Mailprogramme, die nicht so schlimm stinken

Meine ausführliche Testaktion von Desktop-Mailanwendungen hat zu einem banalen Resultat geführt. Ich setze nun hauptsächlich das Programm ein, das ich nebenbei schon immer im Einsatz hatte. Es ist, Achtung Antiklimax!, Mozilla Thunderbird. Die Details zu diesem halben Umstieg gibt es im Beitrag So donnert das Mail!.

Völlig sinnlos war die kleine Testreihe aber nicht. Ich hatte mehr als genug Material, um die Erkenntnisse zu einem Patentrezept-Video zu verarbeiten. Wer nun nicht die knapp zehntausend Worte lesen möchte, die ich hier im Blog zu den modernen Mail-Apps zum besten gegeben habe, kann sich auch einfach das etwa dreiminütige Video reinziehen.


Sie brauchen ein neues Mailprogramm!

Wer nun trotzdem an den Detail interessiert ist, findet die in dieser Übersicht: „Mailprogramme, die nicht so schlimm stinken“ weiterlesen

So donnert das Mail!

Nach meiner ausführlichen Aktion mit dem Test von vier Mailprogrammen (Mailbird, Em Client, Mailspring und The Bat!) bin ich zum Schluss gekommen, dass die naheliegende Alternative zum Handkuss kommt: Mozilla Thunderbird.

Das ist leider überhaupt nicht originell. Aber manchmal bringt es nichts, auf Teufel komm raus originell sein zu wollen. Denn auch die Schwarmintelligenz sagt, dass Thunderbird die beste Wahl ist. Bei Alternativeto.net hat Mozillas Mailprogramm mit Abstand die meisten Likes (1912).

Beim Wechsel des Mailprogramms stellt sich üblicherweise ein Problem. Nämlich das der Datenübernahme. Es gibt zwar gewisse Standards für die Mailablage (Mbox, Maildir bzw. Eml). Aber typischerweise betreibt jedes Programm seinen proprietären Wildwuchs. Man kann auf eine Import- oder Exportfunktion hoffen oder ein Übersetzungsprogramm nutzen (ich empfehle jeweils Mailstore, siehe Vier Tricks fürs altehrwürdige E-Mail). „So donnert das Mail!“ weiterlesen

Die fette, hässliche Mailfledermaus

Neulich habe ich ein Video gemacht, in dem es um Programme ging, die mehr als zwanzig Jahre alt sind und die man heute noch problemlos benutzen kann. The Bat! hätte ausgezeichnet in diese Sammlung gepasst: Laut Wikipedia gibt es dieses Mailprogramm schon seit 1997.

Bei dem Video habe ich es ausgelassen. Dafür bekommt das Mailprogramm nun eine separate Besprechung. Und zwar in der Reihe mit Mailbird, Em Client und Mailspring. Denn ein Leser hier im Blog hat es mir in einem Kommentar empfohlen. Woraufhin mir eingefallen ist, dass ich es schon einmal vorgestellt hatte. Nämlich am 27. August 2001 als «Tipp der Woche» mit dem Titel «Die Fledermaus bringt Netzpost».

Damals hatte The Bat! Funktionen, die man anderweitig vergebens gesucht hat. Ich habe sie in meinem Artikel aufgezählt:

Zum Beispiel die Funktion, mit der man grosse Mails direkt vom Server löschen konnte, ohne dass man sie erst herunterladen musste. Denn man erinnere sich: Anfang der Nullerjahre wurde Spam zum enormen Problem. Und es gab Viren wie Loveletter-/Iloveyou, die enorme Mailmengen generiert haben. Tausende von Mails via Modemverbindung herunterzuladen, war eine Plage. Das war es eine riesige Erleichterung, den digitalen Müll direkt auf dem Server zu löschen. Denn was es (standardmässig) auch noch nicht gab, war Webmail. „Die fette, hässliche Mailfledermaus“ weiterlesen

Hier blüht uns ein modernes Mail-Erlebnis

In meiner kleinen Reihe zu Mailprogrammen ging es hier um Mailbird und hier um Em Client. Heute ist Mailspring an der Reihe. Dieses Programm hat einen optimistischen Namen, der einen Neuaufbruch verheisst – und eine frische, einladende Oberfläche. Und man bekommt das Programm kostenlos für Windows, Mac und Linux.

