Ein Funktionsupdate ohne allzu viele Funktions-Updates

Für Windows 10 gibt es auch in diesem Herbst ein (fast schon traditionelles) Funktionsupdate. Das heisst November 2019-Update, hat die Build-Nummer 1909 und wird derzeit an die Nutzer verteilt. In den Windows-Einstellungen sollte es unter Update und Sicherheit bei Windows-Update ohne Zutun auftauchen. Sollte es das nicht tun, gibt es hier den Update-Assistenten.

Allerdings bringt dieses Funktionsupdate sehr wenige neue Funktionen. Die Zahl ist so gering, dass ich darauf verzichtet habe, sie in einem Video vorzustellen (wie hier zum Build 1809 oder hier zu 1903). Das hat mutmasslich damit zu tun, dass das Update vor einem Jahr sehr fehlerhaft war. Ich habe damals geschrieben, Microsoft hätte es versemmelt. Darum war nun weniger, aber solider die Devise.

Das ist vorbildlich. (Wenn es denn funktioniert hätte – aber auch so liest man von Problemen. Zum Beispiel hier. Oder hier.) Es hat aber den Nachteil, dass mir ein Thema für mein Video flöten geht. Selbst dieser Blogbeitrag ist nur knapp zu rechtfertigen – und ich musste mir redlich Mühe geben, die dürftigen Inhalte auf eine anständige Länge zu strecken. Also, hier die wenigen Neuerungen, die von Interesse sind:

Über dieses kleine Kalender-Fenster lassen sich nun auch Termine erfassen.

Eine nützliche Verbesserung gibt es beim Kalender-Fenster im Infobereich. Dieses Ding, das Microsoft «Flyout» nennt, erscheint, wenn man rechts unten auf die Uhr bzw. Datumsanzeige klickt. Es hat nun ein Eingabefeld, über das man beim ausgewählten Tag eine Erinnerung oder einen Termin hinzufügen kann.

Das ist praktisch: Man hat auch die in der Kalender-App verknüpften Kalender zur Verfügung, zum Beispiel auch von Google Calendar. Möchte man eine Erinnerung oder eine Adresse hinterlegen, dann klickt man auf Weitere Details, sonst auf Speichern.

Die Suche im Explorer zeigt nun erste Fundstellen direkt beim Suchfeld an.

Eine weitere Neuerung ist die Suche im Windows Explorer. Das Suchfeld zeigt nun an, welcher Bereich durchsucht wird (nämlich typischerweise der Ordner, den man offen hat, plus dessen Unterordner). Beim Klick ins Feld erscheint eine Liste mit den zuletzt gesuchten Begriffen. Die Suchtreffer erscheinen ebenfalls als Liste. Wenn dort das gesuchte Dokument aufgeführt wird, kann man es öffnen, ohne die aktuelle Ansicht verlassen zu müssen. Möchte man die Liste der Suchresultate wie bisher als Liste im Explorer sehen, klickt man auf das Pfeil-Symbol (→).

Ausserdem sollen hier auch Resultate von Onedrive auftauchen.

Ein paar weitere Neuerungen zählt Microsoft in diesem Beitrag hier auf:

  • Anbieter von digitalen Sprachassistenten, zum Beispiel Amazon mit Alexa, können die nun im Sperrbildschirm einbinden.
  • Wenn man für ein Programm die Art der Benachrichtigungen einstellt – also Benachrichtigungsbanner oder Benachrichtigungen im Info-Center –, zeigen kleine Vorschaubilder, wie die sich präsentieren. Um die Benachrichtigungen anzupassen, öffnet man die Einstellungen-App, wählt die Rubrik System und dort Benachrichtigungen und Aktionen. Die einzelnen Apps werden dann unter Benachrichtigungen dieser Absender abrufen aufgeführt.
  • An diese Stelle gelangt man nun auch viel einfacher, über den Link Benachrichtigungen verwalten. Die steckt rechts oben in der Leiste Benachrichtigungen.
  • Ferner soll die Energieeffizienz und damit die Akkulaufzeit verbessert worden sein; zumindest bei gewissen Prozessoren.

Übrigens gibt es mit jedem Windows-Update auch Dinge, die verschwinden. Die werden natürlich nicht an die grosse Glocke gehängt. Microsoft erwähnt sie in den Informationen zu einem Update nicht – wahrscheinlich in der Annahme, dass man die Leute nicht mit der Nase auf die eliminierten Dinge stossen muss. Es gibt aber die Dokumente Windows 10 features we’re no longer developing und Features and functionality removed in Windows 10, die diese Funktionen aufzählen.

Da erfährt man, dass das Kontakte-Icon, das mit dem Fall Creators Update aus dem Oktober 2017 eingeführt wurde, schon wieder verschwindet. Schon mit dem 1903-Update ist Windows To Go in Ungnade gefallen. Dass diese Funktion verschwindet, ist schade. Sie hat es ermöglicht, Windows per USB-Stick zu betreiben, als Betriebssystem für den Hosensack.

Beitragsbild: Etwas im Kalender einzutragen, wird einfacher (Bich Tran/Pexels, Pexels-Lizenz).

Autor: Matthias

Computerjournalist, Familienvater, Radiomensch und Podcaster, Nerd, Blogger und Skeptiker. Überzeugungstäter, was das Bloggen angeht – und Verfechter eines freien, offenen Internets, in dem nicht alle interessanten Inhalte in den Datensilos von ein paar grossen Internetkonzernen verschwinden. Wenn euch das Blog hier gefällt, dürft ihr mir gerne ein Bier oder einen Tee spendieren: paypal.me/schuessler

Ein Gedanke zu „Ein Funktionsupdate ohne allzu viele Funktions-Updates“

  1. Na ja, wenn Ihnen schon die Themen für ein Video fehlen, und wenn WindowsToGo eingestampft wurde, dann könnten sie ersters mit zweiterem verbinden, wenn Sie sich mal AVMultimedia anschauen würden…

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