Die Mail-App vom iPhone und iPad ist nicht so ganz auf der Höhe

E-Mail an Apples Smartphone und Tablet ist kein sonderliches Vergnügen. Die App hat zwei beträchtliche Mankos, die angeprangert werden müssen.

Die Mail-App von iPhone und iPad erfüllt ihren eigentlichen Zweck nicht brillant, aber ausreichend. Allerdings gibt es zwei Dinge, die mich stören – und zwar gewaltig.

Die beiden Dinge haben miteinander zu tun. Es geht in beiden Fällen darum, den Posteingang möglichst schnell und effizient leer zu bekommen. Und das setzt voraus, dass man als Nutzer nicht alle Mails selbst lesen und aussortieren muss. Die App sollte selbst einen Beitrag dazu leisten.

Also, erster Punkt: Eine Mail-App muss einen vernünftigen Spam-Filter aufweisen. Warum es den bei Apples mobiler Mail-App nicht gibt, ist mir ein Rätsel. Und ja, ich weiss, dass es möglich ist, Nachrichten als unerwünscht zu markieren. (Das geht wie folgt: Man tippt ein störendes Mail in der Liste etwas länger an und betätigt im Menü den Befehl Markieren > In «Spam» bewegen). Doch das bewirkt leider gar nichts: Ich habe das mit x Mails mit genau gleichlautendem Betreff getan, ohne dass eine dieser Nachrichten daraufhin von alleine im Spam-Ordner gelandet wäre.

Nur eine unpraktische Möglichkeit, Absender zu blockieren

Du schickst mir keine Spams mehr!

Die einzige Möglichkeit, die man am iPhone und iPad hat, ist, Absender zu blockieren. Das tut man, indem man in einer geöffneten Nachricht oben den Absender auswählt, den Namen dann noch einmal antippt, um den Adressbucheintrag anzuzeigen und dann den Befehl Diesen Kontakt blockieren bemüht.

Doch auch das bringt nicht viel: Denn nur die allerdümmsten Spammer versenden die immergleichen Mails mit dem identischen Absender.

Zweiter Punkt: Eine brauchbare Mailanwendung sortiert den Posteingang entweder automatisch sinnvoll: Bei Outlook gibt es dafür den Posteingang mit Relevanz, bei Gmail den sortierten Eingang.

Oder sie bietet Mailregeln an. Die erlauben es, Nachrichten automatisch nach bestimmten Kriterien zu verräumen. Im Beitrag Ein Schritt in Richtung Inbox Zero habe ich diese Funktion ausführlich für die gängigen Mailprogramme beschrieben (wobei auch einige Programme mit dabei waren, mit denen man sich heute nicht mehr unbedingt erwischen lassen möchte).

Warum keine Mailregeln?

In der iOS-Variante gibt es diese Regeln nicht. Was schade ist und die Frage aufwirft, ob man dieses Manko beheben kann. Gibt es eine App, mit der man die Mails vorab filtern, Spam löschen und in separate Ordner verschieben kann? Wenn man das bei einem Imap-Konto täte, würde sich diese Organisation auch in Apple Mail und in den lokalen Mailprogrammen wie Thunderbird abbilden.

Leider kann ich an dieser Stelle kein Programm präsentieren, dass diese Aufgabe zu meiner Zufriedenheit erledigen würde. Falls jemand einen Tipp hat, gerne damit in die Kommentare: Wenn sie etwas taugt, werde ich die empfohlene App testen und hier vorstellen – versprochen!

Cleanfox putzt nicht überall

Cleanfox arbeitet mit allen Maildiensten zusammen. Ausser mit meinem.

Probiert habe ich es mit der App Cleanfox (iPhone/iPad und Android). Doch die hatte nicht die Absicht, mit meinem Mailkonto zusammenzuarbeiten – obwohl es hier heisst, Clearfox würde mit «allen E-Mails-Anbietern (Gmail, Hotmail, Live, Outlook, Orange, Yahoo, MSN, …) zusammenarbeiten». Naja, so schnell fliegt ein leeres Versprechen auf.

Versuch Nummer zwei will ich mit Spark unternehmen. Das ist eine E-Mail-Anwendung, die es fürs iPhone und iPad, für den Mac und für Android gibt. Dieser Test ist noch nicht so weit fortgeschritten, als dass ich hier ein Fazit ziehen könnte. Aber wenn die App einen Vorteil bieten sollte, dann wird demnächst an dieser Stelle eine ausführliche Besprechung zu lesen sein. Ich habe sie inzwischen ausführlich getestet und mich fast ein bisschen in sie verliebt. Diesen Beitrag gibt es hier: Da springt der E-Mail-Funke.

Übrigens: Ich habe auch einen Versuch mit der Webmail-Anwendung von Hostpoint gemacht. Aber da bin ich auf keinen grünen Zweig gekommen.

Beitragsbild: Das geht ja noch – aber es dürften gerne auch weniger sein (Torsten Dettlaff, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

2 Gedanken zu „Die Mail-App vom iPhone und iPad ist nicht so ganz auf der Höhe“

  1. Outlook mit Spam Reader und Spam Sieve läuft ganz gut, ebenso der eM Client; beide ja unter Win und mac OS einsetzbar. Spark ist schnell aber nur im Mac- und iOS Universum einsetzbar. Zumal mir Spark zu viele Infos saugt und natürlich auch pekuniär weiterverwendet; halt das Problem, wenn die Software nix kosten soll.
    Ein vernünftiges Mailprogramm zu finden, dass dann auch noch unter Win und mac OS läuft, ist schwer zu finden.
    Werde mal den eM Client und auch Thunderbird weiter testen.
    Gruß aus der windigen Eifel
    Gerd

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