Das könnte dazu führen, dass an dieser Stelle sogleich Euphorie einsetzt. Ist das das Mailprogramm der Zukunft? Einen kleinen Dämpfer gibt es sogleich beim ersten Start. Man kann Mailspring nicht nutzen, ohne eine Mailspring-ID anzulegen. Das ist ein Nutzerkonto, das laut Supportdokument zwingend notwendig ist:

Creating a Mailspring ID is necessary because existing email protocols like IMAP and SMTP do not provide a way to associate metadata with email messages. For example, to snooze an email on your laptop and unsnooze it on your work computer, Mailspring needs to be able to store the date you’ve selected on it’s own and sync it between your devices.

Die herkömmlichen Mailprotokolle erlauben es nicht, E-Mails mit Metadaten zu versehen. Darum müssen diese Metadaten separat gespeichert werden. Und damit man sie überall zur Verfügung hat, braucht es die Cloud. Das ist einerseits einleuchtend.

Andererseits dürfte das manche Interessenten dazu zwingen, auf Mailspring zu verzichten. „Hier blüht uns ein modernes Mail-Erlebnis“ weiterlesen

Wie Outlook – aber mit (etwas) weniger Ballast

Im Beitrag Der Mailvogel ist gelandet habe ich erklärt, weswegen ich auf der Suche nach einem neuen Mailprogramm bin und Mailbird getestet. Damit war meine Suche nach dem Nachfolger von (*peinlich berührtes Räuspern*) Windows Live Mail nicht abgeschlossen. Denn für manche Nutzer mag Mailbird okay sein. Meine, zugegebenermassen speziellen Bedürfnisse erfüllt dieses Programm nicht.

Darum geht die Suche heute mit eM Client weiter. Die erste Hypothek dieses Programms ist sein Name. In Deutsch kaum auszusprechen und auch auf Englisch das Gegenteil von originell – daran ändert auch die vertauschte Gross-Kleinschreibung nichts, im Gegenteil. Aber mit der verunglückten Namenswahl würde man vermutlich leben können, wenn das Programm sonst überzeugt. „Wie Outlook – aber mit (etwas) weniger Ballast“ weiterlesen

Der Mailvogel ist gelandet

Ich stelle das Mailprogramm Mailbird vor. Und bespreche vorher erst einmal, warum einen Mailprogramme heute überhaupt noch interessieren sollten.

In diesem Blog predige ich ständig, dass man alte, vom Hersteller nicht mehr unterstützte Programme nicht weiterverwenden soll. Wegen des Sicherheitsrisikos, Kompatibilitätsproblemen – und weil man nicht in der Vergangenheit leben soll.

Selbst halte ich mich nur bedingt an diesen Rat. Ich nutze noch immer – und das ist jetzt wirklich ein bisschen peinlich – Windows Live Mail. Dieses Programm kam 2006 heraus und hat es bis 2017 gemacht. Es in die Wüste zu schicken, ist überfällig.

Es gibt zwei Gründe, weswegen das Windows Live Mail hier noch immer den Dienst verrichtet.  Erstens gibt es keine offensichtliche Alternative. Zweitens habe ich ausgeklügelte Arbeitsabläufe beim Mail, die sich nicht so ohne weiteres über den Haufen werfen lassen. „Der Mailvogel ist gelandet“ weiterlesen

Gmail auf die Finger schauen

Google ist ein seltsames Unternehmen. Da wurde vor einiger Zeit mit viel Getöse der 15 Geburtstag von Gmail gefeiert. Zum Getöse gehörten, als Geburtstagsgeschenk verpackt, neue Funktionen für den Maildienst: Spannende, nützliche Dinge wie zum Beispiel die Möglichkeit, Mails nicht sofort, sondern zu einem bestimmten Datum zu senden.

Ich nutze seit Jahren ein Plugin, welches genau das ermöglicht. Meine Erfahrung ist ausgezeichnet: Bei der Kommunikation mit stark frequentierten Mailboxen ist es sinnvoll, eine Nachricht genau in dem Moment abzusenden, in dem sie relevant für den Empfänger ist. Schickt man sie zu früh ab, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie untergeht.

Boomerang hat die Arbeit zuverlässig erledigt. Aber es ist viel praktischer, wenn die Funktion für das zeitgesteuerte Versenden direkt in Gmail eingebaut ist. Darum habe ich mich auf die Neuerung gefreut: Die ist ein echt gutes Geburtstagsgeschenk.

