweiten Leiste ergänzen, die ein paar weniger gebräuchliche, aber nichtsdestotrotz praktische Möglichkeiten aufweist.

Diese Leiste wird über den Knopf Werkzeugleiste umschalten oder über das Tastaturkürzel Shift + Alt + z eingeblendet. Hier erscheinen die folgenden Befehle:

  • Durchgestrichener Text
  • Horizontale Linie
  • Textfarbe
  • Als Text einfügen (ist er gedrückt, wird Text aus der Zwischenablage ohne Format eingefügt)
  • Löschen der Formatierung
  • Sonderzeichen
  • Einzug verringern
  • Einzug vergrössern

Die Tastaturkürzel

Der Editor unterstützt viele Tastaturkürzel. Das sind die nützlichsten für die Formatierung. In der zweiten Spalte finden sich die Shortcuts für Windows, in der dritten die für den Mac.

Fett Ctrl + b Command + b
Kursiv Ctrl + i Command + i
Unterstreichen Ctrl + u Command + u
Titel Stufe 1 Alt + Shift + 1 Ctrl + Option + 1
Titel Stufe 2 Alt + Shift + 2 Ctrl + Option + 2
Titel Stufe 3 Alt + Shift + 3 Ctrl + Option + 3
Titel Stufe 4 Alt + Shift + 4 Ctrl + Option + 4
Absatz Alt + Shift + 7 Ctrl + Option + 7

Es gibt auch einige Tastaturkürzel zur Steuerung der Texteingabe:

Text unformatiert einfügen Shift + Ctrl + v Shift + Command + v
Links einfügen Ctrl + k Command + k
Rückgängig Ctrl + z Command + z
Wiederholen Ctrl + y
Ctrl + Shift + z
Command + y
Command + Shift + z

Zugegeben: Das Tastaturkürzel zum Einfügen des unformatierten Textes stammt vom Browser, nicht von TinyMCE. Weil es so praktisch ist, habe ich es hier aber trotzdem aufgeführt – die Alternative zum Einfügen ohne Formatierung über den Knopf Als Text einfügen, der sich in der Werkzeugleiste befindet, habe ich oben erwähnt.

Auch sehr praktisch: Hat man eine URL in der Zwischenablage, wird die mit der Tastenkombination Ctrl + v dem markierten Text als Link hinterlegt – man spart es sich, das Fensterchen Link einfügen zu öffnen und ihn dort zu hinterlegen.

Noch mehr Möglichkeiten

Der TinyMCE-Editor lässt sich ausserdem mit Plug-ins ausstatten. Für diesen Zweck installiert man das Plug-in Advanced Editor Tools.

Die «Advanced Editor Tools» erweitern den Befehlsumfang des klassischen WordPress-Editors beträchtlich.

Mit diesem Plug-In erhält man eine Menüleiste mit einigen nützlichen Zusatzfunktionen, unter anderem die Möglichkeit, einige HTML-Spezialitäten einzufügen

  • geschützte Leerzeichen
  • Anker
  • Datum und Uhrzeit
  • Tabellen

Es gibt ausserdem einen Suchen-Ersetzen-Befehl und die Möglichkeit, unsichtbare Zeichen darzustellen. Besonders praktisch finde ich den Befehl Werkzeuge > Quelltext: Mit ihm fügt man HTML-Code ein, ohne dass man von Visuell zu Text und zurück umschalten müsste.

Beitragsbild: Er verwendet auch den klassischen Editor (Striving Blogger, Unsplash-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

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