Ver-apple iphönelt

Das iPhone werde ich nicht kaufen, auch wenn mich His Steveness auf Knien anfleht.

Das hat dieser Blogger hier in diesem Blog vor genau 275 Tagen geschrieben. So geschickt, wie ich das damals formuliert habe, kann ich mich noch nicht einmal aus der Affäre ziehen, indem ich behaupte, His Steveness hätte mich auf Knien angefleht. (Was ihr natürlich alle glauben würdet.)
Ich würde euch ja gern Schweigegeld bezahlen, damit dieser 180°-Meinungsumschwung nicht publik wird. Aber nach aktueller Zählung hat der Beitrag «iPod und die Folgen» 4993 Views. Wenn ich also jedem zwänzg Stutz zahle, ergibt das fast 100’000 Franken. Also bleibt nur der Gang nach Canossa und die Bitte an meine Leser, über die fehlende Willensstärke des Herrn Schüssler hinwegzusehen.
Also, ja, ich gestehe: Ich habe ein Eifoun bestellt. Ja. Gut, das iPone Driitschii. Ich könnte ja nun behaupten, das damalige Bekenntnis hätte sich auf das Eifoun 1.0 bezogen. Das wäre zwar nicht ganz gelogen, aber Haare gespalten.
Aber zum eigentlichen Thema. Dieses Posting läuft unter dem Label SdM, was bedeutet, dass Kritik geübt werden soll. Nun, die Selbsterniedrigung geht nicht so weit, dass diese Kritik an mir geübt würde. Nein, das soll an Orange, meinem lieben Mobilfunkprovider geschehen, bei dem ich schon seit 1999 Kunde bin.
Orange, Handynetzbetreiber aus dem schönen Lausanne, hat mir Anfang Monat ein E-Mail geschickt, in dem angekündigt wurde, ich könne mich auf eine Warteliste eintragen, um dann das Eifoun Driitschii schon vorab, nämlich schon am 9. Julei bestellen zu können. Offiziell ging es mit dem Eifoun Driitschii ja am 11. los, wie die Geschichtsbücher verkünden. Am 9. stand der willensschwache Herr Schüssler somit in den Startlöchern, um sein Eifoun zu bestellen. (So schwach, dass er sich am 11. in den Orange-Shop und ins Getümmel gestürzt hätte, war er doch nicht). Das geschah, und dann geschah gar nichts mehr. Eine Woche verstrich, ohne dass der willensschwache Herr Schüssler irgend etwas gesehen hätte, was ihn in Entferntesten ans Eifoun erinnert hätte. (Abgesehen von seinem iPod Touch, der aber trotz mehrerer Versuche keine Mobilfunkverbindung herstellen wollte.) Herr Schüssler stellte die Telefonnummer 0800 700 700 ein, um nachzufragen, ob man ihn denn vergessen hätte. (Oder bewusst ignoriert, um ihn zu unterstützen, sein Gelübde gegenüber der Welt und seinen Lesern einzuhalten.) Zuerst hing er eine ¼ Stunde in der Warteschlaufe, um dann mit einer Frau zu sprechen, die aussagte, sie wisse nichts über den Status der Bestellung, es gebe auch niemand, der darüber Auskunft geben könne und Herr Schüssler solle doch in einem Tag noch einmal anrufen.
Aber, und da muss man Orange doch eine gewisse Reaktionsfähigkeit unterstellen, am gleichen Tag kam ein SMS, das über den Verbleib des Äppl Eifoun Driitschii informierte:

Lieber Kunde Danke, dass Sie Orange gewählt und Ihr iPhone bei uns bestellt haben. Trotz der grossen Nachfrage, freuen wir uns, Ihnen zu bestätigen, dass wir Ihnen Ihr iPhone innerhalb 3 Wochen zustellen können. Vielen Dank für Ihre Geduld. Orange

Also eine Triple-A-Vorzugsbehandlung. Da bin ich doch froh, dass ich mich auf die Warteliste eingeschrieben habe, um am 9.7. bestellen zu dürfen und dann spätestens am 6.8. das Äppl Eifoun Driitschii in Händen halten zu können. Nein, im Ernst, also was soll das eigentlich? Wozu sollte nun diese Reservierung gut sein? Liebe Orange, wenn ihr sowas macht, müsst ihr auch die entsprechende Anzahl von iPhones beiseite legen, damit die Leute, die sich brav reservieren, dann auch innert nützlicher Frist eins kriegen. Und ihr müsst Reservierungen respektive Vorbestellungen abklemmen, wenn das Kontingent ausgeschöpft ist. Weil sich die Kunden sonst veräppelt fühlen. (Man könnte auch sagen: Sie fühlen sich ver-apple iphönelt.)
Wir lernen daraus: Hypen will gelernt sein. Wer bei Apple trittbretthypt, ohne es zu können, macht sich nicht unbedingt Freunde. Und: Apple ist böse und macht Seelen der Leute kaputt.

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

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