Doch weil Google ein seltsames Unternehmen ist, war dieses Geschenk – die neuen Funktionen – über Tage und Wochen nach dem grossen Datum nicht zu entdecken. Da ich unlängst Gelegenheit hatte, mit zwei Googlern zu plaudern, habe ich danach gefragt: Wie kann es sein, dass ein solches Geburtstagsgeschenk nicht wie angekündigt zum Geburtstag, sondern erst viel später eintrudelt? Die Antwort war wie erwartet: „Gmail auf die Finger schauen“ weiterlesen

Für Leute mit und ohne Sockenhalter

Ob das Mail nun tot ist, noch ein bisschen zuckt oder weiterhin die bevorzugte Kommunikationsform ist, hängt vor allem von zwei Dingen ab: Vom Alter und der Beschäftigung. Wer eher älter ist und beruflich kommuniziert, wird das Mail nach wie vor schätzen. Aus Gewohnheit, und weil die elektronische Post einige Vorteile gegenüber den neuen Kommunikationsformen hat. Einer der Vorteile ist, wie im Beitrag Allzu vergängliche Spuren der Kommunikation beschrieben, dass Vorgänge dokumentiert werden und sich auch Jahre später noch nachvollziehen lassen.

Für die jüngeren Nutzer sind die Messenger, die sozialen Medien und Kuriositäten wie Snapchat wichtiger. Könnte man zumindest meinen. Und «Techcrunch» hat vor drei Jahren auch genau das behauptet: Email is dying among mobile’s youngest users. Doch wie so oft gibt es auch die Gegenbehauptung: New Study Finds Millennials Are Actually Obsessed With Email, hat «Forbes» dagegengehalten. Die Studie stammt von Adobe, und da heisst es Folgends: „Für Leute mit und ohne Sockenhalter“ weiterlesen

Allzu vergängliche Spuren der Kommunikation

Vor gut einem Jahr habe ich mich im Beitrag Das E-Mail stirbt einen langsamen Tod mit den Zukunftsaussichten des Mails auseinandergesetzt. Die sehen ähnlich aus wie die des SMS: Beide sind unverzichtbar. Aber beide sind dazu da, zu einem Administrationsinstrument zu verkommen. Das SMS wird, in Zeiten von Messengern, hauptsächlich noch für den Versand von Einmal-Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung benutzt. Und die Mailadresse ist für Logins unverzichtbar – doch abgesehen davon scheint die Welt inzwischen lieber per WhatsApp, Slack, Facebook Messenger, iMessage zu kommunizieren.

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Briefe wirft man (meistens) auch nicht einfach so weg. (Bild: Andrys/Pixabay, CC0)

Und das gilt nicht nur für die private Kommunikation. Auch Geschäftliches läuft immer häufiger via Messenger ab und nicht mehr per Mail. Das ist nicht gänzlich verkehrt: Das Mail ist einfach kein sehr sicheres Kommunikationsmedium. Es gibt standardmässig keine Verschlüsselung. Und die Verschlüsselung, die man dem Mail überstülpen kann, ist unsicher.

Trotzdem habe ich ein Problem mit dieser Entwicklung. „Allzu vergängliche Spuren der Kommunikation“ weiterlesen

Vier Tricks fürs altehrwürdige E-Mail


So können Sie E-Mails verschwinden lassen.

Der Artikel hat ursprünglich die Überschrift «Das E-Mail ist längst nicht reif fürs Altenteil» gehabt. Dann hat ihn die Tagesleitung entsprechend umgetitelt, was offenbar eine positive Wirkung bei den Einschaltquoten hatte – aber auch ein Feature ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt hat, dass ich ursprünglich en passant erwähnt hatte. Gmail wird es demnächst ermöglichen, Mails mit Verfallsdatum auszustatten. Danach werden sie automatisch aus der Inbox des Empfängers verschwinden. Das klingt interessant, hat aber ein paar Probleme: Man kann die Funktion bislang nämlich noch nicht testen. Und: Sie wird mutmasslich tatsächlich nur dann funktionieren, wenn der Empfänger ein Gmail-Nutzer ist. Denn da der Rückruf von Nachrichten und das automatische Löschen sind keine Standard-Funktionen beim Mail und daher auch nicht generell verfügbar.

Trotzdem hat die Tagesleitung natürlich recht gehabt: „Vier Tricks fürs altehrwürdige E-Mail“ weiterlesen